Spezielle Krankheitslehre

280 Ustd.10 Kapitel1247 Fragen
0 %abgehakt

Einleitung

Die Aufgabe der Ergotherapeuten besteht weniger in der Behandlung von Krankheiten, als vielmehr darin, Folgen, die die Handlungsfähigkeit eines Menschen beeinträchtigen, zu beseitigen, zu mindern oder zu kompensieren.

Aufbauend auf dem vorhandenen Wissen der Anatomie und Physiologie werden im Fach „Spezielle Krankheitslehre“ Kenntnisse über Ursachen, Krankheitszeichen, Untersuchungsverfahren und Behandlungsmöglichkeiten häufig auftretender Erkrankungen vermittelt. Unter berufsspezifischer Schwerpunktsetzung werden insbesondere die Krankheiten und Schädigungen intensiv behandelt, deren Folgen die Handlungsfähigkeit eines Menschen deutlich stören. Die Vermittlung von Kenntnissen begrenzt sich dabei auf die Krankheitsbilder, bei denen Ergotherapie zur Verbesserung oder Wiederherstellung der Handlungsfähigkeit angewandt wird. So liegt z. B. im Bereich der Chirurgie der Schwerpunkt auf Traumatologie, Handchirurgie und periphere Neurochirurgie.

Anliegen des Faches ist es, die Schülerinnen und Schüler auf der Grundlage ihres erworbenen Wissens zu befähigen, Patienten gewissenhaft zu beobachten, Schwerpunkte für die ergotherapeutische Befunderhebung abzuleiten und diese in die Zielstellungen der Behandlungsplanung einzuarbeiten.

Der Unterricht ist anschaulich und praxisnah zu gestalten und durch den Einsatz von Fallbeispielen und geeigneten Medien wie z. B. interaktiver Software und Video zu beleben. Dabei sind inhaltliche und zeitliche Abstimmungen mit den Fächern „Allgemeine Krankheitslehre“, „Medizinsoziologie und Gerontologie“ sowie den ergotherapeutischen Behandlungsverfahren und ergotherapeutischen Mittel vorzunehmen.

Quelle

Sächsisches Staatsministerium für Kultus: Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin, freigegeben ab 1. August 2020, S. 43-64.

Originallehrplan im sächsischen Schulportal öffnen

01 Orthopädie 20 Ustd. 77 Unterfragen
Lehrplananforderung

Die Schülerinnen und Schüler besitzen einen Einblick in das Fachgebiet der Orthopädie. Insbesondere setzen sie sich mit Fehlbildungen der Hand sowie den Funktionsstörungen im Bereich des Schultergürtels und des Schultergelenks auseinander. Sie kennen die in der Orthopädie üblichen körpernahen und körperfernen technischen Hilfen und wenden ihr erworbenes Wissen beim Einsatz motorisch-funktioneller Behandlungsverfahren gezielt an.

Quelle: Sächsisches Staatsministerium für Kultus: Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin, freigegeben ab 1. August 2020, S. 44.

Fragen & Antworten77

Kapitelkern

Orthopädische Diagnostik?

Diagnostik verbindet Anamnese, Untersuchung und geeignete Verfahren, um Hypothesen zu prüfen. Ergebnisse werden mit Grenzen und klinischem Kontext interpretiert.

  • Anamnese
  • körperlicher Befund
  • neurologischer Befund
  • Beobachtung von Bewegungsabläufen
  • apperative Diagnostik
Orthopädische Therapiemaßnahmen?
  • Sacroiliacalgelenk
  • Hüftgelenk
  • Kniegelenk
  • Fußdeformitäten

Gegenstand, Diagnostik und orthopädischer Befund

Gegenstand, Diagnostik und orthopädischer Befund: Gegenstand?

Orthopädie befasst sich mit angeborenen und erworbenen Erkrankungen des Bewegungsapparates. Der Name geht auf griechisch orthós, „gerade, richtig“, und paideía, „Erziehung“, zurück. Nicolas Andry verwendete das Bild eines an einen Pfahl gebundenen krummen Baumes als Symbol für korrigierendes Wachstum.

Anamnese und Inspektion?

Erfragt werden Beginn, Verlauf, Schmerz, Belastungsabhängigkeit, Trauma, Vorerkrankungen, Operationen und Alltagsfolgen. Inspektion beschreibt Haltung, Achsen, Schwellung, Haut, Muskelkontur, Schonhaltung und Bewegungsausführung. Beobachtung wird von diagnostischer Deutung getrennt.

Messungen?

Umfangsmessungen an definierten Landmarken erfassen Schwellung oder Atrophie. Gelenkbeweglichkeit wird beispielsweise nach Neutral-Null dokumentiert. Kraft, Tonus und Koordination werden im Seitenvergleich geprüft. Diadochokinese bezeichnet rasch wechselnde antagonistische Bewegungen, etwa Pro- und Supination.

Neurologischer Anteil?

Reflexe, Sensibilität und ausgewählte Hirn- oder periphere Nervenfunktionen helfen, orthopädische und neurologische Ursachen zu unterscheiden. Das Heben der Schulter gegen Widerstand prüft unter anderem den N. accessorius; der Patellarsehnenreflex liefert Informationen zu segmentalen Reflexbögen.

Apparative Diagnostik?

Röntgen zeigt vor allem Knochen und Achsen, CT detaillierte knöcherne Strukturen, MRT Weichteile, Knochenmark und Nervengewebe. Ultraschall eignet sich für dynamische Weichteilbefunde. Befunde werden immer mit Klinik und Handlungsfähigkeit abgeglichen.

Konservative und operative Therapiemaßnahmen

Konservative und operative Therapiemaßnahmen: Konservative Therapie?

Konservative Behandlung umfasst Bewegungstherapie, Ergotherapie, Orthesen, geeignete Belastungssteuerung, Wärme oder Kälte und medikamentöse Maßnahmen. Ziel kann Schmerzreduktion, Funktionserhalt, Stabilisierung, Deformitätsprophylaxe oder Kompensation sein.

Arthrodese und Ankylose?

Arthrodese ist die operative Versteifung eines Gelenks in funktionell günstiger Stellung. Sie kann Schmerz und Instabilität reduzieren, beseitigt aber die Gelenkbewegung. Ankylose bezeichnet eine krankhaft entstandene Versteifung und ist davon abzugrenzen.

Arthroplastik und Endoprothese?

Arthroplastik stellt Gelenkform oder -funktion operativ wieder her. Endoprothesen ersetzen Gelenkanteile oder das gesamte Gelenk. Nachbehandlung berücksichtigt Wundheilung, Luxationsschutz, Belastungsfreigabe und stufenweisen Funktionsaufbau.

Korrektur und Stabilisierung?

Umstellungsosteotomien verändern eine Knochenachse. Platten, Schrauben, Nägel oder Stäbe stabilisieren Knochen und Wirbelsäule. Sehnen- und Nervennähte besitzen spezifische Schutzzeiten und Bewegungsgrenzen.

Ergotherapeutische Aufgabe?

Ergotherapie verbindet medizinische Vorgaben mit Alltag. Lagerung, Schienen, Gelenkschutz, Hilfsmittel, Aktivitätsaufbau und Eigenübungen werden nach Operationsverfahren und Heilungsphase dosiert. Warnzeichen wie zunehmender Ruheschmerz, Rötung, Fieber oder neue neurologische Ausfälle werden weitergeleitet.

Genetische Fehlbildungssyndrome des Skeletts

Osteogenesis imperfecta?

Osteogenesis imperfecta ist eine erbliche Bindegewebserkrankung mit erhöhter Knochenbrüchigkeit, häufig durch Störungen des Kollagens Typ I. Mögliche Zeichen sind multiple Frakturen, Kleinwuchs, Skoliose, blaue Skleren, Schwerhörigkeit, Zahnveränderungen und Gelenküberbeweglichkeit. Versorgung kombiniert Frakturbehandlung, medikamentöse Maßnahmen, Hilfsmittel und sichere Aktivität.

Marfan-Syndrom?

Das Marfan-Syndrom beruht meist auf Varianten im FBN1-Gen und betrifft Fibrillin. Typisch können lange Extremitäten und Finger, Thorax- und Wirbelsäulenveränderungen, Linsenverlagerung und Gefäßkomplikationen sein. Besonders wichtig sind kardiologische und augenärztliche Kontrollen.

Apert-Syndrom?

Das Apert-Syndrom ist eine kraniosynostotische Fehlbildung mit charakteristischen Schädel- und Gesichtsveränderungen sowie komplexen Syndaktylien. Operative Behandlung erfolgt interdisziplinär und häufig in mehreren Schritten. Ergotherapie begleitet Handfunktion, Narben, Sensibilität und Betätigungsentwicklung.

Achondroplasie?

Achondroplasie ist eine Skelettdysplasie mit disproportionalem Kleinwuchs, relativ langem Rumpf und verkürzten Extremitäten. Wirbelsäulen- und Beinachsenveränderungen sowie Spinalkanalstenosen können auftreten. Umweltanpassung soll selbstständige Reichweite und ergonomische Arbeitsbedingungen ermöglichen.

Grundsatz?

Der funktionelle Bedarf ist individuell. Diagnose und äußeres Erscheinungsbild erlauben keine pauschale Aussage über Fähigkeiten. Beratung wahrt Selbstbestimmung und vermeidet unnötige Schonung.

Fehlbildungen der Extremitäten und Hand

Begriffe?

Dysmelie ist ein Oberbegriff für angeborene Gliedmaßenfehlbildungen. Amelie bezeichnet das vollständige Fehlen einer Extremität. Transversale Fehlbildungen ähneln einem Amputationsniveau; longitudinale Fehlbildungen betreffen einzelne Längsanteile. Plusmissbildungen besitzen zusätzliche, Minusmissbildungen fehlende Strukturen.

Handformen?

Polydaktylie bedeutet überzählige Finger oder Zehen. Syndaktylie bezeichnet Verwachsungen, kutan oder knöchern. Spalthand entsteht durch fehlende zentrale Strahlen. Makrodaktylie ist ein lokales Riesenwachstum. Hypoplasie beschreibt Unterentwicklung, Aplasie fehlende Anlage.

Ursachen und Entwicklung?

Genetische, toxische, infektiöse, vaskuläre oder mechanische Einflüsse können in sensiblen Entwicklungsphasen wirken. Das konkrete Muster und Begleitfehlbildungen bestimmen Diagnostik und Behandlung.

Fehlbildungen der Extremitäten und Hand: Therapiegrundsätze?

Funktion steht vor rein kosmetischer Korrektur. Operative Eingriffe werden nach Gefäßversorgung, Sensibilität, Gelenkstabilität, Wachstum und erwartbarem Funktionsgewinn geplant. Konservative Maßnahmen umfassen Bewegungsförderung, Schienen, Prothesen, Hilfsmittel und Umweltanpassung.

Ergotherapeutische Perspektive?

Kinder entwickeln oft sehr wirksame eigene Strategien. Therapie beobachtet tatsächliche Betätigung, unterstützt Greifen, beidhändige Aktivität und Selbstversorgung und berät Eltern ohne vorhandene Fähigkeiten zu unterschätzen.

Wesentliche Knochenerkrankungen

Aseptische Knochennekrose?

Eine gestörte Blutversorgung kann umschriebene Knochenareale absterben lassen. Morbus Perthes ist eine juvenile Hüftkopfnekrose mit Hinken, Schmerz und eingeschränkter Abduktion oder Innenrotation. Behandlung richtet sich nach Alter, Ausmaß und Gelenkzentrierung.

Morbus Paget?

Morbus Paget ist ein stark gesteigerter und ungeordneter Knochenumbau. Minderwertiger Knochen kann sich verformen und leichter brechen. Bisphosphonate hemmen die übermäßige Osteoklastenaktivität; klinisch werden Schmerz, Deformität und Komplikationen überwacht.

Osteoporose?

Osteoporose vermindert Knochenmasse und Mikroarchitektur. Typische Frakturen betreffen Wirbelkörper, proximalen Femur und distalen Radius. Bewegung, Krafttraining, Sturzprävention, Vitamin-D- und Calciumversorgung sowie medikamentöse Therapie werden individuell kombiniert.

Osteomalazie?

Osteomalazie ist eine unzureichende Mineralisation nach Wachstumsabschluss, häufig bei Vitamin-D-Mangel oder Organerkrankung. Bei Kindern heißt das entsprechende Krankheitsbild Rachitis. Symptome sind diffuse Knochenschmerzen, Muskelschwäche und Deformationen.

Osteitis und Osteomyelitis?

Entzündungen von Knochen und Knochenmark können hämatogen, nach Verletzung oder Operation entstehen. Schmerz, Fieber, Wundheilungsstörung und Fistel sind Warnzeichen. Therapie erfordert medizinische Infektsanierung und Antibiotika; Belastung wird interprofessionell abgestimmt.

Wirbelsäulenfehlbildungen und Spondylolisthesis

Spina bifida?

Spina bifida ist eine dysraphische Verschlussstörung des Neuralrohrs und seiner umgebenden Strukturen. Spina bifida occulta kann asymptomatisch bleiben. Bei offener oder zystischer Form können Nervengewebe und Meningen beteiligt sein, mit motorischen, sensiblen und vegetativen Folgen.

Prävention und Versorgung?

Folsäure vor und zu Beginn einer Schwangerschaft reduziert das Risiko von Neuralrohrdefekten. Je nach Form erfolgen operative Deckung, Wirbelsäulenstabilisierung, Hilfsmittel- und Kontinenzversorgung sowie langfristige interdisziplinäre Begleitung.

Wirbelfehlbildungen?

Keil-, Schmetterlings- und Blockwirbel können Achsabweichungen, Schmerzen oder neurologische Probleme verursachen. Ausprägung und Wachstum bestimmen den Verlauf.

Spondylolyse und Spondylolisthesis?

Spondylolyse ist ein Defekt der Interartikularportion des Wirbelbogens. Spondylolisthesis bezeichnet das Wirbelgleiten. Ursachen können angeboren, degenerativ oder traumatisch sein. Hoch belastende Extensionssportarten erhöhen bei Jugendlichen das Risiko.

Therapie und Alltag?

Konservativ werden Rumpfstabilität, Belastungsanpassung und gegebenenfalls Korsett genutzt. Bei Instabilität oder neurologischer Gefährdung kann operative Reposition und Stabilisierung erforderlich sein. Ergotherapie betrachtet Sitz, Schule, Arbeit, Selbstversorgung und Schmerzmanagement.

Skoliose, Kyphose und Morbus Scheuermann

Skoliose?

Skoliose ist eine dreidimensionale Wirbelsäulendeformität mit Seitabweichung und Rotation. Sie kann kongenital, neuromuskulär, degenerativ oder idiopathisch sein. Vorbeugetest und Röntgen mit Winkelmessung unterstützen die Diagnostik.

Folgen?

Frühe Skoliosen sind oft schmerzarm. Zunehmende Deformität kann Thoraxmechanik, Ausdauer, Körperbild und Aktivitäten beeinträchtigen. Therapie richtet sich nach Alter, Wachstum, Winkel und Progression. Physiotherapie und Korsett können Progression begrenzen; ausgeprägte Verläufe werden operativ stabilisiert.

Kyphose?

Kyphose ist eine nach hinten konvexe Krümmung. Im Brustbereich ist sie physiologisch; pathologisch ist eine übermäßige oder strukturell fixierte Form. Folgen können Schmerz, eingeschränkte Blickausrichtung, Atemmechanik und neurologische Beeinträchtigung sein.

Morbus Scheuermann?

Morbus Scheuermann ist eine Wachstumsstörung der Wirbelkörperdeckplatten mit Keilwirbeln und verstärkter Kyphose. Im Wachstum stehen Muskeltraining, Alltagsergonomie und gegebenenfalls Korsett im Vordergrund. Späte strukturelle Veränderungen können Schmerzen und Degeneration verursachen.

Skoliose, Kyphose und Morbus Scheuermann: Ergotherapeutische Relevanz?

Arbeitsplatzhöhe, Sitzdauer, Lasten, Pausen und Hilfsmittel werden an Belastbarkeit und Therapieplan angepasst. Starre Haltungskorrektur ohne Betätigungsbezug ist zu vermeiden.

Entzündliche und degenerative Wirbelsäulenerkrankungen

Axiale Spondyloarthritis?

Morbus Bechterew gehört zur axialen Spondyloarthritis. Typisch sind entzündlicher Rückenschmerz, Morgensteifigkeit und Besserung durch Bewegung. Entzündung beginnt häufig an den Iliosakralgelenken und kann zu zunehmender Verknöcherung und Einschränkung führen.

Entzündliche und degenerative Wirbelsäulenerkrankungen: Therapie?

Bewegung, Atemerweiterung und Haltungserhalt sind zentral. Medikamente umfassen entzündungshemmende und immunmodulierende Verfahren. Ergotherapie passt Arbeitsplatz und Alltagsbelastung an, ohne Bewegung unnötig zu vermeiden.

Bandscheibendegeneration?

Bandscheiben verlieren mit Alter und Belastung Wasser und Höhe. Protrusion ist eine Vorwölbung; beim Prolaps tritt Material des Nucleus pulposus durch den Faserring. Beschwerden entstehen vor allem bei Reizung von Nervenstrukturen.

Symptome und Red Flags?

Mögliche Folgen sind lokaler oder radikulärer Schmerz, Sensibilitätsstörung und Kraftverlust. Akute Blasen- oder Mastdarmstörung, Reithosenanästhesie oder rasch zunehmende Lähmung erfordern sofortige medizinische Abklärung.

Entzündliche und degenerative Wirbelsäulenerkrankungen: Behandlung?

Konservative Behandlung umfasst Schmerztherapie, angepasste Aktivität, Bewegung und Training. Operationen entlasten Nerven oder stabilisieren Segmente bei klarer Indikation. Ergotherapie unterstützt Alltag, Arbeitsplatz, Pacing und angstarmen Belastungsaufbau.

Schulter: Engpass-, Schleimbeutel- und Sehnenerkrankungen

Bursitis und Tendinopathie?

Schleimbeutel und Sehnen können durch Überlastung, Reibung, Degeneration oder Begleiterkrankungen gereizt werden. Typisch sind belastungsabhängiger Schmerz, Bewegungseinschränkung und Nachtschmerz. Klinische Tests werden als Befundmuster und nicht als alleinige Diagnose interpretiert.

Impingement?

Impingement beschreibt schmerzhafte Kompression oder Belastung von Strukturen im Schulterraum. Ursachen können Form des Schulterdachs, Sehnenschwellung, Rotatorenmanschettenstörung oder veränderte Skapulakontrolle sein. Der Begriff benennt einen Mechanismus, nicht immer eine einheitliche Krankheit.

Kalkschulter?

Bei Tendinosis calcarea entstehen Kalkdepots meist in Sehnen der Rotatorenmanschette. Phasen können stark schmerzhaft verlaufen. Behandlung reicht von Schmerzreduktion und angepasster Bewegung bis zu interventionellen oder operativen Verfahren.

Bizepssehnenruptur?

Rupturen der langen Bizepssehne verursachen häufig eine distal sichtbare Muskelbauchverlagerung. Funktionelle Einschränkung kann geringer sein als das Erscheinungsbild vermuten lässt. Operative Versorgung richtet sich nach Alter, Belastungsprofil und Begleitverletzung.

Schulter: Engpass-, Schleimbeutel- und Sehnenerkrankungen: Ergotherapie?

Belastung wird an Gewebereaktion und Alltag angepasst. Schultergürtel, Rumpf, Reichweite und Arbeitsorganisation werden gemeinsam betrachtet. Dauerhafte vollständige Ruhigstellung fördert Steifigkeit und wird nur bei klarer Vorgabe genutzt.

Schulter: komplexe Gelenk-, Knorpel- und Nervenstörungen

Rotatorenmanschette und Defektarthropathie?

Große Sehnendefekte können den Humeruskopf dezentrieren und Gelenkflächen fehlbelasten. Schmerz, Schwäche und Nachtschmerz sind häufig. Behandlung reicht von Training und Schmerzmanagement bis zu Rekonstruktion oder spezieller Prothese.

Knorpel und Knochen?

Knorpeldefekte verursachen tiefen Gelenkschmerz, Knacken und Belastungsprobleme. Humeruskopfnekrose ist ein Absterben von Knochengewebe durch gestörte Versorgung; mögliche Ursachen sind Trauma, Stoffwechsel, Medikamente oder idiopathische Prozesse. Fortgeschrittene Fälle können Gelenkersatz erfordern.

Raumforderungen?

Ganglien, Enchondrome, synoviale Chondromatose und andere Tumoren werden bildgebend und gegebenenfalls histologisch abgeklärt. Zufallsbefund bedeutet nicht automatisch Harmlosigkeit oder Operationspflicht. Therapie wird fachärztlich festgelegt.

Scapula alata?

Ein flügelartig abstehendes Schulterblatt kann aus Läsionen des N. thoracicus longus, N. accessorius oder anderer Strukturen entstehen. Das Muster der Scapulastellung hilft bei der Zuordnung. Funktionelle Folgen betreffen Anteversion, Überkopfarbeit und Stabilität.

Labrum und Nervenengpass?

SLAP-Läsionen betreffen den oberen Labrumanteil. Das Quadrilateral-Space-Syndrom betrifft den N. axillaris im hinteren Schulterraum. Therapie richtet sich nach Ursache, Aktivität, neurologischem Befund und struktureller Stabilität.

Iliosakralgelenk und Becken

Aufbau und Funktion?

Das Iliosakralgelenk verbindet Kreuzbein und Darmbein. Seine Bewegungen sind klein, aber es überträgt Kräfte zwischen Wirbelsäule und Beinen. Bänder und umgebende Muskulatur tragen wesentlich zur Stabilität bei.

Ursachen von Beschwerden?

Trauma, Schwangerschaft, entzündliche Erkrankung, degenerative Veränderung oder veränderte Lastübertragung können Beschwerden im unteren Rücken und Gesäß verursachen. Schmerz kann beim Sitzen, Stehen, Drehen und Gehen zunehmen.

Iliosakralgelenk und Becken: Diagnostik?

Bildgebung ist bei funktionellen Beschwerden häufig unspezifisch. Mehrere Provokationstests, Bewegungsbeobachtung und Ausschluss anderer Ursachen sind aussagekräftiger als ein einzelner Test. Diagnostische Injektionen können in spezialisierten Settings eingesetzt werden.

Iliosakralgelenk und Becken: Therapie?

Konservative Behandlung umfasst Analgesie, angepasste Bewegung, Stabilitätstraining und Belastungssteuerung. Infiltrationen werden medizinisch durchgeführt. Selten wird das Gelenk operativ versteift.

Ergotherapeutischer Bezug?

Langes statisches Sitzen oder Stehen wird durch Positionswechsel, Pausen und Arbeitsplatzanpassung reduziert. Hebe-, Transfer- und Haushaltssituationen werden funktionell analysiert. Ziel ist belastbare Aktivität, nicht dauerhafte Vermeidung.

Hüftgelenk und Coxarthrose

Erkrankungen im Wachstum?

Hüftdysplasie, Coxitis fugax, Epiphysiolysis capitis femoris und Morbus Perthes können die Gelenkentwicklung beeinflussen und das spätere Arthroserisiko erhöhen. Hinken, Leistenschmerz oder eingeschränkte Innenrotation bei Kindern benötigen medizinische Abklärung.

Entzündung, Trauma und Nekrose?

Bursitis trochanterica, Tendinopathie, Fraktur und Hüftkopfnekrose verursachen unterschiedliche Belastungs- und Bewegungsschmerzen. Diagnostik verbindet klinischen Befund und Bildgebung.

Coxarthrose?

Coxarthrose ist degenerativer Knorpelverlust mit zunehmendem Belastungs-, Anlauf- und später Ruheschmerz. Bewegung, Muskelkraft und Gelenkspiel nehmen ab; Schonhaltungen können Rücken und Gegenseite belasten.

Hüftgelenk und Coxarthrose: Behandlung?

Konservativ werden Gewicht, Belastung, Kraft, Bewegung, Hilfsmittel und Medikamente berücksichtigt. Gelenkschonende Aktivität bedeutet viel Bewegung bei angemessener Last. Bei fortgeschrittener Arthrose kann eine Endoprothese Funktion und Schmerz verbessern.

Hüftgelenk und Coxarthrose: Ergotherapie?

Anziehen, Schuhe, Bad, Sitzhöhe, Haushalt und Arbeitsplatz werden angepasst. Greifhilfen und erhöhte Sitzflächen können vorübergehend oder dauerhaft helfen. Nach Endoprothese gelten operationsspezifische Bewegungs- und Belastungsregeln.

Kniegelenk: Erkrankungen und Verletzungen

Traumatische Strukturen?

Menisken, Kreuz- und Seitenbänder, Patellasehne und knöcherne Strukturen können verletzt werden. Instabilität, Blockierung, Schwellung und Belastungsschmerz werden nach Mechanismus und klinischem Befund eingeordnet.

Überlastung und Degeneration?

Gonarthrose, Patellaspitzensyndrom und patellofemoraler Schmerz entstehen aus unterschiedlichen mechanischen und biologischen Faktoren. Therapie berücksichtigt Beinachse, Kraft, Aktivitätsdosis, Körpergewicht und berufliche Belastung.

Spezielle Krankheitsbilder?

Morbus Osgood-Schlatter betrifft den Ansatz der Patellasehne im Wachstum. Osteochondrosis dissecans kann ein umschriebenes Knochen-Knorpel-Areal ablösen. Baker-Zysten sind dorsale Kapselausstülpungen. Arthrofibrose ist überschießende Narbenbildung mit Bewegungseinschränkung.

Kniegelenk: Erkrankungen und Verletzungen: Behandlung?

Akute Versorgung richtet sich nach Stabilität und Gewebeschaden. Konservative Maßnahmen umfassen Schwellungsmanagement, Bewegungsaufbau, Kraft und Koordination. Operationen benötigen phasenbezogene Nachbehandlung.

Kniegelenk: Erkrankungen und Verletzungen: Ergotherapeutische Bedeutung?

Treppen, Transfers, Knien, Hocken, Arbeitsplatz und Mobilität werden analysiert. Hilfsmittel und Aktivitätsanpassung sollen Teilhabe ermöglichen, ohne notwendige Belastungssteigerung zu verhindern.

Fußdeformitäten und ihre funktionellen Folgen

Fuß als Basis?

Fußform beeinflusst Stand, Abrollen, Stoßdämpfung und die Belastung von Knie, Hüfte und Wirbelsäule. Nicht jede sichtbare Abweichung verursacht Beschwerden. Entscheidend sind Schmerz, Haut, Stabilität, Schuhversorgung und funktionelle Belastung.

Typische Formen?

Pes planus bezeichnet Plattfuß, Pes cavus oder excavatus Hohlfuß, Pes planovalgus Knick-Senkfuß, Pes equinus Spitzfuß und Pes calcaneus Hackenfuß. Hallux valgus betrifft die Großzehenachse. Hammer- und Krallenzehen verändern Druckverteilung und Schuhpassform.

Kongenitaler Klumpfuß?

Der Klumpfuß kombiniert typischerweise Spitzfuß-, Hohlfuß- und Adduktionskomponenten. Frühbehandlung nutzt schrittweise Redression und Schienen; operative Verfahren sind bei unzureichender Korrektur möglich.

Fußdeformitäten und ihre funktionellen Folgen: Therapie?

Konservativ werden geeignetes Schuhwerk, Einlagen, orthopädische Schuhe, Mobilisation, Training und Hautschutz eingesetzt. Operative Verfahren umfassen Umstellungsosteotomien, Sehnentransfers und Weichteileingriffe.

Fußdeformitäten und ihre funktionellen Folgen: Ergotherapeutische Relevanz?

Fußpflege, Strümpfe, Schuhe, Arbeitsplatz, Stehdauer und Wege werden praktisch erprobt. Bei Sensibilitätsstörung werden Druckstellen konsequent kontrolliert. Versorgung wird an reale Alltagsanforderungen angepasst.

Orthopädische Fallplanung und Handlungsfähigkeit

Von der Diagnose zur Betätigung?

Orthopädische Diagnosen erklären Gewebestruktur und medizinische Behandlung, aber nicht vollständig die Handlungsfähigkeit. Fallplanung beginnt mit konkreten Problemen: Anziehen, Greifen, Sitzen, Gehen, Arbeiten oder Schlafen.

Schutz und Aktivität?

Akute Gewebeheilung kann Schutz, Teilbelastung oder Bewegungsgrenzen verlangen. Gleichzeitig sollen nicht betroffene Funktionen, Kreislauf und Selbstständigkeit erhalten bleiben. Über- und Unterbelastung werden anhand von Schmerzverlauf, Schwellung, Wärme und Funktion unterschieden.

Zielbeispiel?

Nach Schulteroperation könnte ein Ziel lauten: „Die Person zieht innerhalb von zehn Tagen ein Oberteil mit der erlernten Einhandtechnik selbstständig an, ohne die vorgegebene Außenrotationsgrenze zu überschreiten.“ Das Ziel verbindet Sicherheit und Betätigung.

Orthopädische Fallplanung und Handlungsfähigkeit: Maßnahmen?

Mögliche Maßnahmen sind Gelenkschutz, Schienen, Hilfsmittel, Arbeitsplatzanpassung, Bewegungs- und Kraftaufbau, Narbenbehandlung und Kompensation. Jede Maßnahme wird mit medizinischer Freigabe, Dosierung und Verlaufskriterium verbunden.

Interprofessionelle Zusammenarbeit?

Neue neurologische Ausfälle, Infektionszeichen, Thromboseverdacht oder unerwartet starke Schmerzen werden weitergeleitet. Ergotherapie dokumentiert funktionelle Beobachtungen und macht medizinische Grenzen im Alltag umsetzbar.

Die Fragen und Antworten wurden aus den redaktionellen Lerntexten dieses Kapitels abgeleitet. Jede Antwort gehört ausschließlich zu der unmittelbar darüberstehenden Frage.

Hinweise des Lehrplans
  • Überblick
  • ergotherapeutische Schwerpunkte setzen, insbesondere auf statische und dynamische Schienen, technische Hilfen, ergotherapeutische Maßnahmen vgl. Lehrplan Spiele, Hilfsmittel, Schienen, technische Medien
  • Fallbeispiele unter dem Schwerpunkt stabilisierender, rekonstruierender und funktionsverbessernder Therapiemaßnahmen z. B. Arthrodesen, Arthroplastiken und Endoprothesen vgl. LPE 2
  • vgl. Lehrplan Biologie, Anatomie und Physiologie
  • Fallbeispiele Osteogenosis imperfekta, Achondroplasie, Dysostosis vgl. LPE 10
  • Fallbeispiele vgl. LPE 10
  • funktioneller Aspekt vor kosmetischem Aspekt
  • Überblick, Fallbeispiele
  • Überblick, Fallbeispiele vgl. Lehrplan Biologie, Anatomie und Physiologie
  • vgl. LPE 10
  • Fallbeispiele
  • Überblick
  • Bedeutung der Rotatorenmanschette, Periarthritis humeroscapularis, Schulterarmsyndrom vgl. Lehrplan Biologie, Anatomie und Physiologie
  • Überblick, Fallbeispiele vgl. LPE 2 und LPE 4 sowie Lehrplan Biologie, Anatomie und Physiologie

Quelle: Sächsisches Staatsministerium für Kultus: Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin, freigegeben ab 1. August 2020, S. 44.

02 Rheumatologie 20 Ustd. 50 Unterfragen
Lehrplananforderung

Die Schülerinnen und Schüler besitzen anwendungsbereites Grundlagenwissen zum rheumatischen Formenkreis. Sie setzen sich mit häufig vorkommenden Erkrankungen und deren Folgen auseinander und können Patienten über entstehende Veränderungen aufklären. Ihnen ist die Bedeutung des Gelenkschutzes bewusst.

Quelle: Sächsisches Staatsministerium für Kultus: Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin, freigegeben ab 1. August 2020, S. 46.

Fragen & Antworten50

Kapitelkern

Rheumatischer Formenkreis?

Der rheumatische Formenkreis ist ein Sammelbegriff. Er umfasst entzündliche Erkrankungen wie rheumatoide Arthritis oder Psoriasisarthritis, degenerative Erkrankungen wie Arthrose und Beschwerden an Sehnen, Sehnenscheiden oder Schleimbeuteln. Die Gruppen unterscheiden sich in Ursache und Therapie, können aber ähnliche Funktionsprobleme erzeugen.

Rheumatoide Arthritis?

Die rheumatoide Arthritis ist eine chronisch-entzündliche Autoimmunerkrankung, die vor allem die Gelenkinnenhaut betrifft. Typisch sind schmerzhafte Schwellungen, längere Morgensteifigkeit, Fatigue und häufig ein symmetrischer Befall kleiner Gelenke. Unbehandelte Entzündung kann Knorpel, Knochen, Sehnen und Stabilität schädigen.

Gelenkfolgen bei rheumatoider Arthritis?

An Hand und Fingern können durch Entzündung, Bandlockerung und Sehnenungleichgewicht Ulnardeviation, Schwanenhals-, Knopfloch- oder 90/90-Deformität entstehen. Solche Veränderungen sind keine bloßen Formabweichungen: Sie verändern Griff, Feinmotorik, Kraftübertragung und Selbstversorgung. Frühzeitige Belastungsanpassung und Versorgung sollen Fehlbelastung begrenzen.

Interprofessionelle Therapie?

Die Behandlung verbindet krankheitsmodifizierende Medikamente, symptomorientierte Maßnahmen, Bewegungstherapie, Ergotherapie und bei Bedarf operative Verfahren. Ziel ist eine möglichst geringe Krankheitsaktivität bei erhaltener Funktion und Teilhabe. Ergotherapeutische Maßnahmen werden an Entzündungsaktivität, Gewebeschutz, Alltag und persönliche Ziele angepasst.

Gelenkschutz und Energiemanagement?

Gelenkschutz verteilt Kräfte auf größere und stabilere Gelenke, vermeidet anhaltenden Druck in Fehlstellung und nutzt Hilfsmittel oder veränderte Arbeitsweisen. Energiemanagement strukturiert Belastung, Pausen, Prioritäten und Tagesrhythmus bei Schmerz oder Fatigue. Orthesen können entlasten oder stabilisieren, müssen aber individuell geprüft werden.

Rheumatologie: Axiale Spondyloarthritis?

Die axiale Spondyloarthritis, zu der der klassische Morbus Bechterew gehört, betrifft vor allem Iliosakralgelenke und Wirbelsäule. Entzündlicher Rückenschmerz, Morgensteifigkeit und eingeschränkte Beweglichkeit können auftreten; auch Sehnenansätze und andere Organe können beteiligt sein. Bewegung, Haltung, Atembeweglichkeit und regelmäßige Eigenaktivität bleiben zentrale Therapieanteile.

Juvenile idiopathische Arthritis?

Juvenile idiopathische Arthritis bezeichnet anhaltende Gelenkentzündungen mit Beginn vor dem 16. Lebensjahr, wenn andere Ursachen ausgeschlossen sind. Erkrankung und Therapie können Spiel, Schule, Selbstständigkeit, Körperbild und Familienalltag beeinflussen. Ergotherapie verbindet Funktionsschutz mit altersgerechter Aktivität und Teilhabe.

Psoriasisarthritis?

Psoriasisarthritis ist eine entzündliche Gelenkerkrankung im Zusammenhang mit Schuppenflechte. Möglich sind periphere Arthritis, Wirbelsäulenbeteiligung, Enthesitis, Daktylitis und Nagelveränderungen. Die sehr unterschiedlichen Befallsmuster erfordern eine funktionsbezogene Befunderhebung statt eines starren Standardprogramms.

Degenerative Gelenkerkrankungen?

Arthrose betrifft das gesamte Gelenk einschließlich Knorpel, Knochen, Kapsel, Muskulatur und umgebender Strukturen. Häufig sind belastungsabhängiger Schmerz, kurze Anlaufsteifigkeit, Bewegungsverlust und reduzierte Belastbarkeit. Bei Rhizarthrose, Hüft- oder Kniearthrose stehen dosierte Aktivität, Kraft, Alltagstechniken, Hilfsmittel und gegebenenfalls Operation im Mittelpunkt.

Rheumatische Weichteilerkrankungen?

Zu den rheumatischen Weichteilerkrankungen zählen Beschwerden an Sehnen, Sehnenscheiden, Sehnenansätzen und Schleimbeuteln. Belastung, Reibung, Fehlsteuerung, Trauma oder eine entzündliche Grunderkrankung können beteiligt sein. Therapie richtet sich nach Ursache und Phase; pauschale Schonung ohne belastungsbezogenen Aufbau ist meist nicht ausreichend.

Rheumatischer Formenkreis und Entzündungszeichen

Begriff und Einteilung?

„Rheuma“ ist keine Einzeldiagnose. Das Wort geht auf griechisch rheûma, „Fluss“ oder „Strömung“, zurück. Der rheumatische Formenkreis umfasst entzündliche Gelenk- und Systemerkrankungen, degenerative Gelenkerkrankungen sowie Beschwerden an Weichteilen. Die Einteilung ordnet Ursachen und Therapie, darf aber Überschneidungen nicht verdecken.

Entzündungszeichen?

Entzündete Gelenke können schmerzen, anschwellen, überwärmt und in ihrer Funktion eingeschränkt sein. Rötung ist möglich, aber nicht zwingend. Morgensteifigkeit, Ruhe- oder Nachtschmerz und allgemeine Erschöpfung sprechen eher für einen entzündlichen Prozess als ein reiner Belastungsschmerz.

Rheumatischer Formenkreis und Entzündungszeichen: Ergotherapeutische Bedeutung?

Entscheidend sind nicht nur Diagnose und Gelenkbefund, sondern Auswirkungen auf Greifen, Gehen, Selbstversorgung, Haushalt, Arbeit und Erholung. Aktivität wird so dosiert, dass Funktion erhalten wird, ohne akut gereiztes Gewebe unnötig zu belasten.

Rheumatischer Formenkreis und Entzündungszeichen: Sicherheitsgrenzen?

Ein plötzlich stark geschwollenes, heißes Gelenk, Fieber, ausgeprägtes Krankheitsgefühl oder rasche Verschlechterung erfordern ärztliche Abklärung. Ergotherapie ersetzt keine Diagnostik einer möglichen Infektion oder akuten systemischen Entzündung.

Rheumatoide Arthritis: Grundlagen und Verlauf

Rheumatoide Arthritis: Grundlagen und Verlauf: Pathophysiologie?

Die rheumatoide Arthritis ist eine systemische Autoimmunerkrankung. Entzündung der Synovialmembran kann Gelenkknorpel, subchondralen Knochen, Kapsel, Bänder und Sehnen schädigen. Sie ist deshalb nicht mit altersbedingtem „Verschleiß“ gleichzusetzen.

Klinisches Bild?

Häufig beginnen Beschwerden an Fingergrund-, Fingermittel-, Hand- oder Vorfußgelenken und treten beidseits auf. Schmerz, tastbare Schwellung, längere Morgensteifigkeit, Kraftverlust und Fatigue sind typisch. Der individuelle Verlauf kann deutlich schwanken.

Verlauf und Behandlungsziel?

Frühe Diagnose und krankheitsmodifizierende Therapie sollen Entzündungsaktivität kontrollieren und strukturelle Schäden verhindern. Behandlungsziele werden regelmäßig anhand von Krankheitsaktivität, Funktion, Nebenwirkungen und persönlichen Prioritäten überprüft.

Rheumatoide Arthritis: Grundlagen und Verlauf: Betätigungsbezug?

Auch bei geringer sichtbarer Schwellung können Ausdauer, Tempo, Konzentration und Rollenbewältigung eingeschränkt sein. Befund und Zielsetzung beziehen daher körperliche Funktion, Fatigue, Tagesstruktur und Teilhabe ein.

Rheumatoide Hand und Gelenkfolgen

Entstehung von Deformitäten?

Chronische Synovitis kann Kapseln und Bänder lockern, Gelenke destabilisieren und Sehnenverläufe verändern. Aus dem Zusammenspiel von Entzündung, Muskelzug und Belastung können Ulnardeviation, Schwanenhals-, Knopfloch- oder 90/90-Deformität entstehen. Diese Veränderungen sind möglich, aber nicht zwangsläufig.

Rheumatoide Hand und Gelenkfolgen: Funktionelle Folgen?

Deformitäten verändern Kraftlinien, Griffweite, Präzision und die Fähigkeit, Gegenstände sicher zu halten. Am Handgelenk können Instabilität, prominentes Caput ulnae oder Radialdeviation die Belastbarkeit beeinflussen. Schulter, Ellenbogen, Hüfte, Knie und Fuß können ebenfalls betroffen sein.

Befunderhebung?

Beobachtet werden Schmerz, Schwellung, Achsen, aktive und passive Beweglichkeit, Instabilität, Kraft, Sensibilität und konkrete Tätigkeiten. Eine sichtbare Fehlstellung allein bestimmt weder Hilfebedarf noch Therapieintensität.

Therapiesicherheit?

Kräftiges endgradiges Mobilisieren, forcierte Korrektur oder hohe Widerstände sind bei aktiver Entzündung und instabilen Gelenken kritisch. Maßnahmen müssen Entzündungsphase, Gewebequalität und ärztliche Vorgaben berücksichtigen.

Medikamentöse und interprofessionelle Therapie

Medikamentöse Grundidee?

Krankheitsmodifizierende Antirheumatika, kurz DMARD, sollen die entzündliche Krankheitsaktivität senken und Schäden verhindern. Dazu gehören konventionell synthetische, biologisch hergestellte und gezielt synthetische Wirkstoffe. Glukokortikoide und Schmerzmittel erfüllen andere, meist ergänzende Aufgaben.

Interprofessionelle Versorgung?

Rheumatologie, Haus- und Fachärztlichkeit, Pflege, Physiotherapie, Ergotherapie, Orthopädietechnik und bei Bedarf Chirurgie arbeiten mit unterschiedlichen Schwerpunkten. Operationen kommen etwa bei schwerer Zerstörung, Instabilität, Sehnenruptur oder ausgeprägter Schmerz- und Funktionsproblematik infrage.

Medikamentöse und interprofessionelle Therapie: Ergotherapeutische Einordnung?

Ergotherapie behandelt nicht die Autoimmunreaktion selbst. Sie unterstützt Gelenkschutz, Funktionsgebrauch, Orthesenversorgung, Hilfsmittel, Tagesstruktur, Selbstmanagement und Teilhabe. Belastung wird an Krankheitsaktivität und Therapieziel angepasst.

Medikamentöse und interprofessionelle Therapie: Abgrenzung?

Medikamente werden nicht eigenständig verändert, pausiert oder bewertet. Auffällige Nebenwirkungen, Infektzeichen oder deutliche Verschlechterung werden an die zuständige medizinische Stelle zurückgemeldet.

Gelenkschutz, Energiemanagement und Orthesen

Gelenkschutz?

Gelenkschutz bedeutet nicht vollständige Schonung. Kräfte werden möglichst auf größere oder stabilere Gelenke verteilt, ungünstige Hebel und lange statische Haltearbeit reduziert und schmerzhafte Endstellungen vermieden. Tätigkeiten werden so verändert, dass sie weiterhin sinnvoll ausführbar bleiben.

Energiemanagement?

Bei Fatigue helfen Priorisieren, Planen, Pausen, Tempowechsel und die Verteilung schwerer Aufgaben über den Tag. Die Person entscheidet, welche Tätigkeiten unverzichtbar, delegierbar oder anders lösbar sind. Ziel ist ein tragfähiger Alltag statt bloßer Aktivitätsreduktion.

Orthesen und Hilfsmittel?

Orthesen können ein Gelenk entlasten, stabilisieren, Fehlstellungen begrenzen oder eine Tätigkeit erleichtern. Sitz, Haut, Durchblutung, Komfort, Funktion und Trageziel werden kontrolliert. Hilfsmittel sind nur sinnvoll, wenn sie tatsächlich genutzt werden und die gewünschte Betätigung erleichtern.

Schulung und Transfer?

Patientenschulung verbindet Wissen, praktische Erprobung und Selbstmanagement. Gelenkschutz wird an realen Handlungen wie Kochen, Schreiben, Ankleiden oder Arbeit trainiert und anschließend im Alltag überprüft.

Axiale Spondyloarthritis und Morbus Bechterew

Axiale Spondyloarthritis und Morbus Bechterew: Begriff?

Axiale Spondyloarthritis ist eine entzündlich-rheumatische Erkrankungsgruppe mit Schwerpunkt an Iliosakralgelenken und Wirbelsäule. „Morbus Bechterew“ bezeichnet traditionell die radiografische Form mit nachweisbaren strukturellen Veränderungen.

Symptome und Verlauf?

Typisch sind chronischer Rückenschmerz mit entzündlichen Merkmalen, Morgensteifigkeit und Besserung durch Bewegung. Enthesitis, periphere Gelenkbeteiligung, Uveitis, Psoriasis oder chronisch-entzündliche Darmerkrankung können hinzukommen. Der Verlauf ist individuell.

Axiale Spondyloarthritis und Morbus Bechterew: Therapiegrundsätze?

Regelmäßige Bewegung und Übung sind zentrale Bestandteile; Medikamente richten sich nach Aktivität und Befall. Haltung, Wirbelsäulen- und Hüftbeweglichkeit, Kraft, Atmung und Ausdauer werden langfristig berücksichtigt.

Axiale Spondyloarthritis und Morbus Bechterew: Ergotherapeutische Aufgaben?

Ergotherapie überträgt Bewegungs- und Haltungsziele in Arbeitsplatz, Selbstversorgung, Schlafumgebung und Freizeit. Hausprogramme müssen verständlich, realistisch und mit bedeutsamen Routinen verknüpft sein.

Juvenile idiopathische Arthritis

Juvenile idiopathische Arthritis: Begriff?

Juvenile idiopathische Arthritis, kurz JIA, ist der heutige Oberbegriff für verschiedene anhaltende Gelenkentzündungen mit Beginn vor dem 16. Lebensjahr, wenn keine andere Ursache gefunden wird. Der ältere Ausdruck „juvenile chronische Arthritis“ ist historisch verbreitet.

Besonderheiten?

Befallsmuster, Verlauf und Begleiterkrankungen unterscheiden sich. Schmerzen werden von Kindern nicht immer direkt benannt; Schonbewegung, verändertes Spiel oder Leistungsabfall können Hinweise sein. Regelmäßige augenärztliche Kontrollen können wegen des Uveitisrisikos notwendig sein.

Psychosoziale Auswirkungen?

Erkrankung, Termine, Fatigue, sichtbare Hilfsmittel oder Einschränkungen können Schule, Freundschaften, Sport, Selbstbild und Familienrollen beeinflussen. Schutz darf nicht zu unnötiger Ausgrenzung oder Unterforderung führen.

Juvenile idiopathische Arthritis: Ergotherapeutische Aufgaben?

Therapie verbindet Gelenk- und Funktionsschutz mit Spiel, Schreiben, Selbstversorgung, Schulalltag und altersgerechter Selbstständigkeit. Eltern, Schule und andere Berufsgruppen werden einbezogen, ohne die Perspektive des Kindes zu übergehen.

Psoriasisarthritis

Psoriasisarthritis: Krankheitsbild?

Psoriasisarthritis ist eine entzündliche Erkrankung von Gelenken, Wirbelsäule oder Sehnenansätzen im Zusammenhang mit Psoriasis. Haut- und Gelenkbeschwerden müssen nicht gleichzeitig beginnen. Nagelveränderungen können diagnostisch relevant sein.

Befallsmuster?

Möglich sind asymmetrische oder symmetrische Arthritis, Befall der Fingerendgelenke, Daktylitis eines ganzen Fingers oder Zehs, Enthesitis und axiale Beschwerden. Die Vielfalt erklärt, warum ein einzelnes typisches Handbild nicht ausreicht.

Alltagsfolgen?

Schmerz, Schwellung, Hautempfindlichkeit, Fatigue und wechselnde Belastbarkeit können Handgebrauch, Gehen, Kleidung, Schlaf, Arbeit und soziale Situationen beeinflussen. Sichtbare Hautveränderungen können zusätzlich Scham oder Rückzug auslösen.

Ergotherapeutischer Ansatz?

Befund und Intervention richten sich nach aktuell betroffenen Strukturen und Tätigkeiten. Gelenkschutz, dosierte Aktivität, Haut- und Druckschutz, Hilfsmittel, Orthesen und Selbstmanagement werden mit der medizinischen Behandlung abgestimmt.

Arthrose: Rhizarthrose, Hüfte und Knie

Krankheitsverständnis?

Arthrose ist eine Erkrankung des gesamten Gelenks und nicht nur ein „abgenutzter Knorpel“. Knorpel, subchondraler Knochen, Kapsel, Synovialmembran, Muskulatur und Bewegungssteuerung können beteiligt sein. Bildbefund und Beschwerden stimmen nicht immer überein.

Typische Beschwerden?

Belastungs- und Anlaufschmerz, kurze Steifigkeit, reduzierte Beweglichkeit, Kraftverlust und Unsicherheit sind häufig. Bei Rhizarthrose erschweren Pinzettengriff und kräftiges Zupacken den Alltag; Hüft- und Kniearthrose beeinflussen Gehen, Treppen, Transfers und Ausdauer.

Arthrose: Rhizarthrose, Hüfte und Knie: Konservative Therapie?

Information, dosierte Bewegung, Kraft- und Ausdauertraining, Belastungssteuerung und bei Bedarf Gewichtsmanagement bilden zentrale nichtmedikamentöse Bausteine. Hilfsmittel, Griffverdickungen, angepasste Arbeitsweisen oder Orthesen können konkrete Aufgaben erleichtern.

Operation und Nachbehandlung?

Bei anhaltend starker Schmerz- und Funktionsbeeinträchtigung kann ein operativer Gelenkersatz oder ein handchirurgisches Verfahren erwogen werden. Ergotherapie orientiert die Nachbehandlung an Gewebeheilung, ärztlichen Vorgaben und den priorisierten Betätigungen.

Sehnen, Sehnenscheiden und Schleimbeutel

Strukturen?

Sehnen übertragen Muskelkraft auf Knochen, Sehnenscheiden erleichtern das Gleiten und Schleimbeutel vermindern Druck und Reibung. Beschwerden können mechanisch, entzündlich, traumatisch oder im Rahmen einer systemischen Erkrankung entstehen.

Klinische Hinweise?

Sehnenbeschwerden sind häufig belastungsabhängig; Tenosynovitis kann mit Schwellung, Reibegeräusch oder Bewegungsschmerz einhergehen. Eine Bursitis verursacht lokal druck- und bewegungsabhängige Beschwerden. Diagnose und Differenzialdiagnose bleiben medizinische Aufgaben.

Sehnen, Sehnenscheiden und Schleimbeutel: Belastungssteuerung?

In einer akuten Reizphase werden auslösende Belastungen reduziert oder verändert. Danach ist ein abgestufter, symptomorientierter Belastungsaufbau meist sinnvoller als dauerhafte Ruhigstellung. Ergonomie wird nicht isoliert, sondern zusammen mit Gewebetoleranz und Bewegungsausführung betrachtet.

Ergotherapeutische Maßnahmen?

Tätigkeitsanalyse, Anpassung von Griff, Werkzeug, Wiederholungszahl und Pausen, gegebenenfalls Orthese sowie ein abgestimmtes Eigenprogramm unterstützen die Rückkehr in Alltag und Arbeit. Fieber, starke Rötung, Unfall, neurologische Ausfälle oder rasche Verschlechterung erfordern Abklärung.

Die Fragen und Antworten wurden aus den redaktionellen Lerntexten dieses Kapitels abgeleitet. Jede Antwort gehört ausschließlich zu der unmittelbar darüberstehenden Frage.

Hinweise des Lehrplans
  • Überblick
  • vgl. Lehrplan Biologie, Anatomie und Physiologie
  • vgl. Lehrplan Motorisch-funktionelle Behandlungsverfahren vgl. LPE 1 z. B. Versteifung, abnorme Beweglichkeit z. B. Caput ulnae, Radialdeviation z. B. Versteifung, abnorme Beweglichkeit, Schwanenhalsdeformität, Knopflochdeformität, Ulnardeviation
  • z. B. 90/90-Deformität Bedeutung für die Gelenkschutzunterweisung herausarbeiten Bedeutung für die Gelenkschutzunterweisung herausarbeiten Bedeutung für die Gelenkschutzunterweisung herausarbeiten
  • Aufrichtung der Wirbelsäule, Muskelkräftigung, Hausübungsprogramme
  • vgl. LPE 10
  • vgl. Lehrplan Biologie, Anatomie und Physiologie
  • vgl. Lehrplan Biologie, Anatomie und Physiologie

Quelle: Sächsisches Staatsministerium für Kultus: Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin, freigegeben ab 1. August 2020, S. 46.

03 Innere Medizin und Geriatrie 30 Ustd. 58 Unterfragen
Lehrplananforderung

Die Schülerinnen und Schüler besitzen einen Überblick über häufig auftretende internistische und geriatrische Krankheitsbilder. Insbesondere setzen sie sich mit Erkrankungen im höheren Lebensalter auseinander und sind in der Lage, die Problematik der Multimorbidität zu erfassen und Reaktionsweisen älterer Menschen zu erkennen und einzuschätzen. Sie begreifen, dass therapeutische Konzepte den Möglichkeiten älterer Menschen anzupassen sind.

Quelle: Sächsisches Staatsministerium für Kultus: Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin, freigegeben ab 1. August 2020, S. 48.

Fragen & Antworten58

Kapitelkern

Gegenstand und Aufgaben?

Innere Medizin behandelt Erkrankungen von Herz, Lunge, Blut, Verdauung, Nieren, Stoffwechsel und endokrinem System. Geriatrie richtet den Blick zusätzlich auf Alternsprozesse, funktionelle Reserven, Mehrfacherkrankungen und die Frage, wie Selbstständigkeit möglichst lange erhalten werden kann.

Diagnostik in Innerer Medizin und Geriatrie?

Zur Diagnostik gehören Anamnese, körperlicher und neurologischer Status, Labor sowie apparative Verfahren wie EKG, Sonografie, Röntgen, CT oder Endoskopie. In der Geriatrie kommen funktionelle Einschätzungen zu Mobilität, Kognition, Stimmung, Ernährung, Kontinenz und Alltagskompetenz hinzu.

Herzerkrankungen?

Wichtige Krankheitsbilder sind koronare Herzkrankheit, Herzinsuffizienz, Herzrhythmusstörungen und Herzfehler. Für die Ergotherapie sind Belastungsdyspnoe, Thoraxschmerz, Erschöpfung, Schwindel, Medikamentenwirkung und individuell festgelegte Belastungsgrenzen bedeutsam.

Rehabilitation bei Herzerkrankungen?

Kardiale Rehabilitation verbindet medizinische Behandlung, Bewegung, Risikofaktorarbeit, Schulung und psychosoziale Unterstützung. Ergotherapie überträgt Belastungsaufbau, Energiemanagement und Selbstbeobachtung in Selbstversorgung, Haushalt, Beruf und Freizeit.

Blut- und Lymphsystem?

Anämien können Müdigkeit, Belastungsintoleranz, Konzentrationsabfall und Schwindel verursachen. Erkrankungen des leukopoetischen oder lymphatischen Systems sowie Gerinnungsstörungen bringen zusätzliche Risiken durch Infektanfälligkeit, Blutungen oder therapiebedingte Einschränkungen mit sich.

Atemwegserkrankungen?

Asthma, chronische Bronchitis, COPD, Pneumonie oder Lungenembolie beeinflussen Atmung, Belastbarkeit und Alltagsrhythmus. Ergotherapeutisch wichtig sind Dyspnoemanagement, dosierte Aktivität, Pausenplanung, Haltungswechsel und sichere Warnzeichen.

Verdauungsorgane sowie Leber, Galle und Pankreas?

Erkrankungen dieser Systeme können Schmerzen, Übelkeit, Gewichtsverlust, Ernährungsprobleme, Fatigue und Störungen der Verdauung verursachen. Im Alltag wirken sie sich häufig auf Essen, Haushaltsführung, Tagesstruktur, soziale Teilhabe und Medikamentenmanagement aus.

Nieren und Harnsystem?

Harnwegsinfekte, Niereninsuffizienz oder Inkontinenz können Wohlbefinden, Schlaf, Mobilität und Schamgrenzen deutlich beeinflussen. Ergotherapie berücksichtigt Toilettenmanagement, Energiehaushalt, Flüssigkeitsorganisation nach Vorgabe sowie Umweltanpassung.

Diabetes und Stoffwechselerkrankungen?

Diabetes mellitus verlangt ein Zusammenspiel aus Lebensführung, Medikation und Selbstbeobachtung. Langfristige Komplikationen wie Polyneuropathie, Retinopathie, Angiopathie oder diabetischer Fuß können Sicherheit, Sensibilität, Sehen und Belastbarkeit einschränken.

Geriatrische Patienten und Multimorbidität?

Geriatrische Patienten weisen oft mehrere Erkrankungen, funktionelle Einschränkungen und eine erhöhte Vulnerabilität gleichzeitig auf. Therapie muss deshalb priorisieren, realistische Ziele setzen, Überforderung vermeiden und Selbstständigkeit, Teilhabe und Lebensqualität in den Mittelpunkt stellen.

Diagnostik und geriatrisches Assessment

Diagnostische Grundidee?

Internistische Diagnostik verbindet Beschwerdebild, Vorerkrankungen, Medikation, körperliche Untersuchung, Labor und apparative Verfahren. Dazu gehören je nach Fragestellung Blutbild, Entzündungswerte, Blutzucker, Nierenwerte, EKG, Bildgebung, Lungenfunktion oder Endoskopie. Einzelbefunde werden nie isoliert, sondern im klinischen Zusammenhang gelesen.

Körperlicher und neurologischer Status?

Beobachtet werden Allgemeinzustand, Kreislauf, Atmung, Bewusstseinslage, Haut, Ödeme, Kraft, Sensibilität und Mobilität. Gerade im höheren Lebensalter können Verwirrtheit, Schmerzen, Infektzeichen oder Sturzereignisse Ausdruck einer internistischen Ursache sein. Der neurologische Status ergänzt die Abgrenzung, ersetzt aber keine Spezialdiagnostik.

Geriatrisches Assessment?

In der Geriatrie reicht Organmedizin allein nicht aus. Erfasst werden zusätzlich Alltagskompetenz, Gang und Gleichgewicht, Kognition, Stimmung, Ernährung, Kontinenz, soziale Situation und Sturzrisiko. Typische Instrumente sind zum Beispiel Barthel-Index, Timed Up and Go, Uhrentest oder kurze Delir-Screenings.

Ergotherapeutische Konsequenz?

Ergotherapie interessiert besonders, wie Befunde Essen, Anziehen, Haushaltsführung, Medikamentenmanagement, Transfers und Rollen im Alltag beeinflussen. Ein gutes Assessment zeigt nicht nur Defizite, sondern auch Ressourcen, Belastungsgrenzen und sinnvolle Ansatzpunkte für Teilhabe.

Herzerkrankungen: KHK, Herzinsuffizienz und Rhythmusstörungen

Koronare Herzkrankheit?

Bei der koronaren Herzkrankheit sind Herzkranzgefäße verengt, meist durch Atherosklerose. Typisch können belastungsabhängiger Brustdruck, Engegefühl, Luftnot oder Ausstrahlung in Arm, Rücken oder Kiefer sein. Ein Herzinfarkt ist ein akuter Notfall und darf nicht als bloße Überanstrengung fehlgedeutet werden.

Herzinsuffizienz?

Herzinsuffizienz bedeutet, dass das Herz den Körper nicht mehr ausreichend versorgen kann. Belastungsdyspnoe, rasche Erschöpfbarkeit, nächtliche Atemnot, Gewichtszunahme durch Flüssigkeit und periphere Ödeme sind typische Hinweise. Die Belastbarkeit schwankt und muss im Alltag immer wieder neu eingeschätzt werden.

Herzrhythmusstörungen und Herzfehler?

Rhythmusstörungen reichen von harmlosen Extrasystolen bis zu behandlungsbedürftigem Vorhofflimmern oder bradykarden Störungen. Manche Betroffene spüren Herzstolpern, andere nur Schwindel, Leistungsknick oder Synkopenneigung. Herzfehler können angeboren oder erworben sein und die Belastbarkeit langfristig beeinflussen.

Herzerkrankungen: KHK, Herzinsuffizienz und Rhythmusstörungen: Ergotherapeutische Relevanz?

Ergotherapie achtet auf Dyspnoe, Erschöpfung, Schwindel, Thoraxschmerz, Ödeme und individuelle Belastungsgrenzen. Tätigkeiten werden so dosiert, dass Warnsignale ernst genommen, aber unnötige Schonung vermieden wird. Selbstbeobachtung, Pausenplanung und sichere Aktivitätssteigerung sind zentrale Themen.

Kardiale Rehabilitation und Belastungsgrenzen

Ziele der Rehabilitation?

Kardiale Rehabilitation soll Leistungsfähigkeit, Selbstvertrauen und Krankheitsbewältigung verbessern. Sie verbindet medizinische Behandlung, Bewegung, Risikofaktorenmanagement, Schulung und psychosoziale Unterstützung. Ziel ist nicht Höchstleistung, sondern sichere und tragfähige Alltagsbelastbarkeit.

Kardiale Rehabilitation und Belastungsgrenzen: Belastungssteuerung?

Belastungsgrenzen werden ärztlich und therapeutisch festgelegt und an Symptomen überprüft. Wichtig sind Atemnot, Brustschmerz, Schwindel, ungewöhnliche Erschöpfung, Blässe oder Palpitationen. Belastung wird schrittweise aufgebaut; lange statische Kraftarbeit und unkontrollierte Pressatmung sind häufig ungünstig.

Alltag und Teilhabe?

Nach kardialen Ereignissen können Unsicherheit, Angst und Schonverhalten stärker limitieren als objektive Leistungsdaten. Ergotherapie überträgt Belastungsaufbau in Treppen, Körperpflege, Kochen, Einkaufen, Arbeit oder Freizeit. Dabei helfen Tempoanpassung, Handlungsplanung, Pausen und Priorisierung.

Kardiale Rehabilitation und Belastungsgrenzen: Sicherheitsgrenzen?

Neue oder zunehmende Brustschmerzen, Ruhe-Dyspnoe, Kollapsneigung, rasch zunehmende Ödeme oder deutliche Rhythmusbeschwerden erfordern medizinische Abklärung. Ergotherapie verändert keine Herzmedikation und bewertet keine Befunde außerhalb des eigenen Aufgabenbereichs.

Blut-, Lymphsystem und Gerinnung

Anämien?

Anämien vermindern die Sauerstofftransportkapazität des Blutes. Müdigkeit, Blässe, Belastungsintoleranz, Herzklopfen, Schwindel und Konzentrationsabfall sind häufige Folgen. Für die Ergotherapie bedeutet das vor allem reduzierte Ausdauer und einen erhöhten Bedarf an dosierter Aktivität.

Erkrankungen des leukopoetischen und lymphatischen Systems?

Leukämien und Lymphome betreffen die Bildung oder Vermehrung bestimmter Blutzellen und Lymphstrukturen. Krankheitsbild und Therapie können Infektanfälligkeit, Schwäche, Schmerzen, Gewichtsverlust oder psychische Belastung mit sich bringen. Isolation, Nebenwirkungen und Klinikaufenthalte beeinflussen zusätzlich die Teilhabe.

Gerinnungsstörungen?

Gerinnungsstörungen können Blutungen begünstigen oder umgekehrt Thrombosen fördern, je nach Ursache und Behandlung. Unter Antikoagulation steigt die Bedeutung von Sturzprophylaxe, Hautschutz und sorgfältiger Beobachtung. Auffällige Hämatome, Nasenbluten oder unerklärliche Schwäche werden nicht bagatellisiert.

Blut-, Lymphsystem und Gerinnung: Ergotherapeutischer Fokus?

Ergotherapie passt Intensität, Verletzungsrisiko und Alltagsziele an den Gesamtzustand an. Belastbarkeit, Infektionsschutz, Blutungsrisiko, Fatigue und psychosoziale Situation müssen zusammen betrachtet werden. Auch kleine Betätigungen können therapeutisch sinnvoll sein, wenn sie sicher und bedeutsam bleiben.

Atemwege: Asthma, Bronchitis und COPD

Asthma bronchiale?

Asthma ist eine chronisch-entzündliche Erkrankung der Atemwege mit variabler Verengung. Husten, pfeifende Atmung, Engegefühl und anfallsartige Luftnot können auftreten. Auslöser können Allergene, Infekte, Belastung, kalte Luft oder unspezifische Reize sein.

Chronische Bronchitis und COPD?

Chronische Bronchitis bezeichnet anhaltenden Husten mit Auswurf; COPD umfasst eine dauerhafte Atemwegsverengung, oft zusammen mit Emphysem. Belastungsdyspnoe, reduzierte Ausdauer und Exazerbationen prägen den Alltag. Nicht jede Kurzatmigkeit bedeutet aber sofort einen akuten Notfall.

Bedeutung für die Ergotherapie?

Tätigkeiten werden so angepasst, dass Atmung und Bewegungsfluss zusammenpassen. Hilfreich sind Arbeit in Etappen, günstige Ausgangsstellungen, Pausen, Lippenbremse oder andere atemerleichternde Strategien nach Anleitung. Angst vor Atemnot darf ernst genommen werden, ohne Aktivität grundsätzlich zu vermeiden.

Atemwege: Asthma, Bronchitis und COPD: Warnzeichen?

Zunehmende Atemnot in Ruhe, Zyanose, Einziehungen, Sprechdyspnoe oder fehlende Besserung auf übliche Maßnahmen erfordern ärztliche Einschätzung. Ergotherapie vermittelt keine Notfallmedikation neu, sondern achtet auf sichere Anwendung und rechtzeitige Hilfe.

Pneumonie, Embolie und pleurale Erkrankungen

Pneumonie?

Pneumonie ist eine Entzündung des Lungengewebes und geht häufig mit Fieber, Husten, reduziertem Allgemeinzustand und Atemnot einher. Im höheren Alter können Verwirrtheit, Schwäche oder Appetitlosigkeit im Vordergrund stehen. Rekonvaleszenz und Belastungsaufbau brauchen oft mehr Zeit als erwartet.

Lungenembolie und Lungenödem?

Eine Lungenembolie kann plötzlich Luftnot, Thoraxschmerz, Tachykardie oder Kollapsneigung verursachen und ist ein Notfall. Beim Lungenödem behindert Flüssigkeit in der Lunge den Gasaustausch; Atemnot und Orthopnoe stehen im Vordergrund. Beide Zustände überschreiten klar den Rahmen regulärer ergotherapeutischer Belastung.

Pleurale Erkrankungen?

Pleuritis oder andere pleurale Prozesse können atemabhängige Schmerzen und Schonatmung verursachen. Dadurch werden Bewegung, Husten und Alltagsaktivität zusätzlich erschwert. Schonhaltungen und reduzierter Aktivitätsradius können auch nach der Akutphase fortbestehen.

Pneumonie, Embolie und pleurale Erkrankungen: Ergotherapeutische Einordnung?

Ergotherapie unterstützt frühe, sichere Mobilisation im Rahmen der Freigaben sowie den Übergang zurück in Alltagshandlungen. Wichtig sind Dosierung, Positionierung, Pausen und Beobachtung von Atemfrequenz, Erschöpfung und Schwindel. Akute Verschlechterungen werden sofort weitergegeben.

Infektionskrankheiten und Tuberkulose

Allgemeine Bedeutung?

Infektionskrankheiten können Organfunktionen, Allgemeinzustand und Belastbarkeit vorübergehend oder langfristig beeinträchtigen. Für die Ergotherapie sind Ansteckungsrisiko, Isolationsmaßnahmen, Erschöpfung und der schrittweise Wiedereinstieg in Alltagsaktivitäten relevant. Hygiene und Schutzmaßnahmen bleiben verbindlich.

Tuberkulose?

Tuberkulose ist eine bakterielle Infektionskrankheit, die häufig die Lunge betrifft, aber auch andere Organe befallen kann. Husten, Nachtschweiß, Gewichtsverlust, subfebrile Temperaturen oder allgemeine Schwäche sind mögliche Hinweise. Nicht jeder Husten ist Tuberkulose, aber das Krankheitsbild darf bei passenden Konstellationen nicht übersehen werden.

Langzeitfolgen und soziale Aspekte?

Längere Therapie, Isolation, Stigmatisierung und Leistungseinbruch können Teilhabe stark beeinflussen. Gerade im höheren Alter oder bei Multimorbidität wirken Infektionen oft als Wendepunkt für Funktionseinbußen. Rehabilitative Unterstützung muss medizinische Freigaben respektieren.

Ergotherapeutischer Umgang?

Therapieziele richten sich auf Selbstversorgung, Tagesstruktur, körperliche Schonung in der Akutphase und späteren Belastungsaufbau. Standardisierte Routinen müssen an Infektionsstatus, Energielevel und hygienische Vorgaben angepasst werden. Bei Verdacht auf Ansteckungsgefahr steht Schutz vor Aktivierung.

Verdauungstrakt, Leber, Galle und Pankreas

Verdauungstrakt?

Erkrankungen von Ösophagus, Magen, Dünn- und Dickdarm können Schmerzen, Sodbrennen, Übelkeit, Durchfall, Obstipation, Gewichtsverlust oder Mangelernährung auslösen. Dadurch werden Essverhalten, Tagesrhythmus, Körperbild und Aktivität beeinflusst. Chronische Beschwerden binden oft viel Aufmerksamkeit.

Leber, Galle und Pankreas?

Bei Hepatitis, Leberzirrhose oder Pankreaserkrankungen stehen je nach Verlauf Fatigue, Juckreiz, Ikterus, Schmerzen oder Verdauungsstörungen im Vordergrund. Gallenwegserkrankungen können kolikartige Schmerzen verursachen. Diese Organerkrankungen können den gesamten Energiehaushalt und die Belastbarkeit verändern.

Alltagsrelevanz?

Ernährung, Toilettenmanagement, Medikamenteneinnahme, Ruhephasen und sozialer Rückzug spielen häufig eine große Rolle. Manche Betroffene vermeiden aus Angst vor Beschwerden Essen außer Haus oder längere Aktivitäten. Ergotherapie kann hier entlastende Routinen und Handlungsstrategien mitentwickeln.

Sicherheitsaspekte?

Starke Bauchschmerzen, Blut im Erbrochenen oder Stuhl, zunehmende Verwirrtheit, ausgeprägte Dehydratation oder akute Gelbsucht müssen ärztlich abgeklärt werden. Ergotherapie erkennt Grenzen der Belastung und vermeidet Druck auf schmerzhaftes oder instabiles Geschehen.

Nieren, Harnwege und Kontinenz

Harnwege und Nierenfunktion?

Entzündungen der Harnwege sind häufig und können Schmerzen, Harndrang, Nykturie oder Fieber verursachen. Niereninsuffizienz bedeutet eine eingeschränkte Ausscheidungs- und Regulationsfunktion der Nieren; Müdigkeit, Konzentrationsschwäche, Juckreiz, Übelkeit oder Leistungsknick können folgen. Bei älteren Menschen können Infekte auch Verwirrtheit oder Stürze begünstigen.

Kontinenz und Teilhabe?

Harn- oder Stuhlinkontinenz beeinflussen Selbstbild, Schlaf, Mobilität und soziale Sicherheit stark. Viele Betroffene schränken Aktivitäten vorsorglich ein oder meiden Wege ohne erreichbare Toilette. Kontinenzprobleme sind deshalb nie nur ein "Pflegeproblem", sondern auch ein Teilhabethema.

Ergotherapeutische Ansatzpunkte?

Therapie bezieht Toilettenwege, Kleidung, Transfers, Handhabung von Hilfsmitteln, Trinkorganisation nach Vorgabe und Zeitmanagement ein. Kleine Umweltanpassungen können die Selbstständigkeit deutlich erhöhen. Auch Scham, Geruchssorgen und Rückzug werden offen, aber respektvoll berücksichtigt.

Nieren, Harnwege und Kontinenz: Warnzeichen?

Flankenschmerz, Fieber, Harnverhalt, Blut im Urin, rasche Ödementwicklung oder deutliche Verschlechterung des Allgemeinzustands sind medizinisch abzuklären. Belastung wird bei eingeschränktem Allgemeinzustand reduziert und sorgfältig beobachtet.

Diabetes, Stoffwechsel und Gicht

Diabetes mellitus?

Diabetes mellitus ist eine Störung des Glukosestoffwechsels. Typ 1 entsteht durch einen absoluten Insulinmangel, Typ 2 häufiger auf dem Boden von Insulinresistenz und relativer Sekretionsstörung. Therapie umfasst je nach Form Ernährung, Bewegung, Schulung, Tabletten, Insulin und Selbstkontrolle.

Lebensführung und Warnzeichen?

Unterzuckerung kann sich durch Zittern, Schwitzen, Heißhunger, Unruhe oder Verwirrtheit zeigen; starke Überzuckerung eher durch Durst, Müdigkeit und reduzierte Belastbarkeit. Im Alltag verlangt Diabetes Planung, aber kein starres Perfektionsprogramm. Wichtig ist, dass Therapie und Betätigungen zusammenpassen.

Langzeitkomplikationen?

Polyneuropathie, Retinopathie, Angiopathie und der diabetische Fuß können Sensibilität, Sehen, Wundheilung und Sicherheit beeinträchtigen. Betroffene merken Druckstellen oder Verletzungen oft verspätet. Damit steigen die Anforderungen an Hautkontrolle, Schuhversorgung und alltagsbezogenen Selbstschutz.

Weitere Stoffwechselstörungen?

Störungen des Fettstoffwechsels erhöhen langfristig das kardiovaskuläre Risiko. Hyperurikämie und Gicht können akute, sehr schmerzhafte Gelenkentzündungen verursachen, klassisch am Großzehengrundgelenk. Ergotherapeutisch relevant sind Schmerz, Bewegungseinschränkung, Tagesform und die Unterstützung einer tragfähigen Lebensführung.

Endokrines System und Schilddrüse

Hormonelle Regulation?

Das endokrine System steuert Stoffwechsel, Wachstum, Temperaturhaushalt, Energieverfügbarkeit und viele vegetative Funktionen. Erkrankungen der Hypophyse oder anderer hormonbildender Organe können deshalb sehr unterschiedliche Symptome auslösen. Die Verbindung zwischen Organerkrankung und Verhalten ist oft nicht auf den ersten Blick erkennbar.

Schilddrüsenerkrankungen?

Bei Hyperthyreose können Nervosität, Tremor, Herzrasen, Wärmeintoleranz und Gewichtsverlust auftreten. Hypothyreose führt eher zu Müdigkeit, Verlangsamung, Kälteempfindlichkeit, Antriebsminderung und Konzentrationsproblemen. Beide Zustände beeinflussen Leistungsfähigkeit und Selbstwahrnehmung.

Relevanz für den Alltag?

Hormonelle Störungen verändern nicht nur Messwerte, sondern häufig Tempo, Ausdauer, Motivation, Schlaf und Feinabstimmung von Tätigkeiten. Manche Betroffene wirken überaktiv, andere stark verlangsamt oder erschöpft. Ergotherapeutische Befunde müssen diese Unterschiede berücksichtigen.

Therapeutische Haltung?

Ergotherapie behandelt nicht die Hormonstörung selbst, sondern unterstützt den Umgang mit ihren Folgen im Alltag. Beobachtete Veränderungen werden ernst genommen und bei Bedarf an ärztliche Stellen rückgemeldet. Realistische Dosierung ist oft wirksamer als motivierender Druck.

Alter, Frailty, Multimorbidität und geriatrische Patienten

Veränderungen im Alter?

Altern ist kein Krankheitsbild, bringt aber häufig Veränderungen von Muskelmasse, Reaktionsgeschwindigkeit, Gleichgewicht, Sinnesleistung, Schlaf und Belastbarkeit mit sich. Gleichzeitig bleiben Lernfähigkeit, Motivation und individuelle Unterschiede groß. Kalenderalter allein sagt wenig über Alltagskompetenz aus.

Frailty und Multimorbidität?

Frailty bezeichnet eine erhöhte Vulnerabilität mit geringer Reserve auf Belastungen. Multimorbidität meint das gleichzeitige Vorliegen mehrerer Erkrankungen, oft zusammen mit Polypharmazie. Schon kleine Ereignisse wie Infekte, Dehydratation oder Umgebungswechsel können dadurch deutliche Funktionsverluste auslösen.

Geriatrische Patienten?

Geriatrische Patienten sind nicht nur alt, sondern in ihrer Selbstständigkeit oder Rehabilitationsfähigkeit besonders gefährdet. Typisch sind komplexe Gemengelagen aus Mobilitätsproblemen, Stürzen, Kontinenzstörungen, Kognition, Stimmung, Schmerzen und sozialer Situation. Reaktionsweisen können langsamer, weniger vorhersagbar und stärker tagesformabhängig sein.

Ergotherapeutische Prioritäten?

Zentrale Ziele sind Sicherheit, Selbstversorgung, Wohnumfeld, Alltagstechniken, Tagesstruktur und bedeutsame Rollen. Therapie priorisiert, vereinfacht und stärkt Ressourcen statt jedes Defizit isoliert zu trainieren. Ein erfülltes Alter entsteht nicht nur durch Krankheitskontrolle, sondern auch durch Teilhabe, Autonomie und soziale Einbindung.

Die Fragen und Antworten wurden aus den redaktionellen Lerntexten dieses Kapitels abgeleitet. Jede Antwort gehört ausschließlich zu der unmittelbar darüberstehenden Frage.

Hinweise des Lehrplans
  • Überblick
  • Überblick vgl. Lehrplan Biologie, Anatomie und Physiologie
  • vgl. LPE 10 und Lehrplan Allgemeine Krankheitslehre
  • Erläuterung von Rehabilitationsmaßnahmen an einem ausgewählten Krankheitsbild
  • Fallbeispiele
  • Überblick vgl. Lehrplan Biologie, Anatomie und Physiologie
  • vgl. Lehrplan Biologie, Anatomie und Physiologie
  • vgl. Lehrplan Grundlagen der Gesundheitslehre und Hygiene
  • vgl. Lehrplan Biologie, Anatomie und Physiologie
  • vgl. Lehrplan Biologie, Anatomie und Physiologie
  • vgl. Lehrplan Grundlagen der Gesundheitslehre und Hygiene
  • vgl. LPE 5
  • vgl. Lehrplan Biologie, Anatomie und Physiologie
  • Bedeutung für geriatrische Patienten
  • vgl. Lehrplan Biologie, Anatomie und Physiologie
  • vgl. Lehrplan Biologie, Anatomie und Physiologie
  • vgl. LPE 10
  • vgl. LPE 10
  • vgl. Lehrplan Medizinsoziologie und Gerontologie
  • vgl. Lehrplan Medizinsoziologie und Gerontologie
  • vgl. Lehrplan Medizinsoziologie und Gerontologie
  • vgl. Lehrplan Medizinsoziologie und Gerontologie
  • Überblick periphere Durchblutungsstörungen, Arthrosen, Osteoporose, Harn- und Stuhlinkontinenz vgl. LPE 1 und 8

Quelle: Sächsisches Staatsministerium für Kultus: Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin, freigegeben ab 1. August 2020, S. 48.

04 Chirurgie/Traumatologie 40 Ustd. 106 Unterfragen
Lehrplananforderung

Die Schülerinnen und Schüler erwerben einen Überblick über die traumatischen Schädigungen der unterschiedlichen Gewebe sowie über Erkrankungen an Schultergürtel, Schulter und der oberen Extremität. Sie können deren Folgen beschreiben und Konsequenzen für die ergotherapeutische Behandlung ableiten.

Quelle: Sächsisches Staatsministerium für Kultus: Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin, freigegeben ab 1. August 2020, S. 51.

Fragen & Antworten106

Kapitelkern

Chirurgie/Traumatologie?

Chirurgie und Traumatologie behandeln Verletzungen und operative Krankheitsbilder. Für die Nachbehandlung sind Gewebeheilung, Belastungsaufbau, Schmerz, Schwellung, Beweglichkeit, Stabilität und Komplikationen entscheidend.

Chirurgie, Traumatologie und ICF

Chirurgie, Traumatologie und ICF: Gegenstand?

Chirurgie behandelt Erkrankungen und Verletzungen, bei denen operative Verfahren eine wesentliche Rolle spielen können. Traumatologie leitet sich von griechisch trauma, „Wunde, Verletzung“, und logos, „Lehre“, ab. Sie beschreibt Entstehung, Diagnostik, Versorgung und Folgen von Verletzungen. Ergotherapie setzt nach der medizinischen Stabilisierung an und verbindet Heilungsbedingungen mit konkreter Handlungsfähigkeit.

ICF-Perspektive?

Eine Diagnose beschreibt nicht automatisch den Alltag. Die ICF ordnet Körperfunktionen und -strukturen, Aktivitäten, Teilhabe sowie Umwelt- und personenbezogene Faktoren. Nach einer Fraktur können beispielsweise Beweglichkeit und Kraft verändert sein, zugleich aber auch Ankleiden, Schreiben, Haushaltsführung, Beruf oder Rollen in der Familie. Förderfaktoren und Barrieren werden ausdrücklich mitbetrachtet.

Interdisziplinäre Verantwortung?

Operationsbericht, ärztliche Belastungsfreigabe und Nachbehandlungsschema bestimmen den sicheren Rahmen. Pflege, Physio- und Ergotherapie, Orthopädietechnik, Psychologie und Sozialdienst bearbeiten unterschiedliche Teile der Rehabilitation. Ergotherapeutinnen beobachten Betätigung, schützen gefährdete Strukturen, trainieren Funktionen in Handlung und unterstützen Hilfsmittel, Schienen, Selbstmanagement und Rückkehr in Alltag oder Arbeit.

Klinisches Denken?

Die Behandlung folgt keiner starren Diagnose-Schablone. Verletzungsmechanismus, Gewebe, Stabilität, Heilungsphase, Schmerz, Ödem, Sensibilität, Begleitverletzungen und persönliche Ziele ergeben gemeinsam die Arbeitshypothese. Warnzeichen werden erkannt und medizinisch rückgemeldet; Therapie ersetzt keine chirurgische Kontrolle.

Chirurgie, Traumatologie und ICF: Ergotherapeutischer Prüfpunkt?

Welche Aktivität ist eingeschränkt, welche Struktur muss geschützt werden und welche Belastung ist aktuell ausdrücklich freigegeben?

Wunden und mechanische Wundarten

Wundbegriff?

Eine Wunde ist die Trennung oder Schädigung von Gewebe durch äußere oder innere Einwirkung. Sie kann Haut, Unterhaut, Muskeln, Sehnen, Gefäße, Nerven, Knochen oder Organe betreffen. Offene Wunden unterbrechen die Schutzbarriere; geschlossene Verletzungen können trotz intakter Haut erhebliche tiefe Schäden aufweisen.

Mechanische Wundarten?

Schürfwunden betreffen vor allem oberflächliche Hautschichten. Schnittwunden besitzen meist glatte Ränder, können aber stark bluten. Stichwunden wirken äußerlich klein, reichen möglicherweise tief und bergen eine hohe Infektionsgefahr. Riss-, Quetsch- und Platzwunden entstehen durch stumpfe oder zerreißende Gewalt und zeigen unregelmäßige, schlecht durchblutete Wundränder.

Besondere Verletzungen?

Biss- und Kratzwunden sind wegen der Keimübertragung kritisch. Ablederungen, Pfählungen und Schussverletzungen können großflächige oder tiefe Gewebeschäden verursachen. Fremdkörper werden außerhalb der medizinischen Versorgung nicht eigenmächtig entfernt. Bei traumatischer Amputation stehen Blutungskontrolle, Schockbeachtung, sichere Verwahrung des Amputats und schnelle chirurgische Versorgung im Vordergrund.

Therapeutische Bedeutung?

Für die Ergotherapie sind Lokalisation, Tiefe, Wundverschluss, Infektionslage, Sensibilität, Bewegungsfreigabe und Belastbarkeit entscheidend. Offene Wunden, zunehmende Rötung, Überwärmung, Sekretion, Geruch, Fieber oder starke Schmerzveränderung erfordern Rücksprache. Handlungen werden so angepasst, dass Wunde und Verband nicht gefährdet werden.

Wunden und mechanische Wundarten: Ergotherapeutischer Prüfpunkt?

Beschreibe eine Wunde nach Mechanismus, Gewebe, Lokalisation, Kontamination und funktioneller Folge, statt nur ihren Namen zu nennen.

Wundheilungsphasen

Entzündungs- und Exsudationsphase?

Unmittelbar nach der Verletzung begrenzen Gefäßreaktion und Gerinnung den Blutverlust. Entzündungszellen entfernen Keime und geschädigtes Material. Rötung, Wärme, Schwellung und Schmerz können physiologische Bestandteile sein, müssen aber von einer fortschreitenden Infektion unterschieden werden. Das Gewebe besitzt in dieser Phase nur geringe mechanische Stabilität.

Proliferation und Granulation?

Fibroblasten bilden zunächst vor allem Kollagen Typ III; Kapillaren sprossen ein und Granulationsgewebe füllt den Defekt. Vom Wundrand aus schreitet die Epithelisierung voran. Mechanische Reize beeinflussen die Faserausrichtung, dürfen das junge Gewebe aber nicht überfordern. Dosierung orientiert sich am Befund und nicht nur am Kalendertag.

Reparation und Remodelling?

Im Verlauf wird Reparaturkollagen zunehmend durch belastbareres Kollagen Typ I ersetzt. Fasern richten sich entsprechend wiederkehrender Zuglinien aus. Die Narbe wird blasser, flacher und belastbarer, erreicht jedoch meist nicht die ursprüngliche Gewebequalität. Umbauprozesse können viele Monate dauern.

Konsequenz für Belastung?

Therapie steigert Belastung schrittweise: zunächst Schutz, Ödemkontrolle und erlaubte Bewegung, später aktive Funktion, Gewebemobilität, Kraft und Ausdauer. Schmerz, Rötung, Schwellung und Funktion am Folgetag zeigen, ob die Dosis angemessen war. Medizinische Freigaben und besondere Gewebe wie Sehnen, Nerven oder Transplantate haben Vorrang.

Wundheilungsphasen: Ergotherapeutischer Prüfpunkt?

Ordne eine Intervention einer Heilungsphase zu und begründe, welcher Reiz erwünscht und welcher Schaden zu vermeiden ist.

Primärheilung und Sekundärheilung

Primäre Wundheilung?

Bei glatten, gut durchbluteten und adaptierten Wundrändern ist der Defekt klein. Naht, Klammern, Kleber oder Pflaster können die Ränder zusammenführen. Die Heilung verläuft vergleichsweise rasch und mit geringer Granulations- und Narbenbildung, sofern keine Infektion, Durchblutungsstörung oder Spannung hinzukommt.

Sekundäre Wundheilung?

Bei größeren Gewebedefekten, kontaminierten Wunden oder nicht adaptierbaren Rändern heilt die Wunde vom Grund und Rand her. Granulationsgewebe muss den Defekt auffüllen, bevor Epithel ihn bedeckt. Der Prozess dauert länger, benötigt sorgfältige Wundversorgung und führt häufiger zu ausgeprägter Narbe, Adhäsion oder Kontraktur.

Verzögerter Primärverschluss?

Kontaminierte oder kritisch erscheinende Wunden können zunächst offen behandelt und nach ausreichender Reinigung sowie Befundkontrolle verschlossen werden. Diese Entscheidung liegt im medizinischen Verantwortungsbereich. Für die Therapie bedeutet sie, dass Verlauf und Belastbarkeit nicht aus dem äußeren Erscheinungsbild allein abgeleitet werden dürfen.

Primärheilung und Sekundärheilung: Funktionelle Folgen?

Sekundär heilende Wunden über Gelenken oder an der Hand gefährden Beweglichkeit besonders. Schonhaltung, Ödem und Narbenzug können zusätzlich einschränken. Frühzeitig erlaubte, dosierte Bewegung, günstige Lagerung, Schienen und später Narbenmanagement sollen Funktion erhalten, ohne den Wundverschluss zu gefährden.

Primärheilung und Sekundärheilung: Ergotherapeutischer Prüfpunkt?

Welche Heilungsform liegt vor, und welche Konsequenz ergibt sich für Zeitbedarf, Narbenrisiko und Bewegungsdosierung?

Wundversorgung und Einflussfaktoren

Prinzipien der Versorgung?

Chirurgische Wundversorgung umfasst Befund, Blutstillung, Reinigung, Entfernung avitalen Gewebes, gegebenenfalls Fremdkörperentfernung, spannungsarmen Verschluss und geeignete Abdeckung. Débridement bedeutet das Entfernen abgestorbenen oder infizierten Gewebes. Bei größeren Defekten kommen Transplantate, Lappenplastiken oder Unterdruckverfahren infrage.

Lokale Einflussfaktoren?

Durchblutung, Sauerstoffversorgung, Feuchtigkeit, Keimlast, Nekrosen, Fremdkörper, Hämatom, Ödem, Zug und Druck beeinflussen die Heilung. Zu trockene Wundflächen und dauerhafte Mazeration können gleichermaßen ungünstig sein. Verbände und Wundauflagen werden nach medizinischem Konzept gehandhabt, nicht routinemäßig durch Therapie verändert.

Systemische Einflussfaktoren?

Alter, Ernährung, Flüssigkeitshaushalt, Diabetes, Gefäßerkrankungen, Immunsuppression, Anämie, Nikotin, Alkohol und bestimmte Medikamente verändern Heilung. Psychische Belastung, Schlaf und Fähigkeit zum Selbstmanagement wirken indirekt über Verhalten, Aktivität und Versorgungskontinuität.

Wundversorgung und Einflussfaktoren: Ergotherapeutische Aufgaben?

Therapie unterstützt alltagstaugliche Verband- und Gelenkschonung, sichere Körperpflege, Ankleiden, Lagerung, Einhandstrategien, Hilfsmittel und Bewegungsprogramme. Sie beobachtet Adhärenz und Barrieren, ohne Wundbehandlungskompetenzen zu überschreiten. Edukation wird konkret: Was darf bewegt, belastet, gereinigt oder abgedeckt werden?

Wundversorgung und Einflussfaktoren: Ergotherapeutischer Prüfpunkt?

Nenne drei lokale und drei systemische Einflussfaktoren und leite für einen davon eine konkrete Alltagsanpassung ab.

Wundheilungsstörungen und Warnzeichen

Störungsformen?

Wundheilung kann durch Infektion, Durchblutungsmangel, Nekrose, Hämatom, Serom, Nahtdehiszenz, Fremdkörper oder übermäßige mechanische Belastung verzögert werden. Chronische Wunden besitzen andere Ursachen und benötigen ein interprofessionelles Gesamtkonzept.

Infektionszeichen?

Zunehmende Rötung, Überwärmung, Schwellung, pochender Schmerz, eitriges Sekret, unangenehmer Geruch, Fieber oder Allgemeinzustandsverschlechterung sind abklärungsbedürftig. An der Hand können sich Infektionen entlang von Sehnenscheiden oder Faszienräumen ausbreiten. Eine Phlegmone ist eine diffuse eitrige Entzündung des Bindegewebes.

Blutung und Kreislauf?

Frische oder erneut einsetzende Blutung, rasch wachsendes Hämatom, Blässe, Schwindel oder Kreislaufzeichen werden nicht „wegtrainiert“. Druck durch Verband oder Schwellung kann Gefäße und Nerven gefährden. Farbe, Temperatur, Kapillarfüllung, Sensibilität und aktive Beweglichkeit geben Hinweise auf die periphere Situation.

Therapeutisches Vorgehen?

Bei Warnzeichen wird die Aktivität beendet, die betroffene Region geschützt und medizinische Rücksprache organisiert. Dokumentiert werden Zeitpunkt, beobachtete Veränderung und Reaktion. Eigenmächtiges Entfernen von Nahtmaterial, Wundauflagen oder tiefen Fremdkörpern ist ausgeschlossen.

Wundheilungsstörungen und Warnzeichen: Ergotherapeutischer Prüfpunkt?

Formuliere eine sachliche Rückmeldung: Beobachtung, Veränderung zum Vorbefund, funktionelle Auswirkung und bereits getroffene Schutzmaßnahme.

Narbenarten und Narbenreifung

Physiologische Narbe?

Eine regelrecht reifende Narbe ist anfangs häufig gerötet, empfindlich und leicht erhaben. Im Verlauf wird sie flacher, blasser und gleitfähiger. Die Beurteilung berücksichtigt Alter, Farbe, Dicke, Oberfläche, Verschieblichkeit, Sensibilität, Schmerz und Auswirkung auf Bewegung oder Betätigung.

Hypertroph und Keloid?

Hypertrophe Narben wachsen wulstig innerhalb der ursprünglichen Wundgrenzen und können sich teilweise zurückbilden. Keloide überschreiten die Wundgrenzen und zeigen oft Juckreiz, Brennen oder Schmerz. Beide entstehen durch überschießende Bindegewebsbildung, unterscheiden sich aber in Verlauf und therapeutischer Reaktion.

Sklerotisch, atroph und adhärent?

Sklerotische Narben sind hart, wenig elastisch und können schrumpfen. Atrophe Narben liegen eingesunken, weil Gewebe fehlt. Adhäsionen verbinden Narbe mit tieferen Strukturen und begrenzen Gleitfähigkeit. Über Gelenken oder Sehnen können daraus Kontrakturen und deutliche Funktionsverluste entstehen.

Befund statt Etikett?

Narbenart allein bestimmt keine Behandlung. Entscheidend sind Heilungsstatus, Durchblutung, Belastbarkeit, Lage, Symptome, funktionelle Einschränkung und Ziel der betroffenen Person. Eine gerötete, instabile oder offene Narbe wird anders behandelt als eine reife, sklerotische und tief verklebte Narbe.

Narbenarten und Narbenreifung: Ergotherapeutischer Prüfpunkt?

Beschreibe die Narbe mit prüfbaren Merkmalen und nenne die konkrete Aktivität, die dadurch beeinträchtigt wird.

Narbenmanagement in der Ergotherapie

Ziele?

Narbenmanagement soll Beweglichkeit, Gewebegleiten, Sensibilität, Belastbarkeit, Erscheinungsbild und Akzeptanz verbessern. Es beginnt mit einem Befund und einer Priorität: Funktion, Schmerz, Juckreiz, Schutz, kosmetisches Anliegen oder Kombination. Die Narbe wird nicht isoliert vom Gelenk, der Betätigung und dem Körperbild behandelt.

Narbenmanagement in der Ergotherapie: Maßnahmen?

Je nach Reifestadium kommen Lagerung, aktive Bewegung, dosierte manuelle Mobilisation, Desensibilisierung, Kompression, Silikon, Schienen, Hautpflege und Eigenübungen infrage. Nach Verbrennung können Kompressionskleidung und langdauernde Kontrakturprophylaxe notwendig sein. Technik und Dosis richten sich nach Reaktion und medizinischem Plan.

Dosierung und Kontrolle?

Ein Reiz darf vorübergehend spürbar sein, soll aber keine anhaltende deutliche Rötung, neue Schwellung, Wundöffnung oder Funktionsverschlechterung erzeugen. Kontrolliert werden Haut, Durchblutung, Sensibilität und Wirkung am Folgetag. Bei hypersensibler Narbe wird zuerst verträgliche Berührung aufgebaut.

Transfer?

Eigenbehandlung wird in kurze, verständliche Schritte übersetzt und mit einer Alltagshandlung verknüpft. Kompression oder Schiene müssen praktisch an- und ausziehbar sein. Therapie prüft nicht nur Bewegungsmaß, sondern beispielsweise Faustschluss, Pinzettengriff, Waschen, Kochen, Schreiben oder berufliche Anforderungen.

Narbenmanagement in der Ergotherapie: Ergotherapeutischer Prüfpunkt?

Welche Maßnahme passt zur Heilungsphase, welches Ziel verfolgt sie und woran wird Überdosierung erkannt?

Verbrennung: Tiefe, Ausdehnung und Verbrennungskrankheit

Tiefe der Schädigung?

Verbrennungen werden nach Tiefe beurteilt. Oberflächliche Schädigungen zeigen Rötung und Schmerz; bei tieferen zweitgradigen Verletzungen sind Dermisanteile stärker betroffen. Drittgradige Verbrennungen zerstören Epidermis und Dermis vollständig und können wegen zerstörter Nervenendigungen wenig schmerzhaft sein. Viertgradige Schäden reichen in Unterhaut, Muskel, Sehne oder Knochen.

Ausdehnung und Lokalisation?

Die betroffene Körperoberfläche kann mit Neunerregel oder Handflächenregel abgeschätzt werden. Kleine Flächen an Hand, Gesicht, Hals, Füßen, großen Gelenken oder Genitalregion können funktionell hoch bedeutsam sein. Tiefe, Fläche, Alter, Inhalationstrauma und Begleiterkrankungen bestimmen die Schwere.

Verbrennungskrankheit?

Großflächige Verbrennungen führen zu gesteigerter Gefäßdurchlässigkeit, Flüssigkeitsverlust, Ödem, Kreislaufstörung und systemischer Entzündungsreaktion. Daraus können Verbrennungsschock, Organstörungen und hohe Infektionsgefährdung entstehen. Akutversorgung und Flüssigkeitstherapie gehören in spezialisierte medizinische Behandlung.

Verbrennung: Tiefe, Ausdehnung und Verbrennungskrankheit: Ergotherapeutische Einordnung?

Frühe ergotherapeutische Aufgaben bestehen in Schutzstellung, Ödemmanagement, erlaubter Bewegung, Schienenversorgung und Vermeidung ungünstiger Schonmuster. Später folgen Narbenmanagement, Handfunktion, ADL, Belastungsaufbau, Körperbild und beruflich-soziale Reintegration.

Verbrennung: Tiefe, Ausdehnung und Verbrennungskrankheit: Ergotherapeutischer Prüfpunkt?

Erkläre, weshalb eine kleine tiefe Handverbrennung funktionell schwerwiegender sein kann als eine größere oberflächliche Rumpfverbrennung.

Rehabilitation der verbrannten Hand

Bedeutung der Hand?

Die Hand verbindet Grob- und Feinmotorik, Sensibilität, Kommunikation und sichtbares Körperbild. Verbrennungen können Gelenke, Sehnen, Nerven und Haut gleichzeitig betreffen. Einschränkungen wirken auf Selbstversorgung, Arbeit, Freizeit, Gestik und soziale Sicherheit.

Frühphase?

Nach medizinischer Wundversorgung werden Ödem und schmerzhafte Schonhaltung begrenzt. Gelenke werden entsprechend der Freigabe aktiv oder assistiv bewegt, und die Hand wird kontrakturvorbeugend gelagert. Schienen schützen Transplantate oder halten funktionell günstige Positionen; zu früher Druck oder Scherung gefährdet die Deckung.

Narben- und Funktionsphase?

Mit Wundschluss gewinnen Kompression, Silikon, Narbenmobilität, Sensibilität und Bewegungsumfang an Bedeutung. Training verbindet Faustschluss, Opposition, Griffkraft, Geschicklichkeit und Ausdauer mit bedeutsamen Tätigkeiten. Anpassungen und Hilfsmittel ermöglichen frühe Selbstständigkeit, ohne die betroffene Hand dauerhaft auszuschließen.

Langfristige Rehabilitation?

Narben reifen lange und können während Wachstum oder Belastungssteigerung erneut Probleme zeigen. Körperbild, Schmerz, Juckreiz, Schlaf und Angst vor Blicken werden angesprochen. Berufliche Wiedereingliederung benötigt Arbeitsplatzanalyse, Hautschutz, Pausen, Belastungserprobung und gegebenenfalls stufenweise Rückkehr.

Rehabilitation der verbrannten Hand: Ergotherapeutischer Prüfpunkt?

Formuliere ein Ziel auf Aktivitätsebene und ordne dazu Schutz, Funktionstraining und Selbstmanagement als abgestimmte Maßnahmen zu.

Frakturmechanismen, Frakturformen und Frakturzeichen

Mechanismen?

Direkte Gewalt bricht den Knochen am Einwirkungsort. Indirekte Gewalt überträgt Biegung, Drehung, Zug, Abscherung oder Stauchung und erzeugt typische Muster. Ermüdungsfrakturen entstehen durch wiederholte Belastung; pathologische Frakturen bei vorgeschädigtem Knochen. Im Kindesalter kann eine unvollständige Grünholzfraktur auftreten.

Formen und Dislokation?

Frakturlinien können quer, schräg, spiralig, längs, Y-förmig, als Stück-, Splitter- oder Trümmerfraktur verlaufen. Fragmente können sich in Länge, Breite, Achse oder Rotation verschieben. Gelenkbeteiligung, Offenheit, Weichteilschaden und Gefäß-Nerven-Verletzung bestimmen die Dringlichkeit und Prognose wesentlich.

Frakturzeichen?

Sichere Zeichen sind sichtbare Fehlstellung, abnorme Beweglichkeit, Krepitation und sichtbare Knochenfragmente. Schmerz, Schwellung, Hämatom, Funktionsverlust und Schonhaltung sind unsicher, können aber den Verdacht begründen. Die betroffene Region wird nicht wiederholt provoziert.

Erste therapeutische Konsequenz?

Vor Belastungsfreigabe gelten Schutz und medizinisches Schema. Durchblutung, Motorik und Sensibilität distal der Verletzung werden beobachtet. Neue Taubheit, Blässe, Kälte, zunehmender Schmerz oder starke Schwellung nach Gips oder Schiene sind Warnzeichen.

Frakturmechanismen, Frakturformen und Frakturzeichen: Ergotherapeutischer Prüfpunkt?

Leite aus Mechanismus, Frakturform und Stabilität ab, weshalb zwei gleich lokalisierte Frakturen unterschiedlich nachbehandelt werden können.

Direkte und indirekte Frakturheilung

Direkte Knochenheilung?

Bei absoluter Stabilität und sehr engem Frakturspalt kann Knochen ohne sichtbaren Kallus direkt überbrücken. Osteoklasten und Osteoblasten bauen den Bereich in kleinen Einheiten um. Plattenosteosynthesen können Bedingungen für diese Kontaktheilung schaffen, sofern Reposition und Stabilität ausreichend sind.

Indirekte Knochenheilung?

Bei relativer Stabilität entsteht zunächst ein Frakturhämatom. Entzündung organisiert den Bereich, weicher Kallus verbindet die Fragmente, anschließend mineralisiert er. In der Remodellingphase passt sich der Knochen über Monate bis Jahre an mechanische Belastung an.

Mechanische Umwelt?

Zu viel Bewegung verhindert knöcherne Überbrückung; vollständige Belastungsfreiheit kann ebenfalls ungünstig sein. Die richtige mechanische Dosis hängt von Fraktur, Fixation und Phase ab. Ärztliche Angaben wie übungsstabil, teilbelastbar oder vollbelastbar sind präzise zu beachten.

Direkte und indirekte Frakturheilung: Ergotherapeutische Bedeutung?

Training schützt die Fraktur und verhindert zugleich unnötige Folgen der Immobilisation: Ödem, Gelenksteife, Kraftverlust, Sensibilitätsprobleme und Vermeidungsverhalten. Angrenzende Gelenke, die nicht immobilisiert werden müssen, werden funktionell einbezogen. Röntgenbefund und klinischer Verlauf bestimmen die Steigerung.

Direkte und indirekte Frakturheilung: Ergotherapeutischer Prüfpunkt?

Unterscheide direkte und indirekte Heilung nach Stabilität, Kallusbildung und therapeutischer Konsequenz.

Frakturbehandlung und Nachbehandlung

Drei Grundprinzipien?

Frakturbehandlung lässt sich als Reposition, Retention und Rehabilitation ordnen: Fragmente werden in günstige Stellung gebracht, dort stabil gehalten und anschließend funktionell nachbehandelt. Konservativ kommen Schiene, Gips oder funktionelle Verbände infrage; operativ unterschiedliche Osteosynthesen.

Osteosyntheseverfahren?

Drähte, Schrauben, Platten, Zuggurtung, Marknägel oder externe Fixateure erzeugen unterschiedliche Stabilität. Ein Implantat bedeutet nicht automatisch sofortige Vollbelastbarkeit. Gewebe, Zugangsweg, Begleitverletzungen und Knochenqualität begrenzen die Nachbehandlung.

Nachbehandlungsschema lesen?

Empfehlungen ordnen Phasen, erlaubte Bewegungsrichtungen, Belastung, Hilfsmittel und Kontrollen. Sie sind Orientierung und werden durch den Operateur individualisiert. Begriffe wie passiv, assistiv, aktiv, gegen Schwerkraft, widerständig oder teilbelastet müssen eindeutig verstanden und dokumentiert werden.

Ergotherapeutische Umsetzung?

Ödemmanagement, Gelenkbeweglichkeit, Narben- und Sensibilitätstherapie, Schienen, Greifen, ADL und Belastungsaufbau werden phasengerecht kombiniert. Eine Aktivität wird angepasst, nicht pauschal verboten. Die Reaktion in und nach der Einheit entscheidet über die weitere Dosierung.

Frakturbehandlung und Nachbehandlung: Ergotherapeutischer Prüfpunkt?

Übersetze eine ärztliche Freigabe in konkrete erlaubte und nicht erlaubte Tätigkeiten des Alltags.

Gelenk-, Muskel-, Sehnen- und Nervenverletzungen

Gelenkverletzungen?

Distorsion bedeutet Verstauchung durch Überschreiten des physiologischen Bewegungsumfangs. Bei Subluxation bleibt teilweiser Gelenkkontakt, bei Luxation sind Gelenkflächen vollständig getrennt. Kapsel, Bänder, Knorpel, Gefäße und Nerven können mitverletzt sein. Reposition gehört in medizinische Hände.

Muskel und Sehne?

Zerrung, Faserriss und vollständige Ruptur unterscheiden sich nach Ausmaß. Sehnenverletzungen benötigen je nach Zone und Versorgung spezifische Schutz- und Gleitprogramme. Zu wenig Bewegung begünstigt Adhäsion, zu viel Zug gefährdet die Naht. Schienen und exakt dosierte Übungen sind deshalb zentral.

Nervenverletzungen?

Neuropraxie beschreibt vorübergehende Leitungsstörung ohne axonale Durchtrennung. Bei Axonotmesis ist das Axon geschädigt, die Hüllstruktur teilweise erhalten; bei Neurotmesis ist der Nerv vollständig durchtrennt. Regeneration ist langsam und abhängig von Höhe, Versorgung und Zielmuskel.

Gelenk-, Muskel-, Sehnen- und Nervenverletzungen: Funktionelle Folgen?

Motorischer Ausfall, Sensibilitätsverlust, Schmerz, Fehlstellung und Schutzbedarf verändern Griff und Alltag. Therapie schützt insensible Haut, erhält passive Beweglichkeit, nutzt Ersatzstrategien und trainiert nach Reinnervation gezielt. Neue motorische Zeichen werden sorgfältig dokumentiert.

Gelenk-, Muskel-, Sehnen- und Nervenverletzungen: Ergotherapeutischer Prüfpunkt?

Welche Struktur ist verletzt, was muss geschützt werden und welche Funktion darf trotzdem aktiv bleiben?

Kompartmentsyndrom und Volkmann-Kontraktur

Kompartmentsyndrom und Volkmann-Kontraktur: Pathophysiologie?

Muskeln, Gefäße und Nerven liegen in wenig dehnbaren Faszienlogen. Blutung oder Ödem können den Gewebedruck so erhöhen, dass Kapillardurchblutung und Nervenleitung zusammenbrechen. Häufige Auslöser sind Frakturen, Quetschungen, Reperfusion oder zu enge Verbände.

Kompartmentsyndrom und Volkmann-Kontraktur: Warnzeichen?

Unverhältnismäßig starker und zunehmender Schmerz, besonders bei passiver Dehnung, pralle Schwellung, Sensibilitätsstörung und motorischer Ausfall sind hochgradig verdächtig. Fehlender Puls ist ein spätes Zeichen und darf nicht abgewartet werden. Ein akutes Kompartmentsyndrom ist ein chirurgischer Notfall.

Kompartmentsyndrom und Volkmann-Kontraktur: Behandlung?

Druckentlastung erfolgt operativ durch Fasziotomie. Verzögerung führt zu Muskelnekrose, Nervenschaden, Infektion und Funktionsverlust. Nach der Akutphase folgen Wundversorgung, Bewegungsaufbau, Narbenmanagement und gegebenenfalls Rekonstruktion.

Volkmann-Kontraktur?

Ischämische Schädigung der Unterarmbeuger kann zu dauerhafter Pronations- und Beugekontraktur mit Krallenstellung führen. Ergotherapie behandelt Funktion, Gewebelänge, Schienenbedarf und Alltag, kann die Ursache aber nicht durch Dehnung rückgängig machen. Prävention durch frühes Erkennen ist entscheidend.

Kompartmentsyndrom und Volkmann-Kontraktur: Ergotherapeutischer Prüfpunkt?

Warum darf ein plötzlich stark schmerzhafter, gespannter Unterarm nicht als normale postoperative Reaktion behandelt werden?

CRPS: komplexes regionales Schmerzsyndrom

CRPS: komplexes regionales Schmerzsyndrom: Krankheitsbild?

CRPS ist ein anhaltendes regionales Schmerzsyndrom, das in Ausmaß und Dauer nicht durch die ursprüngliche Verletzung allein erklärt wird. Es kann nach Fraktur, Operation oder Weichteilverletzung auftreten. Sensorische, vasomotorische, sudomotorisch-ödematöse und motorisch-trophische Veränderungen verbinden sich unterschiedlich.

Befund?

