Psychiatrie und kreative Verfahren

Therapieplanung, Gruppenarbeit und kreative Medien in der psychosozialen Ergotherapie.

12 Kapitel104 UnterthemenStand 13. Juli 2026

Einleitung und Grenze

Eigenständige fachliche Lernzusammenfassung. Sie kopiert keine Übungen oder Arbeitsblätter und ersetzt weder Fortbildung noch klinische Standards.

Quellen und Literatur

Kreative Übungen in der Ergotherapie: Praxisbuch für die Psychiatrie

Kersken S

Ausgabe oder Version
4. Auflage
Jahr
2021
Herausgabe
Springer
Abruf
13. Juli 2026

Lehrplan Berufsfachschule Ergotherapeut/Ergotherapeutin

Sächsisches Staatsministerium für Kultus

Ausgabe oder Version
redaktionelle Anpassung 2024
Jahr
2024
Herausgabe
Freistaat Sachsen
Abruf
13. Juli 2026
01 Arbeitsfeld und Behandlungsauftrag 8 Unterthemen
Kern

Psychosoziale Ergotherapie richtet sich auf Handlungsfähigkeit, Alltagsbewältigung, Rollen und Teilhabe bei psychischen Erkrankungen.

Anwendung

Der Behandlungsauftrag wird aus Verordnung, Befund, Betätigungsanliegen und institutionellem Rahmen konkretisiert.

Grenze

Ergotherapie ersetzt keine psychiatrische Diagnostik oder Psychotherapie.

Versorgungsfelder

Settings

Akutpsychiatrie, Tagesklinik, Rehabilitation, Praxis, Gemeindepsychiatrie, Arbeit und Wohnen.

Auftrag

Klärung

Wer beauftragt? Was ist medizinisch, institutionell und für die Person relevant? Welche Risiken und Grenzen bestehen?

Vertiefung

Arbeitsfeld

Ergotherapie in der Psychiatrie unterstützt Menschen dabei, ihren Alltag zu strukturieren, Rollen wiederaufzunehmen und bedeutungsvolle Tätigkeiten trotz psychischer Belastungen auszuführen. Settings reichen von Akutstationen bis zur ambulanten und gemeindenahen Versorgung.

Auftrag klären

Der Behandlungsauftrag entsteht aus Verordnung, institutionellem Rahmen und den Zielen der betroffenen Person. Diese Perspektiven können voneinander abweichen und müssen offen geklärt werden.

Prioritäten

Akute Sicherheit, basale Selbstversorgung und Tagesstruktur können zunächst wichtiger sein als langfristige Ausbildungs- oder Arbeitsziele. Der Auftrag wird im Verlauf regelmäßig überprüft.

Quellenbasis: Kersken; Lehrplan; eigene Zusammenfassung. Vollständige Angaben stehen im Quellenfenster des Buches.

02 Therapeutische Haltung und Beziehung 9 Unterthemen
Kern

Eine tragfähige Beziehung verbindet Respekt, Klarheit, Verlässlichkeit und professionelle Begrenzung.

Anwendung

Sie schafft den Rahmen, in dem Betätigung erprobt und Veränderung ausgehalten werden kann.

Grenze

Empathie bedeutet nicht Zustimmung; Beziehung ersetzt keine Sicherheitsregeln.

Grundelemente

Transparenz

Rolle, Auftrag, Zeit, Vertraulichkeit und Grenzen erklären.

Autonomie

Wahlmöglichkeiten geben und Einwilligung fortlaufend beachten.

Verlässlichkeit

Absprachen einhalten und Änderungen früh mitteilen.

Reflexion

Eigene Reaktionen, Macht und Nähe-Distanz-Gestaltung prüfen.

Vertiefung

Grundhaltung

Eine tragfähige Beziehung verbindet Wertschätzung mit Klarheit. Verhalten wird im Kontext verstanden, ohne Risiken, Grenzverletzungen oder schädliche Folgen zu verharmlosen.

Kommunikation

Absprachen werden konkret, nachvollziehbar und möglichst gemeinsam getroffen. Rückmeldungen beziehen sich auf beobachtbares Verhalten und Wirkung, nicht auf pauschale Eigenschaften der Person.

Reflexion

Nähe, Distanz, eigene Reaktionen und Machtasymmetrie werden regelmäßig reflektiert. Supervision und Teamabgleich helfen, blinde Flecken und inkonsistente Grenzen zu vermeiden.

Quellenbasis: Kersken; Lehrplan; eigene Zusammenfassung. Vollständige Angaben stehen im Quellenfenster des Buches.