Typisch sind starke Schmerzen, Allodynie, Hyperalgesie, Ödem, Farb- und Temperaturunterschiede, verändertes Schwitzen, Bewegungsangst, Steifigkeit, Tremor oder trophische Veränderungen. Diagnose wird medizinisch nach klinischen Kriterien gestellt und erfordert Ausschluss anderer Ursachen.

Therapeutische Prinzipien?

Frühe verständliche Aufklärung, aktive Nutzung innerhalb verträglicher Grenzen und abgestufte Desensibilisierung verhindern weitere Vermeidung. Spiegeltherapie, laterales Erkennen, Vorstellung von Bewegung, funktionelles Training, Ödemmanagement und psychologische Schmerzbehandlung können kombiniert werden. Forcierte schmerzhafte Mobilisation ist ungünstig.

Betätigungsorientierung?

Das Fallbeispiel einer Klavierlehrerin zeigt, dass Schmerz nicht nur Bewegung, sondern Identität, Beruf, Bimanualität und Öffentlichkeit betrifft. Ziele werden von alltäglicher Berührung über Körperpflege und beidhändige Tätigkeiten bis zum dosierten Instrumentalspiel aufgebaut.

CRPS: komplexes regionales Schmerzsyndrom: Ergotherapeutischer Prüfpunkt?

Formuliere eine abgestufte Aktivität, die Nutzung fördert, ohne Schmerz und Bedrohungserleben unnötig zu eskalieren.

Schultergürtel- und Oberarmverletzungen

Schultergürtel?

Claviculafraktur, Akromioklavikulargelenk-Sprengung und Scapulafraktur verändern die Kopplung von Thorax, Scapula und Arm. Schmerzen, Stufenbildung und Schonhaltung sind häufig. Begleitverletzungen von Rippen, Pleura, Plexus brachialis oder Gefäßen müssen berücksichtigt werden.

Schulterluxation?

Bei Luxation verlässt der Humeruskopf die Pfanne. Nach Reposition sind Kapsel-Labrum-Schäden, Tuberculumfraktur sowie Läsion des N. axillaris möglich. Bewegungsverbote und Außenrotationsgrenzen hängen von Richtung, Operation und Stabilität ab; sie werden nicht verallgemeinert.

Proximaler Humerus?

Humeruskopffrakturen reichen von wenig dislozierten Formen bis zu komplexen Mehrfragmentverletzungen. Risiken sind Humeruskopfnekrose und Schultersteife. Humerusschaftfrakturen können den N. radialis schädigen und eine Fallhand verursachen.

Schultergürtel- und Oberarmverletzungen: Ergotherapie?

Frühe Hand-, Finger- und Ellbogenbewegung, Ödemkontrolle und sichere Positionierung werden mit Schulterfreigaben abgestimmt. Später folgen scapulohumerale Kontrolle, Reichweite, Greifen, Ankleiden und Überkopftätigkeiten. Kompensatorisches Hochziehen der Schulter wird nicht vorschnell als „mehr Bewegung“ gewertet.

Schultergürtel- und Oberarmverletzungen: Ergotherapeutischer Prüfpunkt?

Welche Begleitstruktur muss bei der jeweiligen Verletzung neurologisch oder vaskulär besonders kontrolliert werden?

Rotatorenmanschettenruptur und Nachbehandlung

Verletzung?

Die Rotatorenmanschette zentriert den Humeruskopf und steuert Rotation sowie Armhebung. Rupturen können traumatisch, degenerativ oder kombiniert entstehen. Häufig sind Schmerz, Kraftverlust, schmerzhafter Bogen und eingeschränkte Überkopffunktion; vollständige und partielle Risse unterscheiden sich.

Konservative und operative Versorgung?

Je nach Alter, Aktivitätsanspruch, Rissgröße und Gewebequalität werden Schmerzbehandlung, gezieltes Training oder operative Refixation gewählt. Nach Naht muss die Sehne biologisch am Knochen einheilen. Lagerung in Abduktionskissen oder Orthese kann Zug reduzieren.

Phasenlogik?

Frühe Phasen schützen die Rekonstruktion und erlauben nur festgelegte passive oder assistive Bewegung. Aktive Schulterbewegung und Widerstand folgen später. Zeitangaben sind nicht universell; Operationsbericht und individuelles Schema sind verbindlich. Zu frühe Kraft kann Re-Ruptur, zu lange Immobilität Steifigkeit fördern.

Alltagstransfer?

Anziehen, Körperpflege, Schlafposition, Küchenarbeit und Transfers werden so gestaltet, dass kein unzulässiger Zug entsteht. Hand und Ellbogen bleiben soweit erlaubt aktiv. Belastung wird von körpernahen, leichten Tätigkeiten zu größerer Reichweite und Widerstand gesteigert.

Rotatorenmanschettenruptur und Nachbehandlung: Ergotherapeutischer Prüfpunkt?

Unterscheide Schutz der Sehnennaht von vollständiger Inaktivität und nenne drei sichere frühe Aktivitäten.

Ellbogen- und Unterarmverletzungen

Olekranon?

Olekranonfrakturen entstehen häufig durch Sturz auf den gebeugten Ellbogen. Der Trizeps kann das proximale Fragment verlagern; aktive Streckung ist schmerzhaft oder unmöglich. Zuggurtung oder Platte ermöglichen je nach Stabilität frühe funktionelle Nachbehandlung, dennoch sind Pseudarthrose, Arthrose und Bewegungseinschränkung möglich.

Radiusköpfchen?

Sturz auf den gestreckten, pronierten Arm kann das Radiusköpfchen verletzen. Druckschmerz, Hämarthros und schmerzhafte Pro- und Supination sind typisch. Einfache Frakturen werden oft funktionell behandelt, komplexe benötigen Osteosynthese oder Ersatz.

Unterarm?

Radius und Ulna bilden mit den Radioulnargelenken eine funktionelle Einheit. Monteggia-Verletzungen verbinden Ulnaverletzung mit Luxation des Radiusköpfchens; Galeazzi-Verletzungen Radiusfraktur mit Störung des distalen Radioulnargelenks. Isolierte Betrachtung eines Knochens übersieht die Gelenkverletzung.

Ellbogen- und Unterarmverletzungen: Therapie?

Früh werden Hand, Finger und Schulter einbezogen. Pro- und Supination können gezielt begrenzt sein und dürfen nicht erzwungen werden. Später sind Essen, Waschen, Schlüsselgebrauch, Werkzeughaltung und beidhändige Tätigkeiten geeignete Funktionsproben.

Ellbogen- und Unterarmverletzungen: Ergotherapeutischer Prüfpunkt?

Welche Alltagsaktivitäten prüfen Ellbogenflexion, -extension sowie Pro- und Supination getrennt und kombiniert?

Handgelenk-, Hand-, Finger- und Sehnenverletzungen

Handgelenk und Karpus?

Distale Radiusfrakturen sind häufig und beeinflussen Handgelenkstellung, Unterarmdrehung und Griff. Kahnbeinfrakturen können wegen begrenzter Durchblutung verzögert heilen. Schmerzlokalisation, Stabilität und Versorgung bestimmen Immobilisation und Bewegungsbeginn.

Mittelhand und Finger?

Frakturen können Achse, Rotation und Gelenkfläche verändern. Schon geringe Rotationsfehler führen beim Faustschluss zum Überkreuzen der Finger. Am Daumen beeinträchtigen Basisfrakturen wie Bennett-Verletzungen Opposition und Pinzettengriff besonders.

Sehnen?

Beuge- und Strecksehnen verlaufen in komplexen Gleitlagern. Nach Naht werden spezifische Schienen- und Bewegungsprotokolle eingesetzt, um Zug zu begrenzen und Adhäsion zu vermeiden. Die betroffene Zone, Nahttechnik und ärztliche Vorgabe entscheiden über aktive oder passive Übung.

Ergotherapeutische Schwerpunkte?

Ödem, Narbe, Sensibilität, Gelenkbeweglichkeit, Sehnengleiten und differenzierte Griffarten werden systematisch aufgebaut. Funktionelle Aufgaben beginnen leicht und präzise; Krafttraining folgt erst bei ausreichender Gewebestabilität. Schienenversorgung wird eng kontrolliert.

Handgelenk-, Hand-, Finger- und Sehnenverletzungen: Ergotherapeutischer Prüfpunkt?

Prüfe beim Faustschluss nicht nur Bewegungsgrad, sondern Achse, Rotation, Sehnengleiten, Schmerz und funktionelle Griffqualität.

Schädelfrakturen und Schädel-Hirn-Trauma

Schädelfrakturen?

Kalotten- und Schädelbasisfrakturen können offen oder geschlossen sein. Impressionsfrakturen drücken Knochen ein. Brillen- oder Monokelhämatom, Blut oder Liquor aus Nase beziehungsweise Ohr und Hirnnervenausfälle können auf Schädelbasisverletzung hinweisen.

Blutungen?

Epidurale, subdurale, subarachnoidale und intrazerebrale Blutungen liegen in unterschiedlichen Räumen und entwickeln unterschiedliche Verläufe. Neu auftretende Bewusstseinsstörung, Kopfschmerz, Erbrechen, Krampfanfall, Paresen oder Sprachstörung erfordern sofortige medizinische Reaktion.

Schädel-Hirn-Trauma?

Ein SHT umfasst Schädelverletzung mit Hirnfunktionsstörung. Primärschäden entstehen im Unfallmoment; Sekundärschäden durch Blutung, Ödem, Hirndruck, Hypoxie oder Stoffwechselstörung. Die Glasgow-Koma-Skala bewertet Augenöffnung, verbale und motorische Reaktion, ersetzt aber keine umfassende neurologische Beurteilung.

Rehabilitation?

Nach Stabilisierung können motorische, sensorische, kognitive, kommunikative und emotionale Folgen zusammen auftreten. Ergotherapie strukturiert Reize und Tagesablauf, erhebt Betätigungsprobleme und arbeitet mit Neuropsychologie, Logopädie, Physiotherapie und Pflege. Sicherheits- und Belastungsgrenzen werden eng beobachtet.

Schädelfrakturen und Schädel-Hirn-Trauma: Ergotherapeutischer Prüfpunkt?

Welche beobachtbare Veränderung ist ein neurologisches Warnzeichen und muss sofort weitergegeben werden?

Die Fragen und Antworten wurden aus den redaktionellen Lerntexten dieses Kapitels abgeleitet. Jede Antwort gehört ausschließlich zu der unmittelbar darüberstehenden Frage.

Hinweise des Lehrplans
  • vgl. Lehrplan Erste Hilfe
  • Einhaltung des Hygieneregimes
  • vgl. Lehrplan Biologie, Anatomie und Physiologie
  • Kleidung und Kosmetik
  • vgl. Lehrplan Biologie, Anatomie und Physiologie
  • vgl. Lehrplan Biologie, Anatomie und Physiologie
  • vgl. Lehrplan Biologie, Anatomie und Physiologie
  • Überblick vgl. Lehrplan Biologie, Anatomie und Physiologie
  • vgl. Lehrplan Biologie, Anatomie und Physiologie
  • vgl. Lehrplan Biologie, Anatomie und Physiologie
  • vgl. Lehrplan Neurophysiologische Behandlungsverfahren
  • vgl. Lehrplan Biologie, Anatomie und Physiologie
  • vgl. LPE 6
  • vgl. Lehrpläne Motorisch-funktionelle Behandlungsverfahren, Neurophysiologische Behandlungsverfahren, Adaptierende Verfahren und Spiele, Hilfsmittel, Schienen, technische Medien
  • vgl. Lehrplan Biologie, Anatomie und Physiologie
  • vgl. Lehrplan Biologie, Anatomie und Physiologie
  • Schultersteife
  • vgl. Lehrplan Biologie, Anatomie und Physiologie
  • vgl. Lehrplan Biologie, Anatomie und Physiologie
  • vgl. Lehrplan Motorisch-funktionelle Behandlungsverfahren
  • vgl. Lehrplan Biologie, Anatomie und Physiologie
  • Scaphoidfraktur Bennettsche Fraktur
  • Folgen unzureichender Ruhigstellung
  • Ruptur des M. extensor pollicis longus
  • Kleinert-Schiene, vgl. Lehrplan Motorisch-funktionelle Behandlungsverfahren
  • Übersicht über Daumenplastiken
  • vgl. Lehrplan Motorisch-funktionelle Behandlungsverfahren, Spiele, Hilfsmittel, Schienen, technische Medien
  • Überblick vgl. Lehrplan Biologie, Anatomie und Physiologie

Quelle: Sächsisches Staatsministerium für Kultus: Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin, freigegeben ab 1. August 2020, S. 51.

05 Onkologie 10 Ustd. 86 Unterfragen
Lehrplananforderung

Die Schülerinnen und Schüler besitzen grundlegende Kenntnisse in der Therapie maligner Erkrankungen. Sie begreifen die Wichtigkeit von Prävention und Frühdiagnostik und erkennen die Bedeutung ergotherapeutischer Behandlungsverfahren im Fachbereich Onkologie.

Quelle: Sächsisches Staatsministerium für Kultus: Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin, freigegeben ab 1. August 2020, S. 56.

Fragen & Antworten86

Kapitelkern

Charakterisieren Sie „Charakteristik maligner Geschwülste“. 1 P
  • Maligne Tumoren wachsen infiltrierend und destruierend, können metastasieren und weisen häufig eine erhöhte Rezidivneigung auf
Beschreiben Sie das diagnostische Vorgehen bei „Prävention und Frühdiagnostik“. 3 P
  • Risikominderung
  • Selbstbeobachtung
  • Evidenzbasierte Früherkennung und zeitnahe Abklärung auffälliger Veränderungen verbessern Behandlungschancen
Beschreiben Sie das fachliche Vorgehen bei „Therapie maligner Tumoren“. 1 P
  • Operation, Strahlentherapie und systemische Verfahren werden je nach Tumorart, Stadium, Therapieziel und Allgemeinzustand kombiniert
Nennen Sie die wesentlichen Aspekte von „Aufgaben der Ergotherapie“. 4 P
  • Ergotherapie behandelt funktionelle
  • Neuropsychologische
  • Psychosoziale und arbeitsbezogene Folgen mit Blick auf Betätigung
  • Rollen und Lebensqualität

Tumorgrundlagen: Dignität und Zellverhalten

Erläutern Sie „Tumor im allgemeinen Sinn“ fachlich strukturiert. 3 P
  • Eine Schwellung oder Raumforderung
  • Unabhängig davon
  • Ob eine echte Gewebsneubildung vorliegt
Definieren Sie „Neoplasie“ fachlich präzise. 1 P
  • Eine autonome Gewebsneubildung durch unkontrollierte Vermehrung genetisch veränderter Zellen
Definieren Sie „Dignität“ fachlich präzise. 1 P
  • Die biologische Wertigkeit eines Tumors: benigne, semimaligne oder maligne
Definieren Sie „Benigner Tumor“ fachlich präzise. 1 P
  • Er wächst meist langsam, verdrängend und begrenzt, metastasiert nicht und ist häufig vollständig entfernbar
Definieren Sie „Maligner Tumor“ fachlich präzise. 1 P
  • Er wächst infiltrierend und destruierend, kann metastasieren, rezidivieren und ohne Behandlung lebensbedrohlich werden
Definieren Sie „Semimaligner Tumor“ fachlich präzise. 1 P
  • Er wächst lokal aggressiv und zerstörend, bildet aber typischerweise keine Fernmetastasen
Definieren Sie „Differenzierung von Tumorzellen“ fachlich präzise. 1 P
  • Sie beschreibt, wie stark Tumorzellen in Bau und Funktion dem Ursprungsgewebe ähneln
Definieren Sie „Anaplasie“ fachlich präzise. 1 P
  • Ein ausgeprägter Verlust zellulärer Reife und Gewebeähnlichkeit, meist als Zeichen hoher Malignität
Definieren Sie „Rezidiv“ fachlich präzise. 1 P
  • Das erneute Auftreten eines Tumors nach zunächst erfolgreicher Behandlung oder scheinbar vollständiger Entfernung

Tumorentstehung, Kanzerogene und Prävention

Erklären Sie den fachlichen Zusammenhang bei „Grundlage der Tumorentstehung“. 1 P
  • Mehrere genetische und epigenetische Veränderungen entziehen Zellen schrittweise der normalen Wachstumskontrolle
Definieren Sie „Onkogene“ fachlich präzise. 1 P
  • Aktivierte Gene, deren Produkte Zellwachstum oder Überleben fördern und dadurch Tumorentwicklung begünstigen
Definieren Sie „Tumorsuppressorgene“ fachlich präzise. 2 P
  • Sie bremsen Zellteilung, reparieren DNA oder lösen Zelltod aus
  • Ihr Funktionsverlust begünstigt Tumoren
Definieren Sie „Kanzerogen“ fachlich präzise. 1 P
  • Ein physikalischer, chemischer oder biologischer Einfluss, der Krebsentstehung fördern kann
Definieren Sie „Exogene Kanzerogene“ fachlich präzise. 1 P
  • Beispiele sind Tabakrauch, UV-Strahlung, ionisierende Strahlung, Asbest, Benzol und bestimmte Viren
Nennen Sie die wesentlichen Aspekte von „Endogene Risikofaktoren“. 4 P
  • Alter
  • Erbliche Veranlagung
  • Chronische Entzündung
  • Hormonelle Einflüsse und spontane Mutationen
Definieren Sie „Primärprävention“ fachlich präzise. 1 P
  • Sie senkt Erkrankungsrisiken, etwa durch Nichtrauchen, Sonnenschutz, Impfungen, Bewegung und gesundes Gewicht
Definieren Sie „Sekundärprävention“ fachlich präzise. 1 P
  • Sie erkennt Vorstufen oder frühe Tumorstadien durch evidenzbasierte Früherkennungsuntersuchungen
Definieren Sie „Tertiärprävention“ fachlich präzise. 1 P
  • Sie begrenzt Krankheitsfolgen, unterstützt Rehabilitation und vermindert Rückfall- oder Komplikationsrisiken
Definieren Sie „Selbstbeobachtung“ fachlich präzise. 1 P
  • Neue Knoten, anhaltende Blutungen, Hautveränderungen oder unerklärliche Beschwerden sollen zeitnah abgeklärt werden

Invasion, Metastasierung und Stadieneinteilung

Definieren Sie „Infiltratives Wachstum“ fachlich präzise. 1 P
  • Tumorzellen überschreiten Gewebegrenzen, dringen in Nachbarstrukturen ein und zerstören sie
Definieren Sie „Destruierendes Wachstum“ fachlich präzise. 1 P
  • Das verdrängte oder infiltrierte Gewebe wird durch den Tumor funktionell und strukturell geschädigt
Definieren Sie „Metastase“ fachlich präzise. 1 P
  • Eine Tochtergeschwulst aus verschleppten Zellen eines Primärtumors an einem anderen Ort
Definieren Sie „Lymphogene Metastasierung“ fachlich präzise. 1 P
  • Tumorzellen breiten sich über Lymphgefäße zunächst häufig in regionale Lymphknoten aus
Definieren Sie „Hämatogene Metastasierung“ fachlich präzise. 4 P
  • Tumorzellen gelangen über Blutgefäße in entfernte Organe
  • Etwa Leber
  • Lunge
  • Knochen oder Gehirn
Definieren Sie „Kavitäre Metastasierung“ fachlich präzise. 1 P
  • Tumorzellen säen in Körperhöhlen oder auf serösen Häuten aus, etwa im Bauchfell
Definieren Sie „Sentinel-Lymphknoten“ fachlich präzise. 2 P
  • Der erste Lymphknoten im Abflussgebiet eines Tumors
  • Sein Befund unterstützt die Stadieneinteilung
Definieren Sie „TNM-System“ fachlich präzise. 1 P
  • T beschreibt den Primärtumor, N regionale Lymphknoten und M Fernmetastasen
Definieren Sie „Staging“ fachlich präzise. 1 P
  • Die Einordnung der anatomischen Tumorausbreitung als Grundlage für Therapie und Prognose
Definieren Sie „Grading“ fachlich präzise im Kapitel „Invasion, Metastasierung und Stadieneinteilung“. 1 P
  • Die mikroskopische Einschätzung von Differenzierung und biologischer Aggressivität des Tumorgewebes

Tumorsymptome, Diagnostik und Nachsorge

Nennen Sie die wesentlichen Aspekte von „Allgemeine Tumorsymptome“. 1 P
  • Möglich sind Leistungsknick, Fatigue, Appetitverlust, Gewichtsverlust, Fieber, Nachtschweiß und Anämie
Nennen Sie die wesentlichen Aspekte von „Örtliche Tumorsymptome“. 5 P
  • Knoten
  • Schmerzen
  • Blutung
  • Verlegung
  • Schwellung; neurologische Ausfälle oder Funktionsverlust des betroffenen Organs
Definieren Sie „B-Symptomatik“ fachlich präzise. 2 P
  • Unerklärliches Fieber, ausgeprägter Nachtschweiß und ungewollter Gewichtsverlust
  • Besonders relevant bei Lymphomen
Definieren Sie „Tumorkachexie“ fachlich präzise. 1 P
  • Ein komplexer Verlust von Muskel- und Fettmasse mit Entzündung, Schwäche und eingeschränkter Belastbarkeit
Erläutern Sie Sicherheitsanforderungen und erforderliche Reaktionen bei „Warnzeichen zur Abklärung“. 4 P
  • Persistierende Knoten
  • Ungewöhnliche Blutungen
  • Nicht heilende Wunden
  • Neue Schluckstörung oder anhaltende Heiserkeit
Definieren Sie „Biopsie“ fachlich präzise. 1 P
  • Entnahme von Gewebe zur mikroskopischen Sicherung und biologischen Charakterisierung eines Tumors
Definieren Sie „Histopathologie“ fachlich präzise. 3 P
  • Sie bestimmt Tumorart
  • Differenzierung
  • Ausbreitungsmerkmale und häufig therapieentscheidende Biomarker
Definieren Sie „Tumormarker“ fachlich präzise. 1 P
  • Messbare Substanzen, die Verlauf oder Therapie unterstützen können, aber selten allein zur Diagnose ausreichen
Beschreiben Sie das diagnostische Vorgehen bei „Früherkennung und Diagnostik“. 2 P
  • Früherkennung richtet sich an beschwerdefreie Risikogruppen
  • Diagnostik klärt konkrete Symptome oder Befunde ab
Beschreiben Sie das fachliche Vorgehen bei „Onkologische Nachsorge“. 1 P
  • Sie überwacht Rückfälle und Spätfolgen, fördert Rehabilitation und koordiniert weitere Versorgung

Operative Tumortherapie und funktionelle Folgen

Definieren Sie „Kurative Tumoroperation“ fachlich präzise. 1 P
  • Sie zielt auf vollständige Entfernung aller nachweisbaren Tumoranteile mit Heilungsabsicht
Definieren Sie „Palliative Operation“ fachlich präzise. 1 P
  • Sie lindert Beschwerden oder verhindert Komplikationen, ohne die Erkrankung vollständig beseitigen zu können
Erläutern Sie „R0-, R1- und R2-Resektion“ fachlich strukturiert. 1 P
  • R0 bedeutet kein Resttumor, R1 mikroskopischen und R2 makroskopisch sichtbaren Resttumor
Definieren Sie „Lymphadenektomie“ fachlich präzise. 1 P
  • Operative Entfernung regionaler Lymphknoten zur Stadieneinteilung oder Tumorkontrolle
Nennen Sie die wesentlichen Aspekte von „Mögliche Operationsfolgen“. 5 P
  • Schmerz
  • Narben
  • Kraft- und Beweglichkeitsverlust
  • Sensibilitätsstörung
  • Fatigue und veränderte Organfunktion
Beurteilen Sie „Lymphödemrisiko“ anhand fachlicher Kriterien. 1 P
  • Entfernte oder bestrahlte Lymphbahnen können den Abfluss stören und eine chronische Schwellung begünstigen
Definieren Sie „Stoma im Alltag“ fachlich präzise. 1 P
  • Versorgung, Hautschutz, Kleidung, Ernährung, Körperbild und soziale Sicherheit müssen individuell eingeübt werden
Definieren Sie „Amputation nach Tumoroperation“ fachlich präzise. 3 P
  • Prothesenversorgung
  • Stumpfpflege
  • Schmerzmanagement und neue Handlungstechniken unterstützen Selbstständigkeit
Beschreiben Sie das fachliche Vorgehen bei „Narbenbehandlung nach Freigabe“. 1 P
  • Mobilisation, Hautpflege, Desensibilisierung und funktionelle Bewegung können Verklebung und Schonverhalten mindern
Beschreiben Sie das diagnostische Vorgehen bei „Ergotherapeutischer Frühbefund“. 1 P
  • Erfasst werden Schmerz, Beweglichkeit, Handfunktion, Selbstversorgung, Hilfsmittelbedarf, Rollen und Wohnumwelt

Strahlen- und medikamentöse Tumortherapie

Beschreiben Sie das fachliche Vorgehen bei „Strahlentherapie“. 1 P
  • Ionisierende Strahlung schädigt Tumorzellen lokal, kann aber auch gesundes Gewebe im Bestrahlungsfeld beeinträchtigen
Nennen Sie die wesentlichen Aspekte von „Akute Strahlenfolgen“. 1 P
  • Möglich sind Hautreaktionen, Schleimhautentzündung, Müdigkeit, lokale Schmerzen und vorübergehende Funktionsminderung
Nennen Sie die wesentlichen Aspekte von „Späte Strahlenfolgen“. 1 P
  • Fibrose, Gefäß- oder Nervenschäden, Lymphödem und dauerhafte Gewebefunktionsstörungen können verzögert auftreten
Beschreiben Sie das fachliche Vorgehen bei „Chemotherapie“. 1 P
  • Systemische Medikamente hemmen Zellteilung oder schädigen Zellen und wirken dadurch auch auf gesundes teilungsaktives Gewebe
Nennen Sie die wesentlichen Aspekte von „Häufige Chemotherapiefolgen“. 5 P
  • Übelkeit
  • Schleimhautschäden
  • Haarausfall
  • Blutbildveränderungen
  • Fatigue und Neuropathie
Beschreiben Sie das fachliche Vorgehen bei „Chemotherapiebedingte Polyneuropathie“. 3 P
  • Taubheit
  • Kribbeln
  • Schmerz und reduzierte Feinmotorik erhöhen Sturz- und Verletzungsrisiken
Beschreiben Sie das fachliche Vorgehen bei „Zielgerichtete Therapie“. 1 P
  • Sie greift molekulare Strukturen oder Signalwege an, die für einen bestimmten Tumor bedeutsam sind
Beschreiben Sie das fachliche Vorgehen bei „Immuntherapie“. 1 P
  • Sie verstärkt oder enthemmt Immunreaktionen gegen Tumorzellen und kann entzündliche Nebenwirkungen auslösen
Definieren Sie „Neutropenie“ fachlich präzise. 2 P
  • Ein Mangel an neutrophilen Granulozyten erhöht das Infektionsrisiko
  • Fieber verlangt rasche medizinische Abklärung
Definieren Sie „Thrombozytopenie“ fachlich präzise. 2 P
  • Zu wenige Blutplättchen erhöhen Blutungsneigung
  • Verletzungen und belastende Maßnahmen müssen vermieden werden
Definieren Sie „Onkologische Fatigue“ fachlich präzise. 3 P
  • Eine anhaltende
  • Unverhältnismäßige Erschöpfung
  • Die sich durch Schlaf allein nicht ausreichend bessert

Psychosoziale Belastungen und palliative Versorgung

Definieren Sie „Krankheitsverarbeitung“ fachlich präzise. 5 P
  • Ein individueller
  • Nicht linearer Umgang mit Bedrohung
  • Verlusten
  • Hoffnung
  • Unsicherheit und veränderten Lebensplänen
Definieren Sie „Angst bei Tumorerkrankung“ fachlich präzise. 1 P
  • Sie kann sich auf Tod, Schmerzen, Kontrollverlust, Rückfall, Therapie und Belastung der Familie richten
Erläutern Sie Sicherheitsanforderungen und erforderliche Reaktionen bei „Depressive Warnzeichen“. 4 P
  • Anhaltende Niedergeschlagenheit
  • Interessenverlust
  • Hoffnungslosigkeit
  • Rückzug oder Suizidgedanken benötigen Abklärung
Definieren Sie „Akzeptanz der Erkrankung“ fachlich präzise. 1 P
  • Sie bedeutet nicht Zustimmung, sondern eine realistische Einordnung und handlungsfähigen Umgang mit der Situation
Definieren Sie „Berufliche Konsequenzen“ fachlich präzise. 1 P
  • Belastbarkeit, Fehlzeiten, Aufgabenprofil, Wiedereingliederung und finanzielle Sicherheit können betroffen sein
Definieren Sie „Familiäre Konsequenzen“ fachlich präzise. 5 P
  • Rollen
  • Fürsorge
  • Kommunikation
  • Elternschaft
  • Intimität und Alltagsorganisation verändern sich häufig
Definieren Sie „Belastung Angehöriger“ fachlich präzise. 1 P
  • Sorge, Trauer, Erschöpfung, Pflegeaufgaben und widersprüchliche Bedürfnisse können eigene Unterstützung erfordern
Definieren Sie „Palliative Versorgung“ fachlich präzise. 3 P
  • Sie verbessert Lebensqualität durch Symptomkontrolle
  • Kommunikation
  • Psychosoziale Begleitung und Unterstützung der Angehörigen
Definieren Sie „Advance Care Planning“ fachlich präzise. 1 P
  • Eine strukturierte Vorausplanung zukünftiger Behandlung für Situationen fehlender Entscheidungsfähigkeit
Erläutern Sie „Betätigungsziel in palliativer Situation“ fachlich strukturiert. 1 P
  • Entscheidend ist, was der Person jetzt Bedeutung, Kontrolle, Verbundenheit oder Erleichterung gibt

Ergotherapeutische Aufgaben in der Onkologie

Nennen Sie die wesentlichen Aspekte von „Motorisch-funktionelle Aufgaben“. 1 P
  • Beweglichkeit, Kraftdosierung, Handfunktion, Narben, Schmerz, Ödeme und sichere Alltagsbewegungen werden behandelt
Nennen Sie die wesentlichen Aspekte von „Neurophysiologische Aufgaben“. 1 P
  • Neurologische Folgen von Tumor oder Therapie werden in Haltung, Bewegung und alltagsnaher Aktivität berücksichtigt
Nennen Sie die wesentlichen Aspekte von „Neuropsychologische Aufgaben“. 1 P
  • Aufmerksamkeit, Gedächtnis, Planung und Reizverarbeitung werden alltagsbezogen erfasst und kompensiert
Nennen Sie die wesentlichen Aspekte von „Psychosoziale Aufgaben“. 1 P
  • Bedeutsame Aktivitäten, Selbstwirksamkeit, Rollen, Ausdruck, Entspannung und Krankheitsverarbeitung werden unterstützt
Nennen Sie die wesentlichen Aspekte von „Arbeitstherapeutische Aufgaben“. 1 P
  • Belastbarkeit, Arbeitsabläufe, Anpassungen, Stufenplan und realistische berufliche Wiedereingliederung werden vorbereitet
Beschreiben Sie das fachliche Vorgehen bei „Fatigue-Management“. 4 P
  • Aktivitäten priorisieren
  • Dosieren
  • Pausen planen
  • Routinen vereinfachen und körperliche Aktivierung angepasst erhalten
Erläutern Sie „Hilfsmittel in der Onkologie“ fachlich strukturiert. 1 P
  • Sie reduzieren Kraftbedarf, Schmerz und Sturzrisiko und sichern Selbstversorgung bei vorübergehenden oder dauerhaften Einschränkungen
Definieren Sie „Kognitive Kompensation“ fachlich präzise. 4 P
  • Kalender
  • Checklisten
  • Feste Ablageorte
  • Einzelschritte und störungsarme Umgebungen entlasten Aufmerksamkeit und Gedächtnis
Beschreiben Sie das fachliche Vorgehen bei „Therapie bei Knochenmetastasen“. 2 P
  • Belastungsgrenzen und Frakturrisiko müssen ärztlich geklärt
  • Hebel, Stoß und hohe Widerstände vermieden werden
Beurteilen Sie „Therapie bei Infektionsrisiko“ anhand fachlicher Kriterien. 1 P
  • Hygiene, Expositionsschutz und aktuelle medizinische Vorgaben bestimmen, ob und wie Behandlung stattfinden kann
Nennen Sie die wesentlichen Aspekte von „Abbruchzeichen während Therapie“. 5 P
  • Akute Atemnot
  • Brustschmerz
  • Fieber
  • Neue neurologische Ausfälle
  • Blutung oder starke Zustandsverschlechterung
Beurteilen Sie „Erfolgskriterium der Ergotherapie“ anhand fachlicher Kriterien. 3 P
  • Mehr Sicherheit
  • Selbstständigkeit
  • Teilhabe oder Lebensqualität in persönlich bedeutsamen Betätigungen

Die Fragen und Antworten wurden aus den redaktionellen Lerntexten dieses Kapitels abgeleitet. Jede Antwort gehört ausschließlich zu der unmittelbar darüberstehenden Frage.

Hinweise des Lehrplans
  • Fallbeispiele vgl. Lehrplan Allgemeine Krankheitslehre
  • Fallbeispiele
  • Fallbeispiele
  • z. B. Brustuntersuchung
  • Fallbeispiele
  • Bekleidungsprobleme, Ernährungsprobleme, Bewegungseinschränkungen
  • vgl. Lehrpläne der ergotherapeutischen Behandlungsverfahren

Quelle: Sächsisches Staatsministerium für Kultus: Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin, freigegeben ab 1. August 2020, S. 56.

06 Neurologie 20 Ustd. 110 Unterfragen
Lehrplananforderung

Die Schülerinnen und Schüler setzen sich mit ausgewählten neurologischen Erkrankungen auseinander, deren Folgen einer ergotherapeutischen Behandlung bedürfen. Sie beobachten Patienten mit neurologischer Symptomatik, beschreiben die Symptome und ziehen Rückschlüsse auf Vorgänge im Zentralnervensystem. Auf Grund ihres Wissens können sie Schwerpunkte für die ergotherapeutische Befunderhebung ableiten und diese in die Zielstellungen der Behandlungsplanung einarbeiten.

Quelle: Sächsisches Staatsministerium für Kultus: Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin, freigegeben ab 1. August 2020, S. 57.

Fragen & Antworten110

Kapitelkern

Definieren Sie „Neurologie“ fachlich präzise. 4 P
  • Neurologische Erkrankungen betreffen Gehirn
  • Rückenmark
  • Periphere Nerven oder Muskulatur
  • Symptome können Motorik, Sensibilität, Wahrnehmung, Kognition, Sprache, Verhalten und autonome Funktionen verändern

Lähmungen: zentral und peripher einordnen

Definieren Sie „Parese und Plegie“ fachlich präzise. 1 P
  • Parese bezeichnet eine unvollständige Lähmung mit Restaktivität, Plegie den vollständigen Ausfall willkürlicher Bewegung
Definieren Sie „Verteilung einer Hemiparese“ fachlich präzise. 1 P
  • Eine Hemiparese betrifft Arm und Bein einer Körperseite, häufig zusätzlich Gesicht und Rumpf
Erläutern Sie „Verteilung von Para- und Tetraparese“ fachlich strukturiert. 2 P
  • Paraparese betrifft überwiegend beide Beine
  • Tetraparese alle vier Extremitäten und meist den Rumpf
Erläutern Sie „MRC-Kraftgrad 0 bis 2“ fachlich strukturiert. 1 P
  • Grad 0 bedeutet keine Aktivität, Grad 1 tastbare Kontraktion ohne Bewegung und Grad 2 Bewegung bei ausgeschalteter Schwerkraft
Erläutern Sie „MRC-Kraftgrad 3 bis 5“ fachlich strukturiert. 1 P
  • Grad 3 erlaubt Bewegung gegen Schwerkraft, Grad 4 gegen Widerstand und Grad 5 entspricht normaler Kraft
Nennen Sie die wesentlichen Aspekte von „Kennzeichen zentraler Lähmung“. 1 P
  • Typisch sind später erhöhte Spastik, gesteigerte Reflexe, pathologische Reflexe und Verlust selektiver Feinmotorik
Nennen Sie die wesentlichen Aspekte von „Kennzeichen peripherer Lähmung“. 1 P
  • Typisch sind schlaffer Tonus, abgeschwächte Reflexe, neurogene Atrophie und Ausfälle im Versorgungsgebiet von Wurzel, Plexus oder Nerv
Erläutern Sie „Hirnstammläsion mit gekreuztem Syndrom“ fachlich strukturiert. 1 P
  • Hirnnervenausfälle liegen auf der Läsionsseite, die Lähmung der Extremitäten meist auf der Gegenseite
Definieren Sie „Ergotherapeutische Lähmungsbeobachtung“ fachlich präzise. 1 P
  • Beurteilt werden Kraft, Tonus, selektive Bewegung, Koordination, Mitbewegungen, Feinmotorik, Ausdauer und Folgen für konkrete Betätigungen

Sensibilitätsstörungen und Rückenmarkssyndrome

Erläutern Sie „Anästhesie, Hypästhesie und Parästhesie“ fachlich strukturiert. 1 P
  • Anästhesie ist vollständiger Sensibilitätsausfall, Hypästhesie eine Verminderung und Parästhesie eine Missempfindung wie Kribbeln
Definieren Sie „Oberflächen- und Tiefensensibilität“ fachlich präzise. 2 P
  • Oberflächensensibilität umfasst Berührung, Schmerz und Temperatur
  • Tiefensensibilität Stellung, Bewegung und Vibration
Definieren Sie „Dissoziierte Sensibilitätsstörung“ fachlich präzise. 1 P
  • Einzelne sensible Qualitäten fallen im selben Gebiet unterschiedlich aus, etwa Schmerz und Temperatur bei erhaltener Berührung
Definieren Sie „Hinweis auf Hinterstrangschädigung“ fachlich präzise. 2 P
  • Vibrations-, Lage- und feines Berührungsempfinden sind gestört
  • Bewegungen und Gang verbessern sich oft unter Sichtkontrolle
Definieren Sie „Hinweis auf Wurzelschädigung“ fachlich präzise. 1 P
  • Sensible Ausfälle folgen einem Dermatom und können mit Schmerzen, Reflexänderungen und kennmuskelspezifischer Schwäche verbunden sein
Definieren Sie „Vollständiges Querschnittssyndrom“ fachlich präzise. 3 P
  • Unterhalb der Läsion bestehen beidseitige motorische
  • Sensible und vegetative Ausfälle
  • Einschließlich Blasen- und Darmstörung
Definieren Sie „Konussyndrom“ fachlich präzise. 1 P
  • Typisch sind Reithosenanästhesie, fehlende sakrale Reflexe sowie Blasen-, Mastdarm- und Sexualfunktionsstörungen
Definieren Sie „Syringomyelie“ fachlich präzise. 1 P
  • Eine Rückenmarkshöhle verursacht häufig segmentale Schmerz- und Temperaturausfälle, Handatrophie und trophische Verletzungen
Definieren Sie „Schutz bei Sensibilitätsausfall“ fachlich präzise. 4 P
  • Hautkontrolle
  • Temperaturprüfung
  • Druckentlastung
  • Sichere Werkzeugnutzung und visuelle Kontrolle verhindern unbemerkte Verletzungen

Neuropsychologische Symptome: Apraxie, Neglect, Anosognosie und Aphasie

Definieren Sie „Apraxie“ fachlich präzise. 1 P
  • Eine erworbene Störung der Planung oder Organisation zielgerichteter Handlungen trotz ausreichender Kraft und grundsätzlichem Aufgabenverständnis
Definieren Sie „Ideomotorische Apraxie“ fachlich präzise. 1 P
  • Gelernte Gesten oder Werkzeugbewegungen können auf Aufforderung nicht passend umgesetzt werden
Definieren Sie „Ideatorische Apraxie“ fachlich präzise. 1 P
  • Mehrschrittige Handlungen verlieren ihre sinnvolle Reihenfolge oder enthalten unpassende Objektverwendungen
Definieren Sie „Neglect“ fachlich präzise. 1 P
  • Aufmerksamkeit für eine Körper- oder Raumhälfte ist vermindert, ohne dass ein alleiniger Sinnesausfall die Vernachlässigung erklärt
Definieren Sie „Anosognosie“ fachlich präzise. 1 P
  • Die eigene neurologische Einschränkung wird nicht oder nur unzureichend erkannt, wodurch Risiken unterschätzt werden
Definieren Sie „Broca- und Wernicke-Aphasie“ fachlich präzise. 2 P
  • Broca-Aphasie ist eher nichtflüssig und agrammatisch
  • Wernicke-Aphasie flüssig, aber inhaltlich entgleist und mit gestörtem Verständnis
Definieren Sie „Amnestische Aphasie“ fachlich präzise. 2 P
  • Wortfindungsstörungen stehen im Vordergrund
  • Umschreibungen sind häufig, Sprachfluss und Verständnis vergleichsweise gut erhalten
Definieren Sie „Globale Aphasie“ fachlich präzise. 1 P
  • Sprachproduktion und Sprachverständnis sind schwer beeinträchtigt, oft zusätzlich Lesen und Schreiben
Beschreiben Sie das diagnostische Vorgehen bei „Alltagsbefund bei Neuropsychologie“. 1 P
  • Beobachtet werden Objektgebrauch, Handlungsfolge, Raumorientierung, Fehlerkontrolle, Kommunikation und Sicherheit in realen Tätigkeiten

Neurologische Diagnostik und ergotherapeutische Befundschwerpunkte

Definieren Sie „Plötzlicher Symptombeginn“ fachlich präzise. 1 P
  • Er spricht besonders für ein vaskuläres Ereignis und verlangt bei fokalen Ausfällen sofortige Notfalldiagnostik
Erklären Sie den fachlichen Zusammenhang bei „Schubweiser Verlauf“. 1 P
  • Er passt unter anderem zu entzündlich-demyelinisierenden Erkrankungen wie Multipler Sklerose
Erklären Sie den fachlichen Zusammenhang bei „Langsam progredienter Verlauf“. 1 P
  • Er kann auf degenerative, neuromuskuläre oder raumfordernde Prozesse hinweisen
Definieren Sie „Neurologischer Status“ fachlich präzise. 1 P
  • Geprüft werden Bewusstsein, Hirnnerven, Kraft, Tonus, Reflexe, Koordination, Gang, Sensibilität und vegetative Funktionen
Definieren Sie „CT-Schwerpunkt“ fachlich präzise. 1 P
  • CT eignet sich besonders für schnelle Notfalldiagnostik, frische Blutungen und knöcherne Strukturen
Definieren Sie „MRT-Schwerpunkt“ fachlich präzise. 4 P
  • MRT stellt Gehirn
  • Rückenmark
  • Tumoren
  • Entmarkungsherde und viele Weichteilveränderungen detailliert dar
Definieren Sie „EEG“ fachlich präzise. 1 P
  • Es zeichnet elektrische Hirnaktivität auf und unterstützt vor allem die Einordnung epileptischer Ereignisse
Definieren Sie „EMG und ENG“ fachlich präzise. 2 P
  • EMG untersucht elektrische Muskelaktivität
  • ENG Leitungsgeschwindigkeit und Reizantwort peripherer Nerven
Beschreiben Sie das diagnostische Vorgehen bei „Liquordiagnostik“. 1 P
  • Liquor kann Hinweise auf Entzündung, Blutung, Eiweißvermehrung oder oligoklonale Banden liefern
Beschreiben Sie das diagnostische Vorgehen bei „Ergotherapeutischer Zusatzbefund“. 5 P
  • Er beschreibt die Folgen neurologischer Störungen für Selbstversorgung
  • Handgebrauch
  • Mobilität
  • Kognition
  • Rollen und Umweltanforderungen

Schlaganfall, TIA und vaskuläre Demenz

Erläutern Sie „Ischämischer und hämorrhagischer Schlaganfall“ fachlich strukturiert. 1 P
  • Ischämie entsteht durch Gefäßverschluss, Hämorrhagie durch eine Blutung in oder um das Gehirn
Erläutern Sie Sicherheitsanforderungen und erforderliche Reaktionen bei „FAST-Warnzeichen“. 1 P
  • Gesichtsasymmetrie, Armschwäche und Sprachstörung bedeuten: Zeitpunkt merken und sofort den Notruf auslösen
Definieren Sie „TIA“ fachlich präzise. 2 P
  • Eine vorübergehende fokale neurologische Störung ohne bleibenden klinischen Ausfall
  • Sie ist ein dringendes Schlaganfallwarnzeichen
Definieren Sie „Wichtige Schlaganfallrisiken“ fachlich präzise. 5 P
  • Vor allem Hypertonie
  • Vorhofflimmern
  • Diabetes
  • Rauchen
  • Fettstoffwechselstörung und Bewegungsmangel
Nennen Sie die wesentlichen Aspekte von „Typische Schlaganfallfolgen“. 1 P
  • Möglich sind Hemiparese, Sensibilitätsstörung, Aphasie, Apraxie, Dysarthrie, Gesichtsfeldausfall, Neglect und kognitive Störungen
Definieren Sie „Pusher-Syndrom“ fachlich präzise. 2 P
  • Die subjektive Körpervertikale ist verschoben
  • Betroffene drücken aktiv zur paretischen Seite und widersetzen sich passiver Korrektur
Definieren Sie „Vaskuläre Demenz“ fachlich präzise. 1 P
  • Gefäßschäden verursachen häufig Verlangsamung, Aufmerksamkeits- und Exekutivstörungen sowie einen stufenweisen oder schwankenden Verlauf
Definieren Sie „Migräne mit Aura“ fachlich präzise. 1 P
  • Vorübergehende visuelle, sensible oder sprachliche Symptome entwickeln sich meist allmählich und können dem Kopfschmerz vorausgehen
Definieren Sie „Ergotherapeutische Frühschwerpunkte“ fachlich präzise. 5 P
  • Sichere Positionierung
  • Transfers
  • Arm-Hand-Einsatz
  • Wahrnehmung
  • Alltagsnahe Aktivität; Hilfsmittel und Angehörigenanleitung

Tumoren und andere Raumforderungen von Gehirn und Rückenmark

Nennen Sie die wesentlichen Aspekte von „Hirndruckzeichen“. 4 P
  • Neuartige morgendliche Kopfschmerzen
  • Schwallartiges Erbrechen
  • Stauungspapille
  • Bewusstseinsminderung und zunehmende fokale Ausfälle
Nennen Sie die wesentlichen Aspekte von „Fokale Tumorsymptome“. 1 P
  • Sie richten sich nach der Lage und können Lähmung, Sprach-, Seh-, Gedächtnis- oder Persönlichkeitsveränderung verursachen
Definieren Sie „Glioblastom“ fachlich präzise. 1 P
  • Ein hochmaligner, infiltrativ wachsender glialer Tumor mit rascher Progression und ungünstiger Prognose
Definieren Sie „Meningeom“ fachlich präzise. 1 P
  • Ein meist langsam wachsender, häufig gutartiger Tumor der Hirnhäute, der das Gehirn verdrängen kann
Definieren Sie „Akustikusneurinom“ fachlich präzise. 1 P
  • Typisch sind einseitige Hörminderung, Tinnitus und bei Wachstum weitere Hirnnervenausfälle
Definieren Sie „Hypophysentumor“ fachlich präzise. 1 P
  • Beschwerden entstehen durch Hormonüberproduktion, Hormonausfall oder Druck auf die Sehbahn mit Gesichtsfeldausfällen
Definieren Sie „Pseudotumor cerebri“ fachlich präzise. 2 P
  • Erhöhter Liquordruck ohne Raumforderung
  • Entscheidend ist der Schutz des Sehnervs vor dauerhaftem Visusverlust
Nennen Sie die wesentlichen Aspekte von „Syringomyelie-Folgen“. 1 P
  • Dissoziierte Sensibilitätsstörung, schlaffe Handparesen, Muskelatrophie und unbemerkte trophische Verletzungen sind möglich
Definieren Sie „Ergotherapeutische Tumorschwerpunkte“ fachlich präzise. 5 P
  • Fatigue
  • Anfallsrisiko
  • Kognition
  • Lähmung
  • Handfunktion; Hilfsmittel; Rollenveränderung und palliative Betätigungsziele

Meningitis, Enzephalitis und Hirnabszess

Definieren Sie „Meningitis“ fachlich präzise. 5 P
  • Eine Entzündung der Hirnhäute
  • Häufig mit Fieber
  • Starken Kopfschmerzen
  • Nackensteife
  • Lichtscheu und Bewusstseinsveränderung
Definieren Sie „Bakterielle Meningitis“ fachlich präzise. 1 P
  • Sie ist ein akuter Notfall und erfordert sofortige kalkulierte Antibiotikatherapie sowie gegebenenfalls Isolationsmaßnahmen
Definieren Sie „Petechien bei Meningitisverdacht“ fachlich präzise. 1 P
  • Nicht wegdrückbare Hautblutungen können auf eine Meningokokkeninfektion hinweisen und erhöhen die Dringlichkeit
Definieren Sie „Enzephalitis“ fachlich präzise. 3 P
  • Eine Entzündung des Hirngewebes mit Bewusstseins-
  • Verhaltens- oder Persönlichkeitsänderung
  • Anfällen und fokalen Ausfällen
Definieren Sie „Herpesenzephalitis“ fachlich präzise. 1 P
  • Bei klinischem Verdacht wird früh antiviral behandelt, da zeitliche Verzögerung schwere bleibende Hirnschäden begünstigt
Definieren Sie „Hirnabszess“ fachlich präzise. 1 P
  • Eine umschriebene Eiteransammlung im Gehirn, oft nach fortgeleiteter Infektion oder hämatogener Streuung
Definieren Sie „Lumbalpunktion bei Hirndruck“ fachlich präzise. 1 P
  • Bei Raumforderung oder deutlich erhöhtem Hirndruck kann sie eine gefährliche Einklemmung auslösen
Nennen Sie die wesentlichen Aspekte von „Spätfolgen nach ZNS-Entzündung“. 1 P
  • Fatigue, kognitive Störungen, Paresen, Koordinationsprobleme, Epilepsie und verminderte Belastbarkeit können fortbestehen

Multiple Sklerose

Definieren Sie „Multiple Sklerose“ fachlich präzise. 1 P
  • Eine immunvermittelte Erkrankung des zentralen Nervensystems mit Entzündung, Demyelinisierung und später möglicher Axonschädigung
Erläutern Sie „Räumliche und zeitliche Dissemination“ fachlich strukturiert. 1 P
  • Neurologische Herde treten an verschiedenen ZNS-Orten und zu unterschiedlichen Zeitpunkten auf
Nennen Sie die wesentlichen Aspekte von „Typische MS-Symptome“. 5 P
  • Seh- und Sensibilitätsstörungen
  • Spastische Paresen
  • Ataxie
  • Doppelbilder
  • Blasenstörung; Schmerz; Fatigue und Kognitionsprobleme
Definieren Sie „Uhthoff-Phänomen“ fachlich präzise. 1 P
  • Wärme oder Fieber verstärken vorübergehend bereits vorhandene neurologische Symptome, ohne einen neuen Schub zu bedeuten
Beschreiben Sie das diagnostische Vorgehen bei „MS-Diagnostik“. 3 P
  • MRT
  • Klinischer Verlauf
  • Liquor mit oligoklonalen Banden und gegebenenfalls evozierte Potenziale stützen die Diagnose
Beschreiben Sie das fachliche Vorgehen bei „Schubtherapie“. 1 P
  • Akute Schübe werden häufig kurzzeitig mit hochdosierten Kortikosteroiden behandelt
Beschreiben Sie das fachliche Vorgehen bei „Verlaufsmodifizierende Therapie“. 1 P
  • Sie soll Krankheitsaktivität, neue Läsionen und Schübe reduzieren, heilt die Erkrankung aber nicht
Definieren Sie „Fatigue bei MS“ fachlich präzise. 1 P
  • Eine unverhältnismäßige körperliche oder kognitive Erschöpfung, die Alltag und Teilhabe erheblich begrenzen kann
Beschreiben Sie das fachliche Vorgehen bei „Ergotherapeutisches Energiemanagement“. 4 P
  • Priorisieren
  • Pausen planen
  • Tätigkeiten vereinfachen
  • Umwelt anpassen und anspruchsvolle Aufgaben in leistungsfähige Zeiten legen

Degenerative Erkrankungen: Parkinson, Huntington, Ataxien und Demenzen

Nennen Sie die wesentlichen Aspekte von „Parkinson-Kernzeichen“. 1 P
  • Bradykinese plus mindestens Rigor, Ruhetremor oder posturale Instabilität kennzeichnen das Parkinson-Syndrom
Definieren Sie „Bradykinese“ fachlich präzise. 1 P
  • Bewegungen beginnen verzögert, werden langsamer und verlieren bei Wiederholung an Umfang
Definieren Sie „Freezing“ fachlich präzise. 4 P
  • Eine kurze Bewegungsblockade
  • Besonders beim Starten
  • Drehen
  • An Engstellen oder unter Zeitdruck
Definieren Sie „Parkinson-Off-Phase“ fachlich präzise. 2 P
  • Die Medikamentenwirkung lässt nach
  • Beweglichkeit und Selbstständigkeit können deutlich schwanken
Definieren Sie „Morbus Huntington“ fachlich präzise. 1 P
  • Eine autosomal-dominante Erkrankung mit Chorea, psychischen Veränderungen und fortschreitendem kognitivem Abbau
Definieren Sie „Chorea und Tremor“ fachlich präzise. 2 P
  • Chorea ist unregelmäßig, wechselnd und überschießend
  • Tremor rhythmisch und annähernd regelmäßig
Definieren Sie „Degenerative Ataxie“ fachlich präzise. 3 P
  • Koordination von Stand
  • Gang
  • Zielbewegungen und Sprache verschlechtert sich fortschreitend
Definieren Sie „Demenz“ fachlich präzise. 1 P
  • Ein erworbener kognitiver Abbau mehrerer Bereiche beeinträchtigt selbstständige Alltagsbewältigung
Beschreiben Sie das fachliche Vorgehen bei „Ergotherapie bei Parkinson“. 3 P
  • Externe Rhythmen
  • Große Bewegungsamplituden
  • Strategien gegen Freezing und Anpassung komplexer Alltagsschritte
Beschreiben Sie das fachliche Vorgehen bei „Ergotherapie bei Demenz“. 4 P
  • Vertraute Routinen
  • Bedeutsame Aktivität
  • Klare Umweltstruktur
  • Passende Reizmenge und Angehörigenberatung

Epilepsien und Anfallsmanagement

Definieren Sie „Epileptischer Anfall“ fachlich präzise. 3 P
  • Eine vorübergehende Funktionsstörung durch abnorme synchrone neuronale Aktivität mit motorischen
  • Sensiblen
  • Vegetativen oder psychischen Zeichen
Definieren Sie „Fokaler Anfall“ fachlich präzise. 2 P
  • Er beginnt in einem umschriebenen Hirnnetzwerk
  • Bewusstsein kann erhalten oder beeinträchtigt sein
Definieren Sie „Generalisierter tonisch-klonischer Anfall“ fachlich präzise. 1 P
  • Bewusstseinsverlust, tonische Versteifung, klonische Zuckungen und anschließende Erschöpfung sind typisch
Definieren Sie „Absence“ fachlich präzise. 1 P
  • Eine kurze Bewusstseinsunterbrechung mit abruptem Beginn und Ende, meist ohne Sturz
Definieren Sie „Aura“ fachlich präzise. 4 P
  • Ein bewusst erlebtes fokales Anfallssymptom
  • Etwa Geruch
  • Gefühl
  • Bild oder Missempfindung
Beschreiben Sie das fachliche Vorgehen bei „Erste Hilfe beim Anfall“. 5 P
  • Gefahren entfernen
  • Kopf schützen
  • Zeit messen
  • Nicht festhalten
  • Nichts in den Mund geben und anschließend Atmung prüfen
Erläutern Sie Sicherheitsanforderungen und erforderliche Reaktionen bei „Notruf bei epileptischem Anfall“. 5 P
  • Bei erstmaligem Anfall
  • Verletzung
  • Schwangerschaft
  • Atemproblem
  • Serienanfällen oder Dauer von etwa fünf Minuten
Erläutern Sie Sicherheitsanforderungen und erforderliche Reaktionen bei „Status epilepticus“. 2 P
  • Ein anhaltender Anfall oder wiederholte Anfälle ohne ausreichende Erholung
  • Er ist ein medizinischer Notfall
Definieren Sie „Epilepsie und Betätigungssicherheit“ fachlich präzise. 1 P
  • Risiken beim Baden, Kochen, Arbeiten in Höhe, an Maschinen, im Verkehr und beim Alleinsein müssen individuell bewertet werden

Polyneuropathien und Guillain-Barré-Syndrom

Definieren Sie „Polyneuropathie“ fachlich präzise. 3 P
  • Eine Erkrankung mehrerer peripherer Nerven
  • Meist distal und symmetrisch mit sensiblen
  • Motorischen und autonomen Ausfällen
Erläutern Sie „Strumpf- und handschuhförmige Verteilung“ fachlich strukturiert. 2 P
  • Lange Nervenfasern sind zuerst betroffen
  • Beschwerden beginnen häufig an Füßen und später an Händen
Nennen Sie die wesentlichen Aspekte von „Typische Polyneuropathiesymptome“. 5 P
  • Kribbeln
  • Brennen
  • Taubheit
  • Verminderte Vibration
  • Areflexie; Gangunsicherheit und später distale Schwäche
Nennen Sie die wesentlichen Aspekte von „Häufige Polyneuropathieursachen“. 5 P
  • Diabetes
  • Alkohol
  • Medikamente oder Toxine
  • Vitaminmangel
  • Nierenkrankheit und immunologische Prozesse
Definieren Sie „Diabetische Fußgefährdung“ fachlich präzise. 1 P
  • Sensibilitätsverlust, Druckbelastung und schlechte Heilung lassen kleine Verletzungen unbemerkt fortschreiten
Definieren Sie „Guillain-Barré-Syndrom“ fachlich präzise. 3 P
  • Eine akute immunvermittelte Polyradikuloneuropathie
  • Oft nach Infekt
  • Mit rasch aufsteigender Schwäche und Reflexverlust
Erläutern Sie Sicherheitsanforderungen und erforderliche Reaktionen bei „GBS-Warnzeichen“. 3 P
  • Atemnot
  • Schluckstörung
  • Schnelle Progression sowie autonome Blutdruck- oder Herzrhythmusstörungen
Beschreiben Sie das fachliche Vorgehen bei „Belastungssteuerung bei akutem GBS“. 3 P
  • Überforderung vermeiden
  • Funktionen erhalten
  • Komplikationen vorbeugen und Aufbau erst angepasst an die Erholung steigern
Definieren Sie „Ergotherapeutische Schutzmaßnahmen“ fachlich präzise. 4 P
  • Hautkontrolle
  • Druckentlastung
  • Sturzprophylaxe
  • Hilfsmittel und sichere Kompensation verminderter Sensibilität

Muskelerkrankungen: Dystrophien und Myasthenia gravis

Definieren Sie „Duchenne- und Becker-Dystrophie“ fachlich präzise. 2 P
  • Beide sind Dystrophinopathien
  • Duchenne beginnt früher, schreitet schneller fort und ist meist schwerer als Becker
Nennen Sie die wesentlichen Aspekte von „Gowers-Zeichen“. 1 P
  • Beim Aufstehen stützen sich Betroffene wegen proximaler Beinschwäche mit den Händen an den eigenen Beinen hoch
Definieren Sie „Wadenpseudohypertrophie“ fachlich präzise. 1 P
  • Die Wade wirkt vergrößert, obwohl funktionsfähige Muskelfasern teilweise durch Fett- und Bindegewebe ersetzt sind
Definieren Sie „Myotone Dystrophie“ fachlich präzise. 1 P
  • Muskelschwäche und verzögerte Muskelentspannung treten zusammen mit möglichen Herz-, Augen- und Stoffwechselstörungen auf
Definieren Sie „Myasthenia gravis“ fachlich präzise. 2 P
  • Autoantikörper stören die neuromuskuläre Übertragung
  • Die Schwäche nimmt bei Belastung zu und bessert sich durch Ruhe
Nennen Sie die wesentlichen Aspekte von „Typische Myastheniesymptome“. 5 P
  • Ptosis
  • Doppelbilder
  • Wechselnde Sprech-
  • Kau-
  • Schluck- und proximale Muskelschwäche
Definieren Sie „Myasthene Krise“ fachlich präzise. 2 P
  • Akute Atem- oder schwere Schluckschwäche mit Aspirationsgefahr
  • Sie verlangt sofortige medizinische Behandlung
Definieren Sie „Überlastungsgefahr bei Muskelerkrankung“ fachlich präzise. 1 P
  • Maximale oder erschöpfende Belastung kann bei fortschreitender oder stark ermüdbarer Erkrankung die Funktion verschlechtern
Definieren Sie „Ergotherapeutische Energiestrategien“ fachlich präzise. 4 P
  • Tätigkeiten verteilen
  • Pausen vor Erschöpfung setzen
  • Hilfsmittel nutzen
  • Wege verkürzen und wichtige Aktivitäten priorisieren

Die Fragen und Antworten wurden aus den redaktionellen Lerntexten dieses Kapitels abgeleitet. Jede Antwort gehört ausschließlich zu der unmittelbar darüberstehenden Frage.

Hinweise des Lehrplans
  • vgl. Lehrplan Neurophysiologische Behandlungsverfahren vgl. Lehrplan Motorisch-funktionelle Behandlungsverfahren
  • vgl. Lehrplan Neuropsychologische Behandlungsverfahren
  • Überblick
  • vgl. Lehrplan Biologie, Anatomie und Physiologie
  • vgl. Lehrpläne Neurophysiologische Behandlungsverfahren und Neuropsychologische Behandlungsverfahren
  • vgl. LPE 8
  • vgl. Lehrpläne Neurophysiologische Behandlungsverfahren und Neuropsychologische Behandlungsverfahren

Quelle: Sächsisches Staatsministerium für Kultus: Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin, freigegeben ab 1. August 2020, S. 57.

07 Psychosomatik 10 Ustd. 135 Unterfragen
Lehrplananforderung

Die Schülerinnen und Schüler kennen wesentliche psychosomatische Erkrankungen. Sie sind in der Lage, deren Folgen für die Handlungsfähigkeit der Betroffenen zu erkennen und zu beschreiben.

Quelle: Sächsisches Staatsministerium für Kultus: Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin, freigegeben ab 1. August 2020, S. 59.

Fragen & Antworten135

Kapitelkern

Definieren Sie „Gegenstand der Psychosomatik“ fachlich präzise. 1 P
  • Körperliche, psychische und soziale Einflüsse auf Entstehung, Verlauf, Erleben und Behandlung von Krankheit werden gemeinsam betrachtet
Definieren Sie „Psychosomatik: Asthma bronchiale“ fachlich präzise. 1 P
  • Eine chronisch entzündliche Atemwegserkrankung, deren Beschwerden durch Stress und Angst verstärkt werden können, ohne dadurch allein verursacht zu sein
Definieren Sie „Essstörungen“ fachlich präzise. 5 P
  • Anorexie
  • Bulimie und Binge-Eating verändern Essverhalten
  • Körpererleben
  • Gesundheit
  • Tagesstruktur und soziale Teilhabe
Definieren Sie „Migräne“ fachlich präzise. 3 P
  • Eine neurologische Attackenerkrankung
  • Bei der Trigger
  • Reizempfindlichkeit und unvorhersehbare Ausfälle die Handlungsfähigkeit beeinflussen
Erläutern Sie „Psychosomatische Herzkrankheiten und Herzbeschwerden“ fachlich strukturiert. 2 P
  • Autonome Aktivierung und Angst können Herzsymptome verstärken
  • Organische Gefahren müssen zuvor angemessen abgeklärt werden
Definieren Sie „Phobien“ fachlich präzise. 2 P
  • Übermäßige Angst und Vermeidung verkleinern den Lebensradius
  • Abgestimmte Exposition ermöglicht neue Lernerfahrungen
Definieren Sie „Schmerzkrankheit“ fachlich präzise. 1 P
  • Chronischer Schmerz entsteht und bleibt durch körperliche, neuronale, psychische und soziale Faktoren beeinflusst und benötigt multimodale Behandlung
Definieren Sie „Therapeutische Konzepte“ fachlich präzise. 1 P
  • Medizin, Psychotherapie, Entspannung, Bewegung, Ergotherapie und soziale Unterstützung werden an Risiken und Alltagszielen ausgerichtet

Psychosomatik und biopsychosoziale Wechselwirkungen

Definieren Sie „Psychosomatik“ fachlich präzise. 3 P
  • Die Lehre von körperlichen
  • Psychischen und sozialen Wechselwirkungen bei Entstehung
  • Verlauf und Behandlung von Krankheiten
Definieren Sie „Biopsychosoziales Modell“ fachlich präzise. 1 P
  • Krankheit und Gesundheit entstehen aus dem Zusammenwirken biologischer, psychischer und sozialer Bedingungen
Definieren Sie „Trennung von körperlich und psychisch“ fachlich präzise. 1 P
  • Eine scharfe Trennung ist meist unzutreffend, weil Körper, Erleben, Verhalten und Umwelt sich fortlaufend beeinflussen
Erläutern Sie „Psychosomatische Beschwerden als Einbildung“ fachlich strukturiert. 2 P
  • Nein
  • Die Beschwerden sind real, auch wenn psychische und soziale Faktoren ihre Stärke oder ihren Verlauf mitbestimmen
Erklären Sie den fachlichen Zusammenhang bei „Psychische Mitwirkung als Schuld“. 2 P
  • Nein
  • Psychische Einflüsse sind keine persönliche Schuld und dürfen nicht zur Abwertung oder vorschnellen Erklärung führen
Definieren Sie „Organische Abklärung“ fachlich präzise. 1 P
  • Körperliche Ursachen, Begleiterkrankungen und Warnzeichen müssen vor oder parallel zur psychosomatischen Behandlung geprüft werden
Erklären Sie den fachlichen Zusammenhang bei „Funktionelle Beschwerden“. 1 P
  • Beschwerden mit gestörter Funktion, bei denen die Symptomlast nicht allein durch nachweisbare Strukturschäden erklärt wird
Definieren Sie „Klassische Psychosomatosen“ fachlich präzise. 2 P
  • Eine historische Gruppe körperlicher Erkrankungen mit vermuteter psychischer Mitwirkung
  • Sie gilt nicht als einfache Ursachenlehre
Nennen Sie die wesentlichen Aspekte von „Psychosomatische Krankheitsfolgen“. 1 P
  • Schmerz, Erschöpfung, Angst, Vermeidung und Unsicherheit können Alltag, Rollen, Beziehungen und Teilhabe einschränken
Definieren Sie „Aufgabe der Psychosomatik“ fachlich präzise. 4 P
  • Körperliche Befunde
  • Erleben
  • Verhalten
  • Beziehungen und Lebensbedingungen gemeinsam verstehen und behandeln
Definieren Sie „Therapeutische Grundhaltung“ fachlich präzise. 3 P
  • Beschwerden ernst nehmen
  • Sicherheit vermitteln
  • Ressourcen suchen und Erklärungen gemeinsam statt belehrend entwickeln

Stress, Bewertung und Bewältigung

Definieren Sie „Wortherkunft Stress“ fachlich präzise. 1 P
  • Englisch stress geht über mittelenglisch stresse und altfranzösisch estrece auf lateinisch strictus zurück, das Partizip von stringere: eng zusammenziehen
Definieren Sie „Stressor“ fachlich präzise. 1 P
  • Ein innerer oder äußerer Reiz, der Anforderungen stellt und eine Stressreaktion auslösen kann
Definieren Sie „Stressreaktion“ fachlich präzise. 3 P
  • Die körperliche
  • Emotionale
  • Kognitive und verhaltensbezogene Antwort auf als bedeutsam bewertete Anforderungen
Definieren Sie „Eustress“ fachlich präzise. 1 P
  • Positiv erlebte, anregende Beanspruchung, die Motivation und Leistungsbereitschaft fördern kann
Definieren Sie „Distress“ fachlich präzise. 1 P
  • Unangenehme, als belastend oder kaum bewältigbar erlebte Beanspruchung mit erhöhtem Spannungszustand
Erläutern Sie „Primäre Bewertung nach Lazarus“ fachlich strukturiert. 1 P
  • Die Situation wird als irrelevant, günstig oder belastend sowie als Herausforderung, Bedrohung oder Verlust eingeordnet
Erläutern Sie „Sekundäre Bewertung nach Lazarus“ fachlich strukturiert. 4 P
  • Die Person prüft
  • Ob Fähigkeiten
  • Zeit
  • Unterstützung und andere Ressourcen zur Bewältigung ausreichen
Definieren Sie „Problemorientiertes Coping“ fachlich präzise. 4 P
  • Konkrete Veränderung der Belastung
  • Etwa Planung
  • Informationssuche
  • Grenzsetzung oder praktische Unterstützung
Definieren Sie „Emotionsorientiertes Coping“ fachlich präzise. 4 P
  • Regulation der inneren Reaktion
  • Etwa durch Akzeptanz
  • Entspannung
  • Perspektivwechsel oder soziale Unterstützung
Definieren Sie „Neubewertung“ fachlich präzise. 1 P
  • Nach einem Bewältigungsversuch wird geprüft, ob sich Bedeutung, Gefahr oder eigene Handlungsmöglichkeiten verändert haben
Definieren Sie „Akute Stresssysteme“ fachlich präzise. 2 P
  • Sympathikus und Nebennierenmark reagieren rasch
  • Die Hypothalamus-Hypophysen-Nebennierenrinden-Achse wirkt hormonell länger
Definieren Sie „Wichtige Stresshormone“ fachlich präzise. 2 P
  • Adrenalin und Noradrenalin fördern schnelle Aktivierung
  • Cortisol stellt längerfristig Energie bereit und reguliert Immunprozesse
Nennen Sie die wesentlichen Aspekte von „Chronische Stressfolgen“. 1 P
  • Möglich sind Schlafstörung, Erschöpfung, Reizbarkeit, Konzentrationsprobleme, ungünstige Gewohnheiten und körperliche Dysregulation
Erläutern Sie „Ressourcen in der Stressbewältigung“ fachlich strukturiert. 5 P
  • Gesundheit
  • Wissen
  • Selbstwirksamkeit
  • Zeit
  • Soziale Unterstützung; Handlungsspielraum und erholsame Routinen
Definieren Sie „Ergotherapeutische Stressanalyse“ fachlich präzise. 5 P
  • Sie ordnet Belastungen
  • Bewertungen
  • Körperzeichen
  • Routinen
  • Vermeidung; Ressourcen und Folgen für bedeutsame Betätigungen

Asthma bronchiale: Entzündung, Anfall und Alltag

Erläutern Sie „Krankheitsprinzip des Asthma bronchiale“ fachlich strukturiert. 1 P
  • Eine chronisch entzündliche Atemwegserkrankung mit überempfindlichen Bronchien und anfallsweise variabler Atemwegsverengung
Nennen Sie die wesentlichen Aspekte von „Typische Asthmasymptome“. 5 P
  • Anfallsartige Atemnot
  • Pfeifende Atmung
  • Husten
  • Brustenge und erschwerte
  • Verlängerte Ausatmung
Definieren Sie „Bronchiale Hyperreagibilität“ fachlich präzise. 5 P
  • Die Bronchien reagieren übermäßig auf Reize wie Allergene
  • Infekte
  • Kälte
  • Rauch
  • Belastung oder starke Emotionen
Erläutern Sie „Psychische Belastung bei Asthma“ fachlich strukturiert. 1 P
  • Stress und Angst können Symptome verstärken und den Umgang erschweren, erklären aber die entzündliche Erkrankung nicht allein
Definieren Sie „Atemnot-Angst-Kreislauf“ fachlich präzise. 2 P
  • Atemnot erzeugt Angst
  • Beschleunigte Atmung und Muskelanspannung steigern wiederum Engegefühl und Kontrollverlust
Definieren Sie „Peak-Flow-Messung“ fachlich präzise. 1 P
  • Sie misst den maximalen Ausatemstrom und kann persönliche Verschlechterungen früh anzeigen
Beschreiben Sie das fachliche Vorgehen bei „Entzündungshemmende Asthmatherapie“. 1 P
  • Inhalative Kortikosteroide behandeln die chronische Entzündung und senken das Risiko schwerer Anfälle
Definieren Sie „Bronchienerweiternde Medikamente“ fachlich präzise. 2 P
  • Sie entspannen die Bronchialmuskulatur und erleichtern die Atmung
  • Anwendung und Häufigkeit folgen dem ärztlichen Plan
Nennen Sie die wesentlichen Aspekte von „Asthma-Notfallzeichen“. 4 P
  • Schwere Sprechatemnot
  • Zyanose
  • Erschöpfung
  • Bewusstseinsstörung oder fehlende Wirkung der Notfallmedikation verlangen Hilfe
Definieren Sie „Asthma im Alltag“ fachlich präzise. 1 P
  • Unsicherheit, Triggervermeidung und reduzierte Belastbarkeit können Sport, Schlaf, Arbeit, Reisen und soziale Teilhabe begrenzen
Definieren Sie „Ergotherapeutische Asthmaschwerpunkte“ fachlich präzise. 4 P
  • Belastung dosieren
  • Pausen planen
  • Inhalation in Routinen verankern
  • Angst reduzieren und sichere Aktivität fördern

Essstörungen: Muster, Risiken und Handlungsfähigkeit

Definieren Sie „Anorexia nervosa“ fachlich präzise. 3 P
  • Eine Essstörung mit anhaltender Nahrungsrestriktion
  • Deutlich niedrigem Gewicht
  • Gewichtszunahmeangst und gestörtem Körpererleben
Definieren Sie „Bulimia nervosa“ fachlich präzise. 1 P
  • Wiederholte Essanfälle mit Kontrollverlust und anschließenden Maßnahmen zur Verhinderung einer Gewichtszunahme
Definieren Sie „Binge-Eating-Störung“ fachlich präzise. 1 P
  • Wiederholte Essanfälle mit Kontrollverlust, jedoch ohne regelmäßige kompensatorische Maßnahmen wie Erbrechen oder Fasten
Definieren Sie „Essanfall“ fachlich präzise. 1 P
  • Aufnahme einer ungewöhnlich großen Nahrungsmenge in begrenzter Zeit mit dem Erleben, nicht aufhören zu können
Definieren Sie „Kompensatorische Maßnahmen“ fachlich präzise. 3 P
  • Erbrechen
  • Fasten
  • Exzessive Bewegung oder Missbrauch von Abführmitteln und anderen Präparaten zur Gewichtskontrolle
Definieren Sie „Körperbildstörung“ fachlich präzise. 1 P
  • Körperform und Gewicht werden verzerrt bewertet oder erhalten einen übermäßigen Einfluss auf Selbstwert und Verhalten
Definieren Sie „Restriktions-Essanfall-Kreislauf“ fachlich präzise. 2 P
  • Strenge Einschränkung erhöht Hunger und gedankliche Fixierung
  • Essanfälle führen zu Scham und erneuter Restriktion
Erläutern Sie „Körperliche Risiken der Anorexie“ fachlich strukturiert. 5 P
  • Unter anderem Bradykardie
  • Kreislaufprobleme
  • Hormonstörungen
  • Knochenschwund
  • Muskelschwäche und Organschäden
Erläutern Sie „Körperliche Risiken der Bulimie“ fachlich strukturiert. 5 P
  • Elektrolytstörungen
  • Herzrhythmusstörungen
  • Zahnschäden
  • Speiseröhrenreizungen
  • Dehydration und Nierenschäden
Erläutern Sie Sicherheitsanforderungen und erforderliche Reaktionen bei „Akute Warnzeichen bei Essstörungen“. 5 P
  • Ohnmacht
  • Brustschmerz
  • Ausgeprägte Schwäche
  • Blut im Erbrochenen
  • Verwirrtheit oder Suizidalität erfordern sofortige Abklärung
Beschreiben Sie das diagnostische Vorgehen bei „Multimodale Diagnostik“. 1 P
  • Gespräch, Ess- und Gewichtsverlauf, medizinische Untersuchung, Labor, psychische Begleiterkrankungen und Alltagsfolgen werden verbunden
Beschreiben Sie das fachliche Vorgehen bei „Behandlungsgrundlagen“. 4 P
  • Medizinische Stabilisierung
  • Ernährungsaufbau
  • Psychotherapie
  • Psychoedukation und bei Bedarf Einbezug der Familie
Beschreiben Sie das fachliche Vorgehen bei „Regelmäßige Mahlzeiten“. 1 P
  • Eine verlässliche Struktur vermindert extremes Hungern, Essanfälle und die ständige gedankliche Beschäftigung mit Nahrung
Nennen Sie die wesentlichen Aspekte von „Ergotherapeutische Essstörungsziele“. 4 P
  • Tagesstruktur
  • Körperwahrnehmung
  • Emotionsregulation
  • Soziale Teilhabe und Aktivitäten jenseits von Gewicht und Leistung stärken
Beschreiben Sie das fachliche Vorgehen bei „Ergotherapie beim Kochen“. 1 P
  • Planen, Einkaufen und Zubereiten können alltagsnah geübt werden, müssen aber mit dem interprofessionellen Behandlungsplan abgestimmt sein

Migräne: Attacken, Auslöser und Betätigungsmanagement

Definieren Sie „Migräne als Attackenerkrankung“ fachlich präzise. 1 P
  • Eine primäre neurologische Erkrankung mit wiederkehrenden Kopfschmerzattacken und typischen Begleitsymptomen
Definieren Sie „Typische Migräneattacke“ fachlich präzise. 1 P
  • Häufig pulsierender, mittelstarker bis starker Schmerz mit Übelkeit sowie Licht- und Geräuschempfindlichkeit
Definieren Sie „Migräneaura“ fachlich präzise. 4 P
  • Vorübergehende
  • Vollständig rückläufige neurologische Symptome
  • Meist Sehphänomene
  • Sensibilitäts- oder Sprachstörungen
Definieren Sie „Migränetrigger“ fachlich präzise. 5 P
  • Individuelle Auslöser wie Stresswechsel
  • Schlafmangel
  • Unregelmäßige Mahlzeiten
  • Alkohol
  • Hormonschwankungen oder starke Reize
Definieren Sie „Trigger als Ursache“ fachlich präzise. 2 P
  • Nein
  • Trigger können eine Attacke begünstigen, sind aber nicht die grundlegende Ursache der Migräne
Definieren Sie „Kopfschmerztagebuch“ fachlich präzise. 5 P
  • Es dokumentiert Häufigkeit
  • Dauer
  • Symptome
  • Medikamente
  • Belastungen und mögliche Muster ohne zwanghafte Selbstbeobachtung
Beschreiben Sie das fachliche Vorgehen bei „Akuttherapie der Migräne“. 1 P
  • Früh eingesetzte geeignete Schmerz- oder Migränemittel, Ruhe und Reizreduktion nach individuellem ärztlichem Plan
Beschreiben Sie das fachliche Vorgehen bei „Migräneprophylaxe“. 1 P
  • Regelmäßige Lebensführung, Bewegung, Entspannung und bei häufigen Attacken vorbeugende Medikamente können die Belastung senken
Definieren Sie „Medikamentenübergebrauchskopfschmerz“ fachlich präzise. 2 P
  • Zu häufige Einnahme von Akutmitteln kann Kopfschmerzen verstetigen
  • Einnahmetage müssen ärztlich überprüft werden
Erläutern Sie Sicherheitsanforderungen und erforderliche Reaktionen bei „Kopfschmerz-Warnzeichen“. 4 P
  • Plötzlicher stärkster Schmerz
  • Fieber
  • Bewusstseinsstörung
  • Neue Lähmung oder Kopfschmerz nach Trauma verlangen rasche Abklärung
Nennen Sie die wesentlichen Aspekte von „Migränefolgen für Handlungsfähigkeit“. 1 P
  • Attacken und Erwartungsangst können Arbeit, Lernen, Haushalt, Mobilität, soziale Termine und Erholung einschränken
Beschreiben Sie das fachliche Vorgehen bei „Ergotherapeutisches Migränemanagement“. 3 P
  • Reize und Tagesrhythmus anpassen
  • Pausen planen
  • Frühzeichen beachten und verlässliche Rückkehrstrategien entwickeln

Psychosomatische Herzkrankheiten und funktionelle Herzbeschwerden

Definieren Sie „Psychosomatische Herzbeschwerden: Einordnung“ fachlich präzise. 1 P
  • Herzbezogene Symptome, deren Ausprägung durch autonome Aktivierung, Angst, Aufmerksamkeit und Verhalten mitbeeinflusst wird
Erklären Sie den fachlichen Zusammenhang bei „Funktionelle Herzbeschwerden“. 4 P
  • Herzklopfen
  • Brustenge
  • Atemnot oder Schwindel ohne ausreichenden strukturellen Befund
  • Aber mit realer Symptomlast
Definieren Sie „Autonome Aktivierung“ fachlich präzise. 1 P
  • Sympathische Erregung steigert Puls, Blutdruck, Atmung und Muskelspannung und kann Herzempfindungen verstärken
Definieren Sie „Herzangst-Kreislauf“ fachlich präzise. 1 P
  • Körperempfindungen werden bedrohlich gedeutet, stärker kontrolliert und dadurch intensiver wahrgenommen
Nennen Sie die wesentlichen Aspekte von „Panik und Herzsymptome“. 1 P
  • Panik kann Herzrasen, Brustenge, Atemnot und Schwindel auslösen, darf aber nicht ohne Untersuchung angenommen werden
Definieren Sie „Essentielle Hypertonie“ fachlich präzise. 2 P
  • Ein multifaktorieller Bluthochdruck ohne einzelne erkennbare Ursache
  • Genetik, Alter, Lebensstil und Stress können zusammenwirken
Erläutern Sie „Psychische Faktoren bei Herzerkrankung“ fachlich strukturiert. 1 P
  • Stress, Depression und Angst können Verhalten, Erholung und Krankheitsverlauf beeinflussen, ersetzen aber keine somatische Erklärung
Erläutern Sie Sicherheitsanforderungen und erforderliche Reaktionen bei „Kardiale Warnzeichen“. 5 P
  • Neue starke Brustschmerzen
  • Ausstrahlung
  • Atemnot
  • Kaltschweißigkeit
  • Ohnmacht oder Leistungseinbruch erfordern rasche Abklärung
Erläutern Sie „Schonverhalten nach unauffälliger Abklärung“ fachlich strukturiert. 2 P
  • Dauerhafte Vermeidung senkt Kondition und Vertrauen
  • Aktivität sollte abgestuft und medizinisch abgesichert aufgebaut werden
Definieren Sie „Ergotherapeutische Herzschwerpunkte“ fachlich präzise. 3 P
  • Alltagsbelastung dosieren
  • Körpersignale einordnen
  • Aktivitätsbalance herstellen und sichere Rückkehr in Rollen unterstützen

Phobien: Angst, Vermeidung und Exposition

Definieren Sie „Phobie“ fachlich präzise. 1 P
  • Eine anhaltende, übermäßige Angst vor bestimmten Objekten oder Situationen mit Vermeidung und deutlicher Alltagsbeeinträchtigung
Definieren Sie „Spezifische Phobie“ fachlich präzise. 5 P
  • Angst vor klar begrenzten Auslösern wie Tieren
  • Höhe
  • Blut
  • Spritzen
  • Fliegen oder engen Räumen
Definieren Sie „Agoraphobie“ fachlich präzise. 1 P
  • Angst vor Situationen, aus denen Flucht schwierig erscheint oder Hilfe bei panikartigen Symptomen nicht erreichbar wäre
Definieren Sie „Soziale Phobie“ fachlich präzise. 1 P
  • Ausgeprägte Angst vor negativer Bewertung, Bloßstellung oder Versagen in sozialen oder leistungsbezogenen Situationen
Nennen Sie die wesentlichen Aspekte von „Körperliche Angstsymptome“. 1 P
  • Herzrasen, Schwitzen, Zittern, Atemnot, Schwindel, Übelkeit, Muskelspannung und Derealisation sind möglich
Definieren Sie „Vermeidung als Aufrechterhaltung“ fachlich präzise. 1 P
  • Sie senkt Angst kurzfristig, verhindert aber korrigierende Erfahrungen und verstärkt langfristig Bedrohungserwartungen
Erläutern Sie Sicherheitsanforderungen und erforderliche Reaktionen bei „Sicherheitsverhalten“. 4 P
  • Hilfen oder Rituale
  • Die scheinbar Gefahr verhindern
  • Etwa ständige Begleitung
  • Fluchtwegekontrolle oder Körperprüfung
Definieren Sie „Exposition“ fachlich präzise. 1 P
  • Geplante Konfrontation mit gefürchteten Situationen, damit neue Lernerfahrungen ohne Flucht oder starre Sicherheitsrituale entstehen
Definieren Sie „Exposition ohne Zustimmung“ fachlich präzise. 3 P
  • Nein
  • Ziele, Vorgehen und Belastungsrahmen werden gemeinsam vereinbart
  • Zwang beschädigt Sicherheit und Therapieallianz
Definieren Sie „Phobie und Handlungsfähigkeit“ fachlich präzise. 1 P
  • Mobilität, Einkauf, Arbeit, Bildung, Freizeit, medizinische Versorgung und soziale Beziehungen können stark eingeschränkt sein
Definieren Sie „Ergotherapeutische Expositionsaufgabe“ fachlich präzise. 1 P
  • Eine bedeutsame Alltagshandlung wird in machbare Schritte zerlegt, praktisch erprobt und anschließend ausgewertet

Chronische Schmerzkrankheit und Aktivitätssteuerung

Definieren Sie „Akuter Schmerz“ fachlich präzise. 1 P
  • Ein Warn- und Schutzsignal bei tatsächlicher oder drohender Gewebeschädigung, das meist mit Heilung wieder abnimmt
Definieren Sie „Chronischer Schmerz“ fachlich präzise. 1 P
  • Schmerz, der über die erwartete Heilungszeit hinaus anhält oder als eigenständige Erkrankung fortbesteht
Definieren Sie „Nozizeptiver Schmerz“ fachlich präzise. 1 P
  • Schmerz durch Aktivierung von Schmerzrezeptoren bei Gewebereizung, Entzündung oder Verletzung
Definieren Sie „Neuropathischer Schmerz“ fachlich präzise. 1 P
  • Schmerz durch Schädigung oder Erkrankung des somatosensorischen Nervensystems, häufig brennend oder elektrisierend
Definieren Sie „Nociplastischer Schmerz“ fachlich präzise. 1 P
  • Veränderte Schmerzverarbeitung ohne ausreichenden Nachweis fortbestehender Gewebeschädigung oder klarer Nervenschädigung
Definieren Sie „Zentrale Sensibilisierung“ fachlich präzise. 2 P
  • Das Nervensystem reagiert verstärkt auf Reize
  • Schmerz kann leichter ausgelöst werden und länger anhalten
Definieren Sie „Schmerzstärke und Gewebeschaden“ fachlich präzise. 1 P
  • Bei chronischem Schmerz besteht kein verlässliches Eins-zu-eins-Verhältnis zwischen empfundener Stärke und aktuellem Schaden
Definieren Sie „Fear-Avoidance-Kreislauf“ fachlich präzise. 1 P
  • Katastrophische Bewertung führt zu Angst und Schonung, dadurch sinken Kondition, Vertrauen und Teilhabe
Definieren Sie „Boom-and-Bust-Muster“ fachlich präzise. 2 P
  • Gute Tage werden übernutzt, danach folgen Schmerzanstieg und lange Erholung
  • Die Belastbarkeit schwankt immer stärker
Definieren Sie „Pacing“ fachlich präzise. 1 P
  • Aktivitäten werden planvoll dosiert, gewechselt und vor starker Eskalation unterbrochen, statt nur nach Schmerzspitzen zu reagieren
Beschreiben Sie das fachliche Vorgehen bei „Multimodale Schmerztherapie“. 3 P
  • Medizinische
  • Psychologische
  • Bewegungsbezogene und alltagsorientierte Verfahren verfolgen gemeinsame funktionelle Ziele
Erläutern Sie Sicherheitsanforderungen und erforderliche Reaktionen bei „Schmerz-Warnzeichen“. 4 P
  • Neue Lähmung
  • Blasen-Mastdarm-Störung
  • Fieber
  • Schweres Trauma oder rasche Verschlechterung benötigen dringende Abklärung
Nennen Sie die wesentlichen Aspekte von „Ergotherapeutische Schmerzziele“. 5 P
  • Bedeutsame Aktivität
  • Selbstwirksamkeit
  • Schlafroutine
  • Belastungssteuerung
  • Hilfsmittelgebrauch und soziale Teilhabe verbessern

Therapeutische Konzepte der Psychosomatik

Beschreiben Sie das fachliche Vorgehen bei „Integrierte psychosomatische Behandlung“. 1 P
  • Medizinische und psychotherapeutische Verfahren werden mit bewegungs-, alltags- und sozialbezogenen Angeboten abgestimmt
Definieren Sie „Psychoedukation“ fachlich präzise. 3 P
  • Verständliche Information über Symptome
  • Wechselwirkungen
  • Behandlung und eigene Einflussmöglichkeiten
Beschreiben Sie das fachliche Vorgehen bei „Kognitive Verhaltenstherapie“. 3 P
  • Sie bearbeitet ungünstige Bewertungen
  • Vermeidung
  • Sicherheitsverhalten und Gewohnheiten durch Lernen und Erprobung
Beschreiben Sie das fachliche Vorgehen bei „Psychodynamische Therapie“. 1 P
  • Sie untersucht unbewusste Konflikte, Affekte und Beziehungsmuster, die Beschwerden und Bewältigung mitprägen können
Definieren Sie „Therapeutische Beziehung“ fachlich präzise. 3 P
  • Vertrauen
  • Verlässlichkeit
  • Transparenz und gemeinsames Entscheiden bilden eine zentrale Grundlage der Behandlung
Definieren Sie „Progressive Muskelrelaxation“ fachlich präzise. 1 P
  • Muskelgruppen werden systematisch angespannt und gelöst, um Spannung wahrzunehmen und körperliche Regulation zu üben
Beschreiben Sie das fachliche Vorgehen bei „Autogenes Training“. 1 P
  • Ein Verfahren konzentrativer Selbstentspannung mit formelhaften Vorstellungen von Ruhe, Schwere und Wärme
Definieren Sie „Achtsamkeit“ fachlich präzise. 1 P
  • Aufmerksames Wahrnehmen gegenwärtiger Erfahrungen ohne sofortige Bewertung oder automatische Reaktion
Definieren Sie „Körperorientierte Verfahren“ fachlich präzise. 3 P
  • Bewegung
  • Atmung und Körperwahrnehmung helfen
  • Signale differenzierter zu erkennen und Regulation praktisch zu erlernen
Beschreiben Sie das fachliche Vorgehen bei „Einzeltherapie“. 3 P
  • Sie ermöglicht individuelle Diagnostik
  • Schutz
  • Zielarbeit und Bearbeitung persönlicher Muster
Beschreiben Sie das fachliche Vorgehen bei „Gruppentherapie“. 3 P
  • Sie bietet soziale Rückmeldung
  • Beziehungserfahrungen
  • Gemeinsames Lernen und Übung von Kommunikation
Definieren Sie „Paar- und Familiengespräche“ fachlich präzise. 4 P
  • Sie klären Belastungen
  • Rollen
  • Unterstützung
  • Grenzen und aufrechterhaltende Interaktionsmuster
Erläutern Sie „Medikamente in der Psychosomatik“ fachlich strukturiert. 1 P
  • Sie behandeln je nach Diagnose körperliche oder psychische Symptome, ersetzen aber keine umfassende Ursachen- und Alltagsarbeit
Beurteilen Sie „Therapieerfolg“ anhand fachlicher Kriterien. 3 P
  • Mehr Sicherheit
  • Flexible Bewältigung
  • Bessere Funktion und Teilhabe zählen ebenso wie eine Abnahme der Symptome

Ergotherapie bei psychosomatischen Erkrankungen

Beschreiben Sie das diagnostische Vorgehen bei „Ergotherapeutischer Psychosomatikbefund“. 1 P
  • Erfasst werden Betätigungen, Rollen, Tagesstruktur, Belastungsgrenzen, Körpererleben, Vermeidung, Ressourcen und Kontextfaktoren
Definieren Sie „Betätigungsorientiertes Ziel“ fachlich präzise. 1 P
  • Eine konkret bedeutsame Alltagshandlung soll sicherer, selbstständiger, regelmäßiger oder wieder möglich werden
Beschreiben Sie das fachliche Vorgehen bei „Kompetenzzentrierte Methode“. 1 P
  • Eine überschaubare Aufgabe fördert Fertigkeiten, Problemlösen, Ausdauer und erlebbare Selbstwirksamkeit
Beschreiben Sie das fachliche Vorgehen bei „Ausdruckszentrierte Methode“. 2 P
  • Gestaltung dient dem Wahrnehmen und Darstellen innerer Erfahrungen
  • Das Ergebnis wird nicht diagnostisch überinterpretiert
Beschreiben Sie das fachliche Vorgehen bei „Interaktionelle Methode“. 3 P
  • Eine gemeinsame Aufgabe macht Kommunikation
  • Rollen
  • Grenzen und Konfliktverhalten unmittelbar erlebbar und reflektierbar
Definieren Sie „Körperwahrnehmung“ fachlich präzise. 1 P
  • Körperzeichen werden differenziert beobachtet, ohne sie zu ignorieren oder automatisch als Gefahr zu bewerten
Definieren Sie „Aktivitätsbalance“ fachlich präzise. 1 P
  • Belastende, notwendige, erholsame und bedeutungsvolle Tätigkeiten werden so verteilt, dass Überforderung und Rückzug abnehmen
Beschreiben Sie das fachliche Vorgehen bei „Alltagsbezogene Entspannung“. 1 P
  • Regulationsverfahren werden an konkrete Situationen wie Arbeitsbeginn, Schmerzanstieg, Schlafvorbereitung oder Atemnot gekoppelt
Definieren Sie „Gestufte Tätigkeitsaufnahme“ fachlich präzise. 1 P
  • Eine vermiedene oder überfordernde Handlung wird in planbare Schritte zerlegt und mit angemessener Belastung wiederholt
Definieren Sie „Kontextfaktoren“ fachlich präzise. 5 P
  • Wohnumfeld
  • Familie
  • Arbeit
  • Zeitdruck
  • Erwartungen; finanzielle Bedingungen und soziale Unterstützung beeinflussen Handlungsfähigkeit
Beschreiben Sie das fachliche Vorgehen bei „Traumasensible Ergotherapie“. 4 P
  • Vorhersehbarkeit
  • Wahlmöglichkeiten
  • Grenzen und Stabilisierung stehen im Vordergrund
  • Konfrontative Traumabearbeitung gehört in Fachbehandlung
Erläutern Sie „Kreative Medien bei Trauma“ fachlich strukturiert. 1 P
  • Sie können Ausdruck und Distanzierung ermöglichen, dürfen aber Erinnerungen nicht unkontrolliert aktivieren oder als Deutungstest dienen
Definieren Sie „Gruppenangebot“ fachlich präzise. 1 P
  • Gemeinsame Betätigung fördert Zugehörigkeit und soziale Kompetenzen, benötigt aber klare Regeln und dosierbare Anforderungen
Beurteilen Sie „Erfolgskontrolle“ anhand fachlicher Kriterien. 1 P
  • Fortschritt zeigt sich an konkreten Betätigungen, Belastbarkeit, Teilhabe, Selbststeuerung und subjektiv bedeutsamen Zielen
Definieren Sie „Interprofessionelle Abstimmung“ fachlich präzise. 1 P
  • Medizinische Risiken, Psychotherapieziele, Ernährung, Bewegung und Alltagsinterventionen müssen widerspruchsfrei koordiniert werden

Die Fragen und Antworten wurden aus den redaktionellen Lerntexten dieses Kapitels abgeleitet. Jede Antwort gehört ausschließlich zu der unmittelbar darüberstehenden Frage.

Hinweise des Lehrplans
  • Querverweis zur Kinder- und Jugendpsychiatrie
  • vgl. LPE 6
  • Überblick

Quelle: Sächsisches Staatsministerium für Kultus: Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin, freigegeben ab 1. August 2020, S. 59.

08 Psychiatrie/Gerontopsychiatrie 30 Ustd. 285 Unterfragen
Lehrplananforderung

Die Schülerinnen und Schüler setzen sich mit allgemeinen psychopathologischen Veränderungen auseinander und besitzen einen Überblick über psychische Erkrankungen. Sie kennen die krankheitsbedingten Veränderungen der Persönlichkeit, der Handlungsfähigkeit und ihre psychosozialen Folgen.

Quelle: Sächsisches Staatsministerium für Kultus: Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin, freigegeben ab 1. August 2020, S. 59.

Fragen & Antworten285

Kapitelkern

Nennen Sie die wesentlichen Aspekte von „Psychiatrie/Gerontopsychiatrie: Gegenstand und Aufgaben“. 3 P
  • Psychiatrie erkennt
  • Behandelt und verhindert psychische Störungen und berücksichtigt ihre körperlichen
  • Sozialen und alltagsbezogenen Folgen
Beschreiben Sie Entwicklung und fachliche Einordnung von „Geschichtliche Aspekte“. 2 P
  • Psychiatrie entwickelte sich von Verwahrung und Zwang zu gemeindenaher, rechtsgebundener und personenzentrierter Versorgung
  • Historische Menschenrechtsverletzungen bleiben verbindliche Mahnung
Definieren Sie „Triadisches System“ fachlich präzise. 1 P
  • Das historische Modell unterschied organische, vermeintlich endogene und psychogen-neurotische Störungen nach angenommener Ursache
Beschreiben Sie Entwicklung und fachliche Einordnung von „Neue Entwicklungen der Klassifizierung“. 4 P
  • Moderne ICD- und DSM-Systeme beschreiben Symptome
  • Verlauf
  • Zeitkriterien sowie Ein- und Ausschlüsse
  • Dimensionale Merkmale gewinnen an Bedeutung
Definieren Sie „Allgemeine Psychopathologie“ fachlich präzise. 5 P
  • Der psychopathologische Befund beschreibt Bewusstsein
  • Orientierung
  • Wahrnehmung
  • Denken
  • Affekt; Antrieb; Psychomotorik und weitere aktuelle Funktionen
Erläutern Sie „Schizophrenien und manisch-depressive Erkrankungen“ fachlich strukturiert. 2 P
  • Psychosen verändern Realitätsprüfung und Wahrnehmung
  • Bipolare Störungen verlaufen mit manischen oder hypomanischen und depressiven Episoden
Definieren Sie „Psychogene Störungen“ fachlich präzise. 1 P
  • Historische Begriffe wie Neurose oder Erlebnisreaktion werden heute durch konkrete Angst-, Zwangs-, Trauma-, Belastungs- und weitere Diagnosen ersetzt
Definieren Sie „Sucht und Abhängigkeit“ fachlich präzise. 5 P
  • Abhängigkeit verbindet Verlangen
  • Kontrollverlust
  • Priorisierung
  • Toleranz
  • Entzug und Konsum trotz Schäden; Behandlung umfasst medizinische und psychosoziale Hilfe
Erläutern Sie Sicherheitsanforderungen und erforderliche Reaktionen bei „Suizid und Suizidversuche“. 2 P
  • Suizidgedanken werden direkt erfragt
  • Akute Gefahr erfordert Begleitung, unmittelbare fachliche Hilfe und eine transparente Durchbrechung von Geheimhaltung
Definieren Sie „Gerontopsychiatrie“ fachlich präzise. 1 P
  • Im höheren Lebensalter werden psychische Symptome zusammen mit Kognition, körperlichen Erkrankungen, Polypharmazie, Sinnesleistung, Biografie und Lebensumfeld beurteilt

Psychiatrie, Geschichte und Klassifikation

Definieren Sie „Wortherkunft Psychiatrie“ fachlich präzise. 3 P
  • Griechisch psychē bedeutet Atem, Seele oder Geist
  • Iatros bedeutet Arzt
  • Psychiatrie bezeichnet damit die Heilkunde psychischer Störungen
Definieren Sie „Gegenstand der Psychiatrie“ fachlich präzise. 3 P
  • Erkennung
  • Behandlung und Prävention psychischer Störungen einschließlich ihrer körperlichen
  • Sozialen und alltagsbezogenen Folgen
Definieren Sie „Psychische Störung“ fachlich präzise. 1 P
  • Ein klinisch bedeutsames Muster von Erleben oder Verhalten mit Leiden, Funktionsbeeinträchtigung oder erhöhtem Risiko für weitere Schäden
Definieren Sie „Biopsychosoziale Perspektive“ fachlich präzise. 1 P
  • Biologische Voraussetzungen, Erleben, Lernen, Beziehungen und Lebensbedingungen werden gemeinsam betrachtet, ohne eine Ebene zur Alleinerklärung zu machen
Definieren Sie „Historische Anstaltspsychiatrie“ fachlich präzise. 3 P
  • Versorgung war häufig von Verwahrung
  • Sozialer Ausgrenzung
  • Zwang und geringer Mitbestimmung geprägt
Definieren Sie „NS-Krankenmorde“ fachlich präzise. 2 P
  • Menschen mit psychischen und neurologischen Erkrankungen wurden systematisch entrechtet und ermordet
  • Dies prägt die heutige Berufsethik
Definieren Sie „Psychiatrische Reformbewegung“ fachlich präzise. 4 P
  • Sie förderte gemeindenahe Hilfen
  • Multiprofessionelle Behandlung
  • Rehabilitation
  • Patientenrechte und Teilhabe statt bloßer Verwahrung
Erläutern Sie „Historische Gruppen des triadischen Systems“ fachlich strukturiert. 1 P
  • Historische Einteilung in organisch begründete, vermeintlich endogene und psychogen-neurotische Störungen nach angenommener Ursache
Beurteilen Sie „Grenze des triadischen Systems“ anhand fachlicher Kriterien. 2 P
  • Ursachen psychischer Störungen sind meist mehrdimensional
  • Die starre Dreiteilung erklärt Übergänge und Wechselwirkungen unzureichend
Definieren Sie „Deskriptive Klassifikation“ fachlich präzise. 1 P
  • Diagnosen werden anhand beobachtbarer und berichteter Symptome, Zeitdauer, Verlauf sowie Ein- und Ausschlusskriterien gebildet
Definieren Sie „ICD“ fachlich präzise im Kapitel „Psychiatrie, Geschichte und Klassifikation“. 1 P
  • Die Internationale Klassifikation der Krankheiten der WHO dient weltweit der einheitlichen Beschreibung und Kodierung von Gesundheitsstörungen
Definieren Sie „DSM“ fachlich präzise. 1 P
  • Ein von der American Psychiatric Association herausgegebenes Klassifikationssystem psychischer Störungen, besonders in Forschung und klinischer Diagnostik
Definieren Sie „ICD-11 in Deutschland“ fachlich präzise. 2 P
  • Die ICD-11 gilt international
  • Ihre Einführung in die deutsche Morbiditätskodierung erfolgt wegen der komplexen Systemumstellung schrittweise
Beschreiben Sie das diagnostische Vorgehen bei „Diagnose und Person“. 4 P
  • Eine Diagnose beschreibt ein Störungsmuster
  • Nicht die gesamte Persönlichkeit
  • Biografie
  • Fähigkeiten oder Lebensbedeutung eines Menschen
Definieren Sie „Stigmatisierende Sprache“ fachlich präzise. 2 P
  • Abwertende Etiketten verstärken Scham und Ausgrenzung
  • Fachlich sind personenzentrierte und konkrete Beschreibungen vorzuziehen

Psychopathologischer Befund und diagnostischer Prozess

Beschreiben Sie das diagnostische Vorgehen bei „Psychopathologischer Befund“. 1 P
  • Systematische Beschreibung des aktuellen psychischen Erlebens und Verhaltens anhand von Gespräch, Exploration und Beobachtung
Erklären Sie den fachlichen Zusammenhang bei „Funktion des PPB“. 1 P
  • Er strukturiert Symptome, unterstützt Diagnostik und Verlaufskontrolle und erleichtert die fachliche Kommunikation im Behandlungsteam
Beschreiben Sie das diagnostische Vorgehen bei „Querschnittsbefund“. 2 P
  • Er beschreibt den Zustand zum Untersuchungszeitpunkt
  • Verlauf, frühere Episoden und Auslöser müssen zusätzlich erhoben werden
Definieren Sie „Spontanbericht“ fachlich präzise. 1 P
  • Die Person schildert Beschwerden, Bedeutungen und Ziele zunächst mit eigenen Worten und ohne vorschnelle diagnostische Einordnung
Definieren Sie „Gezielte Exploration“ fachlich präzise. 5 P
  • Konkrete
  • Verständliche Fragen klären Symptomqualität
  • Beginn
  • Dauer
  • Häufigkeit; Auslöser; Folgen und subjektive Erklärung
Definieren Sie „Verhaltensbeobachtung“ fachlich präzise. 1 P
  • Beachtet werden Kontakt, Sprache, Mimik, Motorik, Aufmerksamkeit, Affekt, Kooperation und auffällige Veränderungen im Gespräch
Beschreiben Sie das diagnostische Vorgehen bei „Eigenanamnese“. 5 P
  • Angaben der betroffenen Person zu Beschwerden
  • Biografie
  • Behandlung
  • Ressourcen
  • Alltag und bisherigen Bewältigungsversuchen
Beschreiben Sie das diagnostische Vorgehen bei „Fremdanamnese“. 3 P
  • Ergänzende Angaben nahestehender oder behandelnder Personen
  • Besonders bei Gedächtnis-
  • Bewusstseins- oder Krankheitseinsichtsstörungen
Definieren Sie „Deskriptive Dokumentation“ fachlich präzise. 1 P
  • Beschrieben wird möglichst konkret, was berichtet oder beobachtet wurde, statt Verhalten pauschal zu bewerten
Definieren Sie „AMDP-System“ fachlich präzise. 1 P
  • Ein standardisiertes Manual zur Erhebung und Dokumentation psychopathologischer und somatischer Befunde
Definieren Sie „Schweregrade im AMDP“ fachlich präzise. 2 P
  • Symptome werden üblicherweise nach Vorliegen und Ausprägung eingeordnet
  • Beurteilungen müssen mit Beobachtungen begründet werden
Definieren Sie „Psychopathologisches Symptom“ fachlich präzise. 2 P
  • Ein einzelnes auffälliges Phänomen wie Halluzination oder Antriebshemmung
  • Es ist nicht automatisch gleichbedeutend mit einer Diagnose
Definieren Sie „Syndrom“ fachlich präzise. 1 P
  • Eine typische Kombination mehrerer Symptome, die bei verschiedenen Erkrankungen oder Ursachen auftreten kann
Unterscheiden Sie „Psychiatrische Differenzialdiagnostik“ anhand fachlicher Kriterien. 1 P
  • Ähnliche Symptome werden nach körperlichen, neurologischen, substanzbedingten und psychischen Ursachen unterschieden
Beschreiben Sie das diagnostische Vorgehen bei „Befund und Handlungsfähigkeit“. 1 P
  • Zusätzlich wird geprüft, wie Symptome Selbstversorgung, Beziehungen, Arbeit, Freizeit, Sicherheit und Teilhabe beeinflussen

Bewusstsein, Orientierung, Aufmerksamkeit und Gedächtnis

Definieren Sie „Quantitative Bewusstseinsstörung“ fachlich präzise. 1 P
  • Verminderte Wachheit von Benommenheit über Somnolenz und Sopor bis zum Koma mit zunehmend eingeschränkter Reaktion
Definieren Sie „Somnolenz“ fachlich präzise. 1 P
  • Abnorme Schläfrigkeit, aus der eine Person durch Ansprache oder leichte Reize noch weckbar ist
Definieren Sie „Sopor“ fachlich präzise. 1 P
  • Tiefe Bewusstseinsminderung mit Reaktion nur auf starke Reize und raschem Zurücksinken
Definieren Sie „Koma“ fachlich präzise. 2 P
  • Nicht erweckbarer Zustand ohne zielgerichtete Reaktion
  • Sofortige medizinische Notfallversorgung ist erforderlich
Definieren Sie „Qualitative Bewusstseinsstörung“ fachlich präzise. 3 P
  • Veränderte Klarheit oder Struktur des Bewusstseins
  • Etwa Trübung
  • Einengung oder Verschiebung des Erlebens
Definieren Sie „Delir“ fachlich präzise. 1 P
  • Akut beginnende, meist schwankende Störung von Aufmerksamkeit und Bewusstsein mit weiteren kognitiven oder wahrnehmungsbezogenen Veränderungen
Erläutern Sie Sicherheitsanforderungen und erforderliche Reaktionen bei „Delir als Notfall“. 2 P
  • Ja
  • Häufig liegen körperliche Ursachen, Infektionen, Medikamente, Entzug oder Stoffwechselstörungen zugrunde und müssen rasch behandelt werden
Erläutern Sie „Bewusstsein, Orientierung, Aufmerksamkeit und Gedächtnis: Überblick“ fachlich strukturiert. 4 P
  • Fähigkeit
  • Zeit
  • Ort
  • Situation und die eigene Person richtig einzuordnen
Definieren Sie „Zeitliche Desorientierung“ fachlich präzise. 2 P
  • Datum, Tageszeit oder zeitliche Abfolge werden falsch eingeschätzt
  • Sie tritt häufig früher auf als personale Desorientierung
Definieren Sie „Situative Desorientierung“ fachlich präzise. 1 P
  • Die Person erkennt Anlass, Umgebung oder Bedeutung der aktuellen Situation nicht angemessen
Definieren Sie „Aufmerksamkeitsstörung“ fachlich präzise. 2 P
  • Reize können nicht ausreichend ausgewählt, gehalten oder gewechselt werden
  • Gespräche und Aufgaben brechen dadurch leicht ab
Definieren Sie „Konzentrationsstörung“ fachlich präzise. 1 P
  • Die längerfristige Ausrichtung mentaler Aktivität auf eine Aufgabe ist vermindert und fehleranfällig
Definieren Sie „Merkfähigkeitsstörung“ fachlich präzise. 1 P
  • Neue Informationen werden trotz ausreichender Darbietung nur unzureichend aufgenommen oder nach kurzer Zeit nicht erinnert
Definieren Sie „Amnesie“ fachlich präzise. 1 P
  • Zeitlich oder inhaltlich begrenzter Gedächtnisverlust, etwa für Ereignisse vor oder nach einer Schädigung
Definieren Sie „Konfabulation“ fachlich präzise. 1 P
  • Unbewusstes Füllen von Erinnerungslücken mit erfundenen oder verschobenen Inhalten, die subjektiv für wahr gehalten werden
Beschreiben Sie das diagnostische Vorgehen bei „Gedächtnistest als Diagnose“. 2 P
  • Nein
  • Testergebnisse sind Hinweise und müssen mit Verlauf, Alltag, Sinnesleistung, Bildung, Sprache und medizinischer Diagnostik verbunden werden

Wahrnehmung, Denken und Ich-Erleben

Definieren Sie „Illusion“ fachlich präzise. 1 P
  • Fehlwahrnehmung oder Fehlinterpretation eines tatsächlich vorhandenen äußeren Reizes
Definieren Sie „Halluzination“ fachlich präzise. 1 P
  • Sinneswahrnehmung ohne entsprechenden Außenreiz, die für die betroffene Person Wahrnehmungscharakter besitzt
Definieren Sie „Akustische Halluzination“ fachlich präzise. 2 P
  • Stimmen, Geräusche oder Klänge werden ohne äußere Quelle gehört
  • Inhalt und Gefährdungsbedeutung müssen erfragt werden
Definieren Sie „Optische Halluzination“ fachlich präzise. 2 P
  • Bilder, Personen, Tiere oder Lichter werden ohne entsprechenden visuellen Reiz wahrgenommen
  • Körperliche Ursachen sind besonders zu prüfen
Definieren Sie „Pseudohalluzination“ fachlich präzise. 2 P
  • Eine wahrnehmungsähnliche Erfahrung, die als innerlich oder nicht real erkannt wird
  • Der Begriff wird uneinheitlich verwendet
Definieren Sie „Formale Denkstörung“ fachlich präzise. 5 P
  • Störung von Tempo
  • Zusammenhang oder Steuerbarkeit des Denkens
  • Etwa Hemmung
  • Beschleunigung
  • Zerfahrenheit oder Gedankenabreißen
Definieren Sie „Denkhemmung“ fachlich präzise. 2 P
  • Denken wird als erschwert, verlangsamt oder blockiert erlebt
  • Antworten erfolgen verzögert und mit erhöhtem Aufwand
Definieren Sie „Gedankendrängen“ fachlich präzise. 1 P
  • Viele Gedanken und Einfälle treten rasch auf und werden als schwer steuerbar erlebt, häufig bei manischer Aktivierung
Definieren Sie „Gedankenabreißen“ fachlich präzise. 1 P
  • Ein Gedankengang bricht plötzlich ab, ohne dass die Person ihn beabsichtigt beendet hat
Definieren Sie „Zerfahrenes Denken“ fachlich präzise. 2 P
  • Gedanken verlieren nachvollziehbare Zusammenhänge
  • Sprache wirkt sprunghaft, unverständlich oder nur locker verknüpft
Definieren Sie „Grübeln“ fachlich präzise. 3 P
  • Wiederholtes
  • Wenig lösungsorientiertes Kreisen um belastende Themen
  • Häufig bei Depression und Angst
Definieren Sie „Wahn“ fachlich präzise. 1 P
  • Subjektiv gewisse, unkorrigierbare Überzeugung mit Realitätscharakter, die nicht durch gemeinsame kulturelle Annahmen erklärbar ist
Definieren Sie „Wahnwahrnehmung“ fachlich präzise. 1 P
  • Einer realen Wahrnehmung wird ohne nachvollziehbaren Anlass eine besondere persönliche oder wahnhafte Bedeutung gegeben
Definieren Sie „Beziehungswahn“ fachlich präzise. 1 P
  • Neutrale Ereignisse, Medieninhalte oder Handlungen anderer werden fälschlich unmittelbar auf die eigene Person bezogen
Definieren Sie „Depersonalisation“ fachlich präzise. 1 P
  • Das eigene Selbst, der Körper oder Handlungen werden als fremd, unwirklich oder verändert erlebt, meist bei erhaltener Realitätsprüfung
Definieren Sie „Derealisation“ fachlich präzise. 4 P
  • Die Umwelt erscheint unwirklich
  • Fern oder verändert
  • Obwohl die Person häufig erkennt
  • Dass es sich um ein Erleben handelt
Definieren Sie „Psychotische Ich-Störung“ fachlich präzise. 1 P
  • Gedanken oder Handlungen werden als von außen gemacht, entzogen, eingegeben oder für andere zugänglich erlebt

Affekt, Antrieb und Psychomotorik

Definieren Sie „Stimmung“ fachlich präzise. 4 P
  • Länger anhaltende emotionale Grundtönung
  • Die Wahrnehmung
  • Denken
  • Motivation und Verhalten beeinflusst
Definieren Sie „Affekt“ fachlich präzise. 3 P
  • Kurzfristige emotionale Reaktion auf innere oder äußere Ereignisse
  • Sichtbar etwa in Mimik
  • Stimme und Verhalten
Definieren Sie „Affektverarmung“ fachlich präzise. 2 P
  • Emotionale Ausdrucksbreite und Resonanz sind deutlich vermindert
  • Mimik und Stimme wirken wenig moduliert
Definieren Sie „Affektlabilität“ fachlich präzise. 1 P
  • Gefühlszustände wechseln rasch und bei geringem Anlass, ohne dass sie ausreichend stabilisiert werden können
Definieren Sie „Affektinkontinenz“ fachlich präzise. 1 P
  • Emotionale Reaktionen wie Weinen oder Lachen können kaum gesteuert und dem Anlass angepasst werden
Definieren Sie „Dysphorie“ fachlich präzise. 1 P
  • Missmutige, gereizte oder spannungsvolle Stimmung mit erhöhter Konfliktbereitschaft
Definieren Sie „Ambivalenz“ fachlich präzise. 1 P
  • Gegensätzliche Gefühle, Wünsche oder Bewertungen bestehen gleichzeitig und erschweren Entscheidungen oder Handlungen
Definieren Sie „Antriebsminderung“ fachlich präzise. 2 P
  • Energie, Initiative und spontane Aktivität sind reduziert
  • Alltägliche Handlungen werden seltener begonnen
Definieren Sie „Antriebshemmung“ fachlich präzise. 1 P
  • Handlungen werden gewollt, fühlen sich aber innerlich gebremst oder nur mit erheblichem Kraftaufwand möglich an
Definieren Sie „Antriebssteigerung“ fachlich präzise. 1 P
  • Aktivität, Unternehmungsdrang und Handlungsimpulse sind erhöht, häufig mit geringerer Selbstbegrenzung
Definieren Sie „Psychomotorische Unruhe“ fachlich präzise. 1 P
  • Sichtbare motorische Getriebenheit wie Umhergehen, Nesteln oder häufige Positionswechsel bei innerer Spannung
Definieren Sie „Stupor“ fachlich präzise. 2 P
  • Deutliche Bewegungs- und Reaktionsarmut bis zur Bewegungslosigkeit bei erhaltenem Wachzustand
  • Medizinische Abklärung ist dringlich
Definieren Sie „Mutismus“ fachlich präzise. 1 P
  • Ausbleiben oder weitgehende Reduktion gesprochener Sprache trotz grundsätzlich vorhandener Sprechfähigkeit
Definieren Sie „Katatonie“ fachlich präzise. 4 P
  • Syndrom ausgeprägter psychomotorischer Veränderungen wie Stupor
  • Erregung
  • Haltungsstereotypien
  • Negativismus oder wächserne Biegsamkeit
Definieren Sie „Affektive Passung“ fachlich präzise. 1 P
  • Geprüft wird, ob Gefühlsausdruck, berichtetes Erleben und Situation nachvollziehbar zusammenpassen
Definieren Sie „Antriebsstörung und Alltag“ fachlich präzise. 1 P
  • Selbstversorgung, Termine, Haushaltsführung, Arbeit, Freizeit und soziale Kontakte können deutlich eingeschränkt oder riskant gesteigert sein

Schizophrenie und andere psychotische Störungen

Definieren Sie „Wortherkunft Schizophrenie“ fachlich präzise. 2 P
  • Griechisch schizein bedeutet spalten und phrēn Geist oder Zwerchfell
  • Der Begriff meint keine gespaltene Persönlichkeit
Definieren Sie „Psychose“ fachlich präzise. 3 P
  • Schwere Störung der Realitätsprüfung mit möglichen Wahnideen
  • Halluzinationen
  • Ich-Störungen oder desorganisiertem Denken und Verhalten
Definieren Sie „Schizophrenie“ fachlich präzise. 4 P
  • Eine Gruppe psychotischer Störungen mit charakteristischen Veränderungen von Wahrnehmung
  • Denken
  • Ich-Erleben
  • Affekt und Verhalten
Definieren Sie „Positivsymptomatik“ fachlich präzise. 4 P
  • Zusätzliche psychotische Phänomene wie Halluzinationen
  • Wahn
  • Ich-Störungen
  • Formale Denkstörungen oder katatone Symptome
Definieren Sie „Negativsymptomatik“ fachlich präzise. 5 P
  • Verminderung von Antrieb
  • Sprache
  • Gefühlsausdruck
  • Freude
  • Sozialer Initiative und zielgerichteter Aktivität
Nennen Sie die wesentlichen Aspekte von „Kognitive Symptome“. 4 P
  • Beeinträchtigungen von Aufmerksamkeit
  • Arbeitsgedächtnis
  • Verarbeitungsgeschwindigkeit
  • Planung und sozialer Informationsverarbeitung
Definieren Sie „Vulnerabilitäts-Stress-Modell“ fachlich präzise. 2 P
  • Biologische und psychosoziale Verletzlichkeit trifft auf Belastungen
  • Schutzfaktoren und Bewältigung beeinflussen die Erkrankungsschwelle
Definieren Sie „Dopaminhypothese“ fachlich präzise. 1 P
  • Veränderte dopaminerge Signalübertragung erklärt einen Teil psychotischer Symptome und der Antipsychotikawirkung, aber nicht die gesamte Störung
Unterscheiden Sie „Psychotische Differenzialdiagnosen“ anhand fachlicher Kriterien. 1 P
  • Zu prüfen sind affektive Störungen, Delir, Demenz, Epilepsie, andere körperliche Erkrankungen, Medikamente und Substanzen
Definieren Sie „Krankheitseinsicht“ fachlich präzise. 2 P
  • Fähigkeit, eigene Veränderungen als behandlungsbedürftig zu erkennen
  • Sie kann schwanken und darf nicht mit Kooperation gleichgesetzt werden
Beschreiben Sie das fachliche Vorgehen bei „Umgang mit Wahn“. 2 P
  • Nicht verspotten oder bestätigen
  • Erleben und Gefühle ernst nehmen, Sicherheit prüfen und bei überprüfbaren Fakten ruhig bleiben
Beschreiben Sie das fachliche Vorgehen bei „Umgang mit Stimmenhören“. 4 P
  • Belastung
  • Inhalt
  • Befehlscharakter und Gefährdung direkt erfragen
  • Reizreduktion und vereinbarte Bewältigungsstrategien anbieten
Definieren Sie „Antipsychotika bei Schizophrenie“ fachlich präzise. 2 P
  • Medikamente zur Verringerung psychotischer Symptome und Rückfallrisiken
  • Wirkung und Nebenwirkungen müssen individuell überwacht werden
Erklären Sie den fachlichen Zusammenhang bei „Häufige Antipsychotika-Nebenwirkungen“. 1 P
  • Möglich sind Bewegungsstörungen, Müdigkeit, Gewichtszunahme, Stoffwechselveränderungen, Kreislaufprobleme und hormonelle Effekte
Definieren Sie „Psychoedukation bei Psychose“ fachlich präzise. 5 P
  • Gemeinsames Verständnis von Symptomen
  • Behandlung
  • Medikamenten
  • Belastungen
  • Frühwarnzeichen und individuellen Schutzfaktoren
Erläutern Sie Sicherheitsanforderungen und erforderliche Reaktionen bei „Frühwarnzeichen“. 5 P
  • Individuelle Veränderungen wie Schlafmangel
  • Rückzug
  • Misstrauen
  • Reizbarkeit
  • Leistungsabfall oder zunehmende Wahrnehmungsauffälligkeiten
Nennen Sie die wesentlichen Aspekte von „Ergotherapeutische Psychoseziele“. 1 P
  • Tagesstruktur, Selbstversorgung, soziale Rollen, Reizregulation, kognitive Strategien und schrittweise Teilhabe werden stabilisiert
Definieren Sie „Recovery“ fachlich präzise. 3 P
  • Persönlicher Prozess
  • Trotz möglicher Symptome ein selbstbestimmtes
  • Sinnvolles und sozial eingebundenes Leben zu entwickeln

Depressive Erkrankungen

Definieren Sie „Depressive Episode“ fachlich präzise. 3 P
  • Zeitlich begrenztes Syndrom aus gedrückter Stimmung
  • Interessenverlust
  • Vermindertem Antrieb und weiteren psychischen oder körperlichen Symptomen
Definieren Sie „Anhedonie“ fachlich präzise. 3 P
  • Deutlich verminderte Fähigkeit
  • Freude
  • Interesse oder positive Resonanz bei sonst bedeutsamen Tätigkeiten zu erleben
Definieren Sie „Depressive Kognition“ fachlich präzise. 4 P
  • Negative
  • Verengte Bewertungen von Selbst
  • Umwelt und Zukunft mit Schuld
  • Hoffnungslosigkeit oder Wertlosigkeit
Nennen Sie die wesentlichen Aspekte von „Depressive Körpersymptome“. 1 P
  • Möglich sind Schlafstörung, Appetitveränderung, Erschöpfung, Schmerzen, Libidoverlust und psychomotorische Verlangsamung
Definieren Sie „Morgentief“ fachlich präzise. 2 P
  • Tageszeitliche Verschlechterung am Morgen
  • Es kann vorkommen, ist aber kein notwendiges Merkmal jeder Depression
Definieren Sie „Psychotische Depression“ fachlich präzise. 4 P
  • Schwere Depression mit Wahn oder Halluzinationen
  • Häufig passend zu Schuld
  • Verarmung
  • Versündigung oder körperlicher Katastrophe
Definieren Sie „Depression und Gedächtnis“ fachlich präzise. 1 P
  • Aufmerksamkeit, Abruf und Verarbeitung können stark beeinträchtigt sein und bei älteren Menschen eine Demenz vortäuschen
Unterscheiden Sie „Depressive Differenzialdiagnosen“ anhand fachlicher Kriterien. 1 P
  • Zu prüfen sind Trauer, bipolare Störung, Schilddrüsen- und andere körperliche Erkrankungen, Medikamente, Substanzen und Demenz
Definieren Sie „Bipolarität vor Antidepressiva“ fachlich präzise. 1 P
  • Frühere Phasen mit deutlich gesteigerter Stimmung, Aktivität oder vermindertem Schlaf müssen erfragt werden, da sie die Behandlung verändern
Definieren Sie „Antidepressiva bei Depression“ fachlich präzise. 2 P
  • Medikamente zur Behandlung depressiver und weiterer Störungen
  • Wirkung setzt verzögert ein und Nebenwirkungen werden ärztlich überwacht
Beschreiben Sie das fachliche Vorgehen bei „Psychotherapie bei Depression“. 4 P
  • Sie bearbeitet unter anderem Aktivitätsverlust
  • Negative Bewertungen
  • Beziehungsmuster
  • Problemlösen und Rückfallvorbeugung
Definieren Sie „Verhaltensaktivierung“ fachlich präzise. 4 P
  • Geplante Wiederaufnahme kleiner
  • Wertbezogener Tätigkeiten
  • Damit Struktur
  • Positive Erfahrung und Selbstwirksamkeit schrittweise wachsen
Definieren Sie „Überforderung bei Aktivierung“ fachlich präzise. 2 P
  • Zu große Aufgaben bestätigen Misserfolgserwartungen
  • Ziele werden konkret, klein, überprüfbar und an Tagesform sowie Sicherheit angepasst
Erläutern Sie Sicherheitsanforderungen und erforderliche Reaktionen bei „Depressive Suizidalität“. 2 P
  • Hoffnungslosigkeit, Schuld und Einengung können das Risiko erhöhen
  • Gedanken und Pläne müssen direkt und ohne Beschämung erfragt werden
Nennen Sie die wesentlichen Aspekte von „Ergotherapeutische Depressionsziele“. 5 P
  • Grundversorgung
  • Tagesrhythmus
  • Aktivitätsbalance
  • Rollen
  • Soziale Kontakte und schrittweise Rückkehr zu bedeutungsvollen Tätigkeiten

Manie und bipolare Störungen

Definieren Sie „Wortherkunft Manie“ fachlich präzise. 2 P
  • Griechisch mania bezeichnet Raserei oder heftige Erregung
  • Klinisch meint Manie eine krankhafte affektive und antriebliche Steigerung
Definieren Sie „Manische Episode“ fachlich präzise. 1 P
  • Deutlich gesteigerte oder gereizte Stimmung mit erhöhter Aktivität und weiteren Symptomen, die Alltag und Urteilsfähigkeit erheblich verändern
Definieren Sie „Hypomanie“ fachlich präzise. 1 P
  • Leichtere anhaltende Steigerung von Stimmung und Aktivität ohne die schwere Beeinträchtigung oder Psychose einer Manie
Nennen Sie die wesentlichen Aspekte von „Manische Kernzeichen“. 5 P
  • Vermindertes Schlafbedürfnis
  • Gesteigerter Antrieb
  • Rededrang
  • Ideenflucht
  • Ablenkbarkeit; Selbstüberschätzung und riskante Entscheidungen
Definieren Sie „Ideenflucht“ fachlich präzise. 2 P
  • Gedanken wechseln beschleunigt nach oberflächlichen Verknüpfungen
  • Sprache wirkt sprunghaft, bleibt aber teilweise nachvollziehbar
Definieren Sie „Größenideen“ fachlich präzise. 2 P
  • Überhöhte Einschätzung eigener Fähigkeiten, Bedeutung oder Möglichkeiten
  • Bei psychotischer Ausprägung können Größenwahnideen entstehen
Definieren Sie „Bipolare Störung“ fachlich präzise. 1 P
  • Affektive Erkrankung mit manischen oder hypomanischen und meist depressiven Episoden
Definieren Sie „Mischzustand“ fachlich präzise. 1 P
  • Depressive und manische Symptome treten gleichzeitig oder rasch wechselnd auf, etwa Verzweiflung bei starker innerer Aktivierung
Definieren Sie „Manische Risiken“ fachlich präzise. 1 P
  • Möglich sind Schlafentzug, Erschöpfung, Konflikte, Geldausgaben, sexuelle Risiken, Verkehrsunfälle, Substanzkonsum und Selbstgefährdung
Beschreiben Sie das fachliche Vorgehen bei „Akute Maniebehandlung“. 4 P
  • Reizreduktion
  • Schlaf
  • Klare Grenzen
  • Medikamentöse Behandlung und je nach Gefährdung stationäre Sicherung stehen im Vordergrund
Nennen Sie die wesentlichen Aspekte von „Phasenprophylaxe“. 4 P
  • Langfristige Rückfallvorbeugung durch Medikamente
  • Schlafrhythmus
  • Frühwarnzeichen
  • Stressregulation und verlässliche Behandlungskontakte
Definieren Sie „Lithium“ fachlich präzise. 1 P
  • Ein wirksamer Stimmungsstabilisierer, der regelmäßige Blutspiegel- und Organfunktionskontrollen sowie Beachtung von Wechselwirkungen erfordert
Definieren Sie „Kommunikation bei Manie“ fachlich präzise. 4 P
  • Kurz
  • Ruhig und konkret bleiben
  • Reize begrenzen
  • Vereinbarungen wiederholen und riskante Vorhaben nicht diskutierend verstärken
Beschreiben Sie das fachliche Vorgehen bei „Ergotherapie bei Manie“. 2 P
  • Aktivitäten werden reizarm, überschaubar und sicher strukturiert
  • Grenzen, Pausen und Folgen von Entscheidungen werden transparent gemacht
Beschreiben Sie das fachliche Vorgehen bei „Ergotherapie nach Manie“. 3 P
  • Alltagsschäden ordnen
  • Scham bearbeiten
  • Routinen stabilisieren und individuelle Frühwarnzeichen in einen Rückfallplan übertragen

Psychogene, neurotische und traumabezogene Störungen

Definieren Sie „Psychogene Störung“ fachlich präzise. 3 P
  • Historischer Oberbegriff für Störungen
  • Deren Entstehung wesentlich mit psychischen Belastungen
  • Konflikten oder Lernprozessen verbunden wurde
Definieren Sie „Varianten psychischen Erlebens“ fachlich präzise. 2 P
  • Erleben und Verhalten variieren zwischen Menschen
  • Klinisch bedeutsam werden Muster erst bei Leiden, Beeinträchtigung, Gefahr oder deutlicher Normabweichung im Kontext
Definieren Sie „Neurose“ fachlich präzise. 2 P
  • Historischer Begriff für psychische Störungen ohne ausgeprägten Realitätsverlust
  • Moderne Diagnosen beschreiben konkrete Störungsgruppen
Definieren Sie „Abnorme Erlebnisreaktion“ fachlich präzise. 1 P
  • Historische Bezeichnung für eine in Stärke oder Dauer ungewöhnliche psychische Reaktion auf ein belastendes Ereignis
Definieren Sie „Anpassungsstörung“ fachlich präzise. 1 P
  • Emotionale oder verhaltensbezogene Reaktion auf eine identifizierbare Belastung mit deutlicher Beeinträchtigung der Lebensführung
Definieren Sie „Posttraumatische Belastungsstörung“ fachlich präzise. 3 P
  • Traumafolgestörung mit Wiedererleben
  • Vermeidung
  • Anhaltendem Bedrohungsgefühl und weiteren Veränderungen nach extremer Belastung
Definieren Sie „Intrusion“ fachlich präzise. 3 P
  • Ungewolltes Wiederauftreten belastender Erinnerungen
  • Bilder
  • Körperempfindungen oder Träume mit Gegenwartscharakter
Definieren Sie „Dissoziation“ fachlich präzise. 5 P
  • Vorübergehende Störung der Integration von Bewusstsein
  • Erinnerung
  • Identität
  • Wahrnehmung
  • Körpererleben oder Bewegung
Erklären Sie den fachlichen Zusammenhang bei „Abwehrmechanismus“. 1 P
  • Meist unbewusster psychischer Prozess, der Angst oder innere Konflikte vermindert und Selbstbild sowie Handlungsfähigkeit schützt
Definieren Sie „Verdrängung“ fachlich präzise. 1 P
  • Belastende Vorstellungen oder Impulse werden dem bewussten Erleben entzogen, ohne bewusstes Vergessen zu sein
Definieren Sie „Projektion“ fachlich präzise. 1 P
  • Eigene schwer akzeptierbare Gefühle oder Impulse werden anderen Personen zugeschrieben
Definieren Sie „Verschiebung“ fachlich präzise. 1 P
  • Ein Gefühl oder Impuls richtet sich von einem bedrohlichen ursprünglichen Ziel auf ein weniger gefährliches Ersatzobjekt
Definieren Sie „Rationalisierung“ fachlich präzise. 1 P
  • Verhalten wird nachträglich mit plausiblen Gründen erklärt, während die eigentlichen Motive unbewusst bleiben
Definieren Sie „Regression“ fachlich präzise. 3 P
  • Unter Belastung treten frühere
  • Weniger reife Formen von Erleben
  • Abhängigkeit oder Verhalten wieder stärker hervor
Definieren Sie „Sublimierung“ fachlich präzise. 1 P
  • Impulse werden in sozial akzeptierte, kreative, berufliche oder kulturelle Tätigkeiten umgeleitet
Definieren Sie „Traumasensible Haltung“ fachlich präzise. 2 P
  • Sicherheit, Vorhersehbarkeit, Wahlmöglichkeiten, Grenzen und Kontrolle werden gestärkt
  • Unvorbereitete Konfrontation wird vermieden
Definieren Sie „Ergotherapeutischer Traumafokus“ fachlich präzise. 5 P
  • Stabilisierung von Alltag
  • Körperwahrnehmung
  • Schlaf
  • Selbstversorgung
  • Rollen und sicherer Teilhabe statt eigenständiger Traumakonfrontation

Persönlichkeitsstörungen und Borderline-Muster

Definieren Sie „Persönlichkeitsstörung“ fachlich präzise. 3 P
  • Überdauerndes
  • Wenig flexibles Muster von Erleben und Verhalten mit deutlichen Problemen in Selbststeuerung
  • Beziehungen oder Teilhabe
Definieren Sie „Persönlichkeitszug und Störung“ fachlich präzise. 1 P
  • Ein Zug wird erst bei Starrheit, breiter Beeinträchtigung, Leiden oder wiederkehrenden erheblichen Folgen klinisch bedeutsam
Definieren Sie „Dimensionale Einordnung“ fachlich präzise. 1 P
  • Schweregrad und einzelne Merkmale werden beschrieben, statt Menschen ausschließlich einem starren Typ zuzuordnen
Definieren Sie „Antisoziales Muster“ fachlich präzise. 2 P
  • Missachtung von Rechten, Regeln und Verantwortung mit geringer Rücksicht auf Folgen
  • Einzelne Regelverstöße reichen nicht zur Diagnose
Definieren Sie „Borderline-Muster“ fachlich präzise. 5 P
  • Emotionale Instabilität
  • Impulsivität
  • Instabiles Selbstbild
  • Intensive Beziehungen
  • Leere; Trennungsangst und mögliche Selbstschädigung
Definieren Sie „Identitätsstörung“ fachlich präzise. 1 P
  • Selbstbild, Werte, Ziele und Zugehörigkeit werden instabil, widersprüchlich oder stark von aktuellen Beziehungen abhängig erlebt
Definieren Sie „Emotionsdysregulation“ fachlich präzise. 1 P
  • Gefühle steigen rasch und stark an, klingen langsam ab und führen leichter zu impulsiven oder selbstschädigenden Bewältigungsversuchen
Definieren Sie „Schwarz-Weiß-Bewertung“ fachlich präzise. 1 P
  • Menschen oder Situationen werden wechselnd idealisiert oder vollständig abgewertet, besonders unter Beziehungsspannung
Definieren Sie „Selbstverletzung bei Borderline“ fachlich präzise. 2 P
  • Sie kann Spannung reduzieren, Dissoziation beenden oder Not ausdrücken
  • Suizidalität muss trotzdem immer getrennt geprüft werden
Definieren Sie „Manipulationsetikett“ fachlich präzise. 2 P
  • Es ist abwertend und fachlich ungenau
  • Sinnvoller ist die Analyse von Funktion, Bedürfnis, Risiko und Beziehungsmuster
Beschreiben Sie das fachliche Vorgehen bei „Dialektisch-behaviorale Therapie“. 1 P
  • Strukturiertes Verfahren, das Akzeptanz und Veränderung verbindet und suizidales sowie selbstschädigendes Verhalten priorisiert
Definieren Sie „DBT-Skills“ fachlich präzise. 3 P
  • Erlernbare Fertigkeiten für Achtsamkeit
  • Stresstoleranz
  • Emotionsregulation und zwischenmenschliche Wirksamkeit
Beurteilen Sie „Klare therapeutische Grenzen“ anhand fachlicher Kriterien. 1 P
  • Absprachen werden transparent, verlässlich und respektvoll eingehalten, ohne Strafe, Drohung oder willkürlichen Beziehungsentzug
Beschreiben Sie das fachliche Vorgehen bei „Ergotherapie bei Borderline-Muster“. 1 P
  • Alltagsstruktur, Reizregulation, Identität über Betätigung, sichere Spannungsreduktion und verlässliche Kooperation werden geübt
Beschreiben Sie das fachliche Vorgehen bei „Krisenplan bei Borderline-Muster“. 1 P
  • Individuelle Warnzeichen, hilfreiche Skills, Kontakte, sichere Orte und konkrete Schritte für zunehmende Anspannung werden vorab festgelegt

Alkoholabhängigkeit und Folgeerkrankungen

Definieren Sie „Abhängigkeitssyndrom“ fachlich präzise. 5 P
  • Muster aus starkem Verlangen
  • Kontrollverlust
  • Priorisierung
  • Toleranz
  • Entzug und Konsum trotz schädlicher Folgen
Erklären Sie den fachlichen Zusammenhang bei „Entstehung der Alkoholabhängigkeit“. 5 P
  • Biologische Vulnerabilität
  • Belohnungslernen
  • Belastungen
  • Bewältigung
  • Verfügbarkeit und soziale Normen wirken individuell zusammen
Definieren Sie „Craving“ fachlich präzise. 1 P
  • Starkes, subjektiv schwer kontrollierbares Verlangen nach einer Substanz oder ihrem erwarteten Effekt
Beschreiben Sie Entwicklung und fachliche Einordnung von „Toleranzentwicklung“. 1 P
  • Für die gleiche Wirkung werden höhere Mengen benötigt oder die Wirkung derselben Menge nimmt ab
Definieren Sie „Entzugssyndrom“ fachlich präzise. 5 P
  • Körperliche und psychische Beschwerden nach Reduktion oder Absetzen
  • Etwa Tremor
  • Schwitzen
  • Unruhe
  • Schlafstörung oder Krampfanfälle
Definieren Sie „Alkoholentzug als Gefahr“ fachlich präzise. 2 P
  • Krampfanfälle und Delir können lebensbedrohlich sein
  • Riskanter Entzug muss medizinisch überwacht werden
Definieren Sie „Alkoholdelir“ fachlich präzise. 1 P
  • Akute Verwirrtheit mit Aufmerksamkeitsstörung, vegetativer Überaktivität und möglichen Halluzinationen während oder nach Entzug
Definieren Sie „Wernicke-Enzephalopathie“ fachlich präzise. 2 P
  • Akute neurologische Störung bei Thiaminmangel mit möglicher Verwirrtheit, Augenbewegungsstörung und Gangataxie
  • Sie ist ein Notfall
Definieren Sie „Korsakow-Syndrom“ fachlich präzise. 1 P
  • Schwere anhaltende Gedächtnisstörung nach Thiaminmangel, häufig mit Merkfähigkeitsverlust und Konfabulationen
Definieren Sie „Alkoholbedingte Polyneuropathie“ fachlich präzise. 3 P
  • Schädigung peripherer Nerven mit Schmerzen
  • Sensibilitätsstörung
  • Schwäche und unsicherem Gang
Nennen Sie die wesentlichen Aspekte von „Psychiatrische Alkoholfolgen“. 1 P
  • Depression, Angst, Suizidalität, Schlafstörung, Psychose, kognitive Störung und Persönlichkeitsveränderung können auftreten
Nennen Sie die wesentlichen Aspekte von „Internistische Alkoholfolgen“. 1 P
  • Möglich sind Lebererkrankung, Pankreatitis, Bluthochdruck, Herzschädigung, Mangelernährung und erhöhtes Krebsrisiko
Definieren Sie „Jellinek-Typologie“ fachlich präzise. 2 P
  • Historisches Modell verschiedener Trinkmuster
  • Es kann beschreiben, ersetzt aber keine moderne individuelle Diagnostik
Definieren Sie „Kontrolliertes Trinken“ fachlich präzise. 1 P
  • Für manche riskant Konsumierende möglich, bei ausgeprägter Abhängigkeit oder schweren Schäden ist Abstinenz häufig das sicherere Ziel
Definieren Sie „Rückfall“ fachlich präzise. 2 P
  • Erneuter Konsum nach Reduktion oder Abstinenz
  • Er wird als behandelbares Ereignis analysiert und nicht moralisch verurteilt
Definieren Sie „Rückfallanalyse“ fachlich präzise. 1 P
  • Auslöser, Gedanken, Gefühle, Situationen, frühe Entscheidungen und fehlende Schutzschritte werden konkret rekonstruiert
Beschreiben Sie das fachliche Vorgehen bei „Ergotherapie bei Alkoholabhängigkeit“. 1 P
  • Tagesstruktur, alkoholfreie Rollen, Freizeit, Arbeitsfähigkeit, Reizbewältigung und praktische Rückfallprävention werden aufgebaut

Drogenabhängigkeit und substanzbedingte Störungen

Definieren Sie „Psychotrope Substanz“ fachlich präzise. 5 P
  • Ein Stoff
  • Der Wahrnehmung
  • Stimmung
  • Denken
  • Antrieb; Bewusstsein oder Verhalten verändert
Definieren Sie „Drogenabhängigkeit“ fachlich präzise. 1 P
  • Abhängigkeit von illegalen oder nicht bestimmungsgemäß verwendeten psychotropen Substanzen mit Kontrollverlust und fortgesetztem Konsum trotz Schäden
Definieren Sie „Opiat und Opioid“ fachlich präzise. 2 P
  • Opiate stammen ursprünglich aus Opium
  • Opioide umfassen zusätzlich halbsynthetische und synthetische Stoffe mit ähnlicher Rezeptorwirkung
Definieren Sie „Opioidintoxikation“ fachlich präzise. 2 P
  • Typisch sind Bewusstseinsminderung, sehr kleine Pupillen und verlangsamte Atmung
  • Atemdepression ist lebensgefährlich
Definieren Sie „Opioidentzug“ fachlich präzise. 2 P
  • Möglich sind Unruhe, Schmerzen, Schwitzen, Durchfall, Erbrechen und Schlaflosigkeit
  • Behandlung erfolgt medizinisch und psychosozial abgestimmt
Definieren Sie „Naloxon“ fachlich präzise. 2 P
  • Ein Opioidantagonist zur Notfallbehandlung einer Opioidüberdosierung
  • Trotzdem ist sofortige medizinische Hilfe erforderlich
Definieren Sie „Halluzinogene“ fachlich präzise. 2 P
  • Substanzen mit ausgeprägten Veränderungen von Wahrnehmung, Zeitgefühl und Denken
  • Angst, Unfälle und psychotische Reaktionen sind möglich
Definieren Sie „Stimulanzien“ fachlich präzise. 1 P
  • Anregende Substanzen erhöhen Wachheit und Aktivität, können aber Unruhe, Überhitzung, Herzprobleme, Schlafentzug und Psychosen auslösen
Definieren Sie „Synthetische Designerdrogen“ fachlich präzise. 2 P
  • Chemisch veränderte Substanzen mit oft unklarer Zusammensetzung, Dosierung und Wirkung
  • Dadurch sind Risiken schwer vorhersehbar
Definieren Sie „Cannabisbedingte Risiken“ fachlich präzise. 2 P
  • Möglich sind Angst, Antriebs- und Gedächtnisprobleme sowie bei vulnerablen Personen psychotische Symptome
  • Risiko steigt mit hoher Potenz
Definieren Sie „Mischkonsum“ fachlich präzise. 1 P
  • Gleichzeitige oder zeitnahe Einnahme mehrerer Substanzen kann Wirkungen unvorhersehbar verstärken und Notfälle auslösen
Definieren Sie „Psychische Abhängigkeit“ fachlich präzise. 1 P
  • Starkes Verlangen und erlernte Erwartung, ohne die Substanz Gefühle, Situationen oder Alltag nicht bewältigen zu können
Definieren Sie „Körperliche Abhängigkeit“ fachlich präzise. 3 P
  • Der Organismus passt sich an
  • Bei Absetzen entstehen körperliche Entzugssymptome
  • Sie kann ohne ausgeprägtes Suchtverhalten vorkommen
Definieren Sie „Substanzinduzierte Psychose“ fachlich präzise. 1 P
  • Psychotische Symptome entstehen im zeitlichen Zusammenhang mit Intoxikation oder Entzug und müssen von primären Psychosen unterschieden werden
Nennen Sie die wesentlichen Aspekte von „Soziale Substanzfolgen“. 1 P
  • Wohnung, Arbeit, Ausbildung, Finanzen, Beziehungen, Rechtssicherheit und Elternrolle können erheblich beeinträchtigt werden
Definieren Sie „Harm Reduction“ fachlich präzise. 1 P
  • Maßnahmen zur Verringerung von Krankheit und Tod, auch wenn Abstinenz noch nicht erreichbar ist, etwa Notfallwissen und sterile Materialien
Definieren Sie „Ergotherapeutischer Suchtfokus“ fachlich präzise. 1 P
  • Konsumfreie Routinen, alternative Belohnung, Rollen, Arbeit, Freizeit, soziale Kompetenzen und konkrete Hochrisikosituationen werden bearbeitet

Suizidalität, Selbstverletzung und Krisenintervention

Erläutern Sie Sicherheitsanforderungen und erforderliche Reaktionen bei „Wortherkunft Suizid“. 2 P
  • Lateinisch sui bedeutet seiner selbst und caedere töten
  • Fachlich wird der Begriff ohne moralische Wertung verwendet
Erläutern Sie Sicherheitsanforderungen und erforderliche Reaktionen bei „Suizidalität“. 1 P
  • Spektrum von Todeswünschen und Suizidgedanken über Planung und Vorbereitung bis zu Suizidversuch und Suizid
Erläutern Sie Sicherheitsanforderungen und erforderliche Reaktionen bei „Direkte Suizidfrage“. 4 P
  • Klare Fragen nach Todeswunsch
  • Gedanken
  • Absicht
  • Plan und verfügbaren Mitteln erleichtern ehrliche Einschätzung und erhöhen nicht das Risiko
Erläutern Sie Sicherheitsanforderungen und erforderliche Reaktionen bei „Akute Warnzeichen“. 5 P
  • Konkreter Plan
  • Verfügbare Mittel
  • Abschiedshandlungen
  • Starke Hoffnungslosigkeit
  • Psychotische Befehle; Intoxikation oder abrupte Beruhigung
Nennen Sie die wesentlichen Aspekte von „Wichtige Risikofaktoren“. 5 P
  • Frühere Versuche
  • Psychische Erkrankung
  • Abhängigkeit
  • Schwere Verluste
  • Schmerz; Isolation; Impulsivität und Zugang zu tödlichen Mitteln
Definieren Sie „Schutzfaktoren“ fachlich präzise. 5 P
  • Tragfähige Beziehungen
  • Verantwortung
  • Zukunftsziele
  • Behandlungskontakt
  • Religiöse oder persönliche Werte und erreichbare Krisenhilfe
Erläutern Sie Sicherheitsanforderungen und erforderliche Reaktionen bei „Ambivalenz bei Suizidalität“. 2 P
  • Todeswunsch und Wunsch nach Hilfe oder Entlastung bestehen häufig gleichzeitig
  • Diese verbleibende Bindung wird aktiv gestärkt
Erläutern Sie Sicherheitsanforderungen und erforderliche Reaktionen bei „Akute Suizidgefahr“. 3 P
  • Konkrete Absicht oder Planung
  • Geringe Distanzierung
  • Hohe Impulsivität oder schwere psychische Veränderung erfordern sofortige Sicherung
Definieren Sie „Alleinlassen bei Akutgefahr“ fachlich präzise. 2 P
  • Nein
  • Die Person bleibt unter verlässlicher Begleitung, bis fachärztliche oder notfallmedizinische Hilfe übernommen hat
Definieren Sie „Geheimhaltungsversprechen“ fachlich präzise. 2 P
  • Bei Gefährdung darf keine absolute Geheimhaltung versprochen werden
  • Notwendige Hilfe wird transparent und möglichst gemeinsam organisiert
Definieren Sie „Selbstverletzendes Verhalten“ fachlich präzise. 1 P
  • Absichtliche Schädigung des eigenen Körpers, häufig zur Spannungsregulation, ohne dass zwingend eine Tötungsabsicht besteht
Erläutern Sie Sicherheitsanforderungen und erforderliche Reaktionen bei „Selbstverletzung und Suizidversuch“. 2 P
  • Die Absicht unterscheidet sich, doch beides kann zusammen auftreten
  • Suizidalität wird deshalb jedes Mal gesondert geprüft
Erläutern Sie Sicherheitsanforderungen und erforderliche Reaktionen bei „Krisenplan bei Suizidalität“. 4 P
  • Schriftliche Reihenfolge aus Warnzeichen
  • Eigenen Strategien
  • Kontakten
  • Professioneller Hilfe und Maßnahmen zur Verringerung verfügbarer Mittel
Erläutern Sie Sicherheitsanforderungen und erforderliche Reaktionen bei „Nach einem Suizidversuch“. 1 P
  • Medizinische Versorgung, psychiatrische Einschätzung, respektvolle Nachbesprechung und verbindliche Weiterbehandlung sind erforderlich
Beschreiben Sie das fachliche Vorgehen bei „Ergotherapie in der Krise“. 2 P
  • Sicherheit und Teamabsprachen haben Vorrang
  • Einfache strukturierende Tätigkeiten können erst nach angemessener Risikoentscheidung eingesetzt werden
Definieren Sie „Postvention“ fachlich präzise. 3 P
  • Unterstützung von Angehörigen
  • Mitbetroffenen und Mitarbeitenden nach Suizid oder schwerem Versuch
  • Einschließlich Trauer- und Krisenhilfe

Psychiatrische Behandlung und Psychopharmaka

Beschreiben Sie das fachliche Vorgehen bei „Multimodale psychiatrische Behandlung“. 5 P
  • Mehrere abgestimmte Verfahren bearbeiten Symptome
  • Körperliche Gesundheit
  • Alltag
  • Beziehungen
  • Wohnen; Arbeit und Teilhabe
Definieren Sie „Shared Decision Making“ fachlich präzise. 3 P
  • Behandelnde und betroffene Person entscheiden auf Grundlage von Fachwissen
  • Erfahrungen
  • Risiken und persönlichen Zielen gemeinsam
Beschreiben Sie das fachliche Vorgehen bei „Psychiatrische Behandlung und Psychopharmaka: Psychoedukation“. 5 P
  • Verständliche Information über Störung
  • Behandlung
  • Medikamente
  • Frühwarnzeichen
  • Bewältigung und Unterstützungsmöglichkeiten
Beschreiben Sie das fachliche Vorgehen bei „Psychotherapie“. 1 P
  • Gezielte Behandlung mit wissenschaftlich begründeten psychologischen Verfahren und einer tragfähigen therapeutischen Beziehung
Definieren Sie „Antidepressiva als Medikamentengruppe“ fachlich präzise. 2 P
  • Medikamente gegen depressive und weitere Störungen
  • Wirkung und Nebenwirkungen entwickeln sich zeitlich unterschiedlich
Definieren Sie „Antipsychotika als Medikamentengruppe“ fachlich präzise. 1 P
  • Medikamente zur Behandlung psychotischer und manischer Symptome sowie zur Rückfallprophylaxe bei bestimmten Erkrankungen
Definieren Sie „Stimmungsstabilisierer“ fachlich präzise. 1 P
  • Medikamente zur Akutbehandlung oder Vorbeugung affektiver Episoden, etwa Lithium oder bestimmte Antikonvulsiva
Definieren Sie „Benzodiazepine“ fachlich präzise. 3 P
  • Kurzfristig angstlösende
  • Beruhigende und krampflösende Medikamente mit Toleranz-
  • Abhängigkeits- und Sturzrisiko
Definieren Sie „Medikamentenadhärenz“ fachlich präzise. 2 P
  • Ausmaß, in dem eine vereinbarte Behandlung umgesetzt wird
  • Gründe für Abweichungen werden offen und ohne Schuldzuweisung geklärt
Definieren Sie „Absetzen von Psychopharmaka“ fachlich präzise. 1 P
  • Dosisänderungen erfolgen ärztlich begleitet und meist schrittweise, um Absetzsymptome und Rückfälle zu vermeiden
Beschreiben Sie das fachliche Vorgehen bei „Elektrokonvulsionstherapie“. 3 P
  • Unter Narkose ausgelöster kontrollierter Krampfanfall
  • Besonders bei schwerer Depression
  • Katatonie oder ausgewählten therapieresistenten Zuständen
Beschreiben Sie das fachliche Vorgehen bei „Milieutherapie“. 1 P
  • Die gesamte Stations- oder Wohnumgebung wird strukturiert, sicher und beziehungsfördernd als therapeutischer Rahmen gestaltet
Definieren Sie „Angehörigenarbeit“ fachlich präzise. 1 P
  • Mit Zustimmung werden Information, Belastung, Kommunikation, Frühwarnzeichen und konkrete Unterstützungsmöglichkeiten gemeinsam bearbeitet
Beschreiben Sie das fachliche Vorgehen bei „Soziotherapie“. 1 P
  • Koordinierende und motivierende Hilfe, damit schwer psychisch erkrankte Menschen medizinische und psychosoziale Leistungen nutzen können
Beschreiben Sie das fachliche Vorgehen bei „Psychiatrische Rehabilitation“. 1 P
  • Sie fördert Wohnen, Selbstversorgung, soziale Beziehungen, Bildung und Arbeit trotz fortbestehender Beeinträchtigungen
Beschreiben Sie das fachliche Vorgehen bei „Ergotherapie in der Psychiatrie“. 1 P
  • Bedeutungsvolle Betätigung dient Befund, Kompetenzaufbau, Ausdruck, Interaktion, Rollenentwicklung und realem Alltagstransfer

Gerontopsychiatrie und Differenzialdiagnostik

Beschreiben Sie das fachliche Vorgehen bei „Auftrag der Gerontopsychiatrie“. 1 P
  • Fachgebiet für psychische Erkrankungen im höheren Lebensalter unter besonderer Beachtung körperlicher, kognitiver und sozialer Bedingungen
Beschreiben Sie das fachliche Vorgehen bei „Psychotherapie im höheren Alter“. 1 P
  • Sie kann wirksam sein und wird an Kognition, Tempo, Sinnesleistung, Mobilität, Biografie und aktuelle Lebensaufgaben angepasst
Definieren Sie „Multimorbidität“ fachlich präzise. 3 P
  • Mehrere chronische Erkrankungen bestehen gleichzeitig und beeinflussen Symptome
  • Belastbarkeit
  • Behandlung und Selbstständigkeit
Definieren Sie „Polypharmazie“ fachlich präzise. 3 P
  • Gleichzeitige Einnahme vieler Medikamente mit erhöhtem Risiko für Wechselwirkungen
  • Nebenwirkungen
  • Stürze und kognitive Veränderungen
Definieren Sie „Sinnesverlust und Psychiatrie“ fachlich präzise. 1 P
  • Hör- oder Sehbeeinträchtigung kann Rückzug, Fehlinterpretationen, scheinbare Verwirrtheit und Halluzinationen begünstigen
Definieren Sie „Delirbeginn“ fachlich präzise. 1 P
  • Meist akut innerhalb von Stunden oder Tagen mit schwankendem Verlauf und deutlicher Aufmerksamkeitsstörung
Definieren Sie „Demenzbeginn“ fachlich präzise. 1 P
  • Meist schleichend über Monate oder Jahre mit zunehmendem Verlust kognitiver Fähigkeiten und Alltagskompetenz
Definieren Sie „Depression im Alter“ fachlich präzise. 1 P
  • Sie kann sich durch Antriebsmangel, Klagen über Gedächtnis, Schlafstörung, Angst, Schmerzen oder sozialen Rückzug zeigen
Definieren Sie „Delir und Demenz“ fachlich präzise. 2 P
  • Eine Demenz erhöht das Delirrisiko
  • Eine akute Verschlechterung darf deshalb nicht automatisch der Demenz zugeschrieben werden
Nennen Sie die wesentlichen Aspekte von „Reversible kognitive Ursachen“. 1 P
  • Zu prüfen sind Delir, Depression, Medikamente, Schilddrüse, Vitaminmangel, Infektion, Stoffwechselstörung, Schlaf und Sinnesdefizite
Definieren Sie „Altersassoziierte Vergesslichkeit“ fachlich präzise. 1 P
  • Abruf kann langsamer werden, während selbstständiger Alltag und Lernfähigkeit weitgehend erhalten bleiben
Unterscheiden Sie „Gerontopsychiatrie und Differenzialdiagnostik: Geriatrisches Assessment“ anhand fachlicher Kriterien. 5 P
  • Mehrdimensionale Erfassung von Kognition
  • Stimmung
  • Mobilität
  • Selbstversorgung
  • Medikamenten; Ernährung; Umfeld und Unterstützungsbedarf
Beschreiben Sie das fachliche Vorgehen bei „Gerontopsychiatrisches Behandlungsziel“. 3 P
  • Möglichst selbstständige Lebensführung
  • Symptomlinderung
  • Sicherheit und passgenaue ambulante oder stationäre Unterstützung
Definieren Sie „Angehörigenbelastung“ fachlich präzise. 1 P
  • Pflege, Verhaltensänderungen, Schlafmangel, Rollenwechsel und Verantwortung können erheblich belasten und benötigen eigene Unterstützung
Definieren Sie „Ergotherapeutische Alterspsychiatrie“ fachlich präzise. 1 P
  • Alltagsfähigkeiten, Umweltanpassung, Routinen, Mobilität, Orientierung, Rollen und Teilhabe werden personenzentriert unterstützt

Demenzen, Formen und Verlauf

Definieren Sie „Wortherkunft Demenz“ fachlich präzise. 2 P
  • Lateinisch de bedeutet weg oder herab und mens Geist oder Verstand
  • Der historische Begriff darf nicht als Entwertung der Person verstanden werden
Definieren Sie „Demenzsyndrom“ fachlich präzise. 1 P
  • Erworbener kognitiver Abbau mit deutlicher Einschränkung selbstständiger Alltagsführung, nicht allein durch Delir erklärbar
Definieren Sie „Kognitive Demenzbereiche“ fachlich präzise. 1 P
  • Gedächtnis, Sprache, Aufmerksamkeit, Orientierung, Planung, Urteilsfähigkeit, visuell-räumliche Leistung und soziale Kognition können betroffen sein
Definieren Sie „Alzheimer-Krankheit“ fachlich präzise. 1 P
  • Neurodegenerative Erkrankung mit meist schleichendem Beginn und fortschreitenden Gedächtnis-, Orientierungs- und weiteren kognitiven Störungen
Nennen Sie die wesentlichen Aspekte von „Demenzen, Formen und Verlauf: Vaskuläre Demenz“. 3 P
  • Kognitive Störung durch Gefäßerkrankungen oder Hirninfarkte
  • Häufig mit exekutiven Defiziten
  • Fokalen Zeichen oder stufenweisem Verlauf
Definieren Sie „Lewy-Körper-Demenz“ fachlich präzise. 3 P
  • Demenz mit schwankender Kognition
  • Wiederkehrenden visuellen Halluzinationen
  • Parkinson-Symptomen und besonderer Medikamentenempfindlichkeit
Definieren Sie „Frontotemporale Demenz“ fachlich präzise. 3 P
  • Neurodegenerative Erkrankung mit frühen Veränderungen von Persönlichkeit
  • Verhalten
  • Sprache oder sozialer Steuerung
Definieren Sie „Aphasie“ fachlich präzise. 1 P
  • Erworbene Störung von Sprachproduktion oder Sprachverständnis bei grundsätzlich intakten Sprechorganen
Nennen Sie die wesentlichen Aspekte von „Demenzen, Formen und Verlauf: Apraxie“. 1 P
  • Störung der Planung oder Ausführung gelernter zielgerichteter Handlungen trotz ausreichender Kraft und grundlegendem Verständnis
Definieren Sie „Agnosie“ fachlich präzise. 3 P
  • Unfähigkeit
  • Bekannte Gegenstände
  • Personen oder Reize trotz funktionsfähigem Sinnesorgan angemessen zu erkennen
Definieren Sie „Exekutive Störung“ fachlich präzise. 1 P
  • Planung, Initiierung, Reihenfolge, Kontrolle und flexible Anpassung zielgerichteter Handlungen sind beeinträchtigt
Definieren Sie „Leichte Demenz“ fachlich präzise. 1 P
  • Komplexe Tätigkeiten wie Finanzen, Medikamente oder Wegeplanung werden schwieriger, während Grundversorgung oft noch möglich ist
Definieren Sie „Mittelschwere Demenz“ fachlich präzise. 2 P
  • Zunehmende Hilfe bei Alltagsaktivitäten, Orientierung und Sicherheit
  • Psychische und Verhaltenssymptome können stärker hervortreten
Definieren Sie „Schwere Demenz“ fachlich präzise. 4 P
  • Umfassende Abhängigkeit bei Selbstversorgung
  • Kommunikation
  • Mobilität und Schutz
  • Nonverbale Bedürfnisse bleiben bedeutsam
Definieren Sie „BPSD“ fachlich präzise. 5 P
  • Psychische und Verhaltenssymptome bei Demenz wie Unruhe
  • Apathie
  • Angst
  • Depression
  • Wahn; Schlafstörung oder Aggressivität
Definieren Sie „Herausforderndes Verhalten“ fachlich präzise. 1 P
  • Verhalten wird als Ausdruck von Schmerz, Angst, Überforderung, Bedürfnis, Umweltreiz oder Erkrankung analysiert statt moralisch bewertet
Definieren Sie „Demenzprävention“ fachlich präzise. 1 P
  • Gefäßrisiken, Bewegung, Bildung, soziale Aktivität, Hörversorgung und Behandlung körperlicher Erkrankungen können das Risiko beeinflussen

Kognitives Screening und ergotherapeutische Demenzbegleitung

Beschreiben Sie das diagnostische Vorgehen bei „Kognitives Screening“. 1 P
  • Kurzes standardisiertes Verfahren zur Erkennung möglicher kognitiver Auffälligkeiten und zur Entscheidung über weitere Diagnostik
Definieren Sie „MMST“ fachlich präzise. 5 P
  • Mini-Mental-Status-Test mit Aufgaben zu Orientierung
  • Merkfähigkeit
  • Aufmerksamkeit
  • Erinnerung
  • Sprache und einfacher Handlung
Definieren Sie „DemTect“ fachlich präzise. 1 P
  • Screening mit mehreren Gedächtnis- und Denkaufgaben, das besonders leichte kognitive Veränderungen erfassen soll
Definieren Sie „Uhrentest“ fachlich präzise. 3 P
  • Zeichnen eines Zifferblatts mit vorgegebener Uhrzeit zur Prüfung von Planung
  • Raumverarbeitung
  • Zahlenwissen und Aufgabenverständnis
Beschreiben Sie das diagnostische Vorgehen bei „Screening als Demenzdiagnose“. 2 P
  • Nein
  • Ein Wert liefert nur einen Hinweis und muss mit Anamnese, Alltag, medizinischer Untersuchung und Verlauf verbunden werden
Erklären Sie den fachlichen Zusammenhang bei „Einflussfaktoren auf Testergebnisse“. 1 P
  • Bildung, Sprache, Kultur, Angst, Depression, Müdigkeit, Schmerz, Motorik sowie Hör- und Sehvermögen können Leistungen verändern
Definieren Sie „Übungseffekt“ fachlich präzise. 1 P
  • Wiederholte Durchführung kann Ergebnisse verbessern, ohne dass sich die zugrunde liegende Kognition entsprechend verändert hat
Beschreiben Sie das fachliche Vorgehen bei „Alltagsbeobachtung“. 4 P
  • Reale Aufgaben zeigen Planung
  • Sicherheit
  • Fehlerkorrektur
  • Hilfebedarf und Umweltabhängigkeit oft differenzierter als Kurztests
Beschreiben Sie das fachliche Vorgehen bei „Personenzentrierte Demenzbegleitung“. 4 P
  • Biografie
  • Gewohnheiten
  • Werte
  • Aktuelle Bedürfnisse und erhaltene Fähigkeiten bestimmen Ziele und Umgang
Definieren Sie „Validation“ fachlich präzise. 1 P
  • Gefühle und subjektive Bedeutung werden anerkannt, ohne jede sachlich falsche Aussage zu bestätigen oder konfrontativ zu korrigieren
Definieren Sie „Biografiearbeit“ fachlich präzise. 1 P
  • Vertraute Rollen, Interessen, Orte, Musik, Tätigkeiten und Lebensereignisse werden genutzt, um Identität und Kontakt zu unterstützen
Definieren Sie „Fehlerfreies Lernen“ fachlich präzise. 1 P
  • Aufgaben werden so angeleitet, dass Fehlversuche möglichst vermieden und korrekte Abläufe häufig wiederholt werden
Definieren Sie „Spaced Retrieval“ fachlich präzise. 1 P
  • Informationen oder Handlungen werden in schrittweise größeren Zeitabständen erfolgreich abgerufen und wiederholt
Definieren Sie „Umweltanpassung“ fachlich präzise. 1 P
  • Beleuchtung, Kontraste, Beschriftung, Ordnung, Lärm, Wege und Hilfsmittel werden an Wahrnehmung und Handlungsfähigkeit angepasst
Definieren Sie „Kommunikation bei Demenz“ fachlich präzise. 3 P
  • Kurze konkrete Sätze
  • Eine Information nach der anderen
  • Ausreichende Antwortzeit und unterstützende Gesten erleichtern Verständnis
Definieren Sie „Aktivierung bei Demenz“ fachlich präzise. 1 P
  • Tätigkeiten orientieren sich an Bedeutung und Erfolg, nicht an kindlicher Beschäftigung oder starrer Leistungssteigerung
Beschreiben Sie das fachliche Vorgehen bei „Angehörigenberatung“. 1 P
  • Sie umfasst Krankheitsverständnis, Kommunikation, Sicherheit, Entlastung, Hilfen, Grenzen und Erhalt eigener Gesundheit
Definieren Sie „Freiheitsbeschränkende Maßnahmen“ fachlich präzise. 2 P
  • Sie benötigen strenge rechtliche und fachliche Prüfung
  • Zuerst werden Ursachen und weniger eingreifende Alternativen gesucht

Die Fragen und Antworten wurden aus den redaktionellen Lerntexten dieses Kapitels abgeleitet. Jede Antwort gehört ausschließlich zu der unmittelbar darüberstehenden Frage.

Hinweise des Lehrplans
  • z. B. Somnolenz-Koma, Störungen des Ich-Bewusstseins
  • z. B. Halluzination, Illusion
  • z. B. Gedächtnisstörungen nach Schlaganfall und in der Geriatrie vgl. LPE 3 und 6
  • z. B. formale Denkstörungen, inhaltliche Denkstörungen
  • z. B. depressive Verstimmungen, manische Verstimmungen
  • z. B. posttraumatische Belastungsreaktionen
  • z. B. sogenannte antisoziale Persönlichkeit
  • z. B. Typologie nach Jellinek
  • zentrale und periphere Folgen

Quelle: Sächsisches Staatsministerium für Kultus: Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin, freigegeben ab 1. August 2020, S. 59.

09 Kinder- und Jugendpsychiatrie 10 Ustd. 164 Unterfragen
Lehrplananforderung

Die Schülerinnen und Schüler setzen sich mit häufig vorkommenden Störungen der psychischen und intellektuellen Entwicklung von Kindern und Jugendlichen sowie deren Ursachen auseinander. Sie kennen den Einfluss sozialer Gegebenheiten auf eine gestörte psychosoziale Entwicklung.

Quelle: Sächsisches Staatsministerium für Kultus: Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin, freigegeben ab 1. August 2020, S. 61.

Fragen & Antworten164

Kapitelkern

Beschreiben Sie Entwicklung und fachliche Einordnung von „Psychische Entwicklung von Kindern“. 5 P
  • Auffälligkeiten werden nach Entwicklungsalter, Dauer, Schwere, Häufigkeit, Situationsbreite und Funktionsbeeinträchtigung beurteilt
  • Familie
  • Schule
  • Peers
  • Ressourcen und Belastungen gehören zur Einordnung
Erläutern Sie „Geistige Behinderung und Lernstörungen“ fachlich strukturiert. 2 P
  • Der Lehrplanbegriff wird fachlich als Intelligenzstörung beziehungsweise intellektuelle Entwicklungsstörung eingeordnet
  • Teil-, Global- und psychogene Leistungsprobleme werden diagnostisch unterschieden
Definieren Sie „Autistische Störungen“ fachlich präzise. 2 P
  • Autismus-Spektrum-Störungen zeigen sich vor allem in sozialer Kommunikation und Interaktion sowie repetitiven oder unflexiblen Verhaltens- und Interessenmustern
  • Unterstützung ist individuell und teilhabeorientiert
Definieren Sie „Psychosomatische Störungen“ fachlich präzise. 3 P
  • Enuresis, Enkopresis und Anorexia nervosa werden körperlich, psychisch und sozial abgeklärt
  • Beschwerden sind real
  • Behandlung verbindet medizinische Sicherheit, psychotherapeutische Arbeit und Alltagsteilhabe
Erläutern Sie „Chronische Erkrankungen im Kindesalter“ fachlich strukturiert. 4 P
  • Chronische Erkrankungen beeinflussen Entwicklungsaufgaben
  • Selbstständigkeit
  • Schule und Familie
  • Unterstützung stärkt Krankheitsbewältigung, Selbstmanagement und altersgerechte Teilhabe
Erläutern Sie Sicherheitsanforderungen und erforderliche Reaktionen bei „Deprivation und Misshandlung“. 2 P
  • Vernachlässigung, Misshandlung, sexualisierte Gewalt und tiefgreifende Trennungsbelastungen können unterschiedliche Folgen haben
  • Beobachtungen werden sachlich dokumentiert und in geregelte Kinderschutzwege eingebracht

Grundlagen der Kinder- und Jugendpsychiatrie

Beschreiben Sie Entwicklung und fachliche Einordnung von „Entwicklungsbezogene Perspektive“. 3 P
  • Kinder- und jugendpsychiatrische Symptome werden immer vor dem jeweiligen Entwicklungsstand beurteilt
  • Dasselbe Verhalten kann in einem Alter erwartbar, in einem anderen auffällig sein
  • Entscheidend sind nicht einzelne Besonderheiten, sondern Verlauf, Intensität, Häufigkeit, Kontext und die daraus entstehende Beeinträchtigung
Nennen Sie die wesentlichen Aspekte von „Kriterien zur Einordnung“. 2 P
  • Eine Auffälligkeit gewinnt klinische Bedeutung, wenn sie deutlich altersunangemessen ist, über längere Zeit anhält, mehrere Symptome zu einem Muster verbindet, die weitere Entwicklung beeinträchtigt, ausgeprägt oder häufig auftritt und sich in mehreren Lebensbereichen zeigt
  • Zusätzlich wird geprüft, wie stark Alltag, Beziehungen, Schule, Freizeit und altersgemäße Selbstständigkeit eingeschränkt sind
Erläutern Sie „Kind, Familie und Umwelt“ fachlich strukturiert. 5 P
  • Befund und Behandlung beziehen Kind oder Jugendlichen
  • Sorgeberechtigte
  • Schule
  • Peers und weitere Bezugspersonen ein
  • Verhalten wird nicht isoliert bewertet; Belastungen, Ressourcen, Erwartungen, Reizbedingungen, Lerngelegenheiten und Beziehungsmuster können Symptome verstärken oder abmildern
Erläutern Sie „Diagnostische Gruppen“ fachlich strukturiert. 2 P
  • Die Unterrichtsunterlagen ordnen entwicklungsbezogene Störungen vor allem den ICD-10-Gruppen F80 bis F89 sowie den Verhaltens- und emotionalen Störungen mit Beginn in Kindheit und Jugend F90 bis F98 zu
  • Daneben können bereits im Erwachsenenalter bekannte Störungen im Kindes- oder Jugendalter auftreten
Erläutern Sie „Aktualitätsvermerk zur Klassifikation“ fachlich strukturiert. 3 P
  • Für die amtliche Morbiditätskodierung in Deutschland gilt 2026 weiterhin die ICD-10-GM
  • Die ICD-11 liegt deutsch als Testfassung vor und führt neuroentwicklungsbezogene Störungen teilweise anders und stärker dimensional
  • Deshalb müssen historische Unterrichtsbegriffe, aktuelle klinische Konzepte und amtliche Kodierung auseinandergehalten werden
Erklären Sie den fachlichen Zusammenhang bei „Grundlagen der Kinder- und Jugendpsychiatrie: Ergotherapeutische Bedeutung“. 5 P
  • Ergotherapie diagnostiziert nicht allein aus Beobachtungen im Therapieraum
  • Sie beschreibt konkrete Betätigungsprobleme und Bedingungen: Was gelingt wann
  • Wo
  • Mit wem und mit welcher Unterstützung?
  • Daraus werden alltagsnahe Ziele für Selbstversorgung, Schule, Spiel, Freizeit, soziale Beteiligung und Familienalltag abgeleitet

Deprivation, Vernachlässigung, Misshandlung und Hospitalismus

Definieren Sie „Deprivation“ fachlich präzise. 5 P
  • Deprivation bedeutet einen anhaltenden Mangel an entwicklungsnotwendiger Beziehung
  • Anregung
  • Schutz oder Versorgung
  • Folgen hängen von Dauer
  • Alter; Ausmaß und Schutzfaktoren ab
Definieren Sie „Vernachlässigung“ fachlich präzise. 1 P
  • Vernachlässigung ist die unzureichende Erfüllung grundlegender körperlicher, emotionaler, erzieherischer oder medizinischer Bedürfnisse eines Kindes
Erläutern Sie Sicherheitsanforderungen und erforderliche Reaktionen bei „Formen der Misshandlung“. 2 P
  • Misshandlung kann körperlich oder psychisch erfolgen
  • Sexualisierte Gewalt und Vernachlässigung gehören ebenfalls zu den Formen der Kindeswohlgefährdung
Erläutern Sie „Sexualisierte Gewalt und Zustimmung des Kindes“ fachlich strukturiert. 2 P
  • Kinder können einer ausgenutzten Macht- und Abhängigkeitssituation nicht wirksam zustimmen
  • Verantwortung trägt ausschließlich die übergriffige Person
Definieren Sie „Einzelnes Beweissymptom“ fachlich präzise. 2 P
  • Kein einzelnes Verhalten oder Verletzungsmuster beweist Misshandlung sicher
  • Auffälligkeiten werden sachlich dokumentiert und im Kinderschutzverfahren fachlich bewertet
Definieren Sie „Trennung von Bezugspersonen“ fachlich präzise. 5 P
  • Wirkungen hängen von Dauer
  • Vorbereitung
  • Bindung
  • Ersatzbetreuung und Kontaktmöglichkeiten ab
  • Trennung führt nicht automatisch zu einer psychischen Störung
Definieren Sie „Hospitalismus“ fachlich präzise. 1 P
  • Hospitalismus bezeichnet Entwicklungsfolgen lang dauernder institutioneller Versorgung mit unzureichender persönlicher Zuwendung, stabiler Beziehung und Anregung
Definieren Sie „Gespräch mit einem betroffenen Kind“ fachlich präzise. 3 P
  • Das Kind wird ernst genommen und nicht suggestiv befragt
  • Wortlaut und Beobachtungen werden dokumentiert
  • Versprechen absoluter Geheimhaltung sind zu vermeiden
Definieren Sie „Dokumentation bei Verdacht“ fachlich präzise. 2 P
  • Dokumentiert werden Zeitpunkt, wörtliche Aussagen, sichtbare Befunde und beobachtetes Verhalten
  • Vermutungen werden klar von Tatsachen getrennt
Erläutern Sie Sicherheitsanforderungen und erforderliche Reaktionen bei „Akute Kindeswohlgefahr“. 2 P
  • Bei akuter Gefahr werden unverzüglich die vorgesehenen Schutzwege und zuständigen Stellen einbezogen
  • Eigenständige Ermittlungen gehören nicht zur Ergotherapie
Definieren Sie „Multiprofessionelle Verantwortung“ fachlich präzise. 4 P
  • Kinderschutz verlangt geregelte Zusammenarbeit mit Leitung
  • Medizin
  • Jugendhilfe und spezialisierten Fachstellen
  • Zuständigkeiten und Informationswege müssen klar sein
Beschreiben Sie das fachliche Vorgehen bei „Ergotherapie im Kinderschutz“. 2 P
  • Ergotherapie fördert sichere Routinen, Selbstwirksamkeit, Spiel, Regulation und Alltagsteilhabe
  • Maßnahmen bleiben in den Schutz- und Behandlungsplan eingebettet

Umschriebene Entwicklungsstörungen: Überblick und Diagnostik

Erläutern Sie „Grundidee“ fachlich strukturiert. 5 P
  • Umschriebene Entwicklungsstörungen betreffen einen abgegrenzten Leistungsbereich
  • Etwa Sprache
  • Schulische Fertigkeiten oder Motorik
  • Die allgemeine Denkfähigkeit ist nicht automatisch betroffen
  • Der ältere Sammelbegriff „Teilleistungsstörung“ ist unscharf und sollte nur mit Erklärung verwendet werden
Nennen Sie die wesentlichen Aspekte von „Typische Merkmale“. 4 P
  • Der Beginn liegt im Klein- oder Schulkindalter
  • Der Verlauf ist entwicklungsbezogen und nicht durch klar getrennte Krankheitsphasen gekennzeichnet
  • Die Schwierigkeiten sind stärker, als aufgrund von Alter, Beschulung und allgemeinem Entwicklungsniveau zu erwarten wäre
  • Einzelne Bereiche können deutlich voneinander abweichen
Definieren Sie „Diagnostische Logik“ fachlich präzise. 3 P
  • Eine Diagnose entsteht nicht durch einen einzelnen Testwert
  • Erforderlich sind Entwicklungs- und Familienanamnese, Informationen aus Kindergarten oder Schule, Leistungs- und Intelligenzdiagnostik, medizinische Untersuchung und eine Prüfung möglicher Sinnes-, neurologischer oder emotionaler Ursachen
  • Komorbiditäten sind häufig und müssen gesondert erfasst werden
Unterscheiden Sie „Differenzialdiagnostik umschriebener Entwicklungsstörungen“ anhand fachlicher Kriterien. 2 P
  • Schwierigkeiten können auch durch unzureichende Lerngelegenheiten, Mehrsprachigkeit ohne angemessene Testnormen, Hör- oder Sehbeeinträchtigung, neurologische Erkrankung, Intelligenzminderung, psychische Belastung oder häufige Fehlzeiten entstehen
  • Diese Faktoren schließen eine Entwicklungsstörung nicht pauschal aus, verändern aber die diagnostische Bewertung
Erklären Sie den fachlichen Zusammenhang bei „Auswirkungen auf Betätigung“. 5 P
  • Betroffen sind nicht nur isolierte Testleistungen
  • Kinder können Aufgaben vermeiden, deutlich länger benötigen, schneller ermüden, sich schämen oder wiederholt Misserfolg erleben
  • Folgen zeigen sich in Unterricht
  • Hausaufgaben
  • Spiel; Freundschaften; Selbstbild und familiären Routinen
Beschreiben Sie das diagnostische Vorgehen bei „Umschriebene Entwicklungsstörungen: Überblick und Diagnostik: Ergotherapeutisch…. 3 P
  • Ergotherapie analysiert Anforderungen und Ausführung im Alltag
  • Sie kann Strategien, Materialanpassung, Aufgabenstruktur, motorische und exekutive Voraussetzungen sowie die Nutzung von Hilfsmitteln bearbeiten
  • Therapieziele werden nicht aus der Diagnose allein, sondern aus konkreten Betätigungsanliegen abgeleitet

Umschriebene Entwicklungsstörungen des Sprechens und der Sprache

Nennen Sie die wesentlichen Aspekte von „Erscheinungsformen“. 4 P
  • Umschriebene Störungen des Sprechens und der Sprache können Artikulation, expressive Sprache oder Sprachverständnis betreffen
  • Bei einer Artikulationsstörung werden Laute nicht altersgemäß gebildet oder verwendet
  • Bei expressiven Störungen ist der aktive Wortschatz, Satzbau oder sprachliche Ausdruck deutlich eingeschränkt
  • Rezeptive Störungen betreffen das Verstehen von Sprache und gehen häufig mit expressiven Problemen einher
Erläutern Sie „Beobachtbare Hinweise“ fachlich strukturiert. 3 P
  • Mögliche Hinweise sind schwer verständliche Aussprache, geringe Satzlänge, ungewöhnliche Grammatik, eingeschränkter Wortschatz, häufiges Missverstehen von Aufträgen, Rückfragen oder Ausweichen vor sprachlich anspruchsvollen Situationen
  • Ein einzelnes Merkmal genügt nicht zur Diagnose
  • Alter und Mehrsprachigkeit müssen angemessen berücksichtigt werden
Nennen Sie die wesentlichen Aspekte von „Folgen im Alltag“. 5 P
  • Sprache steuert Spiel
  • Lernen
  • Soziale Aushandlung und Selbstvertretung
  • Sprachliche Schwierigkeiten können als Unaufmerksamkeit, Trotz oder mangelndes Verständnis fehlgedeutet werden
  • Wiederholte Misserfolge können Rückzug, Frustration oder Konflikte begünstigen
Unterscheiden Sie „Diagnostik und Abgrenzung“ anhand fachlicher Kriterien. 3 P
  • Hören, neurologische Entwicklung, allgemeine kognitive Voraussetzungen und Sprachumgebung werden geprüft
  • Erworbene Sprachstörungen, tiefgreifende Entwicklungsstörungen und isolierte Artikulationsvarianten sind abzugrenzen
  • Die differenzierte sprachdiagnostische Beurteilung liegt vor allem bei ärztlichen und logopädischen Fachstellen
Beschreiben Sie das fachliche Vorgehen bei „Behandlung und Ergotherapie“. 5 P
  • Logopädische oder sprachtherapeutische Behandlung bildet häufig den Kern
  • Ergotherapie ergänzt
  • Wenn Sprache mit Handlungsplanung
  • Aufmerksamkeit
  • Motorik; sensorischer Verarbeitung oder Betätigungsausführung zusammenwirkt; Hilfreich sind klare kurze Aufträge, visuelle Struktur, Vormachen, ausreichend Antwortzeit und eine Prüfung, ob die Aufgabe wirklich verstanden wurde

Lese- und Rechtschreibstörung

Nennen Sie die wesentlichen Aspekte von „Kernmerkmale“. 3 P
  • Bei einer Lese- und Rechtschreibstörung sind Erwerb und Anwendung von Lesen und Rechtschreiben deutlich beeinträchtigt
  • Beim Lesen können Genauigkeit, Geschwindigkeit und Textverständnis betroffen sein
  • Beim Schreiben treten anhaltende Fehler, unsichere Laut-Buchstaben-Zuordnung und Schwierigkeiten beim Abruf orthografischer Muster auf
Beschreiben Sie das diagnostische Vorgehen bei „Lese- und Rechtschreibstörung: Diagnostik“. 5 P
  • Die Leistung wird mit alters- und beschulungsbezogenen Normen verglichen
  • Anamnese
  • Schulverlauf
  • Allgemeine Leistungsdiagnostik und medizinisch-neurologische Abklärung helfen
  • Andere Ursachen einzuordnen; Eine isolierte schlechte Note genügt nicht; Seh- oder Hörprobleme, unzureichender Unterricht, Sprachentwicklungsstörung, Aufmerksamkeitsprobleme und emotionale Belastung müssen mitbedacht werden
Nennen Sie die wesentlichen Aspekte von „Komorbidität und Folgen“. 5 P
  • Häufig bestehen weitere Lern-
  • Sprach-
  • Aufmerksamkeits- oder emotionale Schwierigkeiten
  • Wiederholte Misserfolge können Selbstwert, Motivation und Schulbesuch belasten
  • Manche Kinder entwickeln Vermeidungsverhalten, somatische Beschwerden oder Angst vor Leistungsanforderungen
Erläutern Sie „Förderung“ fachlich strukturiert. 3 P
  • Spezifische Lerntherapie oder schulische Förderung arbeitet systematisch an den betroffenen Fertigkeiten
  • Anpassungen und Nachteilsausgleich sollen die Behinderung kompensieren, ohne Lernziele unklar zu machen
  • Maßnahmen richten sich nach schulrechtlichen Vorgaben und individueller Diagnostik
Erläutern Sie „Ergotherapeutische Schnittstelle“ fachlich strukturiert. 3 P
  • Ergotherapie ist nicht automatisch die primäre Behandlung einer LRS
  • Sie kann sinnvoll sein, wenn zusätzliche Probleme bei Aufmerksamkeit, Arbeitsorganisation, Handschrift, visuomotorischer Ausführung, Belastungsregulation oder Selbstständigkeit im Schulalltag bestehen
  • Hilfsmittel, digitale Unterstützung, Aufgabenstruktur und realistische Lernroutinen können Teil eines abgestimmten Plans sein

Autismus-Spektrum: Kernmerkmale, Wahrnehmung und Alltag

Erläutern Sie „Spektrum statt einheitliches Bild“ fachlich strukturiert. 3 P
  • Autistische Merkmale unterscheiden sich deutlich zwischen Personen und über die Lebensspanne
  • Gemeinsam sind anhaltende Besonderheiten in sozialer Kommunikation und Interaktion sowie eingeschränkte, repetitive oder unflexible Verhaltens-, Interessen- oder Aktivitätsmuster
  • Beginn und Auswirkungen zeigen sich entwicklungsbezogen
Erläutern Sie „Soziale Interaktion und Kommunikation“ fachlich strukturiert. 2 P
  • Mögliche Erscheinungen sind wenig oder anders eingesetzter Blickkontakt, Schwierigkeiten beim Erfassen unausgesprochener Regeln, wörtliches Sprachverständnis, verzögerte oder ungewöhnliche Sprachentwicklung, Echolalie, einseitige Gespräche oder Probleme beim Perspektivwechsel
  • Nicht jedes autistische Kind zeigt dieselben Merkmale, und fehlender Blickkontakt bedeutet nicht fehlendes Interesse
Erläutern Sie „Wiederholung und Flexibilität“ fachlich strukturiert. 3 P
  • Routinen, intensive Interessen, stereotype Bewegungen und ein starkes Bedürfnis nach Vorhersagbarkeit können Sicherheit und Regulation ermöglichen
  • Veränderungen, unklare Übergänge oder mehrdeutige Erwartungen können hohe Belastung auslösen
  • Das Verhalten ist nicht vorschnell als Trotz zu bewerten
Erläutern Sie „Sensorische Verarbeitung“ fachlich strukturiert. 3 P
  • Geräusche, Licht, Berührung, Gerüche, Bewegung oder Körperreize können über- oder unterempfindlich wahrgenommen werden
  • Reizüberflutung kann zu Rückzug, Erstarren, Wutausbruch oder Selbstschutzverhalten führen
  • Die Reaktion wird über konkrete Auslöser, Dauer und hilfreiche Bedingungen analysiert
Erläutern Sie „Stärken und Ressourcen“ fachlich strukturiert. 2 P
  • Häufige Ressourcen können detailgenaue Wahrnehmung, intensive Interessen, Ausdauer in vertrauten Themen, Regelorientierung, Ehrlichkeit oder besondere Gedächtnisleistungen sein
  • Solche Stärken dürfen nicht stereotyp vorausgesetzt werden, können aber als Zugang zu Lernen und Betätigung dienen
Nennen Sie die wesentlichen Aspekte von „Autismus-Spektrum: Kernmerkmale, Wahrnehmung und Alltag: Betätigungsbezug“. 5 P
  • Alltagsprobleme zeigen sich beispielsweise bei Morgenroutine
  • Kleidung
  • Essen
  • Schulwechseln
  • Gruppenarbeit; Spiel; Freizeit oder öffentlichem Verkehr; Die Analyse fragt; welche Anforderungen; Reize; sozialen Regeln und Veränderungen die Situation enthält

Autismus-Spektrum: Unterstützung, Therapie und Ergotherapie

Erläutern Sie „Grundprinzipien“ fachlich strukturiert. 5 P
  • Unterstützung ist multimodal und multiprofessionell
  • Ziele richten sich nicht auf das „Beseitigen“ einer Personeneigenschaft
  • Sondern auf Kommunikation
  • Selbstbestimmung
  • Gesundheit; Lernen; alltagspraktische Fähigkeiten und Teilhabe; Individuelle Bedürfnisse und die Perspektive der autistischen Person werden einbezogen
Erläutern Sie „Verständliche Umwelt“ fachlich strukturiert. 5 P
  • Vorhersagbare Abläufe
  • Visuelle Pläne
  • Eindeutige Sprache und vorbereitete Übergänge reduzieren unnötige Unsicherheit
  • Aufgaben werden konkret und sichtbar gegliedert
  • Unterstützte Kommunikation kann Bilder, Gebärden, Kommunikationshilfen oder digitale Systeme umfassen
Definieren Sie „Sensorische Anpassung“ fachlich präzise. 3 P
  • Licht, Geräusch, Geruch, Berührung, Kleidung, Sitzplatz und Pausen werden geprüft
  • Reizarme Rückzugsmöglichkeiten können Regulation ermöglichen
  • Sensorische Maßnahmen benötigen ein klares alltagsbezogenes Ziel und werden auf Wirkung und Akzeptanz überprüft
Erläutern Sie „Lernen und Verhalten“ fachlich strukturiert. 3 P
  • Verhalten wird funktional verstanden: Was geht voraus, welche Funktion erfüllt es, welche Konsequenz folgt?
  • Neue Fähigkeiten werden kleinschrittig, vorhersehbar und in bedeutsamen Situationen geübt
  • Zwang zur Anpassung an rein soziale Erwartungen kann Belastung erhöhen und ist fachlich zu reflektieren
Erläutern Sie „Ergotherapeutische Arbeitsfelder“ fachlich strukturiert. 4 P
  • Mögliche Ziele betreffen Anziehen, Essen, Körperpflege, Schreiben, Schulorganisation, Spiel, Freizeit, Mobilität, Haushaltsaufgaben oder berufliche Vorbereitung
  • Ergotherapie kombiniert Betätigungsanalyse
  • Umweltanpassung
  • Strategiearbeit und Beratung von Familie oder Schule
Erklären Sie den fachlichen Zusammenhang bei „Verlauf und Prognose“. 3 P
  • Autistische Merkmale verändern sich mit Entwicklung und Umweltanforderungen, bleiben aber grundsätzlich lebenslang relevant
  • Unterstützungsbedarf ist individuell und kann je nach Lebensphase schwanken
  • Erfolg wird an Teilhabe, Belastungsreduktion, Selbstständigkeit und subjektivem Wohlbefinden gemessen

ADHS: Symptomatik, Diagnostik, Komorbidität und Verlauf

Nennen Sie die wesentlichen Aspekte von „Kardinalsymptome“. 4 P
  • ADHS wird durch anhaltende Unaufmerksamkeit und/oder Hyperaktivität-Impulsivität beschrieben, die dem Entwicklungsstand nicht entsprechen und die Funktionsfähigkeit beeinträchtigen
  • Unaufmerksamkeit zeigt sich etwa in Flüchtigkeitsfehlern, geringer Ausdauer, Vergesslichkeit und Organisationsproblemen
  • Hyperaktivität betrifft unangemessene motorische oder innere Unruhe
  • Impulsivität zeigt sich in vorschnellem Handeln, Unterbrechen oder geringer Verzögerung von Reaktionen
Erläutern Sie „Mehrere Lebensbereiche“ fachlich strukturiert. 3 P
  • Symptome müssen in mehr als einer bedeutsamen Umgebung beurteilt werden
  • Ein Kind kann sich im hochstrukturierten Einzelkontakt unauffällig zeigen und in Schule oder Familie deutlich beeinträchtigt sein
  • Umgekehrt kann problematisches Verhalten auf eine einzelne belastende Situation begrenzt sein und andere Ursachen haben
Beschreiben Sie das diagnostische Vorgehen bei „ADHS: Symptomatik, Diagnostik, Komorbidität und Verlauf: Multimodale Diagnostik“. 5 P
  • Diagnostik verbindet Anamnese
  • Gespräche mit Kind und Bezugspersonen
  • Informationen aus Schule oder Kindergarten
  • Standardisierte Fragebögen
  • Verhaltensbeobachtung und Leistungsdiagnostik; Aufmerksamkeitstests wie Untertests der TAP können einzelne Funktionen untersuchen, beweisen oder widerlegen ADHS aber nicht allein
Unterscheiden Sie „Differenzialdiagnostik bei ADHS“ anhand fachlicher Kriterien. 2 P
  • Zu prüfen sind unter anderem Schlafprobleme, Angst, Depression, Trauma, Lern- und Sprachstörungen, Autismus, Ticstörungen, neurologische Erkrankungen, Substanzwirkungen, unpassende Anforderungen und psychosoziale Belastungen
  • Auch hohe Begabung oder Unterforderung kann Verhalten verändern
Definieren Sie „Komorbidität“ fachlich präzise. 2 P
  • Begleitend können oppositionelles Verhalten, Störungen des Sozialverhaltens, Lernstörungen, Angst, Depression, Ticstörungen und weitere neuroentwicklungsbezogene Probleme auftreten
  • Komorbiditäten beeinflussen Behandlung und Prognose wesentlich
Erklären Sie den fachlichen Zusammenhang bei „Verlauf“. 4 P
  • Das Erscheinungsbild verändert sich mit dem Alter
  • Offene motorische Unruhe kann abnehmen, während Aufmerksamkeits-, Organisations- und Impulsivitätsprobleme fortbestehen
  • Eine Diagnose beschreibt keine unveränderliche Persönlichkeit
  • Ressourcen, Umfeld und erlernte Strategien beeinflussen die Teilhabe deutlich

ADHS: Entstehungsmodell und multimodale Behandlung

Erklären Sie den fachlichen Zusammenhang bei „Mehrfaktorielle Entstehung“. 4 P
  • ADHS entsteht nicht durch einen einzelnen Erziehungsfehler
  • Genetische, neurobiologische und neuropsychologische Faktoren tragen wesentlich bei
  • Diskutiert werden unter anderem Verhaltenshemmung, Aufmerksamkeitssteuerung, Arbeitsgedächtnis, Belohnungsverarbeitung und exekutive Funktionen
  • Pränatale und andere Belastungen können Risiken beeinflussen
Erläutern Sie „Psychosoziale Faktoren“ fachlich strukturiert. 3 P
  • Familien- und Schulbedingungen gelten nicht als alleinige Primärursache, können den Verlauf aber deutlich beeinflussen
  • Häufige negative Rückmeldungen, unklare Regeln, Überforderung und wechselseitige Eskalation können einen Teufelskreis stabilisieren
  • Angemessenes Verhalten erhält dann wenig Aufmerksamkeit, auffälliges Verhalten dagegen viel negative Reaktion
Beschreiben Sie das fachliche Vorgehen bei „Behandlungsplanung“ im Kapitel „ADHS: Entstehungsmodell und multimodale Behandlung“. 2 P
  • Behandlung ist multimodal und orientiert sich an Alter, Schweregrad, Komorbidität, Ressourcen und betroffenen Lebensbereichen
  • Bausteine können Psychoedukation, verhaltenstherapeutische Arbeit mit dem Kind, Elterntraining, schulbezogene Beratung, Pharmakotherapie und ausgewählte neuropsychologische Verfahren sein
Beschreiben Sie das fachliche Vorgehen bei „Medikamentöse Behandlung“. 3 P
  • Stimulanzien wie Methylphenidat können Kernsymptome wirksam vermindern, benötigen aber ärztliche Indikation, individuelle Dosierung und Verlaufskontrolle
  • Wirkung, Nebenwirkungen, Wachstum, Schlaf, Appetit und Alltagsergebnis werden überwacht
  • Eine positive Medikamentenwirkung ist kein diagnostischer Beweis
Erläutern Sie „Familie und Schule bei ADHS“ fachlich strukturiert. 3 P
  • Hilfreich sind wenige klare Regeln, konkrete Aufforderungen, unmittelbare und nachvollziehbare Konsequenzen, gezieltes Lob und ein abgestimmtes Vorgehen
  • Erwachsene prüfen auch, ob Anforderungen realistisch, verständlich und ausreichend strukturiert sind
  • Ziel ist nicht dauernde Kontrolle, sondern zunehmende Selbststeuerung
Erläutern Sie „Neurofeedback und kognitive Verfahren“ fachlich strukturiert. 5 P
  • Neurofeedback und Aufmerksamkeitstrainings können in ausgewählten Fällen ergänzen
  • Ihre Indikation richtet sich nach aktueller Evidenz
  • Aufwand
  • Motivation und erreichbarem Alltagsnutzen
  • Sie ersetzen keine umfassende Diagnostik oder Behandlung der relevanten Lebensbereiche

ADHS: Selbstinstruktion, Stopp-Prinzip und Erfolgsvisualisierung

Erläutern Sie „Selbstinstruktion“ fachlich strukturiert. 3 P
  • Selbstinstruktion macht einen Handlungsplan sprachlich verfügbar
  • Eine Aufgabe wird schrittweise bearbeitet: Aufgabe klären, benötigtes Material bestimmen, Zeit und Wissen einschätzen, einzelne Schritte benennen, Unterstützung planen, durchführen und Ergebnis prüfen
  • Zunächst kann die Anleitung laut gesprochen, später leise oder innerlich verwendet werden
Erläutern Sie „Selbstverbalisation“ fachlich strukturiert. 3 P
  • Hilfreiche Selbstverbalisationen sind konkret und handlungsnah: „Ich lese zuerst die Aufgabe“, „Ich markiere den ersten Schritt“, „Ich prüfe, ob alles eingetragen ist“
  • Allgemeine Sätze wie „Ich muss mich mehr konzentrieren“ bieten wenig Steuerung
  • Die Formulierungen werden gemeinsam erarbeitet und in realen Situationen erprobt
Erläutern Sie „Stopp-Prinzip“ fachlich strukturiert. 5 P
  • Das Stopp-Prinzip unterbricht automatisches impulsives Handeln
  • Die Reihenfolge lautet: innehalten
  • Denken
  • Handlungsplan prüfen
  • Mögliche Folgen abwägen und erst dann handeln; Ein sichtbares Stoppsignal kann anfangs erinnern; Die Hilfe wird schrittweise reduziert, damit Selbststeuerung statt Abhängigkeit entsteht
Erläutern Sie „Konsequenzen sichtbar machen“ fachlich strukturiert. 3 P
  • Eine Situation wird mit impulsiver Handlung und tatsächlicher Folge beschrieben
  • Anschließend wird eine alternative Handlung mit veränderter Folge entwickelt
  • Dadurch werden Regeln, Konsequenzen und Handlungsmöglichkeiten verständlicher, ohne das Kind moralisch abzuwerten
Beurteilen Sie „Erfolg visualisieren“ anhand fachlicher Kriterien. 4 P
  • Bei der Visualisierung stellt sich die Person eine konkrete Problemsituation und ein kontrolliertes Verhalten möglichst anschaulich vor
  • Ort, Auslöser, Körpergefühl, Handlung und Ergebnis werden detailliert durchgegangen
  • Danach wird die Strategie praktisch erprobt
  • Vorstellung allein ersetzt kein Training
Beschreiben Sie das fachliche Vorgehen bei „Ergotherapeutische Anwendung“. 3 P
  • Die Methoden werden an bedeutsame Betätigungen gebunden: Schulranzen packen, Hausaufgaben beginnen, Kochen, Busfahren, Gruppenaufgabe oder Mediennutzung
  • Anforderungen werden so dosiert, dass die Strategie tatsächlich angewendet werden kann
  • Wirksamkeit zeigt sich im Alltag, nicht nur im korrekten Aufsagen der Schritte

Entwicklungsaufgaben und Störungen in den Altersstufen

Nennen Sie die wesentlichen Aspekte von „Entwicklungsaufgaben als Orientierung“. 5 P
  • Entwicklungsaufgaben benennen typische Anforderungen einer Altersphase
  • Sie sind Orientierungshilfen, keine festen Normlisten
  • Tempo
  • Kultur
  • Lebenslage und individuelle Entwicklung variieren
Nennen Sie die wesentlichen Aspekte von „Säuglingsalter: zentrale Aufgaben“. 4 P
  • Im Säuglingsalter stehen Regulation
  • Bindungsaufbau
  • Sensorische Verarbeitung
  • Frühe Kommunikation und zunehmende motorische Kontrolle im Vordergrund
Nennen Sie die wesentlichen Aspekte von „Kleinkindalter: zentrale Aufgaben“. 4 P
  • Kleinkinder erweitern Sprache
  • Mobilität
  • Selbstständigkeit und Emotionsregulation
  • Autonomiestreben und das Erlernen von Grenzen gehören zur normalen Entwicklung
Nennen Sie die wesentlichen Aspekte von „Vorschulalter: zentrale Aufgaben“. 4 P
  • Im Vorschulalter entwickeln sich Symbolspiel
  • Soziale Regeln
  • Perspektivübernahme
  • Feinmotorische Fertigkeiten und die Vorbereitung auf schulische Anforderungen
Nennen Sie die wesentlichen Aspekte von „Schulalter: zentrale Aufgaben“. 4 P
  • Schulkinder bewältigen Leistungsanforderungen
  • Gruppenregeln
  • Freundschaften
  • Wachsende Selbstorganisation und den Aufbau eines realistischen Kompetenzgefühls
Nennen Sie die wesentlichen Aspekte von „Jugendalter: zentrale Aufgaben“. 5 P
  • Jugendliche entwickeln Identität
  • Autonomie
  • Körperbild
  • Peerbeziehungen
  • Zukunftsplanung und zunehmend eigenständige Gesundheits- und Alltagsentscheidungen
Beschreiben Sie Entwicklung und fachliche Einordnung von „Entwicklungsabweichung mit Krankheitswert“. 1 P
  • Klinische Bedeutung entsteht bei deutlicher Altersunangemessenheit, Dauer, Schwere, Situationsbreite und Beeinträchtigung von Alltag, Beziehungen, Lernen oder Selbstständigkeit
Beschreiben Sie Entwicklung und fachliche Einordnung von „Entwicklungsrückstand und Regression im Vergleich“. 2 P
  • Ein Entwicklungsrückstand bedeutet verzögerten Kompetenzerwerb
  • Regression bezeichnet den Verlust bereits erworbener Fähigkeiten und verlangt besonders sorgfältige Abklärung
Nennen Sie die wesentlichen Aspekte von „Übergänge als Belastungsphasen“. 5 P
  • Kita-Beginn
  • Einschulung
  • Schulwechsel
  • Pubertät oder Ablösung erhöhen Anforderungen
  • Symptome können dann erstmals sichtbar werden oder sich vorübergehend verstärken
Beschreiben Sie Entwicklung und fachliche Einordnung von „Ergotherapeutische Entwicklungsbeobachtung“. 2 P
  • Ergotherapie beobachtet konkrete Betätigungen, Unterstützungsbedarf und Umweltbedingungen
  • Sie beschreibt Fähigkeiten und Schwierigkeiten, stellt aber keine isolierte psychiatrische Diagnose

Intellektuelle Entwicklungsstörung und Lehrplanbegriff geistige Behinderung

Definieren Sie „Lehrplanbegriff geistige Behinderung“ fachlich präzise. 2 P
  • Der Begriff steht im amtlichen Lehrplan, gilt aber als historisch und teilweise stigmatisierend
  • In aktuellen Fachtexten werden häufiger „intellektuelle Entwicklungsstörung“ oder „Intelligenzstörung“ verwendet
Nennen Sie die wesentlichen Aspekte von „Intellektuelle Entwicklungsstörung: Kernmerkmale“. 4 P
  • Betroffen sind intellektuelle Funktionen und adaptive Fähigkeiten
  • Schwierigkeiten beginnen in der Entwicklungsperiode und beeinflussen Lernen
  • Kommunikation
  • Selbstständigkeit und Teilhabe
Erläutern Sie „ICD-10-GM-Klassifikation F70 bis F73“ fachlich strukturiert. 4 P
  • Die ICD-10-GM unterscheidet leichte
  • Mittelgradige
  • Schwere und schwerste Intelligenzstörung
  • Weitere Kategorien erfassen andere oder nicht näher bezeichnete Formen
Erläutern Sie „Klassifikation allein nach IQ“ fachlich strukturiert. 2 P
  • IQ-Werte unterstützen die Einordnung, reichen aber nicht aus
  • Alltagsbewältigung, Kommunikation, soziale Anforderungen, motorische Fähigkeiten und benötigte Unterstützung müssen mitbeurteilt werden
Definieren Sie „Leichte Intelligenzstörung“ fachlich präzise. 2 P
  • Bei leichter Ausprägung bestehen vor allem schulische Lernschwierigkeiten
  • Viele Menschen erreichen mit passender Förderung alltagspraktische Selbstständigkeit, Arbeit und soziale Beziehungen
Erläutern Sie „Mittelgradige bis schwerste Ausprägung“ fachlich strukturiert. 4 P
  • Mit zunehmender Ausprägung steigt meist der Unterstützungsbedarf in Kommunikation
  • Selbstversorgung
  • Sicherheit und Teilhabe
  • Fähigkeiten bleiben dennoch individuell und entwicklungsfähig
Nennen Sie die wesentlichen Aspekte von „Mögliche Ursachen“. 1 P
  • Mögliche Ursachen sind genetische Veränderungen, pränatale Schädigungen, Geburtskomplikationen, Infektionen, Stoffwechselerkrankungen, Hirnschädigungen oder mehrere zusammenwirkende Faktoren
Erläutern Sie „Trisomie 21 als Beispiel“ fachlich strukturiert. 4 P
  • Trisomie 21 ist eine chromosomale Veränderung und kann mit intellektueller Entwicklungsstörung einhergehen
  • Ausprägung
  • Gesundheit
  • Kommunikation und Selbstständigkeit unterscheiden sich stark
Beschreiben Sie das diagnostische Vorgehen bei „Diagnostik der intellektuellen Entwicklung“. 5 P
  • Diagnostik verbindet Entwicklungsanamnese
  • Standardisierte Testverfahren
  • Adaptive Fähigkeiten
  • Medizinische Abklärung sowie Informationen aus Familie
  • Schule und Alltag
Definieren Sie „Komorbiditäten und Begleiterkrankungen“ fachlich präzise. 1 P
  • Zusätzlich können Sinnesbeeinträchtigungen, Epilepsie, motorische Störungen, Autismus, psychische Erkrankungen oder körperliche Erkrankungen bestehen und den Unterstützungsbedarf verändern
Beschreiben Sie das fachliche Vorgehen bei „Förderung und Teilhabe“. 4 P
  • Förderung orientiert sich an konkreten Lebenszielen
  • Kommunikation
  • Selbstbestimmung und Teilhabe
  • Überforderung und Unterforderung werden gleichermaßen vermieden
Beschreiben Sie das fachliche Vorgehen bei „Ergotherapie bei intellektueller Entwicklungsstörung“. 5 P
  • Ergotherapie bearbeitet Selbstversorgung
  • Spiel
  • Schule
  • Arbeit
  • Mobilität und Freizeit; Hilfsmittel, Umweltanpassung, Handlungslernen und Beratung werden alltagsnah kombiniert

Lern- und Leistungsstörungen: Teil-, Global- und psychogene Störungen

Erläutern Sie „Lernstörung und Leistungsproblem im Vergleich“ fachlich strukturiert. 5 P
  • Ein Leistungsproblem beschreibt zunächst ein beobachtetes Ergebnis
  • Eine Lernstörung setzt eine fachliche Abklärung von Verlauf
  • Lernbedingungen
  • Entwicklung
  • Gesundheit und psychischer Belastung voraus
Definieren Sie „Teilleistungsstörung“ fachlich präzise. 1 P
  • Eine Teilleistungsstörung betrifft einen umschriebenen Bereich wie Lesen, Rechtschreiben, Rechnen, Sprache oder Motorik, während andere Fähigkeiten deutlich besser entwickelt sein können
Definieren Sie „Globalleistungsstörung“ fachlich präzise. 2 P
  • Bei einer Globalleistungsstörung sind mehrere Lern- und Leistungsbereiche betroffen
  • Ursachen können eine intellektuelle Entwicklungsstörung, umfassende Entwicklungsverzögerung oder andere Erkrankungen sein
Definieren Sie „Psychogene Lernstörung“ fachlich präzise. 5 P
  • Der ältere Begriff beschreibt Lernbeeinträchtigungen im Zusammenhang mit Angst
  • Depression
  • Konflikten
  • Trauma oder anderen psychischen Belastungen
  • Er ist keine Erklärung ohne sorgfältige Diagnostik
Nennen Sie die wesentlichen Aspekte von „Ursachenmodell bei Lernstörungen“. 5 P
  • Biologische Voraussetzungen
  • Sprache
  • Wahrnehmung
  • Aufmerksamkeit
  • Unterricht; Übung; Motivation; Beziehungen und Belastungen wirken zusammen; Eine einzige Ursache ist häufig nicht nachweisbar
Beschreiben Sie das diagnostische Vorgehen bei „Schlechte Noten als Diagnose“. 2 P
  • Schlechte Noten beweisen keine Störung
  • Unterrichtsqualität, Fehlzeiten, Sprachstand, Sinnesfunktionen, Belastungen, Lerngelegenheiten und Bewertungsbedingungen müssen berücksichtigt werden
Unterscheiden Sie „Differenzialdiagnostische Fragen“ anhand fachlicher Kriterien. 1 P
  • Zu prüfen sind Hör- und Sehvermögen, neurologische Erkrankungen, Sprachentwicklung, Intelligenz, ADHS, Autismus, Angst, Depression, Schlaf, Schulbesuch und passende Beschulung
Nennen Sie die wesentlichen Aspekte von „Sekundäre psychische Folgen“. 2 P
  • Wiederholte Misserfolge können Scham, Vermeidung, Prüfungsangst, Rückzug, oppositionelles Verhalten und ein negatives Selbstbild fördern
  • Diese Folgen benötigen eigene Unterstützung
Definieren Sie „Ressourcenorientierte Förderung“ fachlich präzise. 4 P
  • Förderung nutzt Stärken
  • Klare Lernschritte
  • Geeignete Hilfsmittel und erreichbare Ziele
  • Fortschritt wird an Kompetenz und Teilhabe gemessen, nicht nur an Fehlerzahlen
Beschreiben Sie das fachliche Vorgehen bei „Ergotherapie bei Lern- und Leistungsstörungen“. 5 P
  • Ergotherapie analysiert Arbeitsorganisation
  • Schreibmotorik
  • Aufmerksamkeit
  • Materialgebrauch und Selbststeuerung
  • Maßnahmen werden mit Schule, Familie und anderen Fachdisziplinen abgestimmt

Schulangst, Schulphobie und Schulvermeidung

Definieren Sie „Schulvermeidung als Oberbegriff“ fachlich präzise. 2 P
  • Schulvermeidung beschreibt wiederholtes Fernbleiben oder starke Vermeidung, ohne die Ursache festzulegen
  • Angst, Depression, Mobbing, Überforderung, Konflikte oder dissoziales Verhalten sind möglich
Definieren Sie „Schulangst“ fachlich präzise. 5 P
  • Schulangst richtet sich auf schulische Anforderungen oder Situationen
  • Etwa Prüfungen
  • Leistung
  • Lehrkräfte
  • Mitschüler oder Mobbing; Beschwerden nehmen typischerweise im Schulkontext zu
Definieren Sie „Schulphobie“ fachlich präzise. 2 P
  • Schulphobie ist ein traditioneller Begriff für Schulverweigerung aus starker Trennungsangst oder Bindungsangst
  • Die Schule selbst ist dabei nicht zwingend der eigentliche Angstauslöser
Definieren Sie „Trennungsangst und Schulphobie“ fachlich präzise. 2 P
  • Betroffene fürchten häufig, dass Bezugspersonen etwas geschieht oder die Trennung nicht auszuhalten ist
  • Zu Hause wirken sie oft rasch entlastet
Erläutern Sie „Körperliche Beschwerden vor der Schule“ fachlich strukturiert. 2 P
  • Bauchschmerzen, Kopfschmerzen, Übelkeit oder Schwindel können real sein und durch Angst verstärkt werden
  • Organische Ursachen werden dennoch angemessen abgeklärt
Definieren Sie „Schulabsentismus ohne Angst“ fachlich präzise. 4 P
  • Bei regelverletzendem Fernbleiben stehen eher Schulschwänzen
  • Konflikte
  • Peergroup oder andere Verhaltensprobleme im Vordergrund
  • Die Ursachenklärung bestimmt die Intervention
Definieren Sie „Diagnostische Informationsquellen“ fachlich präzise. 1 P
  • Gespräche mit Kind, Familie und Schule, Anwesenheitsverlauf, Belastungssituationen, Leistungsstand, Mobbing, psychische Symptome und körperliche Befunde werden zusammengeführt
Definieren Sie „Vermeidung und Angsterhaltung“ fachlich präzise. 2 P
  • Kurzfristige Entlastung durch Zuhausebleiben verstärkt langfristig die Angst
  • Rückkehrpläne arbeiten deshalb abgestuft, verbindlich und unterstützend statt mit Beschämung
Beschreiben Sie das fachliche Vorgehen bei „Behandlung und Kooperation“. 2 P
  • Behandlung kann Psychotherapie, Elternarbeit, schulische Anpassung, soziale Unterstützung und medizinische Abklärung verbinden
  • Ziel ist eine sichere, tragfähige Rückkehr
Erläutern Sie „Schulangst, Schulphobie und Schulvermeidung: Ergotherapeutische Ansatzpunkte“ fachlich strukturiert. 2 P
  • Ergotherapie kann Morgenroutine, Schulweg, Materialorganisation, Pausenstrategien und Belastungsdosierung trainieren
  • Die Arbeit erfolgt innerhalb eines abgestimmten Gesamtplans

Psychosomatische Störungen im Kindes- und Jugendalter

Definieren Sie „Psychosomatische Betrachtungsweise“ fachlich präzise. 2 P
  • Körperliche Beschwerden, Gefühle, Verhalten, Beziehungen und Umwelt werden gemeinsam betrachtet
  • Ursache und Aufrechterhaltung können auf verschiedenen Ebenen liegen
Beschreiben Sie das diagnostische Vorgehen bei „Beschwerden ohne ausreichenden Organbefund“. 2 P
  • Fehlt ein erklärender Organbefund, bleiben Beschwerden dennoch real
  • Funktionelle Störungen können Schmerz, Erschöpfung, Übelkeit oder andere Einschränkungen verursachen
Definieren Sie „Psychisch bedingt als Fehlverkürzung“ fachlich präzise. 2 P
  • Die Aussage „nur psychisch“ wertet Beschwerden ab und vereinfacht komplexe Zusammenhänge
  • Besser ist ein biopsychosoziales Modell mit nachvollziehbarer Erklärung
Beschreiben Sie Entwicklung und fachliche Einordnung von „Entwicklungsabhängiger Symptomausdruck“. 5 P
  • Kinder drücken Belastungen häufiger über Körper
  • Verhalten
  • Schlaf
  • Essen oder Ausscheidung aus
  • Sprachliche Selbstbeschreibung entwickelt sich erst schrittweise
Erklären Sie den fachlichen Zusammenhang bei „Einflussfaktoren psychosomatischer Beschwerden“. 1 P
  • Stress, Angst, familiäre Belastung, chronische Erkrankung, Lernerfahrungen, Aufmerksamkeit auf Symptome und körperliche Empfindlichkeit können Beschwerden beeinflussen
Definieren Sie „Diagnostische Grundregel“ fachlich präzise. 2 P
  • Notwendige somatische Diagnostik und psychische Abklärung werden koordiniert
  • Wiederholte ungezielte Untersuchungen können Verunsicherung und Symptomfokus verstärken
Definieren Sie „Therapeutische Grundprinzipien“ fachlich präzise. 1 P
  • Hilfreich sind verständliche Erklärungen, regelmäßige Aktivität, verlässliche Routinen, Stressregulation, schrittweise Teilhabe und Behandlung begleitender psychischer Störungen
Erläutern Sie „Familie und Schule bei psychosomatischen Beschwerden“ fachlich strukturiert. 2 P
  • Bezugspersonen sollen Beschwerden ernst nehmen, ohne Vermeidung dauerhaft zu verstärken
  • Schule und Familie vereinbaren realistische Belastung und klare Rückkehrschritte
Nennen Sie die wesentlichen Aspekte von „Ergotherapeutische Ziele“. 2 P
  • Ergotherapie fördert Tagesstruktur, Körperwahrnehmung, Belastungssteuerung und Rückkehr in bedeutsame Betätigungen
  • Symptome werden weder ignoriert noch zum alleinigen Mittelpunkt
Erläutern Sie Sicherheitsanforderungen und erforderliche Reaktionen bei „Warnzeichen für medizinische Rückmeldung“. 5 P
  • Neue neurologische Zeichen
  • Deutlicher Gewichtsverlust
  • Kreislaufprobleme
  • Fieber
  • Blutungen oder rasche Verschlechterung verlangen zeitnahe medizinische Abklärung

Enuresis und funktionelle Harninkontinenz

Definieren Sie „Enuresis“ fachlich präzise. 2 P
  • Enuresis bezeichnet wiederholtes unwillkürliches Einnässen ab einem Entwicklungsalter von etwa fünf Jahren
  • Häufig ist nächtliches Einnässen gemeint
Erläutern Sie „Primäre und sekundäre Enuresis“ fachlich strukturiert. 2 P
  • Primär bedeutet, dass noch keine längere trockene Phase bestand
  • Sekundär bedeutet erneutes Einnässen nach mindestens sechs Monaten stabiler Kontinenz
Definieren Sie „Monosymptomatische Enuresis“ fachlich präzise. 2 P
  • Bei monosymptomatischer Enuresis bestehen nachts Einnässepisoden ohne relevante Blasenfunktionsstörung am Tag
  • Tagsymptome erfordern eine erweiterte Abklärung
Erklären Sie den fachlichen Zusammenhang bei „Einflussfaktoren der Enuresis“. 1 P
  • Reifung der Blasensteuerung, nächtliche Urinproduktion, Aufwachreaktion, Veranlagung, Trink- und Toilettengewohnheiten sowie Belastungen können zusammenwirken
Beschreiben Sie das diagnostische Vorgehen bei „Organische Ausschlussdiagnostik“. 5 P
  • Anamnese
  • Körperliche Untersuchung
  • Urinbefund und Blasen-Darm-Anamnese klären Hinweise auf Infekt
  • Fehlbildung
  • Diabetes; neurologische Störung oder andere Ursachen
Definieren Sie „Obstipation und Enuresis“ fachlich präzise. 2 P
  • Verstopfung kann Blasenfunktion und Einnässen beeinflussen
  • Deshalb gehört die Darmfunktion zur Diagnostik und wird bei Bedarf zuerst oder parallel behandelt
Beschreiben Sie das fachliche Vorgehen bei „Standard-Urotherapie“. 5 P
  • Standard-Urotherapie vermittelt Wissen
  • Regelmäßiges Trinken
  • Geplante Toilettengänge
  • Geeignete Haltung und Dokumentation
  • Beschämung oder Bestrafung sind kontraindiziert
Beschreiben Sie das fachliche Vorgehen bei „Alarmtherapie“. 2 P
  • Ein Weckapparat reagiert auf Nässe und trainiert die Verbindung zwischen Blasenfüllung, Aufwachen und Toilettengang
  • Erfolg verlangt konsequente Unterstützung über mehrere Wochen
Definieren Sie „Desmopressin“ fachlich präzise. 2 P
  • Desmopressin kann ärztlich eingesetzt werden, besonders wenn schnelle trockene Nächte erforderlich sind
  • Flüssigkeitsregeln und medizinische Kontrolle sind wegen möglicher Risiken wichtig
Beschreiben Sie das fachliche Vorgehen bei „Ergotherapie bei Enuresis“. 2 P
  • Ergotherapie kann Routinen, Toilettenweg, Kleidungshandhabung, Körperwahrnehmung und selbstständige Dokumentation unterstützen
  • Die urologische Behandlung bleibt ärztlich geleitet

Enkopresis und funktionelle Stuhlinkontinenz

Definieren Sie „Enkopresis“ fachlich präzise. 2 P
  • Enkopresis bezeichnet wiederholtes Absetzen von Stuhl an ungeeigneten Orten ab einem Entwicklungsalter von etwa vier Jahren
  • Absicht wird nicht vorausgesetzt
Erläutern Sie „Obstipation als häufige Ursache“ fachlich strukturiert. 2 P
  • Harter Stuhl, schmerzhafte Entleerung und Zurückhalten können den Enddarm erweitern
  • Flüssiger Stuhl passiert dann unbemerkt die Stuhlmassen und führt zu Schmieren
Definieren Sie „Überlaufinkontinenz“ fachlich präzise. 2 P
  • Bei Überlaufinkontinenz ist der Enddarm stark gefüllt, während weicher Stuhl vorbeiläuft
  • Das Kind nimmt den Entleerungsreiz oft vermindert wahr
Definieren Sie „Stuhlinkontinenz ohne Obstipation“ fachlich präzise. 2 P
  • Stuhlinkontinenz kann auch ohne Verstopfung auftreten
  • Dann werden Toilettengewohnheiten, Entwicklung, Belastungen, Verhaltensmuster und seltene organische Ursachen geprüft
Beschreiben Sie das diagnostische Vorgehen bei „Diagnostik bei Enkopresis“. 2 P
  • Erfasst werden Stuhlfrequenz, Konsistenz, Schmerzen, Zurückhalten, Toilettensituation, Ernährung, Medikamente und körperliche Warnzeichen
  • Ein Stuhlprotokoll kann helfen
Beschreiben Sie das fachliche Vorgehen bei „Entleerungsbehandlung bei Stuhlverhalt“. 2 P
  • Bei ausgeprägter Stuhlansammlung wird ärztlich eine Entleerung eingeleitet
  • Danach verhindert eine längere Erhaltungstherapie erneute schmerzhafte Verstopfung
Beschreiben Sie das fachliche Vorgehen bei „Toilettentraining“. 2 P
  • Regelmäßige kurze Toilettensitzungen nach Mahlzeiten nutzen den gastro-kolischen Reflex
  • Fußstütze, entspannte Haltung, Zeit und positive Rückmeldung sind wichtig
Definieren Sie „Beschämung und Bestrafung“ fachlich präzise. 2 P
  • Einkoten ist meist kein Trotzverhalten
  • Beschämung, Strafen und öffentliche Kontrolle erhöhen Stress und erschweren eine verlässliche Zusammenarbeit
Definieren Sie „Psychische Begleitprobleme“ fachlich präzise. 2 P
  • Scham, Rückzug, Hänseln und Familienkonflikte können entstehen
  • Begleitende Angst, ADHS oder Verhaltensprobleme werden erkannt und bei Bedarf mitbehandelt
Beschreiben Sie das fachliche Vorgehen bei „Ergotherapie bei Enkopresis“. 2 P
  • Ergotherapie kann Toilettenroutine, Sitzposition, Kleidung, Zeitplanung und Körperwahrnehmung trainieren
  • Maßnahmen werden mit medizinischem Darmmanagement abgestimmt

Anorexia nervosa im Kindes- und Jugendalter

Nennen Sie die wesentlichen Aspekte von „Anorexia nervosa: Kernmerkmale“. 1 P
  • Kernmerkmale sind anhaltende Nahrungsrestriktion, deutlich niedriges oder ausbleibend erwartetes Gewicht, starke Angst vor Gewichtszunahme und eine gestörte Bewertung von Körper oder Gewicht
Definieren Sie „Kindliche Besonderheiten“ fachlich präzise. 2 P
  • Kinder können statt Gewichtsverlust eine fehlende Gewichtszunahme oder Wachstumsverzögerung zeigen
  • Altersbezogene Wachstumskurven sind aussagekräftiger als ein einzelner BMI-Wert
Definieren Sie „Verhaltensbezogene Hinweise“ fachlich präzise. 1 P
  • Mögliche Hinweise sind Mahlzeitenvermeidung, starre Essrituale, Kalorienzählen, exzessive Bewegung, weite Kleidung, sozialer Rückzug und häufige Beschäftigung mit Essen
Nennen Sie die wesentlichen Aspekte von „Körperliche Folgen“. 1 P
  • Mögliche Folgen sind Kreislaufstörungen, Frieren, Muskelschwäche, Konzentrationsprobleme, hormonelle Veränderungen, verlangsamter Puls und Störungen des Elektrolythaushalts
Nennen Sie die wesentlichen Aspekte von „Psychische Begleitmerkmale“. 5 P
  • Häufig bestehen Perfektionismus
  • Angst
  • Depression
  • Zwangssymptome
  • Geringes Selbstwertgefühl oder Selbstverletzung; Suizidalität muss aktiv fachgerecht beurteilt werden
Definieren Sie „Krankheitseinsicht und Ambivalenz“ fachlich präzise. 2 P
  • Betroffene können Gefahren unterschätzen und gleichzeitig unter Kontrolle, Angst und sozialem Rückzug leiden
  • Motivationsarbeit verbindet Anerkennung der Ambivalenz mit klarer Sicherheit
Beschreiben Sie das diagnostische Vorgehen bei „Diagnostik bei Anorexia nervosa“. 1 P
  • Diagnostik umfasst Essverhalten, Gewichtsverlauf, Wachstum, körperliche Untersuchung, Vitalwerte, Labor, EKG bei Indikation und kinder- und jugendpsychiatrische Beurteilung
Erläutern Sie Sicherheitsanforderungen und erforderliche Reaktionen bei „Anorexia nervosa im Kindes- und Jugendalter: Akute War…. 1 P
  • Kreislaufinstabilität, schwere Unterernährung, Elektrolytstörung, rascher Gewichtsverlust, Nahrungsverweigerung oder Suizidalität können eine sofortige stationäre Behandlung erfordern
Nennen Sie die wesentlichen Aspekte von „Behandlungsziele“. 1 P
  • Ziele sind medizinische Stabilisierung, altersgerechter Gewichts- und Wachstumsverlauf, Normalisierung des Essens, Behandlung psychischer Probleme und Rückkehr zu Entwicklung und Teilhabe
Beschreiben Sie das fachliche Vorgehen bei „Familienbasierte Behandlung“. 2 P
  • Bei Kindern und Jugendlichen wird die Familie häufig aktiv einbezogen
  • Eltern unterstützen vorübergehend sichere Mahlzeiten, ohne Schuldzuweisung oder dauerhafte Kontrolle als Endziel
Nennen Sie die wesentlichen Aspekte von „Anorexia nervosa im Kindes- und Jugendalter: Ergotherapeutische Aufgaben“. 5 P
  • Ergotherapie bearbeitet Tagesstruktur
  • Aktivitätsbalance
  • Körperwahrnehmung
  • Selbstfürsorge und soziale Teilhabe
  • Kalorienkontrolle oder Gewichtsvorgaben sind keine eigenständige ergotherapeutische Aufgabe
Beschreiben Sie das fachliche Vorgehen bei „Bewegung und Belastungssteuerung“. 3 P
  • Bewegung wird medizinisch abgestimmt
  • Exzessive Aktivität darf nicht als gesunde Betätigung missverstanden werden
  • Belastung wird an Kreislauf, Ernährung und Genesung angepasst

Chronische Erkrankungen und psychische Entwicklung im Kindesalter

Beschreiben Sie Entwicklung und fachliche Einordnung von „Chronische Erkrankung als Entwicklungsbedingung“. 5 P
  • Eine chronische Erkrankung verändert Anforderungen, ohne die gesamte Persönlichkeit zu bestimmen
  • Auswirkungen hängen von Symptomen
  • Behandlung
  • Umwelt
  • Ressourcen und Lebensphase ab
Definieren Sie „Mögliche psychische Reaktionen“ fachlich präzise. 2 P
  • Angst, Trauer, Wut, Rückzug, Scham oder depressive Symptome sind möglich
  • Reaktionen werden nicht automatisch pathologisiert, aber bei anhaltender Beeinträchtigung behandelt
Nennen Sie die wesentlichen Aspekte von „Entwicklungsaufgaben unter Krankheitsbedingungen“. 2 P
  • Selbstständigkeit, Schule, Freundschaften, Körperbild und Ablösung können erschwert sein
  • Unterstützung soll Schutz bieten, ohne altersgerechte Autonomie unnötig zu verhindern
Beschreiben Sie das fachliche Vorgehen bei „Therapiebelastung und Alltag“. 5 P
  • Medikamente
  • Termine
  • Schmerzen
  • Fatigue und Einschränkungen beanspruchen Zeit und Energie
  • Ein realistischer Plan verbindet Behandlung mit Schule, Erholung und bedeutsamen Aktivitäten
Definieren Sie „Adhärenz im Jugendalter“ fachlich präzise. 2 P
  • Adhärenz bedeutet gemeinsam vereinbarte Behandlung umzusetzen
  • Jugendliche benötigen verständliche Information, Mitentscheidung und schrittweise Verantwortung statt bloßer Kontrolle
Definieren Sie „Familienbelastung“ fachlich präzise. 2 P
  • Eltern und Geschwister können Sorge, Zeitdruck und Rollenkonflikte erleben
  • Familienunterstützung bezieht Belastung, Kommunikation und faire Verteilung von Aufmerksamkeit ein
Definieren Sie „Schule und Peers“ fachlich präzise. 2 P
  • Fehlzeiten, Leistungsabfall, sichtbare Hilfsmittel oder Ausgrenzung können Teilhabe erschweren
  • Schule benötigt klare Informationen, Nachteilsausgleich und abgestimmte Notfallregeln
Beurteilen Sie „Überbehütung als Risiko“ anhand fachlicher Kriterien. 2 P
  • Überbehütung kann Selbstständigkeit und Kompetenzgefühl begrenzen
  • Sicherheitsregeln werden deshalb so konkret wie nötig und so wenig einschränkend wie möglich gestaltet
Erläutern Sie „Transition in die Erwachsenenversorgung“ fachlich strukturiert. 2 P
  • Transition ist der geplante Übergang von kinder- zu erwachsenenmedizinischer Versorgung
  • Wissen, Selbstmanagement, Terminorganisation und Kommunikation werden frühzeitig aufgebaut
Beschreiben Sie das fachliche Vorgehen bei „Ergotherapie bei chronischer Erkrankung“. 2 P
  • Ergotherapie unterstützt Energieeinteilung, Selbstmanagement, Hilfsmittel, Schul- und Freizeitteilhabe sowie altersgerechte Selbstständigkeit
  • Ziele entstehen aus konkreten Betätigungsproblemen

Die Fragen und Antworten wurden aus den redaktionellen Lerntexten dieses Kapitels abgeleitet. Jede Antwort gehört ausschließlich zu der unmittelbar darüberstehenden Frage.