03 Befund und Betätigungsprofil 9 Unterthemen
Kern

Befundung erfasst Symptome, Ressourcen, Routinen, Rollen, Umwelt und tatsächliche Handlungsperformance.

Anwendung

Der Betätigungsfokus verhindert eine rein symptomorientierte Therapieplanung.

Grenze

Eigenbericht, Beobachtung und Fremdbericht können voneinander abweichen und müssen gekennzeichnet werden.

Bereiche

Alltag

Selbstversorgung, Haushalt, Tagesstruktur, Schlaf und Erholung.

Produktivität

Ausbildung, Arbeit, Aufgabenübernahme und Belastbarkeit.

Freizeit und soziale Teilhabe

Interessen, Kontakte, Gruppenfähigkeit und Rückzug.

Ressourcen

Interessen, Fähigkeiten, unterstützende Personen und bewährte Strategien.

Vertiefung

Betätigungsprofil

Das Betätigungsprofil beschreibt wichtige Rollen, Routinen, Interessen, Anforderungen und aktuelle Probleme in Selbstversorgung, Produktivität und Freizeit. Es zeigt auch, welche Tätigkeiten Identität und Tagesstruktur tragen.

Befunderhebung

Gespräch, Beobachtung, standardisierte Verfahren und Informationen aus dem Umfeld werden verbunden. Widersprüche sind nicht automatisch Fehler, sondern können auf unterschiedliche Situationen oder Erwartungen hinweisen.

Ergebnis

Der Befund mündet in priorisierte Betätigungsprobleme, Ressourcen und überprüfbare Ziele. Diagnosen und Symptome werden nur soweit aufgenommen, wie sie das Handeln erklären oder Sicherheitsentscheidungen beeinflussen.

Quellenbasis: Kersken; Lehrplan; eigene Zusammenfassung. Vollständige Angaben stehen im Quellenfenster des Buches.

04 Zielsetzung und Therapieplanung 9 Unterthemen
Kern

Ziele verbinden subjektive Bedeutung mit beobachtbarer Veränderung in einer Betätigung.

Anwendung

Ein klarer Plan erleichtert Auswahl, Dosierung und Überprüfung kreativer oder handlungsorientierter Mittel.

Grenze

Aktivität ist nicht automatisch Therapie; der Zusammenhang zu Befund und Ziel muss begründet sein.

Planungskette

Ausgangslage

Betätigungsproblem, Ressourcen, Risiken und Kontext.

Ziel

konkret, relevant, überprüfbar und gemeinsam vereinbart.

Methode

passend zu Ziel, Belastbarkeit, Setting und Präferenz.

Evaluation

Verlauf, Transfer und nächste Anpassung festlegen.

Vertiefung

Gemeinsame Zielsetzung

Ziele werden mit der Person und nicht nur für sie festgelegt. Ausgangspunkt sind Betätigungen, die wichtig sind, aber derzeit nicht zufriedenstellend gelingen.

Planung

Für jedes Ziel werden Ausgangslage, relevante Einflussfaktoren, Methode, Dosierung, benötigte Hilfen und Kriterien der Zielerreichung bestimmt. Maßnahmen müssen zum Setting und zur verfügbaren Zeit passen.

Anpassung

Therapieplanung ist eine überprüfbare Arbeitshypothese. Neue Beobachtungen, veränderte Motivation oder Umweltbedingungen können eine Neupriorisierung erforderlich machen.

Quellenbasis: Kersken; Lehrplan; eigene Zusammenfassung. Vollständige Angaben stehen im Quellenfenster des Buches.

05 Kreative Medien als Therapiemittel 9 Unterthemen
Kern

Kreative Medien sind Therapiemittel, wenn ihre Eigenschaften gezielt auf Ziel und Person abgestimmt werden.

Anwendung

Material und Werkprozess können Wahrnehmung, Ausdruck, Planung, Ausdauer, Selbstwirksamkeit und soziale Interaktion ansprechen.

Grenze

Eine ästhetische Deutung des Produkts ist keine psychologische Diagnostik.

Analysekriterien

Material

Widerstand, Formbarkeit, Reversibilität, Sauberkeit, Verletzungsrisiko.

Prozess

offen oder strukturiert, kurz oder lang, planungsintensiv, fehlerfreundlich.

Sozialform

Einzelarbeit, parallele Gruppe, Kooperation oder gemeinsames Produkt.

Bedeutung

Biografie, Interessen, kultureller Kontext und persönliche Symbolik.

Vertiefung

Medium und Ziel trennen

Gestalten ist nicht automatisch Therapie. Das Material wird danach ausgewählt, welche motorischen, kognitiven, emotionalen oder sozialen Anforderungen für das vereinbarte Ziel nützlich sind.

Analyse des Mediums

Berücksichtigt werden Widerstand, Kraftbedarf, Fehlertoleranz, Planungsaufwand, Sinnesreize, Dauer, kulturelle Bedeutung und Möglichkeit zur Mitbestimmung. Das Produkt darf die therapeutische Beobachtung nicht überdecken.

Auswertung

Besprochen werden Vorgehen, Entscheidungen, Umgang mit Schwierigkeiten und Übertragbarkeit auf den Alltag. Ästhetische Bewertung steht nur im Vordergrund, wenn sie für das persönliche Ziel relevant ist.

Quellenbasis: Kersken; Lehrplan; eigene Zusammenfassung. Vollständige Angaben stehen im Quellenfenster des Buches.

06 Einzeltherapie 9 Unterthemen
Kern

Das Einzelsetting ermöglicht individuelle Dosierung, geschützte Erprobung und genaue Prozessbeobachtung.

Anwendung

Es eignet sich für persönliche Zielarbeit, schwierige Übergänge und spezifische Handlungsprobleme.

Grenze

Zu viel therapeutische Führung kann Eigeninitiative und Transfer begrenzen.

Struktur

Ankommen

Befinden, Risiko und Tagesziel kurz klären.

Handlung

Aufgabe durchführen, nur so viel helfen wie nötig.

Reflexion

Erfahrung, Strategie und Bedeutung aufgreifen.

Transfer

konkreten Bezug zum Alltag herstellen.

Vertiefung

Kennzeichen

Einzeltherapie ermöglicht eine genaue Anpassung von Schwierigkeit, Tempo, Kommunikation und Reizniveau. Sie eignet sich besonders für sensible Themen, komplexe Befunderhebung, gezieltes Strategie-Training und Situationen mit hohem Unterstützungsbedarf.

Aufbau

Eine Einheit enthält Orientierung, Zielabgleich, Aktivität, gemeinsame Auswertung und Übertragung in den Alltag. Die Therapeutin oder der Therapeut übernimmt nur so viel Unterstützung wie nötig und macht Hilfen transparent.

Evaluation

Nicht nur das Produkt, sondern auch Initiierung, Ausdauer, Fehlerverarbeitung, Hilfebedarf und selbstständige Strategieanwendung werden beobachtet. Daraus folgt die nächste Anpassung der Aufgabe.

Quellenbasis: Kersken; Lehrplan; eigene Zusammenfassung. Vollständige Angaben stehen im Quellenfenster des Buches.

07 Gruppenarbeit 8 Unterthemen
Kern

Gruppen ermöglichen soziale Erfahrung, Rückmeldung, Rollenübernahme und gemeinsames Handeln.

Anwendung

Die Gruppe selbst ist Teil der Intervention und muss ebenso geplant werden wie die Aufgabe.

Grenze

Gruppendruck, Bloßstellung und unklare Regeln können schaden.

Planung

Zusammensetzung

Ziele, Belastbarkeit, Kommunikation und Konfliktrisiko berücksichtigen.

Rahmen

Beginn, Ende, Regeln, Material, Rollen und Ausstiegsmöglichkeiten klären.

Auswertung

Prozess und Transfer besprechen, nicht nur das Produkt bewerten.

Vertiefung

Therapeutischer Mehrwert

Gruppen schaffen reale Anforderungen an Kommunikation, Rollen, Rücksichtnahme, Planung und Umgang mit Rückmeldungen. Andere Teilnehmende können Modelle, Unterstützende und zugleich soziale Herausforderung sein.

Gruppenplanung und Dosierung

Gruppenziel, Auswahl der Teilnehmenden, Regeln, Material, Rollen und Ausstiegsmöglichkeiten werden vorab geklärt. Die Aufgabe muss verschiedene Schwierigkeitsgrade erlauben, ohne einzelne Personen sichtbar abzuwerten.

Beobachtung

Erfasst werden Initiative, Kontaktaufnahme, Kooperation, Konfliktverhalten, Frustrationstoleranz und die Fähigkeit, Unterstützung anzunehmen. Die Auswertung verbindet Gruppenerleben mit konkreten Alltagssituationen.

Quellenbasis: Kersken; Lehrplan; eigene Zusammenfassung. Vollständige Angaben stehen im Quellenfenster des Buches.