Hinweise des Lehrplans
  • vgl. LPE 10 und Lehrplan Psychologie und Pädagogik
  • vgl. LPE 10 und Lehrplan Psychosoziale Behandlungsverfahren
  • Trisomie 21
  • vgl. Lehrplan Psychosoziale Behandlungsverfahren
  • Diskussion
  • vgl. Lehrplan Psychosoziale Behandlungsverfahren
  • Hinweis auf weitere psychosomatische Themen

Quelle: Sächsisches Staatsministerium für Kultus: Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin, freigegeben ab 1. August 2020, S. 61.

10 Pädiatrie/Neuropädiatrie 30 Ustd. 176 Unterfragen
Lehrplananforderung

Die Schülerinnen und Schüler beschreiben die normale körperliche und geistige Entwicklung des Kindes. Insbesondere setzen sie sich mit den Störungen auseinander, die eine normale Entwicklung bzw. Handlungsfähigkeit eines Kindes beeinträchtigen. Sie besitzen einen Überblick über häufig vorkommende Erkrankungen im Kindesalter und wissen, wo ergotherapeutische Behandlungen angewendet werden können.

Quelle: Sächsisches Staatsministerium für Kultus: Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin, freigegeben ab 1. August 2020, S. 62.

Fragen & Antworten176

Kapitelkern

Definieren Sie „Pädiatrie und Neuropädiatrie“ fachlich präzise. 2 P
  • Pädiatrie umfasst Gesundheit, Entwicklung und Erkrankungen von Kindern und Jugendlichen
  • Neuropädiatrie befasst sich besonders mit Entwicklung und Erkrankungen des Nervensystems
Beschreiben Sie Entwicklung und fachliche Einordnung von „Entwicklungsbeurteilung“. 2 P
  • Beurteilt werden Verlauf, Qualität, Symmetrie, Umweltbedingungen und Auswirkungen auf Alltag und Teilhabe
  • Einzelne Meilensteine oder Testwerte reichen nicht aus
Beschreiben Sie das fachliche Vorgehen bei „Ergotherapeutischer Auftrag“. 5 P
  • Ergotherapie bearbeitet konkrete Betätigungsprobleme in Selbstversorgung
  • Spiel
  • Kita
  • Schule und Freizeit
  • Medizinische Sicherheit, Familie und Umfeld werden in die Zielplanung einbezogen

Intrauterine Entwicklung und pränatale Einflüsse

Beschreiben Sie Entwicklung und fachliche Einordnung von „Embryonalperiode“. 2 P
  • Die Embryonalperiode umfasst die frühe Organanlage
  • Störungen in dieser Phase können strukturelle Fehlbildungen verursachen, weil viele Organsysteme gleichzeitig entstehen
Beschreiben Sie Entwicklung und fachliche Einordnung von „Fetalperiode“. 2 P
  • In der Fetalperiode stehen Wachstum, Reifung und funktionelle Ausdifferenzierung im Vordergrund
  • Schädigungen können besonders Wachstum, Gehirnreifung und Organfunktion beeinträchtigen
Definieren Sie „Plazenta und Nabelschnur“ fachlich präzise. 3 P
  • Die Plazenta ermöglicht Gas-, Nährstoff- und Stoffaustausch zwischen Mutter und Kind
  • Die Nabelschnur verbindet den fetalen Kreislauf mit der Plazenta
  • Beide Blutkreisläufe mischen sich normalerweise nicht direkt
Erklären Sie den fachlichen Zusammenhang bei „Zeitpunkt einer pränatalen Schädigung“. 4 P
  • Der Entwicklungszeitpunkt bestimmt wesentlich das Schädigungsmuster
  • Frühe Einwirkungen betreffen eher Organanlagen
  • Spätere häufiger Wachstum
  • Reifung und Funktion bereits angelegter Systeme
Nennen Sie die wesentlichen Aspekte von „Pränatale Risikofaktoren“. 5 P
  • Zu den Risiken gehören genetische Veränderungen
  • Mütterliche Erkrankungen
  • Infektionen
  • Alkohol
  • Nikotin; bestimmte Medikamente; Mangelversorgung sowie Störungen von Plazenta oder Nabelschnur
Erläutern Sie „Alkohol in der Schwangerschaft“ fachlich strukturiert. 2 P
  • Alkohol passiert die Plazenta und kann Wachstum, Gehirnentwicklung und Verhalten dauerhaft beeinträchtigen
  • Eine sichere Menge oder ein sicherer Zeitpunkt sind nicht belegt
Definieren Sie „Intrauterines Wachstum“ fachlich präzise. 4 P
  • Wachstum hängt von genetischem Potenzial
  • Plazentafunktion
  • Nährstoff- und Sauerstoffversorgung sowie mütterlicher Gesundheit ab
  • Auffällige Abweichungen verlangen medizinische Verlaufskontrolle
Beschreiben Sie Entwicklung und fachliche Einordnung von „Pränatale Sinnesentwicklung“. 3 P
  • Taktile Reaktionen entstehen früh
  • Vestibuläre und propriozeptive Reize begleiten Bewegungen im Mutterleib
  • Hören entwickelt sich vor der Geburt, Sehen reift vor allem nach der Geburt weiter
Beschreiben Sie Entwicklung und fachliche Einordnung von „Pränatale Nervensystementwicklung“. 2 P
  • Neuronen entstehen, wandern an ihre Zielorte, bilden Verbindungen und werden zunehmend organisiert
  • Reifung, Synapsenbildung und Myelinisierung setzen sich lange nach der Geburt fort
Beschreiben Sie das fachliche Vorgehen bei „Pränatale Schädigung und Teilhabe“. 2 P
  • Folgen zeigen sich nicht nur als Körperfunktionsstörung
  • Motorik, Wahrnehmung, Lernen, Kommunikation, Selbstversorgung und Familienalltag können in unterschiedlicher Kombination betroffen sein

Geburt, Neugeborenenanpassung und Frühgeburt

Definieren Sie „Normale Geburt“ fachlich präzise. 2 P
  • Eine normale Geburt verläuft ohne wesentliche Gefährdung von Mutter oder Kind
  • Wehen, Öffnung des Geburtswegs, Geburt des Kindes und Nachgeburt werden medizinisch überwacht
Definieren Sie „Neugeborenenanpassung“ fachlich präzise. 5 P
  • Nach der Geburt müssen Atmung
  • Kreislauf
  • Temperaturregulation
  • Ernährung und Stoffwechsel selbstständig funktionieren
  • Anpassungsstörungen können rasche medizinische Unterstützung erfordern
Definieren Sie „APGAR-Beurteilung“ fachlich präzise. 5 P
  • Der APGAR-Wert beschreibt Atmung
  • Puls
  • Grundtonus
  • Aussehen und Reflexantwort kurz nach der Geburt
  • Er dient der aktuellen Einschätzung, nicht allein der Vorhersage der langfristigen Entwicklung
Erklären Sie den fachlichen Zusammenhang bei „Störungen im Geburtsverlauf“. 2 P
  • Mögliche Störungen sind Sauerstoffmangel, Blutungen, Infektionen, Lage- oder Nabelschnurprobleme, Geburtsverletzungen und notwendige operative Entbindungen
  • Folgen hängen von Dauer und Schwere ab
Definieren Sie „Perinatale Hypoxie“ fachlich präzise. 2 P
  • Perinatale Hypoxie bedeutet unzureichende Sauerstoffversorgung um die Geburt
  • Schwere oder lang anhaltende Hypoxie kann Gehirn und andere Organe schädigen und erfordert sofortige Behandlung
Definieren Sie „Frühgeburt“ fachlich präzise. 3 P
  • Als Frühgeburt gilt eine Geburt vor Vollendung der 37
  • Schwangerschaftswoche
  • Risiken steigen im Allgemeinen mit abnehmendem Gestationsalter und Geburtsgewicht, bleiben aber individuell verschieden
Definieren Sie „Korrigiertes Alter“ fachlich präzise. 2 P
  • Bei frühgeborenen Kindern wird das Alter für Entwicklungsbeurteilungen zeitweise um die fehlenden Schwangerschaftswochen korrigiert
  • Dadurch werden Vergleiche mit Reifungsstand und Verlauf angemessener
Beschreiben Sie Entwicklung und fachliche Einordnung von „Entwicklungsrisiken nach Frühgeburt“. 5 P
  • Mögliche Risiken betreffen Atmung
  • Sehen
  • Hören
  • Motorik
  • Aufmerksamkeit und Lernen; Viele frühgeborene Kinder entwickeln sich gut; Verlaufskontrollen sollen Unterstützungsbedarf früh erkennen
Erläutern Sie „Handling eines frühgeborenen Kindes“ fachlich strukturiert. 2 P
  • Unterstützung orientiert sich an Reife, Stabilität und Stresszeichen
  • Reize werden dosiert, Positionen sicher angeboten und Eltern in Pflege, Berührung und Alltagshandlungen einbezogen
Definieren Sie „Familienzentrierte Frühförderung“ fachlich präzise. 2 P
  • Förderung verbindet kindliche Entwicklung mit den Zielen und Möglichkeiten der Familie
  • Eltern werden nicht zu Hilfstherapeuten gemacht, sondern fachlich beraten und in alltagstaugliche Lösungen einbezogen

Wachstum, Körperproportionen und Haltungskontrolle

Definieren Sie „Wachstumsbeurteilung“ fachlich präzise. 2 P
  • Gewicht, Länge oder Körperhöhe und Kopfumfang werden über die Zeit in Perzentilen betrachtet
  • Einzelwerte sind weniger aussagekräftig als Verlauf, Wachstumsgeschwindigkeit und Gesamtentwicklung
Definieren Sie „Perzentilenkurve“ fachlich präzise. 3 P
  • Eine Perzentilenkurve zeigt die Lage eines Messwerts im Vergleich zu einer Referenzgruppe
  • Sie ist kein Schulnotensystem
  • Auffällig sind vor allem deutliche oder anhaltende Abweichungen vom eigenen Verlauf
Definieren Sie „Körperproportionen im Kindesalter“ fachlich präzise. 4 P
  • Kopf, Rumpf und Extremitäten verändern ihre Größenverhältnisse während des Wachstums
  • Dadurch verschieben sich Schwerpunkt
  • Reichweite
  • Gleichgewicht und Bewegungsstrategien
Beschreiben Sie Entwicklung und fachliche Einordnung von „Statik in der Entwicklung“. 2 P
  • Statik bezeichnet die Fähigkeit, Körpersegmente gegen die Schwerkraft auszurichten und zu stabilisieren
  • Sie entsteht aus Haltungskontrolle, Muskelaktivität, Sinnesinformationen und Erfahrung
Definieren Sie „Frühe Haltungskontrolle“ fachlich präzise. 1 P
  • Kopfkontrolle, Stützreaktionen, Drehen, Sitzen, Fortbewegung und Aufrichtung bauen aufeinander auf, können aber unterschiedlich schnell und über verschiedene Bewegungswege erreicht werden
Beschreiben Sie Entwicklung und fachliche Einordnung von „Breite normaler Entwicklungsverläufe“. 2 P
  • Kinder erreichen motorische Schritte in einer beträchtlichen zeitlichen Spannbreite
  • Entscheidend sind Fortschritt, Bewegungsqualität, Symmetrie und Nutzung im Alltag, nicht ein einzelnes Datum
Definieren Sie „Motorische Asymmetrie“ fachlich präzise. 1 P
  • Anhaltend einseitige Haltung, deutlicher Handgebrauch sehr früh, verminderte Belastung einer Körperseite oder asymmetrische Bewegungsmuster können eine gezielte Abklärung erforderlich machen
Definieren Sie „Verlust erworbener Fähigkeiten“ fachlich präzise. 2 P
  • Der Verlust bereits sicherer motorischer, sprachlicher oder sozialer Fähigkeiten ist keine normale Variante
  • Regression verlangt zeitnahe medizinische und entwicklungsbezogene Abklärung
Beschreiben Sie das fachliche Vorgehen bei „Entwicklungsbeobachtung in Alltagshandlungen“. 2 P
  • Beobachtet werden Lagewechsel, Sitzen, Gehen, Greifen, Essen, Anziehen, Spiel und Ausdauer
  • Aufgabenanforderung, Motivation, Umgebung und benötigte Hilfe werden mitbeschrieben
Beschreiben Sie das fachliche Vorgehen bei „Ergotherapie bei Haltungs- und Wachstumsproblemen“. 2 P
  • Ergotherapie behandelt keine Perzentilenwerte
  • Sie bearbeitet Betätigungsprobleme, unterstützt Positionierung, Hilfsmittelgebrauch, Handlungslernen und Anpassungen in Familie, Kita oder Schule

Entwicklung der Sinneswahrnehmung

Definieren Sie „Taktiles System“ fachlich präzise. 4 P
  • Das taktile System verarbeitet Berührung
  • Druck
  • Temperatur und Schmerz über die Haut
  • Es unterstützt Schutz, Körpergrenzen, Objektmanipulation, Pflegehandlungen und soziale Berührung
Definieren Sie „Propriozeptives System“ fachlich präzise. 5 P
  • Propriozeption liefert Informationen aus Muskeln
  • Sehnen und Gelenken über Stellung
  • Bewegung und Kraft
  • Sie trägt zu Körperschema
  • Dosierung; Haltung und zielgerichtetem Handeln bei
Definieren Sie „Vestibuläres System“ fachlich präzise. 4 P
  • Das vestibuläre System registriert Kopfbewegung und Lage zur Schwerkraft
  • Es wirkt an Gleichgewicht
  • Blickstabilisierung
  • Muskeltonus und räumlicher Orientierung mit
Definieren Sie „Auditives System“ fachlich präzise. 2 P
  • Hören ermöglicht Geräuschlokalisation, Sprachwahrnehmung und Kommunikation
  • Wiederkehrende Hörprobleme können Sprach- und Lernentwicklung beeinträchtigen und gehören medizinisch abgeklärt
Definieren Sie „Visuelles System“ fachlich präzise. 4 P
  • Sehen entwickelt sich von Kontrast- und Gesichtsorientierung zu Blickfolge
  • Tiefenwahrnehmung
  • Visueller Suche und komplexer Formverarbeitung
  • Augenmotorik und Aufmerksamkeit wirken mit
Definieren Sie „Interozeption“ fachlich präzise. 2 P
  • Interozeption bezeichnet Wahrnehmung innerer Körpersignale wie Hunger, Durst, Herzschlag, Atemnot oder Harndrang
  • Sie unterstützt Bedürfniswahrnehmung und Selbstregulation
Definieren Sie „Multisensorische Verarbeitung“ fachlich präzise. 2 P
  • Das Nervensystem verbindet Informationen mehrerer Sinne mit Gedächtnis und Handlung
  • Eine Tasse wird beispielsweise gesehen, ertastet, gewogen und passend gegriffen
Beschreiben Sie das diagnostische Vorgehen bei „Wahrnehmungsverhalten und Diagnose“. 2 P
  • Reizsuche, Vermeidung oder schnelle Überlastung können viele Ursachen haben
  • Einzelne Beobachtungen beweisen keine sensorische Störung und müssen im Alltag, Entwicklungsstand und medizinischen Kontext geprüft werden
Erläutern Sie Sicherheitsanforderungen und erforderliche Reaktionen bei „Sinnesbezogene Warnzeichen“. 4 P
  • Ausbleibende Reaktion auf Geräusche
  • Auffällige Blickkontakte
  • Starke Schmerzunempfindlichkeit
  • Anhaltende Gleichgewichtsprobleme oder deutliche Regression erfordern fachliche Abklärung
Beschreiben Sie das diagnostische Vorgehen bei „Ergotherapeutische Wahrnehmungsbefundung“. 2 P
  • Befundung verbindet standardisierte Verfahren mit Beobachtung bedeutsamer Betätigungen
  • Ziel ist nicht möglichst viel Reiz, sondern passende Verarbeitung für Spiel, Selbstversorgung, Lernen und Teilhabe

Nervensystem, Reflexe und motorisches Lernen

Definieren Sie „Reifung des Nervensystems“ fachlich präzise. 4 P
  • Synapsenbildung
  • Verschaltung
  • Myelinisierung und Spezialisierung verändern Verarbeitungsgeschwindigkeit und Koordination
  • Reifung und Erfahrung beeinflussen sich gegenseitig
Definieren Sie „Neuroplastizität im Kindesalter“ fachlich präzise. 2 P
  • Neuroplastizität ermöglicht erfahrungsabhängige Veränderung neuronaler Netzwerke
  • Sie bedeutet große Lernfähigkeit, aber keine unbegrenzte oder automatisch vollständige Erholung nach Schädigung
Definieren Sie „Frühkindliche Reflexe“ fachlich präzise. 2 P
  • Frühkindliche Reflexe sind automatische Reaktionen des unreifen Nervensystems
  • Ihr Auftreten, ihre Symmetrie und ihr zeitlicher Verlauf liefern Hinweise auf neurologische Reifung
Definieren Sie „Stell- und Gleichgewichtsreaktionen“ fachlich präzise. 3 P
  • Stellreaktionen richten Kopf und Körper aus
  • Gleichgewichtsreaktionen stabilisieren bei Schwerpunktverlagerung
  • Sie unterstützen zunehmend flexible Haltung und Bewegung
Definieren Sie „Pyramidales System“ fachlich präzise. 2 P
  • Das pyramidale System umfasst vor allem kortikospinale Bahnen für willkürliche, besonders fein abgestimmte Bewegung
  • Seine Reifung trägt zu selektiver Motorik und Handgeschicklichkeit bei
Definieren Sie „Motorisches Lernen“ fachlich präzise. 2 P
  • Motorisches Lernen entsteht durch aktive, bedeutungsvolle Übung mit Rückmeldung und Variation
  • Selbst erzeugte Problemlösung ist meist wirksamer als ausschließlich passives Bewegen
Definieren Sie „Bewegungsqualität“ fachlich präzise. 2 P
  • Bewegungsqualität umfasst Koordination, Anpassung, Kraftdosierung, Selektivität und Effizienz
  • Das bloße Erreichen eines Meilensteins beschreibt nicht die gesamte motorische Funktion
Definieren Sie „Persistierende Reflexantworten“ fachlich präzise. 2 P
  • Deutlich fortbestehende oder asymmetrische Reflexantworten können bei neurologischen Störungen vorkommen
  • Ihre Bedeutung wird mit Tonus, Haltung, Willkürmotorik und Alltagsfunktion beurteilt
Beschreiben Sie das fachliche Vorgehen bei „Reflexintegration als Einzelbehandlung“. 2 P
  • Komplexe Lern-, Aufmerksamkeits- oder Verhaltensprobleme sollten nicht allein aus angeblich „nicht integrierten“ Reflexen erklärt werden
  • Behandlung braucht überprüfbare Betätigungsziele und fachlich begründete Verfahren
Beschreiben Sie Entwicklung und fachliche Einordnung von „Motorische Entwicklungsförderung“. 2 P
  • Förderung schafft sichere Gelegenheiten für eigene Bewegung, Spiel und Alltagshandlungen
  • Hilfen werden so dosiert, dass das Kind aktiv bleibt und Erfolg auf neue Situationen übertragen kann

Sensorische Integration, Raum, Zeit und Denken

Erklären Sie den fachlichen Zusammenhang bei „Sensorische Integration als Grundfunktion“. 2 P
  • Sensorische Integration bezeichnet die geordnete Verknüpfung von Sinnesinformationen für Wahrnehmung und Handlung
  • Sie ist ein allgemeiner neurobiologischer Prozess, nicht automatisch eine Diagnose
Definieren Sie „Sensorische Modulation“ fachlich präzise. 2 P
  • Modulation beschreibt die Anpassung der Reaktionsstärke an Reize
  • Aufmerksamkeit, Wachheit, Emotion, Vorhersagbarkeit und Kontrolle beeinflussen, ob ein Reiz als passend oder belastend erlebt wird
Definieren Sie „Sensorische Diskrimination“ fachlich präzise. 3 P
  • Diskrimination bedeutet Reize genau zu unterscheiden
  • Etwa Form ertasten
  • Bewegungsrichtung erkennen oder einen Laut aus Hintergrundgeräuschen herausfiltern
Beschreiben Sie das fachliche Vorgehen bei „Praxis als Handlungsplanung“. 5 P
  • Praxis (griechisch práxis, Handlung) ist die Fähigkeit, neue zielgerichtete Handlungen zu entwerfen, zu planen und auszuführen
  • Körperschema
  • Wahrnehmung
  • Idee
  • Sequenzierung und motorische Kontrolle wirken zusammen
Definieren Sie „Räumliche Beziehungen“ fachlich präzise. 5 P
  • Räumliche Beziehungen betreffen Lage
  • Richtung
  • Abstand und Orientierung von Körper und Objekten
  • Sie entwickeln sich durch Bewegung
  • Blicksteuerung; Greifen; Bauen und Navigation
Nennen Sie die wesentlichen Aspekte von „Zeitliche Abfolgen“. 2 P
  • Zeitliche Verarbeitung ordnet Ereignisse und Handlungsschritte
  • Sie ist nötig für Rhythmus, Sprache, Anziehen, Kochen, Aufgabenplanung und das Verstehen von vorher und nachher
Definieren Sie „Objektpermanenz“ fachlich präzise. 2 P
  • Objektpermanenz bedeutet, dass ein Objekt als weiter bestehend verstanden wird, obwohl es nicht sichtbar ist
  • Sie entwickelt sich im Säuglingsalter schrittweise
Definieren Sie „Symbolisches Denken“ fachlich präzise. 5 P
  • Symbolisches Denken erlaubt
  • Dass Wörter
  • Bilder oder Gegenstände für etwas anderes stehen
  • Es bildet eine Grundlage für Sprache
  • Rollenspiel; Zeichnen und spätere schulische Symbole
Beschreiben Sie Entwicklung und fachliche Einordnung von „Präoperationale Entwicklungsstufe“. 2 P
  • Piagets präoperationale Stufe beschreibt typisches Denken im Vorschulalter mit wachsender Symbolfähigkeit, aber noch begrenzter logischer Umkehrbarkeit
  • Das Modell ist Orientierung, keine starre Altersnorm
Beschreiben Sie das fachliche Vorgehen bei „Sensorisch-integrative Ergotherapie“. 4 P
  • Eine sensorisch-integrative Behandlung ist von allgemeiner Reizbeschäftigung zu unterscheiden
  • Sie braucht klare Indikation
  • Qualifizierte Befundung
  • Aktive kindgerechte Aufgaben und messbare Alltagsziele

Kindergartenalter: Körper- und Handmotorik

Definieren Sie „Körpermotorik im Kindergartenalter“ fachlich präzise. 2 P
  • Laufen, Springen, Klettern, Balancieren, Werfen und Fangen werden sicherer und an Situationen angepasst
  • Spiel und Alltag liefern die wichtigsten Übungsfelder
Definieren Sie „Beidseitige Koordination“ fachlich präzise. 4 P
  • Beidseitige Koordination ermöglicht gleichzeitige oder wechselnde Zusammenarbeit beider Körperseiten
  • Etwa beim Treppensteigen
  • Fangen
  • Schneiden oder Öffnen einer Dose
Definieren Sie „Überkreuzen der Körpermittellinie“ fachlich präzise. 2 P
  • Das Überkreuzen unterstützt flüssige Reich- und Schreibbewegungen sowie räumliche Organisation
  • Es entwickelt sich durch vielfältige beidhändige und großräumige Aktivitäten
Beschreiben Sie Entwicklung und fachliche Einordnung von „Handmotorische Entwicklung“. 4 P
  • Greifen verändert sich von groben Ganzhandgriffen zu differenzierten Fingerbewegungen
  • Stabilität von Rumpf und Schulter
  • Wahrnehmung
  • Kraftdosierung und Übung wirken mit
Definieren Sie „Stifthaltung“ fachlich präzise. 3 P
  • Stifthaltungen entwickeln sich über verschiedene Formen
  • Entscheidend sind Lesbarkeit, angemessene Kraft, Beweglichkeit und Ausdauer
  • Eine äußerlich „perfekte“ Haltung ist nicht allein das Ziel
Definieren Sie „Scherengebrauch“ fachlich präzise. 2 P
  • Schneiden verlangt beidhändige Koordination: Eine Hand führt die Schere, die andere dreht und stabilisiert das Material
  • Blickführung und Kraftdosierung werden zunehmend genauer
Definieren Sie „Graphomotorische Voraussetzungen“ fachlich präzise. 5 P
  • Graphomotorik verbindet Haltung
  • Schulter- und Handkontrolle
  • Visuomotorische Verarbeitung
  • Bewegungsplanung
  • Kraftdosierung und Motivation; Übung sollte sinnvoll und nicht nur repetitiv sein
Definieren Sie „Selbstversorgung im Kindergartenalter“ fachlich präzise. 5 P
  • Kinder übernehmen zunehmend Essen
  • Anziehen
  • Toilettengänge und einfache Ordnung
  • Tempo und Hilfebedarf variieren
  • Umweltgestaltung kann Selbstständigkeit erleichtern
Definieren Sie „Motorische Schulreife“ fachlich präzise. 5 P
  • Schulbereitschaft lässt sich nicht auf Stifthaltung oder Einbeinstand reduzieren
  • Aufmerksamkeit
  • Sprache
  • Selbstregulation
  • Soziale Teilhabe und Unterstützungssysteme gehören ebenso dazu
Definieren Sie „Ergotherapeutische Indikation“ fachlich präzise. 2 P
  • Indikation besteht bei bedeutsamer Einschränkung von Spiel, Selbstversorgung, Kita-Teilnahme oder späterem Lernen
  • Ziele werden aus konkreten Alltagssituationen und nicht nur aus Testwerten abgeleitet

Kindergartenalter: Sprache, Spiel und Kommunikation

Definieren Sie „Gemeinsame Aufmerksamkeit“ fachlich präzise. 2 P
  • Gemeinsame Aufmerksamkeit entsteht, wenn Kind und Bezugsperson ihre Aufmerksamkeit auf denselben Gegenstand oder Vorgang richten
  • Blickwechsel, Zeigen und Teilen von Interesse unterstützen Sprachlernen
Definieren Sie „Sprachverständnis und Sprachproduktion“ fachlich präzise. 2 P
  • Sprachverständnis entwickelt sich häufig früher als aktive Sprache
  • Beurteilt werden Wortschatz, Grammatik, Aussprache, Kommunikationsabsicht und Gebrauch in Alltagssituationen
Beschreiben Sie Entwicklung und fachliche Einordnung von „Wortschatzentwicklung“. 4 P
  • Wortschatz wächst durch bedeutungsvolle Begegnungen
  • Gemeinsames Handeln
  • Vorlesen und Gespräche
  • Entwicklungstempo und Wortverteilung unterscheiden sich individuell
Definieren Sie „Mehrsprachigkeit“ fachlich präzise. 2 P
  • Mehrsprachigkeit verursacht keine Sprachentwicklungsstörung
  • Fähigkeiten müssen über alle verwendeten Sprachen und unter Berücksichtigung von Kontaktzeit und Lerngelegenheiten beurteilt werden
Erklären Sie den fachlichen Zusammenhang bei „Funktionales Spiel“. 1 P
  • Beim funktionalen Spiel werden Gegenstände entsprechend ihrer üblichen Funktion genutzt, etwa ein Auto gerollt oder ein Löffel zum Füttern verwendet
Definieren Sie „Symbol- und Rollenspiel“ fachlich präzise. 2 P
  • Im Symbolspiel steht ein Gegenstand oder eine Handlung für etwas anderes
  • Im Rollenspiel werden Personen, Regeln und Handlungsfolgen dargestellt und gemeinsam ausgehandelt
Definieren Sie „Konstruktionsspiel“ fachlich präzise. 2 P
  • Beim Bauen, Legen oder Gestalten werden Planung, räumliche Vorstellung, Feinmotorik und Ausdauer verbunden
  • Ergebnis und Vorgehen können zunehmend vorausgedacht werden
Definieren Sie „Regelspiel“ fachlich präzise. 4 P
  • Regelspiele verlangen Abwarten
  • Regelverständnis
  • Frustrationstoleranz und Perspektivübernahme
  • Diese Fähigkeiten entwickeln sich schrittweise und bleiben situationsabhängig
Definieren Sie „Pragmatische Kommunikation“ fachlich präzise. 1 P
  • Pragmatik betrifft den sozialen Gebrauch von Sprache: Gespräch beginnen, Thema halten, Rückfragen verstehen, Blick und Gestik einbeziehen und Äußerungen an den Kontext anpassen
Beschreiben Sie das fachliche Vorgehen bei „Ergotherapie und Sprache“. 2 P
  • Ergotherapie ersetzt keine logopädische Diagnostik
  • Sie nutzt Kommunikation in Betätigung, unterstützt Spiel, Handlungsplanung und Teilhabe und stimmt Ziele mit Sprachtherapie und Umfeld ab

Grundschulalter: Motorik, Kognition und soziale Entwicklung

Definieren Sie „Motorik im Grundschulalter“ fachlich präzise. 2 P
  • Bewegungen werden automatisierter, ausdauernder und an Sport, Schulweg, Pausenspiel und Werkaufgaben angepasst
  • Koordination bleibt durch Übung und Wachstum veränderlich
Definieren Sie „Handschrift als Betätigung“ fachlich präzise. 5 P
  • Handschrift verbindet Buchstabenwissen
  • Visuelle Verarbeitung
  • Feinmotorik
  • Tempo
  • Kraft und Aufmerksamkeit; Lesbarkeit und funktionales Schreiben sind wichtiger als reine Schönschrift
Definieren Sie „Konkretes logisches Denken“ fachlich präzise. 1 P
  • Kinder können Regeln, Reihenfolgen, Mengen und Perspektiven zunehmend logisch bearbeiten, wenn sie sich auf konkrete oder vorstellbare Situationen beziehen
Erklären Sie den fachlichen Zusammenhang bei „Exekutive Funktionen“. 5 P
  • Arbeitsgedächtnis
  • Inhibition
  • Flexibilität und Planung unterstützen Aufgabenbeginn
  • Reihenfolge
  • Fehlerkorrektur und Zielverfolgung; Diese Funktionen reifen bis weit über das Grundschulalter hinaus
Beschreiben Sie Entwicklung und fachliche Einordnung von „Soziale Entwicklung in der Schule“. 5 P
  • Freundschaften
  • Zugehörigkeit
  • Wettbewerb
  • Kooperation und Regelverständnis gewinnen an Bedeutung
  • Soziale Anforderungen unterscheiden sich zwischen Klasse; Pause; Familie und Freizeit
Definieren Sie „Schulische Selbstorganisation“ fachlich präzise. 2 P
  • Material bereithalten, Aufträge merken, Zeit einteilen und Hausaufgaben beginnen sind komplexe Alltagsleistungen
  • Struktur und sichtbare Abläufe können entlasten
Definieren Sie „Leistungsschwankungen“ fachlich präzise. 5 P
  • Leistung hängt von Schlaf
  • Stress
  • Reizlage
  • Motivation
  • Aufgabenverständnis; Sprache und Vorwissen ab; Ein schwacher Einzeltest erklärt keine umfassende Entwicklungsstörung
Erläutern Sie „Lernstörung und allgemeine Überforderung“ fachlich strukturiert. 1 P
  • Spezifische Lernstörungen müssen von unzureichender Beschulung, Sprachproblemen, Sinnesstörungen, intellektueller Beeinträchtigung und emotionaler Belastung unterschieden werden
Erläutern Sie „Umweltanpassung in der Schule“ fachlich strukturiert. 1 P
  • Mögliche Anpassungen sind klarer Arbeitsplatz, reduzierte Ablenkung, gegliederte Aufträge, passende Schreibmittel, Zeitstruktur und alternative Darstellungsformen
Nennen Sie die wesentlichen Aspekte von „Ergotherapeutische Schulziele“. 4 P
  • Ziele betreffen konkrete Teilnahme: Aufgaben beginnen
  • Lesbar und ausreichend schnell schreiben
  • Material organisieren
  • Pausen bewältigen oder Gruppenarbeiten mittragen

Historische Begriffe und entwicklungsbezogene Diagnosen

Erklären Sie den fachlichen Zusammenhang bei „Minimale zerebrale Dysfunktion“. 2 P
  • „Minimale zerebrale Dysfunktion“ ist ein historischer, unscharfer Sammelbegriff für Lern-, Aufmerksamkeits- und Motorikauffälligkeiten
  • Er ist keine aktuelle einheitliche Diagnose
Definieren Sie „Hirnschädigung bei ADHS“ fachlich präzise. 2 P
  • ADHS ist eine neuroentwicklungsbezogene Störung, aber nicht mit einer im Einzelfall sichtbaren „minimalen Hirnschädigung“ gleichzusetzen
  • Diagnostik beruht auf Symptomen, Verlauf und Beeinträchtigung
Definieren Sie „ADS und ADHS“ fachlich präzise. 2 P
  • ADS wurde häufig für eine vorwiegend unaufmerksame Erscheinungsform verwendet
  • Heute wird ADHS mit unterschiedlichen Ausprägungen von Unaufmerksamkeit, Hyperaktivität und Impulsivität beschrieben
Definieren Sie „ADHS-Kernanforderungen“ fachlich präzise. 4 P
  • Symptome müssen altersunangemessen
  • Überdauernd
  • In mehreren Lebensbereichen nachweisbar und funktionell beeinträchtigend sein
  • Andere Ursachen und Begleiterkrankungen werden geprüft
Definieren Sie „Lese-Rechtschreibstörung“ fachlich präzise. 2 P
  • Eine Lese-Rechtschreibstörung betrifft den Erwerb von Lesen und Rechtschreiben deutlich und anhaltend
  • Seh- oder Intelligenzprobleme allein erklären sie nicht
Definieren Sie „Dyskalkulie“ fachlich präzise. 2 P
  • Dyskalkulie bezeichnet eine anhaltende Störung beim Erwerb grundlegender Rechenfertigkeiten und Zahlvorstellungen
  • Unterrichtsqualität, Sprache und allgemeine Entwicklung werden mitbeurteilt
Beschreiben Sie das diagnostische Vorgehen bei „Historische Begriffe und entwicklungsbezogene Diagnosen: Teilleistungsstörung“. 2 P
  • Der Begriff beschreibt umschriebene Schwierigkeiten in einzelnen Leistungsbereichen
  • Für Planung und Nachteilsausgleich sind präzise Diagnostik und Beschreibung der tatsächlichen Alltagsfolgen nötig
Beschreiben Sie das diagnostische Vorgehen bei „Historische Begriffe und entwicklungsbezogene Diagnosen: Komorbidität“. 2 P
  • ADHS, Lernstörungen, motorische Entwicklungsstörungen, Angst oder Sprachstörungen können gemeinsam auftreten
  • Jede Problematik wird eigenständig geprüft und im Gesamtalltag eingeordnet
Beschreiben Sie das fachliche Vorgehen bei „Ergotherapie bei ADHS und Lernproblemen“. 5 P
  • Ergotherapie bearbeitet Betätigungsziele wie Aufgabenstart
  • Handlungsplanung
  • Schreiben
  • Selbstregulation und Familienroutinen
  • Diagnose und medikamentöse Behandlung liegen nicht allein in ihrem Auftrag
Erläutern Sie „Querverweis zur Kinder- und Jugendpsychiatrie“ fachlich strukturiert. 2 P
  • ADHS, Lernstörungen und psychische Folgen werden im Abschnitt Kinder- und Jugendpsychiatrie vertieft
  • Hier steht ihre Einordnung im pädiatrisch-neurologischen Überblick im Vordergrund

Infektionen, Ernährung, Wachstum, Stoffwechsel und Blut

Definieren Sie „Infektionskrankheiten im Kindesalter“ fachlich präzise. 5 P
  • Infektionen reichen von milden Verläufen bis zu schweren Erkrankungen
  • Alter
  • Impfstatus
  • Erreger
  • Vorerkrankungen und Immunlage beeinflussen Risiko und Verlauf
Beschreiben Sie das fachliche Vorgehen bei „Infektion und Therapiepause“. 4 P
  • Fieber
  • Deutliche Allgemeinsymptome
  • Ansteckungsgefahr oder medizinische Instabilität sprechen gegen reguläre Therapie
  • Hygieneregeln und ärztliche Vorgaben haben Vorrang
Definieren Sie „Ernährungsstörung und Gedeihen“ fachlich präzise. 2 P
  • Unzureichende Nahrungsaufnahme, Schluckprobleme, Resorptionsstörungen oder chronische Erkrankungen können Wachstum und Energieversorgung beeinträchtigen
  • Ursachen müssen medizinisch abgeklärt werden
Definieren Sie „Pädiatrische Fütterprobleme“ fachlich präzise. 2 P
  • Fütterprobleme können motorische, sensorische, gastrointestinale, entwicklungsbezogene oder interaktionelle Ursachen haben
  • Behandlung verlangt häufig ein interprofessionelles Team
Erläutern Sie „Kindlicher Diabetes mellitus Typ 1“ fachlich strukturiert. 2 P
  • Beim Typ-1-Diabetes zerstört eine Autoimmunreaktion insulinbildende Zellen
  • Insulin muss ersetzt und an Ernährung, Aktivität, Erkrankung und Tagesablauf angepasst werden
Erläutern Sie Sicherheitsanforderungen und erforderliche Reaktionen bei „Hypoglykämie-Warnzeichen“. 2 P
  • Mögliche Zeichen sind Zittern, Schwitzen, Blässe, Heißhunger, Verwirrtheit oder Bewusstseinsstörung
  • Der individuelle Notfallplan des Kindes ist unverzüglich umzusetzen
Erklären Sie den fachlichen Zusammenhang bei „Schilddrüsenfunktionsstörung“. 2 P
  • Unter- oder Überfunktion kann Wachstum, Energie, Herzfrequenz, Stimmung und Konzentration beeinflussen
  • Diagnose und Therapie erfolgen medizinisch über Labor und klinische Befunde
Definieren Sie „Adrenogenitales Syndrom“ fachlich präzise. 2 P
  • Das adrenogenitale Syndrom umfasst angeborene Störungen der Nebennierenhormonbildung
  • Manche Formen bergen Salzverlust- und Krisenrisiken und benötigen lebenslange medizinische Behandlung
Definieren Sie „Anämie im Kindesalter“ fachlich präzise. 3 P
  • Anämie bedeutet verminderte Sauerstofftransportkapazität des Blutes
  • Müdigkeit, Blässe, reduzierte Belastbarkeit oder Konzentrationsprobleme sind möglich
  • Die Ursache bestimmt die Behandlung
Beschreiben Sie das fachliche Vorgehen bei „Ergotherapie bei systemischer Erkrankung“. 5 P
  • Belastung, Pausen, Infektionsschutz und Tagesform werden angepasst
  • Ziele betreffen Selbstmanagement
  • Schule
  • Spiel
  • Energieverteilung und sichere Teilnahme trotz Behandlung

Leukämien, Kindertumoren und psychosoziale Folgen

Definieren Sie „Leukämie im Kindesalter“ fachlich präzise. 2 P
  • Leukämien sind bösartige Erkrankungen blutbildender Zellen
  • Sie können normale Blutbildung verdrängen und unter anderem Blässe, Infektanfälligkeit, Blutungsneigung, Schmerzen oder Leistungsminderung verursachen
Definieren Sie „Kindertumoren“ fachlich präzise. 2 P
  • Kindertumoren unterscheiden sich biologisch und therapeutisch häufig von Tumoren Erwachsener
  • Symptome hängen von Lage, Wachstum und Organbeteiligung ab und sind oft unspezifisch
Beschreiben Sie das diagnostische Vorgehen bei „Onkologische Diagnostik“. 2 P
  • Diagnostik kann Blutuntersuchung, Bildgebung, Gewebe- oder Knochenmarkanalyse und molekulare Verfahren umfassen
  • Therapieplanung erfolgt in spezialisierten kinderonkologischen Teams
Nennen Sie die wesentlichen Aspekte von „Therapiefolgen“. 1 P
  • Operation, Chemotherapie, Strahlentherapie und Immun- oder zielgerichtete Therapien können Fatigue, Übelkeit, Neuropathie, Kraftverlust, Konzentrationsprobleme und Infektionsrisiken verursachen
Beschreiben Sie das fachliche Vorgehen bei „Neutropenie und Ergotherapie“. 2 P
  • Bei ausgeprägter Neutropenie gelten besondere Schutz- und Hygieneregeln
  • Gruppenkontakt, Materialwahl und Therapiedurchführung richten sich nach medizinischer Freigabe
Erläutern Sie „Fatigue bei krebskranken Kindern“ fachlich strukturiert. 3 P
  • Fatigue ist eine belastende, nicht allein durch Schlaf ausgleichbare Erschöpfung
  • Aktivität wird dosiert, ohne vollständige Passivität zu fördern
  • Tagesform und medizinische Belastungsgrenzen bestimmen das Vorgehen
Beschreiben Sie das fachliche Vorgehen bei „Schule und soziale Teilhabe“. 2 P
  • Lange Behandlung führt zu Fehlzeiten und Kontaktabbrüchen
  • Klinikschule, digitale Teilnahme, abgestufte Rückkehr und Information des Umfelds können Zugehörigkeit und Lernkontinuität unterstützen
Definieren Sie „Geschwister und Eltern“ fachlich präzise. 2 P
  • Erkrankung belastet die gesamte Familie
  • Sorgen, Rollenverschiebungen, Zeitdruck und finanzielle Belastung beeinflussen Alltag und müssen in Beratung und Zielplanung berücksichtigt werden
Definieren Sie „Tod im Kindesalter“ fachlich präzise. 4 P
  • Gespräche über Sterben orientieren sich an Alter
  • Verständnis
  • Kultur und Wünschen von Kind und Familie
  • Ehrliche, behutsame Kommunikation vermeidet falsche Versprechen und lässt Fragen zu
Beschreiben Sie das fachliche Vorgehen bei „Ergotherapie in palliativer Situation“. 5 P
  • Ziele richten sich auf Komfort
  • Selbstbestimmung
  • Bedeutsame Aktivitäten
  • Kommunikation und gemeinsame Zeit
  • Belastende Übungsprogramme treten hinter Lebensqualität und aktuelle Wünsche zurück

Knochen, Gelenke, Muskeln, Rheuma und Neurodermitis

Definieren Sie „Muskeldystrophien“ fachlich präzise. 3 P
  • Muskeldystrophien sind genetisch bedingte, fortschreitende Muskelerkrankungen
  • Verlauf und betroffene Muskelgruppen unterscheiden sich
  • Medizinische Betreuung, Hilfsmittel und Teilhabeplanung sind langfristig nötig
Nennen Sie die wesentlichen Aspekte von „Knochen, Gelenke, Muskeln, Rheuma und Neurodermitis: Gowers-Zeichen“. 2 P
  • Beim Gowers-Zeichen stützt sich ein Kind beim Aufstehen an den eigenen Beinen ab, weil Hüft- und Rumpfmuskeln geschwächt sind
  • Es ist ein Hinweis, keine eigenständige Diagnose
Definieren Sie „Morbus Perthes“ fachlich präzise. 2 P
  • Morbus Perthes ist eine Durchblutungsstörung des kindlichen Hüftkopfs mit vorübergehender Knochennekrose
  • Belastung und Bewegung richten sich nach Erkrankungsphase und orthopädischer Vorgabe
Erläutern Sie „Knochen, Gelenke, Muskeln, Rheuma und Neurodermitis: Morbus Scheuermann“ fachlich strukturiert. 2 P
  • Morbus Scheuermann ist eine Wachstumsstörung von Wirbelkörpern, meist mit verstärkter Brustkyphose
  • Beschwerden, Beweglichkeit und Belastbarkeit sind individuell verschieden
Erläutern Sie „Knochen, Gelenke, Muskeln, Rheuma und Neurodermitis: Juvenile idiopathische Arthritis“ fachlich strukturiert. 3 P
  • Die juvenile idiopathische Arthritis umfasst anhaltende Gelenkentzündungen mit Beginn vor dem 16
  • Lebensjahr
  • Schmerz, Schwellung, Morgensteifigkeit und Bewegungseinschränkung können auftreten
Definieren Sie „Gelenkschutz bei Kindern“ fachlich präzise. 2 P
  • Gelenkschutz wird altersgerecht in Spiel, Schule und Selbstversorgung integriert
  • Er soll Überlastung mindern, ohne Bewegung, Selbstständigkeit und soziale Teilnahme unnötig einzuschränken
Beschreiben Sie das fachliche Vorgehen bei „Kontrakturprophylaxe“. 2 P
  • Bewegung, Positionierung, Orthesen und Aktivität können Beweglichkeit erhalten
  • Maßnahmen müssen schmerzarm, abgestimmt und in den Alltag integrierbar sein
Definieren Sie „Neurodermitis“ fachlich präzise. 3 P
  • Neurodermitis oder atopische Dermatitis ist eine chronisch-entzündliche Hauterkrankung mit trockener Haut und Juckreiz
  • Verlauf und Auslöser sind individuell
  • Kratzen kann den Hautschaden verstärken
Definieren Sie „Juckreiz und Betätigung“ fachlich präzise. 2 P
  • Juckreiz kann Schlaf, Konzentration, Kleidung, Körperpflege und Spiel beeinträchtigen
  • Reizarme Materialien, kurze Nägel, geeignete Routinen und ärztlich verordnete Hautpflege können entlasten
Definieren Sie „Ergotherapeutischer Schwerpunkt“ fachlich präzise. 5 P
  • Ergotherapie verbindet Funktionserhalt mit bedeutsamer Aktivität
  • Hilfsmitteln
  • Gelenkschutz
  • Energieeinteilung und Beratung von Familie
  • Kita oder Schule

Zerebralparese, Spastik und Dyskinesie

Definieren Sie „Zerebralparese“ fachlich präzise. 2 P
  • Zerebralparese ist eine Gruppe dauerhafter Bewegungs- und Haltungsstörungen durch eine frühe, nicht fortschreitende Hirnschädigung
  • Motorische Folgen können von leicht bis schwer reichen
Definieren Sie „Nicht fortschreitende Hirnschädigung“ fachlich präzise. 2 P
  • Die ursprüngliche Hirnschädigung nimmt nicht degenerativ zu
  • Dennoch können Muskelverkürzungen, Fehlstellungen, Schmerzen und Teilhabeprobleme durch Wachstum und Belastung zunehmen
Definieren Sie „Spastische Zerebralparese“ fachlich präzise. 2 P
  • Bei spastischer Form sind Muskeltonus und Dehnungsreflexe geschwindigkeitsabhängig erhöht
  • Selektive Bewegung, Kraft und Koordination können zusätzlich beeinträchtigt sein
Definieren Sie „Dyskinetische Zerebralparese“ fachlich präzise. 2 P
  • Dyskinetische Formen zeigen unwillkürliche, wechselnde Bewegungen und Tonusschwankungen
  • Athetose beschreibt langsame, windende Bewegungen und ist Teil dieses Spektrums
Definieren Sie „Ataktische Zerebralparese“ fachlich präzise. 2 P
  • Ataktische Formen betreffen Gleichgewicht, Zielgenauigkeit und Bewegungsabstimmung
  • Bewegungen können breitbasig, schwankend oder überschießend sein
Definieren Sie „Begleitstörungen“ fachlich präzise. 1 P
  • Möglich sind Epilepsie, Seh- oder Hörstörungen, Schmerzen, Sprech- und Schluckprobleme, Lernbeeinträchtigungen sowie Veränderungen von Wahrnehmung und Aufmerksamkeit
Definieren Sie „GMFCS“ fachlich präzise. 2 P
  • Das Gross Motor Function Classification System beschreibt selbstinitiierte grobmotorische Mobilität in fünf Stufen
  • Es bewertet Funktionsniveau, nicht den Wert oder das Entwicklungspotenzial eines Kindes
Definieren Sie „MACS“ fachlich präzise. 2 P
  • Das Manual Ability Classification System beschreibt, wie Kinder mit Zerebralparese Gegenstände im Alltag handhaben
  • Es ergänzt Einzeltests durch eine alltagsbezogene Einordnung
Beschreiben Sie das fachliche Vorgehen bei „Therapieprinzipien“. 2 P
  • Empfohlen sind zielorientierte, aktive und ausreichend intensive Übungen bedeutsamer Aufgaben
  • Hilfsmittel, Orthesen, medizinische Tonusbehandlung und Umweltanpassung werden abgestimmt kombiniert
Beschreiben Sie das fachliche Vorgehen bei „Ergotherapie bei Zerebralparese“. 5 P
  • Ergotherapie bearbeitet Handgebrauch
  • Selbstversorgung
  • Spiel
  • Schule
  • Kommunikation und Hilfsmittel; Bei einseitiger Spastik können spezifische aktive Handtherapieverfahren eingesetzt werden
Definieren Sie „Schmerz und Hüftüberwachung“ fachlich präzise. 2 P
  • Schmerz, Schlaf, Wirbelsäule und Hüftentwicklung müssen regelmäßig beachtet werden
  • Ergotherapie meldet Veränderungen, ersetzt aber keine orthopädische oder neuropädiatrische Überwachung

Hydrozephalus und Epilepsie

Definieren Sie „Hydrozephalus“ fachlich präzise. 2 P
  • Hydrozephalus ist eine Erweiterung der Liquorräume durch gestörten Abfluss, Kreislauf oder seltener vermehrte Bildung von Liquor
  • Druck und Ursachen bestimmen Symptome und Behandlung
Definieren Sie „Hydrozephalus im Säuglingsalter“ fachlich präzise. 2 P
  • Mögliche Zeichen sind rasche Zunahme des Kopfumfangs, gespannte Fontanelle, Erbrechen, Reizbarkeit, Blickauffälligkeiten oder Entwicklungsverzögerung
  • Die Kombination erfordert medizinische Abklärung
Definieren Sie „Shuntversorgung“ fachlich präzise. 3 P
  • Ein Shunt leitet Liquor meist in die Bauchhöhle ab
  • Funktionsstörung oder Infektion können akut gefährlich sein
  • Familien erhalten dafür individuelle Warn- und Notfallhinweise
Erläutern Sie Sicherheitsanforderungen und erforderliche Reaktionen bei „Shunt-Warnzeichen“. 2 P
  • Kopfschmerz, Erbrechen, Müdigkeit, Bewusstseinsveränderung, neue neurologische Symptome oder Fieber können Warnzeichen sein
  • Bei Verdacht wird nicht weitertherapiert, sondern medizinisch gehandelt
Erläutern Sie „Hydrozephalus und Epilepsie: Epileptischer Anfall“ fachlich strukturiert. 2 P
  • Ein epileptischer Anfall entsteht durch vorübergehend abnorme neuronale Aktivität
  • Erscheinungen reichen von kurzen Bewusstseins- oder Wahrnehmungsstörungen bis zu deutlichen Krampfanfällen
Definieren Sie „Epilepsie“ fachlich präzise. 5 P
  • Epilepsie bezeichnet eine anhaltende Neigung zu epileptischen Anfällen
  • Diagnose berücksichtigt Anfallsbeschreibung
  • EEG
  • Bildgebung
  • Ursache und Risiko weiterer Anfälle
Beschreiben Sie das fachliche Vorgehen bei „Erste Hilfe beim Krampfanfall“. 4 P
  • Umgebung sichern
  • Zeit messen
  • Kopf schützen und enge Kleidung lockern
  • Nicht festhalten, nichts in den Mund stecken und nach dem Anfall Atmung und Bewusstsein beobachten
Erläutern Sie Sicherheitsanforderungen und erforderliche Reaktionen bei „Notruf beim Anfall“. 1 P
  • Notruf ist insbesondere bei langem oder wiederholtem Anfall ohne Erholung, Atemproblemen, Verletzung, erstem bekannten Anfall oder abweichendem individuellem Notfallplan erforderlich
Erläutern Sie Sicherheitsanforderungen und erforderliche Reaktionen bei „Hydrozephalus und Epilepsie: Status epilepticus“. 2 P
  • Ein anhaltender oder sich wiederholender Anfall ohne ausreichende Erholung ist ein medizinischer Notfall
  • Der individuelle Notfallplan und ärztlich verordnete Akutmedikation sind maßgeblich
Beschreiben Sie das fachliche Vorgehen bei „Ergotherapie bei Epilepsie“. 5 P
  • Therapie berücksichtigt Anfallsauslöser
  • Müdigkeit
  • Verletzungsrisiko
  • Medikamentennebenwirkungen und Selbstmanagement
  • Einschränkungen werden individuell statt pauschal festgelegt
Beschreiben Sie das fachliche Vorgehen bei „Teilhabe trotz Epilepsie“. 2 P
  • Sicherheit wird durch Information, Notfallplan und passende Aufsicht hergestellt
  • Übervorsicht kann Spiel, Sport, Schule und Selbstständigkeit unnötig begrenzen

Magen-Darm-System, Urogenitalsystem und angeborene Herzfehler

Definieren Sie „Morbus Hirschsprung“ fachlich präzise. 3 P
  • Morbus Hirschsprung ist eine angeborene fehlende Nervenzellversorgung eines Darmabschnitts
  • Dadurch kann Darminhalt nicht normal weitertransportiert werden
  • Meist ist eine operative Behandlung nötig
Erläutern Sie „Hinweise auf Morbus Hirschsprung“ fachlich strukturiert. 2 P
  • Verzögerter Mekoniumabgang, geblähter Bauch, Erbrechen, schwere Verstopfung oder Gedeihstörung können Hinweise sein
  • Diagnostik erfolgt kinderchirurgisch und gastroenterologisch
Definieren Sie „Chronische Obstipation“ fachlich präzise. 2 P
  • Chronische Verstopfung kann Schmerzen, Stuhlverhalten, Appetit, Schlaf und Kita- oder Schulteilnahme beeinträchtigen
  • Behandlung verbindet medizinische Abklärung, Toilettenroutine und Entlastung
Definieren Sie „Urogenitale Anomalien“ fachlich präzise. 2 P
  • Angeborene Veränderungen können Niere, Harnleiter, Blase oder äußere Genitale betreffen
  • Bedeutung reicht von unauffällig bis zu wiederkehrenden Infektionen und eingeschränkter Nierenfunktion
Definieren Sie „Harnwegsinfektion bei Kindern“ fachlich präzise. 2 P
  • Fieber, Schmerzen, häufiges Wasserlassen, Einnässen oder unspezifische Allgemeinsymptome können auftreten
  • Besonders bei kleinen Kindern ist medizinische Abklärung wichtig
Beschreiben Sie das fachliche Vorgehen bei „Magen-Darm-System, Urogenitalsystem und angeborene Herzfehler: Kontinenz und Teilhabe“. 2 P
  • Einnässen oder Stuhlinkontinenz können Scham, Rückzug und Konflikte auslösen
  • Unterstützung wahrt Privatsphäre, vermeidet Beschämung und schafft verlässliche Toiletten- und Wechselmöglichkeiten
Definieren Sie „Angeborene Herzfehler“ fachlich präzise. 2 P
  • Angeborene Herzfehler verändern Aufbau oder Funktion des Herzens und der großen Gefäße
  • Auswirkungen reichen von symptomarm bis zu Zyanose, Gedeihstörung und verminderter Belastbarkeit
Definieren Sie „Zyanose“ fachlich präzise. 2 P
  • Zyanose ist eine bläuliche Verfärbung durch unzureichende Sauerstoffsättigung
  • Neue oder zunehmende Zyanose, Atemnot oder Bewusstseinsveränderung sind medizinische Warnzeichen
Definieren Sie „Belastung bei Herzfehlern“ fachlich präzise. 5 P
  • Belastungsgrenzen werden individuell kardiologisch festgelegt
  • Atemnot
  • Auffällige Blässe oder Zyanose
  • Schwindel
  • Brustschmerz oder starke Erschöpfung erfordern Unterbrechung und Bewertung
Beschreiben Sie das fachliche Vorgehen bei „Ergotherapie bei Organerkrankungen“. 5 P
  • Ziele betreffen Energieeinteilung
  • Selbstversorgung
  • Toilettenmanagement
  • Schulteilnahme
  • Umgang mit Narben oder Hilfsmitteln und die Integration medizinischer Routinen in den Alltag

Atmung, Mukoviszidose, Asthma und Allergien

Definieren Sie „Mukoviszidose“ fachlich präzise. 2 P
  • Mukoviszidose oder zystische Fibrose ist eine genetische Erkrankung gestörter Salz- und Wassertransportprozesse
  • Zäher Schleim betrifft besonders Atemwege und Verdauungssystem
Nennen Sie die wesentlichen Aspekte von „Atemwegsfolgen der Mukoviszidose“. 2 P
  • Zäher Schleim begünstigt chronische Infektionen, Entzündung und fortschreitende Lungenschädigung
  • Behandlung umfasst unter anderem Inhalation, Atemphysiotherapie, Bewegung und Medikamente
Nennen Sie die wesentlichen Aspekte von „Verdauungsfolgen der Mukoviszidose“. 2 P
  • Eine unzureichende Pankreasfunktion kann Nährstoffaufnahme und Wachstum beeinträchtigen
  • Enzyme und Ernährung werden medizinisch angepasst und in Alltag und Schule organisiert
Definieren Sie „Infektionsschutz bei Mukoviszidose“ fachlich präzise. 2 P
  • Bestimmte Erreger können für Betroffene besonders problematisch sein
  • Hygieneregeln und Abstandsvorgaben zwischen Menschen mit Mukoviszidose richten sich nach spezialisierten Behandlungszentren
Erläutern Sie „Atmung, Mukoviszidose, Asthma und Allergien: Asthma bronchiale“ fachlich strukturiert. 2 P
  • Asthma ist eine chronisch entzündliche Atemwegserkrankung mit variabler Verengung der Bronchien
  • Husten, pfeifende Atmung, Enge und Atemnot können anfallsartig auftreten
Definieren Sie „Asthmaauslöser“ fachlich präzise. 2 P
  • Mögliche Auslöser sind Allergene, Infekte, körperliche Belastung, kalte Luft, Rauch oder Reizstoffe
  • Aktivität soll mit guter Kontrolle und Bedarfsmedikation meist ermöglicht, nicht generell vermieden werden
Definieren Sie „Akuter Asthmaanfall“ fachlich präzise. 2 P
  • Das Kind wird beruhigt, aufrecht positioniert und nutzt die verordnete Bedarfsmedikation nach Plan
  • Bei schwerer Atemnot, Sprechproblemen, Erschöpfung oder fehlender Besserung ist sofort medizinische Hilfe nötig
Definieren Sie „Allergie“ fachlich präzise. 2 P
  • Eine Allergie ist eine spezifische Immunreaktion auf normalerweise harmlose Stoffe
  • Beschwerden können Haut, Atemwege, Augen, Magen-Darm-System oder den gesamten Kreislauf betreffen
Definieren Sie „Anaphylaxie“ fachlich präzise. 4 P
  • Anaphylaxie ist eine rasch verlaufende schwere allergische Reaktion
  • Atemnot
  • Kreislaufprobleme
  • Ausgeprägte Schwellung oder mehrere Organsysteme erfordern Notfallmedikation nach Plan und Notruf
Erläutern Sie „Neurodermitis, Asthma und Allergie“ fachlich strukturiert. 2 P
  • Atopische Erkrankungen können gemeinsam oder nacheinander auftreten, sind aber nicht identisch
  • Diagnose und Behandlung richten sich nach dem jeweils betroffenen Organsystem
Beschreiben Sie das fachliche Vorgehen bei „Ergotherapie bei Atemwegs- und Allergieerkrankungen“. 2 P
  • Ergotherapie unterstützt Energieeinteilung, Schul- und Freizeitroutinen, Inhalationsorganisation und angstarmen Umgang mit Belastung
  • Akutmedizinische Behandlung bleibt ärztlich festgelegt

Die Fragen und Antworten wurden aus den redaktionellen Lerntexten dieses Kapitels abgeleitet. Jede Antwort gehört ausschließlich zu der unmittelbar darüberstehenden Frage.

Hinweise des Lehrplans
  • vgl. Lehrplan Biologie, Anatomie und Physiologie
  • Überblick
  • Adrenogenitales Syndrom-Funktionsstörungen der Schilddrüse
  • Thematisieren des Todes im Kindesalter, psychosoziale Aspekte herausarbeiten vgl. LPE 9
  • z. B. M. Muskeldystrophien, Perthes, M. Scheuermann vgl. LPE 1
  • vgl. LPE 2 und Lehrplan Motorischfunktionelle Behandlungsverfahren
  • vgl. LPE 9 und Lehrpläne Neurophysiologische Behandlungsverfahren und Neuropsychologische Behandlungsverfahren
  • vgl. LPE 6 und Lehrplan Neurophysiologische Behandlungsverfahren
  • vgl. LPE 6
  • vgl. LPE 6
  • Hirschsprung
  • Anomalien, entzündliche Erkrankungen
  • vgl. LPE 3
  • Mucoviscidose, Asthma bronchiale

Quelle: Sächsisches Staatsministerium für Kultus: Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin, freigegeben ab 1. August 2020, S. 62.

LLernstoff141 Unterkapitel
Gegenstand, Diagnostik und orthopädischer Befund
Gegenstand

Orthopädie befasst sich mit angeborenen und erworbenen Erkrankungen des Bewegungsapparates. Der Name geht auf griechisch orthós, „gerade, richtig“, und paideía, „Erziehung“, zurück. Nicolas Andry verwendete das Bild eines an einen Pfahl gebundenen krummen Baumes als Symbol für korrigierendes Wachstum.

Anamnese und Inspektion

Erfragt werden Beginn, Verlauf, Schmerz, Belastungsabhängigkeit, Trauma, Vorerkrankungen, Operationen und Alltagsfolgen. Inspektion beschreibt Haltung, Achsen, Schwellung, Haut, Muskelkontur, Schonhaltung und Bewegungsausführung. Beobachtung wird von diagnostischer Deutung getrennt.

Messungen

Umfangsmessungen an definierten Landmarken erfassen Schwellung oder Atrophie. Gelenkbeweglichkeit wird beispielsweise nach Neutral-Null dokumentiert. Kraft, Tonus und Koordination werden im Seitenvergleich geprüft. Diadochokinese bezeichnet rasch wechselnde antagonistische Bewegungen, etwa Pro- und Supination.

Neurologischer Anteil

Reflexe, Sensibilität und ausgewählte Hirn- oder periphere Nervenfunktionen helfen, orthopädische und neurologische Ursachen zu unterscheiden. Das Heben der Schulter gegen Widerstand prüft unter anderem den N. accessorius; der Patellarsehnenreflex liefert Informationen zu segmentalen Reflexbögen.

Apparative Diagnostik

Röntgen zeigt vor allem Knochen und Achsen, CT detaillierte knöcherne Strukturen, MRT Weichteile, Knochenmark und Nervengewebe. Ultraschall eignet sich für dynamische Weichteilbefunde. Befunde werden immer mit Klinik und Handlungsfähigkeit abgeglichen.

Quellen

ORT_Skript_2025.pdf – Spezielle Krankheitslehre Orthopädie, 14.07.2026

Intrauterine Entwicklung und pränatale Einflüsse
Lerntext

Die vorgeburtliche Entwicklung verläuft in aufeinander bezogenen körperlichen, sensorischen und neuronalen Prozessen. Zeitpunkt, Dauer und Stärke einer Störung beeinflussen, welche Strukturen und Funktionen betroffen sein können.

Fragen und Antworten
Beschreiben Sie Entwicklung und fachliche Einordnung von „Embryonalperiode“ (2 Punkte)
  • Die Embryonalperiode umfasst die frühe Organanlage
  • Störungen in dieser Phase können strukturelle Fehlbildungen verursachen, weil viele Organsysteme gleichzeitig entstehen
Beschreiben Sie Entwicklung und fachliche Einordnung von „Fetalperiode“ (2 Punkte)
  • In der Fetalperiode stehen Wachstum, Reifung und funktionelle Ausdifferenzierung im Vordergrund
  • Schädigungen können besonders Wachstum, Gehirnreifung und Organfunktion beeinträchtigen
Definieren Sie „Plazenta und Nabelschnur“ fachlich präzise (3 Punkte)
  • Die Plazenta ermöglicht Gas-, Nährstoff- und Stoffaustausch zwischen Mutter und Kind
  • Die Nabelschnur verbindet den fetalen Kreislauf mit der Plazenta
  • Beide Blutkreisläufe mischen sich normalerweise nicht direkt
Erklären Sie den fachlichen Zusammenhang bei „Zeitpunkt einer pränatalen Schädigung“ (4 Punkte)
  • Der Entwicklungszeitpunkt bestimmt wesentlich das Schädigungsmuster
  • Frühe Einwirkungen betreffen eher Organanlagen
  • Spätere häufiger Wachstum
  • Reifung und Funktion bereits angelegter Systeme
Nennen Sie die wesentlichen Aspekte von „Pränatale Risikofaktoren“ (5 Punkte)
  • Zu den Risiken gehören genetische Veränderungen
  • Mütterliche Erkrankungen
  • Infektionen
  • Alkohol
  • Nikotin; bestimmte Medikamente; Mangelversorgung sowie Störungen von Plazenta oder Nabelschnur
Erläutern Sie „Alkohol in der Schwangerschaft“ fachlich strukturiert (2 Punkte)
  • Alkohol passiert die Plazenta und kann Wachstum, Gehirnentwicklung und Verhalten dauerhaft beeinträchtigen
  • Eine sichere Menge oder ein sicherer Zeitpunkt sind nicht belegt
Definieren Sie „Intrauterines Wachstum“ fachlich präzise (4 Punkte)
  • Wachstum hängt von genetischem Potenzial
  • Plazentafunktion
  • Nährstoff- und Sauerstoffversorgung sowie mütterlicher Gesundheit ab
  • Auffällige Abweichungen verlangen medizinische Verlaufskontrolle
Beschreiben Sie Entwicklung und fachliche Einordnung von „Pränatale Sinnesentwicklung“ (3 Punkte)
  • Taktile Reaktionen entstehen früh
  • Vestibuläre und propriozeptive Reize begleiten Bewegungen im Mutterleib
  • Hören entwickelt sich vor der Geburt, Sehen reift vor allem nach der Geburt weiter
Beschreiben Sie Entwicklung und fachliche Einordnung von „Pränatale Nervensystementwicklung“ (2 Punkte)
  • Neuronen entstehen, wandern an ihre Zielorte, bilden Verbindungen und werden zunehmend organisiert
  • Reifung, Synapsenbildung und Myelinisierung setzen sich lange nach der Geburt fort
Beschreiben Sie das fachliche Vorgehen bei „Pränatale Schädigung und Teilhabe“ (2 Punkte)
  • Folgen zeigen sich nicht nur als Körperfunktionsstörung
  • Motorik, Wahrnehmung, Lernen, Kommunikation, Selbstversorgung und Familienalltag können in unterschiedlicher Kombination betroffen sein
Quellen

Sächsischer Lehrplan Ergotherapeut/Ergotherapeutin, Anpassung 2024, S. 62–64, 20.07.2026

Pädiatrie neurophysiologisch 18.02.2026.pdf, 20.07.2026

gesund.bund.de: Schwangerschaft, Entwicklung und pränatale Risiken, geprüft 2026-07-20, 20.07.2026

Rheumatischer Formenkreis und Entzündungszeichen
Begriff und Einteilung

„Rheuma“ ist keine Einzeldiagnose. Das Wort geht auf griechisch rheûma, „Fluss“ oder „Strömung“, zurück. Der rheumatische Formenkreis umfasst entzündliche Gelenk- und Systemerkrankungen, degenerative Gelenkerkrankungen sowie Beschwerden an Weichteilen. Die Einteilung ordnet Ursachen und Therapie, darf aber Überschneidungen nicht verdecken.

Entzündungszeichen

Entzündete Gelenke können schmerzen, anschwellen, überwärmt und in ihrer Funktion eingeschränkt sein. Rötung ist möglich, aber nicht zwingend. Morgensteifigkeit, Ruhe- oder Nachtschmerz und allgemeine Erschöpfung sprechen eher für einen entzündlichen Prozess als ein reiner Belastungsschmerz.

Ergotherapeutische Bedeutung

Entscheidend sind nicht nur Diagnose und Gelenkbefund, sondern Auswirkungen auf Greifen, Gehen, Selbstversorgung, Haushalt, Arbeit und Erholung. Aktivität wird so dosiert, dass Funktion erhalten wird, ohne akut gereiztes Gewebe unnötig zu belasten.

Sicherheitsgrenzen

Ein plötzlich stark geschwollenes, heißes Gelenk, Fieber, ausgeprägtes Krankheitsgefühl oder rasche Verschlechterung erfordern ärztliche Abklärung. Ergotherapie ersetzt keine Diagnostik einer möglichen Infektion oder akuten systemischen Entzündung.

Quellen

Lehrplan BFS Ergotherapeut 2024, Spezielle Krankheitslehre, S. 46–47, 19.07.2026

  1. Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie und Klinische Immunologie e. V. (DGRh) (2026): Leitlinien der DGRh. Abruf: 19.07.2026.
Diagnostik und geriatrisches Assessment
Diagnostische Grundidee

Internistische Diagnostik verbindet Beschwerdebild, Vorerkrankungen, Medikation, körperliche Untersuchung, Labor und apparative Verfahren. Dazu gehören je nach Fragestellung Blutbild, Entzündungswerte, Blutzucker, Nierenwerte, EKG, Bildgebung, Lungenfunktion oder Endoskopie. Einzelbefunde werden nie isoliert, sondern im klinischen Zusammenhang gelesen.

Körperlicher und neurologischer Status

Beobachtet werden Allgemeinzustand, Kreislauf, Atmung, Bewusstseinslage, Haut, Ödeme, Kraft, Sensibilität und Mobilität. Gerade im höheren Lebensalter können Verwirrtheit, Schmerzen, Infektzeichen oder Sturzereignisse Ausdruck einer internistischen Ursache sein. Der neurologische Status ergänzt die Abgrenzung, ersetzt aber keine Spezialdiagnostik.

Geriatrisches Assessment

In der Geriatrie reicht Organmedizin allein nicht aus. Erfasst werden zusätzlich Alltagskompetenz, Gang und Gleichgewicht, Kognition, Stimmung, Ernährung, Kontinenz, soziale Situation und Sturzrisiko. Typische Instrumente sind zum Beispiel Barthel-Index, Timed Up and Go, Uhrentest oder kurze Delir-Screenings.

Ergotherapeutische Konsequenz

Ergotherapie interessiert besonders, wie Befunde Essen, Anziehen, Haushaltsführung, Medikamentenmanagement, Transfers und Rollen im Alltag beeinflussen. Ein gutes Assessment zeigt nicht nur Defizite, sondern auch Ressourcen, Belastungsgrenzen und sinnvolle Ansatzpunkte für Teilhabe.

Quellen

Lehrplan BFS Ergotherapeut 2024, Spezielle Krankheitslehre, S. 48–51, 19.07.2026

Chirurgie, Traumatologie und ICF
Gegenstand

Chirurgie behandelt Erkrankungen und Verletzungen, bei denen operative Verfahren eine wesentliche Rolle spielen können. Traumatologie leitet sich von griechisch trauma, „Wunde, Verletzung“, und logos, „Lehre“, ab. Sie beschreibt Entstehung, Diagnostik, Versorgung und Folgen von Verletzungen. Ergotherapie setzt nach der medizinischen Stabilisierung an und verbindet Heilungsbedingungen mit konkreter Handlungsfähigkeit.

ICF-Perspektive

Eine Diagnose beschreibt nicht automatisch den Alltag. Die ICF ordnet Körperfunktionen und -strukturen, Aktivitäten, Teilhabe sowie Umwelt- und personenbezogene Faktoren. Nach einer Fraktur können beispielsweise Beweglichkeit und Kraft verändert sein, zugleich aber auch Ankleiden, Schreiben, Haushaltsführung, Beruf oder Rollen in der Familie. Förderfaktoren und Barrieren werden ausdrücklich mitbetrachtet.

Interdisziplinäre Verantwortung

Operationsbericht, ärztliche Belastungsfreigabe und Nachbehandlungsschema bestimmen den sicheren Rahmen. Pflege, Physio- und Ergotherapie, Orthopädietechnik, Psychologie und Sozialdienst bearbeiten unterschiedliche Teile der Rehabilitation. Ergotherapeutinnen beobachten Betätigung, schützen gefährdete Strukturen, trainieren Funktionen in Handlung und unterstützen Hilfsmittel, Schienen, Selbstmanagement und Rückkehr in Alltag oder Arbeit.

Klinisches Denken

Die Behandlung folgt keiner starren Diagnose-Schablone. Verletzungsmechanismus, Gewebe, Stabilität, Heilungsphase, Schmerz, Ödem, Sensibilität, Begleitverletzungen und persönliche Ziele ergeben gemeinsam die Arbeitshypothese. Warnzeichen werden erkannt und medizinisch rückgemeldet; Therapie ersetzt keine chirurgische Kontrolle.

Ergotherapeutischer Prüfpunkt

Welche Aktivität ist eingeschränkt, welche Struktur muss geschützt werden und welche Belastung ist aktuell ausdrücklich freigegeben?

Quellen

CHIRURGIE(1).zip / allg._Traumatologie.pdf, 14.07.2026

CHIRURGIE(1).zip / Beispiel_ICF.pdf, 14.07.2026

CHIRURGIE(1).zip / Schwerpunkte LK_Chirurgie.pdf, 14.07.2026

Tumorgrundlagen: Dignität und Zellverhalten
Tumor und Neoplasie

Ein Tumor ist zunächst eine Schwellung oder Raumforderung. Im engeren Sinn bezeichnet Neoplasie eine autonome Gewebsneubildung durch genetisch veränderte Zellen. Dignität beschreibt die biologische Wertigkeit: benigne, semimaligne oder maligne.

Benigne und maligne

Benigne Tumoren wachsen meist langsam, expansiv und gut begrenzt. Maligne Tumoren wachsen häufig schneller, infiltrieren Nachbargewebe, zerstören Strukturen, können metastasieren und neigen stärker zu Rezidiven. Die Übergänge sind biologisch nicht immer scharf.

Differenzierung

Gut differenzierte Tumorzellen ähneln ihrem Ursprungsgewebe. Mit zunehmender Anaplasie verlieren Zellen typische Form und Funktion; dies spricht meist für aggressiveres Verhalten.

Fragen und Antworten
Erläutern Sie „Tumor im allgemeinen Sinn“ fachlich strukturiert (3 Punkte)
  • Eine Schwellung oder Raumforderung
  • Unabhängig davon
  • Ob eine echte Gewebsneubildung vorliegt
Definieren Sie „Neoplasie“ fachlich präzise (1 Punkt)
  • Eine autonome Gewebsneubildung durch unkontrollierte Vermehrung genetisch veränderter Zellen
Definieren Sie „Dignität“ fachlich präzise (1 Punkt)
  • Die biologische Wertigkeit eines Tumors: benigne, semimaligne oder maligne
Definieren Sie „Benigner Tumor“ fachlich präzise (1 Punkt)
  • Er wächst meist langsam, verdrängend und begrenzt, metastasiert nicht und ist häufig vollständig entfernbar
Definieren Sie „Maligner Tumor“ fachlich präzise (1 Punkt)
  • Er wächst infiltrierend und destruierend, kann metastasieren, rezidivieren und ohne Behandlung lebensbedrohlich werden
Definieren Sie „Semimaligner Tumor“ fachlich präzise (1 Punkt)
  • Er wächst lokal aggressiv und zerstörend, bildet aber typischerweise keine Fernmetastasen
Definieren Sie „Differenzierung von Tumorzellen“ fachlich präzise (1 Punkt)
  • Sie beschreibt, wie stark Tumorzellen in Bau und Funktion dem Ursprungsgewebe ähneln
Definieren Sie „Anaplasie“ fachlich präzise (1 Punkt)
  • Ein ausgeprägter Verlust zellulärer Reife und Gewebeähnlichkeit, meist als Zeichen hoher Malignität
Definieren Sie „Rezidiv“ fachlich präzise (1 Punkt)
  • Das erneute Auftreten eines Tumors nach zunächst erfolgreicher Behandlung oder scheinbar vollständiger Entfernung
Quellen

AKL_2_2_Pathologie der Zelle_Tumoren_genetische Erkrankungen.pdf, 19.07.2026

lp_bfs_ergotherapeut_2024-1.pdf, 26.07.2026

Lähmungen: zentral und peripher einordnen
Begriffe und Verteilung

Eine Parese ist eine unvollständige, eine Plegie eine vollständige Lähmung. Mono- bezeichnet eine Extremität, Hemi- eine Körperhälfte, Para- meist beide Beine und Tetra- alle vier Extremitäten einschließlich Rumpfbeteiligung. Die MRC-Skala beschreibt Muskelkraft von 0 bis 5.

Zentral oder peripher?
Merkmalzentrale Lähmungperiphere Lähmung
Schädigungsorterstes motorisches Neuronzweites motorisches Neuron, Wurzel, Plexus oder Nerv
Tonusspäter meist spastisch erhöhtschlaff, hypoton
Reflexegesteigert, pathologische Reflexe möglichabgeschwächt oder fehlend
Atrophiekeine frühe neurogene Atrophieneurogene Atrophie möglich
Verteilungzentrale Muster, Verlust selektiver BewegungVersorgungsgebiet des betroffenen Nervs

Eine zentrale Lähmung kann initial schlaff sein und später in eine spastische Tonuserhöhung übergehen. Die Lokalisation lässt sich aus Verteilung und Begleitsymptomen ableiten: Hemisphärenläsionen führen typischerweise zu kontralateralen Ausfällen, Hirnstammläsionen können gekreuzte Syndrome verursachen, Rückenmarksläsionen Para- oder Tetraparesen.

Ergotherapeutische Beobachtung

Wichtig sind nicht nur Kraftgrade, sondern selektive Bewegung, Tonus, Koordination, Geschwindigkeit, Mitbewegungen, Feinmotorik, Haltung, Belastbarkeit und der Einfluss auf konkrete Handlungen.

Fragen und Antworten
Definieren Sie „Parese und Plegie“ fachlich präzise (1 Punkt)
  • Parese bezeichnet eine unvollständige Lähmung mit Restaktivität, Plegie den vollständigen Ausfall willkürlicher Bewegung
Definieren Sie „Verteilung einer Hemiparese“ fachlich präzise (1 Punkt)
  • Eine Hemiparese betrifft Arm und Bein einer Körperseite, häufig zusätzlich Gesicht und Rumpf
Erläutern Sie „Verteilung von Para- und Tetraparese“ fachlich strukturiert (2 Punkte)
  • Paraparese betrifft überwiegend beide Beine
  • Tetraparese alle vier Extremitäten und meist den Rumpf
Erläutern Sie „MRC-Kraftgrad 0 bis 2“ fachlich strukturiert (1 Punkt)
  • Grad 0 bedeutet keine Aktivität, Grad 1 tastbare Kontraktion ohne Bewegung und Grad 2 Bewegung bei ausgeschalteter Schwerkraft
Erläutern Sie „MRC-Kraftgrad 3 bis 5“ fachlich strukturiert (1 Punkt)
  • Grad 3 erlaubt Bewegung gegen Schwerkraft, Grad 4 gegen Widerstand und Grad 5 entspricht normaler Kraft
Nennen Sie die wesentlichen Aspekte von „Kennzeichen zentraler Lähmung“ (1 Punkt)
  • Typisch sind später erhöhte Spastik, gesteigerte Reflexe, pathologische Reflexe und Verlust selektiver Feinmotorik
Nennen Sie die wesentlichen Aspekte von „Kennzeichen peripherer Lähmung“ (1 Punkt)
  • Typisch sind schlaffer Tonus, abgeschwächte Reflexe, neurogene Atrophie und Ausfälle im Versorgungsgebiet von Wurzel, Plexus oder Nerv
Erläutern Sie „Hirnstammläsion mit gekreuztem Syndrom“ fachlich strukturiert (1 Punkt)
  • Hirnnervenausfälle liegen auf der Läsionsseite, die Lähmung der Extremitäten meist auf der Gegenseite
Definieren Sie „Ergotherapeutische Lähmungsbeobachtung“ fachlich präzise (1 Punkt)
  • Beurteilt werden Kraft, Tonus, selektive Bewegung, Koordination, Mitbewegungen, Feinmotorik, Ausdauer und Folgen für konkrete Betätigungen
Quellen

NEU_SKRIPT_F_SP.pdf, 14.07.2026

Psychosomatik und biopsychosoziale Wechselwirkungen
Gegenstand

Psychosomatik untersucht körperliche, psychische und soziale Einflüsse auf Entstehung, Verlauf, Erleben und Behandlung von Krankheit. Die Anteile unterscheiden sich von Person zu Person und von Erkrankung zu Erkrankung.

Keine Scheineinbildung

Psychosomatische oder funktionelle Beschwerden sind real. Eine psychische Mitwirkung bedeutet weder Simulation noch persönliche Schuld. Organische Erkrankungen und Gefahren müssen angemessen abgeklärt werden.

Handlungsfähigkeit

Beschwerden können Schlaf, Selbstversorgung, Arbeit, Beziehungen, Bewegung und Freizeit beeinträchtigen. Psychosomatische Behandlung verbindet medizinische Sicherheit mit Krankheitsverständnis, Bewältigung und alltagsbezogener Aktivität.

Fragen und Antworten
Definieren Sie „Psychosomatik“ fachlich präzise (3 Punkte)
  • Die Lehre von körperlichen
  • Psychischen und sozialen Wechselwirkungen bei Entstehung
  • Verlauf und Behandlung von Krankheiten
Definieren Sie „Biopsychosoziales Modell“ fachlich präzise (1 Punkt)
  • Krankheit und Gesundheit entstehen aus dem Zusammenwirken biologischer, psychischer und sozialer Bedingungen
Definieren Sie „Trennung von körperlich und psychisch“ fachlich präzise (1 Punkt)
  • Eine scharfe Trennung ist meist unzutreffend, weil Körper, Erleben, Verhalten und Umwelt sich fortlaufend beeinflussen
Erläutern Sie „Psychosomatische Beschwerden als Einbildung“ fachlich strukturiert (2 Punkte)
  • Nein
  • Die Beschwerden sind real, auch wenn psychische und soziale Faktoren ihre Stärke oder ihren Verlauf mitbestimmen
Erklären Sie den fachlichen Zusammenhang bei „Psychische Mitwirkung als Schuld“ (2 Punkte)
  • Nein
  • Psychische Einflüsse sind keine persönliche Schuld und dürfen nicht zur Abwertung oder vorschnellen Erklärung führen
Definieren Sie „Organische Abklärung“ fachlich präzise (1 Punkt)
  • Körperliche Ursachen, Begleiterkrankungen und Warnzeichen müssen vor oder parallel zur psychosomatischen Behandlung geprüft werden
Erklären Sie den fachlichen Zusammenhang bei „Funktionelle Beschwerden“ (1 Punkt)
  • Beschwerden mit gestörter Funktion, bei denen die Symptomlast nicht allein durch nachweisbare Strukturschäden erklärt wird
Definieren Sie „Klassische Psychosomatosen“ fachlich präzise (2 Punkte)
  • Eine historische Gruppe körperlicher Erkrankungen mit vermuteter psychischer Mitwirkung
  • Sie gilt nicht als einfache Ursachenlehre
Nennen Sie die wesentlichen Aspekte von „Psychosomatische Krankheitsfolgen“ (1 Punkt)
  • Schmerz, Erschöpfung, Angst, Vermeidung und Unsicherheit können Alltag, Rollen, Beziehungen und Teilhabe einschränken
Definieren Sie „Aufgabe der Psychosomatik“ fachlich präzise (4 Punkte)
  • Körperliche Befunde
  • Erleben
  • Verhalten
  • Beziehungen und Lebensbedingungen gemeinsam verstehen und behandeln
Definieren Sie „Therapeutische Grundhaltung“ fachlich präzise (3 Punkte)
  • Beschwerden ernst nehmen
  • Sicherheit vermitteln
  • Ressourcen suchen und Erklärungen gemeinsam statt belehrend entwickeln
Quellen

PGP Psychosomatik.pdf, 14.07.2026

lp_bfs_ergotherapeut_2024-1.pdf, 26.07.2026

Psychiatrie, Geschichte und Klassifikation
Gegenstand

Psychiatrie ist das medizinische Fachgebiet für Erkennung, Behandlung und Prävention psychischer Störungen. Sie verbindet biologische, psychologische und soziale Perspektiven und berücksichtigt stets die Auswirkungen auf Alltag, Beziehungen und Teilhabe.

Historischer Wandel

Die Geschichte reicht von Ausgrenzung und Zwang über Anstaltspsychiatrie bis zu gemeindenaher, rechtsgebundener und personenzentrierter Versorgung. NS-Krankenmorde und andere Menschenrechtsverletzungen verpflichten zu besonderer Wachsamkeit gegenüber Entwürdigung und Machtmissbrauch.

Klassifikation

Das historische triadische System ordnete Störungen nach vermuteten Ursachen. Moderne Systeme beschreiben Symptome, Verlauf, Zeitkriterien sowie Ein- und Ausschlüsse. Die ICD-11 ist international gültig; die deutsche Morbiditätskodierung wird schrittweise umgestellt.

Fragen und Antworten
Definieren Sie „Wortherkunft Psychiatrie“ fachlich präzise (3 Punkte)
  • Griechisch psychē bedeutet Atem, Seele oder Geist
  • Iatros bedeutet Arzt
  • Psychiatrie bezeichnet damit die Heilkunde psychischer Störungen
Definieren Sie „Gegenstand der Psychiatrie“ fachlich präzise (3 Punkte)
  • Erkennung
  • Behandlung und Prävention psychischer Störungen einschließlich ihrer körperlichen
  • Sozialen und alltagsbezogenen Folgen
Definieren Sie „Psychische Störung“ fachlich präzise (1 Punkt)
  • Ein klinisch bedeutsames Muster von Erleben oder Verhalten mit Leiden, Funktionsbeeinträchtigung oder erhöhtem Risiko für weitere Schäden
Definieren Sie „Biopsychosoziale Perspektive“ fachlich präzise (1 Punkt)
  • Biologische Voraussetzungen, Erleben, Lernen, Beziehungen und Lebensbedingungen werden gemeinsam betrachtet, ohne eine Ebene zur Alleinerklärung zu machen
Definieren Sie „Historische Anstaltspsychiatrie“ fachlich präzise (3 Punkte)
  • Versorgung war häufig von Verwahrung
  • Sozialer Ausgrenzung
  • Zwang und geringer Mitbestimmung geprägt
Definieren Sie „NS-Krankenmorde“ fachlich präzise (2 Punkte)
  • Menschen mit psychischen und neurologischen Erkrankungen wurden systematisch entrechtet und ermordet
  • Dies prägt die heutige Berufsethik
Definieren Sie „Psychiatrische Reformbewegung“ fachlich präzise (4 Punkte)
  • Sie förderte gemeindenahe Hilfen
  • Multiprofessionelle Behandlung
  • Rehabilitation
  • Patientenrechte und Teilhabe statt bloßer Verwahrung
Erläutern Sie „Historische Gruppen des triadischen Systems“ fachlich strukturiert (1 Punkt)
  • Historische Einteilung in organisch begründete, vermeintlich endogene und psychogen-neurotische Störungen nach angenommener Ursache
Beurteilen Sie „Grenze des triadischen Systems“ anhand fachlicher Kriterien (2 Punkte)
  • Ursachen psychischer Störungen sind meist mehrdimensional
  • Die starre Dreiteilung erklärt Übergänge und Wechselwirkungen unzureichend
Definieren Sie „Deskriptive Klassifikation“ fachlich präzise (1 Punkt)
  • Diagnosen werden anhand beobachtbarer und berichteter Symptome, Zeitdauer, Verlauf sowie Ein- und Ausschlusskriterien gebildet
Definieren Sie „ICD“ fachlich präzise im Kapitel „Psychiatrie, Geschichte und Klassifikation“ (1 Punkt)
  • Die Internationale Klassifikation der Krankheiten der WHO dient weltweit der einheitlichen Beschreibung und Kodierung von Gesundheitsstörungen
Definieren Sie „DSM“ fachlich präzise (1 Punkt)
  • Ein von der American Psychiatric Association herausgegebenes Klassifikationssystem psychischer Störungen, besonders in Forschung und klinischer Diagnostik
Definieren Sie „ICD-11 in Deutschland“ fachlich präzise (2 Punkte)
  • Die ICD-11 gilt international
  • Ihre Einführung in die deutsche Morbiditätskodierung erfolgt wegen der komplexen Systemumstellung schrittweise
Beschreiben Sie das diagnostische Vorgehen bei „Diagnose und Person“ (4 Punkte)
  • Eine Diagnose beschreibt ein Störungsmuster
  • Nicht die gesamte Persönlichkeit
  • Biografie
  • Fähigkeiten oder Lebensbedeutung eines Menschen
Definieren Sie „Stigmatisierende Sprache“ fachlich präzise (2 Punkte)
  • Abwertende Etiketten verstärken Scham und Ausgrenzung
  • Fachlich sind personenzentrierte und konkrete Beschreibungen vorzuziehen
Quellen

Sächsischer Lehrplan Ergotherapeut/Ergotherapeutin 2024, LPE 8, 26.07.2026

PGP Einführung und PPB Handout.pdf, 29.03.2025

DGPPN Basisdaten psychische Erkrankungen, 26.07.2026

WHO: ICD-11 CDDR Mental, Behavioural and Neurodevelopmental Disorders, 26.07.2026

BfArM: Einführung der ICD-11 in Deutschland, 26.07.2026

Grundlagen der Kinder- und Jugendpsychiatrie
Entwicklungsbezogene Perspektive

Kinder- und jugendpsychiatrische Symptome werden immer vor dem jeweiligen Entwicklungsstand beurteilt. Dasselbe Verhalten kann in einem Alter erwartbar, in einem anderen auffällig sein. Entscheidend sind nicht einzelne Besonderheiten, sondern Verlauf, Intensität, Häufigkeit, Kontext und die daraus entstehende Beeinträchtigung.

Kriterien zur Einordnung

Eine Auffälligkeit gewinnt klinische Bedeutung, wenn sie deutlich altersunangemessen ist, über längere Zeit anhält, mehrere Symptome zu einem Muster verbindet, die weitere Entwicklung beeinträchtigt, ausgeprägt oder häufig auftritt und sich in mehreren Lebensbereichen zeigt. Zusätzlich wird geprüft, wie stark Alltag, Beziehungen, Schule, Freizeit und altersgemäße Selbstständigkeit eingeschränkt sind.

Kind, Familie und Umwelt

Befund und Behandlung beziehen Kind oder Jugendlichen, Sorgeberechtigte, Schule, Peers und weitere Bezugspersonen ein. Verhalten wird nicht isoliert bewertet. Belastungen, Ressourcen, Erwartungen, Reizbedingungen, Lerngelegenheiten und Beziehungsmuster können Symptome verstärken oder abmildern.

Diagnostische Gruppen

Die Unterrichtsunterlagen ordnen entwicklungsbezogene Störungen vor allem den ICD-10-Gruppen F80 bis F89 sowie den Verhaltens- und emotionalen Störungen mit Beginn in Kindheit und Jugend F90 bis F98 zu. Daneben können bereits im Erwachsenenalter bekannte Störungen im Kindes- oder Jugendalter auftreten.

Aktualitätsvermerk zur Klassifikation

Für die amtliche Morbiditätskodierung in Deutschland gilt 2026 weiterhin die ICD-10-GM. Die ICD-11 liegt deutsch als Testfassung vor und führt neuroentwicklungsbezogene Störungen teilweise anders und stärker dimensional. Deshalb müssen historische Unterrichtsbegriffe, aktuelle klinische Konzepte und amtliche Kodierung auseinandergehalten werden.

Ergotherapeutische Bedeutung

Ergotherapie diagnostiziert nicht allein aus Beobachtungen im Therapieraum. Sie beschreibt konkrete Betätigungsprobleme und Bedingungen: Was gelingt wann, wo, mit wem und mit welcher Unterstützung? Daraus werden alltagsnahe Ziele für Selbstversorgung, Schule, Spiel, Freizeit, soziale Beteiligung und Familienalltag abgeleitet.

Fragen und Antworten
Beschreiben Sie Entwicklung und fachliche Einordnung von „Entwicklungsbezogene Perspektive“ (3 Punkte)
  • Kinder- und jugendpsychiatrische Symptome werden immer vor dem jeweiligen Entwicklungsstand beurteilt
  • Dasselbe Verhalten kann in einem Alter erwartbar, in einem anderen auffällig sein
  • Entscheidend sind nicht einzelne Besonderheiten, sondern Verlauf, Intensität, Häufigkeit, Kontext und die daraus entstehende Beeinträchtigung
Nennen Sie die wesentlichen Aspekte von „Kriterien zur Einordnung“ (2 Punkte)
  • Eine Auffälligkeit gewinnt klinische Bedeutung, wenn sie deutlich altersunangemessen ist, über längere Zeit anhält, mehrere Symptome zu einem Muster verbindet, die weitere Entwicklung beeinträchtigt, ausgeprägt oder häufig auftritt und sich in mehreren Lebensbereichen zeigt
  • Zusätzlich wird geprüft, wie stark Alltag, Beziehungen, Schule, Freizeit und altersgemäße Selbstständigkeit eingeschränkt sind
Erläutern Sie „Kind, Familie und Umwelt“ fachlich strukturiert (5 Punkte)
  • Befund und Behandlung beziehen Kind oder Jugendlichen
  • Sorgeberechtigte
  • Schule
  • Peers und weitere Bezugspersonen ein
  • Verhalten wird nicht isoliert bewertet; Belastungen, Ressourcen, Erwartungen, Reizbedingungen, Lerngelegenheiten und Beziehungsmuster können Symptome verstärken oder abmildern
Erläutern Sie „Diagnostische Gruppen“ fachlich strukturiert (2 Punkte)
  • Die Unterrichtsunterlagen ordnen entwicklungsbezogene Störungen vor allem den ICD-10-Gruppen F80 bis F89 sowie den Verhaltens- und emotionalen Störungen mit Beginn in Kindheit und Jugend F90 bis F98 zu
  • Daneben können bereits im Erwachsenenalter bekannte Störungen im Kindes- oder Jugendalter auftreten
Erläutern Sie „Aktualitätsvermerk zur Klassifikation“ fachlich strukturiert (3 Punkte)
  • Für die amtliche Morbiditätskodierung in Deutschland gilt 2026 weiterhin die ICD-10-GM
  • Die ICD-11 liegt deutsch als Testfassung vor und führt neuroentwicklungsbezogene Störungen teilweise anders und stärker dimensional
  • Deshalb müssen historische Unterrichtsbegriffe, aktuelle klinische Konzepte und amtliche Kodierung auseinandergehalten werden
Erklären Sie den fachlichen Zusammenhang bei „Grundlagen der Kinder- und Jugendpsychiatrie: Ergotherapeutische Bedeutung“ (5 Punkte)
  • Ergotherapie diagnostiziert nicht allein aus Beobachtungen im Therapieraum
  • Sie beschreibt konkrete Betätigungsprobleme und Bedingungen: Was gelingt wann
  • Wo
  • Mit wem und mit welcher Unterstützung?
  • Daraus werden alltagsnahe Ziele für Selbstversorgung, Schule, Spiel, Freizeit, soziale Beteiligung und Familienalltag abgeleitet
Quellen

KJP Grundlagen und umschriebene Entwicklungsstörungen.pdf, 14.07.2026

BfArM: ICD-10-GM Version 2026, 14.07.2026

BfArM: ICD-11 – Einführung in Deutschland, Stand 2026, 14.07.2026

Konservative und operative Therapiemaßnahmen
Konservative Therapie

Konservative Behandlung umfasst Bewegungstherapie, Ergotherapie, Orthesen, geeignete Belastungssteuerung, Wärme oder Kälte und medikamentöse Maßnahmen. Ziel kann Schmerzreduktion, Funktionserhalt, Stabilisierung, Deformitätsprophylaxe oder Kompensation sein.

Arthrodese und Ankylose

Arthrodese ist die operative Versteifung eines Gelenks in funktionell günstiger Stellung. Sie kann Schmerz und Instabilität reduzieren, beseitigt aber die Gelenkbewegung. Ankylose bezeichnet eine krankhaft entstandene Versteifung und ist davon abzugrenzen.

Arthroplastik und Endoprothese

Arthroplastik stellt Gelenkform oder -funktion operativ wieder her. Endoprothesen ersetzen Gelenkanteile oder das gesamte Gelenk. Nachbehandlung berücksichtigt Wundheilung, Luxationsschutz, Belastungsfreigabe und stufenweisen Funktionsaufbau.

Korrektur und Stabilisierung

Umstellungsosteotomien verändern eine Knochenachse. Platten, Schrauben, Nägel oder Stäbe stabilisieren Knochen und Wirbelsäule. Sehnen- und Nervennähte besitzen spezifische Schutzzeiten und Bewegungsgrenzen.

Ergotherapeutische Aufgabe

Ergotherapie verbindet medizinische Vorgaben mit Alltag. Lagerung, Schienen, Gelenkschutz, Hilfsmittel, Aktivitätsaufbau und Eigenübungen werden nach Operationsverfahren und Heilungsphase dosiert. Warnzeichen wie zunehmender Ruheschmerz, Rötung, Fieber oder neue neurologische Ausfälle werden weitergeleitet.

Quellen

ORT_Skript_2025.pdf – Spezielle Krankheitslehre Orthopädie, 14.07.2026

Geburt, Neugeborenenanpassung und Frühgeburt
Lerntext

Geburt und frühe Anpassung sind sensible Übergänge. Bei Frühgeburt oder Komplikationen werden medizinischer Verlauf, Reifegrad, neurologische Entwicklung und familiäre Belastung gemeinsam betrachtet.

Fragen und Antworten
Definieren Sie „Normale Geburt“ fachlich präzise (2 Punkte)
  • Eine normale Geburt verläuft ohne wesentliche Gefährdung von Mutter oder Kind
  • Wehen, Öffnung des Geburtswegs, Geburt des Kindes und Nachgeburt werden medizinisch überwacht
Definieren Sie „Neugeborenenanpassung“ fachlich präzise (5 Punkte)
  • Nach der Geburt müssen Atmung
  • Kreislauf
  • Temperaturregulation
  • Ernährung und Stoffwechsel selbstständig funktionieren
  • Anpassungsstörungen können rasche medizinische Unterstützung erfordern
Definieren Sie „APGAR-Beurteilung“ fachlich präzise (5 Punkte)
  • Der APGAR-Wert beschreibt Atmung
  • Puls
  • Grundtonus
  • Aussehen und Reflexantwort kurz nach der Geburt
  • Er dient der aktuellen Einschätzung, nicht allein der Vorhersage der langfristigen Entwicklung
Erklären Sie den fachlichen Zusammenhang bei „Störungen im Geburtsverlauf“ (2 Punkte)
  • Mögliche Störungen sind Sauerstoffmangel, Blutungen, Infektionen, Lage- oder Nabelschnurprobleme, Geburtsverletzungen und notwendige operative Entbindungen
  • Folgen hängen von Dauer und Schwere ab
Definieren Sie „Perinatale Hypoxie“ fachlich präzise (2 Punkte)
  • Perinatale Hypoxie bedeutet unzureichende Sauerstoffversorgung um die Geburt
  • Schwere oder lang anhaltende Hypoxie kann Gehirn und andere Organe schädigen und erfordert sofortige Behandlung
Definieren Sie „Frühgeburt“ fachlich präzise (3 Punkte)
  • Als Frühgeburt gilt eine Geburt vor Vollendung der 37
  • Schwangerschaftswoche
  • Risiken steigen im Allgemeinen mit abnehmendem Gestationsalter und Geburtsgewicht, bleiben aber individuell verschieden
Definieren Sie „Korrigiertes Alter“ fachlich präzise (2 Punkte)
  • Bei frühgeborenen Kindern wird das Alter für Entwicklungsbeurteilungen zeitweise um die fehlenden Schwangerschaftswochen korrigiert
  • Dadurch werden Vergleiche mit Reifungsstand und Verlauf angemessener
Beschreiben Sie Entwicklung und fachliche Einordnung von „Entwicklungsrisiken nach Frühgeburt“ (5 Punkte)
  • Mögliche Risiken betreffen Atmung
  • Sehen
  • Hören
  • Motorik
  • Aufmerksamkeit und Lernen; Viele frühgeborene Kinder entwickeln sich gut; Verlaufskontrollen sollen Unterstützungsbedarf früh erkennen
Erläutern Sie „Handling eines frühgeborenen Kindes“ fachlich strukturiert (2 Punkte)
  • Unterstützung orientiert sich an Reife, Stabilität und Stresszeichen
  • Reize werden dosiert, Positionen sicher angeboten und Eltern in Pflege, Berührung und Alltagshandlungen einbezogen
Definieren Sie „Familienzentrierte Frühförderung“ fachlich präzise (2 Punkte)
  • Förderung verbindet kindliche Entwicklung mit den Zielen und Möglichkeiten der Familie
  • Eltern werden nicht zu Hilfstherapeuten gemacht, sondern fachlich beraten und in alltagstaugliche Lösungen einbezogen
Quellen

Sächsischer Lehrplan Ergotherapeut/Ergotherapeutin, Anpassung 2024, S. 62–64, 20.07.2026

kindergesundheit-info.de: Frühgeburt, geprüft 2026-07-20, 20.07.2026

Pädiatrie neurophysiologisch 18.02.2026.pdf, 20.07.2026

Rheumatoide Arthritis: Grundlagen und Verlauf
Pathophysiologie

Die rheumatoide Arthritis ist eine systemische Autoimmunerkrankung. Entzündung der Synovialmembran kann Gelenkknorpel, subchondralen Knochen, Kapsel, Bänder und Sehnen schädigen. Sie ist deshalb nicht mit altersbedingtem „Verschleiß“ gleichzusetzen.

Klinisches Bild

Häufig beginnen Beschwerden an Fingergrund-, Fingermittel-, Hand- oder Vorfußgelenken und treten beidseits auf. Schmerz, tastbare Schwellung, längere Morgensteifigkeit, Kraftverlust und Fatigue sind typisch. Der individuelle Verlauf kann deutlich schwanken.

Verlauf und Behandlungsziel

Frühe Diagnose und krankheitsmodifizierende Therapie sollen Entzündungsaktivität kontrollieren und strukturelle Schäden verhindern. Behandlungsziele werden regelmäßig anhand von Krankheitsaktivität, Funktion, Nebenwirkungen und persönlichen Prioritäten überprüft.

Betätigungsbezug

Auch bei geringer sichtbarer Schwellung können Ausdauer, Tempo, Konzentration und Rollenbewältigung eingeschränkt sein. Befund und Zielsetzung beziehen daher körperliche Funktion, Fatigue, Tagesstruktur und Teilhabe ein.

Quellen
Herzerkrankungen: KHK, Herzinsuffizienz und Rhythmusstörungen
Koronare Herzkrankheit

Bei der koronaren Herzkrankheit sind Herzkranzgefäße verengt, meist durch Atherosklerose. Typisch können belastungsabhängiger Brustdruck, Engegefühl, Luftnot oder Ausstrahlung in Arm, Rücken oder Kiefer sein. Ein Herzinfarkt ist ein akuter Notfall und darf nicht als bloße Überanstrengung fehlgedeutet werden.

Herzinsuffizienz

Herzinsuffizienz bedeutet, dass das Herz den Körper nicht mehr ausreichend versorgen kann. Belastungsdyspnoe, rasche Erschöpfbarkeit, nächtliche Atemnot, Gewichtszunahme durch Flüssigkeit und periphere Ödeme sind typische Hinweise. Die Belastbarkeit schwankt und muss im Alltag immer wieder neu eingeschätzt werden.

Herzrhythmusstörungen und Herzfehler

Rhythmusstörungen reichen von harmlosen Extrasystolen bis zu behandlungsbedürftigem Vorhofflimmern oder bradykarden Störungen. Manche Betroffene spüren Herzstolpern, andere nur Schwindel, Leistungsknick oder Synkopenneigung. Herzfehler können angeboren oder erworben sein und die Belastbarkeit langfristig beeinflussen.

Ergotherapeutische Relevanz

Ergotherapie achtet auf Dyspnoe, Erschöpfung, Schwindel, Thoraxschmerz, Ödeme und individuelle Belastungsgrenzen. Tätigkeiten werden so dosiert, dass Warnsignale ernst genommen, aber unnötige Schonung vermieden wird. Selbstbeobachtung, Pausenplanung und sichere Aktivitätssteigerung sind zentrale Themen.

Quellen

Lehrplan BFS Ergotherapeut 2024, Spezielle Krankheitslehre, S. 48, 19.07.2026

Wunden und mechanische Wundarten
Wundbegriff

Eine Wunde ist die Trennung oder Schädigung von Gewebe durch äußere oder innere Einwirkung. Sie kann Haut, Unterhaut, Muskeln, Sehnen, Gefäße, Nerven, Knochen oder Organe betreffen. Offene Wunden unterbrechen die Schutzbarriere; geschlossene Verletzungen können trotz intakter Haut erhebliche tiefe Schäden aufweisen.

Mechanische Wundarten

Schürfwunden betreffen vor allem oberflächliche Hautschichten. Schnittwunden besitzen meist glatte Ränder, können aber stark bluten. Stichwunden wirken äußerlich klein, reichen möglicherweise tief und bergen eine hohe Infektionsgefahr. Riss-, Quetsch- und Platzwunden entstehen durch stumpfe oder zerreißende Gewalt und zeigen unregelmäßige, schlecht durchblutete Wundränder.

Besondere Verletzungen

Biss- und Kratzwunden sind wegen der Keimübertragung kritisch. Ablederungen, Pfählungen und Schussverletzungen können großflächige oder tiefe Gewebeschäden verursachen. Fremdkörper werden außerhalb der medizinischen Versorgung nicht eigenmächtig entfernt. Bei traumatischer Amputation stehen Blutungskontrolle, Schockbeachtung, sichere Verwahrung des Amputats und schnelle chirurgische Versorgung im Vordergrund.

Therapeutische Bedeutung

Für die Ergotherapie sind Lokalisation, Tiefe, Wundverschluss, Infektionslage, Sensibilität, Bewegungsfreigabe und Belastbarkeit entscheidend. Offene Wunden, zunehmende Rötung, Überwärmung, Sekretion, Geruch, Fieber oder starke Schmerzveränderung erfordern Rücksprache. Handlungen werden so angepasst, dass Wunde und Verband nicht gefährdet werden.

Ergotherapeutischer Prüfpunkt

Beschreibe eine Wunde nach Mechanismus, Gewebe, Lokalisation, Kontamination und funktioneller Folge, statt nur ihren Namen zu nennen.

Quellen

CHIRURGIE(1).zip / Wunde und Wundheilung.pdf, 14.07.2026

CHIRURGIE(1).zip / Arbeitsblatt_mechanische Wundarten.pdf, 14.07.2026

CHIRURGIE(1).zip / Stationsarbeit_Wundheilung_Ergotherapie.pdf, 14.07.2026

Tumorentstehung, Kanzerogene und Prävention
Mehrstufige Entstehung

Tumoren entstehen durch die Anhäufung genetischer und epigenetischer Veränderungen. Betroffen sind Gene, die Zellteilung, DNA-Reparatur, Differenzierung und programmierten Zelltod steuern. Eine einzelne Mutation reicht meist nicht aus.

Risikofaktoren

Exogene Kanzerogene sind etwa Tabakrauch, UV- und ionisierende Strahlung, Asbest, Benzol und bestimmte Viren. Endogene Einflüsse umfassen Alter, erbliche Disposition, chronische Entzündung und hormonelle Faktoren.

Prävention

Primärprävention vermindert Risiken, Sekundärprävention sucht frühe Stadien durch geeignete Früherkennung, Tertiärprävention soll Folgen und Rückfälle nach Erkrankung begrenzen.

Fragen und Antworten
Erklären Sie den fachlichen Zusammenhang bei „Grundlage der Tumorentstehung“ (1 Punkt)
  • Mehrere genetische und epigenetische Veränderungen entziehen Zellen schrittweise der normalen Wachstumskontrolle
Definieren Sie „Onkogene“ fachlich präzise (1 Punkt)
  • Aktivierte Gene, deren Produkte Zellwachstum oder Überleben fördern und dadurch Tumorentwicklung begünstigen
Definieren Sie „Tumorsuppressorgene“ fachlich präzise (2 Punkte)
  • Sie bremsen Zellteilung, reparieren DNA oder lösen Zelltod aus
  • Ihr Funktionsverlust begünstigt Tumoren
Definieren Sie „Kanzerogen“ fachlich präzise (1 Punkt)
  • Ein physikalischer, chemischer oder biologischer Einfluss, der Krebsentstehung fördern kann
Definieren Sie „Exogene Kanzerogene“ fachlich präzise (1 Punkt)
  • Beispiele sind Tabakrauch, UV-Strahlung, ionisierende Strahlung, Asbest, Benzol und bestimmte Viren
Nennen Sie die wesentlichen Aspekte von „Endogene Risikofaktoren“ (4 Punkte)
  • Alter
  • Erbliche Veranlagung
  • Chronische Entzündung
  • Hormonelle Einflüsse und spontane Mutationen
Definieren Sie „Primärprävention“ fachlich präzise (1 Punkt)
  • Sie senkt Erkrankungsrisiken, etwa durch Nichtrauchen, Sonnenschutz, Impfungen, Bewegung und gesundes Gewicht
Definieren Sie „Sekundärprävention“ fachlich präzise (1 Punkt)
  • Sie erkennt Vorstufen oder frühe Tumorstadien durch evidenzbasierte Früherkennungsuntersuchungen
Definieren Sie „Tertiärprävention“ fachlich präzise (1 Punkt)
  • Sie begrenzt Krankheitsfolgen, unterstützt Rehabilitation und vermindert Rückfall- oder Komplikationsrisiken
Definieren Sie „Selbstbeobachtung“ fachlich präzise (1 Punkt)
  • Neue Knoten, anhaltende Blutungen, Hautveränderungen oder unerklärliche Beschwerden sollen zeitnah abgeklärt werden
Quellen

AKL_2_2_Pathologie der Zelle_Tumoren_genetische Erkrankungen.pdf, 19.07.2026

lp_bfs_ergotherapeut_2024-1.pdf, 26.07.2026

Sensibilitätsstörungen und Rückenmarkssyndrome
Sensible Qualitäten

Oberflächensensibilität umfasst Berührung, Schmerz und Temperatur. Tiefensensibilität vermittelt Gelenkstellung, Bewegung und Vibration. Anästhesie bezeichnet vollständigen Ausfall, Hypästhesie Verminderung, Parästhesie Kribbeln und Dysästhesie unangenehme Fehlwahrnehmung.

Lokalisation

Dermatombezogene Ausfälle sprechen für Wurzelschädigung, ein peripheres Versorgungsgebiet für einen Nerv, ein halbseitiger Ausfall für eine zentrale Läsion. Hinterstrangschädigung beeinträchtigt Vibration, Lageempfinden und feine Berührung; Betroffene kompensieren häufig durch Sichtkontrolle.

Rückenmarkssyndrome

Eine vollständige Querschnittsläsion verursacht unterhalb der Schädigung motorische, sensible und vegetative Ausfälle. Das Konussyndrom betrifft unter anderem Reithosensensibilität sowie Blasen- und Mastdarmfunktion. Intramedulläre Prozesse können dissoziierte Sensibilitätsstörungen erzeugen; bei Syringomyelie sind Schmerz- und Temperaturempfinden segmental gestört, während andere Qualitäten zunächst erhalten bleiben können.

Ergotherapeutische Bedeutung

Sensible Ausfälle erhöhen Verletzungsrisiko und verändern Objektmanipulation, Kraftdosierung, Körperwahrnehmung und Gleichgewicht. Schutzstrategien, Hautkontrolle und visuelle Kompensation müssen betätigungsbezogen eingeübt werden.

Fragen und Antworten
Erläutern Sie „Anästhesie, Hypästhesie und Parästhesie“ fachlich strukturiert (1 Punkt)
  • Anästhesie ist vollständiger Sensibilitätsausfall, Hypästhesie eine Verminderung und Parästhesie eine Missempfindung wie Kribbeln
Definieren Sie „Oberflächen- und Tiefensensibilität“ fachlich präzise (2 Punkte)
  • Oberflächensensibilität umfasst Berührung, Schmerz und Temperatur
  • Tiefensensibilität Stellung, Bewegung und Vibration
Definieren Sie „Dissoziierte Sensibilitätsstörung“ fachlich präzise (1 Punkt)
  • Einzelne sensible Qualitäten fallen im selben Gebiet unterschiedlich aus, etwa Schmerz und Temperatur bei erhaltener Berührung
Definieren Sie „Hinweis auf Hinterstrangschädigung“ fachlich präzise (2 Punkte)
  • Vibrations-, Lage- und feines Berührungsempfinden sind gestört
  • Bewegungen und Gang verbessern sich oft unter Sichtkontrolle
Definieren Sie „Hinweis auf Wurzelschädigung“ fachlich präzise (1 Punkt)
  • Sensible Ausfälle folgen einem Dermatom und können mit Schmerzen, Reflexänderungen und kennmuskelspezifischer Schwäche verbunden sein
Definieren Sie „Vollständiges Querschnittssyndrom“ fachlich präzise (3 Punkte)
  • Unterhalb der Läsion bestehen beidseitige motorische
  • Sensible und vegetative Ausfälle
  • Einschließlich Blasen- und Darmstörung
Definieren Sie „Konussyndrom“ fachlich präzise (1 Punkt)
  • Typisch sind Reithosenanästhesie, fehlende sakrale Reflexe sowie Blasen-, Mastdarm- und Sexualfunktionsstörungen
Definieren Sie „Syringomyelie“ fachlich präzise (1 Punkt)
  • Eine Rückenmarkshöhle verursacht häufig segmentale Schmerz- und Temperaturausfälle, Handatrophie und trophische Verletzungen
Definieren Sie „Schutz bei Sensibilitätsausfall“ fachlich präzise (4 Punkte)
  • Hautkontrolle
  • Temperaturprüfung
  • Druckentlastung
  • Sichere Werkzeugnutzung und visuelle Kontrolle verhindern unbemerkte Verletzungen
Quellen

NEU_SKRIPT_F_SP.pdf, 14.07.2026

Stress, Bewertung und Bewältigung
Bewertung statt Reiz allein

Im transaktionalen Stressmodell entsteht Stress aus der Beziehung zwischen Anforderungen und verfügbaren Ressourcen. Entscheidend ist nicht nur die Situation, sondern ihre subjektive Bewertung.

Stressreaktion

Akute Belastung aktiviert unter anderem Sympathikus und hormonelle Stressachsen. Kurzfristig steigt die Handlungsbereitschaft. Dauerhafte oder schlecht regulierbare Belastung kann Schlaf, Stimmung, Konzentration, Stoffwechsel und Immunregulation beeinträchtigen.

Coping

Problemorientiertes Coping verändert die Situation; emotionsorientiertes Coping verändert den Umgang mit ihr. Nach der Bewältigung folgt eine Neubewertung. Hilfreich sind flexible Strategien statt einer einzigen Standardreaktion.

Fragen und Antworten
Definieren Sie „Wortherkunft Stress“ fachlich präzise (1 Punkt)
  • Englisch stress geht über mittelenglisch stresse und altfranzösisch estrece auf lateinisch strictus zurück, das Partizip von stringere: eng zusammenziehen
Definieren Sie „Stressor“ fachlich präzise (1 Punkt)
  • Ein innerer oder äußerer Reiz, der Anforderungen stellt und eine Stressreaktion auslösen kann
Definieren Sie „Stressreaktion“ fachlich präzise (3 Punkte)
  • Die körperliche
  • Emotionale
  • Kognitive und verhaltensbezogene Antwort auf als bedeutsam bewertete Anforderungen
Definieren Sie „Eustress“ fachlich präzise (1 Punkt)
  • Positiv erlebte, anregende Beanspruchung, die Motivation und Leistungsbereitschaft fördern kann
Definieren Sie „Distress“ fachlich präzise (1 Punkt)
  • Unangenehme, als belastend oder kaum bewältigbar erlebte Beanspruchung mit erhöhtem Spannungszustand
Erläutern Sie „Primäre Bewertung nach Lazarus“ fachlich strukturiert (1 Punkt)
  • Die Situation wird als irrelevant, günstig oder belastend sowie als Herausforderung, Bedrohung oder Verlust eingeordnet
Erläutern Sie „Sekundäre Bewertung nach Lazarus“ fachlich strukturiert (4 Punkte)
  • Die Person prüft
  • Ob Fähigkeiten
  • Zeit
  • Unterstützung und andere Ressourcen zur Bewältigung ausreichen
Definieren Sie „Problemorientiertes Coping“ fachlich präzise (4 Punkte)
  • Konkrete Veränderung der Belastung
  • Etwa Planung
  • Informationssuche
  • Grenzsetzung oder praktische Unterstützung
Definieren Sie „Emotionsorientiertes Coping“ fachlich präzise (4 Punkte)
  • Regulation der inneren Reaktion
  • Etwa durch Akzeptanz
  • Entspannung
  • Perspektivwechsel oder soziale Unterstützung
Definieren Sie „Neubewertung“ fachlich präzise (1 Punkt)
  • Nach einem Bewältigungsversuch wird geprüft, ob sich Bedeutung, Gefahr oder eigene Handlungsmöglichkeiten verändert haben
Definieren Sie „Akute Stresssysteme“ fachlich präzise (2 Punkte)
  • Sympathikus und Nebennierenmark reagieren rasch
  • Die Hypothalamus-Hypophysen-Nebennierenrinden-Achse wirkt hormonell länger
Definieren Sie „Wichtige Stresshormone“ fachlich präzise (2 Punkte)
  • Adrenalin und Noradrenalin fördern schnelle Aktivierung
  • Cortisol stellt längerfristig Energie bereit und reguliert Immunprozesse
Nennen Sie die wesentlichen Aspekte von „Chronische Stressfolgen“ (1 Punkt)
  • Möglich sind Schlafstörung, Erschöpfung, Reizbarkeit, Konzentrationsprobleme, ungünstige Gewohnheiten und körperliche Dysregulation
Erläutern Sie „Ressourcen in der Stressbewältigung“ fachlich strukturiert (5 Punkte)
  • Gesundheit
  • Wissen
  • Selbstwirksamkeit
  • Zeit
  • Soziale Unterstützung; Handlungsspielraum und erholsame Routinen
Definieren Sie „Ergotherapeutische Stressanalyse“ fachlich präzise (5 Punkte)
  • Sie ordnet Belastungen
  • Bewertungen
  • Körperzeichen
  • Routinen
  • Vermeidung; Ressourcen und Folgen für bedeutsame Betätigungen
Quellen

POL Handout Stress.docx, 14.07.2026

POL SOL Stress und Gesundheit.docx, 14.07.2026

Pinel&Pauli_2012_Stress und Gesundheit.pdf, 14.07.2026

lp_bfs_ergotherapeut_2024-1.pdf, 26.07.2026

Psychopathologischer Befund und diagnostischer Prozess
Kernstück der Diagnostik

Der psychopathologische Befund beschreibt den aktuellen psychischen Zustand. Grundlage sind spontaner Bericht, gezielte Exploration und Verhaltensbeobachtung. Er ergänzt Anamnese, körperliche Diagnostik und Verlaufsinformationen.

Deskriptiv und respektvoll

Dokumentiert werden beobachtbare oder nachvollziehbar erfragte Phänomene, nicht moralische Bewertungen. Unsicherheit wird kenntlich gemacht. Die Person soll sich in der Beschreibung wiederfinden können, ohne entwürdigt zu werden.

Grenzen

Ein Querschnitt ist keine vollständige Diagnose. Symptome können durch Substanzen, Medikamente, körperliche Erkrankungen, Schlafmangel oder akute Belastung entstehen und müssen differenzialdiagnostisch eingeordnet werden.

Fragen und Antworten
Beschreiben Sie das diagnostische Vorgehen bei „Psychopathologischer Befund“ (1 Punkt)
  • Systematische Beschreibung des aktuellen psychischen Erlebens und Verhaltens anhand von Gespräch, Exploration und Beobachtung
Erklären Sie den fachlichen Zusammenhang bei „Funktion des PPB“ (1 Punkt)
  • Er strukturiert Symptome, unterstützt Diagnostik und Verlaufskontrolle und erleichtert die fachliche Kommunikation im Behandlungsteam
Beschreiben Sie das diagnostische Vorgehen bei „Querschnittsbefund“ (2 Punkte)
  • Er beschreibt den Zustand zum Untersuchungszeitpunkt
  • Verlauf, frühere Episoden und Auslöser müssen zusätzlich erhoben werden
Definieren Sie „Spontanbericht“ fachlich präzise (1 Punkt)
  • Die Person schildert Beschwerden, Bedeutungen und Ziele zunächst mit eigenen Worten und ohne vorschnelle diagnostische Einordnung
Definieren Sie „Gezielte Exploration“ fachlich präzise (5 Punkte)
  • Konkrete
  • Verständliche Fragen klären Symptomqualität
  • Beginn
  • Dauer
  • Häufigkeit; Auslöser; Folgen und subjektive Erklärung
Definieren Sie „Verhaltensbeobachtung“ fachlich präzise (1 Punkt)
  • Beachtet werden Kontakt, Sprache, Mimik, Motorik, Aufmerksamkeit, Affekt, Kooperation und auffällige Veränderungen im Gespräch
Beschreiben Sie das diagnostische Vorgehen bei „Eigenanamnese“ (5 Punkte)
  • Angaben der betroffenen Person zu Beschwerden
  • Biografie
  • Behandlung
  • Ressourcen
  • Alltag und bisherigen Bewältigungsversuchen
Beschreiben Sie das diagnostische Vorgehen bei „Fremdanamnese“ (3 Punkte)
  • Ergänzende Angaben nahestehender oder behandelnder Personen
  • Besonders bei Gedächtnis-
  • Bewusstseins- oder Krankheitseinsichtsstörungen
Definieren Sie „Deskriptive Dokumentation“ fachlich präzise (1 Punkt)
  • Beschrieben wird möglichst konkret, was berichtet oder beobachtet wurde, statt Verhalten pauschal zu bewerten
Definieren Sie „AMDP-System“ fachlich präzise (1 Punkt)
  • Ein standardisiertes Manual zur Erhebung und Dokumentation psychopathologischer und somatischer Befunde
Definieren Sie „Schweregrade im AMDP“ fachlich präzise (2 Punkte)
  • Symptome werden üblicherweise nach Vorliegen und Ausprägung eingeordnet
  • Beurteilungen müssen mit Beobachtungen begründet werden
Definieren Sie „Psychopathologisches Symptom“ fachlich präzise (2 Punkte)
  • Ein einzelnes auffälliges Phänomen wie Halluzination oder Antriebshemmung
  • Es ist nicht automatisch gleichbedeutend mit einer Diagnose
Definieren Sie „Syndrom“ fachlich präzise (1 Punkt)
  • Eine typische Kombination mehrerer Symptome, die bei verschiedenen Erkrankungen oder Ursachen auftreten kann
Unterscheiden Sie „Psychiatrische Differenzialdiagnostik“ anhand fachlicher Kriterien (1 Punkt)
  • Ähnliche Symptome werden nach körperlichen, neurologischen, substanzbedingten und psychischen Ursachen unterschieden
Beschreiben Sie das diagnostische Vorgehen bei „Befund und Handlungsfähigkeit“ (1 Punkt)
  • Zusätzlich wird geprüft, wie Symptome Selbstversorgung, Beziehungen, Arbeit, Freizeit, Sicherheit und Teilhabe beeinflussen
Quellen

Sächsischer Lehrplan Ergotherapeut/Ergotherapeutin 2024, LPE 8, 26.07.2026

PGP Einführung und PPB Handout.pdf, 29.03.2025

AMDP-System.pdf, 26.07.2026

PPB Fragen.pdf, 26.07.2026

Deprivation, Vernachlässigung, Misshandlung und Hospitalismus
Begriffe und Abgrenzung

Deprivation bedeutet den Entzug oder Mangel an entwicklungsnotwendigen Erfahrungen. Vernachlässigung betrifft unzureichende Versorgung, Schutz, Aufsicht, Zuwendung oder Förderung. Misshandlung kann körperlich oder psychisch erfolgen. Sexueller Missbrauch nutzt ein Abhängigkeits- und Machtverhältnis aus; eine vermeintliche Zustimmung des Kindes hebt den Missbrauch nicht auf.

Mögliche Folgen

Es gibt kein einzelnes Symptom, das Misshandlung, Vernachlässigung oder Trennung sicher beweist. Mögliche Folgen sind Ängste, Rückzug, Aggressivität, Bindungs- und Kontaktprobleme, Entwicklungsverzögerungen, Lern- und Konzentrationsprobleme, somatische Beschwerden, sexualisiertes Verhalten oder emotionale Instabilität. Folgen hängen unter anderem von Alter, Dauer, Schwere, Beziehung zur verursachenden Person, Schutzfaktoren und anschließender Unterstützung ab.

Trennung und Bindungsbelastung

Eine Trennung von Bezugspersonen führt nicht automatisch zu einer Störung. Bedeutung und Wirkung hängen von Dauer, Vorbereitung, Verlässlichkeit der Ersatzbetreuung, Kontaktmöglichkeiten und bisherigen Bindungserfahrungen ab. Tiefgreifende, unvorbereitete oder wiederholte Trennungen können als Bindungstrauma erlebt werden.

Hospitalismus

Hospitalismus bezeichnet körperliche, psychische und soziale Entwicklungsfolgen bei länger andauernder institutioneller Unterbringung mit unzureichender persönlicher Zuwendung, Reizen und stabilen Bezugspersonen. Beschrieben werden unter anderem Passivität, Ängstlichkeit, Teilnahmslosigkeit, stereotype Selbststimulation, verzögerte Sprach- und Bewegungsentwicklung sowie Schwierigkeiten beim Aufbau von Beziehungen. Körperliche Versorgung allein ersetzt keine verlässliche Beziehung und anregende Umwelt.

Schutzorientiertes Vorgehen

Bei Beobachtungen, Äußerungen oder Verletzungen wird sachlich dokumentiert: Wortlaut, Zeitpunkt, sichtbare Befunde und Verhalten ohne vorschnelle Deutung. Das Kind wird ernst genommen, aber nicht suggestiv befragt. Zuständige Kinderschutzwege, Leitung und geeignete Fachstellen werden nach institutioneller Regelung und geltendem Recht einbezogen. Akute Gefahr erfordert sofortige Schutzmaßnahmen. Eigenständige Ermittlungen oder Konfrontationen mit einer verdächtigten Person gehören nicht zur ergotherapeutischen Aufgabe.

Ergotherapeutischer Beitrag

Ergotherapie kann verlässliche Abläufe, sichere Beziehungen, Spiel- und Lernerfahrungen, Selbstwirksamkeit, Körperwahrnehmung und alltagsbezogene Regulation fördern. Maßnahmen werden mit dem multiprofessionellen Schutz- und Behandlungsplan abgestimmt.

Fragen und Antworten
Definieren Sie „Deprivation“ fachlich präzise (5 Punkte)
  • Deprivation bedeutet einen anhaltenden Mangel an entwicklungsnotwendiger Beziehung
  • Anregung
  • Schutz oder Versorgung
  • Folgen hängen von Dauer
  • Alter; Ausmaß und Schutzfaktoren ab
Definieren Sie „Vernachlässigung“ fachlich präzise (1 Punkt)
  • Vernachlässigung ist die unzureichende Erfüllung grundlegender körperlicher, emotionaler, erzieherischer oder medizinischer Bedürfnisse eines Kindes
Erläutern Sie Sicherheitsanforderungen und erforderliche Reaktionen bei „Formen der Misshandlung“ (2 Punkte)
  • Misshandlung kann körperlich oder psychisch erfolgen
  • Sexualisierte Gewalt und Vernachlässigung gehören ebenfalls zu den Formen der Kindeswohlgefährdung
Erläutern Sie „Sexualisierte Gewalt und Zustimmung des Kindes“ fachlich strukturiert (2 Punkte)
  • Kinder können einer ausgenutzten Macht- und Abhängigkeitssituation nicht wirksam zustimmen
  • Verantwortung trägt ausschließlich die übergriffige Person
Definieren Sie „Einzelnes Beweissymptom“ fachlich präzise (2 Punkte)
  • Kein einzelnes Verhalten oder Verletzungsmuster beweist Misshandlung sicher
  • Auffälligkeiten werden sachlich dokumentiert und im Kinderschutzverfahren fachlich bewertet
Definieren Sie „Trennung von Bezugspersonen“ fachlich präzise (5 Punkte)
  • Wirkungen hängen von Dauer
  • Vorbereitung
  • Bindung
  • Ersatzbetreuung und Kontaktmöglichkeiten ab
  • Trennung führt nicht automatisch zu einer psychischen Störung
Definieren Sie „Hospitalismus“ fachlich präzise (1 Punkt)
  • Hospitalismus bezeichnet Entwicklungsfolgen lang dauernder institutioneller Versorgung mit unzureichender persönlicher Zuwendung, stabiler Beziehung und Anregung
Definieren Sie „Gespräch mit einem betroffenen Kind“ fachlich präzise (3 Punkte)
  • Das Kind wird ernst genommen und nicht suggestiv befragt
  • Wortlaut und Beobachtungen werden dokumentiert
  • Versprechen absoluter Geheimhaltung sind zu vermeiden
Definieren Sie „Dokumentation bei Verdacht“ fachlich präzise (2 Punkte)
  • Dokumentiert werden Zeitpunkt, wörtliche Aussagen, sichtbare Befunde und beobachtetes Verhalten
  • Vermutungen werden klar von Tatsachen getrennt
Erläutern Sie Sicherheitsanforderungen und erforderliche Reaktionen bei „Akute Kindeswohlgefahr“ (2 Punkte)
  • Bei akuter Gefahr werden unverzüglich die vorgesehenen Schutzwege und zuständigen Stellen einbezogen
  • Eigenständige Ermittlungen gehören nicht zur Ergotherapie
Definieren Sie „Multiprofessionelle Verantwortung“ fachlich präzise (4 Punkte)
  • Kinderschutz verlangt geregelte Zusammenarbeit mit Leitung
  • Medizin
  • Jugendhilfe und spezialisierten Fachstellen
  • Zuständigkeiten und Informationswege müssen klar sein
Beschreiben Sie das fachliche Vorgehen bei „Ergotherapie im Kinderschutz“ (2 Punkte)
  • Ergotherapie fördert sichere Routinen, Selbstwirksamkeit, Spiel, Regulation und Alltagsteilhabe
  • Maßnahmen bleiben in den Schutz- und Behandlungsplan eingebettet
Quellen

KJP Grundlagen und umschriebene Entwicklungsstörungen.pdf, 14.07.2026

Artikel_Hospitalismus_Planet Wissen.pdf, 14.07.2026

AWMF S3+: Kindesmisshandlung, -missbrauch, -vernachlässigung unter Einbindung der Jugendhilfe und Pädagogik, Fassung 2022, 20.07.2026

Genetische Fehlbildungssyndrome des Skeletts
Osteogenesis imperfecta

Osteogenesis imperfecta ist eine erbliche Bindegewebserkrankung mit erhöhter Knochenbrüchigkeit, häufig durch Störungen des Kollagens Typ I. Mögliche Zeichen sind multiple Frakturen, Kleinwuchs, Skoliose, blaue Skleren, Schwerhörigkeit, Zahnveränderungen und Gelenküberbeweglichkeit. Versorgung kombiniert Frakturbehandlung, medikamentöse Maßnahmen, Hilfsmittel und sichere Aktivität.

Marfan-Syndrom

Das Marfan-Syndrom beruht meist auf Varianten im FBN1-Gen und betrifft Fibrillin. Typisch können lange Extremitäten und Finger, Thorax- und Wirbelsäulenveränderungen, Linsenverlagerung und Gefäßkomplikationen sein. Besonders wichtig sind kardiologische und augenärztliche Kontrollen.

Apert-Syndrom

Das Apert-Syndrom ist eine kraniosynostotische Fehlbildung mit charakteristischen Schädel- und Gesichtsveränderungen sowie komplexen Syndaktylien. Operative Behandlung erfolgt interdisziplinär und häufig in mehreren Schritten. Ergotherapie begleitet Handfunktion, Narben, Sensibilität und Betätigungsentwicklung.

Achondroplasie

Achondroplasie ist eine Skelettdysplasie mit disproportionalem Kleinwuchs, relativ langem Rumpf und verkürzten Extremitäten. Wirbelsäulen- und Beinachsenveränderungen sowie Spinalkanalstenosen können auftreten. Umweltanpassung soll selbstständige Reichweite und ergonomische Arbeitsbedingungen ermöglichen.

Grundsatz

Der funktionelle Bedarf ist individuell. Diagnose und äußeres Erscheinungsbild erlauben keine pauschale Aussage über Fähigkeiten. Beratung wahrt Selbstbestimmung und vermeidet unnötige Schonung.

Quellen

ORT_Skript_2025.pdf – Spezielle Krankheitslehre Orthopädie, 14.07.2026

Wachstum, Körperproportionen und Haltungskontrolle
Lerntext

Körperwachstum und Haltungskontrolle verlaufen nicht in starren Monatsfristen. Beurteilt werden individuelle Verlaufskurven, Bewegungsqualität, Symmetrie, Selbstständigkeit und mögliche Verluste bereits erworbener Fähigkeiten.

Fragen und Antworten
Definieren Sie „Wachstumsbeurteilung“ fachlich präzise (2 Punkte)
  • Gewicht, Länge oder Körperhöhe und Kopfumfang werden über die Zeit in Perzentilen betrachtet
  • Einzelwerte sind weniger aussagekräftig als Verlauf, Wachstumsgeschwindigkeit und Gesamtentwicklung
Definieren Sie „Perzentilenkurve“ fachlich präzise (3 Punkte)
  • Eine Perzentilenkurve zeigt die Lage eines Messwerts im Vergleich zu einer Referenzgruppe
  • Sie ist kein Schulnotensystem
  • Auffällig sind vor allem deutliche oder anhaltende Abweichungen vom eigenen Verlauf
Definieren Sie „Körperproportionen im Kindesalter“ fachlich präzise (4 Punkte)
  • Kopf, Rumpf und Extremitäten verändern ihre Größenverhältnisse während des Wachstums
  • Dadurch verschieben sich Schwerpunkt
  • Reichweite
  • Gleichgewicht und Bewegungsstrategien
Beschreiben Sie Entwicklung und fachliche Einordnung von „Statik in der Entwicklung“ (2 Punkte)
  • Statik bezeichnet die Fähigkeit, Körpersegmente gegen die Schwerkraft auszurichten und zu stabilisieren
  • Sie entsteht aus Haltungskontrolle, Muskelaktivität, Sinnesinformationen und Erfahrung
Definieren Sie „Frühe Haltungskontrolle“ fachlich präzise (1 Punkt)
  • Kopfkontrolle, Stützreaktionen, Drehen, Sitzen, Fortbewegung und Aufrichtung bauen aufeinander auf, können aber unterschiedlich schnell und über verschiedene Bewegungswege erreicht werden
Beschreiben Sie Entwicklung und fachliche Einordnung von „Breite normaler Entwicklungsverläufe“ (2 Punkte)
  • Kinder erreichen motorische Schritte in einer beträchtlichen zeitlichen Spannbreite
  • Entscheidend sind Fortschritt, Bewegungsqualität, Symmetrie und Nutzung im Alltag, nicht ein einzelnes Datum
Definieren Sie „Motorische Asymmetrie“ fachlich präzise (1 Punkt)
  • Anhaltend einseitige Haltung, deutlicher Handgebrauch sehr früh, verminderte Belastung einer Körperseite oder asymmetrische Bewegungsmuster können eine gezielte Abklärung erforderlich machen
Definieren Sie „Verlust erworbener Fähigkeiten“ fachlich präzise (2 Punkte)
  • Der Verlust bereits sicherer motorischer, sprachlicher oder sozialer Fähigkeiten ist keine normale Variante
  • Regression verlangt zeitnahe medizinische und entwicklungsbezogene Abklärung
Beschreiben Sie das fachliche Vorgehen bei „Entwicklungsbeobachtung in Alltagshandlungen“ (2 Punkte)
  • Beobachtet werden Lagewechsel, Sitzen, Gehen, Greifen, Essen, Anziehen, Spiel und Ausdauer
  • Aufgabenanforderung, Motivation, Umgebung und benötigte Hilfe werden mitbeschrieben
Beschreiben Sie das fachliche Vorgehen bei „Ergotherapie bei Haltungs- und Wachstumsproblemen“ (2 Punkte)
  • Ergotherapie behandelt keine Perzentilenwerte
  • Sie bearbeitet Betätigungsprobleme, unterstützt Positionierung, Hilfsmittelgebrauch, Handlungslernen und Anpassungen in Familie, Kita oder Schule
Quellen

Entwicklungstabelle.pdf, 20.07.2026

AB, Entwicklung des Kindes, Körpermotorik.pdf, 20.07.2026

kindergesundheit-info.de: Motorische Entwicklung und Entwicklungsauffälligkeiten, geprüft 2026-07-20, 20.07.2026

Rheumatoide Hand und Gelenkfolgen
Entstehung von Deformitäten

Chronische Synovitis kann Kapseln und Bänder lockern, Gelenke destabilisieren und Sehnenverläufe verändern. Aus dem Zusammenspiel von Entzündung, Muskelzug und Belastung können Ulnardeviation, Schwanenhals-, Knopfloch- oder 90/90-Deformität entstehen. Diese Veränderungen sind möglich, aber nicht zwangsläufig.

Funktionelle Folgen

Deformitäten verändern Kraftlinien, Griffweite, Präzision und die Fähigkeit, Gegenstände sicher zu halten. Am Handgelenk können Instabilität, prominentes Caput ulnae oder Radialdeviation die Belastbarkeit beeinflussen. Schulter, Ellenbogen, Hüfte, Knie und Fuß können ebenfalls betroffen sein.

Befunderhebung

Beobachtet werden Schmerz, Schwellung, Achsen, aktive und passive Beweglichkeit, Instabilität, Kraft, Sensibilität und konkrete Tätigkeiten. Eine sichtbare Fehlstellung allein bestimmt weder Hilfebedarf noch Therapieintensität.

Therapiesicherheit

Kräftiges endgradiges Mobilisieren, forcierte Korrektur oder hohe Widerstände sind bei aktiver Entzündung und instabilen Gelenken kritisch. Maßnahmen müssen Entzündungsphase, Gewebequalität und ärztliche Vorgaben berücksichtigen.

Quellen
Kardiale Rehabilitation und Belastungsgrenzen
Ziele der Rehabilitation

Kardiale Rehabilitation soll Leistungsfähigkeit, Selbstvertrauen und Krankheitsbewältigung verbessern. Sie verbindet medizinische Behandlung, Bewegung, Risikofaktorenmanagement, Schulung und psychosoziale Unterstützung. Ziel ist nicht Höchstleistung, sondern sichere und tragfähige Alltagsbelastbarkeit.

Belastungssteuerung

Belastungsgrenzen werden ärztlich und therapeutisch festgelegt und an Symptomen überprüft. Wichtig sind Atemnot, Brustschmerz, Schwindel, ungewöhnliche Erschöpfung, Blässe oder Palpitationen. Belastung wird schrittweise aufgebaut; lange statische Kraftarbeit und unkontrollierte Pressatmung sind häufig ungünstig.

Alltag und Teilhabe

Nach kardialen Ereignissen können Unsicherheit, Angst und Schonverhalten stärker limitieren als objektive Leistungsdaten. Ergotherapie überträgt Belastungsaufbau in Treppen, Körperpflege, Kochen, Einkaufen, Arbeit oder Freizeit. Dabei helfen Tempoanpassung, Handlungsplanung, Pausen und Priorisierung.

Sicherheitsgrenzen

Neue oder zunehmende Brustschmerzen, Ruhe-Dyspnoe, Kollapsneigung, rasch zunehmende Ödeme oder deutliche Rhythmusbeschwerden erfordern medizinische Abklärung. Ergotherapie verändert keine Herzmedikation und bewertet keine Befunde außerhalb des eigenen Aufgabenbereichs.

Quellen

Lehrplan BFS Ergotherapeut 2024, Spezielle Krankheitslehre, S. 48, 19.07.2026

Wundheilungsphasen
Entzündungs- und Exsudationsphase

Unmittelbar nach der Verletzung begrenzen Gefäßreaktion und Gerinnung den Blutverlust. Entzündungszellen entfernen Keime und geschädigtes Material. Rötung, Wärme, Schwellung und Schmerz können physiologische Bestandteile sein, müssen aber von einer fortschreitenden Infektion unterschieden werden. Das Gewebe besitzt in dieser Phase nur geringe mechanische Stabilität.

Proliferation und Granulation

Fibroblasten bilden zunächst vor allem Kollagen Typ III; Kapillaren sprossen ein und Granulationsgewebe füllt den Defekt. Vom Wundrand aus schreitet die Epithelisierung voran. Mechanische Reize beeinflussen die Faserausrichtung, dürfen das junge Gewebe aber nicht überfordern. Dosierung orientiert sich am Befund und nicht nur am Kalendertag.

Reparation und Remodelling

Im Verlauf wird Reparaturkollagen zunehmend durch belastbareres Kollagen Typ I ersetzt. Fasern richten sich entsprechend wiederkehrender Zuglinien aus. Die Narbe wird blasser, flacher und belastbarer, erreicht jedoch meist nicht die ursprüngliche Gewebequalität. Umbauprozesse können viele Monate dauern.

Konsequenz für Belastung

Therapie steigert Belastung schrittweise: zunächst Schutz, Ödemkontrolle und erlaubte Bewegung, später aktive Funktion, Gewebemobilität, Kraft und Ausdauer. Schmerz, Rötung, Schwellung und Funktion am Folgetag zeigen, ob die Dosis angemessen war. Medizinische Freigaben und besondere Gewebe wie Sehnen, Nerven oder Transplantate haben Vorrang.

Ergotherapeutischer Prüfpunkt

Ordne eine Intervention einer Heilungsphase zu und begründe, welcher Reiz erwünscht und welcher Schaden zu vermeiden ist.

Quellen

CHIRURGIE(1).zip / Wunde und Wundheilung.pdf, 14.07.2026

CHIRURGIE(1).zip / Stationsarbeit_Wundheilung_Ergotherapie.pdf, 14.07.2026

Invasion, Metastasierung und Stadieneinteilung
Infiltratives Wachstum

Maligne Zellen durchbrechen Gewebegrenzen, wachsen in Nachbarstrukturen und zerstören sie. Eine vollständige operative Entfernung wird dadurch schwieriger als bei scharf begrenzten Tumoren.

Metastasierung

Tumorzellen können sich über Lymphbahnen, Blutgefäße oder Körperhöhlen ausbreiten. Der erste Lymphknoten im Abflussgebiet heißt Sentinel-Lymphknoten.

Einordnung

TNM beschreibt Primärtumor, regionale Lymphknoten und Fernmetastasen. Staging fasst die anatomische Ausbreitung zusammen; Grading beurteilt Differenzierung und Aggressivität.

Fragen und Antworten
Definieren Sie „Infiltratives Wachstum“ fachlich präzise (1 Punkt)
  • Tumorzellen überschreiten Gewebegrenzen, dringen in Nachbarstrukturen ein und zerstören sie
Definieren Sie „Destruierendes Wachstum“ fachlich präzise (1 Punkt)
  • Das verdrängte oder infiltrierte Gewebe wird durch den Tumor funktionell und strukturell geschädigt
Definieren Sie „Metastase“ fachlich präzise (1 Punkt)
  • Eine Tochtergeschwulst aus verschleppten Zellen eines Primärtumors an einem anderen Ort
Definieren Sie „Lymphogene Metastasierung“ fachlich präzise (1 Punkt)
  • Tumorzellen breiten sich über Lymphgefäße zunächst häufig in regionale Lymphknoten aus
Definieren Sie „Hämatogene Metastasierung“ fachlich präzise (4 Punkte)
  • Tumorzellen gelangen über Blutgefäße in entfernte Organe
  • Etwa Leber
  • Lunge
  • Knochen oder Gehirn
Definieren Sie „Kavitäre Metastasierung“ fachlich präzise (1 Punkt)
  • Tumorzellen säen in Körperhöhlen oder auf serösen Häuten aus, etwa im Bauchfell
Definieren Sie „Sentinel-Lymphknoten“ fachlich präzise (2 Punkte)
  • Der erste Lymphknoten im Abflussgebiet eines Tumors
  • Sein Befund unterstützt die Stadieneinteilung
Definieren Sie „TNM-System“ fachlich präzise (1 Punkt)
  • T beschreibt den Primärtumor, N regionale Lymphknoten und M Fernmetastasen
Definieren Sie „Staging“ fachlich präzise (1 Punkt)
  • Die Einordnung der anatomischen Tumorausbreitung als Grundlage für Therapie und Prognose
Definieren Sie „Grading“ fachlich präzise im Kapitel „Invasion, Metastasierung und Stadieneinteilung“ (1 Punkt)
  • Die mikroskopische Einschätzung von Differenzierung und biologischer Aggressivität des Tumorgewebes
Quellen

AKL_2_2_Pathologie der Zelle_Tumoren_genetische Erkrankungen.pdf, 19.07.2026

lp_bfs_ergotherapeut_2024-1.pdf, 26.07.2026

Neuropsychologische Symptome: Apraxie, Neglect, Anosognosie und Aphasie
Kortikale Funktionsstörungen

Frontale Läsionen können Antrieb, Hemmung und Persönlichkeit verändern; parietale Läsionen Körper- und Raumverarbeitung; temporale Läsionen Sprache, Gedächtnis und Hören; okzipitale Läsionen visuelle Verarbeitung.

Apraxien

Apraxie ist eine zentrale Störung der Auswahl und Organisation zielgerichteter Handlungen bei grundsätzlich erhaltener Kraft. Ideomotorische Apraxie betrifft die Umsetzung einzelner Gesten, ideatorische Apraxie die sinnvolle Handlungsabfolge, konstruktive Apraxie räumliches Zusammenfügen und Ankleideapraxie den räumlich passenden Umgang mit Kleidung.

Neglect und Anosognosie

Neglect ist eine Aufmerksamkeitsstörung gegenüber einer Körper- oder Raumhälfte, meist links nach rechtshemisphärischer Läsion. Anosognosie bezeichnet fehlende Einsicht in eine Funktionsstörung. Beide beeinflussen Sicherheit, Therapieadhärenz und Selbstständigkeit.

Aphasien

Broca-Aphasie ist nichtflüssig und agrammatisch, Wernicke-Aphasie flüssig bei gestörtem Sprachverständnis, amnestische Aphasie durch Wortfindungsstörungen und globale Aphasie durch schwere Störung von Produktion und Verständnis gekennzeichnet.

Ergotherapeutische Konsequenzen

Aufgaben werden realitätsnah beobachtet: Objektgebrauch, Handlungsreihenfolge, Raumorientierung, Fehlererkennung, Kommunikation und Sicherheitsverhalten. Hinweise müssen an Störung und Belastbarkeit angepasst werden.

Fragen und Antworten
Definieren Sie „Apraxie“ fachlich präzise (1 Punkt)
  • Eine erworbene Störung der Planung oder Organisation zielgerichteter Handlungen trotz ausreichender Kraft und grundsätzlichem Aufgabenverständnis
Definieren Sie „Ideomotorische Apraxie“ fachlich präzise (1 Punkt)
  • Gelernte Gesten oder Werkzeugbewegungen können auf Aufforderung nicht passend umgesetzt werden
Definieren Sie „Ideatorische Apraxie“ fachlich präzise (1 Punkt)
  • Mehrschrittige Handlungen verlieren ihre sinnvolle Reihenfolge oder enthalten unpassende Objektverwendungen
Definieren Sie „Neglect“ fachlich präzise (1 Punkt)
  • Aufmerksamkeit für eine Körper- oder Raumhälfte ist vermindert, ohne dass ein alleiniger Sinnesausfall die Vernachlässigung erklärt
Definieren Sie „Anosognosie“ fachlich präzise (1 Punkt)
  • Die eigene neurologische Einschränkung wird nicht oder nur unzureichend erkannt, wodurch Risiken unterschätzt werden
Definieren Sie „Broca- und Wernicke-Aphasie“ fachlich präzise (2 Punkte)
  • Broca-Aphasie ist eher nichtflüssig und agrammatisch
  • Wernicke-Aphasie flüssig, aber inhaltlich entgleist und mit gestörtem Verständnis
Definieren Sie „Amnestische Aphasie“ fachlich präzise (2 Punkte)
  • Wortfindungsstörungen stehen im Vordergrund
  • Umschreibungen sind häufig, Sprachfluss und Verständnis vergleichsweise gut erhalten
Definieren Sie „Globale Aphasie“ fachlich präzise (1 Punkt)
  • Sprachproduktion und Sprachverständnis sind schwer beeinträchtigt, oft zusätzlich Lesen und Schreiben
Beschreiben Sie das diagnostische Vorgehen bei „Alltagsbefund bei Neuropsychologie“ (1 Punkt)
  • Beobachtet werden Objektgebrauch, Handlungsfolge, Raumorientierung, Fehlerkontrolle, Kommunikation und Sicherheit in realen Tätigkeiten
Quellen

NEU_SKRIPT_F_SP.pdf, 14.07.2026

Asthma bronchiale: Entzündung, Anfall und Alltag
Organische Grundlage

Asthma bronchiale ist eine chronisch entzündliche Atemwegserkrankung mit bronchialer Überempfindlichkeit und wechselnder Verengung. Psychische Belastung kann Beschwerden verstärken, ist aber weder alleinige Ursache noch Ersatz für die medizinische Behandlung.

Anfall und Angst

Atemnot aktiviert Angst; Angst steigert Muskelspannung und Atemfrequenz. Dieser Kreislauf kann die subjektive Not verschärfen. Ein individueller Notfallplan und sicher beherrschte Inhalationstechniken vermindern Kontrollverlust.

Alltag

Auslöser, Belastbarkeit und Tagesform beeinflussen Bewegung, Schlaf, Arbeit und soziale Aktivitäten. Therapie verbindet Entzündungshemmung, bronchienerweiternde Medikamente, Triggerkontrolle, Schulung und angepasste Aktivität.

Fragen und Antworten
Erläutern Sie „Krankheitsprinzip des Asthma bronchiale“ fachlich strukturiert (1 Punkt)
  • Eine chronisch entzündliche Atemwegserkrankung mit überempfindlichen Bronchien und anfallsweise variabler Atemwegsverengung
Nennen Sie die wesentlichen Aspekte von „Typische Asthmasymptome“ (5 Punkte)
  • Anfallsartige Atemnot
  • Pfeifende Atmung
  • Husten
  • Brustenge und erschwerte
  • Verlängerte Ausatmung
Definieren Sie „Bronchiale Hyperreagibilität“ fachlich präzise (5 Punkte)
  • Die Bronchien reagieren übermäßig auf Reize wie Allergene
  • Infekte
  • Kälte
  • Rauch
  • Belastung oder starke Emotionen
Erläutern Sie „Psychische Belastung bei Asthma“ fachlich strukturiert (1 Punkt)
  • Stress und Angst können Symptome verstärken und den Umgang erschweren, erklären aber die entzündliche Erkrankung nicht allein
Definieren Sie „Atemnot-Angst-Kreislauf“ fachlich präzise (2 Punkte)
  • Atemnot erzeugt Angst
  • Beschleunigte Atmung und Muskelanspannung steigern wiederum Engegefühl und Kontrollverlust
Definieren Sie „Peak-Flow-Messung“ fachlich präzise (1 Punkt)
  • Sie misst den maximalen Ausatemstrom und kann persönliche Verschlechterungen früh anzeigen
Beschreiben Sie das fachliche Vorgehen bei „Entzündungshemmende Asthmatherapie“ (1 Punkt)
  • Inhalative Kortikosteroide behandeln die chronische Entzündung und senken das Risiko schwerer Anfälle
Definieren Sie „Bronchienerweiternde Medikamente“ fachlich präzise (2 Punkte)
  • Sie entspannen die Bronchialmuskulatur und erleichtern die Atmung
  • Anwendung und Häufigkeit folgen dem ärztlichen Plan
Nennen Sie die wesentlichen Aspekte von „Asthma-Notfallzeichen“ (4 Punkte)
  • Schwere Sprechatemnot
  • Zyanose
  • Erschöpfung
  • Bewusstseinsstörung oder fehlende Wirkung der Notfallmedikation verlangen Hilfe
Definieren Sie „Asthma im Alltag“ fachlich präzise (1 Punkt)
  • Unsicherheit, Triggervermeidung und reduzierte Belastbarkeit können Sport, Schlaf, Arbeit, Reisen und soziale Teilhabe begrenzen
Definieren Sie „Ergotherapeutische Asthmaschwerpunkte“ fachlich präzise (4 Punkte)
  • Belastung dosieren
  • Pausen planen
  • Inhalation in Routinen verankern
  • Angst reduzieren und sichere Aktivität fördern
Quellen

PGP Psychosomatik.pdf, 14.07.2026

lp_bfs_ergotherapeut_2024-1.pdf, 26.07.2026

NVL Asthma, Version 5.0 (AWMF nvl-002), 23.08.2024

Bewusstsein, Orientierung, Aufmerksamkeit und Gedächtnis
Bewusstsein

Quantitative Bewusstseinsstörungen vermindern Wachheit und Reaktionsfähigkeit. Qualitative Störungen verändern Klarheit, Aufmerksamkeit oder Erleben. Akute Bewusstseinsveränderungen können medizinische Notfälle sein.

Orientierung und Aufmerksamkeit

Orientierung umfasst Zeit, Ort, Situation und eigene Person. Aufmerksamkeit ermöglicht Auswahl und Aufrechterhaltung mentaler Aktivität. Störungen treten unter anderem bei Delir, Demenz, Depression, Psychose, Intoxikation und Erschöpfung auf.

Gedächtnis

Merkfähigkeit betrifft das Neulernen; Altgedächtnis den Abruf länger gespeicherter Inhalte. Ergebnisse hängen auch von Sprache, Sinnesleistung, Motivation, Angst und Bildungsbiografie ab.

Fragen und Antworten
Definieren Sie „Quantitative Bewusstseinsstörung“ fachlich präzise (1 Punkt)
  • Verminderte Wachheit von Benommenheit über Somnolenz und Sopor bis zum Koma mit zunehmend eingeschränkter Reaktion
Definieren Sie „Somnolenz“ fachlich präzise (1 Punkt)
  • Abnorme Schläfrigkeit, aus der eine Person durch Ansprache oder leichte Reize noch weckbar ist
Definieren Sie „Sopor“ fachlich präzise (1 Punkt)
  • Tiefe Bewusstseinsminderung mit Reaktion nur auf starke Reize und raschem Zurücksinken
Definieren Sie „Koma“ fachlich präzise (2 Punkte)
  • Nicht erweckbarer Zustand ohne zielgerichtete Reaktion
  • Sofortige medizinische Notfallversorgung ist erforderlich
Definieren Sie „Qualitative Bewusstseinsstörung“ fachlich präzise (3 Punkte)
  • Veränderte Klarheit oder Struktur des Bewusstseins
  • Etwa Trübung
  • Einengung oder Verschiebung des Erlebens
Definieren Sie „Delir“ fachlich präzise (1 Punkt)
  • Akut beginnende, meist schwankende Störung von Aufmerksamkeit und Bewusstsein mit weiteren kognitiven oder wahrnehmungsbezogenen Veränderungen
Erläutern Sie Sicherheitsanforderungen und erforderliche Reaktionen bei „Delir als Notfall“ (2 Punkte)
  • Ja
  • Häufig liegen körperliche Ursachen, Infektionen, Medikamente, Entzug oder Stoffwechselstörungen zugrunde und müssen rasch behandelt werden
Erläutern Sie „Bewusstsein, Orientierung, Aufmerksamkeit und Gedächtnis: Überblick“ fachlich strukturiert (4 Punkte)
  • Fähigkeit
  • Zeit
  • Ort
  • Situation und die eigene Person richtig einzuordnen
Definieren Sie „Zeitliche Desorientierung“ fachlich präzise (2 Punkte)
  • Datum, Tageszeit oder zeitliche Abfolge werden falsch eingeschätzt
  • Sie tritt häufig früher auf als personale Desorientierung
Definieren Sie „Situative Desorientierung“ fachlich präzise (1 Punkt)
  • Die Person erkennt Anlass, Umgebung oder Bedeutung der aktuellen Situation nicht angemessen
Definieren Sie „Aufmerksamkeitsstörung“ fachlich präzise (2 Punkte)
  • Reize können nicht ausreichend ausgewählt, gehalten oder gewechselt werden
  • Gespräche und Aufgaben brechen dadurch leicht ab
Definieren Sie „Konzentrationsstörung“ fachlich präzise (1 Punkt)
  • Die längerfristige Ausrichtung mentaler Aktivität auf eine Aufgabe ist vermindert und fehleranfällig
Definieren Sie „Merkfähigkeitsstörung“ fachlich präzise (1 Punkt)
  • Neue Informationen werden trotz ausreichender Darbietung nur unzureichend aufgenommen oder nach kurzer Zeit nicht erinnert
Definieren Sie „Amnesie“ fachlich präzise (1 Punkt)
  • Zeitlich oder inhaltlich begrenzter Gedächtnisverlust, etwa für Ereignisse vor oder nach einer Schädigung
Definieren Sie „Konfabulation“ fachlich präzise (1 Punkt)
  • Unbewusstes Füllen von Erinnerungslücken mit erfundenen oder verschobenen Inhalten, die subjektiv für wahr gehalten werden
Beschreiben Sie das diagnostische Vorgehen bei „Gedächtnistest als Diagnose“ (2 Punkte)
  • Nein
  • Testergebnisse sind Hinweise und müssen mit Verlauf, Alltag, Sinnesleistung, Bildung, Sprache und medizinischer Diagnostik verbunden werden
Quellen

Sächsischer Lehrplan Ergotherapeut/Ergotherapeutin 2024, LPE 8, 26.07.2026

AMDP-System.pdf, 26.07.2026

PPB Fragen.pdf, 26.07.2026

PGP Gerontopsychiatrie.pdf, 26.07.2026

Umschriebene Entwicklungsstörungen: Überblick und Diagnostik
Grundidee

Umschriebene Entwicklungsstörungen betreffen einen abgegrenzten Leistungsbereich, etwa Sprache, schulische Fertigkeiten oder Motorik. Die allgemeine Denkfähigkeit ist nicht automatisch betroffen. Der ältere Sammelbegriff „Teilleistungsstörung“ ist unscharf und sollte nur mit Erklärung verwendet werden.

Typische Merkmale

Der Beginn liegt im Klein- oder Schulkindalter. Der Verlauf ist entwicklungsbezogen und nicht durch klar getrennte Krankheitsphasen gekennzeichnet. Die Schwierigkeiten sind stärker, als aufgrund von Alter, Beschulung und allgemeinem Entwicklungsniveau zu erwarten wäre. Einzelne Bereiche können deutlich voneinander abweichen.

Diagnostische Logik

Eine Diagnose entsteht nicht durch einen einzelnen Testwert. Erforderlich sind Entwicklungs- und Familienanamnese, Informationen aus Kindergarten oder Schule, Leistungs- und Intelligenzdiagnostik, medizinische Untersuchung und eine Prüfung möglicher Sinnes-, neurologischer oder emotionaler Ursachen. Komorbiditäten sind häufig und müssen gesondert erfasst werden.

Differenzialdiagnostik umschriebener Entwicklungsstörungen

Schwierigkeiten können auch durch unzureichende Lerngelegenheiten, Mehrsprachigkeit ohne angemessene Testnormen, Hör- oder Sehbeeinträchtigung, neurologische Erkrankung, Intelligenzminderung, psychische Belastung oder häufige Fehlzeiten entstehen. Diese Faktoren schließen eine Entwicklungsstörung nicht pauschal aus, verändern aber die diagnostische Bewertung.

Auswirkungen auf Betätigung

Betroffen sind nicht nur isolierte Testleistungen. Kinder können Aufgaben vermeiden, deutlich länger benötigen, schneller ermüden, sich schämen oder wiederholt Misserfolg erleben. Folgen zeigen sich in Unterricht, Hausaufgaben, Spiel, Freundschaften, Selbstbild und familiären Routinen.

Ergotherapeutischer Fokus

Ergotherapie analysiert Anforderungen und Ausführung im Alltag. Sie kann Strategien, Materialanpassung, Aufgabenstruktur, motorische und exekutive Voraussetzungen sowie die Nutzung von Hilfsmitteln bearbeiten. Therapieziele werden nicht aus der Diagnose allein, sondern aus konkreten Betätigungsanliegen abgeleitet.

Fragen und Antworten
Erläutern Sie „Grundidee“ fachlich strukturiert (5 Punkte)
  • Umschriebene Entwicklungsstörungen betreffen einen abgegrenzten Leistungsbereich
  • Etwa Sprache
  • Schulische Fertigkeiten oder Motorik
  • Die allgemeine Denkfähigkeit ist nicht automatisch betroffen
  • Der ältere Sammelbegriff „Teilleistungsstörung“ ist unscharf und sollte nur mit Erklärung verwendet werden
Nennen Sie die wesentlichen Aspekte von „Typische Merkmale“ (4 Punkte)
  • Der Beginn liegt im Klein- oder Schulkindalter
  • Der Verlauf ist entwicklungsbezogen und nicht durch klar getrennte Krankheitsphasen gekennzeichnet
  • Die Schwierigkeiten sind stärker, als aufgrund von Alter, Beschulung und allgemeinem Entwicklungsniveau zu erwarten wäre
  • Einzelne Bereiche können deutlich voneinander abweichen
Definieren Sie „Diagnostische Logik“ fachlich präzise (3 Punkte)
  • Eine Diagnose entsteht nicht durch einen einzelnen Testwert
  • Erforderlich sind Entwicklungs- und Familienanamnese, Informationen aus Kindergarten oder Schule, Leistungs- und Intelligenzdiagnostik, medizinische Untersuchung und eine Prüfung möglicher Sinnes-, neurologischer oder emotionaler Ursachen
  • Komorbiditäten sind häufig und müssen gesondert erfasst werden
Unterscheiden Sie „Differenzialdiagnostik umschriebener Entwicklungsstörungen“ anhand fachlicher Kriterien (2 Punkte)
  • Schwierigkeiten können auch durch unzureichende Lerngelegenheiten, Mehrsprachigkeit ohne angemessene Testnormen, Hör- oder Sehbeeinträchtigung, neurologische Erkrankung, Intelligenzminderung, psychische Belastung oder häufige Fehlzeiten entstehen
  • Diese Faktoren schließen eine Entwicklungsstörung nicht pauschal aus, verändern aber die diagnostische Bewertung
Erklären Sie den fachlichen Zusammenhang bei „Auswirkungen auf Betätigung“ (5 Punkte)
  • Betroffen sind nicht nur isolierte Testleistungen
  • Kinder können Aufgaben vermeiden, deutlich länger benötigen, schneller ermüden, sich schämen oder wiederholt Misserfolg erleben
  • Folgen zeigen sich in Unterricht
  • Hausaufgaben
  • Spiel; Freundschaften; Selbstbild und familiären Routinen
Beschreiben Sie das diagnostische Vorgehen bei „Umschriebene Entwicklungsstörungen: Überblick und Diagnostik: Ergotherapeutisch… (3 Punkte)
  • Ergotherapie analysiert Anforderungen und Ausführung im Alltag
  • Sie kann Strategien, Materialanpassung, Aufgabenstruktur, motorische und exekutive Voraussetzungen sowie die Nutzung von Hilfsmitteln bearbeiten
  • Therapieziele werden nicht aus der Diagnose allein, sondern aus konkreten Betätigungsanliegen abgeleitet
Quellen

KJP Grundlagen und umschriebene Entwicklungsstörungen.pdf, 14.07.2026

KJP Umschriebene Entwicklungsstörung des Sprechens und der Sprache.pdf, 14.07.2026

KJP Lese-und Rechtschreibstörung.pdf, 14.07.2026

Fehlbildungen der Extremitäten und Hand
Begriffe

Dysmelie ist ein Oberbegriff für angeborene Gliedmaßenfehlbildungen. Amelie bezeichnet das vollständige Fehlen einer Extremität. Transversale Fehlbildungen ähneln einem Amputationsniveau; longitudinale Fehlbildungen betreffen einzelne Längsanteile. Plusmissbildungen besitzen zusätzliche, Minusmissbildungen fehlende Strukturen.

Handformen

Polydaktylie bedeutet überzählige Finger oder Zehen. Syndaktylie bezeichnet Verwachsungen, kutan oder knöchern. Spalthand entsteht durch fehlende zentrale Strahlen. Makrodaktylie ist ein lokales Riesenwachstum. Hypoplasie beschreibt Unterentwicklung, Aplasie fehlende Anlage.

Ursachen und Entwicklung

Genetische, toxische, infektiöse, vaskuläre oder mechanische Einflüsse können in sensiblen Entwicklungsphasen wirken. Das konkrete Muster und Begleitfehlbildungen bestimmen Diagnostik und Behandlung.

Therapiegrundsätze

Funktion steht vor rein kosmetischer Korrektur. Operative Eingriffe werden nach Gefäßversorgung, Sensibilität, Gelenkstabilität, Wachstum und erwartbarem Funktionsgewinn geplant. Konservative Maßnahmen umfassen Bewegungsförderung, Schienen, Prothesen, Hilfsmittel und Umweltanpassung.

Ergotherapeutische Perspektive

Kinder entwickeln oft sehr wirksame eigene Strategien. Therapie beobachtet tatsächliche Betätigung, unterstützt Greifen, beidhändige Aktivität und Selbstversorgung und berät Eltern ohne vorhandene Fähigkeiten zu unterschätzen.

Quellen

ORT_Skript_2025.pdf – Spezielle Krankheitslehre Orthopädie, 14.07.2026

Entwicklung der Sinneswahrnehmung
Lerntext

Sinneswahrnehmung entsteht aus Reizaufnahme, neuronaler Verarbeitung und Bedeutung im Handlungskontext. Die Systeme entwickeln sich miteinander und werden durch Bewegung, Beziehung, Aufmerksamkeit und Erfahrung geprägt.

Fragen und Antworten
Definieren Sie „Taktiles System“ fachlich präzise (4 Punkte)
  • Das taktile System verarbeitet Berührung
  • Druck
  • Temperatur und Schmerz über die Haut
  • Es unterstützt Schutz, Körpergrenzen, Objektmanipulation, Pflegehandlungen und soziale Berührung
Definieren Sie „Propriozeptives System“ fachlich präzise (5 Punkte)
  • Propriozeption liefert Informationen aus Muskeln
  • Sehnen und Gelenken über Stellung
  • Bewegung und Kraft
  • Sie trägt zu Körperschema
  • Dosierung; Haltung und zielgerichtetem Handeln bei
Definieren Sie „Vestibuläres System“ fachlich präzise (4 Punkte)
  • Das vestibuläre System registriert Kopfbewegung und Lage zur Schwerkraft
  • Es wirkt an Gleichgewicht
  • Blickstabilisierung
  • Muskeltonus und räumlicher Orientierung mit
Definieren Sie „Auditives System“ fachlich präzise (2 Punkte)
  • Hören ermöglicht Geräuschlokalisation, Sprachwahrnehmung und Kommunikation
  • Wiederkehrende Hörprobleme können Sprach- und Lernentwicklung beeinträchtigen und gehören medizinisch abgeklärt
Definieren Sie „Visuelles System“ fachlich präzise (4 Punkte)
  • Sehen entwickelt sich von Kontrast- und Gesichtsorientierung zu Blickfolge
  • Tiefenwahrnehmung
  • Visueller Suche und komplexer Formverarbeitung
  • Augenmotorik und Aufmerksamkeit wirken mit
Definieren Sie „Interozeption“ fachlich präzise (2 Punkte)
  • Interozeption bezeichnet Wahrnehmung innerer Körpersignale wie Hunger, Durst, Herzschlag, Atemnot oder Harndrang
  • Sie unterstützt Bedürfniswahrnehmung und Selbstregulation
Definieren Sie „Multisensorische Verarbeitung“ fachlich präzise (2 Punkte)
  • Das Nervensystem verbindet Informationen mehrerer Sinne mit Gedächtnis und Handlung
  • Eine Tasse wird beispielsweise gesehen, ertastet, gewogen und passend gegriffen
Beschreiben Sie das diagnostische Vorgehen bei „Wahrnehmungsverhalten und Diagnose“ (2 Punkte)
  • Reizsuche, Vermeidung oder schnelle Überlastung können viele Ursachen haben
  • Einzelne Beobachtungen beweisen keine sensorische Störung und müssen im Alltag, Entwicklungsstand und medizinischen Kontext geprüft werden
Erläutern Sie Sicherheitsanforderungen und erforderliche Reaktionen bei „Sinnesbezogene Warnzeichen“ (4 Punkte)
  • Ausbleibende Reaktion auf Geräusche
  • Auffällige Blickkontakte
  • Starke Schmerzunempfindlichkeit
  • Anhaltende Gleichgewichtsprobleme oder deutliche Regression erfordern fachliche Abklärung
Beschreiben Sie das diagnostische Vorgehen bei „Ergotherapeutische Wahrnehmungsbefundung“ (2 Punkte)
  • Befundung verbindet standardisierte Verfahren mit Beobachtung bedeutsamer Betätigungen
  • Ziel ist nicht möglichst viel Reiz, sondern passende Verarbeitung für Spiel, Selbstversorgung, Lernen und Teilhabe
Quellen

AB, Entwicklung des Kindes, Wahrnehmung.pdf, 20.07.2026

Grundlagen SI bei Kindern und Jugendlichen.pdf, 20.07.2026

kindergesundheit-info.de: Entwicklungsschritte, Sehen und Hören, geprüft 2026-07-20, 20.07.2026

Medikamentöse und interprofessionelle Therapie
Medikamentöse Grundidee

Krankheitsmodifizierende Antirheumatika, kurz DMARD, sollen die entzündliche Krankheitsaktivität senken und Schäden verhindern. Dazu gehören konventionell synthetische, biologisch hergestellte und gezielt synthetische Wirkstoffe. Glukokortikoide und Schmerzmittel erfüllen andere, meist ergänzende Aufgaben.

Interprofessionelle Versorgung

Rheumatologie, Haus- und Fachärztlichkeit, Pflege, Physiotherapie, Ergotherapie, Orthopädietechnik und bei Bedarf Chirurgie arbeiten mit unterschiedlichen Schwerpunkten. Operationen kommen etwa bei schwerer Zerstörung, Instabilität, Sehnenruptur oder ausgeprägter Schmerz- und Funktionsproblematik infrage.

Ergotherapeutische Einordnung

Ergotherapie behandelt nicht die Autoimmunreaktion selbst. Sie unterstützt Gelenkschutz, Funktionsgebrauch, Orthesenversorgung, Hilfsmittel, Tagesstruktur, Selbstmanagement und Teilhabe. Belastung wird an Krankheitsaktivität und Therapieziel angepasst.

Abgrenzung

Medikamente werden nicht eigenständig verändert, pausiert oder bewertet. Auffällige Nebenwirkungen, Infektzeichen oder deutliche Verschlechterung werden an die zuständige medizinische Stelle zurückgemeldet.

Quellen
Blut-, Lymphsystem und Gerinnung
Anämien

Anämien vermindern die Sauerstofftransportkapazität des Blutes. Müdigkeit, Blässe, Belastungsintoleranz, Herzklopfen, Schwindel und Konzentrationsabfall sind häufige Folgen. Für die Ergotherapie bedeutet das vor allem reduzierte Ausdauer und einen erhöhten Bedarf an dosierter Aktivität.

Erkrankungen des leukopoetischen und lymphatischen Systems

Leukämien und Lymphome betreffen die Bildung oder Vermehrung bestimmter Blutzellen und Lymphstrukturen. Krankheitsbild und Therapie können Infektanfälligkeit, Schwäche, Schmerzen, Gewichtsverlust oder psychische Belastung mit sich bringen. Isolation, Nebenwirkungen und Klinikaufenthalte beeinflussen zusätzlich die Teilhabe.

Gerinnungsstörungen

Gerinnungsstörungen können Blutungen begünstigen oder umgekehrt Thrombosen fördern, je nach Ursache und Behandlung. Unter Antikoagulation steigt die Bedeutung von Sturzprophylaxe, Hautschutz und sorgfältiger Beobachtung. Auffällige Hämatome, Nasenbluten oder unerklärliche Schwäche werden nicht bagatellisiert.

Ergotherapeutischer Fokus

Ergotherapie passt Intensität, Verletzungsrisiko und Alltagsziele an den Gesamtzustand an. Belastbarkeit, Infektionsschutz, Blutungsrisiko, Fatigue und psychosoziale Situation müssen zusammen betrachtet werden. Auch kleine Betätigungen können therapeutisch sinnvoll sein, wenn sie sicher und bedeutsam bleiben.

Quellen

Lehrplan BFS Ergotherapeut 2024, Spezielle Krankheitslehre, S. 48, 19.07.2026

Primärheilung und Sekundärheilung
Primäre Wundheilung

Bei glatten, gut durchbluteten und adaptierten Wundrändern ist der Defekt klein. Naht, Klammern, Kleber oder Pflaster können die Ränder zusammenführen. Die Heilung verläuft vergleichsweise rasch und mit geringer Granulations- und Narbenbildung, sofern keine Infektion, Durchblutungsstörung oder Spannung hinzukommt.

Sekundäre Wundheilung

Bei größeren Gewebedefekten, kontaminierten Wunden oder nicht adaptierbaren Rändern heilt die Wunde vom Grund und Rand her. Granulationsgewebe muss den Defekt auffüllen, bevor Epithel ihn bedeckt. Der Prozess dauert länger, benötigt sorgfältige Wundversorgung und führt häufiger zu ausgeprägter Narbe, Adhäsion oder Kontraktur.

Verzögerter Primärverschluss

Kontaminierte oder kritisch erscheinende Wunden können zunächst offen behandelt und nach ausreichender Reinigung sowie Befundkontrolle verschlossen werden. Diese Entscheidung liegt im medizinischen Verantwortungsbereich. Für die Therapie bedeutet sie, dass Verlauf und Belastbarkeit nicht aus dem äußeren Erscheinungsbild allein abgeleitet werden dürfen.

Funktionelle Folgen

Sekundär heilende Wunden über Gelenken oder an der Hand gefährden Beweglichkeit besonders. Schonhaltung, Ödem und Narbenzug können zusätzlich einschränken. Frühzeitig erlaubte, dosierte Bewegung, günstige Lagerung, Schienen und später Narbenmanagement sollen Funktion erhalten, ohne den Wundverschluss zu gefährden.

Ergotherapeutischer Prüfpunkt

Welche Heilungsform liegt vor, und welche Konsequenz ergibt sich für Zeitbedarf, Narbenrisiko und Bewegungsdosierung?

Quellen

CHIRURGIE(1).zip / Wunde und Wundheilung.pdf, 14.07.2026

CHIRURGIE(1).zip / Stationsarbeit_Wundheilung_Ergotherapie.pdf, 14.07.2026

Tumorsymptome, Diagnostik und Nachsorge
Allgemeine und örtliche Zeichen

Allgemeine Beschwerden sind unspezifisch: Leistungsknick, Fatigue, Gewichtsverlust, Fieber oder Nachtschweiß. Örtliche Zeichen entstehen durch Raumforderung, Blutung, Verlegung, Schmerzen oder Funktionsausfall.

Diagnosesicherung

Anamnese, Untersuchung, Bildgebung und Labor grenzen den Verdacht ein. Die definitive Diagnose erfordert meist Gewebeentnahme und histopathologische Beurteilung.

Nachsorge

Nachsorge erkennt Rückfälle und Therapiefolgen, begleitet Rehabilitation und unterstützt den Umgang mit anhaltenden Beschwerden.

Fragen und Antworten
Nennen Sie die wesentlichen Aspekte von „Allgemeine Tumorsymptome“ (1 Punkt)
  • Möglich sind Leistungsknick, Fatigue, Appetitverlust, Gewichtsverlust, Fieber, Nachtschweiß und Anämie
Nennen Sie die wesentlichen Aspekte von „Örtliche Tumorsymptome“ (5 Punkte)
  • Knoten
  • Schmerzen
  • Blutung
  • Verlegung
  • Schwellung; neurologische Ausfälle oder Funktionsverlust des betroffenen Organs
Definieren Sie „B-Symptomatik“ fachlich präzise (2 Punkte)
  • Unerklärliches Fieber, ausgeprägter Nachtschweiß und ungewollter Gewichtsverlust
  • Besonders relevant bei Lymphomen
Definieren Sie „Tumorkachexie“ fachlich präzise (1 Punkt)
  • Ein komplexer Verlust von Muskel- und Fettmasse mit Entzündung, Schwäche und eingeschränkter Belastbarkeit
Erläutern Sie Sicherheitsanforderungen und erforderliche Reaktionen bei „Warnzeichen zur Abklärung“ (4 Punkte)
  • Persistierende Knoten
  • Ungewöhnliche Blutungen
  • Nicht heilende Wunden
  • Neue Schluckstörung oder anhaltende Heiserkeit
Definieren Sie „Biopsie“ fachlich präzise (1 Punkt)
  • Entnahme von Gewebe zur mikroskopischen Sicherung und biologischen Charakterisierung eines Tumors
Definieren Sie „Histopathologie“ fachlich präzise (3 Punkte)
  • Sie bestimmt Tumorart
  • Differenzierung
  • Ausbreitungsmerkmale und häufig therapieentscheidende Biomarker
Definieren Sie „Tumormarker“ fachlich präzise (1 Punkt)
  • Messbare Substanzen, die Verlauf oder Therapie unterstützen können, aber selten allein zur Diagnose ausreichen
Beschreiben Sie das diagnostische Vorgehen bei „Früherkennung und Diagnostik“ (2 Punkte)
  • Früherkennung richtet sich an beschwerdefreie Risikogruppen
  • Diagnostik klärt konkrete Symptome oder Befunde ab
Beschreiben Sie das fachliche Vorgehen bei „Onkologische Nachsorge“ (1 Punkt)
  • Sie überwacht Rückfälle und Spätfolgen, fördert Rehabilitation und koordiniert weitere Versorgung
Quellen

AKL_2_2_Pathologie der Zelle_Tumoren_genetische Erkrankungen.pdf, 19.07.2026

lp_bfs_ergotherapeut_2024-1.pdf, 26.07.2026

Neurologische Diagnostik und ergotherapeutische Befundschwerpunkte
Anamnese und Verlauf

Beginn, zeitliche Dynamik, Vorerkrankungen, Medikamente, Unfälle, Beruf, Familie und Fremdanamnese liefern oft entscheidende Hinweise. Ein plötzlicher Beginn spricht eher für vaskuläre Ereignisse, ein schubweiser für entzündliche und ein langsam progredienter für degenerative oder raumfordernde Prozesse.

Körperlicher Status

Geprüft werden Bewusstsein, Orientierung, Hirnnerven, Reflexe, Tonus, Kraft, Koordination, Gang, Sensibilität, vegetative Funktionen und psychischer Befund. Finger-Nase-Versuch, Schriftprobe und rasche Alternierbewegungen können Koordinationsstörungen zeigen.

Apparative Diagnostik
VerfahrenSchwerpunkt
CTBlutung, Knochen, schnelle Notfalldiagnostik
MRTWeichteile, Entmarkung, Tumoren, Rückenmark
EEGelektrische Hirnaktivität, Epilepsie
EMG/ENGMuskel und periphere Nervenleitung
evozierte PotenzialeLeitungsverzögerungen sensorischer Bahnen
LiquorEntzündung, Blut, Eiweiß, oligoklonale Banden
Ergotherapeutischer Befund

Er ergänzt medizinische Diagnostik durch Betätigungsanalyse: Selbstversorgung, Mobilität, Handgebrauch, Wahrnehmung, Kognition, Kommunikation, Rollen und Umweltanforderungen.

Fragen und Antworten
Definieren Sie „Plötzlicher Symptombeginn“ fachlich präzise (1 Punkt)
  • Er spricht besonders für ein vaskuläres Ereignis und verlangt bei fokalen Ausfällen sofortige Notfalldiagnostik
Erklären Sie den fachlichen Zusammenhang bei „Schubweiser Verlauf“ (1 Punkt)
  • Er passt unter anderem zu entzündlich-demyelinisierenden Erkrankungen wie Multipler Sklerose
Erklären Sie den fachlichen Zusammenhang bei „Langsam progredienter Verlauf“ (1 Punkt)
  • Er kann auf degenerative, neuromuskuläre oder raumfordernde Prozesse hinweisen
Definieren Sie „Neurologischer Status“ fachlich präzise (1 Punkt)
  • Geprüft werden Bewusstsein, Hirnnerven, Kraft, Tonus, Reflexe, Koordination, Gang, Sensibilität und vegetative Funktionen
Definieren Sie „CT-Schwerpunkt“ fachlich präzise (1 Punkt)
  • CT eignet sich besonders für schnelle Notfalldiagnostik, frische Blutungen und knöcherne Strukturen
Definieren Sie „MRT-Schwerpunkt“ fachlich präzise (4 Punkte)
  • MRT stellt Gehirn
  • Rückenmark
  • Tumoren
  • Entmarkungsherde und viele Weichteilveränderungen detailliert dar
Definieren Sie „EEG“ fachlich präzise (1 Punkt)
  • Es zeichnet elektrische Hirnaktivität auf und unterstützt vor allem die Einordnung epileptischer Ereignisse
Definieren Sie „EMG und ENG“ fachlich präzise (2 Punkte)
  • EMG untersucht elektrische Muskelaktivität
  • ENG Leitungsgeschwindigkeit und Reizantwort peripherer Nerven
Beschreiben Sie das diagnostische Vorgehen bei „Liquordiagnostik“ (1 Punkt)
  • Liquor kann Hinweise auf Entzündung, Blutung, Eiweißvermehrung oder oligoklonale Banden liefern
Beschreiben Sie das diagnostische Vorgehen bei „Ergotherapeutischer Zusatzbefund“ (5 Punkte)
  • Er beschreibt die Folgen neurologischer Störungen für Selbstversorgung
  • Handgebrauch
  • Mobilität
  • Kognition
  • Rollen und Umweltanforderungen
Quellen

NEU_SKRIPT_F_SP.pdf, 14.07.2026

Essstörungen: Muster, Risiken und Handlungsfähigkeit
Hauptformen

Anorexia nervosa ist durch ausgeprägte Einschränkung der Nahrungsaufnahme, niedriges Körpergewicht und starke Gewichtszunahmeangst geprägt. Bulimia nervosa umfasst wiederholte Essanfälle und kompensatorische Maßnahmen. Bei Binge-Eating-Störung fehlen regelmäßige Kompensationen.

Mehr als Essverhalten

Körperbild, Selbstwert, Affektregulation, Kontrolle, Beziehungen und soziale Einflüsse wirken mit. Die Erkrankungen können schwere körperliche Folgen haben und benötigen medizinische, psychotherapeutische und ernährungstherapeutische Zusammenarbeit.

Alltag und Teilhabe

Essen, Einkauf, Kochen, Bewegung, Körperpflege, soziale Treffen und Tagesstruktur können von Regeln, Vermeidung oder Scham beherrscht werden. Behandlung zielt auf medizinische Stabilität, regelmäßiges Essen und ein flexibleres Leben.

Fragen und Antworten
Definieren Sie „Anorexia nervosa“ fachlich präzise (3 Punkte)
  • Eine Essstörung mit anhaltender Nahrungsrestriktion
  • Deutlich niedrigem Gewicht
  • Gewichtszunahmeangst und gestörtem Körpererleben
Definieren Sie „Bulimia nervosa“ fachlich präzise (1 Punkt)
  • Wiederholte Essanfälle mit Kontrollverlust und anschließenden Maßnahmen zur Verhinderung einer Gewichtszunahme
Definieren Sie „Binge-Eating-Störung“ fachlich präzise (1 Punkt)
  • Wiederholte Essanfälle mit Kontrollverlust, jedoch ohne regelmäßige kompensatorische Maßnahmen wie Erbrechen oder Fasten
Definieren Sie „Essanfall“ fachlich präzise (1 Punkt)
  • Aufnahme einer ungewöhnlich großen Nahrungsmenge in begrenzter Zeit mit dem Erleben, nicht aufhören zu können
Definieren Sie „Kompensatorische Maßnahmen“ fachlich präzise (3 Punkte)
  • Erbrechen
  • Fasten
  • Exzessive Bewegung oder Missbrauch von Abführmitteln und anderen Präparaten zur Gewichtskontrolle
Definieren Sie „Körperbildstörung“ fachlich präzise (1 Punkt)
  • Körperform und Gewicht werden verzerrt bewertet oder erhalten einen übermäßigen Einfluss auf Selbstwert und Verhalten
Definieren Sie „Restriktions-Essanfall-Kreislauf“ fachlich präzise (2 Punkte)
  • Strenge Einschränkung erhöht Hunger und gedankliche Fixierung
  • Essanfälle führen zu Scham und erneuter Restriktion
Erläutern Sie „Körperliche Risiken der Anorexie“ fachlich strukturiert (5 Punkte)
  • Unter anderem Bradykardie
  • Kreislaufprobleme
  • Hormonstörungen
  • Knochenschwund
  • Muskelschwäche und Organschäden
Erläutern Sie „Körperliche Risiken der Bulimie“ fachlich strukturiert (5 Punkte)
  • Elektrolytstörungen
  • Herzrhythmusstörungen
  • Zahnschäden
  • Speiseröhrenreizungen
  • Dehydration und Nierenschäden
Erläutern Sie Sicherheitsanforderungen und erforderliche Reaktionen bei „Akute Warnzeichen bei Essstörungen“ (5 Punkte)
  • Ohnmacht
  • Brustschmerz
  • Ausgeprägte Schwäche
  • Blut im Erbrochenen
  • Verwirrtheit oder Suizidalität erfordern sofortige Abklärung
Beschreiben Sie das diagnostische Vorgehen bei „Multimodale Diagnostik“ (1 Punkt)
  • Gespräch, Ess- und Gewichtsverlauf, medizinische Untersuchung, Labor, psychische Begleiterkrankungen und Alltagsfolgen werden verbunden
Beschreiben Sie das fachliche Vorgehen bei „Behandlungsgrundlagen“ (4 Punkte)
  • Medizinische Stabilisierung
  • Ernährungsaufbau
  • Psychotherapie
  • Psychoedukation und bei Bedarf Einbezug der Familie
Beschreiben Sie das fachliche Vorgehen bei „Regelmäßige Mahlzeiten“ (1 Punkt)
  • Eine verlässliche Struktur vermindert extremes Hungern, Essanfälle und die ständige gedankliche Beschäftigung mit Nahrung
Nennen Sie die wesentlichen Aspekte von „Ergotherapeutische Essstörungsziele“ (4 Punkte)
  • Tagesstruktur
  • Körperwahrnehmung
  • Emotionsregulation
  • Soziale Teilhabe und Aktivitäten jenseits von Gewicht und Leistung stärken
Beschreiben Sie das fachliche Vorgehen bei „Ergotherapie beim Kochen“ (1 Punkt)
  • Planen, Einkaufen und Zubereiten können alltagsnah geübt werden, müssen aber mit dem interprofessionellen Behandlungsplan abgestimmt sein
Quellen

PGP Psychosomatik.pdf, 14.07.2026

lp_bfs_ergotherapeut_2024-1.pdf, 26.07.2026

Patientenleitlinie Essstörungen (AWMF 051-026), 01.01.2024

Wahrnehmung, Denken und Ich-Erleben
Wahrnehmung

Illusionen sind Fehlinterpretationen realer Reize; Halluzinationen entstehen ohne entsprechenden Außenreiz. Wahrnehmungsveränderungen können psychisch, neurologisch, substanzbedingt oder körperlich verursacht sein.

Denken

Formale Denkstörungen betreffen Ablauf und Struktur, inhaltliche Denkstörungen den Inhalt. Wahn ist eine unkorrigierbare, subjektiv gewisse Überzeugung, die sich nicht allein aus dem kulturellen Kontext erklären lässt.

Ich-Erleben

Ich-Störungen betreffen die Grenze zwischen eigenem Erleben und Umwelt. Depersonalisation und Derealisation können bei Angst oder Trauma auftreten; Gedankenentzug oder Fremdbeeinflussung sind eher psychotische Phänomene.

Fragen und Antworten
Definieren Sie „Illusion“ fachlich präzise (1 Punkt)
  • Fehlwahrnehmung oder Fehlinterpretation eines tatsächlich vorhandenen äußeren Reizes
Definieren Sie „Halluzination“ fachlich präzise (1 Punkt)
  • Sinneswahrnehmung ohne entsprechenden Außenreiz, die für die betroffene Person Wahrnehmungscharakter besitzt
Definieren Sie „Akustische Halluzination“ fachlich präzise (2 Punkte)
  • Stimmen, Geräusche oder Klänge werden ohne äußere Quelle gehört
  • Inhalt und Gefährdungsbedeutung müssen erfragt werden
Definieren Sie „Optische Halluzination“ fachlich präzise (2 Punkte)
  • Bilder, Personen, Tiere oder Lichter werden ohne entsprechenden visuellen Reiz wahrgenommen
  • Körperliche Ursachen sind besonders zu prüfen
Definieren Sie „Pseudohalluzination“ fachlich präzise (2 Punkte)
  • Eine wahrnehmungsähnliche Erfahrung, die als innerlich oder nicht real erkannt wird
  • Der Begriff wird uneinheitlich verwendet
Definieren Sie „Formale Denkstörung“ fachlich präzise (5 Punkte)
  • Störung von Tempo
  • Zusammenhang oder Steuerbarkeit des Denkens
  • Etwa Hemmung
  • Beschleunigung
  • Zerfahrenheit oder Gedankenabreißen
Definieren Sie „Denkhemmung“ fachlich präzise (2 Punkte)
  • Denken wird als erschwert, verlangsamt oder blockiert erlebt
  • Antworten erfolgen verzögert und mit erhöhtem Aufwand
Definieren Sie „Gedankendrängen“ fachlich präzise (1 Punkt)
  • Viele Gedanken und Einfälle treten rasch auf und werden als schwer steuerbar erlebt, häufig bei manischer Aktivierung
Definieren Sie „Gedankenabreißen“ fachlich präzise (1 Punkt)
  • Ein Gedankengang bricht plötzlich ab, ohne dass die Person ihn beabsichtigt beendet hat
Definieren Sie „Zerfahrenes Denken“ fachlich präzise (2 Punkte)
  • Gedanken verlieren nachvollziehbare Zusammenhänge
  • Sprache wirkt sprunghaft, unverständlich oder nur locker verknüpft
Definieren Sie „Grübeln“ fachlich präzise (3 Punkte)
  • Wiederholtes
  • Wenig lösungsorientiertes Kreisen um belastende Themen
  • Häufig bei Depression und Angst
Definieren Sie „Wahn“ fachlich präzise (1 Punkt)
  • Subjektiv gewisse, unkorrigierbare Überzeugung mit Realitätscharakter, die nicht durch gemeinsame kulturelle Annahmen erklärbar ist
Definieren Sie „Wahnwahrnehmung“ fachlich präzise (1 Punkt)
  • Einer realen Wahrnehmung wird ohne nachvollziehbaren Anlass eine besondere persönliche oder wahnhafte Bedeutung gegeben
Definieren Sie „Beziehungswahn“ fachlich präzise (1 Punkt)
  • Neutrale Ereignisse, Medieninhalte oder Handlungen anderer werden fälschlich unmittelbar auf die eigene Person bezogen
Definieren Sie „Depersonalisation“ fachlich präzise (1 Punkt)
  • Das eigene Selbst, der Körper oder Handlungen werden als fremd, unwirklich oder verändert erlebt, meist bei erhaltener Realitätsprüfung
Definieren Sie „Derealisation“ fachlich präzise (4 Punkte)
  • Die Umwelt erscheint unwirklich
  • Fern oder verändert
  • Obwohl die Person häufig erkennt
  • Dass es sich um ein Erleben handelt
Definieren Sie „Psychotische Ich-Störung“ fachlich präzise (1 Punkt)
  • Gedanken oder Handlungen werden als von außen gemacht, entzogen, eingegeben oder für andere zugänglich erlebt
Quellen

Sächsischer Lehrplan Ergotherapeut/Ergotherapeutin 2024, LPE 8, 26.07.2026

AMDP-System.pdf, 26.07.2026

PPB Fragen.pdf, 26.07.2026

PGP Schizophrenie_itsLearning.pptx, 26.07.2026

Umschriebene Entwicklungsstörungen des Sprechens und der Sprache
Erscheinungsformen

Umschriebene Störungen des Sprechens und der Sprache können Artikulation, expressive Sprache oder Sprachverständnis betreffen. Bei einer Artikulationsstörung werden Laute nicht altersgemäß gebildet oder verwendet. Bei expressiven Störungen ist der aktive Wortschatz, Satzbau oder sprachliche Ausdruck deutlich eingeschränkt. Rezeptive Störungen betreffen das Verstehen von Sprache und gehen häufig mit expressiven Problemen einher.

Beobachtbare Hinweise

Mögliche Hinweise sind schwer verständliche Aussprache, geringe Satzlänge, ungewöhnliche Grammatik, eingeschränkter Wortschatz, häufiges Missverstehen von Aufträgen, Rückfragen oder Ausweichen vor sprachlich anspruchsvollen Situationen. Ein einzelnes Merkmal genügt nicht zur Diagnose; Alter und Mehrsprachigkeit müssen angemessen berücksichtigt werden.

Folgen im Alltag

Sprache steuert Spiel, Lernen, soziale Aushandlung und Selbstvertretung. Sprachliche Schwierigkeiten können als Unaufmerksamkeit, Trotz oder mangelndes Verständnis fehlgedeutet werden. Wiederholte Misserfolge können Rückzug, Frustration oder Konflikte begünstigen.

Diagnostik und Abgrenzung

Hören, neurologische Entwicklung, allgemeine kognitive Voraussetzungen und Sprachumgebung werden geprüft. Erworbene Sprachstörungen, tiefgreifende Entwicklungsstörungen und isolierte Artikulationsvarianten sind abzugrenzen. Die differenzierte sprachdiagnostische Beurteilung liegt vor allem bei ärztlichen und logopädischen Fachstellen.

Behandlung und Ergotherapie

Logopädische oder sprachtherapeutische Behandlung bildet häufig den Kern. Ergotherapie ergänzt, wenn Sprache mit Handlungsplanung, Aufmerksamkeit, Motorik, sensorischer Verarbeitung oder Betätigungsausführung zusammenwirkt. Hilfreich sind klare kurze Aufträge, visuelle Struktur, Vormachen, ausreichend Antwortzeit und eine Prüfung, ob die Aufgabe wirklich verstanden wurde.

Fragen und Antworten
Nennen Sie die wesentlichen Aspekte von „Erscheinungsformen“ (4 Punkte)
  • Umschriebene Störungen des Sprechens und der Sprache können Artikulation, expressive Sprache oder Sprachverständnis betreffen
  • Bei einer Artikulationsstörung werden Laute nicht altersgemäß gebildet oder verwendet
  • Bei expressiven Störungen ist der aktive Wortschatz, Satzbau oder sprachliche Ausdruck deutlich eingeschränkt
  • Rezeptive Störungen betreffen das Verstehen von Sprache und gehen häufig mit expressiven Problemen einher
Erläutern Sie „Beobachtbare Hinweise“ fachlich strukturiert (3 Punkte)
  • Mögliche Hinweise sind schwer verständliche Aussprache, geringe Satzlänge, ungewöhnliche Grammatik, eingeschränkter Wortschatz, häufiges Missverstehen von Aufträgen, Rückfragen oder Ausweichen vor sprachlich anspruchsvollen Situationen
  • Ein einzelnes Merkmal genügt nicht zur Diagnose
  • Alter und Mehrsprachigkeit müssen angemessen berücksichtigt werden
Nennen Sie die wesentlichen Aspekte von „Folgen im Alltag“ (5 Punkte)
  • Sprache steuert Spiel
  • Lernen
  • Soziale Aushandlung und Selbstvertretung
  • Sprachliche Schwierigkeiten können als Unaufmerksamkeit, Trotz oder mangelndes Verständnis fehlgedeutet werden
  • Wiederholte Misserfolge können Rückzug, Frustration oder Konflikte begünstigen
Unterscheiden Sie „Diagnostik und Abgrenzung“ anhand fachlicher Kriterien (3 Punkte)
  • Hören, neurologische Entwicklung, allgemeine kognitive Voraussetzungen und Sprachumgebung werden geprüft
  • Erworbene Sprachstörungen, tiefgreifende Entwicklungsstörungen und isolierte Artikulationsvarianten sind abzugrenzen
  • Die differenzierte sprachdiagnostische Beurteilung liegt vor allem bei ärztlichen und logopädischen Fachstellen
Beschreiben Sie das fachliche Vorgehen bei „Behandlung und Ergotherapie“ (5 Punkte)
  • Logopädische oder sprachtherapeutische Behandlung bildet häufig den Kern
  • Ergotherapie ergänzt
  • Wenn Sprache mit Handlungsplanung
  • Aufmerksamkeit
  • Motorik; sensorischer Verarbeitung oder Betätigungsausführung zusammenwirkt; Hilfreich sind klare kurze Aufträge, visuelle Struktur, Vormachen, ausreichend Antwortzeit und eine Prüfung, ob die Aufgabe wirklich verstanden wurde
Quellen

KJP Grundlagen und umschriebene Entwicklungsstörungen.pdf, 14.07.2026

KJP Umschriebene Entwicklungsstörung des Sprechens und der Sprache.pdf, 14.07.2026

Wesentliche Knochenerkrankungen
Aseptische Knochennekrose

Eine gestörte Blutversorgung kann umschriebene Knochenareale absterben lassen. Morbus Perthes ist eine juvenile Hüftkopfnekrose mit Hinken, Schmerz und eingeschränkter Abduktion oder Innenrotation. Behandlung richtet sich nach Alter, Ausmaß und Gelenkzentrierung.

Morbus Paget

Morbus Paget ist ein stark gesteigerter und ungeordneter Knochenumbau. Minderwertiger Knochen kann sich verformen und leichter brechen. Bisphosphonate hemmen die übermäßige Osteoklastenaktivität; klinisch werden Schmerz, Deformität und Komplikationen überwacht.

Osteoporose

Osteoporose vermindert Knochenmasse und Mikroarchitektur. Typische Frakturen betreffen Wirbelkörper, proximalen Femur und distalen Radius. Bewegung, Krafttraining, Sturzprävention, Vitamin-D- und Calciumversorgung sowie medikamentöse Therapie werden individuell kombiniert.

Osteomalazie

Osteomalazie ist eine unzureichende Mineralisation nach Wachstumsabschluss, häufig bei Vitamin-D-Mangel oder Organerkrankung. Bei Kindern heißt das entsprechende Krankheitsbild Rachitis. Symptome sind diffuse Knochenschmerzen, Muskelschwäche und Deformationen.

Osteitis und Osteomyelitis

Entzündungen von Knochen und Knochenmark können hämatogen, nach Verletzung oder Operation entstehen. Schmerz, Fieber, Wundheilungsstörung und Fistel sind Warnzeichen. Therapie erfordert medizinische Infektsanierung und Antibiotika; Belastung wird interprofessionell abgestimmt.

Quellen

ORT_Skript_2025.pdf – Spezielle Krankheitslehre Orthopädie, 14.07.2026

Nervensystem, Reflexe und motorisches Lernen
Lerntext

Motorische Entwicklung beruht auf Reifung, Körpervoraussetzungen, Motivation, Umwelt und wiederholter zielgerichteter Aktivität. Reflexe werden im neurologischen Zusammenhang beurteilt, nicht als alleinige Erklärung komplexer Lern- oder Verhaltensprobleme.

Fragen und Antworten
Definieren Sie „Reifung des Nervensystems“ fachlich präzise (4 Punkte)
  • Synapsenbildung
  • Verschaltung
  • Myelinisierung und Spezialisierung verändern Verarbeitungsgeschwindigkeit und Koordination
  • Reifung und Erfahrung beeinflussen sich gegenseitig
Definieren Sie „Neuroplastizität im Kindesalter“ fachlich präzise (2 Punkte)
  • Neuroplastizität ermöglicht erfahrungsabhängige Veränderung neuronaler Netzwerke
  • Sie bedeutet große Lernfähigkeit, aber keine unbegrenzte oder automatisch vollständige Erholung nach Schädigung
Definieren Sie „Frühkindliche Reflexe“ fachlich präzise (2 Punkte)
  • Frühkindliche Reflexe sind automatische Reaktionen des unreifen Nervensystems
  • Ihr Auftreten, ihre Symmetrie und ihr zeitlicher Verlauf liefern Hinweise auf neurologische Reifung
Definieren Sie „Stell- und Gleichgewichtsreaktionen“ fachlich präzise (3 Punkte)
  • Stellreaktionen richten Kopf und Körper aus
  • Gleichgewichtsreaktionen stabilisieren bei Schwerpunktverlagerung
  • Sie unterstützen zunehmend flexible Haltung und Bewegung
Definieren Sie „Pyramidales System“ fachlich präzise (2 Punkte)
  • Das pyramidale System umfasst vor allem kortikospinale Bahnen für willkürliche, besonders fein abgestimmte Bewegung
  • Seine Reifung trägt zu selektiver Motorik und Handgeschicklichkeit bei
Definieren Sie „Motorisches Lernen“ fachlich präzise (2 Punkte)
  • Motorisches Lernen entsteht durch aktive, bedeutungsvolle Übung mit Rückmeldung und Variation
  • Selbst erzeugte Problemlösung ist meist wirksamer als ausschließlich passives Bewegen
Definieren Sie „Bewegungsqualität“ fachlich präzise (2 Punkte)
  • Bewegungsqualität umfasst Koordination, Anpassung, Kraftdosierung, Selektivität und Effizienz
  • Das bloße Erreichen eines Meilensteins beschreibt nicht die gesamte motorische Funktion
Definieren Sie „Persistierende Reflexantworten“ fachlich präzise (2 Punkte)
  • Deutlich fortbestehende oder asymmetrische Reflexantworten können bei neurologischen Störungen vorkommen
  • Ihre Bedeutung wird mit Tonus, Haltung, Willkürmotorik und Alltagsfunktion beurteilt
Beschreiben Sie das fachliche Vorgehen bei „Reflexintegration als Einzelbehandlung“ (2 Punkte)
  • Komplexe Lern-, Aufmerksamkeits- oder Verhaltensprobleme sollten nicht allein aus angeblich „nicht integrierten“ Reflexen erklärt werden
  • Behandlung braucht überprüfbare Betätigungsziele und fachlich begründete Verfahren
Beschreiben Sie Entwicklung und fachliche Einordnung von „Motorische Entwicklungsförderung“ (2 Punkte)
  • Förderung schafft sichere Gelegenheiten für eigene Bewegung, Spiel und Alltagshandlungen
  • Hilfen werden so dosiert, dass das Kind aktiv bleibt und Erfolg auf neue Situationen übertragen kann
Quellen

Pädiatrie neurophysiologisch 18.02.2026.pdf, 20.07.2026

Entwicklungstabelle.pdf, 20.07.2026

AWMF: Diagnostik und Therapie der unilateralen spastischen Zerebralparese, Stand 2025, 20.07.2026

Gelenkschutz, Energiemanagement und Orthesen
Gelenkschutz

Gelenkschutz bedeutet nicht vollständige Schonung. Kräfte werden möglichst auf größere oder stabilere Gelenke verteilt, ungünstige Hebel und lange statische Haltearbeit reduziert und schmerzhafte Endstellungen vermieden. Tätigkeiten werden so verändert, dass sie weiterhin sinnvoll ausführbar bleiben.

Energiemanagement

Bei Fatigue helfen Priorisieren, Planen, Pausen, Tempowechsel und die Verteilung schwerer Aufgaben über den Tag. Die Person entscheidet, welche Tätigkeiten unverzichtbar, delegierbar oder anders lösbar sind. Ziel ist ein tragfähiger Alltag statt bloßer Aktivitätsreduktion.

Orthesen und Hilfsmittel

Orthesen können ein Gelenk entlasten, stabilisieren, Fehlstellungen begrenzen oder eine Tätigkeit erleichtern. Sitz, Haut, Durchblutung, Komfort, Funktion und Trageziel werden kontrolliert. Hilfsmittel sind nur sinnvoll, wenn sie tatsächlich genutzt werden und die gewünschte Betätigung erleichtern.

Schulung und Transfer

Patientenschulung verbindet Wissen, praktische Erprobung und Selbstmanagement. Gelenkschutz wird an realen Handlungen wie Kochen, Schreiben, Ankleiden oder Arbeit trainiert und anschließend im Alltag überprüft.

Quellen
Atemwege: Asthma, Bronchitis und COPD
Asthma bronchiale

Asthma ist eine chronisch-entzündliche Erkrankung der Atemwege mit variabler Verengung. Husten, pfeifende Atmung, Engegefühl und anfallsartige Luftnot können auftreten. Auslöser können Allergene, Infekte, Belastung, kalte Luft oder unspezifische Reize sein.

Chronische Bronchitis und COPD

Chronische Bronchitis bezeichnet anhaltenden Husten mit Auswurf; COPD umfasst eine dauerhafte Atemwegsverengung, oft zusammen mit Emphysem. Belastungsdyspnoe, reduzierte Ausdauer und Exazerbationen prägen den Alltag. Nicht jede Kurzatmigkeit bedeutet aber sofort einen akuten Notfall.

Bedeutung für die Ergotherapie

Tätigkeiten werden so angepasst, dass Atmung und Bewegungsfluss zusammenpassen. Hilfreich sind Arbeit in Etappen, günstige Ausgangsstellungen, Pausen, Lippenbremse oder andere atemerleichternde Strategien nach Anleitung. Angst vor Atemnot darf ernst genommen werden, ohne Aktivität grundsätzlich zu vermeiden.

Warnzeichen

Zunehmende Atemnot in Ruhe, Zyanose, Einziehungen, Sprechdyspnoe oder fehlende Besserung auf übliche Maßnahmen erfordern ärztliche Einschätzung. Ergotherapie vermittelt keine Notfallmedikation neu, sondern achtet auf sichere Anwendung und rechtzeitige Hilfe.