08 Ressourcen und Selbstwirksamkeit 8 Unterthemen
Kern

Ressourcen sind verfügbare oder aktivierbare Fähigkeiten, Interessen, Beziehungen und Umweltbedingungen.

Anwendung

Erlebte Selbstwirksamkeit entsteht durch passende Herausforderungen und nachvollziehbare eigene Beiträge.

Grenze

Ressourcenorientierung darf Belastung, Armut, Diskriminierung oder Krankheit nicht individualisieren.

Vorgehen

Finden

Ausnahmen, frühere Bewältigung, Interessen und unterstützende Kontexte erkunden.

Nutzen

Ressource in eine konkrete Aktivität oder Routine einbauen.

Überprüfen

Wirkung und Aufwand gemeinsam bewerten.

Vertiefung

Ressourcen systematisch erfassen

Ressourcen sind Fähigkeiten, Interessen, Beziehungen, Erfahrungen, Routinen und Umweltbedingungen, die eine Person beim Handeln unterstützen. Sie werden nicht nur als Gegenstück zu Defiziten erhoben, sondern als Ausgangspunkt der Therapieplanung genutzt.

Selbstwirksamkeit

Selbstwirksamkeit bezeichnet die Erwartung, durch eigenes Handeln etwas bewirken zu können. Sie wächst besonders durch erreichbare Herausforderungen, sichtbare Fortschritte, verständliches Feedback und Wahlmöglichkeiten.

Umsetzung

Aufgaben werden so dosiert, dass Anstrengung erforderlich ist, Erfolg aber realistisch bleibt. Ergebnisse werden gemeinsam ausgewertet: Was hat geholfen, was war eigener Anteil, und wie lässt sich die wirksame Strategie auf andere Situationen übertragen?

Quellenbasis: Kersken; Lehrplan; eigene Zusammenfassung. Vollständige Angaben stehen im Quellenfenster des Buches.

09 Soziale Kompetenz und Kommunikation 9 Unterthemen
Kern

Soziale Kompetenz ist situationsabhängiges Handeln, nicht eine feste Eigenschaft.

Anwendung

Ergotherapie kann konkrete Kommunikationshandlungen in bedeutungsvollen Rollen üben.

Grenze

Rollenspiele benötigen Einwilligung, klare Stoppsignale und eine sorgfältige Nachbesprechung.

Komponenten

Wahrnehmen

Situation, eigene Signale und Reaktionen anderer erkennen.

Ausdrücken

Anliegen, Grenzen und Rückmeldungen verständlich formulieren.

Aushandeln

Perspektiven berücksichtigen und Vereinbarungen treffen.

Regulieren

Erregung, Impuls und Rückzug so steuern, dass Handlung möglich bleibt.

Vertiefung

Teilbereiche

Soziale Kompetenz umfasst Kontaktaufnahme, Zuhören, Perspektivwechsel, verständlichen Selbstausdruck, Aushandeln, Grenzensetzen und den Umgang mit Konflikten. Leistung hängt stark vom Kontext und von Sicherheitserleben ab.

Training

Übungen werden an reale Situationen gebunden, etwa telefonische Terminvereinbarung, Bitte um Hilfe, Ablehnung oder Rückmeldung am Arbeitsplatz. Rollenspiele benötigen klare Ziele und eine respektvolle Nachbesprechung.

Transfer

Zwischen den Einheiten werden kleine, überprüfbare Alltagsschritte vereinbart. Erfolg bedeutet nicht maximale Geselligkeit, sondern eine für die Person passende und wirksame Kommunikation.

Quellenbasis: Kersken; Lehrplan; eigene Zusammenfassung. Vollständige Angaben stehen im Quellenfenster des Buches.

10 Tagesstruktur und Aktivierung 9 Unterthemen
Kern

Tagesstruktur verbindet Zeit, Rollen, Selbstversorgung, Produktivität und Erholung.

Anwendung

Kleine realistische Aktivitäten können Rhythmus, Orientierung und Teilhabe stabilisieren.

Grenze

Aktivierung muss Belastungsgrenzen, Schlaf, Medikation und Rückfallzeichen berücksichtigen.

Aufbau

Bestand

Tatsächlichen Tagesablauf und Energieverlauf erfassen.

Anker

wenige verlässliche Zeitpunkte und Aktivitäten festlegen.

Dosierung

Anforderung, Pause und Erholung planen.

Verlauf

nicht nur Erledigung, sondern Wirkung auf Befinden und Teilhabe prüfen.