Quellen

Lehrplan BFS Ergotherapeut 2024, Spezielle Krankheitslehre, S. 49, 19.07.2026

Wundversorgung und Einflussfaktoren
Prinzipien der Versorgung

Chirurgische Wundversorgung umfasst Befund, Blutstillung, Reinigung, Entfernung avitalen Gewebes, gegebenenfalls Fremdkörperentfernung, spannungsarmen Verschluss und geeignete Abdeckung. Débridement bedeutet das Entfernen abgestorbenen oder infizierten Gewebes. Bei größeren Defekten kommen Transplantate, Lappenplastiken oder Unterdruckverfahren infrage.

Lokale Einflussfaktoren

Durchblutung, Sauerstoffversorgung, Feuchtigkeit, Keimlast, Nekrosen, Fremdkörper, Hämatom, Ödem, Zug und Druck beeinflussen die Heilung. Zu trockene Wundflächen und dauerhafte Mazeration können gleichermaßen ungünstig sein. Verbände und Wundauflagen werden nach medizinischem Konzept gehandhabt, nicht routinemäßig durch Therapie verändert.

Systemische Einflussfaktoren

Alter, Ernährung, Flüssigkeitshaushalt, Diabetes, Gefäßerkrankungen, Immunsuppression, Anämie, Nikotin, Alkohol und bestimmte Medikamente verändern Heilung. Psychische Belastung, Schlaf und Fähigkeit zum Selbstmanagement wirken indirekt über Verhalten, Aktivität und Versorgungskontinuität.

Ergotherapeutische Aufgaben

Therapie unterstützt alltagstaugliche Verband- und Gelenkschonung, sichere Körperpflege, Ankleiden, Lagerung, Einhandstrategien, Hilfsmittel und Bewegungsprogramme. Sie beobachtet Adhärenz und Barrieren, ohne Wundbehandlungskompetenzen zu überschreiten. Edukation wird konkret: Was darf bewegt, belastet, gereinigt oder abgedeckt werden?

Ergotherapeutischer Prüfpunkt

Nenne drei lokale und drei systemische Einflussfaktoren und leite für einen davon eine konkrete Alltagsanpassung ab.

Quellen

CHIRURGIE(1).zip / Wunde und Wundheilung.pdf, 14.07.2026

CHIRURGIE(1).zip / Stationsarbeit_Wundheilung_Ergotherapie.pdf, 14.07.2026

Operative Tumortherapie und funktionelle Folgen
Ziel der Operation

Eine Operation kann kurativ, diagnostisch, entlastend oder palliativ erfolgen. Der Resektionsstatus beschreibt, ob mikroskopisch Tumorreste zurückbleiben.

Folgen

Ausgedehnte Eingriffe können Beweglichkeit, Kraft, Sensibilität, Organfunktion, Körperbild und Selbstversorgung verändern. Nach Lymphknotenentfernung oder Bestrahlung kann ein Lymphödem entstehen.

Alltag

Narben, Schmerz, Stoma, Amputation oder veränderte Ernährung verlangen konkrete Anpassungen von Routinen, Kleidung, Arbeitsplatz und Hilfsmitteln.

Fragen und Antworten
Definieren Sie „Kurative Tumoroperation“ fachlich präzise (1 Punkt)
  • Sie zielt auf vollständige Entfernung aller nachweisbaren Tumoranteile mit Heilungsabsicht
Definieren Sie „Palliative Operation“ fachlich präzise (1 Punkt)
  • Sie lindert Beschwerden oder verhindert Komplikationen, ohne die Erkrankung vollständig beseitigen zu können
Erläutern Sie „R0-, R1- und R2-Resektion“ fachlich strukturiert (1 Punkt)
  • R0 bedeutet kein Resttumor, R1 mikroskopischen und R2 makroskopisch sichtbaren Resttumor
Definieren Sie „Lymphadenektomie“ fachlich präzise (1 Punkt)
  • Operative Entfernung regionaler Lymphknoten zur Stadieneinteilung oder Tumorkontrolle
Nennen Sie die wesentlichen Aspekte von „Mögliche Operationsfolgen“ (5 Punkte)
  • Schmerz
  • Narben
  • Kraft- und Beweglichkeitsverlust
  • Sensibilitätsstörung
  • Fatigue und veränderte Organfunktion
Beurteilen Sie „Lymphödemrisiko“ anhand fachlicher Kriterien (1 Punkt)
  • Entfernte oder bestrahlte Lymphbahnen können den Abfluss stören und eine chronische Schwellung begünstigen
Definieren Sie „Stoma im Alltag“ fachlich präzise (1 Punkt)
  • Versorgung, Hautschutz, Kleidung, Ernährung, Körperbild und soziale Sicherheit müssen individuell eingeübt werden
Definieren Sie „Amputation nach Tumoroperation“ fachlich präzise (3 Punkte)
  • Prothesenversorgung
  • Stumpfpflege
  • Schmerzmanagement und neue Handlungstechniken unterstützen Selbstständigkeit
Beschreiben Sie das fachliche Vorgehen bei „Narbenbehandlung nach Freigabe“ (1 Punkt)
  • Mobilisation, Hautpflege, Desensibilisierung und funktionelle Bewegung können Verklebung und Schonverhalten mindern
Beschreiben Sie das diagnostische Vorgehen bei „Ergotherapeutischer Frühbefund“ (1 Punkt)
  • Erfasst werden Schmerz, Beweglichkeit, Handfunktion, Selbstversorgung, Hilfsmittelbedarf, Rollen und Wohnumwelt
Quellen

AKL_2_2_Pathologie der Zelle_Tumoren_genetische Erkrankungen.pdf, 19.07.2026

lp_bfs_ergotherapeut_2024-1.pdf, 26.07.2026

Schlaganfall, TIA und vaskuläre Demenz
Entstehung

Schlaganfälle entstehen durch Gefäßverschluss oder Blutung. Häufige Ursachen ischämischer Infarkte sind arteriosklerotische Stenosen, kardiale oder arterio-arterielle Embolien, lokale Thrombosen, Dissektionen und Gerinnungsstörungen. Risikofaktoren sind insbesondere Hypertonie, Vorhofflimmern, Diabetes, Rauchen, Fettstoffwechselstörungen und Bewegungsmangel.

Verlauf und Warnzeichen

Eine TIA verursacht vorübergehende fokale Symptome und ist ein dringendes Warnsignal. Plötzliche Gesichtslähmung, Arm- oder Beinschwäche, Sprach-, Seh- oder Gleichgewichtsstörung erfordern sofortigen Notruf. „Zeit ist Hirn.“

Folgen

Möglich sind Hemiparese, Sensibilitätsstörung, Aphasie, Apraxie, Dysarthrie, Gesichtsfeldausfall, Neglect, Gedächtnis- und Aufmerksamkeitsstörung. Beim Pusher-Syndrom wird die subjektive Körpervertikale verschoben; Betroffene drücken aktiv zur gelähmten Seite.

Vaskuläre Demenz

Wiederholte Infarkte und Mikroangiopathie können kognitive Leistung schrittweise vermindern. Typisch sind Aufmerksamkeits- und Exekutivstörungen, Verlangsamung, Affektlabilität und schwankender Verlauf.

Ergotherapeutische Schwerpunkte

Frühe Positionierung, sichere Transfers, Arm-Hand-Einsatz, Wahrnehmung, Alltagstraining, Hilfsmittel, Angehörigenberatung und Sekundärprävention werden auf Betätigungsziele bezogen.

Fragen und Antworten
Erläutern Sie „Ischämischer und hämorrhagischer Schlaganfall“ fachlich strukturiert (1 Punkt)
  • Ischämie entsteht durch Gefäßverschluss, Hämorrhagie durch eine Blutung in oder um das Gehirn
Erläutern Sie Sicherheitsanforderungen und erforderliche Reaktionen bei „FAST-Warnzeichen“ (1 Punkt)
  • Gesichtsasymmetrie, Armschwäche und Sprachstörung bedeuten: Zeitpunkt merken und sofort den Notruf auslösen
Definieren Sie „TIA“ fachlich präzise (2 Punkte)
  • Eine vorübergehende fokale neurologische Störung ohne bleibenden klinischen Ausfall
  • Sie ist ein dringendes Schlaganfallwarnzeichen
Definieren Sie „Wichtige Schlaganfallrisiken“ fachlich präzise (5 Punkte)
  • Vor allem Hypertonie
  • Vorhofflimmern
  • Diabetes
  • Rauchen
  • Fettstoffwechselstörung und Bewegungsmangel
Nennen Sie die wesentlichen Aspekte von „Typische Schlaganfallfolgen“ (1 Punkt)
  • Möglich sind Hemiparese, Sensibilitätsstörung, Aphasie, Apraxie, Dysarthrie, Gesichtsfeldausfall, Neglect und kognitive Störungen
Definieren Sie „Pusher-Syndrom“ fachlich präzise (2 Punkte)
  • Die subjektive Körpervertikale ist verschoben
  • Betroffene drücken aktiv zur paretischen Seite und widersetzen sich passiver Korrektur
Definieren Sie „Vaskuläre Demenz“ fachlich präzise (1 Punkt)
  • Gefäßschäden verursachen häufig Verlangsamung, Aufmerksamkeits- und Exekutivstörungen sowie einen stufenweisen oder schwankenden Verlauf
Definieren Sie „Migräne mit Aura“ fachlich präzise (1 Punkt)
  • Vorübergehende visuelle, sensible oder sprachliche Symptome entwickeln sich meist allmählich und können dem Kopfschmerz vorausgehen
Definieren Sie „Ergotherapeutische Frühschwerpunkte“ fachlich präzise (5 Punkte)
  • Sichere Positionierung
  • Transfers
  • Arm-Hand-Einsatz
  • Wahrnehmung
  • Alltagsnahe Aktivität; Hilfsmittel und Angehörigenanleitung
Quellen

NEU_SKRIPT_F_SP.pdf, 14.07.2026

Migräne: Attacken, Auslöser und Betätigungsmanagement
Neurologische Erkrankung

Migräne ist eine primäre neurologische Kopfschmerzerkrankung mit wiederkehrenden Attacken. Stress kann Attacken begünstigen, ist aber nicht die alleinige Ursache. Häufig wirken mehrere Faktoren zusammen.

Attacke

Typisch sind mittelstarke bis starke Kopfschmerzen, Übelkeit sowie Licht- und Geräuschempfindlichkeit. Bei einer Aura treten vorübergehend neurologische Symptome auf, meist visuelle oder sensible Phänomene.

Selbstmanagement

Regelmäßiger Schlaf, Mahlzeiten, Flüssigkeit, Bewegung und ein sinnvoll geführtes Tagebuch helfen, Muster zu erkennen. Akut- und Vorbeugemedikation sowie Warnzeichen gehören in ärztliche Begleitung.

Fragen und Antworten
Definieren Sie „Migräne als Attackenerkrankung“ fachlich präzise (1 Punkt)
  • Eine primäre neurologische Erkrankung mit wiederkehrenden Kopfschmerzattacken und typischen Begleitsymptomen
Definieren Sie „Typische Migräneattacke“ fachlich präzise (1 Punkt)
  • Häufig pulsierender, mittelstarker bis starker Schmerz mit Übelkeit sowie Licht- und Geräuschempfindlichkeit
Definieren Sie „Migräneaura“ fachlich präzise (4 Punkte)
  • Vorübergehende
  • Vollständig rückläufige neurologische Symptome
  • Meist Sehphänomene
  • Sensibilitäts- oder Sprachstörungen
Definieren Sie „Migränetrigger“ fachlich präzise (5 Punkte)
  • Individuelle Auslöser wie Stresswechsel
  • Schlafmangel
  • Unregelmäßige Mahlzeiten
  • Alkohol
  • Hormonschwankungen oder starke Reize
Definieren Sie „Trigger als Ursache“ fachlich präzise (2 Punkte)
  • Nein
  • Trigger können eine Attacke begünstigen, sind aber nicht die grundlegende Ursache der Migräne
Definieren Sie „Kopfschmerztagebuch“ fachlich präzise (5 Punkte)
  • Es dokumentiert Häufigkeit
  • Dauer
  • Symptome
  • Medikamente
  • Belastungen und mögliche Muster ohne zwanghafte Selbstbeobachtung
Beschreiben Sie das fachliche Vorgehen bei „Akuttherapie der Migräne“ (1 Punkt)
  • Früh eingesetzte geeignete Schmerz- oder Migränemittel, Ruhe und Reizreduktion nach individuellem ärztlichem Plan
Beschreiben Sie das fachliche Vorgehen bei „Migräneprophylaxe“ (1 Punkt)
  • Regelmäßige Lebensführung, Bewegung, Entspannung und bei häufigen Attacken vorbeugende Medikamente können die Belastung senken
Definieren Sie „Medikamentenübergebrauchskopfschmerz“ fachlich präzise (2 Punkte)
  • Zu häufige Einnahme von Akutmitteln kann Kopfschmerzen verstetigen
  • Einnahmetage müssen ärztlich überprüft werden
Erläutern Sie Sicherheitsanforderungen und erforderliche Reaktionen bei „Kopfschmerz-Warnzeichen“ (4 Punkte)
  • Plötzlicher stärkster Schmerz
  • Fieber
  • Bewusstseinsstörung
  • Neue Lähmung oder Kopfschmerz nach Trauma verlangen rasche Abklärung
Nennen Sie die wesentlichen Aspekte von „Migränefolgen für Handlungsfähigkeit“ (1 Punkt)
  • Attacken und Erwartungsangst können Arbeit, Lernen, Haushalt, Mobilität, soziale Termine und Erholung einschränken
Beschreiben Sie das fachliche Vorgehen bei „Ergotherapeutisches Migränemanagement“ (3 Punkte)
  • Reize und Tagesrhythmus anpassen
  • Pausen planen
  • Frühzeichen beachten und verlässliche Rückkehrstrategien entwickeln
Quellen

NEU_SKRIPT_F_SP.pdf, 08.04.2025

lp_bfs_ergotherapeut_2024-1.pdf, 26.07.2026

S1-Leitlinie Therapie der Migräneattacke und Prophylaxe der Migräne, Version 7.1 (AWMF 030-057), 08.08.2025

Affekt, Antrieb und Psychomotorik
Stimmung und Affekt

Stimmung ist die länger anhaltende emotionale Grundtönung; Affekt die aktuelle emotionale Reaktion. Beurteilt werden Qualität, Intensität, Modulationsfähigkeit und Passung zur Situation.

Antrieb und Psychomotorik

Antrieb bezeichnet die Energie zur Einleitung und Durchführung von Handlungen. Psychomotorik verbindet psychisches Erleben mit sichtbarer Bewegung, Haltung und Sprache. Störungen reichen von Hemmung bis zu starker Erregung.

Alltagsbezug

Affekt- und Antriebsstörungen verändern Initiative, Selbstversorgung, Kommunikation, Belastbarkeit und Risikoverhalten. Die beobachtete Leistung darf nicht vorschnell als Wille oder Charakter gedeutet werden.

Fragen und Antworten
Definieren Sie „Stimmung“ fachlich präzise (4 Punkte)
  • Länger anhaltende emotionale Grundtönung
  • Die Wahrnehmung
  • Denken
  • Motivation und Verhalten beeinflusst
Definieren Sie „Affekt“ fachlich präzise (3 Punkte)
  • Kurzfristige emotionale Reaktion auf innere oder äußere Ereignisse
  • Sichtbar etwa in Mimik
  • Stimme und Verhalten
Definieren Sie „Affektverarmung“ fachlich präzise (2 Punkte)
  • Emotionale Ausdrucksbreite und Resonanz sind deutlich vermindert
  • Mimik und Stimme wirken wenig moduliert
Definieren Sie „Affektlabilität“ fachlich präzise (1 Punkt)
  • Gefühlszustände wechseln rasch und bei geringem Anlass, ohne dass sie ausreichend stabilisiert werden können
Definieren Sie „Affektinkontinenz“ fachlich präzise (1 Punkt)
  • Emotionale Reaktionen wie Weinen oder Lachen können kaum gesteuert und dem Anlass angepasst werden
Definieren Sie „Dysphorie“ fachlich präzise (1 Punkt)
  • Missmutige, gereizte oder spannungsvolle Stimmung mit erhöhter Konfliktbereitschaft
Definieren Sie „Ambivalenz“ fachlich präzise (1 Punkt)
  • Gegensätzliche Gefühle, Wünsche oder Bewertungen bestehen gleichzeitig und erschweren Entscheidungen oder Handlungen
Definieren Sie „Antriebsminderung“ fachlich präzise (2 Punkte)
  • Energie, Initiative und spontane Aktivität sind reduziert
  • Alltägliche Handlungen werden seltener begonnen
Definieren Sie „Antriebshemmung“ fachlich präzise (1 Punkt)
  • Handlungen werden gewollt, fühlen sich aber innerlich gebremst oder nur mit erheblichem Kraftaufwand möglich an
Definieren Sie „Antriebssteigerung“ fachlich präzise (1 Punkt)
  • Aktivität, Unternehmungsdrang und Handlungsimpulse sind erhöht, häufig mit geringerer Selbstbegrenzung
Definieren Sie „Psychomotorische Unruhe“ fachlich präzise (1 Punkt)
  • Sichtbare motorische Getriebenheit wie Umhergehen, Nesteln oder häufige Positionswechsel bei innerer Spannung
Definieren Sie „Stupor“ fachlich präzise (2 Punkte)
  • Deutliche Bewegungs- und Reaktionsarmut bis zur Bewegungslosigkeit bei erhaltenem Wachzustand
  • Medizinische Abklärung ist dringlich
Definieren Sie „Mutismus“ fachlich präzise (1 Punkt)
  • Ausbleiben oder weitgehende Reduktion gesprochener Sprache trotz grundsätzlich vorhandener Sprechfähigkeit
Definieren Sie „Katatonie“ fachlich präzise (4 Punkte)
  • Syndrom ausgeprägter psychomotorischer Veränderungen wie Stupor
  • Erregung
  • Haltungsstereotypien
  • Negativismus oder wächserne Biegsamkeit
Definieren Sie „Affektive Passung“ fachlich präzise (1 Punkt)
  • Geprüft wird, ob Gefühlsausdruck, berichtetes Erleben und Situation nachvollziehbar zusammenpassen
Definieren Sie „Antriebsstörung und Alltag“ fachlich präzise (1 Punkt)
  • Selbstversorgung, Termine, Haushaltsführung, Arbeit, Freizeit und soziale Kontakte können deutlich eingeschränkt oder riskant gesteigert sein
Quellen

Sächsischer Lehrplan Ergotherapeut/Ergotherapeutin 2024, LPE 8, 26.07.2026

AMDP-System.pdf, 26.07.2026

PPB Fragen.pdf, 26.07.2026

Lese- und Rechtschreibstörung
Kernmerkmale

Bei einer Lese- und Rechtschreibstörung sind Erwerb und Anwendung von Lesen und Rechtschreiben deutlich beeinträchtigt. Beim Lesen können Genauigkeit, Geschwindigkeit und Textverständnis betroffen sein. Beim Schreiben treten anhaltende Fehler, unsichere Laut-Buchstaben-Zuordnung und Schwierigkeiten beim Abruf orthografischer Muster auf.

Diagnostik

Die Leistung wird mit alters- und beschulungsbezogenen Normen verglichen. Anamnese, Schulverlauf, allgemeine Leistungsdiagnostik und medizinisch-neurologische Abklärung helfen, andere Ursachen einzuordnen. Eine isolierte schlechte Note genügt nicht. Seh- oder Hörprobleme, unzureichender Unterricht, Sprachentwicklungsstörung, Aufmerksamkeitsprobleme und emotionale Belastung müssen mitbedacht werden.

Komorbidität und Folgen

Häufig bestehen weitere Lern-, Sprach-, Aufmerksamkeits- oder emotionale Schwierigkeiten. Wiederholte Misserfolge können Selbstwert, Motivation und Schulbesuch belasten. Manche Kinder entwickeln Vermeidungsverhalten, somatische Beschwerden oder Angst vor Leistungsanforderungen.

Förderung

Spezifische Lerntherapie oder schulische Förderung arbeitet systematisch an den betroffenen Fertigkeiten. Anpassungen und Nachteilsausgleich sollen die Behinderung kompensieren, ohne Lernziele unklar zu machen. Maßnahmen richten sich nach schulrechtlichen Vorgaben und individueller Diagnostik.

Ergotherapeutische Schnittstelle

Ergotherapie ist nicht automatisch die primäre Behandlung einer LRS. Sie kann sinnvoll sein, wenn zusätzliche Probleme bei Aufmerksamkeit, Arbeitsorganisation, Handschrift, visuomotorischer Ausführung, Belastungsregulation oder Selbstständigkeit im Schulalltag bestehen. Hilfsmittel, digitale Unterstützung, Aufgabenstruktur und realistische Lernroutinen können Teil eines abgestimmten Plans sein.

Fragen und Antworten
Nennen Sie die wesentlichen Aspekte von „Kernmerkmale“ (3 Punkte)
  • Bei einer Lese- und Rechtschreibstörung sind Erwerb und Anwendung von Lesen und Rechtschreiben deutlich beeinträchtigt
  • Beim Lesen können Genauigkeit, Geschwindigkeit und Textverständnis betroffen sein
  • Beim Schreiben treten anhaltende Fehler, unsichere Laut-Buchstaben-Zuordnung und Schwierigkeiten beim Abruf orthografischer Muster auf
Beschreiben Sie das diagnostische Vorgehen bei „Lese- und Rechtschreibstörung: Diagnostik“ (5 Punkte)
  • Die Leistung wird mit alters- und beschulungsbezogenen Normen verglichen
  • Anamnese
  • Schulverlauf
  • Allgemeine Leistungsdiagnostik und medizinisch-neurologische Abklärung helfen
  • Andere Ursachen einzuordnen; Eine isolierte schlechte Note genügt nicht; Seh- oder Hörprobleme, unzureichender Unterricht, Sprachentwicklungsstörung, Aufmerksamkeitsprobleme und emotionale Belastung müssen mitbedacht werden
Nennen Sie die wesentlichen Aspekte von „Komorbidität und Folgen“ (5 Punkte)
  • Häufig bestehen weitere Lern-
  • Sprach-
  • Aufmerksamkeits- oder emotionale Schwierigkeiten
  • Wiederholte Misserfolge können Selbstwert, Motivation und Schulbesuch belasten
  • Manche Kinder entwickeln Vermeidungsverhalten, somatische Beschwerden oder Angst vor Leistungsanforderungen
Erläutern Sie „Förderung“ fachlich strukturiert (3 Punkte)
  • Spezifische Lerntherapie oder schulische Förderung arbeitet systematisch an den betroffenen Fertigkeiten
  • Anpassungen und Nachteilsausgleich sollen die Behinderung kompensieren, ohne Lernziele unklar zu machen
  • Maßnahmen richten sich nach schulrechtlichen Vorgaben und individueller Diagnostik
Erläutern Sie „Ergotherapeutische Schnittstelle“ fachlich strukturiert (3 Punkte)
  • Ergotherapie ist nicht automatisch die primäre Behandlung einer LRS
  • Sie kann sinnvoll sein, wenn zusätzliche Probleme bei Aufmerksamkeit, Arbeitsorganisation, Handschrift, visuomotorischer Ausführung, Belastungsregulation oder Selbstständigkeit im Schulalltag bestehen
  • Hilfsmittel, digitale Unterstützung, Aufgabenstruktur und realistische Lernroutinen können Teil eines abgestimmten Plans sein
Quellen

KJP Grundlagen und umschriebene Entwicklungsstörungen.pdf, 14.07.2026

KJP Lese-und Rechtschreibstörung.pdf, 14.07.2026

Wirbelsäulenfehlbildungen und Spondylolisthesis
Spina bifida

Spina bifida ist eine dysraphische Verschlussstörung des Neuralrohrs und seiner umgebenden Strukturen. Spina bifida occulta kann asymptomatisch bleiben. Bei offener oder zystischer Form können Nervengewebe und Meningen beteiligt sein, mit motorischen, sensiblen und vegetativen Folgen.

Prävention und Versorgung

Folsäure vor und zu Beginn einer Schwangerschaft reduziert das Risiko von Neuralrohrdefekten. Je nach Form erfolgen operative Deckung, Wirbelsäulenstabilisierung, Hilfsmittel- und Kontinenzversorgung sowie langfristige interdisziplinäre Begleitung.

Wirbelfehlbildungen

Keil-, Schmetterlings- und Blockwirbel können Achsabweichungen, Schmerzen oder neurologische Probleme verursachen. Ausprägung und Wachstum bestimmen den Verlauf.

Spondylolyse und Spondylolisthesis

Spondylolyse ist ein Defekt der Interartikularportion des Wirbelbogens. Spondylolisthesis bezeichnet das Wirbelgleiten. Ursachen können angeboren, degenerativ oder traumatisch sein. Hoch belastende Extensionssportarten erhöhen bei Jugendlichen das Risiko.

Therapie und Alltag

Konservativ werden Rumpfstabilität, Belastungsanpassung und gegebenenfalls Korsett genutzt. Bei Instabilität oder neurologischer Gefährdung kann operative Reposition und Stabilisierung erforderlich sein. Ergotherapie betrachtet Sitz, Schule, Arbeit, Selbstversorgung und Schmerzmanagement.

Quellen

ORT_Skript_2025.pdf – Spezielle Krankheitslehre Orthopädie, 14.07.2026

Sensorische Integration, Raum, Zeit und Denken
Lerntext

Der Lehrplan verbindet sensorische Integration mit Raum, Zeit und Denken. Gemeint ist das Zusammenspiel von Wahrnehmung, Körper, Aufmerksamkeit, Gedächtnis und Planung, das sich in konkreten Handlungen zeigt.

Fragen und Antworten
Erklären Sie den fachlichen Zusammenhang bei „Sensorische Integration als Grundfunktion“ (2 Punkte)
  • Sensorische Integration bezeichnet die geordnete Verknüpfung von Sinnesinformationen für Wahrnehmung und Handlung
  • Sie ist ein allgemeiner neurobiologischer Prozess, nicht automatisch eine Diagnose
Definieren Sie „Sensorische Modulation“ fachlich präzise (2 Punkte)
  • Modulation beschreibt die Anpassung der Reaktionsstärke an Reize
  • Aufmerksamkeit, Wachheit, Emotion, Vorhersagbarkeit und Kontrolle beeinflussen, ob ein Reiz als passend oder belastend erlebt wird
Definieren Sie „Sensorische Diskrimination“ fachlich präzise (3 Punkte)
  • Diskrimination bedeutet Reize genau zu unterscheiden
  • Etwa Form ertasten
  • Bewegungsrichtung erkennen oder einen Laut aus Hintergrundgeräuschen herausfiltern
Beschreiben Sie das fachliche Vorgehen bei „Praxis als Handlungsplanung“ (5 Punkte)
  • Praxis (griechisch práxis, Handlung) ist die Fähigkeit, neue zielgerichtete Handlungen zu entwerfen, zu planen und auszuführen
  • Körperschema
  • Wahrnehmung
  • Idee
  • Sequenzierung und motorische Kontrolle wirken zusammen
Definieren Sie „Räumliche Beziehungen“ fachlich präzise (5 Punkte)
  • Räumliche Beziehungen betreffen Lage
  • Richtung
  • Abstand und Orientierung von Körper und Objekten
  • Sie entwickeln sich durch Bewegung
  • Blicksteuerung; Greifen; Bauen und Navigation
Nennen Sie die wesentlichen Aspekte von „Zeitliche Abfolgen“ (2 Punkte)
  • Zeitliche Verarbeitung ordnet Ereignisse und Handlungsschritte
  • Sie ist nötig für Rhythmus, Sprache, Anziehen, Kochen, Aufgabenplanung und das Verstehen von vorher und nachher
Definieren Sie „Objektpermanenz“ fachlich präzise (2 Punkte)
  • Objektpermanenz bedeutet, dass ein Objekt als weiter bestehend verstanden wird, obwohl es nicht sichtbar ist
  • Sie entwickelt sich im Säuglingsalter schrittweise
Definieren Sie „Symbolisches Denken“ fachlich präzise (5 Punkte)
  • Symbolisches Denken erlaubt
  • Dass Wörter
  • Bilder oder Gegenstände für etwas anderes stehen
  • Es bildet eine Grundlage für Sprache
  • Rollenspiel; Zeichnen und spätere schulische Symbole
Beschreiben Sie Entwicklung und fachliche Einordnung von „Präoperationale Entwicklungsstufe“ (2 Punkte)
  • Piagets präoperationale Stufe beschreibt typisches Denken im Vorschulalter mit wachsender Symbolfähigkeit, aber noch begrenzter logischer Umkehrbarkeit
  • Das Modell ist Orientierung, keine starre Altersnorm
Beschreiben Sie das fachliche Vorgehen bei „Sensorisch-integrative Ergotherapie“ (4 Punkte)
  • Eine sensorisch-integrative Behandlung ist von allgemeiner Reizbeschäftigung zu unterscheiden
  • Sie braucht klare Indikation
  • Qualifizierte Befundung
  • Aktive kindgerechte Aufgaben und messbare Alltagsziele
Quellen

Grundlagen SI bei Kindern und Jugendlichen.pdf, 20.07.2026

POL Entwicklung Handout.pdf, 20.07.2026

kindergesundheit-info.de: Geistige Entwicklung, geprüft 2026-07-20, 20.07.2026

Axiale Spondyloarthritis und Morbus Bechterew
Begriff

Axiale Spondyloarthritis ist eine entzündlich-rheumatische Erkrankungsgruppe mit Schwerpunkt an Iliosakralgelenken und Wirbelsäule. „Morbus Bechterew“ bezeichnet traditionell die radiografische Form mit nachweisbaren strukturellen Veränderungen.

Symptome und Verlauf

Typisch sind chronischer Rückenschmerz mit entzündlichen Merkmalen, Morgensteifigkeit und Besserung durch Bewegung. Enthesitis, periphere Gelenkbeteiligung, Uveitis, Psoriasis oder chronisch-entzündliche Darmerkrankung können hinzukommen. Der Verlauf ist individuell.

Therapiegrundsätze

Regelmäßige Bewegung und Übung sind zentrale Bestandteile; Medikamente richten sich nach Aktivität und Befall. Haltung, Wirbelsäulen- und Hüftbeweglichkeit, Kraft, Atmung und Ausdauer werden langfristig berücksichtigt.

Ergotherapeutische Aufgaben

Ergotherapie überträgt Bewegungs- und Haltungsziele in Arbeitsplatz, Selbstversorgung, Schlafumgebung und Freizeit. Hausprogramme müssen verständlich, realistisch und mit bedeutsamen Routinen verknüpft sein.

Quellen
Pneumonie, Embolie und pleurale Erkrankungen
Pneumonie

Pneumonie ist eine Entzündung des Lungengewebes und geht häufig mit Fieber, Husten, reduziertem Allgemeinzustand und Atemnot einher. Im höheren Alter können Verwirrtheit, Schwäche oder Appetitlosigkeit im Vordergrund stehen. Rekonvaleszenz und Belastungsaufbau brauchen oft mehr Zeit als erwartet.

Lungenembolie und Lungenödem

Eine Lungenembolie kann plötzlich Luftnot, Thoraxschmerz, Tachykardie oder Kollapsneigung verursachen und ist ein Notfall. Beim Lungenödem behindert Flüssigkeit in der Lunge den Gasaustausch; Atemnot und Orthopnoe stehen im Vordergrund. Beide Zustände überschreiten klar den Rahmen regulärer ergotherapeutischer Belastung.

Pleurale Erkrankungen

Pleuritis oder andere pleurale Prozesse können atemabhängige Schmerzen und Schonatmung verursachen. Dadurch werden Bewegung, Husten und Alltagsaktivität zusätzlich erschwert. Schonhaltungen und reduzierter Aktivitätsradius können auch nach der Akutphase fortbestehen.

Ergotherapeutische Einordnung

Ergotherapie unterstützt frühe, sichere Mobilisation im Rahmen der Freigaben sowie den Übergang zurück in Alltagshandlungen. Wichtig sind Dosierung, Positionierung, Pausen und Beobachtung von Atemfrequenz, Erschöpfung und Schwindel. Akute Verschlechterungen werden sofort weitergegeben.

Quellen

Lehrplan BFS Ergotherapeut 2024, Spezielle Krankheitslehre, S. 49, 19.07.2026

Wundheilungsstörungen und Warnzeichen
Störungsformen

Wundheilung kann durch Infektion, Durchblutungsmangel, Nekrose, Hämatom, Serom, Nahtdehiszenz, Fremdkörper oder übermäßige mechanische Belastung verzögert werden. Chronische Wunden besitzen andere Ursachen und benötigen ein interprofessionelles Gesamtkonzept.

Infektionszeichen

Zunehmende Rötung, Überwärmung, Schwellung, pochender Schmerz, eitriges Sekret, unangenehmer Geruch, Fieber oder Allgemeinzustandsverschlechterung sind abklärungsbedürftig. An der Hand können sich Infektionen entlang von Sehnenscheiden oder Faszienräumen ausbreiten. Eine Phlegmone ist eine diffuse eitrige Entzündung des Bindegewebes.

Blutung und Kreislauf

Frische oder erneut einsetzende Blutung, rasch wachsendes Hämatom, Blässe, Schwindel oder Kreislaufzeichen werden nicht „wegtrainiert“. Druck durch Verband oder Schwellung kann Gefäße und Nerven gefährden. Farbe, Temperatur, Kapillarfüllung, Sensibilität und aktive Beweglichkeit geben Hinweise auf die periphere Situation.

Therapeutisches Vorgehen

Bei Warnzeichen wird die Aktivität beendet, die betroffene Region geschützt und medizinische Rücksprache organisiert. Dokumentiert werden Zeitpunkt, beobachtete Veränderung und Reaktion. Eigenmächtiges Entfernen von Nahtmaterial, Wundauflagen oder tiefen Fremdkörpern ist ausgeschlossen.

Ergotherapeutischer Prüfpunkt

Formuliere eine sachliche Rückmeldung: Beobachtung, Veränderung zum Vorbefund, funktionelle Auswirkung und bereits getroffene Schutzmaßnahme.

Quellen

CHIRURGIE(1).zip / Wunde und Wundheilung.pdf, 14.07.2026

CHIRURGIE(1).zip / Stationsarbeit_Wundheilung_Ergotherapie.pdf, 14.07.2026

Strahlen- und medikamentöse Tumortherapie
Strahlentherapie

Ionisierende Strahlung schädigt die Erbinformation von Tumorzellen. Nebenwirkungen hängen von Dosis, Feld und bestrahltem Gewebe ab und können akut oder verzögert auftreten.

Systemische Therapie

Chemotherapie wirkt besonders auf teilungsaktive Zellen. Zielgerichtete Medikamente greifen definierte molekulare Strukturen an; Immuntherapien aktivieren oder enthemmen Immunreaktionen gegen Tumoren.

Funktionsrelevante Folgen

Fatigue, Übelkeit, Schleimhautschäden, Blutbildveränderungen, Neuropathie, kognitive Beschwerden und reduzierte Belastbarkeit verändern Alltag und Sicherheit.

Fragen und Antworten
Beschreiben Sie das fachliche Vorgehen bei „Strahlentherapie“ (1 Punkt)
  • Ionisierende Strahlung schädigt Tumorzellen lokal, kann aber auch gesundes Gewebe im Bestrahlungsfeld beeinträchtigen
Nennen Sie die wesentlichen Aspekte von „Akute Strahlenfolgen“ (1 Punkt)
  • Möglich sind Hautreaktionen, Schleimhautentzündung, Müdigkeit, lokale Schmerzen und vorübergehende Funktionsminderung
Nennen Sie die wesentlichen Aspekte von „Späte Strahlenfolgen“ (1 Punkt)
  • Fibrose, Gefäß- oder Nervenschäden, Lymphödem und dauerhafte Gewebefunktionsstörungen können verzögert auftreten
Beschreiben Sie das fachliche Vorgehen bei „Chemotherapie“ (1 Punkt)
  • Systemische Medikamente hemmen Zellteilung oder schädigen Zellen und wirken dadurch auch auf gesundes teilungsaktives Gewebe
Nennen Sie die wesentlichen Aspekte von „Häufige Chemotherapiefolgen“ (5 Punkte)
  • Übelkeit
  • Schleimhautschäden
  • Haarausfall
  • Blutbildveränderungen
  • Fatigue und Neuropathie
Beschreiben Sie das fachliche Vorgehen bei „Chemotherapiebedingte Polyneuropathie“ (3 Punkte)
  • Taubheit
  • Kribbeln
  • Schmerz und reduzierte Feinmotorik erhöhen Sturz- und Verletzungsrisiken
Beschreiben Sie das fachliche Vorgehen bei „Zielgerichtete Therapie“ (1 Punkt)
  • Sie greift molekulare Strukturen oder Signalwege an, die für einen bestimmten Tumor bedeutsam sind
Beschreiben Sie das fachliche Vorgehen bei „Immuntherapie“ (1 Punkt)
  • Sie verstärkt oder enthemmt Immunreaktionen gegen Tumorzellen und kann entzündliche Nebenwirkungen auslösen
Definieren Sie „Neutropenie“ fachlich präzise (2 Punkte)
  • Ein Mangel an neutrophilen Granulozyten erhöht das Infektionsrisiko
  • Fieber verlangt rasche medizinische Abklärung
Definieren Sie „Thrombozytopenie“ fachlich präzise (2 Punkte)
  • Zu wenige Blutplättchen erhöhen Blutungsneigung
  • Verletzungen und belastende Maßnahmen müssen vermieden werden
Definieren Sie „Onkologische Fatigue“ fachlich präzise (3 Punkte)
  • Eine anhaltende
  • Unverhältnismäßige Erschöpfung
  • Die sich durch Schlaf allein nicht ausreichend bessert
Quellen

AKL_2_2_Pathologie der Zelle_Tumoren_genetische Erkrankungen.pdf, 19.07.2026

lp_bfs_ergotherapeut_2024-1.pdf, 26.07.2026

Tumoren und andere Raumforderungen von Gehirn und Rückenmark
Allgemeine Zeichen

Symptome hängen von Lage, Wachstumsgeschwindigkeit und Hirndruck ab. Warnzeichen sind neuartige morgendliche Kopfschmerzen, schwallartiges Erbrechen, epileptische Anfälle, Wesensänderung, fokale Ausfälle, Stauungspapille und Bewusstseinsminderung.

Wichtige Tumorformen

Glioblastome wachsen hochmaligne und infiltrierend. Meningeome sind meist gutartig und verdrängend. Akustikusneurinome können Hörminderung, Tinnitus und später Hirnnervenausfälle verursachen. Hypophysenadenome führen durch Kompression oder Hormonaktivität zu Symptomen. Metastasen stammen häufig aus Lunge, Brust, Niere oder Melanom.

Weitere Raumforderungen

Arachnoidalzysten bleiben oft asymptomatisch. Beim Pseudotumor cerebri besteht erhöhter Liquordruck ohne Tumor; Sehverlust ist eine wesentliche Gefahr. Syringomyelie erzeugt Höhlen im Rückenmark und kann dissoziierte Sensibilitätsstörung, Handatrophie und trophische Schäden verursachen.

Behandlung und Rehabilitation

Operation, Bestrahlung, medikamentöse Therapie und Hirndruckbehandlung richten sich nach Befund. Ergotherapie berücksichtigt Fatigue, Anfälle, kognitive Veränderungen, Lähmungen, Handfunktion, Hilfsmittel und palliative Ziele.

Fragen und Antworten
Nennen Sie die wesentlichen Aspekte von „Hirndruckzeichen“ (4 Punkte)
  • Neuartige morgendliche Kopfschmerzen
  • Schwallartiges Erbrechen
  • Stauungspapille
  • Bewusstseinsminderung und zunehmende fokale Ausfälle
Nennen Sie die wesentlichen Aspekte von „Fokale Tumorsymptome“ (1 Punkt)
  • Sie richten sich nach der Lage und können Lähmung, Sprach-, Seh-, Gedächtnis- oder Persönlichkeitsveränderung verursachen
Definieren Sie „Glioblastom“ fachlich präzise (1 Punkt)
  • Ein hochmaligner, infiltrativ wachsender glialer Tumor mit rascher Progression und ungünstiger Prognose
Definieren Sie „Meningeom“ fachlich präzise (1 Punkt)
  • Ein meist langsam wachsender, häufig gutartiger Tumor der Hirnhäute, der das Gehirn verdrängen kann
Definieren Sie „Akustikusneurinom“ fachlich präzise (1 Punkt)
  • Typisch sind einseitige Hörminderung, Tinnitus und bei Wachstum weitere Hirnnervenausfälle
Definieren Sie „Hypophysentumor“ fachlich präzise (1 Punkt)
  • Beschwerden entstehen durch Hormonüberproduktion, Hormonausfall oder Druck auf die Sehbahn mit Gesichtsfeldausfällen
Definieren Sie „Pseudotumor cerebri“ fachlich präzise (2 Punkte)
  • Erhöhter Liquordruck ohne Raumforderung
  • Entscheidend ist der Schutz des Sehnervs vor dauerhaftem Visusverlust
Nennen Sie die wesentlichen Aspekte von „Syringomyelie-Folgen“ (1 Punkt)
  • Dissoziierte Sensibilitätsstörung, schlaffe Handparesen, Muskelatrophie und unbemerkte trophische Verletzungen sind möglich
Definieren Sie „Ergotherapeutische Tumorschwerpunkte“ fachlich präzise (5 Punkte)
  • Fatigue
  • Anfallsrisiko
  • Kognition
  • Lähmung
  • Handfunktion; Hilfsmittel; Rollenveränderung und palliative Betätigungsziele
Quellen

NEU_SKRIPT_F_SP.pdf, 14.07.2026

Psychosomatische Herzkrankheiten und funktionelle Herzbeschwerden
Herz und Psyche

Stress, Angst und depressive Belastung beeinflussen Herzfrequenz, Blutdruck, Schlaf und Gesundheitsverhalten. Umgekehrt lösen reale Herzerkrankungen häufig Angst aus. Eine vorschnelle psychische Erklärung ist deshalb gefährlich.

Funktionelle Beschwerden

Herzklopfen, Brustenge, Atemnot oder Schwindel können ohne hinreichenden Organbefund auftreten und durch autonome Aktivierung verstärkt werden. Die Symptome bleiben real und behandlungsbedürftig.

Sicherheit und Bewältigung

Neue oder belastungsabhängige Brustschmerzen, Kollaps oder schwere Atemnot müssen medizinisch abgeklärt werden. Nach gesicherter Diagnose helfen Information, dosierte Aktivität und der Abbau von Schon- und Kontrollkreisläufen.

Fragen und Antworten
Definieren Sie „Psychosomatische Herzbeschwerden: Einordnung“ fachlich präzise (1 Punkt)
  • Herzbezogene Symptome, deren Ausprägung durch autonome Aktivierung, Angst, Aufmerksamkeit und Verhalten mitbeeinflusst wird
Erklären Sie den fachlichen Zusammenhang bei „Funktionelle Herzbeschwerden“ (4 Punkte)
  • Herzklopfen
  • Brustenge
  • Atemnot oder Schwindel ohne ausreichenden strukturellen Befund
  • Aber mit realer Symptomlast
Definieren Sie „Autonome Aktivierung“ fachlich präzise (1 Punkt)
  • Sympathische Erregung steigert Puls, Blutdruck, Atmung und Muskelspannung und kann Herzempfindungen verstärken
Definieren Sie „Herzangst-Kreislauf“ fachlich präzise (1 Punkt)
  • Körperempfindungen werden bedrohlich gedeutet, stärker kontrolliert und dadurch intensiver wahrgenommen
Nennen Sie die wesentlichen Aspekte von „Panik und Herzsymptome“ (1 Punkt)
  • Panik kann Herzrasen, Brustenge, Atemnot und Schwindel auslösen, darf aber nicht ohne Untersuchung angenommen werden
Definieren Sie „Essentielle Hypertonie“ fachlich präzise (2 Punkte)
  • Ein multifaktorieller Bluthochdruck ohne einzelne erkennbare Ursache
  • Genetik, Alter, Lebensstil und Stress können zusammenwirken
Erläutern Sie „Psychische Faktoren bei Herzerkrankung“ fachlich strukturiert (1 Punkt)
  • Stress, Depression und Angst können Verhalten, Erholung und Krankheitsverlauf beeinflussen, ersetzen aber keine somatische Erklärung
Erläutern Sie Sicherheitsanforderungen und erforderliche Reaktionen bei „Kardiale Warnzeichen“ (5 Punkte)
  • Neue starke Brustschmerzen
  • Ausstrahlung
  • Atemnot
  • Kaltschweißigkeit
  • Ohnmacht oder Leistungseinbruch erfordern rasche Abklärung
Erläutern Sie „Schonverhalten nach unauffälliger Abklärung“ fachlich strukturiert (2 Punkte)
  • Dauerhafte Vermeidung senkt Kondition und Vertrauen
  • Aktivität sollte abgestuft und medizinisch abgesichert aufgebaut werden
Definieren Sie „Ergotherapeutische Herzschwerpunkte“ fachlich präzise (3 Punkte)
  • Alltagsbelastung dosieren
  • Körpersignale einordnen
  • Aktivitätsbalance herstellen und sichere Rückkehr in Rollen unterstützen
Quellen

PGP Psychosomatik.pdf, 14.07.2026

lp_bfs_ergotherapeut_2024-1.pdf, 26.07.2026

Schizophrenie und andere psychotische Störungen
Psychose

Psychotische Störungen beeinträchtigen Realitätsprüfung, Denken und Wahrnehmung. Wahn, Halluzinationen oder schwere formale Denkstörungen können im Vordergrund stehen. Psychotische Symptome treten auch bei affektiven, organischen und substanzbedingten Störungen auf.

Schizophrenie

Schizophrenie zeigt sehr unterschiedliche Verläufe. Positivsymptome ergänzen das Erleben um psychotische Phänomene; Negativsymptome vermindern Antrieb, Ausdruck und soziale Initiative. Kognitive Einschränkungen beeinflussen Planung und Lernen.

Behandlung

Behandlung verbindet Antipsychotika, Psychoedukation, Psychotherapie, Familienarbeit, Rehabilitation und alltagsbezogene Unterstützung. Frühwarnzeichen und Krisenpläne helfen, Rückfälle früh zu erkennen.

Fragen und Antworten
Definieren Sie „Wortherkunft Schizophrenie“ fachlich präzise (2 Punkte)
  • Griechisch schizein bedeutet spalten und phrēn Geist oder Zwerchfell
  • Der Begriff meint keine gespaltene Persönlichkeit
Definieren Sie „Psychose“ fachlich präzise (3 Punkte)
  • Schwere Störung der Realitätsprüfung mit möglichen Wahnideen
  • Halluzinationen
  • Ich-Störungen oder desorganisiertem Denken und Verhalten
Definieren Sie „Schizophrenie“ fachlich präzise (4 Punkte)
  • Eine Gruppe psychotischer Störungen mit charakteristischen Veränderungen von Wahrnehmung
  • Denken
  • Ich-Erleben
  • Affekt und Verhalten
Definieren Sie „Positivsymptomatik“ fachlich präzise (4 Punkte)
  • Zusätzliche psychotische Phänomene wie Halluzinationen
  • Wahn
  • Ich-Störungen
  • Formale Denkstörungen oder katatone Symptome
Definieren Sie „Negativsymptomatik“ fachlich präzise (5 Punkte)
  • Verminderung von Antrieb
  • Sprache
  • Gefühlsausdruck
  • Freude
  • Sozialer Initiative und zielgerichteter Aktivität
Nennen Sie die wesentlichen Aspekte von „Kognitive Symptome“ (4 Punkte)
  • Beeinträchtigungen von Aufmerksamkeit
  • Arbeitsgedächtnis
  • Verarbeitungsgeschwindigkeit
  • Planung und sozialer Informationsverarbeitung
Definieren Sie „Vulnerabilitäts-Stress-Modell“ fachlich präzise (2 Punkte)
  • Biologische und psychosoziale Verletzlichkeit trifft auf Belastungen
  • Schutzfaktoren und Bewältigung beeinflussen die Erkrankungsschwelle
Definieren Sie „Dopaminhypothese“ fachlich präzise (1 Punkt)
  • Veränderte dopaminerge Signalübertragung erklärt einen Teil psychotischer Symptome und der Antipsychotikawirkung, aber nicht die gesamte Störung
Unterscheiden Sie „Psychotische Differenzialdiagnosen“ anhand fachlicher Kriterien (1 Punkt)
  • Zu prüfen sind affektive Störungen, Delir, Demenz, Epilepsie, andere körperliche Erkrankungen, Medikamente und Substanzen
Definieren Sie „Krankheitseinsicht“ fachlich präzise (2 Punkte)
  • Fähigkeit, eigene Veränderungen als behandlungsbedürftig zu erkennen
  • Sie kann schwanken und darf nicht mit Kooperation gleichgesetzt werden
Beschreiben Sie das fachliche Vorgehen bei „Umgang mit Wahn“ (2 Punkte)
  • Nicht verspotten oder bestätigen
  • Erleben und Gefühle ernst nehmen, Sicherheit prüfen und bei überprüfbaren Fakten ruhig bleiben
Beschreiben Sie das fachliche Vorgehen bei „Umgang mit Stimmenhören“ (4 Punkte)
  • Belastung
  • Inhalt
  • Befehlscharakter und Gefährdung direkt erfragen
  • Reizreduktion und vereinbarte Bewältigungsstrategien anbieten
Definieren Sie „Antipsychotika bei Schizophrenie“ fachlich präzise (2 Punkte)
  • Medikamente zur Verringerung psychotischer Symptome und Rückfallrisiken
  • Wirkung und Nebenwirkungen müssen individuell überwacht werden
Erklären Sie den fachlichen Zusammenhang bei „Häufige Antipsychotika-Nebenwirkungen“ (1 Punkt)
  • Möglich sind Bewegungsstörungen, Müdigkeit, Gewichtszunahme, Stoffwechselveränderungen, Kreislaufprobleme und hormonelle Effekte
Definieren Sie „Psychoedukation bei Psychose“ fachlich präzise (5 Punkte)
  • Gemeinsames Verständnis von Symptomen
  • Behandlung
  • Medikamenten
  • Belastungen
  • Frühwarnzeichen und individuellen Schutzfaktoren
Erläutern Sie Sicherheitsanforderungen und erforderliche Reaktionen bei „Frühwarnzeichen“ (5 Punkte)
  • Individuelle Veränderungen wie Schlafmangel
  • Rückzug
  • Misstrauen
  • Reizbarkeit
  • Leistungsabfall oder zunehmende Wahrnehmungsauffälligkeiten
Nennen Sie die wesentlichen Aspekte von „Ergotherapeutische Psychoseziele“ (1 Punkt)
  • Tagesstruktur, Selbstversorgung, soziale Rollen, Reizregulation, kognitive Strategien und schrittweise Teilhabe werden stabilisiert
Definieren Sie „Recovery“ fachlich präzise (3 Punkte)
  • Persönlicher Prozess
  • Trotz möglicher Symptome ein selbstbestimmtes
  • Sinnvolles und sozial eingebundenes Leben zu entwickeln
Quellen

Sächsischer Lehrplan Ergotherapeut/Ergotherapeutin 2024, LPE 8, 26.07.2026

PGP Schizophrenie_itsLearning.pptx, 26.07.2026

WHO: ICD-11 CDDR Mental, Behavioural and Neurodevelopmental Disorders, 26.07.2026

PGP Krisenplan_Früh erkennen und handeln.pdf, 26.07.2026

Autismus-Spektrum: Kernmerkmale, Wahrnehmung und Alltag
Spektrum statt einheitliches Bild

Autistische Merkmale unterscheiden sich deutlich zwischen Personen und über die Lebensspanne. Gemeinsam sind anhaltende Besonderheiten in sozialer Kommunikation und Interaktion sowie eingeschränkte, repetitive oder unflexible Verhaltens-, Interessen- oder Aktivitätsmuster. Beginn und Auswirkungen zeigen sich entwicklungsbezogen.

Soziale Interaktion und Kommunikation

Mögliche Erscheinungen sind wenig oder anders eingesetzter Blickkontakt, Schwierigkeiten beim Erfassen unausgesprochener Regeln, wörtliches Sprachverständnis, verzögerte oder ungewöhnliche Sprachentwicklung, Echolalie, einseitige Gespräche oder Probleme beim Perspektivwechsel. Nicht jedes autistische Kind zeigt dieselben Merkmale, und fehlender Blickkontakt bedeutet nicht fehlendes Interesse.

Wiederholung und Flexibilität

Routinen, intensive Interessen, stereotype Bewegungen und ein starkes Bedürfnis nach Vorhersagbarkeit können Sicherheit und Regulation ermöglichen. Veränderungen, unklare Übergänge oder mehrdeutige Erwartungen können hohe Belastung auslösen. Das Verhalten ist nicht vorschnell als Trotz zu bewerten.

Sensorische Verarbeitung

Geräusche, Licht, Berührung, Gerüche, Bewegung oder Körperreize können über- oder unterempfindlich wahrgenommen werden. Reizüberflutung kann zu Rückzug, Erstarren, Wutausbruch oder Selbstschutzverhalten führen. Die Reaktion wird über konkrete Auslöser, Dauer und hilfreiche Bedingungen analysiert.

Stärken und Ressourcen

Häufige Ressourcen können detailgenaue Wahrnehmung, intensive Interessen, Ausdauer in vertrauten Themen, Regelorientierung, Ehrlichkeit oder besondere Gedächtnisleistungen sein. Solche Stärken dürfen nicht stereotyp vorausgesetzt werden, können aber als Zugang zu Lernen und Betätigung dienen.

Betätigungsbezug

Alltagsprobleme zeigen sich beispielsweise bei Morgenroutine, Kleidung, Essen, Schulwechseln, Gruppenarbeit, Spiel, Freizeit oder öffentlichem Verkehr. Die Analyse fragt, welche Anforderungen, Reize, sozialen Regeln und Veränderungen die Situation enthält.

Fragen und Antworten
Erläutern Sie „Spektrum statt einheitliches Bild“ fachlich strukturiert (3 Punkte)
  • Autistische Merkmale unterscheiden sich deutlich zwischen Personen und über die Lebensspanne
  • Gemeinsam sind anhaltende Besonderheiten in sozialer Kommunikation und Interaktion sowie eingeschränkte, repetitive oder unflexible Verhaltens-, Interessen- oder Aktivitätsmuster
  • Beginn und Auswirkungen zeigen sich entwicklungsbezogen
Erläutern Sie „Soziale Interaktion und Kommunikation“ fachlich strukturiert (2 Punkte)
  • Mögliche Erscheinungen sind wenig oder anders eingesetzter Blickkontakt, Schwierigkeiten beim Erfassen unausgesprochener Regeln, wörtliches Sprachverständnis, verzögerte oder ungewöhnliche Sprachentwicklung, Echolalie, einseitige Gespräche oder Probleme beim Perspektivwechsel
  • Nicht jedes autistische Kind zeigt dieselben Merkmale, und fehlender Blickkontakt bedeutet nicht fehlendes Interesse
Erläutern Sie „Wiederholung und Flexibilität“ fachlich strukturiert (3 Punkte)
  • Routinen, intensive Interessen, stereotype Bewegungen und ein starkes Bedürfnis nach Vorhersagbarkeit können Sicherheit und Regulation ermöglichen
  • Veränderungen, unklare Übergänge oder mehrdeutige Erwartungen können hohe Belastung auslösen
  • Das Verhalten ist nicht vorschnell als Trotz zu bewerten
Erläutern Sie „Sensorische Verarbeitung“ fachlich strukturiert (3 Punkte)
  • Geräusche, Licht, Berührung, Gerüche, Bewegung oder Körperreize können über- oder unterempfindlich wahrgenommen werden
  • Reizüberflutung kann zu Rückzug, Erstarren, Wutausbruch oder Selbstschutzverhalten führen
  • Die Reaktion wird über konkrete Auslöser, Dauer und hilfreiche Bedingungen analysiert
Erläutern Sie „Stärken und Ressourcen“ fachlich strukturiert (2 Punkte)
  • Häufige Ressourcen können detailgenaue Wahrnehmung, intensive Interessen, Ausdauer in vertrauten Themen, Regelorientierung, Ehrlichkeit oder besondere Gedächtnisleistungen sein
  • Solche Stärken dürfen nicht stereotyp vorausgesetzt werden, können aber als Zugang zu Lernen und Betätigung dienen
Nennen Sie die wesentlichen Aspekte von „Autismus-Spektrum: Kernmerkmale, Wahrnehmung und Alltag: Betätigungsbezug“ (5 Punkte)
  • Alltagsprobleme zeigen sich beispielsweise bei Morgenroutine
  • Kleidung
  • Essen
  • Schulwechseln
  • Gruppenarbeit; Spiel; Freizeit oder öffentlichem Verkehr; Die Analyse fragt; welche Anforderungen; Reize; sozialen Regeln und Veränderungen die Situation enthält
Quellen

KJP Autismus-Spektrum-Störung.pdf, 14.07.2026

KJP Was sind Symptome beim Autismus-Spektrum.pdf, 14.07.2026

Skoliose, Kyphose und Morbus Scheuermann
Skoliose

Skoliose ist eine dreidimensionale Wirbelsäulendeformität mit Seitabweichung und Rotation. Sie kann kongenital, neuromuskulär, degenerativ oder idiopathisch sein. Vorbeugetest und Röntgen mit Winkelmessung unterstützen die Diagnostik.

Folgen

Frühe Skoliosen sind oft schmerzarm. Zunehmende Deformität kann Thoraxmechanik, Ausdauer, Körperbild und Aktivitäten beeinträchtigen. Therapie richtet sich nach Alter, Wachstum, Winkel und Progression. Physiotherapie und Korsett können Progression begrenzen; ausgeprägte Verläufe werden operativ stabilisiert.

Kyphose

Kyphose ist eine nach hinten konvexe Krümmung. Im Brustbereich ist sie physiologisch; pathologisch ist eine übermäßige oder strukturell fixierte Form. Folgen können Schmerz, eingeschränkte Blickausrichtung, Atemmechanik und neurologische Beeinträchtigung sein.

Morbus Scheuermann

Morbus Scheuermann ist eine Wachstumsstörung der Wirbelkörperdeckplatten mit Keilwirbeln und verstärkter Kyphose. Im Wachstum stehen Muskeltraining, Alltagsergonomie und gegebenenfalls Korsett im Vordergrund. Späte strukturelle Veränderungen können Schmerzen und Degeneration verursachen.

Ergotherapeutische Relevanz

Arbeitsplatzhöhe, Sitzdauer, Lasten, Pausen und Hilfsmittel werden an Belastbarkeit und Therapieplan angepasst. Starre Haltungskorrektur ohne Betätigungsbezug ist zu vermeiden.

Quellen

ORT_Skript_2025.pdf – Spezielle Krankheitslehre Orthopädie, 14.07.2026

Kindergartenalter: Körper- und Handmotorik
Lerntext

Im Kindergartenalter werden Bewegungen variabler, genauer und stärker in Spiel und Selbstversorgung eingebettet. Einzelne Fertigkeiten entstehen in unterschiedlichen Zeitfenstern und werden über die Betätigungsqualität beurteilt.

Fragen und Antworten
Definieren Sie „Körpermotorik im Kindergartenalter“ fachlich präzise (2 Punkte)
  • Laufen, Springen, Klettern, Balancieren, Werfen und Fangen werden sicherer und an Situationen angepasst
  • Spiel und Alltag liefern die wichtigsten Übungsfelder
Definieren Sie „Beidseitige Koordination“ fachlich präzise (4 Punkte)
  • Beidseitige Koordination ermöglicht gleichzeitige oder wechselnde Zusammenarbeit beider Körperseiten
  • Etwa beim Treppensteigen
  • Fangen
  • Schneiden oder Öffnen einer Dose
Definieren Sie „Überkreuzen der Körpermittellinie“ fachlich präzise (2 Punkte)
  • Das Überkreuzen unterstützt flüssige Reich- und Schreibbewegungen sowie räumliche Organisation
  • Es entwickelt sich durch vielfältige beidhändige und großräumige Aktivitäten
Beschreiben Sie Entwicklung und fachliche Einordnung von „Handmotorische Entwicklung“ (4 Punkte)
  • Greifen verändert sich von groben Ganzhandgriffen zu differenzierten Fingerbewegungen
  • Stabilität von Rumpf und Schulter
  • Wahrnehmung
  • Kraftdosierung und Übung wirken mit
Definieren Sie „Stifthaltung“ fachlich präzise (3 Punkte)
  • Stifthaltungen entwickeln sich über verschiedene Formen
  • Entscheidend sind Lesbarkeit, angemessene Kraft, Beweglichkeit und Ausdauer
  • Eine äußerlich „perfekte“ Haltung ist nicht allein das Ziel
Definieren Sie „Scherengebrauch“ fachlich präzise (2 Punkte)
  • Schneiden verlangt beidhändige Koordination: Eine Hand führt die Schere, die andere dreht und stabilisiert das Material
  • Blickführung und Kraftdosierung werden zunehmend genauer
Definieren Sie „Graphomotorische Voraussetzungen“ fachlich präzise (5 Punkte)
  • Graphomotorik verbindet Haltung
  • Schulter- und Handkontrolle
  • Visuomotorische Verarbeitung
  • Bewegungsplanung
  • Kraftdosierung und Motivation; Übung sollte sinnvoll und nicht nur repetitiv sein
Definieren Sie „Selbstversorgung im Kindergartenalter“ fachlich präzise (5 Punkte)
  • Kinder übernehmen zunehmend Essen
  • Anziehen
  • Toilettengänge und einfache Ordnung
  • Tempo und Hilfebedarf variieren
  • Umweltgestaltung kann Selbstständigkeit erleichtern
Definieren Sie „Motorische Schulreife“ fachlich präzise (5 Punkte)
  • Schulbereitschaft lässt sich nicht auf Stifthaltung oder Einbeinstand reduzieren
  • Aufmerksamkeit
  • Sprache
  • Selbstregulation
  • Soziale Teilhabe und Unterstützungssysteme gehören ebenso dazu
Definieren Sie „Ergotherapeutische Indikation“ fachlich präzise (2 Punkte)
  • Indikation besteht bei bedeutsamer Einschränkung von Spiel, Selbstversorgung, Kita-Teilnahme oder späterem Lernen
  • Ziele werden aus konkreten Alltagssituationen und nicht nur aus Testwerten abgeleitet
Quellen

AB, Entwicklung des Kindes, Körpermotorik.pdf, 20.07.2026

AB, Entwicklung des Kindes, Handmotorik.pdf, 20.07.2026

Entwicklungstabelle.pdf, 20.07.2026

Juvenile idiopathische Arthritis
Begriff

Juvenile idiopathische Arthritis, kurz JIA, ist der heutige Oberbegriff für verschiedene anhaltende Gelenkentzündungen mit Beginn vor dem 16. Lebensjahr, wenn keine andere Ursache gefunden wird. Der ältere Ausdruck „juvenile chronische Arthritis“ ist historisch verbreitet.

Besonderheiten

Befallsmuster, Verlauf und Begleiterkrankungen unterscheiden sich. Schmerzen werden von Kindern nicht immer direkt benannt; Schonbewegung, verändertes Spiel oder Leistungsabfall können Hinweise sein. Regelmäßige augenärztliche Kontrollen können wegen des Uveitisrisikos notwendig sein.

Psychosoziale Auswirkungen

Erkrankung, Termine, Fatigue, sichtbare Hilfsmittel oder Einschränkungen können Schule, Freundschaften, Sport, Selbstbild und Familienrollen beeinflussen. Schutz darf nicht zu unnötiger Ausgrenzung oder Unterforderung führen.

Ergotherapeutische Aufgaben

Therapie verbindet Gelenk- und Funktionsschutz mit Spiel, Schreiben, Selbstversorgung, Schulalltag und altersgerechter Selbstständigkeit. Eltern, Schule und andere Berufsgruppen werden einbezogen, ohne die Perspektive des Kindes zu übergehen.

Quellen
Infektionskrankheiten und Tuberkulose
Allgemeine Bedeutung

Infektionskrankheiten können Organfunktionen, Allgemeinzustand und Belastbarkeit vorübergehend oder langfristig beeinträchtigen. Für die Ergotherapie sind Ansteckungsrisiko, Isolationsmaßnahmen, Erschöpfung und der schrittweise Wiedereinstieg in Alltagsaktivitäten relevant. Hygiene und Schutzmaßnahmen bleiben verbindlich.

Tuberkulose

Tuberkulose ist eine bakterielle Infektionskrankheit, die häufig die Lunge betrifft, aber auch andere Organe befallen kann. Husten, Nachtschweiß, Gewichtsverlust, subfebrile Temperaturen oder allgemeine Schwäche sind mögliche Hinweise. Nicht jeder Husten ist Tuberkulose, aber das Krankheitsbild darf bei passenden Konstellationen nicht übersehen werden.

Langzeitfolgen und soziale Aspekte

Längere Therapie, Isolation, Stigmatisierung und Leistungseinbruch können Teilhabe stark beeinflussen. Gerade im höheren Alter oder bei Multimorbidität wirken Infektionen oft als Wendepunkt für Funktionseinbußen. Rehabilitative Unterstützung muss medizinische Freigaben respektieren.

Ergotherapeutischer Umgang

Therapieziele richten sich auf Selbstversorgung, Tagesstruktur, körperliche Schonung in der Akutphase und späteren Belastungsaufbau. Standardisierte Routinen müssen an Infektionsstatus, Energielevel und hygienische Vorgaben angepasst werden. Bei Verdacht auf Ansteckungsgefahr steht Schutz vor Aktivierung.

Quellen

Lehrplan BFS Ergotherapeut 2024, Spezielle Krankheitslehre, S. 49, 19.07.2026

Narbenarten und Narbenreifung
Physiologische Narbe

Eine regelrecht reifende Narbe ist anfangs häufig gerötet, empfindlich und leicht erhaben. Im Verlauf wird sie flacher, blasser und gleitfähiger. Die Beurteilung berücksichtigt Alter, Farbe, Dicke, Oberfläche, Verschieblichkeit, Sensibilität, Schmerz und Auswirkung auf Bewegung oder Betätigung.

Hypertroph und Keloid

Hypertrophe Narben wachsen wulstig innerhalb der ursprünglichen Wundgrenzen und können sich teilweise zurückbilden. Keloide überschreiten die Wundgrenzen und zeigen oft Juckreiz, Brennen oder Schmerz. Beide entstehen durch überschießende Bindegewebsbildung, unterscheiden sich aber in Verlauf und therapeutischer Reaktion.

Sklerotisch, atroph und adhärent

Sklerotische Narben sind hart, wenig elastisch und können schrumpfen. Atrophe Narben liegen eingesunken, weil Gewebe fehlt. Adhäsionen verbinden Narbe mit tieferen Strukturen und begrenzen Gleitfähigkeit. Über Gelenken oder Sehnen können daraus Kontrakturen und deutliche Funktionsverluste entstehen.

Befund statt Etikett

Narbenart allein bestimmt keine Behandlung. Entscheidend sind Heilungsstatus, Durchblutung, Belastbarkeit, Lage, Symptome, funktionelle Einschränkung und Ziel der betroffenen Person. Eine gerötete, instabile oder offene Narbe wird anders behandelt als eine reife, sklerotische und tief verklebte Narbe.

Ergotherapeutischer Prüfpunkt

Beschreibe die Narbe mit prüfbaren Merkmalen und nenne die konkrete Aktivität, die dadurch beeinträchtigt wird.

Quellen

CHIRURGIE(1).zip / Narbentypen.pdf, 14.07.2026

CHIRURGIE(1).zip / Wunde und Wundheilung.pdf, 14.07.2026

Psychosoziale Belastungen und palliative Versorgung
Krankheitsverarbeitung

Reaktionen verlaufen nicht zwingend in festen Phasen. Angst, Hoffnung, Wut, Trauer, Vermeidung und Akzeptanz können wechseln oder gleichzeitig bestehen.

Soziale Folgen

Erkrankung und Therapie verändern Rollen, Partnerschaft, Familie, Arbeit, Finanzen, Sexualität und Zukunftsplanung. Angehörige tragen häufig eigene Ängste und Versorgungsbelastungen.

Palliative Ausrichtung

Palliative Versorgung richtet sich frühzeitig auf Lebensqualität, Symptomlinderung, Selbstbestimmung und Unterstützung der Zugehörigen; sie ist nicht auf die Sterbephase begrenzt.

Fragen und Antworten
Definieren Sie „Krankheitsverarbeitung“ fachlich präzise (5 Punkte)
  • Ein individueller
  • Nicht linearer Umgang mit Bedrohung
  • Verlusten
  • Hoffnung
  • Unsicherheit und veränderten Lebensplänen
Definieren Sie „Angst bei Tumorerkrankung“ fachlich präzise (1 Punkt)
  • Sie kann sich auf Tod, Schmerzen, Kontrollverlust, Rückfall, Therapie und Belastung der Familie richten
Erläutern Sie Sicherheitsanforderungen und erforderliche Reaktionen bei „Depressive Warnzeichen“ (4 Punkte)
  • Anhaltende Niedergeschlagenheit
  • Interessenverlust
  • Hoffnungslosigkeit
  • Rückzug oder Suizidgedanken benötigen Abklärung
Definieren Sie „Akzeptanz der Erkrankung“ fachlich präzise (1 Punkt)
  • Sie bedeutet nicht Zustimmung, sondern eine realistische Einordnung und handlungsfähigen Umgang mit der Situation
Definieren Sie „Berufliche Konsequenzen“ fachlich präzise (1 Punkt)
  • Belastbarkeit, Fehlzeiten, Aufgabenprofil, Wiedereingliederung und finanzielle Sicherheit können betroffen sein
Definieren Sie „Familiäre Konsequenzen“ fachlich präzise (5 Punkte)
  • Rollen
  • Fürsorge
  • Kommunikation
  • Elternschaft
  • Intimität und Alltagsorganisation verändern sich häufig
Definieren Sie „Belastung Angehöriger“ fachlich präzise (1 Punkt)
  • Sorge, Trauer, Erschöpfung, Pflegeaufgaben und widersprüchliche Bedürfnisse können eigene Unterstützung erfordern
Definieren Sie „Palliative Versorgung“ fachlich präzise (3 Punkte)
  • Sie verbessert Lebensqualität durch Symptomkontrolle
  • Kommunikation
  • Psychosoziale Begleitung und Unterstützung der Angehörigen
Definieren Sie „Advance Care Planning“ fachlich präzise (1 Punkt)
  • Eine strukturierte Vorausplanung zukünftiger Behandlung für Situationen fehlender Entscheidungsfähigkeit
Erläutern Sie „Betätigungsziel in palliativer Situation“ fachlich strukturiert (1 Punkt)
  • Entscheidend ist, was der Person jetzt Bedeutung, Kontrolle, Verbundenheit oder Erleichterung gibt
Quellen

AKL_2_2_Pathologie der Zelle_Tumoren_genetische Erkrankungen.pdf, 19.07.2026

lp_bfs_ergotherapeut_2024-1.pdf, 26.07.2026

Meningitis, Enzephalitis und Hirnabszess
Meningitis

Meningitis ist eine Entzündung der Hirnhäute. Fieber, starker Kopfschmerz, Nackensteife, Licht- und Lärmscheu, Bewusstseinsstörung oder Petechien sind Notfallzeichen. Bakterielle Formen erfordern sofortige Antibiotikatherapie; Erreger und Meldepflicht sind zu beachten.

Enzephalitis

Enzephalitis betrifft Hirnparenchym, häufig viral. Mögliche Zeichen sind Bewusstseinsänderung, Persönlichkeitsveränderung, fokale Ausfälle, Anfälle und Koordinationsstörung. Bei Verdacht auf Herpesenzephalitis wird früh Aciclovir eingesetzt.

Hirnabszess

Fortgeleitete HNO-Infektionen oder hämatogene Streuung können einen Abszess verursachen. Kopfschmerz, Fieber, fokale Defizite, Anfälle und Hirndruck sind möglich. CT/MRT und neurochirurgische Behandlung sind zentral; Lumbalpunktion kann bei Hirndruck gefährlich sein.

Ergotherapeutische Bedeutung

Nach Akutphase können Fatigue, kognitive Störungen, Paresen, Koordinationsprobleme und reduzierte Belastbarkeit fortbestehen. Reizdosierung und Infektionsschutz sind zu beachten.

Fragen und Antworten
Definieren Sie „Meningitis“ fachlich präzise (5 Punkte)
  • Eine Entzündung der Hirnhäute
  • Häufig mit Fieber
  • Starken Kopfschmerzen
  • Nackensteife
  • Lichtscheu und Bewusstseinsveränderung
Definieren Sie „Bakterielle Meningitis“ fachlich präzise (1 Punkt)
  • Sie ist ein akuter Notfall und erfordert sofortige kalkulierte Antibiotikatherapie sowie gegebenenfalls Isolationsmaßnahmen
Definieren Sie „Petechien bei Meningitisverdacht“ fachlich präzise (1 Punkt)
  • Nicht wegdrückbare Hautblutungen können auf eine Meningokokkeninfektion hinweisen und erhöhen die Dringlichkeit
Definieren Sie „Enzephalitis“ fachlich präzise (3 Punkte)
  • Eine Entzündung des Hirngewebes mit Bewusstseins-
  • Verhaltens- oder Persönlichkeitsänderung
  • Anfällen und fokalen Ausfällen
Definieren Sie „Herpesenzephalitis“ fachlich präzise (1 Punkt)
  • Bei klinischem Verdacht wird früh antiviral behandelt, da zeitliche Verzögerung schwere bleibende Hirnschäden begünstigt
Definieren Sie „Hirnabszess“ fachlich präzise (1 Punkt)
  • Eine umschriebene Eiteransammlung im Gehirn, oft nach fortgeleiteter Infektion oder hämatogener Streuung
Definieren Sie „Lumbalpunktion bei Hirndruck“ fachlich präzise (1 Punkt)
  • Bei Raumforderung oder deutlich erhöhtem Hirndruck kann sie eine gefährliche Einklemmung auslösen
Nennen Sie die wesentlichen Aspekte von „Spätfolgen nach ZNS-Entzündung“ (1 Punkt)
  • Fatigue, kognitive Störungen, Paresen, Koordinationsprobleme, Epilepsie und verminderte Belastbarkeit können fortbestehen
Quellen

NEU_SKRIPT_F_SP.pdf, 14.07.2026

Phobien: Angst, Vermeidung und Exposition
Übermäßige Furcht

Bei einer Phobie lösen bestimmte Situationen oder Objekte anhaltend starke Angst aus, obwohl die tatsächliche Gefahr gering oder begrenzt ist. Betroffene erkennen die Übermäßigkeit nicht immer während der Angstreaktion.

Vermeidung

Flucht und Vermeidung senken Angst kurzfristig. Dadurch fehlt jedoch die Erfahrung, dass Angst abklingt und Bewältigung möglich ist. Der Lebensradius kann zunehmend kleiner werden.

Behandlung

Expositionsbasierte Psychotherapie ist zentral. Sie wird geplant, transparent und mit Zustimmung durchgeführt. Ergotherapie kann reale Alltagssituationen und bedeutungsvolle Ziele für abgestufte Übungen nutzen.

Fragen und Antworten
Definieren Sie „Phobie“ fachlich präzise (1 Punkt)
  • Eine anhaltende, übermäßige Angst vor bestimmten Objekten oder Situationen mit Vermeidung und deutlicher Alltagsbeeinträchtigung
Definieren Sie „Spezifische Phobie“ fachlich präzise (5 Punkte)
  • Angst vor klar begrenzten Auslösern wie Tieren
  • Höhe
  • Blut
  • Spritzen
  • Fliegen oder engen Räumen
Definieren Sie „Agoraphobie“ fachlich präzise (1 Punkt)
  • Angst vor Situationen, aus denen Flucht schwierig erscheint oder Hilfe bei panikartigen Symptomen nicht erreichbar wäre
Definieren Sie „Soziale Phobie“ fachlich präzise (1 Punkt)
  • Ausgeprägte Angst vor negativer Bewertung, Bloßstellung oder Versagen in sozialen oder leistungsbezogenen Situationen
Nennen Sie die wesentlichen Aspekte von „Körperliche Angstsymptome“ (1 Punkt)
  • Herzrasen, Schwitzen, Zittern, Atemnot, Schwindel, Übelkeit, Muskelspannung und Derealisation sind möglich
Definieren Sie „Vermeidung als Aufrechterhaltung“ fachlich präzise (1 Punkt)
  • Sie senkt Angst kurzfristig, verhindert aber korrigierende Erfahrungen und verstärkt langfristig Bedrohungserwartungen
Erläutern Sie Sicherheitsanforderungen und erforderliche Reaktionen bei „Sicherheitsverhalten“ (4 Punkte)
  • Hilfen oder Rituale
  • Die scheinbar Gefahr verhindern
  • Etwa ständige Begleitung
  • Fluchtwegekontrolle oder Körperprüfung
Definieren Sie „Exposition“ fachlich präzise (1 Punkt)
  • Geplante Konfrontation mit gefürchteten Situationen, damit neue Lernerfahrungen ohne Flucht oder starre Sicherheitsrituale entstehen
Definieren Sie „Exposition ohne Zustimmung“ fachlich präzise (3 Punkte)
  • Nein
  • Ziele, Vorgehen und Belastungsrahmen werden gemeinsam vereinbart
  • Zwang beschädigt Sicherheit und Therapieallianz
Definieren Sie „Phobie und Handlungsfähigkeit“ fachlich präzise (1 Punkt)
  • Mobilität, Einkauf, Arbeit, Bildung, Freizeit, medizinische Versorgung und soziale Beziehungen können stark eingeschränkt sein
Definieren Sie „Ergotherapeutische Expositionsaufgabe“ fachlich präzise (1 Punkt)
  • Eine bedeutsame Alltagshandlung wird in machbare Schritte zerlegt, praktisch erprobt und anschließend ausgewertet
Quellen

PGP Psychosomatik.pdf, 14.07.2026

lp_bfs_ergotherapeut_2024-1.pdf, 26.07.2026

S3-Leitlinie Behandlung von Angststörungen, Version 2 (AWMF 051-028), 06.04.2021

Depressive Erkrankungen
Kernbild

Depressive Erkrankungen verbinden anhaltend gedrückte Stimmung, Interessen- oder Freudverlust und verminderten Antrieb mit kognitiven, körperlichen und sozialen Veränderungen. Schweregrad und Verlauf unterscheiden sich erheblich.

Risiken

Suizidalität, psychotische Symptome, schwere Selbstvernachlässigung oder Nahrungs- und Flüssigkeitsverweigerung verlangen sofortige fachliche Einschätzung. Körperliche Erkrankungen und Medikamente können depressive Symptome verursachen oder verstärken.

Behandlung

Je nach Schweregrad kommen Psychotherapie, Antidepressiva, soziale Unterstützung, Bewegung, Lichttherapie oder EKT zum Einsatz. Ergotherapie unterstützt alltagsnahe Aktivierung ohne Überforderung.

Fragen und Antworten
Definieren Sie „Depressive Episode“ fachlich präzise (3 Punkte)
  • Zeitlich begrenztes Syndrom aus gedrückter Stimmung
  • Interessenverlust
  • Vermindertem Antrieb und weiteren psychischen oder körperlichen Symptomen
Definieren Sie „Anhedonie“ fachlich präzise (3 Punkte)
  • Deutlich verminderte Fähigkeit
  • Freude
  • Interesse oder positive Resonanz bei sonst bedeutsamen Tätigkeiten zu erleben
Definieren Sie „Depressive Kognition“ fachlich präzise (4 Punkte)
  • Negative
  • Verengte Bewertungen von Selbst
  • Umwelt und Zukunft mit Schuld
  • Hoffnungslosigkeit oder Wertlosigkeit
Nennen Sie die wesentlichen Aspekte von „Depressive Körpersymptome“ (1 Punkt)
  • Möglich sind Schlafstörung, Appetitveränderung, Erschöpfung, Schmerzen, Libidoverlust und psychomotorische Verlangsamung
Definieren Sie „Morgentief“ fachlich präzise (2 Punkte)
  • Tageszeitliche Verschlechterung am Morgen
  • Es kann vorkommen, ist aber kein notwendiges Merkmal jeder Depression
Definieren Sie „Psychotische Depression“ fachlich präzise (4 Punkte)
  • Schwere Depression mit Wahn oder Halluzinationen
  • Häufig passend zu Schuld
  • Verarmung
  • Versündigung oder körperlicher Katastrophe
Definieren Sie „Depression und Gedächtnis“ fachlich präzise (1 Punkt)
  • Aufmerksamkeit, Abruf und Verarbeitung können stark beeinträchtigt sein und bei älteren Menschen eine Demenz vortäuschen
Unterscheiden Sie „Depressive Differenzialdiagnosen“ anhand fachlicher Kriterien (1 Punkt)
  • Zu prüfen sind Trauer, bipolare Störung, Schilddrüsen- und andere körperliche Erkrankungen, Medikamente, Substanzen und Demenz
Definieren Sie „Bipolarität vor Antidepressiva“ fachlich präzise (1 Punkt)
  • Frühere Phasen mit deutlich gesteigerter Stimmung, Aktivität oder vermindertem Schlaf müssen erfragt werden, da sie die Behandlung verändern
Definieren Sie „Antidepressiva bei Depression“ fachlich präzise (2 Punkte)
  • Medikamente zur Behandlung depressiver und weiterer Störungen
  • Wirkung setzt verzögert ein und Nebenwirkungen werden ärztlich überwacht
Beschreiben Sie das fachliche Vorgehen bei „Psychotherapie bei Depression“ (4 Punkte)
  • Sie bearbeitet unter anderem Aktivitätsverlust
  • Negative Bewertungen
  • Beziehungsmuster
  • Problemlösen und Rückfallvorbeugung
Definieren Sie „Verhaltensaktivierung“ fachlich präzise (4 Punkte)
  • Geplante Wiederaufnahme kleiner
  • Wertbezogener Tätigkeiten
  • Damit Struktur
  • Positive Erfahrung und Selbstwirksamkeit schrittweise wachsen
Definieren Sie „Überforderung bei Aktivierung“ fachlich präzise (2 Punkte)
  • Zu große Aufgaben bestätigen Misserfolgserwartungen
  • Ziele werden konkret, klein, überprüfbar und an Tagesform sowie Sicherheit angepasst
Erläutern Sie Sicherheitsanforderungen und erforderliche Reaktionen bei „Depressive Suizidalität“ (2 Punkte)
  • Hoffnungslosigkeit, Schuld und Einengung können das Risiko erhöhen
  • Gedanken und Pläne müssen direkt und ohne Beschämung erfragt werden
Nennen Sie die wesentlichen Aspekte von „Ergotherapeutische Depressionsziele“ (5 Punkte)
  • Grundversorgung
  • Tagesrhythmus
  • Aktivitätsbalance
  • Rollen
  • Soziale Kontakte und schrittweise Rückkehr zu bedeutungsvollen Tätigkeiten
Quellen

Sächsischer Lehrplan Ergotherapeut/Ergotherapeutin 2024, LPE 8, 26.07.2026

PPB Fragen.pdf, 26.07.2026

DGPPN Basisdaten psychische Erkrankungen, 26.07.2026

WHO: ICD-11 CDDR Mental, Behavioural and Neurodevelopmental Disorders, 26.07.2026

Autismus-Spektrum: Unterstützung, Therapie und Ergotherapie
Grundprinzipien

Unterstützung ist multimodal und multiprofessionell. Ziele richten sich nicht auf das „Beseitigen“ einer Personeneigenschaft, sondern auf Kommunikation, Selbstbestimmung, Gesundheit, Lernen, alltagspraktische Fähigkeiten und Teilhabe. Individuelle Bedürfnisse und die Perspektive der autistischen Person werden einbezogen.

Verständliche Umwelt

Vorhersagbare Abläufe, visuelle Pläne, eindeutige Sprache und vorbereitete Übergänge reduzieren unnötige Unsicherheit. Aufgaben werden konkret und sichtbar gegliedert. Unterstützte Kommunikation kann Bilder, Gebärden, Kommunikationshilfen oder digitale Systeme umfassen.

Sensorische Anpassung

Licht, Geräusch, Geruch, Berührung, Kleidung, Sitzplatz und Pausen werden geprüft. Reizarme Rückzugsmöglichkeiten können Regulation ermöglichen. Sensorische Maßnahmen benötigen ein klares alltagsbezogenes Ziel und werden auf Wirkung und Akzeptanz überprüft.

Lernen und Verhalten

Verhalten wird funktional verstanden: Was geht voraus, welche Funktion erfüllt es, welche Konsequenz folgt? Neue Fähigkeiten werden kleinschrittig, vorhersehbar und in bedeutsamen Situationen geübt. Zwang zur Anpassung an rein soziale Erwartungen kann Belastung erhöhen und ist fachlich zu reflektieren.

Ergotherapeutische Arbeitsfelder

Mögliche Ziele betreffen Anziehen, Essen, Körperpflege, Schreiben, Schulorganisation, Spiel, Freizeit, Mobilität, Haushaltsaufgaben oder berufliche Vorbereitung. Ergotherapie kombiniert Betätigungsanalyse, Umweltanpassung, Strategiearbeit und Beratung von Familie oder Schule.

Verlauf und Prognose

Autistische Merkmale verändern sich mit Entwicklung und Umweltanforderungen, bleiben aber grundsätzlich lebenslang relevant. Unterstützungsbedarf ist individuell und kann je nach Lebensphase schwanken. Erfolg wird an Teilhabe, Belastungsreduktion, Selbstständigkeit und subjektivem Wohlbefinden gemessen.

Fragen und Antworten
Erläutern Sie „Grundprinzipien“ fachlich strukturiert (5 Punkte)
  • Unterstützung ist multimodal und multiprofessionell
  • Ziele richten sich nicht auf das „Beseitigen“ einer Personeneigenschaft
  • Sondern auf Kommunikation
  • Selbstbestimmung
  • Gesundheit; Lernen; alltagspraktische Fähigkeiten und Teilhabe; Individuelle Bedürfnisse und die Perspektive der autistischen Person werden einbezogen
Erläutern Sie „Verständliche Umwelt“ fachlich strukturiert (5 Punkte)
  • Vorhersagbare Abläufe
  • Visuelle Pläne
  • Eindeutige Sprache und vorbereitete Übergänge reduzieren unnötige Unsicherheit
  • Aufgaben werden konkret und sichtbar gegliedert
  • Unterstützte Kommunikation kann Bilder, Gebärden, Kommunikationshilfen oder digitale Systeme umfassen
Definieren Sie „Sensorische Anpassung“ fachlich präzise (3 Punkte)
  • Licht, Geräusch, Geruch, Berührung, Kleidung, Sitzplatz und Pausen werden geprüft
  • Reizarme Rückzugsmöglichkeiten können Regulation ermöglichen
  • Sensorische Maßnahmen benötigen ein klares alltagsbezogenes Ziel und werden auf Wirkung und Akzeptanz überprüft
Erläutern Sie „Lernen und Verhalten“ fachlich strukturiert (3 Punkte)
  • Verhalten wird funktional verstanden: Was geht voraus, welche Funktion erfüllt es, welche Konsequenz folgt?
  • Neue Fähigkeiten werden kleinschrittig, vorhersehbar und in bedeutsamen Situationen geübt
  • Zwang zur Anpassung an rein soziale Erwartungen kann Belastung erhöhen und ist fachlich zu reflektieren
Erläutern Sie „Ergotherapeutische Arbeitsfelder“ fachlich strukturiert (4 Punkte)
  • Mögliche Ziele betreffen Anziehen, Essen, Körperpflege, Schreiben, Schulorganisation, Spiel, Freizeit, Mobilität, Haushaltsaufgaben oder berufliche Vorbereitung
  • Ergotherapie kombiniert Betätigungsanalyse
  • Umweltanpassung
  • Strategiearbeit und Beratung von Familie oder Schule
Erklären Sie den fachlichen Zusammenhang bei „Verlauf und Prognose“ (3 Punkte)
  • Autistische Merkmale verändern sich mit Entwicklung und Umweltanforderungen, bleiben aber grundsätzlich lebenslang relevant
  • Unterstützungsbedarf ist individuell und kann je nach Lebensphase schwanken
  • Erfolg wird an Teilhabe, Belastungsreduktion, Selbstständigkeit und subjektivem Wohlbefinden gemessen
Quellen

KJP Autismus-Spektrum-Störung.pdf, 14.07.2026

KJP Was sind Symptome beim Autismus-Spektrum.pdf, 14.07.2026

Entzündliche und degenerative Wirbelsäulenerkrankungen
Axiale Spondyloarthritis

Morbus Bechterew gehört zur axialen Spondyloarthritis. Typisch sind entzündlicher Rückenschmerz, Morgensteifigkeit und Besserung durch Bewegung. Entzündung beginnt häufig an den Iliosakralgelenken und kann zu zunehmender Verknöcherung und Einschränkung führen.

Therapie

Bewegung, Atemerweiterung und Haltungserhalt sind zentral. Medikamente umfassen entzündungshemmende und immunmodulierende Verfahren. Ergotherapie passt Arbeitsplatz und Alltagsbelastung an, ohne Bewegung unnötig zu vermeiden.

Bandscheibendegeneration

Bandscheiben verlieren mit Alter und Belastung Wasser und Höhe. Protrusion ist eine Vorwölbung; beim Prolaps tritt Material des Nucleus pulposus durch den Faserring. Beschwerden entstehen vor allem bei Reizung von Nervenstrukturen.

Symptome und Red Flags

Mögliche Folgen sind lokaler oder radikulärer Schmerz, Sensibilitätsstörung und Kraftverlust. Akute Blasen- oder Mastdarmstörung, Reithosenanästhesie oder rasch zunehmende Lähmung erfordern sofortige medizinische Abklärung.

Behandlung

Konservative Behandlung umfasst Schmerztherapie, angepasste Aktivität, Bewegung und Training. Operationen entlasten Nerven oder stabilisieren Segmente bei klarer Indikation. Ergotherapie unterstützt Alltag, Arbeitsplatz, Pacing und angstarmen Belastungsaufbau.

Quellen

ORT_Skript_2025.pdf – Spezielle Krankheitslehre Orthopädie, 14.07.2026

Kindergartenalter: Sprache, Spiel und Kommunikation
Lerntext

Sprache, Spiel und Kommunikation entwickeln sich in Beziehung und Handlung. Sie greifen auf Wahrnehmung, Motorik, Denken, Aufmerksamkeit und soziale Erfahrung zurück und müssen im jeweiligen Sprach- und Lebensumfeld beurteilt werden.

Fragen und Antworten
Definieren Sie „Gemeinsame Aufmerksamkeit“ fachlich präzise (2 Punkte)
  • Gemeinsame Aufmerksamkeit entsteht, wenn Kind und Bezugsperson ihre Aufmerksamkeit auf denselben Gegenstand oder Vorgang richten
  • Blickwechsel, Zeigen und Teilen von Interesse unterstützen Sprachlernen
Definieren Sie „Sprachverständnis und Sprachproduktion“ fachlich präzise (2 Punkte)
  • Sprachverständnis entwickelt sich häufig früher als aktive Sprache
  • Beurteilt werden Wortschatz, Grammatik, Aussprache, Kommunikationsabsicht und Gebrauch in Alltagssituationen
Beschreiben Sie Entwicklung und fachliche Einordnung von „Wortschatzentwicklung“ (4 Punkte)
  • Wortschatz wächst durch bedeutungsvolle Begegnungen
  • Gemeinsames Handeln
  • Vorlesen und Gespräche
  • Entwicklungstempo und Wortverteilung unterscheiden sich individuell
Definieren Sie „Mehrsprachigkeit“ fachlich präzise (2 Punkte)
  • Mehrsprachigkeit verursacht keine Sprachentwicklungsstörung
  • Fähigkeiten müssen über alle verwendeten Sprachen und unter Berücksichtigung von Kontaktzeit und Lerngelegenheiten beurteilt werden
Erklären Sie den fachlichen Zusammenhang bei „Funktionales Spiel“ (1 Punkt)
  • Beim funktionalen Spiel werden Gegenstände entsprechend ihrer üblichen Funktion genutzt, etwa ein Auto gerollt oder ein Löffel zum Füttern verwendet
Definieren Sie „Symbol- und Rollenspiel“ fachlich präzise (2 Punkte)
  • Im Symbolspiel steht ein Gegenstand oder eine Handlung für etwas anderes
  • Im Rollenspiel werden Personen, Regeln und Handlungsfolgen dargestellt und gemeinsam ausgehandelt
Definieren Sie „Konstruktionsspiel“ fachlich präzise (2 Punkte)
  • Beim Bauen, Legen oder Gestalten werden Planung, räumliche Vorstellung, Feinmotorik und Ausdauer verbunden
  • Ergebnis und Vorgehen können zunehmend vorausgedacht werden
Definieren Sie „Regelspiel“ fachlich präzise (4 Punkte)
  • Regelspiele verlangen Abwarten
  • Regelverständnis
  • Frustrationstoleranz und Perspektivübernahme
  • Diese Fähigkeiten entwickeln sich schrittweise und bleiben situationsabhängig
Definieren Sie „Pragmatische Kommunikation“ fachlich präzise (1 Punkt)
  • Pragmatik betrifft den sozialen Gebrauch von Sprache: Gespräch beginnen, Thema halten, Rückfragen verstehen, Blick und Gestik einbeziehen und Äußerungen an den Kontext anpassen
Beschreiben Sie das fachliche Vorgehen bei „Ergotherapie und Sprache“ (2 Punkte)
  • Ergotherapie ersetzt keine logopädische Diagnostik
  • Sie nutzt Kommunikation in Betätigung, unterstützt Spiel, Handlungsplanung und Teilhabe und stimmt Ziele mit Sprachtherapie und Umfeld ab
Quellen

AB, Entwicklung des Kindes, kognitive Entwicklung, Sprache.pdf, 20.07.2026

AB, Entwicklung des Kindes, Sozialverhalten (1).pdf, 20.07.2026

POL Gruppenpuzzle_Entwicklungsbereiche.pdf, 20.07.2026

Psoriasisarthritis
Krankheitsbild

Psoriasisarthritis ist eine entzündliche Erkrankung von Gelenken, Wirbelsäule oder Sehnenansätzen im Zusammenhang mit Psoriasis. Haut- und Gelenkbeschwerden müssen nicht gleichzeitig beginnen. Nagelveränderungen können diagnostisch relevant sein.

Befallsmuster

Möglich sind asymmetrische oder symmetrische Arthritis, Befall der Fingerendgelenke, Daktylitis eines ganzen Fingers oder Zehs, Enthesitis und axiale Beschwerden. Die Vielfalt erklärt, warum ein einzelnes typisches Handbild nicht ausreicht.

Alltagsfolgen

Schmerz, Schwellung, Hautempfindlichkeit, Fatigue und wechselnde Belastbarkeit können Handgebrauch, Gehen, Kleidung, Schlaf, Arbeit und soziale Situationen beeinflussen. Sichtbare Hautveränderungen können zusätzlich Scham oder Rückzug auslösen.

Ergotherapeutischer Ansatz

Befund und Intervention richten sich nach aktuell betroffenen Strukturen und Tätigkeiten. Gelenkschutz, dosierte Aktivität, Haut- und Druckschutz, Hilfsmittel, Orthesen und Selbstmanagement werden mit der medizinischen Behandlung abgestimmt.

Quellen
Verdauungstrakt, Leber, Galle und Pankreas
Verdauungstrakt

Erkrankungen von Ösophagus, Magen, Dünn- und Dickdarm können Schmerzen, Sodbrennen, Übelkeit, Durchfall, Obstipation, Gewichtsverlust oder Mangelernährung auslösen. Dadurch werden Essverhalten, Tagesrhythmus, Körperbild und Aktivität beeinflusst. Chronische Beschwerden binden oft viel Aufmerksamkeit.

Leber, Galle und Pankreas

Bei Hepatitis, Leberzirrhose oder Pankreaserkrankungen stehen je nach Verlauf Fatigue, Juckreiz, Ikterus, Schmerzen oder Verdauungsstörungen im Vordergrund. Gallenwegserkrankungen können kolikartige Schmerzen verursachen. Diese Organerkrankungen können den gesamten Energiehaushalt und die Belastbarkeit verändern.

Alltagsrelevanz

Ernährung, Toilettenmanagement, Medikamenteneinnahme, Ruhephasen und sozialer Rückzug spielen häufig eine große Rolle. Manche Betroffene vermeiden aus Angst vor Beschwerden Essen außer Haus oder längere Aktivitäten. Ergotherapie kann hier entlastende Routinen und Handlungsstrategien mitentwickeln.

Sicherheitsaspekte

Starke Bauchschmerzen, Blut im Erbrochenen oder Stuhl, zunehmende Verwirrtheit, ausgeprägte Dehydratation oder akute Gelbsucht müssen ärztlich abgeklärt werden. Ergotherapie erkennt Grenzen der Belastung und vermeidet Druck auf schmerzhaftes oder instabiles Geschehen.

Quellen

Lehrplan BFS Ergotherapeut 2024, Spezielle Krankheitslehre, S. 49, 19.07.2026

Narbenmanagement in der Ergotherapie
Ziele

Narbenmanagement soll Beweglichkeit, Gewebegleiten, Sensibilität, Belastbarkeit, Erscheinungsbild und Akzeptanz verbessern. Es beginnt mit einem Befund und einer Priorität: Funktion, Schmerz, Juckreiz, Schutz, kosmetisches Anliegen oder Kombination. Die Narbe wird nicht isoliert vom Gelenk, der Betätigung und dem Körperbild behandelt.

Maßnahmen

Je nach Reifestadium kommen Lagerung, aktive Bewegung, dosierte manuelle Mobilisation, Desensibilisierung, Kompression, Silikon, Schienen, Hautpflege und Eigenübungen infrage. Nach Verbrennung können Kompressionskleidung und langdauernde Kontrakturprophylaxe notwendig sein. Technik und Dosis richten sich nach Reaktion und medizinischem Plan.

Dosierung und Kontrolle

Ein Reiz darf vorübergehend spürbar sein, soll aber keine anhaltende deutliche Rötung, neue Schwellung, Wundöffnung oder Funktionsverschlechterung erzeugen. Kontrolliert werden Haut, Durchblutung, Sensibilität und Wirkung am Folgetag. Bei hypersensibler Narbe wird zuerst verträgliche Berührung aufgebaut.

Transfer

Eigenbehandlung wird in kurze, verständliche Schritte übersetzt und mit einer Alltagshandlung verknüpft. Kompression oder Schiene müssen praktisch an- und ausziehbar sein. Therapie prüft nicht nur Bewegungsmaß, sondern beispielsweise Faustschluss, Pinzettengriff, Waschen, Kochen, Schreiben oder berufliche Anforderungen.

Ergotherapeutischer Prüfpunkt

Welche Maßnahme passt zur Heilungsphase, welches Ziel verfolgt sie und woran wird Überdosierung erkannt?

Quellen

CHIRURGIE(1).zip / Narbentypen.pdf, 14.07.2026

CHIRURGIE(1).zip / Wunde und Wundheilung.pdf, 14.07.2026

CHIRURGIE(1).zip / Die-Rehabilitation-der-verbrannten-Hand.pdf, 14.07.2026

Ergotherapeutische Aufgaben in der Onkologie
Betätigungsorientierung

Ergotherapie verbindet körperliche, neuropsychologische, psychosoziale und arbeitstherapeutische Aspekte mit konkreten Betätigungszielen. Maßstab sind Alltag, Rollen und Lebensqualität statt isolierter Leistungswerte.

Interventionen

Mögliche Schwerpunkte sind Beweglichkeit, Handfunktion, Sensibilität, Energiemanagement, Selbstversorgung, Hilfsmittel, kognitive Strategien, Entspannung, Wohnraumanpassung und berufliche Wiedereingliederung.

Belastungssteuerung

Therapie wird an Blutwerte, Infektionsrisiko, Schmerz, Frakturgefahr, Metastasenlage, Fatigue und Tagesform angepasst. Alarmzeichen erfordern Rücksprache oder Abbruch.

Fragen und Antworten
Nennen Sie die wesentlichen Aspekte von „Motorisch-funktionelle Aufgaben“ (1 Punkt)
  • Beweglichkeit, Kraftdosierung, Handfunktion, Narben, Schmerz, Ödeme und sichere Alltagsbewegungen werden behandelt
Nennen Sie die wesentlichen Aspekte von „Neurophysiologische Aufgaben“ (1 Punkt)
  • Neurologische Folgen von Tumor oder Therapie werden in Haltung, Bewegung und alltagsnaher Aktivität berücksichtigt
Nennen Sie die wesentlichen Aspekte von „Neuropsychologische Aufgaben“ (1 Punkt)
  • Aufmerksamkeit, Gedächtnis, Planung und Reizverarbeitung werden alltagsbezogen erfasst und kompensiert
Nennen Sie die wesentlichen Aspekte von „Psychosoziale Aufgaben“ (1 Punkt)
  • Bedeutsame Aktivitäten, Selbstwirksamkeit, Rollen, Ausdruck, Entspannung und Krankheitsverarbeitung werden unterstützt
Nennen Sie die wesentlichen Aspekte von „Arbeitstherapeutische Aufgaben“ (1 Punkt)
  • Belastbarkeit, Arbeitsabläufe, Anpassungen, Stufenplan und realistische berufliche Wiedereingliederung werden vorbereitet
Beschreiben Sie das fachliche Vorgehen bei „Fatigue-Management“ (4 Punkte)
  • Aktivitäten priorisieren
  • Dosieren
  • Pausen planen
  • Routinen vereinfachen und körperliche Aktivierung angepasst erhalten
Erläutern Sie „Hilfsmittel in der Onkologie“ fachlich strukturiert (1 Punkt)
  • Sie reduzieren Kraftbedarf, Schmerz und Sturzrisiko und sichern Selbstversorgung bei vorübergehenden oder dauerhaften Einschränkungen
Definieren Sie „Kognitive Kompensation“ fachlich präzise (4 Punkte)
  • Kalender
  • Checklisten
  • Feste Ablageorte
  • Einzelschritte und störungsarme Umgebungen entlasten Aufmerksamkeit und Gedächtnis
Beschreiben Sie das fachliche Vorgehen bei „Therapie bei Knochenmetastasen“ (2 Punkte)
  • Belastungsgrenzen und Frakturrisiko müssen ärztlich geklärt
  • Hebel, Stoß und hohe Widerstände vermieden werden
Beurteilen Sie „Therapie bei Infektionsrisiko“ anhand fachlicher Kriterien (1 Punkt)
  • Hygiene, Expositionsschutz und aktuelle medizinische Vorgaben bestimmen, ob und wie Behandlung stattfinden kann
Nennen Sie die wesentlichen Aspekte von „Abbruchzeichen während Therapie“ (5 Punkte)
  • Akute Atemnot
  • Brustschmerz
  • Fieber
  • Neue neurologische Ausfälle
  • Blutung oder starke Zustandsverschlechterung
Beurteilen Sie „Erfolgskriterium der Ergotherapie“ anhand fachlicher Kriterien (3 Punkte)
  • Mehr Sicherheit
  • Selbstständigkeit
  • Teilhabe oder Lebensqualität in persönlich bedeutsamen Betätigungen
Quellen

AKL_2_2_Pathologie der Zelle_Tumoren_genetische Erkrankungen.pdf, 19.07.2026

lp_bfs_ergotherapeut_2024-1.pdf, 26.07.2026

Multiple Sklerose
Krankheitsprozess

Multiple Sklerose ist eine immunvermittelte demyelinisierende Erkrankung des zentralen Nervensystems. Herde können räumlich und zeitlich verteilt auftreten. Verläufe sind schubförmig-remittierend oder progredient.

Symptome

Möglich sind Sehstörung, Sensibilitätsstörung, spastische Parese, Ataxie, Tremor, Doppelbilder, Blasenstörung, Schmerz, Fatigue und kognitive Veränderungen. Wärme kann Symptome vorübergehend verstärken.

Diagnostik und Therapie

MRT zeigt typische Läsionen, Liquor häufig oligoklonale Banden; evozierte Potenziale können Leitungsverzögerungen belegen. Schübe werden häufig mit hochdosierten Kortikosteroiden behandelt, verlaufsmodifizierende Therapien reduzieren Aktivität.

Ergotherapie

Energie- und Pausenmanagement, Umweltanpassung, Hilfsmittel, Handfunktion, Kognition, Arbeitsplatzgestaltung und Umgang mit Wärme werden individuell kombiniert. Training darf Fatigue nicht ignorieren.

Fragen und Antworten
Definieren Sie „Multiple Sklerose“ fachlich präzise (1 Punkt)
  • Eine immunvermittelte Erkrankung des zentralen Nervensystems mit Entzündung, Demyelinisierung und später möglicher Axonschädigung
Erläutern Sie „Räumliche und zeitliche Dissemination“ fachlich strukturiert (1 Punkt)
  • Neurologische Herde treten an verschiedenen ZNS-Orten und zu unterschiedlichen Zeitpunkten auf
Nennen Sie die wesentlichen Aspekte von „Typische MS-Symptome“ (5 Punkte)
  • Seh- und Sensibilitätsstörungen
  • Spastische Paresen
  • Ataxie
  • Doppelbilder
  • Blasenstörung; Schmerz; Fatigue und Kognitionsprobleme
Definieren Sie „Uhthoff-Phänomen“ fachlich präzise (1 Punkt)
  • Wärme oder Fieber verstärken vorübergehend bereits vorhandene neurologische Symptome, ohne einen neuen Schub zu bedeuten
Beschreiben Sie das diagnostische Vorgehen bei „MS-Diagnostik“ (3 Punkte)
  • MRT
  • Klinischer Verlauf
  • Liquor mit oligoklonalen Banden und gegebenenfalls evozierte Potenziale stützen die Diagnose
Beschreiben Sie das fachliche Vorgehen bei „Schubtherapie“ (1 Punkt)
  • Akute Schübe werden häufig kurzzeitig mit hochdosierten Kortikosteroiden behandelt
Beschreiben Sie das fachliche Vorgehen bei „Verlaufsmodifizierende Therapie“ (1 Punkt)
  • Sie soll Krankheitsaktivität, neue Läsionen und Schübe reduzieren, heilt die Erkrankung aber nicht
Definieren Sie „Fatigue bei MS“ fachlich präzise (1 Punkt)
  • Eine unverhältnismäßige körperliche oder kognitive Erschöpfung, die Alltag und Teilhabe erheblich begrenzen kann
Beschreiben Sie das fachliche Vorgehen bei „Ergotherapeutisches Energiemanagement“ (4 Punkte)
  • Priorisieren
  • Pausen planen
  • Tätigkeiten vereinfachen
  • Umwelt anpassen und anspruchsvolle Aufgaben in leistungsfähige Zeiten legen
Quellen

NEU_SKRIPT_F_SP.pdf, 14.07.2026

Chronische Schmerzkrankheit und Aktivitätssteuerung
Schmerz als Erfahrung

Schmerz ist eine reale körperliche und emotionale Erfahrung. Bei chronischem Schmerz können Gewebeschädigung, Nervensystem, Aufmerksamkeit, Erwartung, Schlaf, Stimmung und soziale Bedingungen zusammenwirken.

Chronifizierung

Angst vor Schädigung, Schonung, Überforderungsspitzen und Rückzug können Belastbarkeit und Teilhabe weiter vermindern. Mehr Schmerz bedeutet dabei nicht automatisch mehr Gewebeschaden.

Behandlung

Chronische Schmerzbehandlung ist meist multimodal. Information, medizinische Therapie, Bewegung, Psychotherapie und ergotherapeutische Aktivitätssteuerung zielen auf Funktion und Lebensqualität, nicht nur auf vollständige Schmerzfreiheit.

Fragen und Antworten
Definieren Sie „Akuter Schmerz“ fachlich präzise (1 Punkt)
  • Ein Warn- und Schutzsignal bei tatsächlicher oder drohender Gewebeschädigung, das meist mit Heilung wieder abnimmt
Definieren Sie „Chronischer Schmerz“ fachlich präzise (1 Punkt)
  • Schmerz, der über die erwartete Heilungszeit hinaus anhält oder als eigenständige Erkrankung fortbesteht
Definieren Sie „Nozizeptiver Schmerz“ fachlich präzise (1 Punkt)
  • Schmerz durch Aktivierung von Schmerzrezeptoren bei Gewebereizung, Entzündung oder Verletzung
Definieren Sie „Neuropathischer Schmerz“ fachlich präzise (1 Punkt)
  • Schmerz durch Schädigung oder Erkrankung des somatosensorischen Nervensystems, häufig brennend oder elektrisierend
Definieren Sie „Nociplastischer Schmerz“ fachlich präzise (1 Punkt)
  • Veränderte Schmerzverarbeitung ohne ausreichenden Nachweis fortbestehender Gewebeschädigung oder klarer Nervenschädigung
Definieren Sie „Zentrale Sensibilisierung“ fachlich präzise (2 Punkte)
  • Das Nervensystem reagiert verstärkt auf Reize
  • Schmerz kann leichter ausgelöst werden und länger anhalten
Definieren Sie „Schmerzstärke und Gewebeschaden“ fachlich präzise (1 Punkt)
  • Bei chronischem Schmerz besteht kein verlässliches Eins-zu-eins-Verhältnis zwischen empfundener Stärke und aktuellem Schaden
Definieren Sie „Fear-Avoidance-Kreislauf“ fachlich präzise (1 Punkt)
  • Katastrophische Bewertung führt zu Angst und Schonung, dadurch sinken Kondition, Vertrauen und Teilhabe
Definieren Sie „Boom-and-Bust-Muster“ fachlich präzise (2 Punkte)
  • Gute Tage werden übernutzt, danach folgen Schmerzanstieg und lange Erholung
  • Die Belastbarkeit schwankt immer stärker
Definieren Sie „Pacing“ fachlich präzise (1 Punkt)
  • Aktivitäten werden planvoll dosiert, gewechselt und vor starker Eskalation unterbrochen, statt nur nach Schmerzspitzen zu reagieren
Beschreiben Sie das fachliche Vorgehen bei „Multimodale Schmerztherapie“ (3 Punkte)
  • Medizinische
  • Psychologische
  • Bewegungsbezogene und alltagsorientierte Verfahren verfolgen gemeinsame funktionelle Ziele
Erläutern Sie Sicherheitsanforderungen und erforderliche Reaktionen bei „Schmerz-Warnzeichen“ (4 Punkte)
  • Neue Lähmung
  • Blasen-Mastdarm-Störung
  • Fieber
  • Schweres Trauma oder rasche Verschlechterung benötigen dringende Abklärung
Nennen Sie die wesentlichen Aspekte von „Ergotherapeutische Schmerzziele“ (5 Punkte)
  • Bedeutsame Aktivität
  • Selbstwirksamkeit
  • Schlafroutine
  • Belastungssteuerung
  • Hilfsmittelgebrauch und soziale Teilhabe verbessern
Quellen

PGP Psychosomatik.pdf, 14.07.2026

lp_bfs_ergotherapeut_2024-1.pdf, 26.07.2026

IASP Terminology und revidierte Schmerzdefinition, 26.07.2026

Manie und bipolare Störungen
Manische Aktivierung

Manie verbindet deutlich gehobene oder gereizte Stimmung mit gesteigertem Antrieb, vermindertem Schlafbedürfnis, beschleunigtem Denken und riskantem Verhalten. Krankheitseinsicht kann fehlen.

Bipolarer Verlauf

Bipolare Störungen verlaufen in depressiven und manischen oder hypomanischen Episoden. Mischzustände enthalten gleichzeitig depressive und manische Merkmale und können besonders belastend und riskant sein.

Behandlung

Akute Behandlung und Phasenprophylaxe werden unterschieden. Schlafstabilisierung, Medikamente, Psychoedukation, Frühwarnzeichen und Schutz vor finanziellen, sozialen oder körperlichen Folgen sind zentral.

Fragen und Antworten
Definieren Sie „Wortherkunft Manie“ fachlich präzise (2 Punkte)
  • Griechisch mania bezeichnet Raserei oder heftige Erregung
  • Klinisch meint Manie eine krankhafte affektive und antriebliche Steigerung
Definieren Sie „Manische Episode“ fachlich präzise (1 Punkt)
  • Deutlich gesteigerte oder gereizte Stimmung mit erhöhter Aktivität und weiteren Symptomen, die Alltag und Urteilsfähigkeit erheblich verändern
Definieren Sie „Hypomanie“ fachlich präzise (1 Punkt)
  • Leichtere anhaltende Steigerung von Stimmung und Aktivität ohne die schwere Beeinträchtigung oder Psychose einer Manie
Nennen Sie die wesentlichen Aspekte von „Manische Kernzeichen“ (5 Punkte)
  • Vermindertes Schlafbedürfnis
  • Gesteigerter Antrieb
  • Rededrang
  • Ideenflucht
  • Ablenkbarkeit; Selbstüberschätzung und riskante Entscheidungen
Definieren Sie „Ideenflucht“ fachlich präzise (2 Punkte)
  • Gedanken wechseln beschleunigt nach oberflächlichen Verknüpfungen
  • Sprache wirkt sprunghaft, bleibt aber teilweise nachvollziehbar
Definieren Sie „Größenideen“ fachlich präzise (2 Punkte)
  • Überhöhte Einschätzung eigener Fähigkeiten, Bedeutung oder Möglichkeiten
  • Bei psychotischer Ausprägung können Größenwahnideen entstehen
Definieren Sie „Bipolare Störung“ fachlich präzise (1 Punkt)
  • Affektive Erkrankung mit manischen oder hypomanischen und meist depressiven Episoden
Definieren Sie „Mischzustand“ fachlich präzise (1 Punkt)
  • Depressive und manische Symptome treten gleichzeitig oder rasch wechselnd auf, etwa Verzweiflung bei starker innerer Aktivierung
Definieren Sie „Manische Risiken“ fachlich präzise (1 Punkt)
  • Möglich sind Schlafentzug, Erschöpfung, Konflikte, Geldausgaben, sexuelle Risiken, Verkehrsunfälle, Substanzkonsum und Selbstgefährdung
Beschreiben Sie das fachliche Vorgehen bei „Akute Maniebehandlung“ (4 Punkte)
  • Reizreduktion
  • Schlaf
  • Klare Grenzen
  • Medikamentöse Behandlung und je nach Gefährdung stationäre Sicherung stehen im Vordergrund
Nennen Sie die wesentlichen Aspekte von „Phasenprophylaxe“ (4 Punkte)
  • Langfristige Rückfallvorbeugung durch Medikamente
  • Schlafrhythmus
  • Frühwarnzeichen
  • Stressregulation und verlässliche Behandlungskontakte
Definieren Sie „Lithium“ fachlich präzise (1 Punkt)
  • Ein wirksamer Stimmungsstabilisierer, der regelmäßige Blutspiegel- und Organfunktionskontrollen sowie Beachtung von Wechselwirkungen erfordert
Definieren Sie „Kommunikation bei Manie“ fachlich präzise (4 Punkte)
  • Kurz
  • Ruhig und konkret bleiben
  • Reize begrenzen
  • Vereinbarungen wiederholen und riskante Vorhaben nicht diskutierend verstärken
Beschreiben Sie das fachliche Vorgehen bei „Ergotherapie bei Manie“ (2 Punkte)
  • Aktivitäten werden reizarm, überschaubar und sicher strukturiert
  • Grenzen, Pausen und Folgen von Entscheidungen werden transparent gemacht
Beschreiben Sie das fachliche Vorgehen bei „Ergotherapie nach Manie“ (3 Punkte)
  • Alltagsschäden ordnen
  • Scham bearbeiten
  • Routinen stabilisieren und individuelle Frühwarnzeichen in einen Rückfallplan übertragen
Quellen

Sächsischer Lehrplan Ergotherapeut/Ergotherapeutin 2024, LPE 8, 26.07.2026

PPB Fragen.pdf, 26.07.2026

WHO: ICD-11 CDDR Mental, Behavioural and Neurodevelopmental Disorders, 26.07.2026

ADHS: Symptomatik, Diagnostik, Komorbidität und Verlauf
Kardinalsymptome

ADHS wird durch anhaltende Unaufmerksamkeit und/oder Hyperaktivität-Impulsivität beschrieben, die dem Entwicklungsstand nicht entsprechen und die Funktionsfähigkeit beeinträchtigen. Unaufmerksamkeit zeigt sich etwa in Flüchtigkeitsfehlern, geringer Ausdauer, Vergesslichkeit und Organisationsproblemen. Hyperaktivität betrifft unangemessene motorische oder innere Unruhe. Impulsivität zeigt sich in vorschnellem Handeln, Unterbrechen oder geringer Verzögerung von Reaktionen.

Mehrere Lebensbereiche

Symptome müssen in mehr als einer bedeutsamen Umgebung beurteilt werden. Ein Kind kann sich im hochstrukturierten Einzelkontakt unauffällig zeigen und in Schule oder Familie deutlich beeinträchtigt sein. Umgekehrt kann problematisches Verhalten auf eine einzelne belastende Situation begrenzt sein und andere Ursachen haben.

Multimodale Diagnostik

Diagnostik verbindet Anamnese, Gespräche mit Kind und Bezugspersonen, Informationen aus Schule oder Kindergarten, standardisierte Fragebögen, Verhaltensbeobachtung und Leistungsdiagnostik. Aufmerksamkeitstests wie Untertests der TAP können einzelne Funktionen untersuchen, beweisen oder widerlegen ADHS aber nicht allein.

Differenzialdiagnostik bei ADHS

Zu prüfen sind unter anderem Schlafprobleme, Angst, Depression, Trauma, Lern- und Sprachstörungen, Autismus, Ticstörungen, neurologische Erkrankungen, Substanzwirkungen, unpassende Anforderungen und psychosoziale Belastungen. Auch hohe Begabung oder Unterforderung kann Verhalten verändern.

Komorbidität

Begleitend können oppositionelles Verhalten, Störungen des Sozialverhaltens, Lernstörungen, Angst, Depression, Ticstörungen und weitere neuroentwicklungsbezogene Probleme auftreten. Komorbiditäten beeinflussen Behandlung und Prognose wesentlich.

Verlauf

Das Erscheinungsbild verändert sich mit dem Alter. Offene motorische Unruhe kann abnehmen, während Aufmerksamkeits-, Organisations- und Impulsivitätsprobleme fortbestehen. Eine Diagnose beschreibt keine unveränderliche Persönlichkeit; Ressourcen, Umfeld und erlernte Strategien beeinflussen die Teilhabe deutlich.

Fragen und Antworten
Nennen Sie die wesentlichen Aspekte von „Kardinalsymptome“ (4 Punkte)
  • ADHS wird durch anhaltende Unaufmerksamkeit und/oder Hyperaktivität-Impulsivität beschrieben, die dem Entwicklungsstand nicht entsprechen und die Funktionsfähigkeit beeinträchtigen
  • Unaufmerksamkeit zeigt sich etwa in Flüchtigkeitsfehlern, geringer Ausdauer, Vergesslichkeit und Organisationsproblemen
  • Hyperaktivität betrifft unangemessene motorische oder innere Unruhe
  • Impulsivität zeigt sich in vorschnellem Handeln, Unterbrechen oder geringer Verzögerung von Reaktionen
Erläutern Sie „Mehrere Lebensbereiche“ fachlich strukturiert (3 Punkte)
  • Symptome müssen in mehr als einer bedeutsamen Umgebung beurteilt werden
  • Ein Kind kann sich im hochstrukturierten Einzelkontakt unauffällig zeigen und in Schule oder Familie deutlich beeinträchtigt sein
  • Umgekehrt kann problematisches Verhalten auf eine einzelne belastende Situation begrenzt sein und andere Ursachen haben
Beschreiben Sie das diagnostische Vorgehen bei „ADHS: Symptomatik, Diagnostik, Komorbidität und Verlauf: Multimodale Diagnostik“ (5 Punkte)
  • Diagnostik verbindet Anamnese
  • Gespräche mit Kind und Bezugspersonen
  • Informationen aus Schule oder Kindergarten
  • Standardisierte Fragebögen
  • Verhaltensbeobachtung und Leistungsdiagnostik; Aufmerksamkeitstests wie Untertests der TAP können einzelne Funktionen untersuchen, beweisen oder widerlegen ADHS aber nicht allein
Unterscheiden Sie „Differenzialdiagnostik bei ADHS“ anhand fachlicher Kriterien (2 Punkte)
  • Zu prüfen sind unter anderem Schlafprobleme, Angst, Depression, Trauma, Lern- und Sprachstörungen, Autismus, Ticstörungen, neurologische Erkrankungen, Substanzwirkungen, unpassende Anforderungen und psychosoziale Belastungen
  • Auch hohe Begabung oder Unterforderung kann Verhalten verändern
Definieren Sie „Komorbidität“ fachlich präzise (2 Punkte)
  • Begleitend können oppositionelles Verhalten, Störungen des Sozialverhaltens, Lernstörungen, Angst, Depression, Ticstörungen und weitere neuroentwicklungsbezogene Probleme auftreten
  • Komorbiditäten beeinflussen Behandlung und Prognose wesentlich
Erklären Sie den fachlichen Zusammenhang bei „Verlauf“ (4 Punkte)
  • Das Erscheinungsbild verändert sich mit dem Alter
  • Offene motorische Unruhe kann abnehmen, während Aufmerksamkeits-, Organisations- und Impulsivitätsprobleme fortbestehen
  • Eine Diagnose beschreibt keine unveränderliche Persönlichkeit
  • Ressourcen, Umfeld und erlernte Strategien beeinflussen die Teilhabe deutlich
Quellen

KJP ADHS_Buchkapitel Leistungsnachweis.pdf, 14.07.2026

KJP ADHS_Arbeitsauftrag Leistungsnachweis.pdf, 14.07.2026

Schulter: Engpass-, Schleimbeutel- und Sehnenerkrankungen
Bursitis und Tendinopathie

Schleimbeutel und Sehnen können durch Überlastung, Reibung, Degeneration oder Begleiterkrankungen gereizt werden. Typisch sind belastungsabhängiger Schmerz, Bewegungseinschränkung und Nachtschmerz. Klinische Tests werden als Befundmuster und nicht als alleinige Diagnose interpretiert.

Impingement

Impingement beschreibt schmerzhafte Kompression oder Belastung von Strukturen im Schulterraum. Ursachen können Form des Schulterdachs, Sehnenschwellung, Rotatorenmanschettenstörung oder veränderte Skapulakontrolle sein. Der Begriff benennt einen Mechanismus, nicht immer eine einheitliche Krankheit.

Kalkschulter

Bei Tendinosis calcarea entstehen Kalkdepots meist in Sehnen der Rotatorenmanschette. Phasen können stark schmerzhaft verlaufen. Behandlung reicht von Schmerzreduktion und angepasster Bewegung bis zu interventionellen oder operativen Verfahren.

Bizepssehnenruptur

Rupturen der langen Bizepssehne verursachen häufig eine distal sichtbare Muskelbauchverlagerung. Funktionelle Einschränkung kann geringer sein als das Erscheinungsbild vermuten lässt. Operative Versorgung richtet sich nach Alter, Belastungsprofil und Begleitverletzung.

Ergotherapie

Belastung wird an Gewebereaktion und Alltag angepasst. Schultergürtel, Rumpf, Reichweite und Arbeitsorganisation werden gemeinsam betrachtet. Dauerhafte vollständige Ruhigstellung fördert Steifigkeit und wird nur bei klarer Vorgabe genutzt.

Quellen

ORT_Skript_2025.pdf – Spezielle Krankheitslehre Orthopädie, 14.07.2026

Grundschulalter: Motorik, Kognition und soziale Entwicklung
Lerntext

Im Grundschulalter werden motorische, kognitive und soziale Fähigkeiten stärker für verbindliche Aufgaben genutzt. Anforderungen steigen häufig schneller als die Selbstorganisation, wodurch Unterstützungsbedarf erstmals sichtbar werden kann.

Fragen und Antworten
Definieren Sie „Motorik im Grundschulalter“ fachlich präzise (2 Punkte)
  • Bewegungen werden automatisierter, ausdauernder und an Sport, Schulweg, Pausenspiel und Werkaufgaben angepasst
  • Koordination bleibt durch Übung und Wachstum veränderlich
Definieren Sie „Handschrift als Betätigung“ fachlich präzise (5 Punkte)
  • Handschrift verbindet Buchstabenwissen
  • Visuelle Verarbeitung
  • Feinmotorik
  • Tempo
  • Kraft und Aufmerksamkeit; Lesbarkeit und funktionales Schreiben sind wichtiger als reine Schönschrift
Definieren Sie „Konkretes logisches Denken“ fachlich präzise (1 Punkt)
  • Kinder können Regeln, Reihenfolgen, Mengen und Perspektiven zunehmend logisch bearbeiten, wenn sie sich auf konkrete oder vorstellbare Situationen beziehen
Erklären Sie den fachlichen Zusammenhang bei „Exekutive Funktionen“ (5 Punkte)
  • Arbeitsgedächtnis
  • Inhibition
  • Flexibilität und Planung unterstützen Aufgabenbeginn
  • Reihenfolge
  • Fehlerkorrektur und Zielverfolgung; Diese Funktionen reifen bis weit über das Grundschulalter hinaus
Beschreiben Sie Entwicklung und fachliche Einordnung von „Soziale Entwicklung in der Schule“ (5 Punkte)
  • Freundschaften
  • Zugehörigkeit
  • Wettbewerb
  • Kooperation und Regelverständnis gewinnen an Bedeutung
  • Soziale Anforderungen unterscheiden sich zwischen Klasse; Pause; Familie und Freizeit
Definieren Sie „Schulische Selbstorganisation“ fachlich präzise (2 Punkte)
  • Material bereithalten, Aufträge merken, Zeit einteilen und Hausaufgaben beginnen sind komplexe Alltagsleistungen
  • Struktur und sichtbare Abläufe können entlasten
Definieren Sie „Leistungsschwankungen“ fachlich präzise (5 Punkte)
  • Leistung hängt von Schlaf
  • Stress
  • Reizlage
  • Motivation
  • Aufgabenverständnis; Sprache und Vorwissen ab; Ein schwacher Einzeltest erklärt keine umfassende Entwicklungsstörung
Erläutern Sie „Lernstörung und allgemeine Überforderung“ fachlich strukturiert (1 Punkt)
  • Spezifische Lernstörungen müssen von unzureichender Beschulung, Sprachproblemen, Sinnesstörungen, intellektueller Beeinträchtigung und emotionaler Belastung unterschieden werden
Erläutern Sie „Umweltanpassung in der Schule“ fachlich strukturiert (1 Punkt)
  • Mögliche Anpassungen sind klarer Arbeitsplatz, reduzierte Ablenkung, gegliederte Aufträge, passende Schreibmittel, Zeitstruktur und alternative Darstellungsformen
Nennen Sie die wesentlichen Aspekte von „Ergotherapeutische Schulziele“ (4 Punkte)
  • Ziele betreffen konkrete Teilnahme: Aufgaben beginnen
  • Lesbar und ausreichend schnell schreiben
  • Material organisieren
  • Pausen bewältigen oder Gruppenarbeiten mittragen
Quellen

Entwicklungstabelle.pdf, 20.07.2026

POL Entwicklung Handout.pdf, 20.07.2026

kindergesundheit-info.de: Grundlagen kindlicher Entwicklung, geprüft 2026-07-20, 20.07.2026

Arthrose: Rhizarthrose, Hüfte und Knie
Krankheitsverständnis

Arthrose ist eine Erkrankung des gesamten Gelenks und nicht nur ein „abgenutzter Knorpel“. Knorpel, subchondraler Knochen, Kapsel, Synovialmembran, Muskulatur und Bewegungssteuerung können beteiligt sein. Bildbefund und Beschwerden stimmen nicht immer überein.

Typische Beschwerden

Belastungs- und Anlaufschmerz, kurze Steifigkeit, reduzierte Beweglichkeit, Kraftverlust und Unsicherheit sind häufig. Bei Rhizarthrose erschweren Pinzettengriff und kräftiges Zupacken den Alltag; Hüft- und Kniearthrose beeinflussen Gehen, Treppen, Transfers und Ausdauer.

Konservative Therapie

Information, dosierte Bewegung, Kraft- und Ausdauertraining, Belastungssteuerung und bei Bedarf Gewichtsmanagement bilden zentrale nichtmedikamentöse Bausteine. Hilfsmittel, Griffverdickungen, angepasste Arbeitsweisen oder Orthesen können konkrete Aufgaben erleichtern.

Operation und Nachbehandlung

Bei anhaltend starker Schmerz- und Funktionsbeeinträchtigung kann ein operativer Gelenkersatz oder ein handchirurgisches Verfahren erwogen werden. Ergotherapie orientiert die Nachbehandlung an Gewebeheilung, ärztlichen Vorgaben und den priorisierten Betätigungen.

Quellen
Nieren, Harnwege und Kontinenz
Harnwege und Nierenfunktion

Entzündungen der Harnwege sind häufig und können Schmerzen, Harndrang, Nykturie oder Fieber verursachen. Niereninsuffizienz bedeutet eine eingeschränkte Ausscheidungs- und Regulationsfunktion der Nieren; Müdigkeit, Konzentrationsschwäche, Juckreiz, Übelkeit oder Leistungsknick können folgen. Bei älteren Menschen können Infekte auch Verwirrtheit oder Stürze begünstigen.

Kontinenz und Teilhabe

Harn- oder Stuhlinkontinenz beeinflussen Selbstbild, Schlaf, Mobilität und soziale Sicherheit stark. Viele Betroffene schränken Aktivitäten vorsorglich ein oder meiden Wege ohne erreichbare Toilette. Kontinenzprobleme sind deshalb nie nur ein "Pflegeproblem", sondern auch ein Teilhabethema.

Ergotherapeutische Ansatzpunkte

Therapie bezieht Toilettenwege, Kleidung, Transfers, Handhabung von Hilfsmitteln, Trinkorganisation nach Vorgabe und Zeitmanagement ein. Kleine Umweltanpassungen können die Selbstständigkeit deutlich erhöhen. Auch Scham, Geruchssorgen und Rückzug werden offen, aber respektvoll berücksichtigt.

Warnzeichen

Flankenschmerz, Fieber, Harnverhalt, Blut im Urin, rasche Ödementwicklung oder deutliche Verschlechterung des Allgemeinzustands sind medizinisch abzuklären. Belastung wird bei eingeschränktem Allgemeinzustand reduziert und sorgfältig beobachtet.

Quellen

Lehrplan BFS Ergotherapeut 2024, Spezielle Krankheitslehre, S. 49, 19.07.2026

Verbrennung: Tiefe, Ausdehnung und Verbrennungskrankheit
Tiefe der Schädigung

Verbrennungen werden nach Tiefe beurteilt. Oberflächliche Schädigungen zeigen Rötung und Schmerz; bei tieferen zweitgradigen Verletzungen sind Dermisanteile stärker betroffen. Drittgradige Verbrennungen zerstören Epidermis und Dermis vollständig und können wegen zerstörter Nervenendigungen wenig schmerzhaft sein. Viertgradige Schäden reichen in Unterhaut, Muskel, Sehne oder Knochen.

Ausdehnung und Lokalisation

Die betroffene Körperoberfläche kann mit Neunerregel oder Handflächenregel abgeschätzt werden. Kleine Flächen an Hand, Gesicht, Hals, Füßen, großen Gelenken oder Genitalregion können funktionell hoch bedeutsam sein. Tiefe, Fläche, Alter, Inhalationstrauma und Begleiterkrankungen bestimmen die Schwere.

Verbrennungskrankheit

Großflächige Verbrennungen führen zu gesteigerter Gefäßdurchlässigkeit, Flüssigkeitsverlust, Ödem, Kreislaufstörung und systemischer Entzündungsreaktion. Daraus können Verbrennungsschock, Organstörungen und hohe Infektionsgefährdung entstehen. Akutversorgung und Flüssigkeitstherapie gehören in spezialisierte medizinische Behandlung.

Ergotherapeutische Einordnung

Frühe ergotherapeutische Aufgaben bestehen in Schutzstellung, Ödemmanagement, erlaubter Bewegung, Schienenversorgung und Vermeidung ungünstiger Schonmuster. Später folgen Narbenmanagement, Handfunktion, ADL, Belastungsaufbau, Körperbild und beruflich-soziale Reintegration.

Ergotherapeutischer Prüfpunkt

Erkläre, weshalb eine kleine tiefe Handverbrennung funktionell schwerwiegender sein kann als eine größere oberflächliche Rumpfverbrennung.

Quellen

CHIRURGIE(1).zip / Wunde und Wundheilung.pdf, 14.07.2026

CHIRURGIE(1).zip / Die-Rehabilitation-der-verbrannten-Hand.pdf, 14.07.2026

CHIRURGIE(1).zip / Schwerpunkte LK_Chirurgie.pdf, 14.07.2026

Degenerative Erkrankungen: Parkinson, Huntington, Ataxien und Demenzen
Parkinson-Syndrom

Kernzeichen sind Bradykinese sowie Rigor, Ruhetremor oder posturale Instabilität. Hinzu kommen reduzierte Mimik, leise Sprache, kleinschrittiger Gang, Freezing, autonome und kognitive Symptome. Medikamente verbessern dopaminerge Funktion, verlieren aber nicht selten gleichmäßige Wirkung.

Morbus Huntington und Ataxien

Huntington ist genetisch bedingt und führt zu Chorea, psychischen Veränderungen und kognitivem Abbau. Degenerative Ataxien beeinträchtigen Stand, Gang, Zielbewegungen und Sprache.

Demenzen

Demenzen verursachen erworbene Beeinträchtigung mehrerer kognitiver Bereiche mit Alltagsrelevanz. Frontotemporale Demenz beginnt häufig mit Verhaltens- und Persönlichkeitsänderungen.

Ergotherapie

Bei Parkinson helfen externe Rhythmen, große Bewegungsamplituden, Strategien gegen Freezing und Anpassung komplexer Tätigkeiten. Bei Demenz stehen Gewohnheiten, bedeutungsvolle Aktivität, Umweltstruktur und Angehörigenberatung im Mittelpunkt.

Fragen und Antworten
Nennen Sie die wesentlichen Aspekte von „Parkinson-Kernzeichen“ (1 Punkt)
  • Bradykinese plus mindestens Rigor, Ruhetremor oder posturale Instabilität kennzeichnen das Parkinson-Syndrom
Definieren Sie „Bradykinese“ fachlich präzise (1 Punkt)
  • Bewegungen beginnen verzögert, werden langsamer und verlieren bei Wiederholung an Umfang
Definieren Sie „Freezing“ fachlich präzise (4 Punkte)
  • Eine kurze Bewegungsblockade
  • Besonders beim Starten
  • Drehen
  • An Engstellen oder unter Zeitdruck
Definieren Sie „Parkinson-Off-Phase“ fachlich präzise (2 Punkte)
  • Die Medikamentenwirkung lässt nach
  • Beweglichkeit und Selbstständigkeit können deutlich schwanken
Definieren Sie „Morbus Huntington“ fachlich präzise (1 Punkt)
  • Eine autosomal-dominante Erkrankung mit Chorea, psychischen Veränderungen und fortschreitendem kognitivem Abbau
Definieren Sie „Chorea und Tremor“ fachlich präzise (2 Punkte)
  • Chorea ist unregelmäßig, wechselnd und überschießend
  • Tremor rhythmisch und annähernd regelmäßig
Definieren Sie „Degenerative Ataxie“ fachlich präzise (3 Punkte)
  • Koordination von Stand
  • Gang
  • Zielbewegungen und Sprache verschlechtert sich fortschreitend
Definieren Sie „Demenz“ fachlich präzise (1 Punkt)
  • Ein erworbener kognitiver Abbau mehrerer Bereiche beeinträchtigt selbstständige Alltagsbewältigung
Beschreiben Sie das fachliche Vorgehen bei „Ergotherapie bei Parkinson“ (3 Punkte)
  • Externe Rhythmen
  • Große Bewegungsamplituden
  • Strategien gegen Freezing und Anpassung komplexer Alltagsschritte
Beschreiben Sie das fachliche Vorgehen bei „Ergotherapie bei Demenz“ (4 Punkte)
  • Vertraute Routinen
  • Bedeutsame Aktivität
  • Klare Umweltstruktur
  • Passende Reizmenge und Angehörigenberatung
Quellen

NEU_SKRIPT_F_SP.pdf, 14.07.2026

Therapeutische Konzepte der Psychosomatik
Integrierte Behandlung

Psychosomatische Therapie verbindet medizinische Behandlung mit Psychotherapie, Pflege, Bewegung, Physiotherapie, Ergotherapie und sozialer Unterstützung. Die Kombination richtet sich nach Erkrankung, Risiken und persönlichen Zielen.

Psychotherapeutische Zugänge

Verhaltenstherapie verändert Bewertungen, Vermeidung und Gewohnheiten. Psychodynamische Verfahren bearbeiten wiederkehrende Beziehungsmuster, Konflikte und Affekte. Beide benötigen eine tragfähige therapeutische Beziehung.

Regulation und Transfer

Psychoedukation, Entspannung, Körperwahrnehmung, Gruppenangebote und alltagsnahe Übungen unterstützen Selbstregulation. Entscheidend ist der Transfer in Routinen, Rollen und reale Lebensbedingungen.

Fragen und Antworten
Beschreiben Sie das fachliche Vorgehen bei „Integrierte psychosomatische Behandlung“ (1 Punkt)
  • Medizinische und psychotherapeutische Verfahren werden mit bewegungs-, alltags- und sozialbezogenen Angeboten abgestimmt
Definieren Sie „Psychoedukation“ fachlich präzise (3 Punkte)
  • Verständliche Information über Symptome
  • Wechselwirkungen
  • Behandlung und eigene Einflussmöglichkeiten
Beschreiben Sie das fachliche Vorgehen bei „Kognitive Verhaltenstherapie“ (3 Punkte)
  • Sie bearbeitet ungünstige Bewertungen
  • Vermeidung
  • Sicherheitsverhalten und Gewohnheiten durch Lernen und Erprobung
Beschreiben Sie das fachliche Vorgehen bei „Psychodynamische Therapie“ (1 Punkt)
  • Sie untersucht unbewusste Konflikte, Affekte und Beziehungsmuster, die Beschwerden und Bewältigung mitprägen können
Definieren Sie „Therapeutische Beziehung“ fachlich präzise (3 Punkte)
  • Vertrauen
  • Verlässlichkeit
  • Transparenz und gemeinsames Entscheiden bilden eine zentrale Grundlage der Behandlung
Definieren Sie „Progressive Muskelrelaxation“ fachlich präzise (1 Punkt)
  • Muskelgruppen werden systematisch angespannt und gelöst, um Spannung wahrzunehmen und körperliche Regulation zu üben
Beschreiben Sie das fachliche Vorgehen bei „Autogenes Training“ (1 Punkt)
  • Ein Verfahren konzentrativer Selbstentspannung mit formelhaften Vorstellungen von Ruhe, Schwere und Wärme
Definieren Sie „Achtsamkeit“ fachlich präzise (1 Punkt)
  • Aufmerksames Wahrnehmen gegenwärtiger Erfahrungen ohne sofortige Bewertung oder automatische Reaktion
Definieren Sie „Körperorientierte Verfahren“ fachlich präzise (3 Punkte)
  • Bewegung
  • Atmung und Körperwahrnehmung helfen
  • Signale differenzierter zu erkennen und Regulation praktisch zu erlernen
Beschreiben Sie das fachliche Vorgehen bei „Einzeltherapie“ (3 Punkte)
  • Sie ermöglicht individuelle Diagnostik
  • Schutz
  • Zielarbeit und Bearbeitung persönlicher Muster
Beschreiben Sie das fachliche Vorgehen bei „Gruppentherapie“ (3 Punkte)
  • Sie bietet soziale Rückmeldung
  • Beziehungserfahrungen
  • Gemeinsames Lernen und Übung von Kommunikation
Definieren Sie „Paar- und Familiengespräche“ fachlich präzise (4 Punkte)
  • Sie klären Belastungen
  • Rollen
  • Unterstützung
  • Grenzen und aufrechterhaltende Interaktionsmuster
Erläutern Sie „Medikamente in der Psychosomatik“ fachlich strukturiert (1 Punkt)
  • Sie behandeln je nach Diagnose körperliche oder psychische Symptome, ersetzen aber keine umfassende Ursachen- und Alltagsarbeit
Beurteilen Sie „Therapieerfolg“ anhand fachlicher Kriterien (3 Punkte)
  • Mehr Sicherheit
  • Flexible Bewältigung
  • Bessere Funktion und Teilhabe zählen ebenso wie eine Abnahme der Symptome
Quellen

PGP Psychosomatik.pdf, 14.07.2026

6. Psychosomatik Sucht Forensik.pdf, 14.07.2026

POL Handout Stress.docx, 14.07.2026

lp_bfs_ergotherapeut_2024-1.pdf, 26.07.2026

Psychogene, neurotische und traumabezogene Störungen
Historische Begriffe

Neurose und abnorme Erlebnisreaktion sind historische Sammelbegriffe. Moderne Klassifikationen unterscheiden Angst-, Zwangs-, Trauma-, Belastungs-, dissoziative und weitere Störungen anhand konkreter Merkmale.

Reaktion und Vulnerabilität

Belastungen führen nicht automatisch zu einer Störung. Bedeutung, Dauer, frühere Erfahrungen, körperliche Voraussetzungen, soziale Sicherheit und Bewältigung beeinflussen die Reaktion.

Abwehr und Bewältigung

Abwehrmechanismen vermindern innere Konflikte meist unbewusst. Sie können kurzfristig schützen, aber bei starrer Nutzung Realitätseinschätzung, Beziehungen und flexible Problemlösung behindern.

Fragen und Antworten
Definieren Sie „Psychogene Störung“ fachlich präzise (3 Punkte)
  • Historischer Oberbegriff für Störungen
  • Deren Entstehung wesentlich mit psychischen Belastungen
  • Konflikten oder Lernprozessen verbunden wurde
Definieren Sie „Varianten psychischen Erlebens“ fachlich präzise (2 Punkte)
  • Erleben und Verhalten variieren zwischen Menschen
  • Klinisch bedeutsam werden Muster erst bei Leiden, Beeinträchtigung, Gefahr oder deutlicher Normabweichung im Kontext
Definieren Sie „Neurose“ fachlich präzise (2 Punkte)
  • Historischer Begriff für psychische Störungen ohne ausgeprägten Realitätsverlust
  • Moderne Diagnosen beschreiben konkrete Störungsgruppen
Definieren Sie „Abnorme Erlebnisreaktion“ fachlich präzise (1 Punkt)
  • Historische Bezeichnung für eine in Stärke oder Dauer ungewöhnliche psychische Reaktion auf ein belastendes Ereignis
Definieren Sie „Anpassungsstörung“ fachlich präzise (1 Punkt)
  • Emotionale oder verhaltensbezogene Reaktion auf eine identifizierbare Belastung mit deutlicher Beeinträchtigung der Lebensführung
Definieren Sie „Posttraumatische Belastungsstörung“ fachlich präzise (3 Punkte)
  • Traumafolgestörung mit Wiedererleben
  • Vermeidung
  • Anhaltendem Bedrohungsgefühl und weiteren Veränderungen nach extremer Belastung
Definieren Sie „Intrusion“ fachlich präzise (3 Punkte)
  • Ungewolltes Wiederauftreten belastender Erinnerungen
  • Bilder
  • Körperempfindungen oder Träume mit Gegenwartscharakter
Definieren Sie „Dissoziation“ fachlich präzise (5 Punkte)
  • Vorübergehende Störung der Integration von Bewusstsein
  • Erinnerung
  • Identität
  • Wahrnehmung
  • Körpererleben oder Bewegung
Erklären Sie den fachlichen Zusammenhang bei „Abwehrmechanismus“ (1 Punkt)
  • Meist unbewusster psychischer Prozess, der Angst oder innere Konflikte vermindert und Selbstbild sowie Handlungsfähigkeit schützt
Definieren Sie „Verdrängung“ fachlich präzise (1 Punkt)
  • Belastende Vorstellungen oder Impulse werden dem bewussten Erleben entzogen, ohne bewusstes Vergessen zu sein
Definieren Sie „Projektion“ fachlich präzise (1 Punkt)
  • Eigene schwer akzeptierbare Gefühle oder Impulse werden anderen Personen zugeschrieben
Definieren Sie „Verschiebung“ fachlich präzise (1 Punkt)
  • Ein Gefühl oder Impuls richtet sich von einem bedrohlichen ursprünglichen Ziel auf ein weniger gefährliches Ersatzobjekt
Definieren Sie „Rationalisierung“ fachlich präzise (1 Punkt)
  • Verhalten wird nachträglich mit plausiblen Gründen erklärt, während die eigentlichen Motive unbewusst bleiben
Definieren Sie „Regression“ fachlich präzise (3 Punkte)
  • Unter Belastung treten frühere
  • Weniger reife Formen von Erleben
  • Abhängigkeit oder Verhalten wieder stärker hervor
Definieren Sie „Sublimierung“ fachlich präzise (1 Punkt)
  • Impulse werden in sozial akzeptierte, kreative, berufliche oder kulturelle Tätigkeiten umgeleitet
Definieren Sie „Traumasensible Haltung“ fachlich präzise (2 Punkte)
  • Sicherheit, Vorhersehbarkeit, Wahlmöglichkeiten, Grenzen und Kontrolle werden gestärkt
  • Unvorbereitete Konfrontation wird vermieden
Definieren Sie „Ergotherapeutischer Traumafokus“ fachlich präzise (5 Punkte)
  • Stabilisierung von Alltag
  • Körperwahrnehmung
  • Schlaf
  • Selbstversorgung
  • Rollen und sicherer Teilhabe statt eigenständiger Traumakonfrontation
Quellen

Sächsischer Lehrplan Ergotherapeut/Ergotherapeutin 2024, LPE 8, 26.07.2026

PGP Einführung und PPB Handout.pdf, 29.03.2025

PPB Fragen.pdf, 26.07.2026

WHO: ICD-11 CDDR Mental, Behavioural and Neurodevelopmental Disorders, 26.07.2026

ADHS: Entstehungsmodell und multimodale Behandlung
Mehrfaktorielle Entstehung

ADHS entsteht nicht durch einen einzelnen Erziehungsfehler. Genetische, neurobiologische und neuropsychologische Faktoren tragen wesentlich bei. Diskutiert werden unter anderem Verhaltenshemmung, Aufmerksamkeitssteuerung, Arbeitsgedächtnis, Belohnungsverarbeitung und exekutive Funktionen. Pränatale und andere Belastungen können Risiken beeinflussen.

Psychosoziale Faktoren

Familien- und Schulbedingungen gelten nicht als alleinige Primärursache, können den Verlauf aber deutlich beeinflussen. Häufige negative Rückmeldungen, unklare Regeln, Überforderung und wechselseitige Eskalation können einen Teufelskreis stabilisieren. Angemessenes Verhalten erhält dann wenig Aufmerksamkeit, auffälliges Verhalten dagegen viel negative Reaktion.

Behandlungsplanung

Behandlung ist multimodal und orientiert sich an Alter, Schweregrad, Komorbidität, Ressourcen und betroffenen Lebensbereichen. Bausteine können Psychoedukation, verhaltenstherapeutische Arbeit mit dem Kind, Elterntraining, schulbezogene Beratung, Pharmakotherapie und ausgewählte neuropsychologische Verfahren sein.

Medikamentöse Behandlung

Stimulanzien wie Methylphenidat können Kernsymptome wirksam vermindern, benötigen aber ärztliche Indikation, individuelle Dosierung und Verlaufskontrolle. Wirkung, Nebenwirkungen, Wachstum, Schlaf, Appetit und Alltagsergebnis werden überwacht. Eine positive Medikamentenwirkung ist kein diagnostischer Beweis.

Familie und Schule bei ADHS

Hilfreich sind wenige klare Regeln, konkrete Aufforderungen, unmittelbare und nachvollziehbare Konsequenzen, gezieltes Lob und ein abgestimmtes Vorgehen. Erwachsene prüfen auch, ob Anforderungen realistisch, verständlich und ausreichend strukturiert sind. Ziel ist nicht dauernde Kontrolle, sondern zunehmende Selbststeuerung.

Neurofeedback und kognitive Verfahren

Neurofeedback und Aufmerksamkeitstrainings können in ausgewählten Fällen ergänzen. Ihre Indikation richtet sich nach aktueller Evidenz, Aufwand, Motivation und erreichbarem Alltagsnutzen. Sie ersetzen keine umfassende Diagnostik oder Behandlung der relevanten Lebensbereiche.

Fragen und Antworten
Erklären Sie den fachlichen Zusammenhang bei „Mehrfaktorielle Entstehung“ (4 Punkte)
  • ADHS entsteht nicht durch einen einzelnen Erziehungsfehler
  • Genetische, neurobiologische und neuropsychologische Faktoren tragen wesentlich bei
  • Diskutiert werden unter anderem Verhaltenshemmung, Aufmerksamkeitssteuerung, Arbeitsgedächtnis, Belohnungsverarbeitung und exekutive Funktionen
  • Pränatale und andere Belastungen können Risiken beeinflussen
Erläutern Sie „Psychosoziale Faktoren“ fachlich strukturiert (3 Punkte)
  • Familien- und Schulbedingungen gelten nicht als alleinige Primärursache, können den Verlauf aber deutlich beeinflussen
  • Häufige negative Rückmeldungen, unklare Regeln, Überforderung und wechselseitige Eskalation können einen Teufelskreis stabilisieren
  • Angemessenes Verhalten erhält dann wenig Aufmerksamkeit, auffälliges Verhalten dagegen viel negative Reaktion
Beschreiben Sie das fachliche Vorgehen bei „Behandlungsplanung“ im Kapitel „ADHS: Entstehungsmodell und multimodale Behandlung“ (2 Punkte)
  • Behandlung ist multimodal und orientiert sich an Alter, Schweregrad, Komorbidität, Ressourcen und betroffenen Lebensbereichen
  • Bausteine können Psychoedukation, verhaltenstherapeutische Arbeit mit dem Kind, Elterntraining, schulbezogene Beratung, Pharmakotherapie und ausgewählte neuropsychologische Verfahren sein
Beschreiben Sie das fachliche Vorgehen bei „Medikamentöse Behandlung“ (3 Punkte)
  • Stimulanzien wie Methylphenidat können Kernsymptome wirksam vermindern, benötigen aber ärztliche Indikation, individuelle Dosierung und Verlaufskontrolle
  • Wirkung, Nebenwirkungen, Wachstum, Schlaf, Appetit und Alltagsergebnis werden überwacht
  • Eine positive Medikamentenwirkung ist kein diagnostischer Beweis
Erläutern Sie „Familie und Schule bei ADHS“ fachlich strukturiert (3 Punkte)
  • Hilfreich sind wenige klare Regeln, konkrete Aufforderungen, unmittelbare und nachvollziehbare Konsequenzen, gezieltes Lob und ein abgestimmtes Vorgehen
  • Erwachsene prüfen auch, ob Anforderungen realistisch, verständlich und ausreichend strukturiert sind
  • Ziel ist nicht dauernde Kontrolle, sondern zunehmende Selbststeuerung
Erläutern Sie „Neurofeedback und kognitive Verfahren“ fachlich strukturiert (5 Punkte)
  • Neurofeedback und Aufmerksamkeitstrainings können in ausgewählten Fällen ergänzen
  • Ihre Indikation richtet sich nach aktueller Evidenz
  • Aufwand
  • Motivation und erreichbarem Alltagsnutzen
  • Sie ersetzen keine umfassende Diagnostik oder Behandlung der relevanten Lebensbereiche
Quellen

KJP ADHS_Buchkapitel Leistungsnachweis.pdf, 14.07.2026

KJP ADHS_Arbeitsauftrag Leistungsnachweis.pdf, 14.07.2026

Schulter: komplexe Gelenk-, Knorpel- und Nervenstörungen
Rotatorenmanschette und Defektarthropathie

Große Sehnendefekte können den Humeruskopf dezentrieren und Gelenkflächen fehlbelasten. Schmerz, Schwäche und Nachtschmerz sind häufig. Behandlung reicht von Training und Schmerzmanagement bis zu Rekonstruktion oder spezieller Prothese.

Knorpel und Knochen

Knorpeldefekte verursachen tiefen Gelenkschmerz, Knacken und Belastungsprobleme. Humeruskopfnekrose ist ein Absterben von Knochengewebe durch gestörte Versorgung; mögliche Ursachen sind Trauma, Stoffwechsel, Medikamente oder idiopathische Prozesse. Fortgeschrittene Fälle können Gelenkersatz erfordern.

Raumforderungen

Ganglien, Enchondrome, synoviale Chondromatose und andere Tumoren werden bildgebend und gegebenenfalls histologisch abgeklärt. Zufallsbefund bedeutet nicht automatisch Harmlosigkeit oder Operationspflicht. Therapie wird fachärztlich festgelegt.

Scapula alata

Ein flügelartig abstehendes Schulterblatt kann aus Läsionen des N. thoracicus longus, N. accessorius oder anderer Strukturen entstehen. Das Muster der Scapulastellung hilft bei der Zuordnung. Funktionelle Folgen betreffen Anteversion, Überkopfarbeit und Stabilität.

Labrum und Nervenengpass

SLAP-Läsionen betreffen den oberen Labrumanteil. Das Quadrilateral-Space-Syndrom betrifft den N. axillaris im hinteren Schulterraum. Therapie richtet sich nach Ursache, Aktivität, neurologischem Befund und struktureller Stabilität.

Quellen

ORT_Skript_2025.pdf – Spezielle Krankheitslehre Orthopädie, 14.07.2026

Historische Begriffe und entwicklungsbezogene Diagnosen
Lerntext

Der Lehrplan enthält mehrere ältere Begriffe. Sie werden fachlich eingeordnet, ohne daraus automatisch eine nachweisbare Hirnschädigung abzuleiten. Aktuelle Diagnostik beschreibt konkrete Kriterien und Funktionsbeeinträchtigungen.

Fragen und Antworten
Erklären Sie den fachlichen Zusammenhang bei „Minimale zerebrale Dysfunktion“ (2 Punkte)
  • „Minimale zerebrale Dysfunktion“ ist ein historischer, unscharfer Sammelbegriff für Lern-, Aufmerksamkeits- und Motorikauffälligkeiten
  • Er ist keine aktuelle einheitliche Diagnose
Definieren Sie „Hirnschädigung bei ADHS“ fachlich präzise (2 Punkte)
  • ADHS ist eine neuroentwicklungsbezogene Störung, aber nicht mit einer im Einzelfall sichtbaren „minimalen Hirnschädigung“ gleichzusetzen
  • Diagnostik beruht auf Symptomen, Verlauf und Beeinträchtigung
Definieren Sie „ADS und ADHS“ fachlich präzise (2 Punkte)
  • ADS wurde häufig für eine vorwiegend unaufmerksame Erscheinungsform verwendet
  • Heute wird ADHS mit unterschiedlichen Ausprägungen von Unaufmerksamkeit, Hyperaktivität und Impulsivität beschrieben
Definieren Sie „ADHS-Kernanforderungen“ fachlich präzise (4 Punkte)
  • Symptome müssen altersunangemessen
  • Überdauernd
  • In mehreren Lebensbereichen nachweisbar und funktionell beeinträchtigend sein
  • Andere Ursachen und Begleiterkrankungen werden geprüft
Definieren Sie „Lese-Rechtschreibstörung“ fachlich präzise (2 Punkte)
  • Eine Lese-Rechtschreibstörung betrifft den Erwerb von Lesen und Rechtschreiben deutlich und anhaltend
  • Seh- oder Intelligenzprobleme allein erklären sie nicht
Definieren Sie „Dyskalkulie“ fachlich präzise (2 Punkte)
  • Dyskalkulie bezeichnet eine anhaltende Störung beim Erwerb grundlegender Rechenfertigkeiten und Zahlvorstellungen
  • Unterrichtsqualität, Sprache und allgemeine Entwicklung werden mitbeurteilt
Beschreiben Sie das diagnostische Vorgehen bei „Historische Begriffe und entwicklungsbezogene Diagnosen: Teilleistungsstörung“ (2 Punkte)
  • Der Begriff beschreibt umschriebene Schwierigkeiten in einzelnen Leistungsbereichen
  • Für Planung und Nachteilsausgleich sind präzise Diagnostik und Beschreibung der tatsächlichen Alltagsfolgen nötig
Beschreiben Sie das diagnostische Vorgehen bei „Historische Begriffe und entwicklungsbezogene Diagnosen: Komorbidität“ (2 Punkte)
  • ADHS, Lernstörungen, motorische Entwicklungsstörungen, Angst oder Sprachstörungen können gemeinsam auftreten
  • Jede Problematik wird eigenständig geprüft und im Gesamtalltag eingeordnet
Beschreiben Sie das fachliche Vorgehen bei „Ergotherapie bei ADHS und Lernproblemen“ (5 Punkte)
  • Ergotherapie bearbeitet Betätigungsziele wie Aufgabenstart
  • Handlungsplanung
  • Schreiben
  • Selbstregulation und Familienroutinen
  • Diagnose und medikamentöse Behandlung liegen nicht allein in ihrem Auftrag
Erläutern Sie „Querverweis zur Kinder- und Jugendpsychiatrie“ fachlich strukturiert (2 Punkte)
  • ADHS, Lernstörungen und psychische Folgen werden im Abschnitt Kinder- und Jugendpsychiatrie vertieft
  • Hier steht ihre Einordnung im pädiatrisch-neurologischen Überblick im Vordergrund
Quellen

Sächsischer Lehrplan Ergotherapeut/Ergotherapeutin, Anpassung 2024, S. 63, 20.07.2026

KJP Grundlagen und umschriebene Entwicklungsstörungen.pdf, 20.07.2026

AWMF S3: ADHS bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen, geprüft 2026-07-20, 20.07.2026

Sehnen, Sehnenscheiden und Schleimbeutel
Strukturen

Sehnen übertragen Muskelkraft auf Knochen, Sehnenscheiden erleichtern das Gleiten und Schleimbeutel vermindern Druck und Reibung. Beschwerden können mechanisch, entzündlich, traumatisch oder im Rahmen einer systemischen Erkrankung entstehen.

Klinische Hinweise

Sehnenbeschwerden sind häufig belastungsabhängig; Tenosynovitis kann mit Schwellung, Reibegeräusch oder Bewegungsschmerz einhergehen. Eine Bursitis verursacht lokal druck- und bewegungsabhängige Beschwerden. Diagnose und Differenzialdiagnose bleiben medizinische Aufgaben.

Belastungssteuerung

In einer akuten Reizphase werden auslösende Belastungen reduziert oder verändert. Danach ist ein abgestufter, symptomorientierter Belastungsaufbau meist sinnvoller als dauerhafte Ruhigstellung. Ergonomie wird nicht isoliert, sondern zusammen mit Gewebetoleranz und Bewegungsausführung betrachtet.

Ergotherapeutische Maßnahmen

Tätigkeitsanalyse, Anpassung von Griff, Werkzeug, Wiederholungszahl und Pausen, gegebenenfalls Orthese sowie ein abgestimmtes Eigenprogramm unterstützen die Rückkehr in Alltag und Arbeit. Fieber, starke Rötung, Unfall, neurologische Ausfälle oder rasche Verschlechterung erfordern Abklärung.

Quellen

Lehrplan BFS Ergotherapeut 2024, Spezielle Krankheitslehre, S. 46–47, 19.07.2026

  1. Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie und Klinische Immunologie e. V. (DGRh) (2026): Leitlinien der DGRh. Abruf: 19.07.2026.
Diabetes, Stoffwechsel und Gicht
Diabetes mellitus

Diabetes mellitus ist eine Störung des Glukosestoffwechsels. Typ 1 entsteht durch einen absoluten Insulinmangel, Typ 2 häufiger auf dem Boden von Insulinresistenz und relativer Sekretionsstörung. Therapie umfasst je nach Form Ernährung, Bewegung, Schulung, Tabletten, Insulin und Selbstkontrolle.

Lebensführung und Warnzeichen

Unterzuckerung kann sich durch Zittern, Schwitzen, Heißhunger, Unruhe oder Verwirrtheit zeigen; starke Überzuckerung eher durch Durst, Müdigkeit und reduzierte Belastbarkeit. Im Alltag verlangt Diabetes Planung, aber kein starres Perfektionsprogramm. Wichtig ist, dass Therapie und Betätigungen zusammenpassen.

Langzeitkomplikationen

Polyneuropathie, Retinopathie, Angiopathie und der diabetische Fuß können Sensibilität, Sehen, Wundheilung und Sicherheit beeinträchtigen. Betroffene merken Druckstellen oder Verletzungen oft verspätet. Damit steigen die Anforderungen an Hautkontrolle, Schuhversorgung und alltagsbezogenen Selbstschutz.

Weitere Stoffwechselstörungen

Störungen des Fettstoffwechsels erhöhen langfristig das kardiovaskuläre Risiko. Hyperurikämie und Gicht können akute, sehr schmerzhafte Gelenkentzündungen verursachen, klassisch am Großzehengrundgelenk. Ergotherapeutisch relevant sind Schmerz, Bewegungseinschränkung, Tagesform und die Unterstützung einer tragfähigen Lebensführung.

Quellen

Lehrplan BFS Ergotherapeut 2024, Spezielle Krankheitslehre, S. 50, 19.07.2026

Rehabilitation der verbrannten Hand
Bedeutung der Hand

Die Hand verbindet Grob- und Feinmotorik, Sensibilität, Kommunikation und sichtbares Körperbild. Verbrennungen können Gelenke, Sehnen, Nerven und Haut gleichzeitig betreffen. Einschränkungen wirken auf Selbstversorgung, Arbeit, Freizeit, Gestik und soziale Sicherheit.

Frühphase

Nach medizinischer Wundversorgung werden Ödem und schmerzhafte Schonhaltung begrenzt. Gelenke werden entsprechend der Freigabe aktiv oder assistiv bewegt, und die Hand wird kontrakturvorbeugend gelagert. Schienen schützen Transplantate oder halten funktionell günstige Positionen; zu früher Druck oder Scherung gefährdet die Deckung.

Narben- und Funktionsphase

Mit Wundschluss gewinnen Kompression, Silikon, Narbenmobilität, Sensibilität und Bewegungsumfang an Bedeutung. Training verbindet Faustschluss, Opposition, Griffkraft, Geschicklichkeit und Ausdauer mit bedeutsamen Tätigkeiten. Anpassungen und Hilfsmittel ermöglichen frühe Selbstständigkeit, ohne die betroffene Hand dauerhaft auszuschließen.

Langfristige Rehabilitation

Narben reifen lange und können während Wachstum oder Belastungssteigerung erneut Probleme zeigen. Körperbild, Schmerz, Juckreiz, Schlaf und Angst vor Blicken werden angesprochen. Berufliche Wiedereingliederung benötigt Arbeitsplatzanalyse, Hautschutz, Pausen, Belastungserprobung und gegebenenfalls stufenweise Rückkehr.

Ergotherapeutischer Prüfpunkt

Formuliere ein Ziel auf Aktivitätsebene und ordne dazu Schutz, Funktionstraining und Selbstmanagement als abgestimmte Maßnahmen zu.

Quellen

CHIRURGIE(1).zip / Die-Rehabilitation-der-verbrannten-Hand.pdf, 14.07.2026

CHIRURGIE(1).zip / Wunde und Wundheilung.pdf, 14.07.2026

Epilepsien und Anfallsmanagement
Grundlagen

Ein epileptischer Anfall entsteht durch vorübergehend abnorme synchrone neuronale Aktivität. Fokale Anfälle beginnen in einem umschriebenen Netzwerk; generalisierte Anfälle betreffen von Beginn an beide Hemisphären.

Erscheinungsformen

Absencen verursachen kurze Bewusstseinsunterbrechungen. Tonisch-klonische Anfälle zeigen Versteifung, rhythmische Zuckungen und anschließend Erschöpfung. Fokale Anfälle können motorische, sensible, vegetative oder psychische Symptome verursachen.

Erste Hilfe

Gefahren entfernen, Kopf schützen, Zeit messen, nicht festhalten, nichts in den Mund geben. Nach Ende Atmung prüfen und bei Bewusstlosigkeit stabile Seitenlage. Notruf bei erstmaligem Anfall, Verletzung, Schwangerschaft, Atemproblem, Serienanfällen oder Dauer über etwa fünf Minuten.

Diagnostik und Therapie

Anamnese und Fremdbeobachtung, EEG und Bildgebung klären Form und Ursache. Antikonvulsiva werden an Anfallstyp und Person angepasst.

Ergotherapeutische Bedeutung

Sicherheitsberatung betrifft Kochen, Baden, Werkzeuge, Höhe, Verkehr und Beruf. Stigmatisierung und Angst vor Anfällen können Teilhabe stärker begrenzen als die Anfälle selbst.

Fragen und Antworten
Definieren Sie „Epileptischer Anfall“ fachlich präzise (3 Punkte)
  • Eine vorübergehende Funktionsstörung durch abnorme synchrone neuronale Aktivität mit motorischen
  • Sensiblen
  • Vegetativen oder psychischen Zeichen
Definieren Sie „Fokaler Anfall“ fachlich präzise (2 Punkte)
  • Er beginnt in einem umschriebenen Hirnnetzwerk
  • Bewusstsein kann erhalten oder beeinträchtigt sein
Definieren Sie „Generalisierter tonisch-klonischer Anfall“ fachlich präzise (1 Punkt)
  • Bewusstseinsverlust, tonische Versteifung, klonische Zuckungen und anschließende Erschöpfung sind typisch
Definieren Sie „Absence“ fachlich präzise (1 Punkt)
  • Eine kurze Bewusstseinsunterbrechung mit abruptem Beginn und Ende, meist ohne Sturz
Definieren Sie „Aura“ fachlich präzise (4 Punkte)
  • Ein bewusst erlebtes fokales Anfallssymptom
  • Etwa Geruch
  • Gefühl
  • Bild oder Missempfindung
Beschreiben Sie das fachliche Vorgehen bei „Erste Hilfe beim Anfall“ (5 Punkte)
  • Gefahren entfernen
  • Kopf schützen
  • Zeit messen
  • Nicht festhalten
  • Nichts in den Mund geben und anschließend Atmung prüfen
Erläutern Sie Sicherheitsanforderungen und erforderliche Reaktionen bei „Notruf bei epileptischem Anfall“ (5 Punkte)
  • Bei erstmaligem Anfall
  • Verletzung
  • Schwangerschaft
  • Atemproblem
  • Serienanfällen oder Dauer von etwa fünf Minuten
Erläutern Sie Sicherheitsanforderungen und erforderliche Reaktionen bei „Status epilepticus“ (2 Punkte)
  • Ein anhaltender Anfall oder wiederholte Anfälle ohne ausreichende Erholung
  • Er ist ein medizinischer Notfall
Definieren Sie „Epilepsie und Betätigungssicherheit“ fachlich präzise (1 Punkt)
  • Risiken beim Baden, Kochen, Arbeiten in Höhe, an Maschinen, im Verkehr und beim Alleinsein müssen individuell bewertet werden
Quellen

NEU_SKRIPT_F_SP.pdf, 14.07.2026

Ergotherapie bei psychosomatischen Erkrankungen
Betätigungsorientierter Befund

Ergotherapie untersucht, welche Beschwerden und Bewältigungsmuster konkrete Tätigkeiten, Rollen, Routinen und Umweltbezüge verändern. Ziele werden aus persönlich bedeutsamer Handlungsfähigkeit abgeleitet.

Methoden

Kompetenzzentrierte Angebote stärken Können und Selbstwirksamkeit. Ausdruckszentrierte Medien unterstützen Wahrnehmung und Darstellung innerer Erfahrungen. Interaktionelle Gruppen machen soziale Muster in einer sicheren Aufgabe bearbeitbar.

Alltagstransfer

Therapie kann Aktivitätsbalance, Stressregulation, Körperwahrnehmung, Kommunikation und gestufte Wiederaufnahme vermiedener Tätigkeiten fördern. Kreative Arbeit ersetzt keine Traumatherapie und muss Stabilität und Grenzen beachten.

Fragen und Antworten
Beschreiben Sie das diagnostische Vorgehen bei „Ergotherapeutischer Psychosomatikbefund“ (1 Punkt)
  • Erfasst werden Betätigungen, Rollen, Tagesstruktur, Belastungsgrenzen, Körpererleben, Vermeidung, Ressourcen und Kontextfaktoren
Definieren Sie „Betätigungsorientiertes Ziel“ fachlich präzise (1 Punkt)
  • Eine konkret bedeutsame Alltagshandlung soll sicherer, selbstständiger, regelmäßiger oder wieder möglich werden
Beschreiben Sie das fachliche Vorgehen bei „Kompetenzzentrierte Methode“ (1 Punkt)
  • Eine überschaubare Aufgabe fördert Fertigkeiten, Problemlösen, Ausdauer und erlebbare Selbstwirksamkeit
Beschreiben Sie das fachliche Vorgehen bei „Ausdruckszentrierte Methode“ (2 Punkte)
  • Gestaltung dient dem Wahrnehmen und Darstellen innerer Erfahrungen
  • Das Ergebnis wird nicht diagnostisch überinterpretiert
Beschreiben Sie das fachliche Vorgehen bei „Interaktionelle Methode“ (3 Punkte)
  • Eine gemeinsame Aufgabe macht Kommunikation
  • Rollen
  • Grenzen und Konfliktverhalten unmittelbar erlebbar und reflektierbar
Definieren Sie „Körperwahrnehmung“ fachlich präzise (1 Punkt)
  • Körperzeichen werden differenziert beobachtet, ohne sie zu ignorieren oder automatisch als Gefahr zu bewerten
Definieren Sie „Aktivitätsbalance“ fachlich präzise (1 Punkt)
  • Belastende, notwendige, erholsame und bedeutungsvolle Tätigkeiten werden so verteilt, dass Überforderung und Rückzug abnehmen
Beschreiben Sie das fachliche Vorgehen bei „Alltagsbezogene Entspannung“ (1 Punkt)
  • Regulationsverfahren werden an konkrete Situationen wie Arbeitsbeginn, Schmerzanstieg, Schlafvorbereitung oder Atemnot gekoppelt
Definieren Sie „Gestufte Tätigkeitsaufnahme“ fachlich präzise (1 Punkt)
  • Eine vermiedene oder überfordernde Handlung wird in planbare Schritte zerlegt und mit angemessener Belastung wiederholt
Definieren Sie „Kontextfaktoren“ fachlich präzise (5 Punkte)
  • Wohnumfeld
  • Familie
  • Arbeit
  • Zeitdruck
  • Erwartungen; finanzielle Bedingungen und soziale Unterstützung beeinflussen Handlungsfähigkeit
Beschreiben Sie das fachliche Vorgehen bei „Traumasensible Ergotherapie“ (4 Punkte)
  • Vorhersehbarkeit
  • Wahlmöglichkeiten
  • Grenzen und Stabilisierung stehen im Vordergrund
  • Konfrontative Traumabearbeitung gehört in Fachbehandlung
Erläutern Sie „Kreative Medien bei Trauma“ fachlich strukturiert (1 Punkt)
  • Sie können Ausdruck und Distanzierung ermöglichen, dürfen aber Erinnerungen nicht unkontrolliert aktivieren oder als Deutungstest dienen
Definieren Sie „Gruppenangebot“ fachlich präzise (1 Punkt)
  • Gemeinsame Betätigung fördert Zugehörigkeit und soziale Kompetenzen, benötigt aber klare Regeln und dosierbare Anforderungen
Beurteilen Sie „Erfolgskontrolle“ anhand fachlicher Kriterien (1 Punkt)
  • Fortschritt zeigt sich an konkreten Betätigungen, Belastbarkeit, Teilhabe, Selbststeuerung und subjektiv bedeutsamen Zielen
Definieren Sie „Interprofessionelle Abstimmung“ fachlich präzise (1 Punkt)
  • Medizinische Risiken, Psychotherapieziele, Ernährung, Bewegung und Alltagsinterventionen müssen widerspruchsfrei koordiniert werden
Quellen

6. Psychosomatik Sucht Forensik.pdf, 14.07.2026

Fallbeispiel Psychosomatik.docx, 14.07.2026

PGP Psychosomatik.pdf, 14.07.2026

lp_bfs_ergotherapeut_2024-1.pdf, 26.07.2026

Persönlichkeitsstörungen und Borderline-Muster
Persönlichkeitsmuster

Persönlichkeitsstörungen sind lang anhaltende, wenig flexible Muster von Erleben und Verhalten, die in mehreren Lebensbereichen zu Leiden oder Beeinträchtigung führen. Moderne Einordnungen betrachten Schweregrad und Merkmalsdimensionen stärker als starre Typen.

Borderline-Muster

Im Vordergrund stehen emotionale Instabilität, Impulsivität, unsichere Identität, intensive Beziehungen, Trennungsangst und mögliche Selbstschädigung. Verhalten wird nicht als Manipulation etikettiert, sondern nach Funktion, Kontext und Risiko verstanden.

Behandlung

Dialektisch-behaviorale Therapie verbindet Akzeptanz und Veränderung. Skills unterstützen Achtsamkeit, Stresstoleranz, Emotionsregulation und Beziehungsgestaltung.

Fragen und Antworten
Definieren Sie „Persönlichkeitsstörung“ fachlich präzise (3 Punkte)
  • Überdauerndes
  • Wenig flexibles Muster von Erleben und Verhalten mit deutlichen Problemen in Selbststeuerung
  • Beziehungen oder Teilhabe
Definieren Sie „Persönlichkeitszug und Störung“ fachlich präzise (1 Punkt)
  • Ein Zug wird erst bei Starrheit, breiter Beeinträchtigung, Leiden oder wiederkehrenden erheblichen Folgen klinisch bedeutsam
Definieren Sie „Dimensionale Einordnung“ fachlich präzise (1 Punkt)
  • Schweregrad und einzelne Merkmale werden beschrieben, statt Menschen ausschließlich einem starren Typ zuzuordnen
Definieren Sie „Antisoziales Muster“ fachlich präzise (2 Punkte)
  • Missachtung von Rechten, Regeln und Verantwortung mit geringer Rücksicht auf Folgen
  • Einzelne Regelverstöße reichen nicht zur Diagnose
Definieren Sie „Borderline-Muster“ fachlich präzise (5 Punkte)
  • Emotionale Instabilität
  • Impulsivität
  • Instabiles Selbstbild
  • Intensive Beziehungen
  • Leere; Trennungsangst und mögliche Selbstschädigung
Definieren Sie „Identitätsstörung“ fachlich präzise (1 Punkt)
  • Selbstbild, Werte, Ziele und Zugehörigkeit werden instabil, widersprüchlich oder stark von aktuellen Beziehungen abhängig erlebt
Definieren Sie „Emotionsdysregulation“ fachlich präzise (1 Punkt)
  • Gefühle steigen rasch und stark an, klingen langsam ab und führen leichter zu impulsiven oder selbstschädigenden Bewältigungsversuchen
Definieren Sie „Schwarz-Weiß-Bewertung“ fachlich präzise (1 Punkt)
  • Menschen oder Situationen werden wechselnd idealisiert oder vollständig abgewertet, besonders unter Beziehungsspannung
Definieren Sie „Selbstverletzung bei Borderline“ fachlich präzise (2 Punkte)
  • Sie kann Spannung reduzieren, Dissoziation beenden oder Not ausdrücken
  • Suizidalität muss trotzdem immer getrennt geprüft werden
Definieren Sie „Manipulationsetikett“ fachlich präzise (2 Punkte)
  • Es ist abwertend und fachlich ungenau
  • Sinnvoller ist die Analyse von Funktion, Bedürfnis, Risiko und Beziehungsmuster
Beschreiben Sie das fachliche Vorgehen bei „Dialektisch-behaviorale Therapie“ (1 Punkt)
  • Strukturiertes Verfahren, das Akzeptanz und Veränderung verbindet und suizidales sowie selbstschädigendes Verhalten priorisiert
Definieren Sie „DBT-Skills“ fachlich präzise (3 Punkte)
  • Erlernbare Fertigkeiten für Achtsamkeit
  • Stresstoleranz
  • Emotionsregulation und zwischenmenschliche Wirksamkeit
Beurteilen Sie „Klare therapeutische Grenzen“ anhand fachlicher Kriterien (1 Punkt)
  • Absprachen werden transparent, verlässlich und respektvoll eingehalten, ohne Strafe, Drohung oder willkürlichen Beziehungsentzug
Beschreiben Sie das fachliche Vorgehen bei „Ergotherapie bei Borderline-Muster“ (1 Punkt)
  • Alltagsstruktur, Reizregulation, Identität über Betätigung, sichere Spannungsreduktion und verlässliche Kooperation werden geübt
Beschreiben Sie das fachliche Vorgehen bei „Krisenplan bei Borderline-Muster“ (1 Punkt)
  • Individuelle Warnzeichen, hilfreiche Skills, Kontakte, sichere Orte und konkrete Schritte für zunehmende Anspannung werden vorab festgelegt
Quellen

Sächsischer Lehrplan Ergotherapeut/Ergotherapeutin 2024, LPE 8, 26.07.2026

PGP Borderline PS und Suizidalität.pdf, 26.07.2026

WHO: ICD-11 CDDR Mental, Behavioural and Neurodevelopmental Disorders, 26.07.2026

ADHS: Selbstinstruktion, Stopp-Prinzip und Erfolgsvisualisierung
Selbstinstruktion

Selbstinstruktion macht einen Handlungsplan sprachlich verfügbar. Eine Aufgabe wird schrittweise bearbeitet: Aufgabe klären, benötigtes Material bestimmen, Zeit und Wissen einschätzen, einzelne Schritte benennen, Unterstützung planen, durchführen und Ergebnis prüfen. Zunächst kann die Anleitung laut gesprochen, später leise oder innerlich verwendet werden.

Selbstverbalisation

Hilfreiche Selbstverbalisationen sind konkret und handlungsnah: „Ich lese zuerst die Aufgabe“, „Ich markiere den ersten Schritt“, „Ich prüfe, ob alles eingetragen ist“. Allgemeine Sätze wie „Ich muss mich mehr konzentrieren“ bieten wenig Steuerung. Die Formulierungen werden gemeinsam erarbeitet und in realen Situationen erprobt.

Stopp-Prinzip

Das Stopp-Prinzip unterbricht automatisches impulsives Handeln. Die Reihenfolge lautet: innehalten, denken, Handlungsplan prüfen, mögliche Folgen abwägen und erst dann handeln. Ein sichtbares Stoppsignal kann anfangs erinnern. Die Hilfe wird schrittweise reduziert, damit Selbststeuerung statt Abhängigkeit entsteht.

Konsequenzen sichtbar machen

Eine Situation wird mit impulsiver Handlung und tatsächlicher Folge beschrieben. Anschließend wird eine alternative Handlung mit veränderter Folge entwickelt. Dadurch werden Regeln, Konsequenzen und Handlungsmöglichkeiten verständlicher, ohne das Kind moralisch abzuwerten.

Erfolg visualisieren

Bei der Visualisierung stellt sich die Person eine konkrete Problemsituation und ein kontrolliertes Verhalten möglichst anschaulich vor. Ort, Auslöser, Körpergefühl, Handlung und Ergebnis werden detailliert durchgegangen. Danach wird die Strategie praktisch erprobt; Vorstellung allein ersetzt kein Training.

Ergotherapeutische Anwendung

Die Methoden werden an bedeutsame Betätigungen gebunden: Schulranzen packen, Hausaufgaben beginnen, Kochen, Busfahren, Gruppenaufgabe oder Mediennutzung. Anforderungen werden so dosiert, dass die Strategie tatsächlich angewendet werden kann. Wirksamkeit zeigt sich im Alltag, nicht nur im korrekten Aufsagen der Schritte.

Fragen und Antworten
Erläutern Sie „Selbstinstruktion“ fachlich strukturiert (3 Punkte)
  • Selbstinstruktion macht einen Handlungsplan sprachlich verfügbar
  • Eine Aufgabe wird schrittweise bearbeitet: Aufgabe klären, benötigtes Material bestimmen, Zeit und Wissen einschätzen, einzelne Schritte benennen, Unterstützung planen, durchführen und Ergebnis prüfen
  • Zunächst kann die Anleitung laut gesprochen, später leise oder innerlich verwendet werden
Erläutern Sie „Selbstverbalisation“ fachlich strukturiert (3 Punkte)
  • Hilfreiche Selbstverbalisationen sind konkret und handlungsnah: „Ich lese zuerst die Aufgabe“, „Ich markiere den ersten Schritt“, „Ich prüfe, ob alles eingetragen ist“
  • Allgemeine Sätze wie „Ich muss mich mehr konzentrieren“ bieten wenig Steuerung
  • Die Formulierungen werden gemeinsam erarbeitet und in realen Situationen erprobt
Erläutern Sie „Stopp-Prinzip“ fachlich strukturiert (5 Punkte)
  • Das Stopp-Prinzip unterbricht automatisches impulsives Handeln
  • Die Reihenfolge lautet: innehalten
  • Denken
  • Handlungsplan prüfen
  • Mögliche Folgen abwägen und erst dann handeln; Ein sichtbares Stoppsignal kann anfangs erinnern; Die Hilfe wird schrittweise reduziert, damit Selbststeuerung statt Abhängigkeit entsteht
Erläutern Sie „Konsequenzen sichtbar machen“ fachlich strukturiert (3 Punkte)
  • Eine Situation wird mit impulsiver Handlung und tatsächlicher Folge beschrieben
  • Anschließend wird eine alternative Handlung mit veränderter Folge entwickelt
  • Dadurch werden Regeln, Konsequenzen und Handlungsmöglichkeiten verständlicher, ohne das Kind moralisch abzuwerten
Beurteilen Sie „Erfolg visualisieren“ anhand fachlicher Kriterien (4 Punkte)
  • Bei der Visualisierung stellt sich die Person eine konkrete Problemsituation und ein kontrolliertes Verhalten möglichst anschaulich vor
  • Ort, Auslöser, Körpergefühl, Handlung und Ergebnis werden detailliert durchgegangen
  • Danach wird die Strategie praktisch erprobt
  • Vorstellung allein ersetzt kein Training
Beschreiben Sie das fachliche Vorgehen bei „Ergotherapeutische Anwendung“ (3 Punkte)
  • Die Methoden werden an bedeutsame Betätigungen gebunden: Schulranzen packen, Hausaufgaben beginnen, Kochen, Busfahren, Gruppenaufgabe oder Mediennutzung
  • Anforderungen werden so dosiert, dass die Strategie tatsächlich angewendet werden kann
  • Wirksamkeit zeigt sich im Alltag, nicht nur im korrekten Aufsagen der Schritte
Quellen

KJP ADHS_Selbstinstruktion und Selbstverbalisation.pdf, 14.07.2026

KJP ADHS_Stopp-Prinzip.pdf, 14.07.2026

KJP ADHS_Erfolg visualisieren.pdf, 14.07.2026

KJP ADHS_Buchkapitel Leistungsnachweis.pdf, 14.07.2026

Iliosakralgelenk und Becken
Aufbau und Funktion

Das Iliosakralgelenk verbindet Kreuzbein und Darmbein. Seine Bewegungen sind klein, aber es überträgt Kräfte zwischen Wirbelsäule und Beinen. Bänder und umgebende Muskulatur tragen wesentlich zur Stabilität bei.

Ursachen von Beschwerden

Trauma, Schwangerschaft, entzündliche Erkrankung, degenerative Veränderung oder veränderte Lastübertragung können Beschwerden im unteren Rücken und Gesäß verursachen. Schmerz kann beim Sitzen, Stehen, Drehen und Gehen zunehmen.

Diagnostik

Bildgebung ist bei funktionellen Beschwerden häufig unspezifisch. Mehrere Provokationstests, Bewegungsbeobachtung und Ausschluss anderer Ursachen sind aussagekräftiger als ein einzelner Test. Diagnostische Injektionen können in spezialisierten Settings eingesetzt werden.

Therapie

Konservative Behandlung umfasst Analgesie, angepasste Bewegung, Stabilitätstraining und Belastungssteuerung. Infiltrationen werden medizinisch durchgeführt. Selten wird das Gelenk operativ versteift.

Ergotherapeutischer Bezug

Langes statisches Sitzen oder Stehen wird durch Positionswechsel, Pausen und Arbeitsplatzanpassung reduziert. Hebe-, Transfer- und Haushaltssituationen werden funktionell analysiert. Ziel ist belastbare Aktivität, nicht dauerhafte Vermeidung.

Quellen

ORT_Skript_2025.pdf – Spezielle Krankheitslehre Orthopädie, 14.07.2026

Infektionen, Ernährung, Wachstum, Stoffwechsel und Blut
Lerntext

Systemische Erkrankungen können Entwicklung und Handlungsfähigkeit durch Müdigkeit, Schmerzen, Akutrisiken, Fehlzeiten und Behandlungsaufwand beeinflussen. Ergotherapie arbeitet innerhalb medizinischer Vorgaben und achtet auf Warnzeichen.

Fragen und Antworten
Definieren Sie „Infektionskrankheiten im Kindesalter“ fachlich präzise (5 Punkte)
  • Infektionen reichen von milden Verläufen bis zu schweren Erkrankungen
  • Alter
  • Impfstatus
  • Erreger
  • Vorerkrankungen und Immunlage beeinflussen Risiko und Verlauf
Beschreiben Sie das fachliche Vorgehen bei „Infektion und Therapiepause“ (4 Punkte)
  • Fieber
  • Deutliche Allgemeinsymptome
  • Ansteckungsgefahr oder medizinische Instabilität sprechen gegen reguläre Therapie
  • Hygieneregeln und ärztliche Vorgaben haben Vorrang
Definieren Sie „Ernährungsstörung und Gedeihen“ fachlich präzise (2 Punkte)
  • Unzureichende Nahrungsaufnahme, Schluckprobleme, Resorptionsstörungen oder chronische Erkrankungen können Wachstum und Energieversorgung beeinträchtigen
  • Ursachen müssen medizinisch abgeklärt werden
Definieren Sie „Pädiatrische Fütterprobleme“ fachlich präzise (2 Punkte)
  • Fütterprobleme können motorische, sensorische, gastrointestinale, entwicklungsbezogene oder interaktionelle Ursachen haben
  • Behandlung verlangt häufig ein interprofessionelles Team
Erläutern Sie „Kindlicher Diabetes mellitus Typ 1“ fachlich strukturiert (2 Punkte)
  • Beim Typ-1-Diabetes zerstört eine Autoimmunreaktion insulinbildende Zellen
  • Insulin muss ersetzt und an Ernährung, Aktivität, Erkrankung und Tagesablauf angepasst werden
Erläutern Sie Sicherheitsanforderungen und erforderliche Reaktionen bei „Hypoglykämie-Warnzeichen“ (2 Punkte)
  • Mögliche Zeichen sind Zittern, Schwitzen, Blässe, Heißhunger, Verwirrtheit oder Bewusstseinsstörung
  • Der individuelle Notfallplan des Kindes ist unverzüglich umzusetzen
Erklären Sie den fachlichen Zusammenhang bei „Schilddrüsenfunktionsstörung“ (2 Punkte)
  • Unter- oder Überfunktion kann Wachstum, Energie, Herzfrequenz, Stimmung und Konzentration beeinflussen
  • Diagnose und Therapie erfolgen medizinisch über Labor und klinische Befunde
Definieren Sie „Adrenogenitales Syndrom“ fachlich präzise (2 Punkte)
  • Das adrenogenitale Syndrom umfasst angeborene Störungen der Nebennierenhormonbildung
  • Manche Formen bergen Salzverlust- und Krisenrisiken und benötigen lebenslange medizinische Behandlung
Definieren Sie „Anämie im Kindesalter“ fachlich präzise (3 Punkte)
  • Anämie bedeutet verminderte Sauerstofftransportkapazität des Blutes
  • Müdigkeit, Blässe, reduzierte Belastbarkeit oder Konzentrationsprobleme sind möglich
  • Die Ursache bestimmt die Behandlung
Beschreiben Sie das fachliche Vorgehen bei „Ergotherapie bei systemischer Erkrankung“ (5 Punkte)
  • Belastung, Pausen, Infektionsschutz und Tagesform werden angepasst
  • Ziele betreffen Selbstmanagement
  • Schule
  • Spiel
  • Energieverteilung und sichere Teilnahme trotz Behandlung
Quellen

Sächsischer Lehrplan Ergotherapeut/Ergotherapeutin, Anpassung 2024, S. 63, 20.07.2026

Allgemeine und spezielle Krankheitslehre – vorhandener Materialbestand, 20.07.2026

gesund.bund.de: Kinderkrankheiten und chronische Erkrankungen, geprüft 2026-07-20, 20.07.2026

Endokrines System und Schilddrüse
Hormonelle Regulation

Das endokrine System steuert Stoffwechsel, Wachstum, Temperaturhaushalt, Energieverfügbarkeit und viele vegetative Funktionen. Erkrankungen der Hypophyse oder anderer hormonbildender Organe können deshalb sehr unterschiedliche Symptome auslösen. Die Verbindung zwischen Organerkrankung und Verhalten ist oft nicht auf den ersten Blick erkennbar.

Schilddrüsenerkrankungen

Bei Hyperthyreose können Nervosität, Tremor, Herzrasen, Wärmeintoleranz und Gewichtsverlust auftreten. Hypothyreose führt eher zu Müdigkeit, Verlangsamung, Kälteempfindlichkeit, Antriebsminderung und Konzentrationsproblemen. Beide Zustände beeinflussen Leistungsfähigkeit und Selbstwahrnehmung.

Relevanz für den Alltag

Hormonelle Störungen verändern nicht nur Messwerte, sondern häufig Tempo, Ausdauer, Motivation, Schlaf und Feinabstimmung von Tätigkeiten. Manche Betroffene wirken überaktiv, andere stark verlangsamt oder erschöpft. Ergotherapeutische Befunde müssen diese Unterschiede berücksichtigen.

Therapeutische Haltung

Ergotherapie behandelt nicht die Hormonstörung selbst, sondern unterstützt den Umgang mit ihren Folgen im Alltag. Beobachtete Veränderungen werden ernst genommen und bei Bedarf an ärztliche Stellen rückgemeldet. Realistische Dosierung ist oft wirksamer als motivierender Druck.

Quellen

Lehrplan BFS Ergotherapeut 2024, Spezielle Krankheitslehre, S. 50, 19.07.2026

Frakturmechanismen, Frakturformen und Frakturzeichen
Mechanismen

Direkte Gewalt bricht den Knochen am Einwirkungsort. Indirekte Gewalt überträgt Biegung, Drehung, Zug, Abscherung oder Stauchung und erzeugt typische Muster. Ermüdungsfrakturen entstehen durch wiederholte Belastung; pathologische Frakturen bei vorgeschädigtem Knochen. Im Kindesalter kann eine unvollständige Grünholzfraktur auftreten.

Formen und Dislokation

Frakturlinien können quer, schräg, spiralig, längs, Y-förmig, als Stück-, Splitter- oder Trümmerfraktur verlaufen. Fragmente können sich in Länge, Breite, Achse oder Rotation verschieben. Gelenkbeteiligung, Offenheit, Weichteilschaden und Gefäß-Nerven-Verletzung bestimmen die Dringlichkeit und Prognose wesentlich.

Frakturzeichen

Sichere Zeichen sind sichtbare Fehlstellung, abnorme Beweglichkeit, Krepitation und sichtbare Knochenfragmente. Schmerz, Schwellung, Hämatom, Funktionsverlust und Schonhaltung sind unsicher, können aber den Verdacht begründen. Die betroffene Region wird nicht wiederholt provoziert.

Erste therapeutische Konsequenz

Vor Belastungsfreigabe gelten Schutz und medizinisches Schema. Durchblutung, Motorik und Sensibilität distal der Verletzung werden beobachtet. Neue Taubheit, Blässe, Kälte, zunehmender Schmerz oder starke Schwellung nach Gips oder Schiene sind Warnzeichen.

Ergotherapeutischer Prüfpunkt

Leite aus Mechanismus, Frakturform und Stabilität ab, weshalb zwei gleich lokalisierte Frakturen unterschiedlich nachbehandelt werden können.

Quellen

CHIRURGIE(1).zip / allg._Traumatologie.pdf, 14.07.2026

CHIRURGIE(1).zip / Frakturformen.pdf, 14.07.2026

CHIRURGIE(1).zip / Schwerpunkte LK_Chirurgie.pdf, 14.07.2026

Polyneuropathien und Guillain-Barré-Syndrom
Polyneuropathie

Mehrere periphere Nerven sind betroffen, meist distal und symmetrisch. Typisch sind Kribbeln, Brennen, Taubheit, reduzierte Vibration, Reflexminderung und später Muskelschwäche. Häufige Ursachen sind Diabetes, Alkohol, Medikamente, Mangelzustände und Autoimmunprozesse.

Guillain-Barré-Syndrom

GBS ist eine akute immunvermittelte Polyradikuloneuropathie, oft nach Infekt. Aufsteigende Schwäche, Areflexie, Sensibilitätsstörung und autonome Instabilität können auftreten. Atemmuskulatur und Schlucken müssen überwacht werden.

Ergotherapie

Haut- und Fußkontrolle, sichere Mobilität, Sturzprophylaxe, Schonung bei akutem GBS, dosierter Funktionsaufbau und Hilfsmittel stehen im Vordergrund.

Fragen und Antworten
Definieren Sie „Polyneuropathie“ fachlich präzise (3 Punkte)
  • Eine Erkrankung mehrerer peripherer Nerven
  • Meist distal und symmetrisch mit sensiblen
  • Motorischen und autonomen Ausfällen
Erläutern Sie „Strumpf- und handschuhförmige Verteilung“ fachlich strukturiert (2 Punkte)
  • Lange Nervenfasern sind zuerst betroffen
  • Beschwerden beginnen häufig an Füßen und später an Händen
Nennen Sie die wesentlichen Aspekte von „Typische Polyneuropathiesymptome“ (5 Punkte)
  • Kribbeln
  • Brennen
  • Taubheit
  • Verminderte Vibration
  • Areflexie; Gangunsicherheit und später distale Schwäche
Nennen Sie die wesentlichen Aspekte von „Häufige Polyneuropathieursachen“ (5 Punkte)
  • Diabetes
  • Alkohol
  • Medikamente oder Toxine
  • Vitaminmangel
  • Nierenkrankheit und immunologische Prozesse
Definieren Sie „Diabetische Fußgefährdung“ fachlich präzise (1 Punkt)
  • Sensibilitätsverlust, Druckbelastung und schlechte Heilung lassen kleine Verletzungen unbemerkt fortschreiten
Definieren Sie „Guillain-Barré-Syndrom“ fachlich präzise (3 Punkte)
  • Eine akute immunvermittelte Polyradikuloneuropathie
  • Oft nach Infekt
  • Mit rasch aufsteigender Schwäche und Reflexverlust
Erläutern Sie Sicherheitsanforderungen und erforderliche Reaktionen bei „GBS-Warnzeichen“ (3 Punkte)
  • Atemnot
  • Schluckstörung
  • Schnelle Progression sowie autonome Blutdruck- oder Herzrhythmusstörungen
Beschreiben Sie das fachliche Vorgehen bei „Belastungssteuerung bei akutem GBS“ (3 Punkte)
  • Überforderung vermeiden
  • Funktionen erhalten
  • Komplikationen vorbeugen und Aufbau erst angepasst an die Erholung steigern
Definieren Sie „Ergotherapeutische Schutzmaßnahmen“ fachlich präzise (4 Punkte)
  • Hautkontrolle
  • Druckentlastung
  • Sturzprophylaxe
  • Hilfsmittel und sichere Kompensation verminderter Sensibilität
Quellen

NEU_SKRIPT_F_SP.pdf, 14.07.2026

Alkoholabhängigkeit und Folgeerkrankungen
Abhängigkeit

Abhängigkeit zeigt sich durch starkes Verlangen, Kontrollverlust, Priorisierung des Konsums, Toleranz, Entzug und Fortsetzen trotz Schäden. Ursachen entstehen aus biologischer Vulnerabilität, Lernen, psychischer Belastung und sozialem Kontext.

Folgen

Alkohol kann Nervensystem, Leber, Herz, Bauchspeicheldrüse, Blutbildung und Krebsrisiko beeinflussen. Psychisch treten Depression, Angst, Psychose, Gedächtnisstörung und soziale Desintegration auf.

Behandlung

Akuter Entzug kann lebensgefährlich sein und gehört bei Risiko in medizinische Behandlung. Langfristig sind Motivation, Rückfallprävention, soziale Stabilisierung, Behandlung von Begleiterkrankungen und bedeutungsvolle Tagesstruktur zentral.

Fragen und Antworten
Definieren Sie „Abhängigkeitssyndrom“ fachlich präzise (5 Punkte)
  • Muster aus starkem Verlangen
  • Kontrollverlust
  • Priorisierung
  • Toleranz
  • Entzug und Konsum trotz schädlicher Folgen
Erklären Sie den fachlichen Zusammenhang bei „Entstehung der Alkoholabhängigkeit“ (5 Punkte)
  • Biologische Vulnerabilität
  • Belohnungslernen
  • Belastungen
  • Bewältigung
  • Verfügbarkeit und soziale Normen wirken individuell zusammen
Definieren Sie „Craving“ fachlich präzise (1 Punkt)
  • Starkes, subjektiv schwer kontrollierbares Verlangen nach einer Substanz oder ihrem erwarteten Effekt
Beschreiben Sie Entwicklung und fachliche Einordnung von „Toleranzentwicklung“ (1 Punkt)
  • Für die gleiche Wirkung werden höhere Mengen benötigt oder die Wirkung derselben Menge nimmt ab
Definieren Sie „Entzugssyndrom“ fachlich präzise (5 Punkte)
  • Körperliche und psychische Beschwerden nach Reduktion oder Absetzen
  • Etwa Tremor
  • Schwitzen
  • Unruhe
  • Schlafstörung oder Krampfanfälle
Definieren Sie „Alkoholentzug als Gefahr“ fachlich präzise (2 Punkte)
  • Krampfanfälle und Delir können lebensbedrohlich sein
  • Riskanter Entzug muss medizinisch überwacht werden
Definieren Sie „Alkoholdelir“ fachlich präzise (1 Punkt)
  • Akute Verwirrtheit mit Aufmerksamkeitsstörung, vegetativer Überaktivität und möglichen Halluzinationen während oder nach Entzug
Definieren Sie „Wernicke-Enzephalopathie“ fachlich präzise (2 Punkte)
  • Akute neurologische Störung bei Thiaminmangel mit möglicher Verwirrtheit, Augenbewegungsstörung und Gangataxie
  • Sie ist ein Notfall
Definieren Sie „Korsakow-Syndrom“ fachlich präzise (1 Punkt)
  • Schwere anhaltende Gedächtnisstörung nach Thiaminmangel, häufig mit Merkfähigkeitsverlust und Konfabulationen
Definieren Sie „Alkoholbedingte Polyneuropathie“ fachlich präzise (3 Punkte)
  • Schädigung peripherer Nerven mit Schmerzen
  • Sensibilitätsstörung
  • Schwäche und unsicherem Gang
Nennen Sie die wesentlichen Aspekte von „Psychiatrische Alkoholfolgen“ (1 Punkt)
  • Depression, Angst, Suizidalität, Schlafstörung, Psychose, kognitive Störung und Persönlichkeitsveränderung können auftreten
Nennen Sie die wesentlichen Aspekte von „Internistische Alkoholfolgen“ (1 Punkt)
  • Möglich sind Lebererkrankung, Pankreatitis, Bluthochdruck, Herzschädigung, Mangelernährung und erhöhtes Krebsrisiko
Definieren Sie „Jellinek-Typologie“ fachlich präzise (2 Punkte)
  • Historisches Modell verschiedener Trinkmuster
  • Es kann beschreiben, ersetzt aber keine moderne individuelle Diagnostik
Definieren Sie „Kontrolliertes Trinken“ fachlich präzise (1 Punkt)
  • Für manche riskant Konsumierende möglich, bei ausgeprägter Abhängigkeit oder schweren Schäden ist Abstinenz häufig das sicherere Ziel
Definieren Sie „Rückfall“ fachlich präzise (2 Punkte)
  • Erneuter Konsum nach Reduktion oder Abstinenz
  • Er wird als behandelbares Ereignis analysiert und nicht moralisch verurteilt
Definieren Sie „Rückfallanalyse“ fachlich präzise (1 Punkt)
  • Auslöser, Gedanken, Gefühle, Situationen, frühe Entscheidungen und fehlende Schutzschritte werden konkret rekonstruiert
Beschreiben Sie das fachliche Vorgehen bei „Ergotherapie bei Alkoholabhängigkeit“ (1 Punkt)
  • Tagesstruktur, alkoholfreie Rollen, Freizeit, Arbeitsfähigkeit, Reizbewältigung und praktische Rückfallprävention werden aufgebaut
Quellen

Sächsischer Lehrplan Ergotherapeut/Ergotherapeutin 2024, LPE 8, 26.07.2026

WHO: ICD-11 CDDR Mental, Behavioural and Neurodevelopmental Disorders, 26.07.2026

PPB Fragen.pdf, 26.07.2026

Entwicklungsaufgaben und Störungen in den Altersstufen
Lerntext

Entwicklungsaufgaben beschreiben typische, aber nicht starre Anforderungen einer Lebensphase. Auffälligkeiten werden deshalb immer im Verhältnis zu Entwicklungsstand, Umwelt, Ressourcen und tatsächlicher Teilhabebeeinträchtigung beurteilt.

Fragen und Antworten
Nennen Sie die wesentlichen Aspekte von „Entwicklungsaufgaben als Orientierung“ (5 Punkte)
  • Entwicklungsaufgaben benennen typische Anforderungen einer Altersphase
  • Sie sind Orientierungshilfen, keine festen Normlisten
  • Tempo
  • Kultur
  • Lebenslage und individuelle Entwicklung variieren
Nennen Sie die wesentlichen Aspekte von „Säuglingsalter: zentrale Aufgaben“ (4 Punkte)
  • Im Säuglingsalter stehen Regulation
  • Bindungsaufbau
  • Sensorische Verarbeitung
  • Frühe Kommunikation und zunehmende motorische Kontrolle im Vordergrund
Nennen Sie die wesentlichen Aspekte von „Kleinkindalter: zentrale Aufgaben“ (4 Punkte)
  • Kleinkinder erweitern Sprache
  • Mobilität
  • Selbstständigkeit und Emotionsregulation
  • Autonomiestreben und das Erlernen von Grenzen gehören zur normalen Entwicklung
Nennen Sie die wesentlichen Aspekte von „Vorschulalter: zentrale Aufgaben“ (4 Punkte)
  • Im Vorschulalter entwickeln sich Symbolspiel
  • Soziale Regeln
  • Perspektivübernahme
  • Feinmotorische Fertigkeiten und die Vorbereitung auf schulische Anforderungen
Nennen Sie die wesentlichen Aspekte von „Schulalter: zentrale Aufgaben“ (4 Punkte)
  • Schulkinder bewältigen Leistungsanforderungen
  • Gruppenregeln
  • Freundschaften
  • Wachsende Selbstorganisation und den Aufbau eines realistischen Kompetenzgefühls
Nennen Sie die wesentlichen Aspekte von „Jugendalter: zentrale Aufgaben“ (5 Punkte)
  • Jugendliche entwickeln Identität
  • Autonomie
  • Körperbild
  • Peerbeziehungen
  • Zukunftsplanung und zunehmend eigenständige Gesundheits- und Alltagsentscheidungen
Beschreiben Sie Entwicklung und fachliche Einordnung von „Entwicklungsabweichung mit Krankheitswert“ (1 Punkt)
  • Klinische Bedeutung entsteht bei deutlicher Altersunangemessenheit, Dauer, Schwere, Situationsbreite und Beeinträchtigung von Alltag, Beziehungen, Lernen oder Selbstständigkeit
Beschreiben Sie Entwicklung und fachliche Einordnung von „Entwicklungsrückstand und Regression im Vergleich“ (2 Punkte)
  • Ein Entwicklungsrückstand bedeutet verzögerten Kompetenzerwerb
  • Regression bezeichnet den Verlust bereits erworbener Fähigkeiten und verlangt besonders sorgfältige Abklärung
Nennen Sie die wesentlichen Aspekte von „Übergänge als Belastungsphasen“ (5 Punkte)
  • Kita-Beginn
  • Einschulung
  • Schulwechsel
  • Pubertät oder Ablösung erhöhen Anforderungen
  • Symptome können dann erstmals sichtbar werden oder sich vorübergehend verstärken
Beschreiben Sie Entwicklung und fachliche Einordnung von „Ergotherapeutische Entwicklungsbeobachtung“ (2 Punkte)
  • Ergotherapie beobachtet konkrete Betätigungen, Unterstützungsbedarf und Umweltbedingungen
  • Sie beschreibt Fähigkeiten und Schwierigkeiten, stellt aber keine isolierte psychiatrische Diagnose
Quellen

Sächsischer Lehrplan Ergotherapeut/Ergotherapeutin, redaktionelle Anpassung 2024, S. 61, 20.07.2026

PSYBV: Ausgewählte Krankheitsbilder in der Psychiatrie, Kinder- und Jugendpsychiatrie, S. 42–47, 20.07.2026

AWMF S2k: Psychische Störungen im Säuglings-, Kleinkind- und Vorschulalter, 2025, 20.07.2026

Hüftgelenk und Coxarthrose
Erkrankungen im Wachstum

Hüftdysplasie, Coxitis fugax, Epiphysiolysis capitis femoris und Morbus Perthes können die Gelenkentwicklung beeinflussen und das spätere Arthroserisiko erhöhen. Hinken, Leistenschmerz oder eingeschränkte Innenrotation bei Kindern benötigen medizinische Abklärung.

Entzündung, Trauma und Nekrose

Bursitis trochanterica, Tendinopathie, Fraktur und Hüftkopfnekrose verursachen unterschiedliche Belastungs- und Bewegungsschmerzen. Diagnostik verbindet klinischen Befund und Bildgebung.

Coxarthrose

Coxarthrose ist degenerativer Knorpelverlust mit zunehmendem Belastungs-, Anlauf- und später Ruheschmerz. Bewegung, Muskelkraft und Gelenkspiel nehmen ab; Schonhaltungen können Rücken und Gegenseite belasten.

Behandlung

Konservativ werden Gewicht, Belastung, Kraft, Bewegung, Hilfsmittel und Medikamente berücksichtigt. Gelenkschonende Aktivität bedeutet viel Bewegung bei angemessener Last. Bei fortgeschrittener Arthrose kann eine Endoprothese Funktion und Schmerz verbessern.

Ergotherapie

Anziehen, Schuhe, Bad, Sitzhöhe, Haushalt und Arbeitsplatz werden angepasst. Greifhilfen und erhöhte Sitzflächen können vorübergehend oder dauerhaft helfen. Nach Endoprothese gelten operationsspezifische Bewegungs- und Belastungsregeln.

Quellen

ORT_Skript_2025.pdf – Spezielle Krankheitslehre Orthopädie, 14.07.2026

Leukämien, Kindertumoren und psychosoziale Folgen
Lerntext

Onkologische Erkrankungen verändern Körperfunktionen, Rollen und Familienalltag. Behandlung ist langwierig und kann Kraft, Aufmerksamkeit, Sensibilität, Motorik und soziale Teilhabe vorübergehend oder dauerhaft beeinflussen.

Fragen und Antworten
Definieren Sie „Leukämie im Kindesalter“ fachlich präzise (2 Punkte)
  • Leukämien sind bösartige Erkrankungen blutbildender Zellen
  • Sie können normale Blutbildung verdrängen und unter anderem Blässe, Infektanfälligkeit, Blutungsneigung, Schmerzen oder Leistungsminderung verursachen
Definieren Sie „Kindertumoren“ fachlich präzise (2 Punkte)
  • Kindertumoren unterscheiden sich biologisch und therapeutisch häufig von Tumoren Erwachsener
  • Symptome hängen von Lage, Wachstum und Organbeteiligung ab und sind oft unspezifisch
Beschreiben Sie das diagnostische Vorgehen bei „Onkologische Diagnostik“ (2 Punkte)
  • Diagnostik kann Blutuntersuchung, Bildgebung, Gewebe- oder Knochenmarkanalyse und molekulare Verfahren umfassen
  • Therapieplanung erfolgt in spezialisierten kinderonkologischen Teams
Nennen Sie die wesentlichen Aspekte von „Therapiefolgen“ (1 Punkt)
  • Operation, Chemotherapie, Strahlentherapie und Immun- oder zielgerichtete Therapien können Fatigue, Übelkeit, Neuropathie, Kraftverlust, Konzentrationsprobleme und Infektionsrisiken verursachen
Beschreiben Sie das fachliche Vorgehen bei „Neutropenie und Ergotherapie“ (2 Punkte)
  • Bei ausgeprägter Neutropenie gelten besondere Schutz- und Hygieneregeln
  • Gruppenkontakt, Materialwahl und Therapiedurchführung richten sich nach medizinischer Freigabe
Erläutern Sie „Fatigue bei krebskranken Kindern“ fachlich strukturiert (3 Punkte)
  • Fatigue ist eine belastende, nicht allein durch Schlaf ausgleichbare Erschöpfung
  • Aktivität wird dosiert, ohne vollständige Passivität zu fördern
  • Tagesform und medizinische Belastungsgrenzen bestimmen das Vorgehen
Beschreiben Sie das fachliche Vorgehen bei „Schule und soziale Teilhabe“ (2 Punkte)
  • Lange Behandlung führt zu Fehlzeiten und Kontaktabbrüchen
  • Klinikschule, digitale Teilnahme, abgestufte Rückkehr und Information des Umfelds können Zugehörigkeit und Lernkontinuität unterstützen
Definieren Sie „Geschwister und Eltern“ fachlich präzise (2 Punkte)
  • Erkrankung belastet die gesamte Familie
  • Sorgen, Rollenverschiebungen, Zeitdruck und finanzielle Belastung beeinflussen Alltag und müssen in Beratung und Zielplanung berücksichtigt werden
Definieren Sie „Tod im Kindesalter“ fachlich präzise (4 Punkte)
  • Gespräche über Sterben orientieren sich an Alter
  • Verständnis
  • Kultur und Wünschen von Kind und Familie
  • Ehrliche, behutsame Kommunikation vermeidet falsche Versprechen und lässt Fragen zu
Beschreiben Sie das fachliche Vorgehen bei „Ergotherapie in palliativer Situation“ (5 Punkte)
  • Ziele richten sich auf Komfort
  • Selbstbestimmung
  • Bedeutsame Aktivitäten
  • Kommunikation und gemeinsame Zeit
  • Belastende Übungsprogramme treten hinter Lebensqualität und aktuelle Wünsche zurück
Quellen

Sächsischer Lehrplan Ergotherapeut/Ergotherapeutin, Anpassung 2024, S. 63, 20.07.2026

SKL: Onkologie – redigierter Projektbestand 1.7.76, 20.07.2026

Pädiatrie neurophysiologisch 18.02.2026.pdf, 20.07.2026

Alter, Frailty, Multimorbidität und geriatrische Patienten
Veränderungen im Alter

Altern ist kein Krankheitsbild, bringt aber häufig Veränderungen von Muskelmasse, Reaktionsgeschwindigkeit, Gleichgewicht, Sinnesleistung, Schlaf und Belastbarkeit mit sich. Gleichzeitig bleiben Lernfähigkeit, Motivation und individuelle Unterschiede groß. Kalenderalter allein sagt wenig über Alltagskompetenz aus.

Frailty und Multimorbidität

Frailty bezeichnet eine erhöhte Vulnerabilität mit geringer Reserve auf Belastungen. Multimorbidität meint das gleichzeitige Vorliegen mehrerer Erkrankungen, oft zusammen mit Polypharmazie. Schon kleine Ereignisse wie Infekte, Dehydratation oder Umgebungswechsel können dadurch deutliche Funktionsverluste auslösen.

Geriatrische Patienten

Geriatrische Patienten sind nicht nur alt, sondern in ihrer Selbstständigkeit oder Rehabilitationsfähigkeit besonders gefährdet. Typisch sind komplexe Gemengelagen aus Mobilitätsproblemen, Stürzen, Kontinenzstörungen, Kognition, Stimmung, Schmerzen und sozialer Situation. Reaktionsweisen können langsamer, weniger vorhersagbar und stärker tagesformabhängig sein.

Ergotherapeutische Prioritäten

Zentrale Ziele sind Sicherheit, Selbstversorgung, Wohnumfeld, Alltagstechniken, Tagesstruktur und bedeutsame Rollen. Therapie priorisiert, vereinfacht und stärkt Ressourcen statt jedes Defizit isoliert zu trainieren. Ein erfülltes Alter entsteht nicht nur durch Krankheitskontrolle, sondern auch durch Teilhabe, Autonomie und soziale Einbindung.

Quellen

Lehrplan BFS Ergotherapeut 2024, Spezielle Krankheitslehre, S. 50–51, 19.07.2026

Direkte und indirekte Frakturheilung
Direkte Knochenheilung

Bei absoluter Stabilität und sehr engem Frakturspalt kann Knochen ohne sichtbaren Kallus direkt überbrücken. Osteoklasten und Osteoblasten bauen den Bereich in kleinen Einheiten um. Plattenosteosynthesen können Bedingungen für diese Kontaktheilung schaffen, sofern Reposition und Stabilität ausreichend sind.

Indirekte Knochenheilung

Bei relativer Stabilität entsteht zunächst ein Frakturhämatom. Entzündung organisiert den Bereich, weicher Kallus verbindet die Fragmente, anschließend mineralisiert er. In der Remodellingphase passt sich der Knochen über Monate bis Jahre an mechanische Belastung an.

Mechanische Umwelt

Zu viel Bewegung verhindert knöcherne Überbrückung; vollständige Belastungsfreiheit kann ebenfalls ungünstig sein. Die richtige mechanische Dosis hängt von Fraktur, Fixation und Phase ab. Ärztliche Angaben wie übungsstabil, teilbelastbar oder vollbelastbar sind präzise zu beachten.

Ergotherapeutische Bedeutung

Training schützt die Fraktur und verhindert zugleich unnötige Folgen der Immobilisation: Ödem, Gelenksteife, Kraftverlust, Sensibilitätsprobleme und Vermeidungsverhalten. Angrenzende Gelenke, die nicht immobilisiert werden müssen, werden funktionell einbezogen. Röntgenbefund und klinischer Verlauf bestimmen die Steigerung.

Ergotherapeutischer Prüfpunkt

Unterscheide direkte und indirekte Heilung nach Stabilität, Kallusbildung und therapeutischer Konsequenz.

Quellen

CHIRURGIE(1).zip / allg._Traumatologie.pdf, 14.07.2026

CHIRURGIE(1).zip / Schwerpunkte LK_Chirurgie.pdf, 14.07.2026

Muskelerkrankungen: Dystrophien und Myasthenia gravis
Muskeldystrophien

Duchenne- und Becker-Dystrophie sind genetische Dystrophinopathien. Duchenne beginnt früher und verläuft schwerer. Proximale Schwäche, Gowers-Zeichen, Wadenpseudohypertrophie und fortschreitender Funktionsverlust sind typisch. Herz und Atmung können betroffen sein.

Myotone Dystrophie

Sie verbindet Muskelschwäche mit verzögerter Muskelentspannung und möglichen systemischen Folgen wie Herzrhythmus-, Augen- und Stoffwechselstörungen.

Myasthenia gravis

Autoantikörper stören die neuromuskuläre Übertragung. Belastungsabhängige Ermüdbarkeit, Ptosis, Doppelbilder, Sprech- oder Schluckstörung sind typisch. Eine myasthene Krise mit Atemschwäche ist ein Notfall.

Ergotherapie

Überlastung vermeiden, Tätigkeiten verteilen, adaptive Techniken und Hilfsmittel nutzen, Kontrakturen vorbeugen und Atem-/Schluckwarnzeichen beachten.

Fragen und Antworten
Definieren Sie „Duchenne- und Becker-Dystrophie“ fachlich präzise (2 Punkte)
  • Beide sind Dystrophinopathien
  • Duchenne beginnt früher, schreitet schneller fort und ist meist schwerer als Becker
Nennen Sie die wesentlichen Aspekte von „Gowers-Zeichen“ (1 Punkt)
  • Beim Aufstehen stützen sich Betroffene wegen proximaler Beinschwäche mit den Händen an den eigenen Beinen hoch
Definieren Sie „Wadenpseudohypertrophie“ fachlich präzise (1 Punkt)
  • Die Wade wirkt vergrößert, obwohl funktionsfähige Muskelfasern teilweise durch Fett- und Bindegewebe ersetzt sind
Definieren Sie „Myotone Dystrophie“ fachlich präzise (1 Punkt)
  • Muskelschwäche und verzögerte Muskelentspannung treten zusammen mit möglichen Herz-, Augen- und Stoffwechselstörungen auf
Definieren Sie „Myasthenia gravis“ fachlich präzise (2 Punkte)
  • Autoantikörper stören die neuromuskuläre Übertragung
  • Die Schwäche nimmt bei Belastung zu und bessert sich durch Ruhe
Nennen Sie die wesentlichen Aspekte von „Typische Myastheniesymptome“ (5 Punkte)
  • Ptosis
  • Doppelbilder
  • Wechselnde Sprech-
  • Kau-
  • Schluck- und proximale Muskelschwäche
Definieren Sie „Myasthene Krise“ fachlich präzise (2 Punkte)
  • Akute Atem- oder schwere Schluckschwäche mit Aspirationsgefahr
  • Sie verlangt sofortige medizinische Behandlung
Definieren Sie „Überlastungsgefahr bei Muskelerkrankung“ fachlich präzise (1 Punkt)
  • Maximale oder erschöpfende Belastung kann bei fortschreitender oder stark ermüdbarer Erkrankung die Funktion verschlechtern
Definieren Sie „Ergotherapeutische Energiestrategien“ fachlich präzise (4 Punkte)
  • Tätigkeiten verteilen
  • Pausen vor Erschöpfung setzen
  • Hilfsmittel nutzen
  • Wege verkürzen und wichtige Aktivitäten priorisieren
Quellen

NEU_SKRIPT_F_SP.pdf, 14.07.2026

Drogenabhängigkeit und substanzbedingte Störungen
Substanzwirkung

Psychotrope Substanzen verändern Wahrnehmung, Stimmung, Antrieb, Bewusstsein oder Verhalten. Risiken hängen von Stoff, Dosis, Reinheit, Mischkonsum, Einnahmeweg, körperlicher Verfassung und Umgebung ab.

Abhängigkeit und Folgen

Psychische und körperliche Abhängigkeit sind nicht strikt getrennt. Konsum kann Psychosen, Depression, Angst, kognitive Störungen, Infektionen, Organerkrankungen und soziale Verluste verursachen.