Vertiefung

Funktion der Tagesstruktur

Eine verlässliche Tagesstruktur unterstützt Orientierung, Schlaf-Wach-Rhythmus, Medikamenteneinnahme, Selbstversorgung und soziale Teilhabe. Sie darf jedoch nicht zu einem starren Plan ohne persönliche Bedeutung werden.

Aktivierung dosieren

Bei Antriebsminderung werden Aufgaben klein, konkret und zeitlich begrenzt begonnen. Bei Überaktivität oder hoher innerer Unruhe sind Reizreduktion, Pausen und klare Übergänge wichtiger.

Planungshilfe

Ein Wochenplan verbindet notwendige Tätigkeiten, Erholung und persönlich wertvolle Aktivitäten. In der Auswertung wird nicht nur geprüft, was erledigt wurde, sondern auch, welche Belastung und Wirkung die Aktivität hatte.

Quellenbasis: Kersken; Lehrplan; eigene Zusammenfassung. Vollständige Angaben stehen im Quellenfenster des Buches.

11 Sicherheit, Krise und Grenzen 7 Unterthemen
Kern

Bei akuter Gefährdung haben Schutz, institutionelle Verfahren und interdisziplinäre Abstimmung Vorrang.

Anwendung

Ergotherapeutische Beobachtungen können Veränderungen früh sichtbar machen.

Grenze

Krisen dürfen nicht allein mit kreativen oder kommunikativen Übungen behandelt werden.

Warnzeichen

Veränderung

plötzlicher Rückzug, starke Unruhe, Desorganisation, Hoffnungslosigkeit, konkrete Selbst- oder Fremdgefährdung.

Handeln

ansprechen, nicht allein lassen, Zuständigkeit und Notfallweg nutzen, sachlich dokumentieren.

Vertiefung

Sicherheit vor Aktivierung

Vor jeder Intervention werden akute Eigen- oder Fremdgefährdung, Intoxikation, schwere Desorientierung und körperliche Warnzeichen berücksichtigt. Bei einer Krise hat Stabilisierung Vorrang vor anspruchsvoller Reflexion oder Leistungssteigerung.

Professionelle Grenzen

Therapeutische Beziehung bedeutet Verlässlichkeit, Klarheit und Respekt, nicht private Verfügbarkeit. Absprachen zu Kontakt, Nähe, Geschenken, Geheimhaltung und Zuständigkeit müssen nachvollziehbar bleiben.

Vorgehen

Beobachtungen werden konkret dokumentiert, im Team weitergegeben und nach Einrichtungsvorgaben bearbeitet. Notfallwege, ärztliche Rücksprache und Schutzmaßnahmen werden nicht improvisiert, sondern nach festgelegten Verfahren ausgelöst.

Quellenbasis: Kersken; Lehrplan; eigene Zusammenfassung. Vollständige Angaben stehen im Quellenfenster des Buches.

12 Evaluation und Dokumentation 10 Unterthemen
Kern

Dokumentation trennt Beobachtung, Aussage, fachliche Einschätzung, Intervention und Ergebnis.

Anwendung

Sie macht Verlauf und Begründung der Therapie nachvollziehbar.

Grenze

Interpretationen und diagnostische Zuschreibungen müssen als solche gekennzeichnet und fachlich begrenzt werden.

Kurzschema

Situation

Was war der Kontext?

Handlung

Was tat die Person und welche Hilfe war nötig?

Ergebnis

Was wurde erreicht, vermieden oder verändert?

Bedeutung

Wie wurde die Erfahrung bewertet?

Nächster Schritt

Was wird beibehalten oder angepasst?

Vertiefung

Dokumentationsinhalte?

Dokumentation trennt Beobachtung, Aussage der Person, fachliche Interpretation und vereinbarte Konsequenz. Beschrieben werden Tätigkeit, Bedingungen, Hilfen, Ausführungsqualität und Veränderungen gegenüber dem Ausgangspunkt.

Evaluation

Evaluation fragt, ob eine Intervention die angestrebte Betätigung verbessert hat. Dabei können standardisierte Instrumente, wiederholte Aufgabenbeobachtung, Selbsteinschätzung und Rückmeldungen aus dem Alltag kombiniert werden.

Konsequenz

Bleibt Fortschritt aus, werden Hypothese, Ziel, Dosierung, Methode und Umweltbedingungen überprüft. Dokumentation dient damit nicht nur dem Nachweis, sondern der laufenden klinischen Entscheidung.

Quellenbasis: Kersken; Lehrplan; eigene Zusammenfassung. Vollständige Angaben stehen im Quellenfenster des Buches.

NEigene Notiz

Alle internen Fundstellen

Quiz wird geladen.