Sicherheit

Bewusstseinsstörung, Atemdepression, Krampfanfälle, Überhitzung, Brustschmerz oder schwere Erregung sind Notfallzeichen. Behandlung verbindet medizinische Stabilisierung, Motivation, psychosoziale Hilfen und Rückfallprävention.

Fragen und Antworten
Definieren Sie „Psychotrope Substanz“ fachlich präzise (5 Punkte)
  • Ein Stoff
  • Der Wahrnehmung
  • Stimmung
  • Denken
  • Antrieb; Bewusstsein oder Verhalten verändert
Definieren Sie „Drogenabhängigkeit“ fachlich präzise (1 Punkt)
  • Abhängigkeit von illegalen oder nicht bestimmungsgemäß verwendeten psychotropen Substanzen mit Kontrollverlust und fortgesetztem Konsum trotz Schäden
Definieren Sie „Opiat und Opioid“ fachlich präzise (2 Punkte)
  • Opiate stammen ursprünglich aus Opium
  • Opioide umfassen zusätzlich halbsynthetische und synthetische Stoffe mit ähnlicher Rezeptorwirkung
Definieren Sie „Opioidintoxikation“ fachlich präzise (2 Punkte)
  • Typisch sind Bewusstseinsminderung, sehr kleine Pupillen und verlangsamte Atmung
  • Atemdepression ist lebensgefährlich
Definieren Sie „Opioidentzug“ fachlich präzise (2 Punkte)
  • Möglich sind Unruhe, Schmerzen, Schwitzen, Durchfall, Erbrechen und Schlaflosigkeit
  • Behandlung erfolgt medizinisch und psychosozial abgestimmt
Definieren Sie „Naloxon“ fachlich präzise (2 Punkte)
  • Ein Opioidantagonist zur Notfallbehandlung einer Opioidüberdosierung
  • Trotzdem ist sofortige medizinische Hilfe erforderlich
Definieren Sie „Halluzinogene“ fachlich präzise (2 Punkte)
  • Substanzen mit ausgeprägten Veränderungen von Wahrnehmung, Zeitgefühl und Denken
  • Angst, Unfälle und psychotische Reaktionen sind möglich
Definieren Sie „Stimulanzien“ fachlich präzise (1 Punkt)
  • Anregende Substanzen erhöhen Wachheit und Aktivität, können aber Unruhe, Überhitzung, Herzprobleme, Schlafentzug und Psychosen auslösen
Definieren Sie „Synthetische Designerdrogen“ fachlich präzise (2 Punkte)
  • Chemisch veränderte Substanzen mit oft unklarer Zusammensetzung, Dosierung und Wirkung
  • Dadurch sind Risiken schwer vorhersehbar
Definieren Sie „Cannabisbedingte Risiken“ fachlich präzise (2 Punkte)
  • Möglich sind Angst, Antriebs- und Gedächtnisprobleme sowie bei vulnerablen Personen psychotische Symptome
  • Risiko steigt mit hoher Potenz
Definieren Sie „Mischkonsum“ fachlich präzise (1 Punkt)
  • Gleichzeitige oder zeitnahe Einnahme mehrerer Substanzen kann Wirkungen unvorhersehbar verstärken und Notfälle auslösen
Definieren Sie „Psychische Abhängigkeit“ fachlich präzise (1 Punkt)
  • Starkes Verlangen und erlernte Erwartung, ohne die Substanz Gefühle, Situationen oder Alltag nicht bewältigen zu können
Definieren Sie „Körperliche Abhängigkeit“ fachlich präzise (3 Punkte)
  • Der Organismus passt sich an
  • Bei Absetzen entstehen körperliche Entzugssymptome
  • Sie kann ohne ausgeprägtes Suchtverhalten vorkommen
Definieren Sie „Substanzinduzierte Psychose“ fachlich präzise (1 Punkt)
  • Psychotische Symptome entstehen im zeitlichen Zusammenhang mit Intoxikation oder Entzug und müssen von primären Psychosen unterschieden werden
Nennen Sie die wesentlichen Aspekte von „Soziale Substanzfolgen“ (1 Punkt)
  • Wohnung, Arbeit, Ausbildung, Finanzen, Beziehungen, Rechtssicherheit und Elternrolle können erheblich beeinträchtigt werden
Definieren Sie „Harm Reduction“ fachlich präzise (1 Punkt)
  • Maßnahmen zur Verringerung von Krankheit und Tod, auch wenn Abstinenz noch nicht erreichbar ist, etwa Notfallwissen und sterile Materialien
Definieren Sie „Ergotherapeutischer Suchtfokus“ fachlich präzise (1 Punkt)
  • Konsumfreie Routinen, alternative Belohnung, Rollen, Arbeit, Freizeit, soziale Kompetenzen und konkrete Hochrisikosituationen werden bearbeitet
Quellen

Sächsischer Lehrplan Ergotherapeut/Ergotherapeutin 2024, LPE 8, 26.07.2026

WHO: ICD-11 CDDR Mental, Behavioural and Neurodevelopmental Disorders, 26.07.2026

PPB Fragen.pdf, 26.07.2026

Intellektuelle Entwicklungsstörung und Lehrplanbegriff geistige Behinderung
Lerntext

Der Lehrplan verwendet den älteren Begriff „geistige Behinderung“. Die ICD-10-GM 2026 führt F70 bis F79 als Intelligenzstörung. Fachlich werden neben kognitiven Leistungen besonders adaptive Alltagsfähigkeiten und Unterstützungsbedarf betrachtet.

Fragen und Antworten
Definieren Sie „Lehrplanbegriff geistige Behinderung“ fachlich präzise (2 Punkte)
  • Der Begriff steht im amtlichen Lehrplan, gilt aber als historisch und teilweise stigmatisierend
  • In aktuellen Fachtexten werden häufiger „intellektuelle Entwicklungsstörung“ oder „Intelligenzstörung“ verwendet
Nennen Sie die wesentlichen Aspekte von „Intellektuelle Entwicklungsstörung: Kernmerkmale“ (4 Punkte)
  • Betroffen sind intellektuelle Funktionen und adaptive Fähigkeiten
  • Schwierigkeiten beginnen in der Entwicklungsperiode und beeinflussen Lernen
  • Kommunikation
  • Selbstständigkeit und Teilhabe
Erläutern Sie „ICD-10-GM-Klassifikation F70 bis F73“ fachlich strukturiert (4 Punkte)
  • Die ICD-10-GM unterscheidet leichte
  • Mittelgradige
  • Schwere und schwerste Intelligenzstörung
  • Weitere Kategorien erfassen andere oder nicht näher bezeichnete Formen
Erläutern Sie „Klassifikation allein nach IQ“ fachlich strukturiert (2 Punkte)
  • IQ-Werte unterstützen die Einordnung, reichen aber nicht aus
  • Alltagsbewältigung, Kommunikation, soziale Anforderungen, motorische Fähigkeiten und benötigte Unterstützung müssen mitbeurteilt werden
Definieren Sie „Leichte Intelligenzstörung“ fachlich präzise (2 Punkte)
  • Bei leichter Ausprägung bestehen vor allem schulische Lernschwierigkeiten
  • Viele Menschen erreichen mit passender Förderung alltagspraktische Selbstständigkeit, Arbeit und soziale Beziehungen
Erläutern Sie „Mittelgradige bis schwerste Ausprägung“ fachlich strukturiert (4 Punkte)
  • Mit zunehmender Ausprägung steigt meist der Unterstützungsbedarf in Kommunikation
  • Selbstversorgung
  • Sicherheit und Teilhabe
  • Fähigkeiten bleiben dennoch individuell und entwicklungsfähig
Nennen Sie die wesentlichen Aspekte von „Mögliche Ursachen“ (1 Punkt)
  • Mögliche Ursachen sind genetische Veränderungen, pränatale Schädigungen, Geburtskomplikationen, Infektionen, Stoffwechselerkrankungen, Hirnschädigungen oder mehrere zusammenwirkende Faktoren
Erläutern Sie „Trisomie 21 als Beispiel“ fachlich strukturiert (4 Punkte)
  • Trisomie 21 ist eine chromosomale Veränderung und kann mit intellektueller Entwicklungsstörung einhergehen
  • Ausprägung
  • Gesundheit
  • Kommunikation und Selbstständigkeit unterscheiden sich stark
Beschreiben Sie das diagnostische Vorgehen bei „Diagnostik der intellektuellen Entwicklung“ (5 Punkte)
  • Diagnostik verbindet Entwicklungsanamnese
  • Standardisierte Testverfahren
  • Adaptive Fähigkeiten
  • Medizinische Abklärung sowie Informationen aus Familie
  • Schule und Alltag
Definieren Sie „Komorbiditäten und Begleiterkrankungen“ fachlich präzise (1 Punkt)
  • Zusätzlich können Sinnesbeeinträchtigungen, Epilepsie, motorische Störungen, Autismus, psychische Erkrankungen oder körperliche Erkrankungen bestehen und den Unterstützungsbedarf verändern
Beschreiben Sie das fachliche Vorgehen bei „Förderung und Teilhabe“ (4 Punkte)
  • Förderung orientiert sich an konkreten Lebenszielen
  • Kommunikation
  • Selbstbestimmung und Teilhabe
  • Überforderung und Unterforderung werden gleichermaßen vermieden
Beschreiben Sie das fachliche Vorgehen bei „Ergotherapie bei intellektueller Entwicklungsstörung“ (5 Punkte)
  • Ergotherapie bearbeitet Selbstversorgung
  • Spiel
  • Schule
  • Arbeit
  • Mobilität und Freizeit; Hilfsmittel, Umweltanpassung, Handlungslernen und Beratung werden alltagsnah kombiniert
Quellen

Sächsischer Lehrplan Ergotherapeut/Ergotherapeutin, redaktionelle Anpassung 2024, S. 61, 20.07.2026

PSYBV: Ausgewählte Krankheitsbilder in der Psychiatrie, Kinder- und Jugendpsychiatrie, S. 42–47, 20.07.2026

BfArM: ICD-10-GM Version 2026, F70–F79 Intelligenzstörung, 20.07.2026

Kniegelenk: Erkrankungen und Verletzungen
Traumatische Strukturen

Menisken, Kreuz- und Seitenbänder, Patellasehne und knöcherne Strukturen können verletzt werden. Instabilität, Blockierung, Schwellung und Belastungsschmerz werden nach Mechanismus und klinischem Befund eingeordnet.

Überlastung und Degeneration

Gonarthrose, Patellaspitzensyndrom und patellofemoraler Schmerz entstehen aus unterschiedlichen mechanischen und biologischen Faktoren. Therapie berücksichtigt Beinachse, Kraft, Aktivitätsdosis, Körpergewicht und berufliche Belastung.

Spezielle Krankheitsbilder

Morbus Osgood-Schlatter betrifft den Ansatz der Patellasehne im Wachstum. Osteochondrosis dissecans kann ein umschriebenes Knochen-Knorpel-Areal ablösen. Baker-Zysten sind dorsale Kapselausstülpungen. Arthrofibrose ist überschießende Narbenbildung mit Bewegungseinschränkung.

Behandlung

Akute Versorgung richtet sich nach Stabilität und Gewebeschaden. Konservative Maßnahmen umfassen Schwellungsmanagement, Bewegungsaufbau, Kraft und Koordination. Operationen benötigen phasenbezogene Nachbehandlung.

Ergotherapeutische Bedeutung

Treppen, Transfers, Knien, Hocken, Arbeitsplatz und Mobilität werden analysiert. Hilfsmittel und Aktivitätsanpassung sollen Teilhabe ermöglichen, ohne notwendige Belastungssteigerung zu verhindern.

Quellen

ORT_Skript_2025.pdf – Spezielle Krankheitslehre Orthopädie, 14.07.2026

Knochen, Gelenke, Muskeln, Rheuma und Neurodermitis
Lerntext

Der Lehrplan nennt ausgewählte muskuloskelettale und entzündliche Erkrankungen. Beurteilt werden Verlauf, Schmerz, Kraft, Gelenkbeweglichkeit, Hautzustand und die Folgen für Spiel, Selbstversorgung und Schule.

Fragen und Antworten
Definieren Sie „Muskeldystrophien“ fachlich präzise (3 Punkte)
  • Muskeldystrophien sind genetisch bedingte, fortschreitende Muskelerkrankungen
  • Verlauf und betroffene Muskelgruppen unterscheiden sich
  • Medizinische Betreuung, Hilfsmittel und Teilhabeplanung sind langfristig nötig
Nennen Sie die wesentlichen Aspekte von „Knochen, Gelenke, Muskeln, Rheuma und Neurodermitis: Gowers-Zeichen“ (2 Punkte)
  • Beim Gowers-Zeichen stützt sich ein Kind beim Aufstehen an den eigenen Beinen ab, weil Hüft- und Rumpfmuskeln geschwächt sind
  • Es ist ein Hinweis, keine eigenständige Diagnose
Definieren Sie „Morbus Perthes“ fachlich präzise (2 Punkte)
  • Morbus Perthes ist eine Durchblutungsstörung des kindlichen Hüftkopfs mit vorübergehender Knochennekrose
  • Belastung und Bewegung richten sich nach Erkrankungsphase und orthopädischer Vorgabe
Erläutern Sie „Knochen, Gelenke, Muskeln, Rheuma und Neurodermitis: Morbus Scheuermann“ fachlich strukturiert (2 Punkte)
  • Morbus Scheuermann ist eine Wachstumsstörung von Wirbelkörpern, meist mit verstärkter Brustkyphose
  • Beschwerden, Beweglichkeit und Belastbarkeit sind individuell verschieden
Erläutern Sie „Knochen, Gelenke, Muskeln, Rheuma und Neurodermitis: Juvenile idiopathische Arthritis“ fachlich strukturiert (3 Punkte)
  • Die juvenile idiopathische Arthritis umfasst anhaltende Gelenkentzündungen mit Beginn vor dem 16
  • Lebensjahr
  • Schmerz, Schwellung, Morgensteifigkeit und Bewegungseinschränkung können auftreten
Definieren Sie „Gelenkschutz bei Kindern“ fachlich präzise (2 Punkte)
  • Gelenkschutz wird altersgerecht in Spiel, Schule und Selbstversorgung integriert
  • Er soll Überlastung mindern, ohne Bewegung, Selbstständigkeit und soziale Teilnahme unnötig einzuschränken
Beschreiben Sie das fachliche Vorgehen bei „Kontrakturprophylaxe“ (2 Punkte)
  • Bewegung, Positionierung, Orthesen und Aktivität können Beweglichkeit erhalten
  • Maßnahmen müssen schmerzarm, abgestimmt und in den Alltag integrierbar sein
Definieren Sie „Neurodermitis“ fachlich präzise (3 Punkte)
  • Neurodermitis oder atopische Dermatitis ist eine chronisch-entzündliche Hauterkrankung mit trockener Haut und Juckreiz
  • Verlauf und Auslöser sind individuell
  • Kratzen kann den Hautschaden verstärken
Definieren Sie „Juckreiz und Betätigung“ fachlich präzise (2 Punkte)
  • Juckreiz kann Schlaf, Konzentration, Kleidung, Körperpflege und Spiel beeinträchtigen
  • Reizarme Materialien, kurze Nägel, geeignete Routinen und ärztlich verordnete Hautpflege können entlasten
Definieren Sie „Ergotherapeutischer Schwerpunkt“ fachlich präzise (5 Punkte)
  • Ergotherapie verbindet Funktionserhalt mit bedeutsamer Aktivität
  • Hilfsmitteln
  • Gelenkschutz
  • Energieeinteilung und Beratung von Familie
  • Kita oder Schule
Quellen

Sächsischer Lehrplan Ergotherapeut/Ergotherapeutin, Anpassung 2024, S. 63, 20.07.2026

SKL: Orthopädie und Rheumatologie – redigierter Projektbestand, 20.07.2026

Allgemeine Krankheitslehre – vorhandener Materialbestand, 20.07.2026

Frakturbehandlung und Nachbehandlung
Drei Grundprinzipien

Frakturbehandlung lässt sich als Reposition, Retention und Rehabilitation ordnen: Fragmente werden in günstige Stellung gebracht, dort stabil gehalten und anschließend funktionell nachbehandelt. Konservativ kommen Schiene, Gips oder funktionelle Verbände infrage; operativ unterschiedliche Osteosynthesen.

Osteosyntheseverfahren

Drähte, Schrauben, Platten, Zuggurtung, Marknägel oder externe Fixateure erzeugen unterschiedliche Stabilität. Ein Implantat bedeutet nicht automatisch sofortige Vollbelastbarkeit. Gewebe, Zugangsweg, Begleitverletzungen und Knochenqualität begrenzen die Nachbehandlung.

Nachbehandlungsschema lesen

Empfehlungen ordnen Phasen, erlaubte Bewegungsrichtungen, Belastung, Hilfsmittel und Kontrollen. Sie sind Orientierung und werden durch den Operateur individualisiert. Begriffe wie passiv, assistiv, aktiv, gegen Schwerkraft, widerständig oder teilbelastet müssen eindeutig verstanden und dokumentiert werden.

Ergotherapeutische Umsetzung

Ödemmanagement, Gelenkbeweglichkeit, Narben- und Sensibilitätstherapie, Schienen, Greifen, ADL und Belastungsaufbau werden phasengerecht kombiniert. Eine Aktivität wird angepasst, nicht pauschal verboten. Die Reaktion in und nach der Einheit entscheidet über die weitere Dosierung.

Ergotherapeutischer Prüfpunkt

Übersetze eine ärztliche Freigabe in konkrete erlaubte und nicht erlaubte Tätigkeiten des Alltags.

Quellen

CHIRURGIE(1).zip / allg._Traumatologie.pdf, 14.07.2026

CHIRURGIE(1).zip / Nachbehandlungsempfehlungen_2022_DGOU.pdf, 14.07.2026

Suizidalität, Selbstverletzung und Krisenintervention
Direkte Einschätzung

Suizidgedanken werden ruhig, klar und direkt erfragt. Das Ansprechen löst Suizidalität nicht aus. Entscheidend sind aktuelle Gedanken, Absicht, Plan, Mittel, Zeitnähe, frühere Versuche, psychischer Zustand und Schutzfaktoren.

Akute Gefahr

Bei konkreter Absicht, vorbereitetem Plan, fehlender Distanzierung oder schwerer psychischer Veränderung darf die Person nicht allein bleiben. Fachärztliche beziehungsweise notfallmedizinische Hilfe wird unmittelbar organisiert.

Selbstverletzung

Selbstverletzung dient häufig Spannungsregulation und ist nicht automatisch ein Suizidversuch. Beide Phänomene können gleichzeitig bestehen und müssen getrennt erfragt werden.

Fragen und Antworten
Erläutern Sie Sicherheitsanforderungen und erforderliche Reaktionen bei „Wortherkunft Suizid“ (2 Punkte)
  • Lateinisch sui bedeutet seiner selbst und caedere töten
  • Fachlich wird der Begriff ohne moralische Wertung verwendet
Erläutern Sie Sicherheitsanforderungen und erforderliche Reaktionen bei „Suizidalität“ (1 Punkt)
  • Spektrum von Todeswünschen und Suizidgedanken über Planung und Vorbereitung bis zu Suizidversuch und Suizid
Erläutern Sie Sicherheitsanforderungen und erforderliche Reaktionen bei „Direkte Suizidfrage“ (4 Punkte)
  • Klare Fragen nach Todeswunsch
  • Gedanken
  • Absicht
  • Plan und verfügbaren Mitteln erleichtern ehrliche Einschätzung und erhöhen nicht das Risiko
Erläutern Sie Sicherheitsanforderungen und erforderliche Reaktionen bei „Akute Warnzeichen“ (5 Punkte)
  • Konkreter Plan
  • Verfügbare Mittel
  • Abschiedshandlungen
  • Starke Hoffnungslosigkeit
  • Psychotische Befehle; Intoxikation oder abrupte Beruhigung
Nennen Sie die wesentlichen Aspekte von „Wichtige Risikofaktoren“ (5 Punkte)
  • Frühere Versuche
  • Psychische Erkrankung
  • Abhängigkeit
  • Schwere Verluste
  • Schmerz; Isolation; Impulsivität und Zugang zu tödlichen Mitteln
Definieren Sie „Schutzfaktoren“ fachlich präzise (5 Punkte)
  • Tragfähige Beziehungen
  • Verantwortung
  • Zukunftsziele
  • Behandlungskontakt
  • Religiöse oder persönliche Werte und erreichbare Krisenhilfe
Erläutern Sie Sicherheitsanforderungen und erforderliche Reaktionen bei „Ambivalenz bei Suizidalität“ (2 Punkte)
  • Todeswunsch und Wunsch nach Hilfe oder Entlastung bestehen häufig gleichzeitig
  • Diese verbleibende Bindung wird aktiv gestärkt
Erläutern Sie Sicherheitsanforderungen und erforderliche Reaktionen bei „Akute Suizidgefahr“ (3 Punkte)
  • Konkrete Absicht oder Planung
  • Geringe Distanzierung
  • Hohe Impulsivität oder schwere psychische Veränderung erfordern sofortige Sicherung
Definieren Sie „Alleinlassen bei Akutgefahr“ fachlich präzise (2 Punkte)
  • Nein
  • Die Person bleibt unter verlässlicher Begleitung, bis fachärztliche oder notfallmedizinische Hilfe übernommen hat
Definieren Sie „Geheimhaltungsversprechen“ fachlich präzise (2 Punkte)
  • Bei Gefährdung darf keine absolute Geheimhaltung versprochen werden
  • Notwendige Hilfe wird transparent und möglichst gemeinsam organisiert
Definieren Sie „Selbstverletzendes Verhalten“ fachlich präzise (1 Punkt)
  • Absichtliche Schädigung des eigenen Körpers, häufig zur Spannungsregulation, ohne dass zwingend eine Tötungsabsicht besteht
Erläutern Sie Sicherheitsanforderungen und erforderliche Reaktionen bei „Selbstverletzung und Suizidversuch“ (2 Punkte)
  • Die Absicht unterscheidet sich, doch beides kann zusammen auftreten
  • Suizidalität wird deshalb jedes Mal gesondert geprüft
Erläutern Sie Sicherheitsanforderungen und erforderliche Reaktionen bei „Krisenplan bei Suizidalität“ (4 Punkte)
  • Schriftliche Reihenfolge aus Warnzeichen
  • Eigenen Strategien
  • Kontakten
  • Professioneller Hilfe und Maßnahmen zur Verringerung verfügbarer Mittel
Erläutern Sie Sicherheitsanforderungen und erforderliche Reaktionen bei „Nach einem Suizidversuch“ (1 Punkt)
  • Medizinische Versorgung, psychiatrische Einschätzung, respektvolle Nachbesprechung und verbindliche Weiterbehandlung sind erforderlich
Beschreiben Sie das fachliche Vorgehen bei „Ergotherapie in der Krise“ (2 Punkte)
  • Sicherheit und Teamabsprachen haben Vorrang
  • Einfache strukturierende Tätigkeiten können erst nach angemessener Risikoentscheidung eingesetzt werden
Definieren Sie „Postvention“ fachlich präzise (3 Punkte)
  • Unterstützung von Angehörigen
  • Mitbetroffenen und Mitarbeitenden nach Suizid oder schwerem Versuch
  • Einschließlich Trauer- und Krisenhilfe
Quellen

Sächsischer Lehrplan Ergotherapeut/Ergotherapeutin 2024, LPE 8, 26.07.2026

PGP Borderline PS und Suizidalität.pdf, 26.07.2026

PGP Krisenplan_Früh erkennen und handeln.pdf, 26.07.2026

DGPPN Basisdaten psychische Erkrankungen, 26.07.2026

Lern- und Leistungsstörungen: Teil-, Global- und psychogene Störungen
Lerntext

Der Lehrplan unterscheidet Teilleistungsstörungen, Globalleistungsstörungen und psychogene Lernstörungen. Diese Begriffe bezeichnen unterschiedliche Erklärungsrichtungen und dürfen nicht allein aus schlechten Schulnoten abgeleitet werden.

Fragen und Antworten
Erläutern Sie „Lernstörung und Leistungsproblem im Vergleich“ fachlich strukturiert (5 Punkte)
  • Ein Leistungsproblem beschreibt zunächst ein beobachtetes Ergebnis
  • Eine Lernstörung setzt eine fachliche Abklärung von Verlauf
  • Lernbedingungen
  • Entwicklung
  • Gesundheit und psychischer Belastung voraus
Definieren Sie „Teilleistungsstörung“ fachlich präzise (1 Punkt)
  • Eine Teilleistungsstörung betrifft einen umschriebenen Bereich wie Lesen, Rechtschreiben, Rechnen, Sprache oder Motorik, während andere Fähigkeiten deutlich besser entwickelt sein können
Definieren Sie „Globalleistungsstörung“ fachlich präzise (2 Punkte)
  • Bei einer Globalleistungsstörung sind mehrere Lern- und Leistungsbereiche betroffen
  • Ursachen können eine intellektuelle Entwicklungsstörung, umfassende Entwicklungsverzögerung oder andere Erkrankungen sein
Definieren Sie „Psychogene Lernstörung“ fachlich präzise (5 Punkte)
  • Der ältere Begriff beschreibt Lernbeeinträchtigungen im Zusammenhang mit Angst
  • Depression
  • Konflikten
  • Trauma oder anderen psychischen Belastungen
  • Er ist keine Erklärung ohne sorgfältige Diagnostik
Nennen Sie die wesentlichen Aspekte von „Ursachenmodell bei Lernstörungen“ (5 Punkte)
  • Biologische Voraussetzungen
  • Sprache
  • Wahrnehmung
  • Aufmerksamkeit
  • Unterricht; Übung; Motivation; Beziehungen und Belastungen wirken zusammen; Eine einzige Ursache ist häufig nicht nachweisbar
Beschreiben Sie das diagnostische Vorgehen bei „Schlechte Noten als Diagnose“ (2 Punkte)
  • Schlechte Noten beweisen keine Störung
  • Unterrichtsqualität, Fehlzeiten, Sprachstand, Sinnesfunktionen, Belastungen, Lerngelegenheiten und Bewertungsbedingungen müssen berücksichtigt werden
Unterscheiden Sie „Differenzialdiagnostische Fragen“ anhand fachlicher Kriterien (1 Punkt)
  • Zu prüfen sind Hör- und Sehvermögen, neurologische Erkrankungen, Sprachentwicklung, Intelligenz, ADHS, Autismus, Angst, Depression, Schlaf, Schulbesuch und passende Beschulung
Nennen Sie die wesentlichen Aspekte von „Sekundäre psychische Folgen“ (2 Punkte)
  • Wiederholte Misserfolge können Scham, Vermeidung, Prüfungsangst, Rückzug, oppositionelles Verhalten und ein negatives Selbstbild fördern
  • Diese Folgen benötigen eigene Unterstützung
Definieren Sie „Ressourcenorientierte Förderung“ fachlich präzise (4 Punkte)
  • Förderung nutzt Stärken
  • Klare Lernschritte
  • Geeignete Hilfsmittel und erreichbare Ziele
  • Fortschritt wird an Kompetenz und Teilhabe gemessen, nicht nur an Fehlerzahlen
Beschreiben Sie das fachliche Vorgehen bei „Ergotherapie bei Lern- und Leistungsstörungen“ (5 Punkte)
  • Ergotherapie analysiert Arbeitsorganisation
  • Schreibmotorik
  • Aufmerksamkeit
  • Materialgebrauch und Selbststeuerung
  • Maßnahmen werden mit Schule, Familie und anderen Fachdisziplinen abgestimmt
Quellen

Sächsischer Lehrplan Ergotherapeut/Ergotherapeutin, redaktionelle Anpassung 2024, S. 61, 20.07.2026

PSYBV: Ausgewählte Krankheitsbilder in der Psychiatrie, Kinder- und Jugendpsychiatrie, S. 42–47, 20.07.2026

Fußdeformitäten und ihre funktionellen Folgen
Fuß als Basis

Fußform beeinflusst Stand, Abrollen, Stoßdämpfung und die Belastung von Knie, Hüfte und Wirbelsäule. Nicht jede sichtbare Abweichung verursacht Beschwerden. Entscheidend sind Schmerz, Haut, Stabilität, Schuhversorgung und funktionelle Belastung.

Typische Formen

Pes planus bezeichnet Plattfuß, Pes cavus oder excavatus Hohlfuß, Pes planovalgus Knick-Senkfuß, Pes equinus Spitzfuß und Pes calcaneus Hackenfuß. Hallux valgus betrifft die Großzehenachse. Hammer- und Krallenzehen verändern Druckverteilung und Schuhpassform.

Kongenitaler Klumpfuß

Der Klumpfuß kombiniert typischerweise Spitzfuß-, Hohlfuß- und Adduktionskomponenten. Frühbehandlung nutzt schrittweise Redression und Schienen; operative Verfahren sind bei unzureichender Korrektur möglich.

Therapie

Konservativ werden geeignetes Schuhwerk, Einlagen, orthopädische Schuhe, Mobilisation, Training und Hautschutz eingesetzt. Operative Verfahren umfassen Umstellungsosteotomien, Sehnentransfers und Weichteileingriffe.

Ergotherapeutische Relevanz

Fußpflege, Strümpfe, Schuhe, Arbeitsplatz, Stehdauer und Wege werden praktisch erprobt. Bei Sensibilitätsstörung werden Druckstellen konsequent kontrolliert. Versorgung wird an reale Alltagsanforderungen angepasst.

Quellen

ORT_Skript_2025.pdf – Spezielle Krankheitslehre Orthopädie, 14.07.2026

Zerebralparese, Spastik und Dyskinesie
Lerntext

Zerebralparese bezeichnet dauerhafte Störungen von Bewegung und Haltung infolge einer nicht fortschreitenden Schädigung des sich entwickelnden Gehirns. Erscheinungsbild und Folgeprobleme können sich mit Wachstum und Anforderungen verändern.

Fragen und Antworten
Definieren Sie „Zerebralparese“ fachlich präzise (2 Punkte)
  • Zerebralparese ist eine Gruppe dauerhafter Bewegungs- und Haltungsstörungen durch eine frühe, nicht fortschreitende Hirnschädigung
  • Motorische Folgen können von leicht bis schwer reichen
Definieren Sie „Nicht fortschreitende Hirnschädigung“ fachlich präzise (2 Punkte)
  • Die ursprüngliche Hirnschädigung nimmt nicht degenerativ zu
  • Dennoch können Muskelverkürzungen, Fehlstellungen, Schmerzen und Teilhabeprobleme durch Wachstum und Belastung zunehmen
Definieren Sie „Spastische Zerebralparese“ fachlich präzise (2 Punkte)
  • Bei spastischer Form sind Muskeltonus und Dehnungsreflexe geschwindigkeitsabhängig erhöht
  • Selektive Bewegung, Kraft und Koordination können zusätzlich beeinträchtigt sein
Definieren Sie „Dyskinetische Zerebralparese“ fachlich präzise (2 Punkte)
  • Dyskinetische Formen zeigen unwillkürliche, wechselnde Bewegungen und Tonusschwankungen
  • Athetose beschreibt langsame, windende Bewegungen und ist Teil dieses Spektrums
Definieren Sie „Ataktische Zerebralparese“ fachlich präzise (2 Punkte)
  • Ataktische Formen betreffen Gleichgewicht, Zielgenauigkeit und Bewegungsabstimmung
  • Bewegungen können breitbasig, schwankend oder überschießend sein
Definieren Sie „Begleitstörungen“ fachlich präzise (1 Punkt)
  • Möglich sind Epilepsie, Seh- oder Hörstörungen, Schmerzen, Sprech- und Schluckprobleme, Lernbeeinträchtigungen sowie Veränderungen von Wahrnehmung und Aufmerksamkeit
Definieren Sie „GMFCS“ fachlich präzise (2 Punkte)
  • Das Gross Motor Function Classification System beschreibt selbstinitiierte grobmotorische Mobilität in fünf Stufen
  • Es bewertet Funktionsniveau, nicht den Wert oder das Entwicklungspotenzial eines Kindes
Definieren Sie „MACS“ fachlich präzise (2 Punkte)
  • Das Manual Ability Classification System beschreibt, wie Kinder mit Zerebralparese Gegenstände im Alltag handhaben
  • Es ergänzt Einzeltests durch eine alltagsbezogene Einordnung
Beschreiben Sie das fachliche Vorgehen bei „Therapieprinzipien“ (2 Punkte)
  • Empfohlen sind zielorientierte, aktive und ausreichend intensive Übungen bedeutsamer Aufgaben
  • Hilfsmittel, Orthesen, medizinische Tonusbehandlung und Umweltanpassung werden abgestimmt kombiniert
Beschreiben Sie das fachliche Vorgehen bei „Ergotherapie bei Zerebralparese“ (5 Punkte)
  • Ergotherapie bearbeitet Handgebrauch
  • Selbstversorgung
  • Spiel
  • Schule
  • Kommunikation und Hilfsmittel; Bei einseitiger Spastik können spezifische aktive Handtherapieverfahren eingesetzt werden
Definieren Sie „Schmerz und Hüftüberwachung“ fachlich präzise (2 Punkte)
  • Schmerz, Schlaf, Wirbelsäule und Hüftentwicklung müssen regelmäßig beachtet werden
  • Ergotherapie meldet Veränderungen, ersetzt aber keine orthopädische oder neuropädiatrische Überwachung
Quellen

AWMF S3: Diagnostik und Therapie der unilateralen spastischen Zerebralparese, Stand 2025, 20.07.2026

Pädiatrie neurophysiologisch 18.02.2026.pdf, 20.07.2026

Sächsischer Lehrplan Ergotherapeut/Ergotherapeutin, Anpassung 2024, S. 63, 20.07.2026

Gelenk-, Muskel-, Sehnen- und Nervenverletzungen
Gelenkverletzungen

Distorsion bedeutet Verstauchung durch Überschreiten des physiologischen Bewegungsumfangs. Bei Subluxation bleibt teilweiser Gelenkkontakt, bei Luxation sind Gelenkflächen vollständig getrennt. Kapsel, Bänder, Knorpel, Gefäße und Nerven können mitverletzt sein. Reposition gehört in medizinische Hände.

Muskel und Sehne

Zerrung, Faserriss und vollständige Ruptur unterscheiden sich nach Ausmaß. Sehnenverletzungen benötigen je nach Zone und Versorgung spezifische Schutz- und Gleitprogramme. Zu wenig Bewegung begünstigt Adhäsion, zu viel Zug gefährdet die Naht. Schienen und exakt dosierte Übungen sind deshalb zentral.

Nervenverletzungen

Neuropraxie beschreibt vorübergehende Leitungsstörung ohne axonale Durchtrennung. Bei Axonotmesis ist das Axon geschädigt, die Hüllstruktur teilweise erhalten; bei Neurotmesis ist der Nerv vollständig durchtrennt. Regeneration ist langsam und abhängig von Höhe, Versorgung und Zielmuskel.

Funktionelle Folgen

Motorischer Ausfall, Sensibilitätsverlust, Schmerz, Fehlstellung und Schutzbedarf verändern Griff und Alltag. Therapie schützt insensible Haut, erhält passive Beweglichkeit, nutzt Ersatzstrategien und trainiert nach Reinnervation gezielt. Neue motorische Zeichen werden sorgfältig dokumentiert.

Ergotherapeutischer Prüfpunkt

Welche Struktur ist verletzt, was muss geschützt werden und welche Funktion darf trotzdem aktiv bleiben?

Quellen

CHIRURGIE(1).zip / allg._Traumatologie.pdf, 14.07.2026

CHIRURGIE(1).zip / ohne Bilder_spez._Traumatologie_OEX_Hand.pdf, 14.07.2026

Psychiatrische Behandlung und Psychopharmaka
Multimodale Behandlung

Psychiatrische Behandlung verbindet je nach Bedarf Psychotherapie, Psychopharmaka, Pflege, Sozialarbeit, Ergotherapie, Bewegung, Angehörigenarbeit und somatische Medizin. Ziele werden gemeinsam priorisiert.

Medikamente

Psychopharmaka können Symptome und Rückfallrisiken vermindern, benötigen aber Aufklärung, Wirksamkeitskontrolle und systematische Beobachtung von Nebenwirkungen. Abruptes Absetzen kann Risiken verursachen.

Weitere Verfahren

EKT ist ein wirksames Verfahren bei ausgewählten schweren Erkrankungen und erfolgt unter Narkose. Psychoedukation, Milieutherapie und Rehabilitation unterstützen Selbstmanagement und Teilhabe.

Fragen und Antworten
Beschreiben Sie das fachliche Vorgehen bei „Multimodale psychiatrische Behandlung“ (5 Punkte)
  • Mehrere abgestimmte Verfahren bearbeiten Symptome
  • Körperliche Gesundheit
  • Alltag
  • Beziehungen
  • Wohnen; Arbeit und Teilhabe
Definieren Sie „Shared Decision Making“ fachlich präzise (3 Punkte)
  • Behandelnde und betroffene Person entscheiden auf Grundlage von Fachwissen
  • Erfahrungen
  • Risiken und persönlichen Zielen gemeinsam
Beschreiben Sie das fachliche Vorgehen bei „Psychiatrische Behandlung und Psychopharmaka: Psychoedukation“ (5 Punkte)
  • Verständliche Information über Störung
  • Behandlung
  • Medikamente
  • Frühwarnzeichen
  • Bewältigung und Unterstützungsmöglichkeiten
Beschreiben Sie das fachliche Vorgehen bei „Psychotherapie“ (1 Punkt)
  • Gezielte Behandlung mit wissenschaftlich begründeten psychologischen Verfahren und einer tragfähigen therapeutischen Beziehung
Definieren Sie „Antidepressiva als Medikamentengruppe“ fachlich präzise (2 Punkte)
  • Medikamente gegen depressive und weitere Störungen
  • Wirkung und Nebenwirkungen entwickeln sich zeitlich unterschiedlich
Definieren Sie „Antipsychotika als Medikamentengruppe“ fachlich präzise (1 Punkt)
  • Medikamente zur Behandlung psychotischer und manischer Symptome sowie zur Rückfallprophylaxe bei bestimmten Erkrankungen
Definieren Sie „Stimmungsstabilisierer“ fachlich präzise (1 Punkt)
  • Medikamente zur Akutbehandlung oder Vorbeugung affektiver Episoden, etwa Lithium oder bestimmte Antikonvulsiva
Definieren Sie „Benzodiazepine“ fachlich präzise (3 Punkte)
  • Kurzfristig angstlösende
  • Beruhigende und krampflösende Medikamente mit Toleranz-
  • Abhängigkeits- und Sturzrisiko
Definieren Sie „Medikamentenadhärenz“ fachlich präzise (2 Punkte)
  • Ausmaß, in dem eine vereinbarte Behandlung umgesetzt wird
  • Gründe für Abweichungen werden offen und ohne Schuldzuweisung geklärt
Definieren Sie „Absetzen von Psychopharmaka“ fachlich präzise (1 Punkt)
  • Dosisänderungen erfolgen ärztlich begleitet und meist schrittweise, um Absetzsymptome und Rückfälle zu vermeiden
Beschreiben Sie das fachliche Vorgehen bei „Elektrokonvulsionstherapie“ (3 Punkte)
  • Unter Narkose ausgelöster kontrollierter Krampfanfall
  • Besonders bei schwerer Depression
  • Katatonie oder ausgewählten therapieresistenten Zuständen
Beschreiben Sie das fachliche Vorgehen bei „Milieutherapie“ (1 Punkt)
  • Die gesamte Stations- oder Wohnumgebung wird strukturiert, sicher und beziehungsfördernd als therapeutischer Rahmen gestaltet
Definieren Sie „Angehörigenarbeit“ fachlich präzise (1 Punkt)
  • Mit Zustimmung werden Information, Belastung, Kommunikation, Frühwarnzeichen und konkrete Unterstützungsmöglichkeiten gemeinsam bearbeitet
Beschreiben Sie das fachliche Vorgehen bei „Soziotherapie“ (1 Punkt)
  • Koordinierende und motivierende Hilfe, damit schwer psychisch erkrankte Menschen medizinische und psychosoziale Leistungen nutzen können
Beschreiben Sie das fachliche Vorgehen bei „Psychiatrische Rehabilitation“ (1 Punkt)
  • Sie fördert Wohnen, Selbstversorgung, soziale Beziehungen, Bildung und Arbeit trotz fortbestehender Beeinträchtigungen
Beschreiben Sie das fachliche Vorgehen bei „Ergotherapie in der Psychiatrie“ (1 Punkt)
  • Bedeutungsvolle Betätigung dient Befund, Kompetenzaufbau, Ausdruck, Interaktion, Rollenentwicklung und realem Alltagstransfer
Quellen

PGP Einführung und PPB Handout.pdf, 29.03.2025

DGPPN Basisdaten psychische Erkrankungen, 26.07.2026

PGP Schizophrenie_itsLearning.pptx, 26.07.2026

WHO: ICD-11 CDDR Mental, Behavioural and Neurodevelopmental Disorders, 26.07.2026

Schulangst, Schulphobie und Schulvermeidung
Lerntext

Schulvermeidung ist ein Verhalten mit unterschiedlichen Ursachen. Schulangst bezieht sich eher auf schulische Situationen, während Schulphobie traditionell eine trennungsbezogene Angst mit Schulverweigerung bezeichnet.

Fragen und Antworten
Definieren Sie „Schulvermeidung als Oberbegriff“ fachlich präzise (2 Punkte)
  • Schulvermeidung beschreibt wiederholtes Fernbleiben oder starke Vermeidung, ohne die Ursache festzulegen
  • Angst, Depression, Mobbing, Überforderung, Konflikte oder dissoziales Verhalten sind möglich
Definieren Sie „Schulangst“ fachlich präzise (5 Punkte)
  • Schulangst richtet sich auf schulische Anforderungen oder Situationen
  • Etwa Prüfungen
  • Leistung
  • Lehrkräfte
  • Mitschüler oder Mobbing; Beschwerden nehmen typischerweise im Schulkontext zu
Definieren Sie „Schulphobie“ fachlich präzise (2 Punkte)
  • Schulphobie ist ein traditioneller Begriff für Schulverweigerung aus starker Trennungsangst oder Bindungsangst
  • Die Schule selbst ist dabei nicht zwingend der eigentliche Angstauslöser
Definieren Sie „Trennungsangst und Schulphobie“ fachlich präzise (2 Punkte)
  • Betroffene fürchten häufig, dass Bezugspersonen etwas geschieht oder die Trennung nicht auszuhalten ist
  • Zu Hause wirken sie oft rasch entlastet
Erläutern Sie „Körperliche Beschwerden vor der Schule“ fachlich strukturiert (2 Punkte)
  • Bauchschmerzen, Kopfschmerzen, Übelkeit oder Schwindel können real sein und durch Angst verstärkt werden
  • Organische Ursachen werden dennoch angemessen abgeklärt
Definieren Sie „Schulabsentismus ohne Angst“ fachlich präzise (4 Punkte)
  • Bei regelverletzendem Fernbleiben stehen eher Schulschwänzen
  • Konflikte
  • Peergroup oder andere Verhaltensprobleme im Vordergrund
  • Die Ursachenklärung bestimmt die Intervention
Definieren Sie „Diagnostische Informationsquellen“ fachlich präzise (1 Punkt)
  • Gespräche mit Kind, Familie und Schule, Anwesenheitsverlauf, Belastungssituationen, Leistungsstand, Mobbing, psychische Symptome und körperliche Befunde werden zusammengeführt
Definieren Sie „Vermeidung und Angsterhaltung“ fachlich präzise (2 Punkte)
  • Kurzfristige Entlastung durch Zuhausebleiben verstärkt langfristig die Angst
  • Rückkehrpläne arbeiten deshalb abgestuft, verbindlich und unterstützend statt mit Beschämung
Beschreiben Sie das fachliche Vorgehen bei „Behandlung und Kooperation“ (2 Punkte)
  • Behandlung kann Psychotherapie, Elternarbeit, schulische Anpassung, soziale Unterstützung und medizinische Abklärung verbinden
  • Ziel ist eine sichere, tragfähige Rückkehr
Erläutern Sie „Schulangst, Schulphobie und Schulvermeidung: Ergotherapeutische Ansatzpunkte“ fachlich strukturiert (2 Punkte)
  • Ergotherapie kann Morgenroutine, Schulweg, Materialorganisation, Pausenstrategien und Belastungsdosierung trainieren
  • Die Arbeit erfolgt innerhalb eines abgestimmten Gesamtplans
Quellen

Sächsischer Lehrplan Ergotherapeut/Ergotherapeutin, redaktionelle Anpassung 2024, S. 61, 20.07.2026

PSYBV: Ausgewählte Krankheitsbilder in der Psychiatrie, Kinder- und Jugendpsychiatrie, S. 42–47, 20.07.2026

Orthopädische Fallplanung und Handlungsfähigkeit
Von der Diagnose zur Betätigung

Orthopädische Diagnosen erklären Gewebestruktur und medizinische Behandlung, aber nicht vollständig die Handlungsfähigkeit. Fallplanung beginnt mit konkreten Problemen: Anziehen, Greifen, Sitzen, Gehen, Arbeiten oder Schlafen.

Schutz und Aktivität

Akute Gewebeheilung kann Schutz, Teilbelastung oder Bewegungsgrenzen verlangen. Gleichzeitig sollen nicht betroffene Funktionen, Kreislauf und Selbstständigkeit erhalten bleiben. Über- und Unterbelastung werden anhand von Schmerzverlauf, Schwellung, Wärme und Funktion unterschieden.

Zielbeispiel

Nach Schulteroperation könnte ein Ziel lauten: „Die Person zieht innerhalb von zehn Tagen ein Oberteil mit der erlernten Einhandtechnik selbstständig an, ohne die vorgegebene Außenrotationsgrenze zu überschreiten.“ Das Ziel verbindet Sicherheit und Betätigung.

Maßnahmen

Mögliche Maßnahmen sind Gelenkschutz, Schienen, Hilfsmittel, Arbeitsplatzanpassung, Bewegungs- und Kraftaufbau, Narbenbehandlung und Kompensation. Jede Maßnahme wird mit medizinischer Freigabe, Dosierung und Verlaufskriterium verbunden.

Interprofessionelle Zusammenarbeit

Neue neurologische Ausfälle, Infektionszeichen, Thromboseverdacht oder unerwartet starke Schmerzen werden weitergeleitet. Ergotherapie dokumentiert funktionelle Beobachtungen und macht medizinische Grenzen im Alltag umsetzbar.

Quellen

ORT_Skript_2025.pdf – Spezielle Krankheitslehre Orthopädie, 14.07.2026

Hydrozephalus und Epilepsie
Lerntext

Hydrozephalus und Epilepsie können Entwicklung, Sicherheit und Teilhabe erheblich beeinflussen. Therapeutisches Handeln richtet sich nach medizinischem Verlauf, individuellen Warnzeichen und einem klaren Notfallplan.

Fragen und Antworten
Definieren Sie „Hydrozephalus“ fachlich präzise (2 Punkte)
  • Hydrozephalus ist eine Erweiterung der Liquorräume durch gestörten Abfluss, Kreislauf oder seltener vermehrte Bildung von Liquor
  • Druck und Ursachen bestimmen Symptome und Behandlung
Definieren Sie „Hydrozephalus im Säuglingsalter“ fachlich präzise (2 Punkte)
  • Mögliche Zeichen sind rasche Zunahme des Kopfumfangs, gespannte Fontanelle, Erbrechen, Reizbarkeit, Blickauffälligkeiten oder Entwicklungsverzögerung
  • Die Kombination erfordert medizinische Abklärung
Definieren Sie „Shuntversorgung“ fachlich präzise (3 Punkte)
  • Ein Shunt leitet Liquor meist in die Bauchhöhle ab
  • Funktionsstörung oder Infektion können akut gefährlich sein
  • Familien erhalten dafür individuelle Warn- und Notfallhinweise
Erläutern Sie Sicherheitsanforderungen und erforderliche Reaktionen bei „Shunt-Warnzeichen“ (2 Punkte)
  • Kopfschmerz, Erbrechen, Müdigkeit, Bewusstseinsveränderung, neue neurologische Symptome oder Fieber können Warnzeichen sein
  • Bei Verdacht wird nicht weitertherapiert, sondern medizinisch gehandelt
Erläutern Sie „Hydrozephalus und Epilepsie: Epileptischer Anfall“ fachlich strukturiert (2 Punkte)
  • Ein epileptischer Anfall entsteht durch vorübergehend abnorme neuronale Aktivität
  • Erscheinungen reichen von kurzen Bewusstseins- oder Wahrnehmungsstörungen bis zu deutlichen Krampfanfällen
Definieren Sie „Epilepsie“ fachlich präzise (5 Punkte)
  • Epilepsie bezeichnet eine anhaltende Neigung zu epileptischen Anfällen
  • Diagnose berücksichtigt Anfallsbeschreibung
  • EEG
  • Bildgebung
  • Ursache und Risiko weiterer Anfälle
Beschreiben Sie das fachliche Vorgehen bei „Erste Hilfe beim Krampfanfall“ (4 Punkte)
  • Umgebung sichern
  • Zeit messen
  • Kopf schützen und enge Kleidung lockern
  • Nicht festhalten, nichts in den Mund stecken und nach dem Anfall Atmung und Bewusstsein beobachten
Erläutern Sie Sicherheitsanforderungen und erforderliche Reaktionen bei „Notruf beim Anfall“ (1 Punkt)
  • Notruf ist insbesondere bei langem oder wiederholtem Anfall ohne Erholung, Atemproblemen, Verletzung, erstem bekannten Anfall oder abweichendem individuellem Notfallplan erforderlich
Erläutern Sie Sicherheitsanforderungen und erforderliche Reaktionen bei „Hydrozephalus und Epilepsie: Status epilepticus“ (2 Punkte)
  • Ein anhaltender oder sich wiederholender Anfall ohne ausreichende Erholung ist ein medizinischer Notfall
  • Der individuelle Notfallplan und ärztlich verordnete Akutmedikation sind maßgeblich
Beschreiben Sie das fachliche Vorgehen bei „Ergotherapie bei Epilepsie“ (5 Punkte)
  • Therapie berücksichtigt Anfallsauslöser
  • Müdigkeit
  • Verletzungsrisiko
  • Medikamentennebenwirkungen und Selbstmanagement
  • Einschränkungen werden individuell statt pauschal festgelegt
Beschreiben Sie das fachliche Vorgehen bei „Teilhabe trotz Epilepsie“ (2 Punkte)
  • Sicherheit wird durch Information, Notfallplan und passende Aufsicht hergestellt
  • Übervorsicht kann Spiel, Sport, Schule und Selbstständigkeit unnötig begrenzen
Quellen

Sächsischer Lehrplan Ergotherapeut/Ergotherapeutin, Anpassung 2024, S. 63, 20.07.2026

AWMF S1: Therapie des konvulsiven Status epilepticus im Kindes- und Jugendalter, Stand 2025, 20.07.2026

Pädiatrie neurophysiologisch 18.02.2026.pdf, 20.07.2026

Kompartmentsyndrom und Volkmann-Kontraktur
Pathophysiologie

Muskeln, Gefäße und Nerven liegen in wenig dehnbaren Faszienlogen. Blutung oder Ödem können den Gewebedruck so erhöhen, dass Kapillardurchblutung und Nervenleitung zusammenbrechen. Häufige Auslöser sind Frakturen, Quetschungen, Reperfusion oder zu enge Verbände.

Warnzeichen

Unverhältnismäßig starker und zunehmender Schmerz, besonders bei passiver Dehnung, pralle Schwellung, Sensibilitätsstörung und motorischer Ausfall sind hochgradig verdächtig. Fehlender Puls ist ein spätes Zeichen und darf nicht abgewartet werden. Ein akutes Kompartmentsyndrom ist ein chirurgischer Notfall.

Behandlung

Druckentlastung erfolgt operativ durch Fasziotomie. Verzögerung führt zu Muskelnekrose, Nervenschaden, Infektion und Funktionsverlust. Nach der Akutphase folgen Wundversorgung, Bewegungsaufbau, Narbenmanagement und gegebenenfalls Rekonstruktion.

Volkmann-Kontraktur

Ischämische Schädigung der Unterarmbeuger kann zu dauerhafter Pronations- und Beugekontraktur mit Krallenstellung führen. Ergotherapie behandelt Funktion, Gewebelänge, Schienenbedarf und Alltag, kann die Ursache aber nicht durch Dehnung rückgängig machen. Prävention durch frühes Erkennen ist entscheidend.

Ergotherapeutischer Prüfpunkt

Warum darf ein plötzlich stark schmerzhafter, gespannter Unterarm nicht als normale postoperative Reaktion behandelt werden?

Quellen

CHIRURGIE(1).zip / allg._Traumatologie.pdf, 14.07.2026

CHIRURGIE(1).zip / Schwerpunkte LK_Chirurgie.pdf, 14.07.2026

Gerontopsychiatrie und Differenzialdiagnostik
Besonderheiten im Alter

Gerontopsychiatrie behandelt psychische Störungen im höheren Lebensalter. Körperliche Erkrankungen, Medikamente, Sinnesverluste, Mobilität, Biografie, Verluste, Wohnsituation und Pflegebedarf beeinflussen Diagnostik und Therapie.

Differenzialdiagnostik

Akute Verwirrtheit spricht eher für Delir, langsam zunehmender Alltagsverlust für Demenz. Depression kann kognitive Leistung deutlich mindern. Mischbilder sind häufig und erfordern medizinische Abklärung.

Ziele

Selbstständigkeit, Sicherheit, Lebensqualität und vertraute Rollen werden möglichst erhalten. Polypharmazie und unerwünschte Arzneimittelwirkungen werden kritisch geprüft.

Fragen und Antworten
Beschreiben Sie das fachliche Vorgehen bei „Auftrag der Gerontopsychiatrie“ (1 Punkt)
  • Fachgebiet für psychische Erkrankungen im höheren Lebensalter unter besonderer Beachtung körperlicher, kognitiver und sozialer Bedingungen
Beschreiben Sie das fachliche Vorgehen bei „Psychotherapie im höheren Alter“ (1 Punkt)
  • Sie kann wirksam sein und wird an Kognition, Tempo, Sinnesleistung, Mobilität, Biografie und aktuelle Lebensaufgaben angepasst
Definieren Sie „Multimorbidität“ fachlich präzise (3 Punkte)
  • Mehrere chronische Erkrankungen bestehen gleichzeitig und beeinflussen Symptome
  • Belastbarkeit
  • Behandlung und Selbstständigkeit
Definieren Sie „Polypharmazie“ fachlich präzise (3 Punkte)
  • Gleichzeitige Einnahme vieler Medikamente mit erhöhtem Risiko für Wechselwirkungen
  • Nebenwirkungen
  • Stürze und kognitive Veränderungen
Definieren Sie „Sinnesverlust und Psychiatrie“ fachlich präzise (1 Punkt)
  • Hör- oder Sehbeeinträchtigung kann Rückzug, Fehlinterpretationen, scheinbare Verwirrtheit und Halluzinationen begünstigen
Definieren Sie „Delirbeginn“ fachlich präzise (1 Punkt)
  • Meist akut innerhalb von Stunden oder Tagen mit schwankendem Verlauf und deutlicher Aufmerksamkeitsstörung
Definieren Sie „Demenzbeginn“ fachlich präzise (1 Punkt)
  • Meist schleichend über Monate oder Jahre mit zunehmendem Verlust kognitiver Fähigkeiten und Alltagskompetenz
Definieren Sie „Depression im Alter“ fachlich präzise (1 Punkt)
  • Sie kann sich durch Antriebsmangel, Klagen über Gedächtnis, Schlafstörung, Angst, Schmerzen oder sozialen Rückzug zeigen
Definieren Sie „Delir und Demenz“ fachlich präzise (2 Punkte)
  • Eine Demenz erhöht das Delirrisiko
  • Eine akute Verschlechterung darf deshalb nicht automatisch der Demenz zugeschrieben werden
Nennen Sie die wesentlichen Aspekte von „Reversible kognitive Ursachen“ (1 Punkt)
  • Zu prüfen sind Delir, Depression, Medikamente, Schilddrüse, Vitaminmangel, Infektion, Stoffwechselstörung, Schlaf und Sinnesdefizite
Definieren Sie „Altersassoziierte Vergesslichkeit“ fachlich präzise (1 Punkt)
  • Abruf kann langsamer werden, während selbstständiger Alltag und Lernfähigkeit weitgehend erhalten bleiben
Unterscheiden Sie „Gerontopsychiatrie und Differenzialdiagnostik: Geriatrisches Assessment“ anhand fachlicher Kriterien (5 Punkte)
  • Mehrdimensionale Erfassung von Kognition
  • Stimmung
  • Mobilität
  • Selbstversorgung
  • Medikamenten; Ernährung; Umfeld und Unterstützungsbedarf
Beschreiben Sie das fachliche Vorgehen bei „Gerontopsychiatrisches Behandlungsziel“ (3 Punkte)
  • Möglichst selbstständige Lebensführung
  • Symptomlinderung
  • Sicherheit und passgenaue ambulante oder stationäre Unterstützung
Definieren Sie „Angehörigenbelastung“ fachlich präzise (1 Punkt)
  • Pflege, Verhaltensänderungen, Schlafmangel, Rollenwechsel und Verantwortung können erheblich belasten und benötigen eigene Unterstützung
Definieren Sie „Ergotherapeutische Alterspsychiatrie“ fachlich präzise (1 Punkt)
  • Alltagsfähigkeiten, Umweltanpassung, Routinen, Mobilität, Orientierung, Rollen und Teilhabe werden personenzentriert unterstützt
Quellen

Sächsischer Lehrplan Ergotherapeut/Ergotherapeutin 2024, LPE 8, 26.07.2026

PGP Gerontopsychiatrie.pdf, 26.07.2026

S3-Leitlinie Demenzen, AWMF 038-013, 26.07.2026

WHO: ICD-11 CDDR Mental, Behavioural and Neurodevelopmental Disorders, 26.07.2026

Psychosomatische Störungen im Kindes- und Jugendalter
Lerntext

Psychosomatische Betrachtung verbindet körperliche, psychische und soziale Faktoren. Sie bedeutet nicht, dass Beschwerden eingebildet sind. Diagnostik schließt notwendige körperliche Abklärung und psychische Einordnung ein.

Fragen und Antworten
Definieren Sie „Psychosomatische Betrachtungsweise“ fachlich präzise (2 Punkte)
  • Körperliche Beschwerden, Gefühle, Verhalten, Beziehungen und Umwelt werden gemeinsam betrachtet
  • Ursache und Aufrechterhaltung können auf verschiedenen Ebenen liegen
Beschreiben Sie das diagnostische Vorgehen bei „Beschwerden ohne ausreichenden Organbefund“ (2 Punkte)
  • Fehlt ein erklärender Organbefund, bleiben Beschwerden dennoch real
  • Funktionelle Störungen können Schmerz, Erschöpfung, Übelkeit oder andere Einschränkungen verursachen
Definieren Sie „Psychisch bedingt als Fehlverkürzung“ fachlich präzise (2 Punkte)
  • Die Aussage „nur psychisch“ wertet Beschwerden ab und vereinfacht komplexe Zusammenhänge
  • Besser ist ein biopsychosoziales Modell mit nachvollziehbarer Erklärung
Beschreiben Sie Entwicklung und fachliche Einordnung von „Entwicklungsabhängiger Symptomausdruck“ (5 Punkte)
  • Kinder drücken Belastungen häufiger über Körper
  • Verhalten
  • Schlaf
  • Essen oder Ausscheidung aus
  • Sprachliche Selbstbeschreibung entwickelt sich erst schrittweise
Erklären Sie den fachlichen Zusammenhang bei „Einflussfaktoren psychosomatischer Beschwerden“ (1 Punkt)
  • Stress, Angst, familiäre Belastung, chronische Erkrankung, Lernerfahrungen, Aufmerksamkeit auf Symptome und körperliche Empfindlichkeit können Beschwerden beeinflussen
Definieren Sie „Diagnostische Grundregel“ fachlich präzise (2 Punkte)
  • Notwendige somatische Diagnostik und psychische Abklärung werden koordiniert
  • Wiederholte ungezielte Untersuchungen können Verunsicherung und Symptomfokus verstärken
Definieren Sie „Therapeutische Grundprinzipien“ fachlich präzise (1 Punkt)
  • Hilfreich sind verständliche Erklärungen, regelmäßige Aktivität, verlässliche Routinen, Stressregulation, schrittweise Teilhabe und Behandlung begleitender psychischer Störungen
Erläutern Sie „Familie und Schule bei psychosomatischen Beschwerden“ fachlich strukturiert (2 Punkte)
  • Bezugspersonen sollen Beschwerden ernst nehmen, ohne Vermeidung dauerhaft zu verstärken
  • Schule und Familie vereinbaren realistische Belastung und klare Rückkehrschritte
Nennen Sie die wesentlichen Aspekte von „Ergotherapeutische Ziele“ (2 Punkte)
  • Ergotherapie fördert Tagesstruktur, Körperwahrnehmung, Belastungssteuerung und Rückkehr in bedeutsame Betätigungen
  • Symptome werden weder ignoriert noch zum alleinigen Mittelpunkt
Erläutern Sie Sicherheitsanforderungen und erforderliche Reaktionen bei „Warnzeichen für medizinische Rückmeldung“ (5 Punkte)
  • Neue neurologische Zeichen
  • Deutlicher Gewichtsverlust
  • Kreislaufprobleme
  • Fieber
  • Blutungen oder rasche Verschlechterung verlangen zeitnahe medizinische Abklärung
Quellen

Sächsischer Lehrplan Ergotherapeut/Ergotherapeutin, redaktionelle Anpassung 2024, S. 61, 20.07.2026

PSYBV: Ausgewählte Krankheitsbilder in der Psychiatrie, Kinder- und Jugendpsychiatrie, S. 42–47, 20.07.2026

Magen-Darm-System, Urogenitalsystem und angeborene Herzfehler
Lerntext

Organerkrankungen beeinflussen Betätigung häufig über Schmerz, Toilettenbedarf, Operationsfolgen, Fatigue und medizinische Routinen. Scham und soziale Auswirkungen werden ebenso ernst genommen wie Körperfunktionen.

Fragen und Antworten
Definieren Sie „Morbus Hirschsprung“ fachlich präzise (3 Punkte)
  • Morbus Hirschsprung ist eine angeborene fehlende Nervenzellversorgung eines Darmabschnitts
  • Dadurch kann Darminhalt nicht normal weitertransportiert werden
  • Meist ist eine operative Behandlung nötig
Erläutern Sie „Hinweise auf Morbus Hirschsprung“ fachlich strukturiert (2 Punkte)
  • Verzögerter Mekoniumabgang, geblähter Bauch, Erbrechen, schwere Verstopfung oder Gedeihstörung können Hinweise sein
  • Diagnostik erfolgt kinderchirurgisch und gastroenterologisch
Definieren Sie „Chronische Obstipation“ fachlich präzise (2 Punkte)
  • Chronische Verstopfung kann Schmerzen, Stuhlverhalten, Appetit, Schlaf und Kita- oder Schulteilnahme beeinträchtigen
  • Behandlung verbindet medizinische Abklärung, Toilettenroutine und Entlastung
Definieren Sie „Urogenitale Anomalien“ fachlich präzise (2 Punkte)
  • Angeborene Veränderungen können Niere, Harnleiter, Blase oder äußere Genitale betreffen
  • Bedeutung reicht von unauffällig bis zu wiederkehrenden Infektionen und eingeschränkter Nierenfunktion
Definieren Sie „Harnwegsinfektion bei Kindern“ fachlich präzise (2 Punkte)
  • Fieber, Schmerzen, häufiges Wasserlassen, Einnässen oder unspezifische Allgemeinsymptome können auftreten
  • Besonders bei kleinen Kindern ist medizinische Abklärung wichtig
Beschreiben Sie das fachliche Vorgehen bei „Magen-Darm-System, Urogenitalsystem und angeborene Herzfehler: Kontinenz und Teilhabe“ (2 Punkte)
  • Einnässen oder Stuhlinkontinenz können Scham, Rückzug und Konflikte auslösen
  • Unterstützung wahrt Privatsphäre, vermeidet Beschämung und schafft verlässliche Toiletten- und Wechselmöglichkeiten
Definieren Sie „Angeborene Herzfehler“ fachlich präzise (2 Punkte)
  • Angeborene Herzfehler verändern Aufbau oder Funktion des Herzens und der großen Gefäße
  • Auswirkungen reichen von symptomarm bis zu Zyanose, Gedeihstörung und verminderter Belastbarkeit
Definieren Sie „Zyanose“ fachlich präzise (2 Punkte)
  • Zyanose ist eine bläuliche Verfärbung durch unzureichende Sauerstoffsättigung
  • Neue oder zunehmende Zyanose, Atemnot oder Bewusstseinsveränderung sind medizinische Warnzeichen
Definieren Sie „Belastung bei Herzfehlern“ fachlich präzise (5 Punkte)
  • Belastungsgrenzen werden individuell kardiologisch festgelegt
  • Atemnot
  • Auffällige Blässe oder Zyanose
  • Schwindel
  • Brustschmerz oder starke Erschöpfung erfordern Unterbrechung und Bewertung
Beschreiben Sie das fachliche Vorgehen bei „Ergotherapie bei Organerkrankungen“ (5 Punkte)
  • Ziele betreffen Energieeinteilung
  • Selbstversorgung
  • Toilettenmanagement
  • Schulteilnahme
  • Umgang mit Narben oder Hilfsmitteln und die Integration medizinischer Routinen in den Alltag
Quellen

Sächsischer Lehrplan Ergotherapeut/Ergotherapeutin, Anpassung 2024, S. 63–64, 20.07.2026

Allgemeine und spezielle Krankheitslehre – vorhandener Materialbestand, 20.07.2026

Erste Hilfe – vorhandener Projektbestand, 20.07.2026

CRPS: komplexes regionales Schmerzsyndrom
Krankheitsbild

CRPS ist ein anhaltendes regionales Schmerzsyndrom, das in Ausmaß und Dauer nicht durch die ursprüngliche Verletzung allein erklärt wird. Es kann nach Fraktur, Operation oder Weichteilverletzung auftreten. Sensorische, vasomotorische, sudomotorisch-ödematöse und motorisch-trophische Veränderungen verbinden sich unterschiedlich.

Befund

Typisch sind starke Schmerzen, Allodynie, Hyperalgesie, Ödem, Farb- und Temperaturunterschiede, verändertes Schwitzen, Bewegungsangst, Steifigkeit, Tremor oder trophische Veränderungen. Diagnose wird medizinisch nach klinischen Kriterien gestellt und erfordert Ausschluss anderer Ursachen.

Therapeutische Prinzipien

Frühe verständliche Aufklärung, aktive Nutzung innerhalb verträglicher Grenzen und abgestufte Desensibilisierung verhindern weitere Vermeidung. Spiegeltherapie, laterales Erkennen, Vorstellung von Bewegung, funktionelles Training, Ödemmanagement und psychologische Schmerzbehandlung können kombiniert werden. Forcierte schmerzhafte Mobilisation ist ungünstig.

Betätigungsorientierung

Das Fallbeispiel einer Klavierlehrerin zeigt, dass Schmerz nicht nur Bewegung, sondern Identität, Beruf, Bimanualität und Öffentlichkeit betrifft. Ziele werden von alltäglicher Berührung über Körperpflege und beidhändige Tätigkeiten bis zum dosierten Instrumentalspiel aufgebaut.

Ergotherapeutischer Prüfpunkt

Formuliere eine abgestufte Aktivität, die Nutzung fördert, ohne Schmerz und Bedrohungserleben unnötig zu eskalieren.

Quellen

CHIRURGIE(1).zip / allg._Traumatologie.pdf, 14.07.2026

CHIRURGIE(1).zip / Fallbeispiel CRPS.pdf, 14.07.2026

CHIRURGIE(1).zip / Schwerpunkte LK_Chirurgie.pdf, 14.07.2026

Demenzen, Formen und Verlauf
Syndrom

Demenz bezeichnet einen erworbenen Rückgang kognitiver Fähigkeiten mit Beeinträchtigung der selbstständigen Lebensführung. Bewusstsein ist im typischen Verlauf zunächst klar. Ursachen und Symptomprofile unterscheiden sich.

Häufige Formen

Alzheimer-Krankheit beginnt meist schleichend mit Gedächtnis- und Orientierungsproblemen. Vaskuläre Formen hängen mit Gefäßschäden zusammen. Lewy-Körper- und frontotemporale Demenzen zeigen charakteristische Wahrnehmungs-, Bewegungs- oder Verhaltensmuster.

Verlauf

Mit zunehmender Schwere werden komplexe instrumentelle und später grundlegende Alltagsaktivitäten abhängig. Verhaltens- und psychische Symptome sind Ausdruck von Krankheit, Bedürfnissen und Umweltbedingungen.

Fragen und Antworten
Definieren Sie „Wortherkunft Demenz“ fachlich präzise (2 Punkte)
  • Lateinisch de bedeutet weg oder herab und mens Geist oder Verstand
  • Der historische Begriff darf nicht als Entwertung der Person verstanden werden
Definieren Sie „Demenzsyndrom“ fachlich präzise (1 Punkt)
  • Erworbener kognitiver Abbau mit deutlicher Einschränkung selbstständiger Alltagsführung, nicht allein durch Delir erklärbar
Definieren Sie „Kognitive Demenzbereiche“ fachlich präzise (1 Punkt)
  • Gedächtnis, Sprache, Aufmerksamkeit, Orientierung, Planung, Urteilsfähigkeit, visuell-räumliche Leistung und soziale Kognition können betroffen sein
Definieren Sie „Alzheimer-Krankheit“ fachlich präzise (1 Punkt)
  • Neurodegenerative Erkrankung mit meist schleichendem Beginn und fortschreitenden Gedächtnis-, Orientierungs- und weiteren kognitiven Störungen
Nennen Sie die wesentlichen Aspekte von „Demenzen, Formen und Verlauf: Vaskuläre Demenz“ (3 Punkte)
  • Kognitive Störung durch Gefäßerkrankungen oder Hirninfarkte
  • Häufig mit exekutiven Defiziten
  • Fokalen Zeichen oder stufenweisem Verlauf
Definieren Sie „Lewy-Körper-Demenz“ fachlich präzise (3 Punkte)
  • Demenz mit schwankender Kognition
  • Wiederkehrenden visuellen Halluzinationen
  • Parkinson-Symptomen und besonderer Medikamentenempfindlichkeit
Definieren Sie „Frontotemporale Demenz“ fachlich präzise (3 Punkte)
  • Neurodegenerative Erkrankung mit frühen Veränderungen von Persönlichkeit
  • Verhalten
  • Sprache oder sozialer Steuerung
Definieren Sie „Aphasie“ fachlich präzise (1 Punkt)
  • Erworbene Störung von Sprachproduktion oder Sprachverständnis bei grundsätzlich intakten Sprechorganen
Nennen Sie die wesentlichen Aspekte von „Demenzen, Formen und Verlauf: Apraxie“ (1 Punkt)
  • Störung der Planung oder Ausführung gelernter zielgerichteter Handlungen trotz ausreichender Kraft und grundlegendem Verständnis
Definieren Sie „Agnosie“ fachlich präzise (3 Punkte)
  • Unfähigkeit
  • Bekannte Gegenstände
  • Personen oder Reize trotz funktionsfähigem Sinnesorgan angemessen zu erkennen
Definieren Sie „Exekutive Störung“ fachlich präzise (1 Punkt)
  • Planung, Initiierung, Reihenfolge, Kontrolle und flexible Anpassung zielgerichteter Handlungen sind beeinträchtigt
Definieren Sie „Leichte Demenz“ fachlich präzise (1 Punkt)
  • Komplexe Tätigkeiten wie Finanzen, Medikamente oder Wegeplanung werden schwieriger, während Grundversorgung oft noch möglich ist
Definieren Sie „Mittelschwere Demenz“ fachlich präzise (2 Punkte)
  • Zunehmende Hilfe bei Alltagsaktivitäten, Orientierung und Sicherheit
  • Psychische und Verhaltenssymptome können stärker hervortreten
Definieren Sie „Schwere Demenz“ fachlich präzise (4 Punkte)
  • Umfassende Abhängigkeit bei Selbstversorgung
  • Kommunikation
  • Mobilität und Schutz
  • Nonverbale Bedürfnisse bleiben bedeutsam
Definieren Sie „BPSD“ fachlich präzise (5 Punkte)
  • Psychische und Verhaltenssymptome bei Demenz wie Unruhe
  • Apathie
  • Angst
  • Depression
  • Wahn; Schlafstörung oder Aggressivität
Definieren Sie „Herausforderndes Verhalten“ fachlich präzise (1 Punkt)
  • Verhalten wird als Ausdruck von Schmerz, Angst, Überforderung, Bedürfnis, Umweltreiz oder Erkrankung analysiert statt moralisch bewertet
Definieren Sie „Demenzprävention“ fachlich präzise (1 Punkt)
  • Gefäßrisiken, Bewegung, Bildung, soziale Aktivität, Hörversorgung und Behandlung körperlicher Erkrankungen können das Risiko beeinflussen
Quellen

Sächsischer Lehrplan Ergotherapeut/Ergotherapeutin 2024, LPE 8, 26.07.2026

PGP Gerontopsychiatrie.pdf, 26.07.2026

S3-Leitlinie Demenzen, AWMF 038-013, 26.07.2026

WHO: ICD-11 CDDR Mental, Behavioural and Neurodevelopmental Disorders, 26.07.2026

Enuresis und funktionelle Harninkontinenz
Lerntext

Enuresis bezeichnet wiederholtes Einnässen nach dem Alter, in dem Blasenkontrolle erwartet wird. Nacht- und Tagessymptome, primärer oder sekundärer Verlauf und mögliche organische Ursachen werden unterschieden.

Fragen und Antworten
Definieren Sie „Enuresis“ fachlich präzise (2 Punkte)
  • Enuresis bezeichnet wiederholtes unwillkürliches Einnässen ab einem Entwicklungsalter von etwa fünf Jahren
  • Häufig ist nächtliches Einnässen gemeint
Erläutern Sie „Primäre und sekundäre Enuresis“ fachlich strukturiert (2 Punkte)
  • Primär bedeutet, dass noch keine längere trockene Phase bestand
  • Sekundär bedeutet erneutes Einnässen nach mindestens sechs Monaten stabiler Kontinenz
Definieren Sie „Monosymptomatische Enuresis“ fachlich präzise (2 Punkte)
  • Bei monosymptomatischer Enuresis bestehen nachts Einnässepisoden ohne relevante Blasenfunktionsstörung am Tag
  • Tagsymptome erfordern eine erweiterte Abklärung
Erklären Sie den fachlichen Zusammenhang bei „Einflussfaktoren der Enuresis“ (1 Punkt)
  • Reifung der Blasensteuerung, nächtliche Urinproduktion, Aufwachreaktion, Veranlagung, Trink- und Toilettengewohnheiten sowie Belastungen können zusammenwirken
Beschreiben Sie das diagnostische Vorgehen bei „Organische Ausschlussdiagnostik“ (5 Punkte)
  • Anamnese
  • Körperliche Untersuchung
  • Urinbefund und Blasen-Darm-Anamnese klären Hinweise auf Infekt
  • Fehlbildung
  • Diabetes; neurologische Störung oder andere Ursachen
Definieren Sie „Obstipation und Enuresis“ fachlich präzise (2 Punkte)
  • Verstopfung kann Blasenfunktion und Einnässen beeinflussen
  • Deshalb gehört die Darmfunktion zur Diagnostik und wird bei Bedarf zuerst oder parallel behandelt
Beschreiben Sie das fachliche Vorgehen bei „Standard-Urotherapie“ (5 Punkte)
  • Standard-Urotherapie vermittelt Wissen
  • Regelmäßiges Trinken
  • Geplante Toilettengänge
  • Geeignete Haltung und Dokumentation
  • Beschämung oder Bestrafung sind kontraindiziert
Beschreiben Sie das fachliche Vorgehen bei „Alarmtherapie“ (2 Punkte)
  • Ein Weckapparat reagiert auf Nässe und trainiert die Verbindung zwischen Blasenfüllung, Aufwachen und Toilettengang
  • Erfolg verlangt konsequente Unterstützung über mehrere Wochen
Definieren Sie „Desmopressin“ fachlich präzise (2 Punkte)
  • Desmopressin kann ärztlich eingesetzt werden, besonders wenn schnelle trockene Nächte erforderlich sind
  • Flüssigkeitsregeln und medizinische Kontrolle sind wegen möglicher Risiken wichtig
Beschreiben Sie das fachliche Vorgehen bei „Ergotherapie bei Enuresis“ (2 Punkte)
  • Ergotherapie kann Routinen, Toilettenweg, Kleidungshandhabung, Körperwahrnehmung und selbstständige Dokumentation unterstützen
  • Die urologische Behandlung bleibt ärztlich geleitet
Quellen

Sächsischer Lehrplan Ergotherapeut/Ergotherapeutin, redaktionelle Anpassung 2024, S. 61, 20.07.2026

PSYBV: Ausgewählte Krankheitsbilder in der Psychiatrie, Kinder- und Jugendpsychiatrie, S. 42–47, 20.07.2026

AWMF S2k: Enuresis und nicht-organische funktionelle Harninkontinenz bei Kindern und Jugendlichen, Update 2021, 20.07.2026

Atmung, Mukoviszidose, Asthma und Allergien
Lerntext

Chronische Atemwegs- und allergische Erkrankungen beeinflussen Ausdauer, Schlaf, Konzentration und Aktivitätswahl. Sicherheit beruht auf medizinischer Behandlung, bekanntem Notfallplan und angepasster, nicht pauschal vermiedener Aktivität.

Fragen und Antworten
Definieren Sie „Mukoviszidose“ fachlich präzise (2 Punkte)
  • Mukoviszidose oder zystische Fibrose ist eine genetische Erkrankung gestörter Salz- und Wassertransportprozesse
  • Zäher Schleim betrifft besonders Atemwege und Verdauungssystem
Nennen Sie die wesentlichen Aspekte von „Atemwegsfolgen der Mukoviszidose“ (2 Punkte)
  • Zäher Schleim begünstigt chronische Infektionen, Entzündung und fortschreitende Lungenschädigung
  • Behandlung umfasst unter anderem Inhalation, Atemphysiotherapie, Bewegung und Medikamente
Nennen Sie die wesentlichen Aspekte von „Verdauungsfolgen der Mukoviszidose“ (2 Punkte)
  • Eine unzureichende Pankreasfunktion kann Nährstoffaufnahme und Wachstum beeinträchtigen
  • Enzyme und Ernährung werden medizinisch angepasst und in Alltag und Schule organisiert
Definieren Sie „Infektionsschutz bei Mukoviszidose“ fachlich präzise (2 Punkte)
  • Bestimmte Erreger können für Betroffene besonders problematisch sein
  • Hygieneregeln und Abstandsvorgaben zwischen Menschen mit Mukoviszidose richten sich nach spezialisierten Behandlungszentren
Erläutern Sie „Atmung, Mukoviszidose, Asthma und Allergien: Asthma bronchiale“ fachlich strukturiert (2 Punkte)
  • Asthma ist eine chronisch entzündliche Atemwegserkrankung mit variabler Verengung der Bronchien
  • Husten, pfeifende Atmung, Enge und Atemnot können anfallsartig auftreten
Definieren Sie „Asthmaauslöser“ fachlich präzise (2 Punkte)
  • Mögliche Auslöser sind Allergene, Infekte, körperliche Belastung, kalte Luft, Rauch oder Reizstoffe
  • Aktivität soll mit guter Kontrolle und Bedarfsmedikation meist ermöglicht, nicht generell vermieden werden
Definieren Sie „Akuter Asthmaanfall“ fachlich präzise (2 Punkte)
  • Das Kind wird beruhigt, aufrecht positioniert und nutzt die verordnete Bedarfsmedikation nach Plan
  • Bei schwerer Atemnot, Sprechproblemen, Erschöpfung oder fehlender Besserung ist sofort medizinische Hilfe nötig
Definieren Sie „Allergie“ fachlich präzise (2 Punkte)
  • Eine Allergie ist eine spezifische Immunreaktion auf normalerweise harmlose Stoffe
  • Beschwerden können Haut, Atemwege, Augen, Magen-Darm-System oder den gesamten Kreislauf betreffen
Definieren Sie „Anaphylaxie“ fachlich präzise (4 Punkte)
  • Anaphylaxie ist eine rasch verlaufende schwere allergische Reaktion
  • Atemnot
  • Kreislaufprobleme
  • Ausgeprägte Schwellung oder mehrere Organsysteme erfordern Notfallmedikation nach Plan und Notruf
Erläutern Sie „Neurodermitis, Asthma und Allergie“ fachlich strukturiert (2 Punkte)
  • Atopische Erkrankungen können gemeinsam oder nacheinander auftreten, sind aber nicht identisch
  • Diagnose und Behandlung richten sich nach dem jeweils betroffenen Organsystem
Beschreiben Sie das fachliche Vorgehen bei „Ergotherapie bei Atemwegs- und Allergieerkrankungen“ (2 Punkte)
  • Ergotherapie unterstützt Energieeinteilung, Schul- und Freizeitroutinen, Inhalationsorganisation und angstarmen Umgang mit Belastung
  • Akutmedizinische Behandlung bleibt ärztlich festgelegt
Quellen

Sächsischer Lehrplan Ergotherapeut/Ergotherapeutin, Anpassung 2024, S. 64, 20.07.2026

gesund.bund.de: Mukoviszidose, Asthma und Allergien, geprüft 2026-07-20, 20.07.2026

Allgemeine und spezielle Krankheitslehre – vorhandener Materialbestand, 20.07.2026

Schultergürtel- und Oberarmverletzungen
Schultergürtel

Claviculafraktur, Akromioklavikulargelenk-Sprengung und Scapulafraktur verändern die Kopplung von Thorax, Scapula und Arm. Schmerzen, Stufenbildung und Schonhaltung sind häufig. Begleitverletzungen von Rippen, Pleura, Plexus brachialis oder Gefäßen müssen berücksichtigt werden.

Schulterluxation

Bei Luxation verlässt der Humeruskopf die Pfanne. Nach Reposition sind Kapsel-Labrum-Schäden, Tuberculumfraktur sowie Läsion des N. axillaris möglich. Bewegungsverbote und Außenrotationsgrenzen hängen von Richtung, Operation und Stabilität ab; sie werden nicht verallgemeinert.

Proximaler Humerus

Humeruskopffrakturen reichen von wenig dislozierten Formen bis zu komplexen Mehrfragmentverletzungen. Risiken sind Humeruskopfnekrose und Schultersteife. Humerusschaftfrakturen können den N. radialis schädigen und eine Fallhand verursachen.

Ergotherapie

Frühe Hand-, Finger- und Ellbogenbewegung, Ödemkontrolle und sichere Positionierung werden mit Schulterfreigaben abgestimmt. Später folgen scapulohumerale Kontrolle, Reichweite, Greifen, Ankleiden und Überkopftätigkeiten. Kompensatorisches Hochziehen der Schulter wird nicht vorschnell als „mehr Bewegung“ gewertet.

Ergotherapeutischer Prüfpunkt

Welche Begleitstruktur muss bei der jeweiligen Verletzung neurologisch oder vaskulär besonders kontrolliert werden?

Quellen

CHIRURGIE(1).zip / spez._Traumatologie_SuS_OEX_Schulter_Oberarm.pdf, 14.07.2026

CHIRURGIE(1).zip / Nachbehandlungsempfehlungen_2022_DGOU.pdf, 14.07.2026

Kognitives Screening und ergotherapeutische Demenzbegleitung
Screening

MMST, DemTect und Uhrentest geben Hinweise auf kognitive Auffälligkeiten. Sie ersetzen weder ärztliche Diagnose noch ausführliche neuropsychologische Untersuchung. Sprache, Bildung, Kultur, Seh- und Hörvermögen beeinflussen Ergebnisse.

Alltagsdiagnostik

Ergotherapie untersucht reale Tätigkeiten, Routinen, Sicherheit und Umweltanforderungen. Ein unauffälliger Kurztest schließt relevante Alltagsprobleme nicht aus; ein auffälliger Test beweist keine bestimmte Demenzform.

Begleitung

Vertraute Abläufe, klare Hinweise, angepasste Umgebung und Erfolgserlebnisse erhalten Selbstständigkeit. Angehörige werden beraten und entlastet.

Fragen und Antworten
Beschreiben Sie das diagnostische Vorgehen bei „Kognitives Screening“ (1 Punkt)
  • Kurzes standardisiertes Verfahren zur Erkennung möglicher kognitiver Auffälligkeiten und zur Entscheidung über weitere Diagnostik
Definieren Sie „MMST“ fachlich präzise (5 Punkte)
  • Mini-Mental-Status-Test mit Aufgaben zu Orientierung
  • Merkfähigkeit
  • Aufmerksamkeit
  • Erinnerung
  • Sprache und einfacher Handlung
Definieren Sie „DemTect“ fachlich präzise (1 Punkt)
  • Screening mit mehreren Gedächtnis- und Denkaufgaben, das besonders leichte kognitive Veränderungen erfassen soll
Definieren Sie „Uhrentest“ fachlich präzise (3 Punkte)
  • Zeichnen eines Zifferblatts mit vorgegebener Uhrzeit zur Prüfung von Planung
  • Raumverarbeitung
  • Zahlenwissen und Aufgabenverständnis
Beschreiben Sie das diagnostische Vorgehen bei „Screening als Demenzdiagnose“ (2 Punkte)
  • Nein
  • Ein Wert liefert nur einen Hinweis und muss mit Anamnese, Alltag, medizinischer Untersuchung und Verlauf verbunden werden
Erklären Sie den fachlichen Zusammenhang bei „Einflussfaktoren auf Testergebnisse“ (1 Punkt)
  • Bildung, Sprache, Kultur, Angst, Depression, Müdigkeit, Schmerz, Motorik sowie Hör- und Sehvermögen können Leistungen verändern
Definieren Sie „Übungseffekt“ fachlich präzise (1 Punkt)
  • Wiederholte Durchführung kann Ergebnisse verbessern, ohne dass sich die zugrunde liegende Kognition entsprechend verändert hat
Beschreiben Sie das fachliche Vorgehen bei „Alltagsbeobachtung“ (4 Punkte)
  • Reale Aufgaben zeigen Planung
  • Sicherheit
  • Fehlerkorrektur
  • Hilfebedarf und Umweltabhängigkeit oft differenzierter als Kurztests
Beschreiben Sie das fachliche Vorgehen bei „Personenzentrierte Demenzbegleitung“ (4 Punkte)
  • Biografie
  • Gewohnheiten
  • Werte
  • Aktuelle Bedürfnisse und erhaltene Fähigkeiten bestimmen Ziele und Umgang
Definieren Sie „Validation“ fachlich präzise (1 Punkt)
  • Gefühle und subjektive Bedeutung werden anerkannt, ohne jede sachlich falsche Aussage zu bestätigen oder konfrontativ zu korrigieren
Definieren Sie „Biografiearbeit“ fachlich präzise (1 Punkt)
  • Vertraute Rollen, Interessen, Orte, Musik, Tätigkeiten und Lebensereignisse werden genutzt, um Identität und Kontakt zu unterstützen
Definieren Sie „Fehlerfreies Lernen“ fachlich präzise (1 Punkt)
  • Aufgaben werden so angeleitet, dass Fehlversuche möglichst vermieden und korrekte Abläufe häufig wiederholt werden
Definieren Sie „Spaced Retrieval“ fachlich präzise (1 Punkt)
  • Informationen oder Handlungen werden in schrittweise größeren Zeitabständen erfolgreich abgerufen und wiederholt
Definieren Sie „Umweltanpassung“ fachlich präzise (1 Punkt)
  • Beleuchtung, Kontraste, Beschriftung, Ordnung, Lärm, Wege und Hilfsmittel werden an Wahrnehmung und Handlungsfähigkeit angepasst
Definieren Sie „Kommunikation bei Demenz“ fachlich präzise (3 Punkte)
  • Kurze konkrete Sätze
  • Eine Information nach der anderen
  • Ausreichende Antwortzeit und unterstützende Gesten erleichtern Verständnis
Definieren Sie „Aktivierung bei Demenz“ fachlich präzise (1 Punkt)
  • Tätigkeiten orientieren sich an Bedeutung und Erfolg, nicht an kindlicher Beschäftigung oder starrer Leistungssteigerung
Beschreiben Sie das fachliche Vorgehen bei „Angehörigenberatung“ (1 Punkt)
  • Sie umfasst Krankheitsverständnis, Kommunikation, Sicherheit, Entlastung, Hilfen, Grenzen und Erhalt eigener Gesundheit
Definieren Sie „Freiheitsbeschränkende Maßnahmen“ fachlich präzise (2 Punkte)
  • Sie benötigen strenge rechtliche und fachliche Prüfung
  • Zuerst werden Ursachen und weniger eingreifende Alternativen gesucht
Quellen

PGP Gerontopsychiatrie MMST und Uhrentest.pdf, 26.07.2026

DEMTECT.pdf, 26.07.2026

S3-Leitlinie Demenzen, AWMF 038-013, 26.07.2026

PGP Gerontopsychiatrie.pdf, 26.07.2026

Enkopresis und funktionelle Stuhlinkontinenz
Lerntext

Enkopresis bezeichnet wiederholtes Einkoten nach dem Alter erwartbarer Darmkontrolle. Besonders häufig besteht eine funktionelle Obstipation mit Stuhlverhalt und Überlaufinkontinenz.

Fragen und Antworten
Definieren Sie „Enkopresis“ fachlich präzise (2 Punkte)
  • Enkopresis bezeichnet wiederholtes Absetzen von Stuhl an ungeeigneten Orten ab einem Entwicklungsalter von etwa vier Jahren
  • Absicht wird nicht vorausgesetzt
Erläutern Sie „Obstipation als häufige Ursache“ fachlich strukturiert (2 Punkte)
  • Harter Stuhl, schmerzhafte Entleerung und Zurückhalten können den Enddarm erweitern
  • Flüssiger Stuhl passiert dann unbemerkt die Stuhlmassen und führt zu Schmieren
Definieren Sie „Überlaufinkontinenz“ fachlich präzise (2 Punkte)
  • Bei Überlaufinkontinenz ist der Enddarm stark gefüllt, während weicher Stuhl vorbeiläuft
  • Das Kind nimmt den Entleerungsreiz oft vermindert wahr
Definieren Sie „Stuhlinkontinenz ohne Obstipation“ fachlich präzise (2 Punkte)
  • Stuhlinkontinenz kann auch ohne Verstopfung auftreten
  • Dann werden Toilettengewohnheiten, Entwicklung, Belastungen, Verhaltensmuster und seltene organische Ursachen geprüft
Beschreiben Sie das diagnostische Vorgehen bei „Diagnostik bei Enkopresis“ (2 Punkte)
  • Erfasst werden Stuhlfrequenz, Konsistenz, Schmerzen, Zurückhalten, Toilettensituation, Ernährung, Medikamente und körperliche Warnzeichen
  • Ein Stuhlprotokoll kann helfen
Beschreiben Sie das fachliche Vorgehen bei „Entleerungsbehandlung bei Stuhlverhalt“ (2 Punkte)
  • Bei ausgeprägter Stuhlansammlung wird ärztlich eine Entleerung eingeleitet
  • Danach verhindert eine längere Erhaltungstherapie erneute schmerzhafte Verstopfung
Beschreiben Sie das fachliche Vorgehen bei „Toilettentraining“ (2 Punkte)
  • Regelmäßige kurze Toilettensitzungen nach Mahlzeiten nutzen den gastro-kolischen Reflex
  • Fußstütze, entspannte Haltung, Zeit und positive Rückmeldung sind wichtig
Definieren Sie „Beschämung und Bestrafung“ fachlich präzise (2 Punkte)
  • Einkoten ist meist kein Trotzverhalten
  • Beschämung, Strafen und öffentliche Kontrolle erhöhen Stress und erschweren eine verlässliche Zusammenarbeit
Definieren Sie „Psychische Begleitprobleme“ fachlich präzise (2 Punkte)
  • Scham, Rückzug, Hänseln und Familienkonflikte können entstehen
  • Begleitende Angst, ADHS oder Verhaltensprobleme werden erkannt und bei Bedarf mitbehandelt
Beschreiben Sie das fachliche Vorgehen bei „Ergotherapie bei Enkopresis“ (2 Punkte)
  • Ergotherapie kann Toilettenroutine, Sitzposition, Kleidung, Zeitplanung und Körperwahrnehmung trainieren
  • Maßnahmen werden mit medizinischem Darmmanagement abgestimmt
Quellen

Sächsischer Lehrplan Ergotherapeut/Ergotherapeutin, redaktionelle Anpassung 2024, S. 61, 20.07.2026

PSYBV: Ausgewählte Krankheitsbilder in der Psychiatrie, Kinder- und Jugendpsychiatrie, S. 42–47, 20.07.2026

AWMF S2k: Funktionelle Obstipation und Stuhlinkontinenz im Kindes- und Jugendalter, 2022, 20.07.2026

Rotatorenmanschettenruptur und Nachbehandlung
Verletzung

Die Rotatorenmanschette zentriert den Humeruskopf und steuert Rotation sowie Armhebung. Rupturen können traumatisch, degenerativ oder kombiniert entstehen. Häufig sind Schmerz, Kraftverlust, schmerzhafter Bogen und eingeschränkte Überkopffunktion; vollständige und partielle Risse unterscheiden sich.

Konservative und operative Versorgung

Je nach Alter, Aktivitätsanspruch, Rissgröße und Gewebequalität werden Schmerzbehandlung, gezieltes Training oder operative Refixation gewählt. Nach Naht muss die Sehne biologisch am Knochen einheilen. Lagerung in Abduktionskissen oder Orthese kann Zug reduzieren.

Phasenlogik

Frühe Phasen schützen die Rekonstruktion und erlauben nur festgelegte passive oder assistive Bewegung. Aktive Schulterbewegung und Widerstand folgen später. Zeitangaben sind nicht universell; Operationsbericht und individuelles Schema sind verbindlich. Zu frühe Kraft kann Re-Ruptur, zu lange Immobilität Steifigkeit fördern.

Alltagstransfer

Anziehen, Körperpflege, Schlafposition, Küchenarbeit und Transfers werden so gestaltet, dass kein unzulässiger Zug entsteht. Hand und Ellbogen bleiben soweit erlaubt aktiv. Belastung wird von körpernahen, leichten Tätigkeiten zu größerer Reichweite und Widerstand gesteigert.

Ergotherapeutischer Prüfpunkt

Unterscheide Schutz der Sehnennaht von vollständiger Inaktivität und nenne drei sichere frühe Aktivitäten.

Quellen

CHIRURGIE(1).zip / Nachtrag Rotatorenmanschettenruptur.pdf, 14.07.2026

CHIRURGIE(1).zip / Nachbehandlungsempfehlungen_2022_DGOU.pdf, 14.07.2026

Anorexia nervosa im Kindes- und Jugendalter
Lerntext

Anorexia nervosa ist eine schwere Essstörung mit anhaltender Einschränkung der Energieaufnahme, starkem Gewichts- und Körperbildbezug sowie medizinischen und psychischen Risiken. Bei Kindern werden Wachstum und Entwicklung besonders berücksichtigt.

Fragen und Antworten
Nennen Sie die wesentlichen Aspekte von „Anorexia nervosa: Kernmerkmale“ (1 Punkt)
  • Kernmerkmale sind anhaltende Nahrungsrestriktion, deutlich niedriges oder ausbleibend erwartetes Gewicht, starke Angst vor Gewichtszunahme und eine gestörte Bewertung von Körper oder Gewicht
Definieren Sie „Kindliche Besonderheiten“ fachlich präzise (2 Punkte)
  • Kinder können statt Gewichtsverlust eine fehlende Gewichtszunahme oder Wachstumsverzögerung zeigen
  • Altersbezogene Wachstumskurven sind aussagekräftiger als ein einzelner BMI-Wert
Definieren Sie „Verhaltensbezogene Hinweise“ fachlich präzise (1 Punkt)
  • Mögliche Hinweise sind Mahlzeitenvermeidung, starre Essrituale, Kalorienzählen, exzessive Bewegung, weite Kleidung, sozialer Rückzug und häufige Beschäftigung mit Essen
Nennen Sie die wesentlichen Aspekte von „Körperliche Folgen“ (1 Punkt)
  • Mögliche Folgen sind Kreislaufstörungen, Frieren, Muskelschwäche, Konzentrationsprobleme, hormonelle Veränderungen, verlangsamter Puls und Störungen des Elektrolythaushalts
Nennen Sie die wesentlichen Aspekte von „Psychische Begleitmerkmale“ (5 Punkte)
  • Häufig bestehen Perfektionismus
  • Angst
  • Depression
  • Zwangssymptome
  • Geringes Selbstwertgefühl oder Selbstverletzung; Suizidalität muss aktiv fachgerecht beurteilt werden
Definieren Sie „Krankheitseinsicht und Ambivalenz“ fachlich präzise (2 Punkte)
  • Betroffene können Gefahren unterschätzen und gleichzeitig unter Kontrolle, Angst und sozialem Rückzug leiden
  • Motivationsarbeit verbindet Anerkennung der Ambivalenz mit klarer Sicherheit
Beschreiben Sie das diagnostische Vorgehen bei „Diagnostik bei Anorexia nervosa“ (1 Punkt)
  • Diagnostik umfasst Essverhalten, Gewichtsverlauf, Wachstum, körperliche Untersuchung, Vitalwerte, Labor, EKG bei Indikation und kinder- und jugendpsychiatrische Beurteilung
Erläutern Sie Sicherheitsanforderungen und erforderliche Reaktionen bei „Anorexia nervosa im Kindes- und Jugendalter: Akute War… (1 Punkt)
  • Kreislaufinstabilität, schwere Unterernährung, Elektrolytstörung, rascher Gewichtsverlust, Nahrungsverweigerung oder Suizidalität können eine sofortige stationäre Behandlung erfordern
Nennen Sie die wesentlichen Aspekte von „Behandlungsziele“ (1 Punkt)
  • Ziele sind medizinische Stabilisierung, altersgerechter Gewichts- und Wachstumsverlauf, Normalisierung des Essens, Behandlung psychischer Probleme und Rückkehr zu Entwicklung und Teilhabe
Beschreiben Sie das fachliche Vorgehen bei „Familienbasierte Behandlung“ (2 Punkte)
  • Bei Kindern und Jugendlichen wird die Familie häufig aktiv einbezogen
  • Eltern unterstützen vorübergehend sichere Mahlzeiten, ohne Schuldzuweisung oder dauerhafte Kontrolle als Endziel
Nennen Sie die wesentlichen Aspekte von „Anorexia nervosa im Kindes- und Jugendalter: Ergotherapeutische Aufgaben“ (5 Punkte)
  • Ergotherapie bearbeitet Tagesstruktur
  • Aktivitätsbalance
  • Körperwahrnehmung
  • Selbstfürsorge und soziale Teilhabe
  • Kalorienkontrolle oder Gewichtsvorgaben sind keine eigenständige ergotherapeutische Aufgabe
Beschreiben Sie das fachliche Vorgehen bei „Bewegung und Belastungssteuerung“ (3 Punkte)
  • Bewegung wird medizinisch abgestimmt
  • Exzessive Aktivität darf nicht als gesunde Betätigung missverstanden werden
  • Belastung wird an Kreislauf, Ernährung und Genesung angepasst
Quellen

Sächsischer Lehrplan Ergotherapeut/Ergotherapeutin, redaktionelle Anpassung 2024, S. 61, 20.07.2026

PSYBV: Ausgewählte Krankheitsbilder in der Psychiatrie, Kinder- und Jugendpsychiatrie, S. 42–47, 20.07.2026

PSYBV: Handout Anorexia nervosa, 20.07.2026

AWMF: Patientenleitlinie „Diagnostik und Behandlung von Essstörungen“, Registerfassung 2024, 20.07.2026

Ellbogen- und Unterarmverletzungen
Olekranon

Olekranonfrakturen entstehen häufig durch Sturz auf den gebeugten Ellbogen. Der Trizeps kann das proximale Fragment verlagern; aktive Streckung ist schmerzhaft oder unmöglich. Zuggurtung oder Platte ermöglichen je nach Stabilität frühe funktionelle Nachbehandlung, dennoch sind Pseudarthrose, Arthrose und Bewegungseinschränkung möglich.

Radiusköpfchen

Sturz auf den gestreckten, pronierten Arm kann das Radiusköpfchen verletzen. Druckschmerz, Hämarthros und schmerzhafte Pro- und Supination sind typisch. Einfache Frakturen werden oft funktionell behandelt, komplexe benötigen Osteosynthese oder Ersatz.

Unterarm

Radius und Ulna bilden mit den Radioulnargelenken eine funktionelle Einheit. Monteggia-Verletzungen verbinden Ulnaverletzung mit Luxation des Radiusköpfchens; Galeazzi-Verletzungen Radiusfraktur mit Störung des distalen Radioulnargelenks. Isolierte Betrachtung eines Knochens übersieht die Gelenkverletzung.

Therapie

Früh werden Hand, Finger und Schulter einbezogen. Pro- und Supination können gezielt begrenzt sein und dürfen nicht erzwungen werden. Später sind Essen, Waschen, Schlüsselgebrauch, Werkzeughaltung und beidhändige Tätigkeiten geeignete Funktionsproben.

Ergotherapeutischer Prüfpunkt

Welche Alltagsaktivitäten prüfen Ellbogenflexion, -extension sowie Pro- und Supination getrennt und kombiniert?

Quellen

CHIRURGIE(1).zip / spez._Traumatologie_OEX__Ellbogen_Unterarm.pdf, 14.07.2026

CHIRURGIE(1).zip / Nachbehandlungsempfehlungen_2022_DGOU.pdf, 14.07.2026

Chronische Erkrankungen und psychische Entwicklung im Kindesalter
Lerntext

Chronische Erkrankungen beeinflussen Entwicklungsaufgaben, Familie, Schule, Freizeit und Selbstbild. Psychische Reaktionen sind individuell und reichen von guter Anpassung bis zu Angst, Depression oder Überforderung.

Fragen und Antworten
Beschreiben Sie Entwicklung und fachliche Einordnung von „Chronische Erkrankung als Entwicklungsbedingung“ (5 Punkte)
  • Eine chronische Erkrankung verändert Anforderungen, ohne die gesamte Persönlichkeit zu bestimmen
  • Auswirkungen hängen von Symptomen
  • Behandlung
  • Umwelt
  • Ressourcen und Lebensphase ab
Definieren Sie „Mögliche psychische Reaktionen“ fachlich präzise (2 Punkte)
  • Angst, Trauer, Wut, Rückzug, Scham oder depressive Symptome sind möglich
  • Reaktionen werden nicht automatisch pathologisiert, aber bei anhaltender Beeinträchtigung behandelt
Nennen Sie die wesentlichen Aspekte von „Entwicklungsaufgaben unter Krankheitsbedingungen“ (2 Punkte)
  • Selbstständigkeit, Schule, Freundschaften, Körperbild und Ablösung können erschwert sein
  • Unterstützung soll Schutz bieten, ohne altersgerechte Autonomie unnötig zu verhindern
Beschreiben Sie das fachliche Vorgehen bei „Therapiebelastung und Alltag“ (5 Punkte)
  • Medikamente
  • Termine
  • Schmerzen
  • Fatigue und Einschränkungen beanspruchen Zeit und Energie
  • Ein realistischer Plan verbindet Behandlung mit Schule, Erholung und bedeutsamen Aktivitäten
Definieren Sie „Adhärenz im Jugendalter“ fachlich präzise (2 Punkte)
  • Adhärenz bedeutet gemeinsam vereinbarte Behandlung umzusetzen
  • Jugendliche benötigen verständliche Information, Mitentscheidung und schrittweise Verantwortung statt bloßer Kontrolle
Definieren Sie „Familienbelastung“ fachlich präzise (2 Punkte)
  • Eltern und Geschwister können Sorge, Zeitdruck und Rollenkonflikte erleben
  • Familienunterstützung bezieht Belastung, Kommunikation und faire Verteilung von Aufmerksamkeit ein
Definieren Sie „Schule und Peers“ fachlich präzise (2 Punkte)
  • Fehlzeiten, Leistungsabfall, sichtbare Hilfsmittel oder Ausgrenzung können Teilhabe erschweren
  • Schule benötigt klare Informationen, Nachteilsausgleich und abgestimmte Notfallregeln
Beurteilen Sie „Überbehütung als Risiko“ anhand fachlicher Kriterien (2 Punkte)
  • Überbehütung kann Selbstständigkeit und Kompetenzgefühl begrenzen
  • Sicherheitsregeln werden deshalb so konkret wie nötig und so wenig einschränkend wie möglich gestaltet
Erläutern Sie „Transition in die Erwachsenenversorgung“ fachlich strukturiert (2 Punkte)
  • Transition ist der geplante Übergang von kinder- zu erwachsenenmedizinischer Versorgung
  • Wissen, Selbstmanagement, Terminorganisation und Kommunikation werden frühzeitig aufgebaut
Beschreiben Sie das fachliche Vorgehen bei „Ergotherapie bei chronischer Erkrankung“ (2 Punkte)
  • Ergotherapie unterstützt Energieeinteilung, Selbstmanagement, Hilfsmittel, Schul- und Freizeitteilhabe sowie altersgerechte Selbstständigkeit
  • Ziele entstehen aus konkreten Betätigungsproblemen
Quellen

Sächsischer Lehrplan Ergotherapeut/Ergotherapeutin, redaktionelle Anpassung 2024, S. 61, 20.07.2026

PSYBV: Ausgewählte Krankheitsbilder in der Psychiatrie, Kinder- und Jugendpsychiatrie, S. 42–47, 20.07.2026

Handgelenk-, Hand-, Finger- und Sehnenverletzungen
Handgelenk und Karpus

Distale Radiusfrakturen sind häufig und beeinflussen Handgelenkstellung, Unterarmdrehung und Griff. Kahnbeinfrakturen können wegen begrenzter Durchblutung verzögert heilen. Schmerzlokalisation, Stabilität und Versorgung bestimmen Immobilisation und Bewegungsbeginn.

Mittelhand und Finger

Frakturen können Achse, Rotation und Gelenkfläche verändern. Schon geringe Rotationsfehler führen beim Faustschluss zum Überkreuzen der Finger. Am Daumen beeinträchtigen Basisfrakturen wie Bennett-Verletzungen Opposition und Pinzettengriff besonders.

Sehnen

Beuge- und Strecksehnen verlaufen in komplexen Gleitlagern. Nach Naht werden spezifische Schienen- und Bewegungsprotokolle eingesetzt, um Zug zu begrenzen und Adhäsion zu vermeiden. Die betroffene Zone, Nahttechnik und ärztliche Vorgabe entscheiden über aktive oder passive Übung.

Ergotherapeutische Schwerpunkte

Ödem, Narbe, Sensibilität, Gelenkbeweglichkeit, Sehnengleiten und differenzierte Griffarten werden systematisch aufgebaut. Funktionelle Aufgaben beginnen leicht und präzise; Krafttraining folgt erst bei ausreichender Gewebestabilität. Schienenversorgung wird eng kontrolliert.

Ergotherapeutischer Prüfpunkt

Prüfe beim Faustschluss nicht nur Bewegungsgrad, sondern Achse, Rotation, Sehnengleiten, Schmerz und funktionelle Griffqualität.

Quellen

CHIRURGIE(1).zip / spez._Traumatologie_OEX_Hand.pdf, 14.07.2026

CHIRURGIE(1).zip / ohne Bilder_spez._Traumatologie_OEX_Hand.pdf, 14.07.2026

CHIRURGIE(1).zip / Nachbehandlungsempfehlungen_2022_DGOU.pdf, 14.07.2026

Schädelfrakturen und Schädel-Hirn-Trauma
Schädelfrakturen

Kalotten- und Schädelbasisfrakturen können offen oder geschlossen sein. Impressionsfrakturen drücken Knochen ein. Brillen- oder Monokelhämatom, Blut oder Liquor aus Nase beziehungsweise Ohr und Hirnnervenausfälle können auf Schädelbasisverletzung hinweisen.

Blutungen

Epidurale, subdurale, subarachnoidale und intrazerebrale Blutungen liegen in unterschiedlichen Räumen und entwickeln unterschiedliche Verläufe. Neu auftretende Bewusstseinsstörung, Kopfschmerz, Erbrechen, Krampfanfall, Paresen oder Sprachstörung erfordern sofortige medizinische Reaktion.

Schädel-Hirn-Trauma

Ein SHT umfasst Schädelverletzung mit Hirnfunktionsstörung. Primärschäden entstehen im Unfallmoment; Sekundärschäden durch Blutung, Ödem, Hirndruck, Hypoxie oder Stoffwechselstörung. Die Glasgow-Koma-Skala bewertet Augenöffnung, verbale und motorische Reaktion, ersetzt aber keine umfassende neurologische Beurteilung.

Rehabilitation

Nach Stabilisierung können motorische, sensorische, kognitive, kommunikative und emotionale Folgen zusammen auftreten. Ergotherapie strukturiert Reize und Tagesablauf, erhebt Betätigungsprobleme und arbeitet mit Neuropsychologie, Logopädie, Physiotherapie und Pflege. Sicherheits- und Belastungsgrenzen werden eng beobachtet.

Ergotherapeutischer Prüfpunkt

Welche beobachtbare Veränderung ist ein neurologisches Warnzeichen und muss sofort weitergegeben werden?

Quellen

CHIRURGIE(1).zip / spez._Traumatologie_Schädel.pdf, 14.07.2026

NEigene Notizen

Alle internen Fundstellen

Quiz wird geladen.